Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 5

Abschrift für die Akten

von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 5

 

Als ich bei Mondschein im Wald unterwegs war, hab ich die beiden Krähen wieder getroffen. Eine war verletzt. Sie haben mich mit zu ihrem Versteck genommen und ich päppelte sie wieder auf. Sie wird wohl schon bald wieder kräftig mit den Flügeln schlagen können. Als ich am Morgen zurück nach Grimgard kam, stand der Rauch schwer in der Luft. Die Bäckerei des Notker scheint abgebrannt zu sein. Aber was noch viel schlimmer ist. Jemand hat den alten Dankrad ums Leben gebracht.

Ich traf auf eine junge Hebamme, die wohl die Nachfolge von Helena in der Taverne war. Blitgard, so heißt die Dame, half mit bei den Ermittlungen. Das war wirklich spannend. Wir haben die Blutspuren untersucht. Und die Schnittspuren am Hals des Dankrad. Und dann haben wir ziemlich große Schuhabdrücke draußen vor einem der Fenster gefunden. Ich habe einen Gipsabdruck gefertigt und schaue mir seither die Füße und Schuhe unserer Bürger und Gäste in Grimgard noch genauer an als sonst. Weil einer von uns ist der Mörder. Einer der auf großen Fuße schreitet. Nur der Rutger ist es nicht, der hat zu kleine Füße. Und er hätte auch die Klinge nicht führen können, die seinen Vater tötete. Dazu hätte er sich einen Stuhl nehmen müssen. Manchmal ist Körpergröße ein besseres Alibi, als man denken mag. Er ist zu klein, um der Mörder zu sein. Und was sich reimt ist gut. Es denkt eh keiner hier, das der Ladenhüter seines Vaters, je die Hand gegen seinen geliebten Vater erhoben hätte.

Nun fügt sich der Junge in sein Erbe und hat den Posten seines Vaters übernommen, den er so gut es eben geht auszufüllen versucht.

Es war ein trauriges Totenfeuer. Das Klagelied der Eponapriesterin schallt mir immer noch im Ohr. Ein Jammer. Ich trink auf dich, alter Freund. Und ich verfluche dich, du Mörder, der ihn so kaltblütig danieder gemetzgert hat.

Mit der ganzen Aufregung in den letzten Tagen hatte ich die Schlonze völlig aus dem Auge verloren und als ich wieder in mein Zelt trat, hatte sich Schimmel auf der Schlonze gebildet. Gelblich weiße Glitschigkeit mit einem Hauch von Blau und Schwarz. Wunderschön.

Haha. Da fällt es mir wie Schuppen von den Haaren. Die Schlonze kann also doch was, nämlich schimmeln. Haha. Und was kannst du, du alte Zippe. Werde der Gelsa ihre blöde Taube zurückschicken.

Werte Gelsa,

Die Schlonze kann schimmeln. Was sagst du nun? Heute Morgen nickten mir die Pilzgewächse seltsam obszön entgegen und da ging mir ein Licht auf, so wie es einem trifft, wenn der Blitz in die Erde fährt. Wenn auf dem Bösen etwas wächst und mag es auch noch so klein sein. Ob uns nicht etwas Gutes widerfahren mag?

Lindrad
Salbaderer ähm ich sollte auf ein extra Papier schreiben…

Und dann versuche ich einen selbstzerstörenden Brief an Ferowin zu schreiben.

Aua. Werde Ferowin einen ganz normalen Brief schicken, den muss er halt dann selber selbstzerstören. Immer diese Geheimnistuerei. Ich bin ja gespannt, ob sich schon was getan hat, bei seinem gefrorenen Sohn. Weil ich hab die Geschichte von dem Widukin Jungen gelesen, den das Spinnengift dahin gerafft hat. Da hab ich auch so geweint. Die Geschichte ist so traurig. Und ich muss immer daran denken, was ist wenn man mir meine Tochter tot heimbringen würde.

Oh, ich schweife immer mehr ab, so scheint es mir. Nachdem ich die Geschichte des Widukinjungen gelesen hatte, habe ich nun jetzt ernsthafte Bedenken, dass der Sohn des Ferowin jetzt auch des Nächtens sein Unwesen treibt.

Draußen vor der Palisade heult ein Fuchs sein grausiges Lied. Mir ist es Angst und Bang und es läuft mir eiskalt den Rücken hinunter. Ich werd heute artig meine Suppe essen und meiner Tochter ein paar Blümlein pflücken. Ein paar Liebesblümerl für meine liebste Tochter.

Habe versucht das Insektenschutzmittel zu verändern, aber die Spinnen sind immer noch immun. Auch mit Schmalz wird es nicht besser. Ich brauch mehr Schmalz, wenn ich nur alles in Schmalz ertränke…

Trollpilz

Trollpilz Bleistift

Versteckter Hinweis: Berserker R

Fundort: an Schattigen Stellen (Feucht)

Merkmal: Froschgrün, gelbe Flecken

3 Pilze

3 Güldenschnecken

frisches Blut von einem Gefallenen

 Hätte Ferowin von meinem Problem erzählen sollen, jetzt ist es zu spät, ich hab vergessen, was ich nochmal machen wollte. Die Spinnen. Die Spinnen. (Anmerkung: Zeichnung einer Spinne in einem Glas! R)

Das Rosmertafest wurde abgesagt. So ein Mist. Ich hab mich schon gefreut, wenn sie die neue Schankmaid mit Schmalz einschmieren würden und anstatt der Rosmertastatue durchs Dorf tragen würden. Vielleicht würde sie es ja in der Taverne für uns tun. Der Ritus ist überaus wichtig fürs Gemüt.

(Anmerkung: Den Versuch eine nackte Frau zu malen, möchte ich nicht wiederholen. R)

Ich muss in den Wald die Krähen haben mich gerufen. Wir treffen uns beim Grab des alten Raurospriester. Muss schauen, dass meine Tochter nichts mitbekommt…Lindrad.

(Anmerkung: Ende der Aufzeichnungen. R)

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

 

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 4

Abschrift für die Akten

von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 4

Da kam ein Magier zu mir, der kam aus einem fernen Land. Der sah auch ganz seltsam aus. So bleich. Er kam am Abend zu mir und gab mir 3 Gold für alle meine Tränke, die seine Macht vergrößern würden. Ich machte ihm alle Tränke mit der Monddistel, die ich aufbringen konnte. Denn der Mond scheint nicht heut Nacht und brauch ich doch frisch geschöpftes Bachwasser für den Trank. So nahm er alles was ich hatte und am Morgen war er verschwunden. Und ich hab den seltsamen Kerl nie wieder in Grimgard gesehen.

 Monddistel

Monddistel Bleistift

Fundort an Bachläufen

Merkmale weiße kleine Blüten

Zutaten: frisches Bachwasser im Mondschein geschöpft.

Teilweise versteckter Hinweis: Nur in Trankform, keine Salbe, so ein Scheiß! R

(Anmerkung von R: Neben einer obszönen Zeichnung eines ziemlich behaarten, männlichen Fortpflanzungsorgans im urinierenden Zustand.)

Da muss ich doch gleich in der nächsten Nacht, einen Mondspaziergang machen, wenn es klar ist. Sonst muss ich bis zum Vollmond warten.

Die Gelsa hat mir den Brief von Ferowin geschickt, in dem nichts Neues drinne steht, aber die Methoden des alten Ferowin sind wirklich einzigartig. Aber ich weiß viel mehr wie die alte Zippe in Raurikor.

Haha!

Lindrad

Werte Gelsa,

es ist nicht zu empfehlen das Böse mit noch Böserem zu bekämpfen. Ähnlich wie beim Vermischen mit Wasser, assimiliert die Schlonze, jede andere Flüssigkeit mit dem man sie in Berührung bringt, übernimmt vor allem ihre negativen Eigenschaften und macht alles noch viel schlimmer. Habe die Versuchsreihe mit Säure abgebrochen. Muss mir einen neuen Tisch kaufen. Die Schlonze frisst sogar durch Stein. Ich bin erschüttert! Habe die restliche Schlonze in einem gläsernen Behälter verschlossen und im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis gelegt.

Die Schlonze ist gefroren, genauso hart, wie gefrorenes Wasser, also können wir zumindest auf den Winter warten. Dann können wir die verschlonzten Quellen ausheben und die gefrorene Schlonze in die Berge bringen, in der Hoffnung, dass die Lichtfee nicht auch noch das letzte Eis zum Schmelzen bringt. Ich berichte weiter, habe mir überlegt, den Zustand von fest in flüssig hin zu gasförmig zu verändern, dann müssen wir vielleicht nicht auf den Winter warten.

Ergebenste Grüße

Ferowin, Erzkundiger der Sturmhüter

Der Erzkundige der Sturmhüter hat seinen Sohn verloren. Weil der dumme Bub die Schlonze wohl mit Minzpuddig verwechselt hat. Irgendwie vergeht einem der Appetit an grünen Essen, seit dem wir die Schlonze im Land haben. Aber was die alte Zippe nicht weiß, ist dass er den Körper des Jungen zum Gletscher hat bringen lassen, bis Ferowin ein Gegenmittel für das Schlonzenproblem gefunden hat. Woher ich das weiß. Ich habe Felsensalz und all so Zeuch bei ihm bestellt und er hat mir eine Nachricht geschickt, die sich nach Erhalt selbst zerstört.

Ein verrückter Hund ist er schon der Ferowin, aber leid tut er mir, weil er wahrscheinlich seinen Sohn verloren hat. Während die Nantwigen sich mit den Echsen im Mondquell vergnügen, sollten sie lieber mal ihre Quellen untersuchen, wenn sie sich schon mit den Triefenden einlassen. Sie suchen mal an der falschen Stelle, wobei sie wohl auch irgendwas gefunden haben im Mondquell, aber das Schlonzenproblem ist deswegen auch nicht gelöst. Verdammt, mir fällt auch nichts dazu ein.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 3

Abschrift für die Akten

von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 3

Der dumme Dietbert, der Grimgarder Fischer ist verschwunden. Dabei wollte ich ihn doch fragen, ob er meine Tochter heiraten will.

Die heldenhafte Grimgarder Bürgerwehr hat all ihren Mut zusammen genommen und ist zur Wolfseiche marschiert, um ihn zu suchen. Leider ohne Erfolg. Da wird er uns die Fische schuldig bleiben und Grimgard muss ohne Steckerlfisch auskommen.

Schlaflose Nächte habe ich gehabt, nicht wegen dem Fischer, wegen dem ganzen ungereimten Zeuch und vor allem eigentlich wegen der Spinnen. Aber die Schlonze lies mich auch kaum ruhen. Wochenlang beschäftigte ich mich damit, bis ich es aufgab. Außerdem musste ich in den Wald, nach meinen Feldern sehen. Und ich musste meine Spinnen auslagern, meine Tochter reagiert zusehends panischer auf die kleinen Biester.

Sie hat in meiner Abwesenheit schon wieder geputzt und kippt dann immer die abgelaufenen Tränke in ihren Putzeimer. Wenn einer die Plörre trinken würde, verreckt er wahrscheinlich gleich oder er bekommt Heilung mit Steinhaut und Masern und ganz üble Nebenwirkungen.

Steinhautsalbe, tolles Zeuch. Hab eine nette Versuchsreihe mit Silberrose angefangen.

Die Tränke halten nicht so lange an. Und die Salbe ist auch nur gut, wenn man nicht schwitzt. Sonst wäscht sich das Zeuch ab. Hm und im Winter nur mit einer Steinhaut bekleidet ist halt schon eine frostige Angelegenheit. Obwohl es für die Damen bestimmt ein Aufschlussreicher Anblick sein wird. Muss Ferowin schreiben, mein Felsensalz ist fast alle. Und er hatte mir von dem Kristall erzählt, der den Schweiß unterdrückt. Hm.

Silberrose

Silberrose Bleistift

Fundort bei großen Bäumen

Merkmale offensichtlich silberne Blütenblätter

Verwendung Rindenhaut oder Steinhaut

Zutaten: Tannenzapfen oder Steinsalz/Felsensalz

Hinweise: Güldenschnecken suchen

Versteckter Hinweis: Felsensalz bei Ferowin bestellen.R

Mein Schmalz ist alle, ich muss in die Taverne. Jetzt ist auch die Helena verschwunden. Ist jetzt der Wahnsinn ausgebrochen, man geht nicht zur Wolfsbuche, das ist doch viel zu gefährlich. Auch wenn da die besten Kräuter wachsen würden, bringen mich da keine zehn Pferde hin. Was hat sich der Dietbert nur dabei gedacht auf allen Vieren zum großen Baum an der Wolfsschlucht zu rutschen, die Helena wollt ihn doch erst nicht. Aber der Wahnsinnspoet erweicht sogar das Eis des Drachenkamms. Ich hab ja auch so geweint, als ich den Brief gelesen hab, wenn einer was von der Liebe verstanden hat, dann der Liebesfischer von Grimgard. Schade, dass er wahrscheinlich schon von den Wölfen verspeist wurde. Und die Helena zum Nachtisch. Die hätte mir schon auch geschmeckt.

Hätte sie doch gleich gesagt, dass sie ein Auge auf den Fischer geworfen hat. Jetzt muss ich nicht nur für meine Tochter einen anderen Mann suchen, sondern auch mir eine andere Augenweide suchen, die meinen Ausblick versüßt, wenn sie den Tisch wischt. Als Tattergreis hat man auch schöne Momente, wenn man so zittert, dass man seine Suppe nicht mehr unfallfrei essen kann. Und der Steckerlfisch, ich werde ihn vermissen, der war wirklich gut. Möge die Nächtige den Dietbert sicher zu den Ahnen geleiten. Ich trinke auf dich alter Schwerenöter. Und möge die Helena dir die Ewigkeit versüßen. Uns bleibt die Hoffnung auf den Steckerlfisch. Die Frage ist nur, ob es wirklich an dem Fisch vom LiebesFischer lag oder an den Kochkünsten vom Nurmi.

Asbirg arbeitet jetzt auch in der Taverne mit. Pscht. Brot zum Eigenbedarf.

Die Wirkung des Giftes wird immer stärker und die Menge Sonnentau zu Smaragdspinne beim Brauen eines Gegengiftes wird immer mehr.

Da habe ich mir überlegt, dass ich die neuen düsteren Smaragdspinnen einfach mit Sonnentau füttere.

Und seit dem ich sie ausschließlich mit Sonnentau füttere, konnte ich die Wirkung des Giftes der neuen wilderen Art fast umkehren. Während die Smaragdspinne in freier Wildbahn immer giftiger und aggressiver werden, sind die in meiner Zucht friedlich und mittlerweile fast ungiftig. Deswegen bin ich auch so viel im Wald unterwegs, weil ich Unmengen an Sonnentau brauche. Die kleinen widerlichen Biester fressen mir noch die Haare vom Kopf. Meine Felder geben nicht genug her. Hab die zwei Krähen wieder getroffen, ich bat sie mir zu helfen. Eine Hand wäscht die andere. Sonnentau ist unser Gruß!

Insektenschutzmittel: Versuche:

Rosmarin, Lavendel und Smaragsspinnengift. Was gegen Spinnen nicht hilft, weil Spinnen keine Insekten sind! Schmalz bleibt haften.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 2

Abschrift für die Akten

von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 2

Ich war wieder im Wald unterwegs und anstatt der Smaragdspinnen fand ich zwei Krähen am Wegesrand sitzen, sie währen mir fast nicht aufgefallen, erst als sie sich langsam von mir fort bewegten, sprangen sie mir schier ins Auge. Wie behände sie sich durch das Unterholz bewegen können, wenn sie nicht gesehen werden wollen.

Meine Tochter hält mich mittlerweile für völlig wahnsinnig, ich hätte ihr nicht von den beiden Krähen erzählen sollen. Was solls, ich muss jetzt meine Suppe essen…

Lindrad

Im selben Atemzug, wie der Krieg gegen die Spinnen seinen Anfang nahm, kam eine weiße Taube aus Raurikor. Gelsa, die Hüterin der Ratshalle schickte mir einen Brief und eine Probe von der zähen, wabernden, grünen Masse, namens Schlonze, damit ich sie untersuchen sollte. Die alte Zippe denkt wohl ich hab nichts besseres zu tun, als ihren Dreck fortzuschaffen. Ich muss mich schon um die kleinen Spinnen sorgen. Die Spinnen. Und die spinnt auch mit ihrer Schlonze.

Mal sehen, ob sie alles richtig gemacht hat (Ziemlich unleserlich geschrieben! R)

(Brief von Gelsa, Abschrift aus den Akten: R)

An die Twalibi:

Analyse der festen grünen Masse aus dem Grenzgebiet der Nantwiga

Die grüne Masse, die mir die echte Singa Natternbiss zur Untersuchung überließ, fand noch am Tag der Ratssitzung statt. Die Zeit blieb mir leider nicht, es sofort auf Papier zu bringen. Ich war tagelang damit beschäftigt Schutzrunen in die Türbalken, Fensterrahmen und Wände rund um die Ratshalle einzuritzen und die Fensterbretter und die Böden zu putzen! Außerdem hatte ich ein paar Proben gezogen und hatte die Untersuchungen fortgeführt und mehrmals wiederholt.

Nachdem meine alchemistischen Fähigkeiten nicht ganz so ausgeprägt sind und wir in der Küche der Ratshalle eigentlich auch nicht für solche Untersuchungen ausgestattet sind, haben wir versucht auf magischen Weg eine schnelle Untersuchung zu machen. Mit der Hilfe des Göttersprechers habe ich Folgendes herausgefunden:

Die feste grüne, in den tieferen Lagen ins bläulich übergehende Masse, die namentlich als Schlonze bezeichnete, ist leicht giftig. Sie streckte eine Ratte sofort nieder und als ich es später bei einem von den kranken Streunern versuchte, dauerte es schon ein Wenig länger, bis der räudige Hund zu seinen Ahnen geschickt wurde.

Die Schlonze ist kein Nährboden für irgendwas. Es wächst nichts darauf, auch wenn man versucht die Schlonze dazu zu zwingen.

Die Schlonze brennt nicht, auch wenn alles um sie herum brennt.

Die Schlonze schwimmt auf Wasser, löst sich aber mit der Zeit auf und infiziert das Wasser, so dass man von einer rasend schnellen Vermehrung der Schlonze reden kann, was auch
die Versiegung der Quellen erklärt. Nicht infizierte Quellen müssen vor der Schlonze auf jeden Fall geschützt werden. Eine kleine Menge, die von außen in eine Quelle gebracht werden würde, würde ausreichen, um sie versiegen zu lassen!

Die Schlonze darf auf keinen Fall erhitzt werden, weil sie sonst ein giftiges Gas freisetzt. Einige Tauben haben ihr Leben dabei gelassen, bis ich dies herausfand.

Wenn man mit der Schlonze arbeiten will, ist es auf jeden Fall unumgänglich, dass man geeignete Handschuhe und einen Mundschutz trägt. Die Schlonze sollte nicht ins Auge geraten und sollte auf jeden Fall nur von geeigneten Personen weiter untersucht werden.

Wichtig ist herauszufinden, wie und mit was man der Schlonze entgegenwirken kann und/oder wie man sie zerstören kann.

Deshalb schicke ich einige mit Runen versiegelte Proben mit der Abschrift dieses Briefes an die besten Alchemisten und Tilrun des Landes.

Gelsa

Hallgards Tochter

Hüterin der Halle

(Darunter und daneben geschrieben! R) Die Nantwigen wieder, haben auf ihre Quelle nicht aufgepasst und jetzt darf ich mich mit der giftigen Scheiße hier auseinandersetzen, jetzt wo mir die Smaragdspinnen für Gegengifte ausgehen. Werde alle Versuche wiederholen müssen…

Die Kräuter im Wald gedeihen prächtig, außerdem habe ich ein paar Smaragdspinnen gefangen. Mein Vorrat war fast alle, deshalb hab ich auch aufgehört an der Schlonze herumzuspielen. Ich habe ein trächtiges Weibchen gefunden und werde sie solange behalten, bis sie den Eiersack auf ihrem Rücken ausgebrütet hat und mir Epona zu Hilf, ganz viele kleine Smaragdspinnchen schenken wird.

Der Runfried war mal wieder da, wegen seinem Rücken, hat die Rune von der alten Zippe wohl nicht all zu lang gehalten. Was für ein Narr, jetzt sucht er nach einem, der ihm die Rune auf den Rücken sticht. Mit einer angespitzten Feder einer Krähe und ein bisschen Tinte kann ich das auch, und wenn er das Rauseitern überlebt, dann tut ihm sein Rücken bestimmt auch schon nicht mehr weh. Ich könnte ihm auch den kleinen Zeh amputierten, dass würde den Schmerz auch vom Rücken in den Zeh verlagern. Bloß am Ende fällt er wegen Gleichgewichtsstörungen noch vom Turm seiner Bretterwand. Aber das Amputat könnte ich halt hervorragend für meine Sammlung gebrauchen.

Rinelda hat mir beim Putzen meine Smaragdspinnenzucht durcheinander gebracht. Was hab ich nur verbrochen, dass das Kind mich so plagen muss. Heiraten tut sie auch nicht, stattdessen vergnügt sie sich mit den Männern in der Taverne und stellt mir Tagsüber mit Suppe hinterher. Wann schläft sie eigentlich und hoffentlich allein. Rosmerta was soll ich nur tun, mit dem Kind. Vielleicht will der Sohn von Dankrad sie ja ehelichen. Hm. Muss ihn mal fragen, wenn ich ihm die Rechnungen für die Heilkräuter bringe, die ich aus Südandryll bekommen habe. Keine Ahnung was ich mit dem Weihrauch anfangen soll. Nicht dass ich mir am Ende noch eine Wasserpfeife dazukaufen muss, damit das wirkt. Hm. Wäre zu überlegen, oder ich mische es mit dem Schnupfrupfen. Wo ist eigentlich mein Schnupfrupfen. Halt wer da. Diebstahl. Haltet den Dieb. Und dass er es nicht übertreibt mit dem Schnupfrupfen. Schnupfrupfen kann tödlich sein, wollte schon lange meinen Warnhinweis zum Thema: Die Gefahren durch übermäßigen Schnupfrupfkonsum.

Hab im Schatten meiner Lieblingsbirke Unmengen an Feenstern gefunden. Heute ist ein guter Tag.

Der Grimgarder Bürgermopp war auch ganz schön anstrengend, aber am Ende ist mein Schnupfrupfen mit samt Rupfen wieder aufgetaucht. Und Rinelda hat mich geschimpft, weil ich mein Zeug immer in der Taverne liegen lasse.

Ratet mal, musste 2 Napf voll Suppe essen. Asche auf mein Haupt. Und hab ich sie heute morgen so furchterbar ausgeschimpft, dabei ist sie mit ihrem Putzfimmel ein wahres Goldstück. Durch die Vermischung der alten Spinnen aus dem letzten Jahr und der neuen Spinnen aus diesem Jahr, habe ich herausgefunden, dass sich die Farbe der Spinnen verändert hatte. Ich untersuchte beide Spinnen. Die Alten und die Neuen. Die Düsteren von diesem Jahr und die Hellen aus dem letzten Jahr und bewahrte sie auch getrennt voneinander auf, weil die Neuen versucht haben die Alten zu fressen. Ich beobachtete sie in jedem freien Moment. Die Smaragdspinnen verhalten sich ganz anderes. Die neuen Düsteren scheinen aggressiver zu sein und auch ihr Gift ist aggressiver, fast wie Säure. Nicht so wie früher! Immerhin war das Gift der alten Smaragdspinne die Grundlage für viele Gegengifte.

Dazu braucht man auch noch Sonnentau.

Sonnentau

 Sonnentau Bleistift

Merkmale kleine gelbe Blüten,

Fundort am Rand von Lichtungen

Verwendung Bestandteil von Gegengiften

mit Kamille als Einlauf gegen Flotto

(Anmerkung von R: was auch immer Flotto ist!)

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 1

 Abschrift für die Akten

von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard -Teil 1

In einer Zeit in der das Leben immer schwerer zu werden scheint, und meine Gedanken immer weiter von meinem Geist driften, habe ich beschlossen alles aufzuschreiben, was ich weiß. Allen voran mein Wissen, um die Kräuter und meine Abneigung gegen Tränke. Wenn man die Wirkung doch auch in Schmalz rühren kann, warum dann einen übel schmeckenden Trank zubereiten, wenn man sich die Wirkung auch auf die Haut schmieren kann. Ich scheine auch irgendwie der Einzige zu sein, der so denkt oder so arbeite, aber meine Wundsalbe ist halt schon fast ein Bisschen berühmt.

Man nehme ein gute Grimgarder Schmalz und rühre Arnikablüten hinein. Das ist nicht nur die Grundlage für meine Wund- sondern auch für meine Wundbrandsalbe. Auf jeden Fall müssen die Blüten erst mal richtig gut durchziehen. Ich hab schon wieder rasende Kopfschmerzen. Ich werde mir ein Lavendelöl über den Schnupfrupfen träufeln, bevor ich ein kleines Nickerchen auf meinem Lavendelkissen mache.

Aber vom Schnupfrupfen muss ich noch erzählen. Ein Stück glühende Kohle so wie die Südandryller es auf ihre Wasserpfeife legen, dann legt man geharzten Kampfer drauf und wirft sich einen alten Rupfen über den Schädel. Tief einatmen! Dann läuft der Rotz! Und man schläft wie ein Säugling.

Gute Nacht, euer Lindrad

P.S. Mit wem Rede ich eigentlich.

Neuer Tag neues Glück! Ich muss heute nach meinen Smaragdspinnen sehen. Meine Hände zittern auch ganz schön, ein Spaziergang wird mir gut tun.

Schönen Tag auch, Lindrad.

Der Salbaderer ist wieder heimgekehrt mit vielen neuen und frischen Sachen im Gepäck. Ich habe zwei Krähen, zwei schwarze Krähen gesehen. Hm. Ob es ein Gutes oder ein schlechtes Omen ist, vermag ich noch nicht zu sagen. Schon wieder ein Grimgarder Bürgermopp, wegen nichts und wieder nichts. Wenn sie noch eine Runde durchs Dorf machen, werde ich wohl auch mitgehen.

Lindrad der Salbaderer von Grimgard.

Ich muss schon sagen, so ein Grimgarder Bürgermopp erhellt das Gemüt und macht frisch, fromm, fröhlich und frei. Rosmerta zur Ehre! Es ist an der Zeit, dass ich meine Kräuter trockne, die ich aus dem Wald mitgebracht habe.

Außerdem wollte ich aus Moos noch eine Salbe machen gegen Falten. Da sind die Weiber ganz scharf drauf. Als ob es irgendwas bringen würde, sich grüne Pampe ins Gesicht zu schmieren.

Zumindest bekommt man keinen Sonnenbrand davon. Natürlich nur wenn man Frau es sich traut, mit der Paste im Gesicht vor die Tür zu gehen.

Ein Bisschen ein Geschäftsmann bin ich ja auch. Und Selbstheilung ist ein wichtiger Aspekt in der Salbaderei. Aber nicht, dass ich je vorgehabt hätte in diesen bescheuerten Handelsrat einzusteigen. Als Salbaderer nehm ich mir die Freiheit mich nicht an fette Pfeffersäcke zu binden. Kaufen sie doch alle bei mir ein. Ich muss schon aufpassen, dass man mir nicht ansieht, was für eine Freude mir meine Berufung macht.

Der Runfried war schon wieder da, mit seinem Rücken. Ohne kann er ja schlecht kommen. Kleiner Scherz am Rande. Er hat sich bei dem Untotenangriff schon ganz schön verletzt, als er über seine eigene Arbeit gestolpert ist. So ein Depp. Er ist schon ein hervorragender Handwerker, nur mit Stress und Druck kommt er halt nicht klar.

Naja, die Salbe will er nicht haben, weil er nicht an die Stelle kommt um sich einzuschmieren. Wird echt Zeit, dass er sich mal eine Frau zulegt. Jetzt muss ich ihm doch tatsächlich einen Trank machen.

Und ich sagte ihm noch, so nimmt dich keine Frau, wenn du die halbe Nacht auf der Palisade verbringst. Er sagt immer er wäre mit der Bretterwand verheiratet.

Der Frühling ist ganz schön seltsam, erst will der Winter nicht gehen und dann ist es ziemlich warm für den Frühling.

Der Runfried war in Raurikor und hat uns viel Geschichten mitgebracht. Er hat mitgeholfen die Ratshalle wieder aufzubauen. Er meinte noch, dass sie Gelsa, die alte Zippe von der Ratshalle, ihm eine Rune auf den Rücken gemalt hat. Jetzt würde er sich nicht mehr waschen, weil es ihm echt prächtig geht. Angeblich sind alle Druiden des Landes gekommen, um die neue Halle zu weihen, auf dass sie so schnell keiner mehr abfackelt. Sollen die Götter uns gnädig sein, dass das auch wirklich nicht mehr passiert.

Meine Tochter Rinelda zwingt mich täglich meine Suppe zu essen. Ich glaub sie will mich ernsthaft bemuttern, irgendwas hab ich wohl wieder falsch verstanden.

Nun will ich aber zu dem zurück kehren, warum ich anfing meine Gedanken aufzuschreiben. Ich sehe die Zeichen, bevor manch andere sie deuten mögen. Und ich muss mich sputen, denn meine Gedanken sind so durcheinander, ich kann kaum einen klaren Gedanken fassen.

Es begann damit, in den Sümpfen der Nantwigen, wo eine von den Weibern bemerkte, dass die Heilkräuter an Wirkung verloren. Was mehr oder weniger damit abgetan wurde, dass man Frau ja die doppelte Menge an Heilkräutern verwenden musste, damit die gewollte Wirkung eintrat. Damit gab ich mich nicht zufrieden. Im Winter, der jetzt doch ein wenig länger gedauert hat, als vermutete, habe ich all meine Kräuter untersucht und katalogisiert.

 Eichen sollst du weichen. Birken sollen wirken.

 Feenstern

Feenstern Bleistift

Merkmale Weiße Blüte,

Fundort (Versteckter Hinweis: Bei Birken! R) an schattigen Stellen

Verwendung für Heiltränke und Salben

(Versteckter Hinweis: + Moos! R)

Ich will euch nicht weiter mit Kleinigkeiten aufhalten, es gibt noch viel zu tun.

Ich konnte den Frühling kaum erwarten, der wie gesagt auf sich warten lies. Ich trug alle Samen in den Wald und legte versteckte Beete an besonderen Orten an, um dann sehnsüchtig drauf zu warten, dass die Knospen sprossen. Währenddessen ich wartete lies ich mir aus allen Herren Länder Kräuter kommen, die eine heilende Wirkung versprachen. Die Rechnungen jubelte ich Dankrad unter. Ich bin schon ein schlauer Fuchs.

Lange genug musste ich warten bis die Lichtfee auf den Händen des Frostbolds befreit wurde, aber der Frühling kam dann aber wie mit einem Donnerschlag. Die Sprossen knospen wie auf Befehl und ich konnte keine Unregelmäßigkeiten feststellen, die Kräuter um Grimgard sind sicher.

Nur muss ich sagen, sind die Smaragdspinnen dieses Jahr nicht so triebsam wie sonst, während alle anderen Spinnen sich über die Maßen vermehrten, scheint es so, als würden die kleinen Smaragspinnen auf der Strecke bleiben. Wo wir doch ihr Gift für alle Arten von Gegengiften so dringend benötigen. Ich muss mir überlegen, was nun zu tun ist.

Der Lindrad

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Feuer, Tod und Leid über Grimgard

Feuer, Tod und Leid über Grimgard

LuchssIch war am Waldrand unterwegs, um Blumen für den Eponaschrein zu pflücken und da sah ich eine weiße Gestalt zwischen den Bäumen stehen. Ich erschrak, ging aber doch wie gebannt drauf zu. Im ersten Augenblick dachte ich, dass es Helena war. Mein Herz sprang mir fast bis zum Hals. Doch um so weiter mich die weiße Gestalt in den Wald führte, um so mulmiger wurde es mir.

Als ich das Heulen der Wölfe hörte, wurde mir gewahr, wie weit ich schon in den Wald vorgedrungen war. Im Schatten der Wolfsbuche sah ich die weiße Gestalt verschwinden. Und ein bedrohliches Knurren kam von allen Seiten. Die Wölfe.

Ich stolperte rückwärts und fiel über eine Wurzel. Beim Sturz muss ich auf einen Wolf gefallen sein, ich konnte ihn unter mir winseln hören. Er war wohl darüber mehr erstaunt, als ich, weil er mich nicht angriff. Ich bin eine wohl zu leichte Beute. Ein anderer Wolf witterte aber seine Chance und sprang mich an und krallte sich in mein Bein. Ich konnte ihm gerade noch meinen Ellbogen bis zum Anschlag in den Rachen stopfen, was für ein Glück. Er hätte mir wahrscheinlich den Arm abgebissen, wenn ich mich nicht mit meinem ganzen Gewicht in sein offenen Maul gestürzt hätte.

Trotz meiner Gegenwehr sah ich schon mein kurzes Leben an mir vorbei ziehen, als ich ein jämmerliches Jaulen vernahm, dass von der Wolfsbuche herrührte. Ein weißer Fuchs trat in den Mondschein, der durch eine Lücke im Blätterdach schien. Er heulte so herzzerreißend, dass mir auch zum Heulen zu mute war.

Die Wölfe wurden auf den weißen Fuchs aufmerksam und ließen seltsamer Weise von mir ab, ich kroch erst rücklings und dann lief ich im wahrsten Sinne des Wortes um mein Leben.

Der weiße Fuchs hatte in seiner Trauer mir das Leben gerettet. Ehe ich mich wieder versah, war ich durch den ganzen Wald zurück nach Grimgard gelaufen. Ich hörte aufgeregte Rufe und Schreie. Kampfeslärm und dann konnte ich den Rauch riechen. Es war ein riesiges Loch in der Palisade und dahinter brannte es wieder.

Ich hörte ein Knacken hinter mir und eine bleiche Hand packte mich. Ich fuhr schreiend herum und wehrte mich gegen den Angreifer. Ich blickte in ein verschrockenes Gesicht, das teilweise von einer Maske verdeckt war. Im Schein des Feuers funkelte die Maske kupfern. Er hatte einen Bogen in der Hand und legte fast schon genüsslich einen Pfeil auf.

Seine schneeweißen Haare standen ihm wild vom Kopf weg, seine bleichen Augen starrten mich wütend und als ich ihm eine pfefferte, flog er ein ganzes Stück und landete gegen einen Baum. Es muss ein Widukin sein! Ich riskierte nochmal einen Blick. Er hatte seine Maske verloren. Wütend rappelte er sich auf, packte seinen Bogen erneut, er fauchte mich noch wütender an und seine Augen waren nun alles andere als bleich. Seine Augen wurden gelb, ich fing wieder an zu schreien und lief so schnell mich meine Beine trugen auf die schützende Palisade zu. Pfeile pfiffen an meinem Kopf vorbei und blieben zitternd in dem Holz der Palisade stecken. Mit einem beherzten Sprung durch das Loch in der Palisade landete ich direkt auf Rundfried, der mich verwundert anstarrte.

‚Ich hab in die gelben Augen des Widukin-Jungen gesehen!‘ keuchte ich und blickte auf. Ich sah die Taverne in Flammen stehen.

Stolpernd versuchte ich mich aufzurappeln und humpelte Richtung Taverne. Die Grimgarder hatten einen Löschmopp organisiert. Sogar der Notker und seine Töchter halfen mit. Hatten wir doch auch alle bei der Bäckerei geholfen, als die brannte.

Wie von Sinnen lief ich in die Taverne. Ich stolperte über die Anschlagtafel, die jemand umgerissen hatte und viel quasi durch die Tür ins Innere der Taverne. Es stand alles in Flammen. Ich kroch hinüber zum Brief des Liebes-Fischers und riss den Rahmen von der Wand. Dann konnte ich nur noch den Rauch und das Feuer in meinen Lungen spüren und sackte auf den Boden zurück.

Irgend Einer rief: ‚Nein, Nurmi! Wir müssen hier raus, die Decke stürzt gleich ein!‘

Dann wurde ich gepackt, nach oben gezogen und mitgeschleift. Hinter mir konnte ich die Dachbalken krachen hören. Meine Sinne schwanden wieder und ich kam erst wieder zu mir, als die frische Luft draußen mich halb erschlug.

Mein Körper wurde festgehalten und an einen verschwitzten, starken Körper gedrückt. Mir schwanden wieder die Sinne.

‚Die Taverne ist zusammengebrochen!‘ hörte ich jemanden rufen. Erst jetzt wurde mir gewahr, dass ich den Rahmen mit dem Liebesbrief immer noch umklammerte. Und da kam mir der Geruch wieder in den Sinn, er war Ainar der mich gerettet hatte. Er hatte mich aus den Flammen gezogen und ins Freie gerettet. Und nun trug er mich mit seinen starken Armen zum Eponaschrein, wo meine Schwester ein notdürftiges Lazarett eingerichtet hatte.

Dort lies er mich in der Obhut meiner Schwester, die sich liebevoll um meine Wunden kümmerte. Auch Blitgard war mit den Kindern hier. Später kam Rindela und lies sich erschöpft neben mich auf den Boden fallen. In ihrer Tasche klimperte es und sie klammerte sich wie besessen an ihre Tasche.

‚Er hat mir noch die Kasse und die seine Unterlagen in die Hand gedrückt und mich rausgeschickt. Die Taverne ist eingestürzt und der Nurmi war noch drinnen. Wir konnten ihn nicht mehr rausholen.‘  flüsterte sie und starrte dabei in die Nacht hinein.

Die ganze Nacht lang versuchten die Bürger von Grimgard das Feuer zu löschen. Und jetzt wo meine Schwester diese Zeilen für mich niederschreibt, steigt immer noch der Qualm auf.

Diesmal ist es Rindelda ihr Klagelied, dass durch die Gassen Grimgards klang und jeder der noch einen Quäntchen Atem übrig hatte, stimmte ein. So haben wird in einer Nacht nicht nur unseren Wirt, sondern auch unser Heim und unsere Anstellung verloren. Oda und Andas wurden von den Angreifern verschleppt.

Aber wir haben unseren Glauben nicht verloren. Die Sonne geht auf über Grimgard. Und im Morgengrauen wurde ein Fohlen geboren. Epona schenkt uns seinen Segen. Obwohl es ein Weibchen ist, will Ainar sie Nurmi nennen.

Warum nicht, ich heiße doch auch

Börte

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Augenzeugenbericht von der Mordnacht in Grimgard

Augenzeugenbericht von der Mordnacht in Grimgard

LuchssAls ich an besagten Abend zu Bette ging, war alles so wie es immer war in Grimgard. Obwohl in der Hag Raurik der Krieg zu toben schien, war es in Grimgard in den letzten Tagen ziemlich ruhig geworden. Nur die Schankmaiden zettelten jeden Tag einen Grimgarder Bürgermopp an, meist ging es dabei um die verschwundene Schankmaid Helena, die wir bisher immer noch nicht wieder finden konnten, genau so wie der sogenannte Liebes-Fischer zu Grimgard.

Die Gerüchte im Dorf besagen mittlerweile, dass sich die beiden zusammen aus dem Staub gemacht haben und sich über die Berge nach Crush Alba aufgemacht haben. Ich bete täglich zu den Göttern, dass ihnen kein Leid geschehen ist.

Nun zu den schrecklichen Ereignissen, die sich nach der Sommersonnenwende zugetragen haben. Leider konnte ich die Ereignisse jetzt erst zu Papier bringen, so konnte ich in den letzten Tagen keinen klaren Gedanken fassen, es sitzt der Schock immer noch tief in mir und die Trauer in meinem Herzen, so dass ich es kaum in Wort zu fassen vermag, was sich in dieser Nacht zugetragen hatte.

Ich fuhr aus tiefen Schlaf hoch, weil ich wohl ein Geräusch gehört hatte. Ein Poltern im Laden lies mich vollends wach werden und ich stolperte mit meiner Hose kämpfend die Treppen nach unten. Ich trat in etwas kaltes Nasses, stolperte über etwas und kam zu Fall. Ich muss für einen Moment bewusstlos gewesen sein, da ich erst wieder Wach wurde, als ich das Geschrei von draußen hörte. Ich stürzte nach draußen und sah, dass die Bäckerei des Notker in Flammen stand.

Ich wurde von Erkmar, dem Obst- und Gemüsehändler, abgefangen, als ich aus dem Haus stürmen wollte. So wie es scheint, war ich Blutüberströmt. Erst als wir beide den Laden meines Vaters zurück liefen, saßen wir den toten Körper meines Vaters Dankrad in seinem eigenen Blut lieben. Ich muss im Dunkeln über ihn gestolpert sein.

Aufgrund des ansteigenden Tumults rannten wir aber dann doch nach draußen, wo mir schon der wutentbrannte Notker entgegenlief. Der allen Ernstes behauptete, dass mein Vater seine Bäckerei angezündet hätte und sein Backbuch entwendet hätte.

Doch dies kann doch wohl kaum möglich sein, da sein Blut schon erkaltet war, als ich über ihn stolperte.

Da stellt sich mir doch die Frage, wer meinen Vater, Dankrad auf den Gewissen hatte. Weil die klaffende Schnittwunde an seiner Kehle wird er sich wohl kaum selber zugezogen haben, vor allem wenn die Schnittrichtung nach hinten verläuft und keine Zögerungsschnitte zu sehen waren. Die Mordwaffe, die aller Wahrscheinlichkeit eine Rasierklinge war, ist nicht auffindbar gewesen. Aber es wurde ein Schuhabdruck unterhalb eines offenen Fensters sichergestellt. Was uns bei einer genaueren Untersuchung des Leichnams und des Tatortes am nächsten Morgen auffiel.

Mit dem heutigen Tage trete ich mein Erbe an und nehme die Arbeit als kommissarischer Handelsratsvorsitzender zu Grimgard auf. Ich will nicht eher ruhen, bis sich alle Ungereimtheiten aufgeklärt haben.

Gez. Rutger, Sohn des Verstorbenen Dankrad, kommissarischer Handelsratsvorsitzender zu Grimgard

Abschrift für die Akten gefertigt.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Am Morgen nach dem Brand…

Am Morgen nach dem Brand…

LuchssAm Morgen nach dem Brand kam eine junge Frau nach Grimgard. Sie hatte zwei Kinder dabei, einen Buben und ein Mädchen, und ging in die Taverne, obwohl sie die leichte Unruhe im Dorf und den Brandgeruch bemerkt hatte:

‚Seit gegrüßt, ich bin Blitgard und ich suche Arbeit!‘ rief die Frau und schob ihre Kinder in den Schankraum. Sie zog ihnen die Mützen vom Kopf, nahm den Zipfel ihrer Schürze, feuchtete ihn mit der Zunge an und putzte dem Jungen das verschmierte Gesicht, der daraufhin zu maulen begann.

