Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 11 – Radio Arabella

Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 11 – Radio Arabella

1236737_10200480857970617_45803551_nWeil ich immer mit dem Auto fahre, höre ich meistens Radio Arabella. Und warum, weil ich da weniger Aggressiv werde, als wenn ich Rammstein hören würde. Wir haben auch festgestellt, dass wenn ich Combichrist im Auto höre, dann schlafe ich garantiert nicht ein und werde auch leicht kinskiesk, trete aufs Gas und rase mit Bleifuß dem Ziel entgegen. Das beängstigt mich tatsächlich, deswegen Radio Arabella und außerdem kann Frau da so schön mitsingen…

Werbeanzeigen

Nicht verwechseln…

Nicht verwechseln…

129547393_e4dadde815_oDie Sonne scheint, ich fahre mit offenen Fenster nach Hause, höre Radio Arabella und ich denk mir nichts Böses. Warum auch, es ist doch so schönes Wetter. An einer roten Ampel bleib ich stehen und beobachte die Typen da draußen mit ihren kurzen Hosen, ihren Sonnenbrillen und ihren Ohrenschützern???
What the fuck! Winter is coming? Und ich hab noch die Sommerreifen drauf. Warte, wir haben doch Juli und der Sommer fängt grad erst an, nach dem wir die letzten 3 Monate April hatten.
Es wird grün und ich muss weiterfahren. Im Augenwinkel kann ich jedoch erkennen, dass der Kerl womöglich doch keine Ohrenschützer trägt. Es sind Kopfhörer? Quietschbunt! Wer macht so was?
Ehrlich mal, haben wir alle unsere Eltern früher nicht dafür gehasst, wenn sie uns peinliche Klamotten und/oder Accessoires angezogen haben. Auch wenn manche Kleidungsstücke 15 bis 25 Jahre später ihr mehr oder weniger ruhmreiches Comeback gefeiert haben. Bestes Beispiel dafür sind Cordhosen und Rundschals. Ich habe mittlerweile gegen die gute alte Cordhose nichts mehr einzuwenden, solange sie nicht lila ist, komische Muster hat und diesen ganz dünnen Cord hat, der immer fuselt!
Aber Rundschals, ich bitte euch! Denkt doch mal drüber nach, damals in den 80ger und /oder den 90gern, als türkis, pink, lila und / oder Neonfarben ganz super chic waren. Als wir alle noch Kapuzenshirts getragen haben, (Ja, auch ich!) fliederfarben und neonfarbene Batikhosen dazu. Ich schäme mich heute noch dafür. Wie gut, dass wir damals noch kein Facebook hatten, die peinlichen Fotos hätte niemand je wieder aus dem Netz löschen können.
Zurück zu den Rundschals, damals waren die aus unmöglichen Farben gestrickten Polyesterwollrundschals und etwas Körperbetonter, als die heutigen Exemplare. Wahlweise mit einem gestrickten und geflochtenen Stirnband. Würg. Ein Bisschen wie ein Strick-Muff für den Kopf. Habe ich meine Mutter für jede Masche gehasst, die sie in diese, einer Kopfbedeckung nicht würdiger modischen Verfehlung, gestrickt hatte.
Und Ohrenschützer kommen definitiv gleich nach den meist gehassten Kleidungsstücken, neben dem absoluten Spitzenreiter nämlich der Pullunder, Handschuhe die miteinander verbunden sind und natürlich dem Strickrundschal für den Kopf.
Nachdem die meisten Kleidungsgeschädigten diversen Etablissementwohl nicht auch noch meine Tante hatten, werde ich mich zu weiteren modischen Fehltritten in meiner Familie keine weiteren Auskünfte erteilen, weil ich damit beschäftigt bin, alte Kinderfotos zu verbrennen, wo ich mit meiner Schwester zusammen im Partnerlook Blumenmädchen (mit blonden Zöpfen!) bei irgendwelchen Hochzeiten machen musste und wir lila bis weinrote Klamotten tragen mussten, die so Füllhornmuster hatten, wie man sie aus diversen Etablissement her kennt, die für ihre altrosa Tapeten bekannt sind. Und ratet mal, das Material war aus diesem mikroskopisch dünnen Cordstoff, der immer fuselt und zwar völlig egal wie oft meine Mutter mit der Fuselbürste hinter mir her war. Alpträume hab ich heute immer noch davon.
Ich schweife leicht ab, aber ich muss mich bei dem Thema immer leicht echauffieren, weil meine Nichte mittlerweile von meiner Tante Geld kriegt und nicht dieses schrecklichen Klamotten, mit der ich in meiner Kindheit immer gequält wurde. Und das Allerschlimmste ist ja, dass ich die schrecklichen Klamotten, die meine große Schwester von meiner Tante bekommen hatte, dann auch noch auftragen musste. Jetzt fragt ihr euch, warum ich heute so bin wie ich bin. Bedankt euch beim textilen Einverständnis meiner Eltern.
So nun zu euch: Warum zum Teufel trägt die Jugend heutzutage quietschbunte Kopfhörer, die beim flüchtigen Hinschauen, aussehen wie die Plüschohrenschützer? Für die wir alle unsere Eltern (und wahlweise auch Tanten oder Omas) so gehasst haben!
Aber mir kann ja auch keiner diese Sache mit den Hosen erklären, warum man die unter den Arsch schnallt… aber das ist eine andere Geschichte.

Danke für die Aufmerksamkeit.

%d Bloggern gefällt das: