Verliebt, Verlobt, Verschleppt!

Verliebt, Verlobt, Verschleppt – Oder die Sache mit dem Quietschen!

dscn6242War am Wochenende auf nem Wintercon. Noch vor dem Con hatte ich einen In-Time-Traum, nicht intim. Ausnahmsweise mal nichts Sexuelles. Einerseits völliger Blödsinn, anderseits ziemlich verwirrend und erschreckend zu gleich. Hm.

Darüber werd ich mich jetzt nicht weiter auslassen, weil ich eigentlich über was ganz anders schreiben wollte. Also, das Con (genau so schreibt man das, heißt ja auch nicht die Larp!) war ja eher ein Treffen der Larpgiganten. Allein aufgrund der Ansammlung aller ConTage, die auf dem Winterthing vertreten waren. Man hätten wir powergamen können. Stattdessen waren wir alle damit beschäftigt, draußen nicht zu erfrieren und drinnen unsere gefroren bzw. nassen Sachen wieder trocknen zu können. Oder gings da nur mir so? Gut, bin ja auch überwiegend viel auf dem Boden rumgekugelt.

Aber ich fang jetzt mal von vorne an. Treffe einen der alten Hasen auf dem Weg zum Parkplatz. Wir unterhalten uns kurz und völlig aus dem Kontext gegriffen, meinte er, dass mein Freund ja eh ‚Bulle‘ wäre! (Bulle ist in diesem Text nicht als Beleidigung genannt! Punkfachjargon sozusagen!)

Mal ganz davon abgesehen, dass ich irgendwie überhaupt gar keinen Freund habe. (Status Single Tendenz zum Zölibat! Aber dazu später!)

Cool, wenn ich als Punk jetzt nen Freund haben soll, der Bulle ist. (Nicht dass ich jemals was mit einem Bullen gehabt hätte. Sexuelle Eskapaden mit den Sicherheitskräften haben mir bis jetzt nur verdammt viel Ärger, eine unnötige Beule in meinem Ex-Auto und auf Grund einer Ringfahndung eigentlich nur ein leichtes Trauma und zerstörte Strümpfe beschert.)

Dann würd meinen Freund natürlich gerne mal kennenlernen, will ja auch nicht die Katze im Sack kaufen. Und falls den jemand kennt. Gebt dem doch bitte mal meine Nummer und fragt ihm doch mal, warum er mir beim Auto einladen nicht geholfen hat. Und warum er in meine Feuerkiste keine Löcher gebohrt hat, damit ich da einen anständigen Griff dran machen kann. Außerdem bin ich jetzt wieder daheim und das Auto läd sich auch nicht von alleine aus! Mal ganz davon abgesehen, gehört des mal putzt, nackt!

Außerdem ist mir eigentlich aufgefallen, dass obwohl ich eigentlich ganz andere Vorsätze für dieses Jahr hatte, ich im Moment Ends am Schreiben bin und ich mich deswegen leicht zölibatär verhalte und das bleibt bis auf Weiteres auch so! Ich muss ja mal mit einer Geschichte fertig werden. Gut, in so einer Schreibphase könnte es mir schon passieren, dass ich des mit dem Freund irgendwie nicht mitbekommen habe, aber es wäre mir durchaus schon aufgefallen, wenn neben dem Duden noch ein nackter Bulle mit seiner Dienstwaffe in meinem Bett liegen würde. Das wäre ja quasi das Höchste meiner nie erfüllten Erwartungen, wenn mir endlich mal Einer beim Korrekturlesen helfen würd. Habe bekanntlicher Weise leider nur zwei Hände, und die sind leider grad auch ziemlich gehandicapt.

Werd mir dieses Jahr wohl doch eine anständige Bohrmaschine kaufen müssen und ab sofort meine Löcher selber bohren! Und das ist auch nicht sexuell gemeint, sondern rein handwerklich. Hm. Aufgrund meiner Sehnenscheidenentzündung ist das wiederum auch nicht sexuell gemeint.

Ich schweife ein Wenig ab. Bleiben wir mal beim Thema. Ich hab mich verliebt. Hab mit ihm die Nacht verbracht. Und er ist echt der Hammer. Und er ist sooo groß, fast schon phantasmagorisch. Ja und verlobt hab ich mich auch. Und es war nichts Sexuelles. Ich lebe ja schließlich im Zölibat. Mehr kann ich leider nicht verraten, weil obwohl es sich schon nach was Handfesten angefühlt hat, kann es ja durchaus sein, dass es vielleicht nur eine ConRomanze gewesen ist. Auch, wenn ich die zweite Nacht auch mit ihm verbracht habe. (Kommt mir irgendwie ziemlich bekannt vor, ich war mal auf einem Con, der Blutspuren im Schnee hieß und da hatte ich was mit Einem, der aussah wie Bruce Willis…)

Am Sonntag hab ich den Überhammer nur knapp verpasst und er fuhr nicht mit mir nach Hause. Habe fast geweint! Und das Schlimme ist, ich kann mir seinen IT-Namen nicht merken und im richtigen Leben, weiß ich gar nicht wie er heißt. Hm. Also werde ich ihn weiter nur den phantasmagorischen Überhammer nennen. Werde ab sofort auch keine Nacht- und Axtgeschichten mehr schreiben, sondern nur noch Geschichten in denen mindestens ein Hammer vorkommt. Weil es ist unabdinglich, immer einen ordentlichen Hammer dabei zu haben! Mann und/oder Frau weiß ja nicht für was es gut ist. (‚Hammer, Hammer!‘ Thor)

P.S. Lieber Sven & Sven2, ich liebe euch wirklich sehr, ihr seid mir meine liebsten Äxte, aber der Hammer ist einfach viel größer, als ihr beide zusammen.

Ich versuche krampfhaft aufs Thema zurück zukommen. Also, mal ganz davon abgesehen, dass ich keine Bohrmaschine besitze und mir faktisch auch keine Löcher in Bretter oder Wände bohren kann… Mensch, ich habe nicht mal einen anständigen Schraubenzieher und/oder eine Rohrzange, die ich beide eigentlich im Moment noch dringender benötigen würde. (Meine Poi sind aufgeraucht und da muss neues Kevlar drauf, hab mir beim Versuch schon einen unpassenden Schraubenzieher und eine Nagelfeile kaputt gemacht. Von den abgebrochenen Fingernägeln ganz zu Schweigen. Hm! Und mein Wasserhahn tropft!) Zumindest habe ich letztes Jahr meine Türklinke selbst repariert, habe nämlich einen Inbusschlüssel gefunden, als ich ein Regal aufgebaut habe. Selbst ist die Frau, war eigentlich auch ganz einfach. (Ist auch so ein Grund, warum meine letzte Beziehung in die Brüche gegangen ist, wenn es schon an einem Inbusschlüssel hapert.) Und das ist schon das Höchste der handwerklichen Gefühle zu denen ich ansonsten zu Stande bin. Weil und jetzt kommen wir zu dem eigentlichen Thema. ICH BIN EIN MÄDCHEN! Ja, und ich kann meine Feuerkiste nicht allein tragen. Ich könnte wahrscheinlich nicht mal die Löcher da rein bohren, selbst wenn ich eine anständige Bohrmaschine hätte. Ich bin ja auch kein Bob der Baumeister! Ich stelle mich bei solchen Sachen zurecht nicht einfach nur blöd an, nein ich bin wirklich zu blöd dazu und ich habe ernsthaft Angst vor Maschinen, vor allem wenn ich nicht mit denen umgehen kann. Wie zum Beispiel mit einer Bohrmaschine!

Ich schweife schon wieder leicht ab, ihr merkt ja wie verwirrt ich zur Zeit bin. Weil ich ein Mädchen bin, quietsche ich in der Regel, wenn ich hochgehoben werde. Was jetzt durchaus nicht ganz so oft vorkommt. Warum weiß ich jetzt auch nicht so genau, wahrscheinlich weil ich immer quietsche wie eine abgestochene Sau, wenn Mann mich hochhebt.

