Der Pizzamann

Der Pizzamann

pizzamannDer Pizzamann klingelte an der Haustür, nach einer Weile wurde der Türöffner gedrückt. Als er an der Wohnungstür ankam, konnte er von drinnen Gepolter hören.
Die Kette wurde zurückzogen und die Tür aufgeschlossen. Die Tür ging auf und jemand kam auf ihn zu gehüpft. Er blickte vom Boden nach oben und blinzelte mehrmals. Die Dame des Hauses stand vor ihm. Sie trug Stiefel bis zum Hals und hatte einen 20 Euroschein zwischen den Zähnen. Dazwischen trug sie nur schwarze Spitze. Er schluckte schwer und fing an zu stottern.
‚Sie haben ne Pizza bestellt?‘
Sie nickte nur und er nahm ihr nach einem langen zögern den 20 Euroschein aus dem Mund.
‚Stimmt so!‘ meinte sie und drehte sich hüpfend um. Jetzt erst erkannte er, dass ihre Beine gefesselt waren, deswegen konnte sie sich nur hüpfend fort bewegen. Als sie ihm den Rücken zugedreht hatte, erkannte er auch, dass auch ihre Hände auf den Rücken gefesselt waren und er hatte einen netten Ausblick, auf ihren bestringten Hintern.
‚Stellen Sie den Pizzakarton auf die Anrichte! Vielen Dank!‘ meinte sie und verschwand hüpfend in der Wohnung.
‚Hey, Lady kann man ihnen irgendwie helfen?‘
‚Einen Moment bitte!‘ stöhnte sie und er konnte es poltern hören.
Nach einem viel zu langem Moment, kam sie wieder zur Tür gehüpft. Die Arme waren nun vorne. Schweiß stand ihr auf der Stirn. ‚Könnten Sie mir noch den Knoten lösen?‘
‚Soll ich die Polizei rufen?‘ fragte er neugierig, während er an dem Knoten zog.
‚Nein, nein. Danke. Ich arbeite ein meiner Perfomanceshow.‘ meinte sie, als sie die Arme frei hatte. Mit einem freundlichen Lächeln schob sie ihn aus der Wohnung.
‚Wie beim Supertalent?‘
‚Oder so! Vielen Dank und nen schönen Tag noch!‘ meinte sie noch und knallte die Tür zu. Er konnte durch die geschlossene Tür hören. ‚Hör auf mit dem Pizzaboten zu spielen und komm wieder ins Bett!‘
Nachdenklich und kopfschüttelnd ging der Pizzamann zurück zu seinem Roller.

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24

24

image002Ich wache auf… von einem Orgasmus! Man muss das ein Hammertraum gewesen sein. Ich dachte ich träume, aber nachdem ich von meinem eigenen Stöhnen aufgewacht bin, war er doch real genug. Ich kann mich an den Traum nicht erinnern, ich kann mich nur erinnern, dass jemand einen Schlüsselsatz zu mir gesagt hat, der dann die Körperreaktion ausgelöst zu haben scheint. Bäm! Ist ja fast wie Weihnachten und Neujahr…

Als ich dann mit einem Lächeln auf den Lippen meine Augen öffnete, beschlich mich das dumpfe Gefühl, dass irgendjemand die Adventskalendertür für den 24. bereits geöffnet hat.

Ding Dong, die Iluminaten. Nein. Ich nicke wieder ein und träume wohl wieder, weil ich in meinem Adventskalender einen riesigen Raum sehe, am Ende sehe ich einen Tempel, Flammen züngeln heraus. Ich komme mir gerade vor wie bei Ghostbusters und ich bin der Torwächter, und blicke in meinen Kühlschrank und warte ganz inbrünstig auf meinen Steuerberater, der Schlüsselmeister. Oder bin ich schon wieder in der Matrix? Und ehe ich mich versehe, ist es wirklich so als würde ich in einen Kühlschrank sehen und am Ende ist nicht Zuul und auch nicht der Schlüsselmeister, nein es ist ein obszönes Pilzgewächs und es spricht mit mir: ‚Sieh was du verloren hast ist zurückgekommen, nun hast du sie wieder alle beisammen..!‘

Ich wache schreiend auf und blicke auf meinen Adventskalender, den ich vom Büro mitgenommen habe, damit ich an diesem legendären Tag, mein 24. Adventskalendertürchen selber öffnen kann.

Alle Türchen stehen offen, bis auf Eines, dass steht nur halboffen. Wer hat von meinem Adventskalender gegessen? Ich ziehe den Adventskalender zu mir heran und blicke in das 24. Türchen und erblicke einen weiten Raum. Flammen züngeln heraus und am Ende über einem Art Altar hängt ein Plakat. Und eine Leuchtschrift kommt auf mich zu, nicht so wie bei Star Wars, aber so ähnlich. Éí ‚Aaníígóó ‚Áhoot’é … die Leuchtschrift verschwindet wie ein Grinsen, bevor sie das Türchen erreicht hat…auf dem Plakat steht ‚I want to believe‚!

Ja, ich würde auch gerne Glauben, dass ich noch träume oder dass ich endgültig den Verstand verloren habe. Ich werfe meinen Adventskalender weg, nicht dass noch mehr aus dem Adventskalender raus kommt. Heute ist Weihnachten und dann hat der Spuk ein Ende. Der Adventskalender purzelt über die Bettkante und ich höre, wie er auf etwas Weiches fällt.Vorsichtig blicke ich über die Bettkante. Muss von unten wie Kilroy aussehen. Kilroy was here… alles klar. Der Adventskalender wird gerade unter mein Bett gezogen. Die sockenfressende Spinne existiert doch noch! Ich höre noch einen schrecklichen Rülpser und ein alter Pizzakarton fliegt unter dem Bett hervor. Ist ja wie bei einem Sarlacc. Ich kann mich nämlich nicht erinnern, wann ich das letzte mal eine Pizza mit Karton bestellt habe. Die Pizzaschachtel wurde wahrscheinlich schon seit einer halben Ewigkeit unter qualvollen Schmerzen langsam verdaut. So sieht sie nämlich auch aus.

Ich kann meine Neugierigkeit kaum bremsen, mit einer Nagelfeile und einer Häkelnadel bewaffnet, versuche ich nach dem Pizzakarton zu hangeln und öffne ihn eher versehentlich.

Und was ist das? In dem fast verdauten Pizzakarton ist mein lange Zeit verschollenes, angebissenes Käseschinkentoast – Taufrisch, nicht bepelzt oder bepilzt und lächelt mich obszön nickend an…ich habe sie endlich wieder alle beieinander. Alles ist gut, auch wenn ich immer noch keine Weihnachtsgeschenke gekauft habe, es ist alles gut.
In 24 Jahren zur absoluten Nerdhaftigkeit und bis zur Unendlichkeit und immer weiter…

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