Und warum ich euch gerade das erzähle. Auf dem Con, bin ich als Metzgerstochter verletzt und brennend im Wald rumgelegen. (Habe mir ganz allein den Spaß gemacht eine ordentliche Blutspur zu legen und ein Bisschen an mir herum zu zündeln! Wird vielleicht eine andere Geschichte!)

Werd gefunden, gelöscht, mehrmals versorgt und dann nimmt mich ein Mitspieler hoch und trägt mich aus der Gefahrenzone. Gut, an sich wurde ich dann noch einen Hang runter gekugelt und dann wieder hochgehoben und ins Lager geschleppt. Wo ich dann in eine ortstypische stabile Seitenlage gebracht wurde.

Was mir aufgefallen ist, ich habe nicht gequietscht. Ich bin stolz auf mich. Ich habe nicht gequietscht. Böse Zungen könnten ja auch behaupten meine Metzgerstochter wäre gar kein richtiges Mädchen. Aber soweit würde ich nicht gehen, weil was kann ich denn dafür, dass sich manche Spieler zwischen mich und meine recht und/oder linke Faust stellen wollen.

Den Muskelkater meiner Möpse erklärte das alles leider nicht, aber ich werde mich nie wieder über die Schulter werfen lassen, sonst schrei ich!

Fazit: Schnee. Leider geil. Kunstblut. Leider geil. Feuer. Es war mir ein Feuerwerk. Hammer. Einfach nur Phantasmagorisch.

Status: Geschieden von meinen Äxten und verlobt mit einem Hammer, dessen Namen ich nicht kenne und doch Single. Des mit dem Bullenfreund ist wohl nur ein Gerücht.

Zustand: Zölibat

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Vom Futterneid und Fleischfetischismus…

Vom Futterneid und Fleischfetischismus…

Liebe Leser, wahrscheinlich habt ihr ja schon mitbekommen, dass ich eine aufgeschlossene Frohnatur sein kann und mir nur schwer das Maul verbieten lasse und nur ganz selten ein Blatt von den Mund nehme. Was mir meistens nicht gerade zum Vorteil gereicht. Das Vorurteil ist es doch, dass mir manchmal das Leben ein bisschen schwerer macht, als bei Denen die vielleicht öfter mal die Schnauze halten. Dabei hab ich doch tatsächlich eine sehr extreme moralapostolische Vorstellung von vielen Dingen, die andere Leute oft nicht so sehen wie ich, bis ich sie mit der Nase drauf stoße. Ich kann von mir behaupten, eine weiße und reine Weste zu haben, auch wenn man es mir nicht ansieht, wenn man mich nur vom sehen her kennt. Harte Schale, gerechter Kerl im weichen Kern (mit Bildungsauftrag!).

Aber ist es doch im Gemüt des Menschens so verankert, dass er die Wahrheit gar nicht hören möchte, vor allem nicht wenn es sich um den horizontalen Teil im Leben handelt. Da sind die Leute aber auch immer so empfindlich. Aber eigentlich ist es ja auch schön, wenn die Menschen noch empfindlich sind, so empfinden sie doch noch was, dass lässt mich in den meisten Fällen ja noch hoffen, dass die Einsicht irgendwann vielleicht von alleine kommt. Irgendwann. Hat bei mir ja auch sehr lange gebraucht. Und glücklich mit meiner Erkenntnis bin ich eigentlich auch nicht, weil meinem Forscherdrang anscheinend auch keiner gewachsen ist. Hm. So habe ich mich nun endgültig dazu durchgerungen, einige Worte aus meinem Wortschatz zu streichen und nur noch Termine zu vergeben. Dann wünsche ich mir nichts weiter als einen prallgefüllten Terminkalender, einen Dackel und die Aussicht auf einen Shortbus. Und ich wundere und ärgere mich auch nicht mehr darüber, wenn ich an die sexuellen Grenzen oder Unzulänglichkeiten anderer stoße. Weil sich darüber zu ärgern, macht nur graue Haare und Falten. Und ehrlich mal, ich hab für meinen Geschmack schon zu viele graue Haare. Aber, wo ich halt immer noch einen unglaublichen Hals kriege, wenn ich mir das unzulängliche und neidzerfressene Gelaber dummer Menschen anhören muss, aber das steht auf einem anderen Blatt. So, dass wollte ich schon lange mal gesagt haben. Wer sich angesprochen fühlt, ist selber schuld. Ich blogge schon seit Jahren keine so persönlichen Sachen mehr, die Letzten konnte man noch bei den Lokalisten lesen und genauso lange brodelt es in mir und ich überlege wie man das Schreiben kann, ohne den netteren Menschen auf die Füße zu treten. Also gibt es keinen Grund sich angesprochen zu fühlen und wenn, dann denkt mal drüber nach, warum!

So, jetzt zum eigentlichen Thema: Beim Grübeln begibt sich es, dass obwohl mich mein Forscherdrang eigentlich nach draußen treiben müsste, um die freud’schen Problemchen in den heimischen Schlafzimmern zu erkunden, es mich doch eher unter meine eigene Bettdecke zieht (Um nicht das zu tun, was ihr wieder denkt!) und mir genau diese über den Kopf zu ziehen, wo ich dann mit meinem Lavendelkissen, meinem Knuddeltier und meinem Laptop sitze und schreibe und mir zu manchen Sachen meinen Teil denke. (siehe oben!)

Nun begab es sich, dass ich doch nach langer Zeit mal wieder nach draußen ging, obwohl es da Laut und Voll sein würde. Aber dass ich da an die Grenzen meines Verstandes stoßen würde, hätte ich auch nicht gedacht.

Ich hatte ein opulentes Mahl und tolle Gespräche an diesem Abend. Bis sich mein Gegenüber ein 500gr. Steak bestellt hatte. Dabei habe ich mir erst mal nichts gedacht. Weil ich hatte ja schon gut gegessen und Hunger hatte ich eigentlich auch nicht mehr. Aber als die Schankmaid diesen unglaublichen Brocken gebratenen Fleisches mir vor die Nase stellte, war es um mich geschehen. Ich war verliebt und erregt zu gleich. Erregt in sofern, dass ich es nicht essen wollte, ich wollte es nur ansehen. Einfach nur ansehen. Diesen phantasmagorischen Fransen Fleisch. Mir flog ein Gedanke zu, eine Sekte zu gründen. Eine Sekte des Fleisches. Des phantasmagorischen Überfleisches. Wie es da auf dem Teller liegt und mir leise zu flüstert, um mich zu verführen, es zu verschlingen, obwohl ich mehr als satt war. Wenn ich das Wunderfleisch schon nicht essen wollte, dann sollte ich dabei zusehen, wie es vernascht wird und dabei unendliche Qualen erleiden.

Und als er ein Messer in das Stück Fleisch gestoßen hatte, war es endgültig um mich geschehen. Wie dieser Traum von einem Steak unter der Berührung mit dem blanken Stahls erbebte, fast konnte man das tote Fleisch erregt zucken sehen. Wie langsam der Saft heraus floss und sich über den Teller ergoss. Wie es sein fleischig rosa Innenleben seinem neuen Besitzer zeigte, um dann Stück für Stück zerteilt und genüsslich vernascht zu werden. Und den Futterneidigen dabei zuzusehen mit Fransen des saftigen Fleisches gefüttert zu werden. Wie sie mit großen Augen wie hungrige Raubvögel nach dem Essen schnappten. Wer braucht da noch Pornos.

Nicht nur an meinem Verstand zweifelnd, trieb es mich nach Hause und ich zog es vor mich wieder unter der heimische Bettdecke zu verkriechen, nur um in der Nacht aus meinen Träumen zu schrecken, weil ich dieses phantasmagorische Überfleisch nicht gekostet hatte. Ich hatte mir diesen Genuss selbst verwehrt, weil ich es nur anblicken wollte.

Wie wird es dann sein, wenn ich wieder an den Ort des Verlangens zurück kehre und mir das Objekt meiner Begierde bestelle und es mir dann langsam und genüsslich einverleibe.

Ich werde vielleicht davon berichten…

Mein Tod war erst der Anfang…

Mein Tod war erst der Anfang…

Ich weiß nicht wie viele Stunden oder gar Tage unsere sterblichen Überreste im Meer getrieben hatten, bis wir wieder an den Strand gespült wurden. Die beiden Gedankenschinder hatten sich wohl entschlossen, das Spiel von Neuen zu beginnen zu lassen und unsere Körper wieder zusammengefügt.

‚Es ist nicht tot, was ewig liegt, bis dass die Zeit den Tod besiegt.‘ – Die Bedeutung dieses Satzes werde ich wohl nie verstehen.

Immer wieder kommen mir Schemen in den Sinn. Momente, die ich unter Wasser erlebt haben muss, als mein Geist von meinem Körper getrennt war. Mein Geist, der seine Seele gefangen hielt. Ich konnte und wollte ihn nicht gehen lassen, er war der Einzige beständige Punkt in meinem abscheulichen Leben nach der Wahrheit, so konnte ich selbst im Tod uns beide nicht loslassen.

Die beiden Gedankenschinder hatten sich verspielt im Meer getummelt, während sie mit ihren Tentakelschlägen ganze Landstriche überfluten ließen. Inseln versanken im Meer und viele arme Unwissende fanden an diesem Tag ihr nasses Grab.
Diese beiden Überirdischen schienen für einen Moment irgendwie glücklich wieder vereint zu sein und ich konnte die Beiden verstehen. So ist es doch an jedem Lebewesen in diesem Universum seine eigene Art zu erhalten, auch wenn man damit andere Lebewesen vernichten muss.

Der Egoismus der Erhaltung der eigenen Art, fressen oder gefressen werden. Deutlicher kann man es einem gar nicht aufzeigen. Nur was sind wir dann, sind wir wieder die Ausgeburt dessen, was im Meer geboren wurde oder sind in uns wieder die beiden Gedankenschinder gefangen.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass der erste Schinder, den ich in der Winternacht erblicken musste, von meinem Lebensretter nur geistig Besitz ergriffen hatte, weil dieser Große Alte war ja bereits befreit. Und er wollte wohl verhindern, dass ich nicht zur falschen Zeit den zweiten Großen Alten freisetzen würde.

Meine Sinne schwanden wieder, als mir der Sand auf meiner Haut gewahr wurde. Ich wurde erst wieder wach, als mir eine starke Hand an die Schulter griff. Der Griff war so stark und brachte wieder Dinge in mir hervor, dass mir fast vor Schock das Herz stehen blieb. Aber diesmal waren da keine Krallen, die sich in mein Fleisch bohrten.

Ich blinzelte. Die Sonne strahlte mir ins Gesicht, so dass ich meine Augen gleich wieder schließen musste. Ich öffnete sie erst wieder, als sich ein Schatten über mein Gesicht legte. Der Sanitäter lächelte mich an, seine Augen waren nun türkisgrün. Dunkle Adern pochten auf seiner Stirn. Sein Lächeln erstarb auf seinem Gesicht. Er riss mich hoch und presste mich an seinen mächtigen, menschlichen Körper. Ich konnte seine Tränen spüren, wie sie über meinen Hals liefen. Ich atmete ruckartig ein und sogleich begann ich zu husten und zu würgen. Er ließ mich in den Sand zurück gleiten und hielt mir meine Haare zurück, als ich literweise Meerwasser auf den trockenen Sand spie. Völlig erschöpft blieb ich liegen, bis er mich aufnahm und in den Schatten trug.

Als ich wiederum erwachte, hörte ich ein Feuer prasseln. Er saß erschöpft am Feuer und blickte in die Flammen. Seine Kleidung hing ihm zerfetzt von seinem Körper. Ich erhob mich von einer provisorischen Bettstatt, kroch zu ihm hinüber und lehnte mich an seinen warmen Körper.

‚Wie heißt du eigentlich?‘ hörte ich meine eigene Stimme fragen. Ich hörte mich merkwürdig heiser an. Nach einer halben Ewigkeit löste er sich aus seiner Starre und blickte mich an. Ich sah in seinen Augen, dass ihn etwas unglaublich erschreckt haben musste, dabei hatte er doch genauso wie ich doch schon alles gesehen. Schlimmer kann es doch nicht mehr kommen, oder?

‚Schau mir in die Augen und sage mir, was du siehst.‘ flüsterte er. Seine Stimme brach nach diesem Satz abrupt ab und er schluckte schwer.

‚Deine Augen strahlen türkisgrün.‘ sagte ich, blickte aber sicherheitshalber noch einmal hinein. Ich konnte mein Spiegelbild in seinen Augen sehen. Äußerlich konnte ich nicht erkennen, was ihn so erschreckt haben musste. Bis er blinzelte. Seine Augenlider blinzelten erst auf die herkömmliche Weise und als er die Augen wieder aufschlug, schloss sich ein inneres Lied außen nach innen.

Mein Atem stockte, er wand den Kopf ab und stierte wieder ins Feuer. An seinem Hals erblickte ich etwas Merkwürdiges, aber als ich meine Hände nach ihm ausstreckte, erblickte ich zwischen meinen Fingern Schwimmhäute. Ich musste einen spitzen Schrei von mir gegeben haben, bevor ich wieder ohnmächtig wurde.

Er hatte mich wohl wieder aufgefangen, bevor ich kopfüber ins Feuer stürzen konnte. Als er mich wieder auf die Bettstatt zurück geschleppt hatte, erwachte ich wieder. Er lag bei mir und hielt mich, stierte aber weiter Löcher in die Luft.

‚Sind das Kiemen?‘ fragte ich und strich ihm über den Hals.

‚Ja, die haben uns wohl im Wasser das Leben gerettet.‘ Nach diesem Satz strich er mir, ohne mich dabei anzusehen, ebenfalls über den Hals und nun konnte ich auch zwischen seinen Fingern Schwimmhäute erkennen.

‚Und sonst?‘

‚Sonst ist alles noch relativ menschlich an uns.‘

‚Relativ?‘

‚Die Schwimmhäute sind auch an den Füßen!‘

Ich strich ihm über die Brust, über die Stelle an der das rote Stuhlbein eingedrungen war. Es war nur noch ein dunkler Fleck zu sehen. Sein Blick hypnotisierte mich, bevor er mir immer näher kam, um mich zu küssen. Er schob mir mit seiner Zunge den Mund auf und drang ohne Gegenwehr in meinen Mundraum. Unsere Zungen trafen aufeinander und ich spürte, wie mir Luft weg blieb und meine Sinne langsam wieder schwanden. Plötzlich schmerzte mein Hals und ich sah, wie sich seine Kiemen ruckartig öffneten. Meine Finger vergruben sich in seinem Fleisch, so wie Seine in das Meine.

Meine Kiemen pumpten wohl auch Luft in meine Lungen, weil ich nun keine Atemnot mehr verspürte. Er drängte mich auch den Rücken und riss mir die Überreste meiner Kleidung vom Leib. Ich sah, dass sich seine Finger zu Krallen verwandelt hatten und starrte auf seinen Rücken, dort hatten sich meine Krallen in sein Fleisch versenkt. Grünes Blut quoll aus seinen Wunden, die sich sofort wieder schlossen. Er entledigte sich auch seiner Kleidung und ich bemerkte noch das Fehlen sämtlicher Körperbehaarung, bevor er mit einem seiner tentakelartigen Schwänzen in mich eindrang. In diesem Moment schwanden mir wieder die Sinne.

Ich erwachte erst wieder, als eine starke Hand mir an die Schulter griff. Keine Krallen, die sich in mein Fleisch bohrten. Ich blinzelte. Die Sonne strahlte mir ins Gesicht, so dass ich meine Augen gleich wieder schließen musste. Ich öffnete sie erst wieder, als sich ein Schatten über mein Gesicht legte. Der Sanitäter lächelte mich an, seine Augen waren türkisgrün. Dunkle Adern pochten auf seiner Stirn. Er blinzelte. Einmal. Und nochmal von außen nach innen und wieder nach außen.

Täglich grüßt das Murmeltier. Bloß meines blinzelt komisch und hat Schwimmhäute, Kiemen und nicht nur einen phantasmagorischen tentakelartigen Schwanz…

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