Rinelda schaute von hinter der Theke auf und nuschelte: ‚Was kannst du denn?‘

‚Ich kann kochen, putzen und hab bei uns am Hof sämtliche Kinder auf die Welt gebracht.‘ rief die Frau.

‚Ach eine Hebamme?!‘ meinte Rinelda und kam um die Theke herumgelaufen.

‚So ähnlich!‘

‚Was treibt dich grad heut nach Grimgard.‘ rief Rinelda und streckte ihr die Hand hin. ‚Ich bin Rinelda.‘

‚Nachdem mein Mann letztes Jahr sein Leben vor den Toren hier ließ, wollte ich ja eigentlich nicht hier her kommen. Aber gestern hat mir ein großes Feuer den Weg gewiesen.‘

‚Der Wirt ist grad nicht da, aber ich kann dir sagen, dass uns eine Schankmaid abgehauen ist und ich denke mit 400 Kupfer im Jahr würde er dich schon einstellen.‘

‚Ich hab aber keine Unterkunft!‘ rief die Frau etwas beschämt.

‚Du bist eingestellt und ein Zimmer haben wir auch!‘ rief der Wirt, der gerade mit einem Bierfass hereinkam.

‚Ihr seid eine Hebamme? Sehr gut, habt ihr schon mal einen Bauch aufschneiden müssen?‘ rief Lindrad, der wohl am Fenster gelauscht hatte und nun hereingestürmt kam und die Frau an der Hand packte. Rinelda bemerkte, wie wir flink und behände er zu Werke ging und zog zornig eine Augenbraue hoch und flüsterte dann in sich hinein: ‚Morgens nicht aus dem Bett wollen, nie ein Wort verstehen und dann belauscht er uns und versteht doch jedes Wort!‘

‚Ja, bei der Zenzi, aber..!‘ rief Blitgrad aufgeregt und versuchte sich gegen den alten Mann zu wehren, der sie einfach mit sich zu schleifen versuchte.

‚Dann kommt mit, ich werde die Leichenschau bestimmt nicht alleine machen!‘

‚Ja, aber was ist mit den Kindern?‘ fragte Blitgard verdutzt.

‚Um die kümmere ich mich schon, wie heißt ihr denn? Soll ich euch euer neues Zuhause zeigen?‘ fragte Rinelda.

‚Ich bin die Hella und mein Bruder heißt Leif!‘ rief das Mädchen ängstlich, die ihren Bruder an der Hand hielt.

‚Na dann kommt mal mit. Ihr habt doch bestimmt Hunger, oder?‘

~*~

‚Was ist denn hier eigentlich los und wer seid ihr denn eigentlich?‘ schrie die Frau dem alten Mann ins Ohr, während er sie über die Straßen zerrte.

‚Ähm, ich bin der Heiler und Salbaderer hier und gestern Nacht ist jemand ums Leben gebracht worden!‘ flüsterte der alte Mann und tat dabei ziemlich geheimnistuerisch.

‚Ich dachte es hat gebrannt?‘

‚Ja, ein hübsches Feuerchen, aber das hat mit dem Toten glaub ich nichts zu tun.‘ meinte der alte Mann und zerrte sie in den Laden des Fellhändlers Dankrad. So stand es zumindest auf dem Schild.

Drinnen im Laden saß ein junger Mann auf dem Boden und wippte apathisch hin und her. Er schien außerdem zu beten.

‚Rutger, was sitzt du denn auf dem Boden?‘

‚Ich hab alles so gelassen wir ich es vorfand.‘ meinte der junge Mann und blickte erst nach einem viel zu langem Moment auf. Sein Gesicht war von Ruß geschwärzt, er hatte nur eine Hose an und seine Brust war voll Blut. Er hatte geweint, denn die Tränen hatten saubere Streifen in seinem Gesicht hinterlassen.

‚Wir würden dann anfangen, Rutger!‘

‚Ja, bitte!‘ meinte Rutger abwesend, stand auf und machte den beiden Platz. Er musste seine eigenen Hände festhalten, weil sie so zitterten. Erst jetzt sah Blitgard die Leiche die am Boden lag und erstarrte.

‚Also, ich sehe blutige Fußabdrücke auf dem Boden, die von der Leiche weg und nach draußen führen!‘ meinte der Alte und stellte sich neben Rutger. ‚Die genauso klein sind, wie die von Rutger.‘ Der alte Lindrad hatte ein Buch aus seinem Mantel gezaubert und machte sich mit einem Kohlestift Notizen. ‚Der Tote liegt auf dem Bauch, in seinem Blut, mit dem Kopf Richtung Tür. Hinter der Leiche sind keine Blutspuren. Der Tote scheint Dankrad zu sein und er trägt noch seine sauberen Hausschuhe. Die schlammigen Trippen stehen vor der Tür.‘

‚Ja, neben meinen dreckigen Stiefeln!‘ meinte Rutger und war nun wieder hellwach und ganz da.

‚Die Arme des Toten liegen nah am Körper. Keine Abwehrbewegung ersichtlich. Er scheint schon tot oder bewusstlos gewesen zu sein, als der Körper zu Boden fiel. Es sind keine Spuren eines Kampfes zu sehen. Blitgard, hilf mir mal ihn umzudrehen!‘ meinte der Alte und in dem Moment, als er mit ihr gesprochen hatte, löste sie sich aus ihrer Starre und kam ihm zur Hilfe. Sie drehten gemeinsam den Leichnam um.

‚Das Blut auf dem Boden scheint aus der Halswunde ausgetreten zu sein, die der Verstorbene sich wohl nicht selbst zugefügt hat.‘ meinte Lindrad, als er den Toten eingehender untersuchte. Rutger hingegen stolperte rücklings durch den Laden und wurde dann von einem Wandregal aufgehalten, in dem er sich niederließ. Blitgard blickte ihn kurz an, wurde dann aber von einer Dame abgelenkt, die in der Tür stand.

‚Mein Vater schläft jetzt, kann ich was helfen.‘ fragte sie.

‚Ah, Asbirg. Kannst du dich um Rutger kümmern? Aber mach ihn noch nicht sauber!‘ rief der Alte, während er den Schnitt am Hals des Toten untersuchte.

‚Der Schnitt zieht sich von der rechten Seite des Halses bis fast bis zum linken Ohr. Schnittrichtung läuft nach hinten. Eine scharfe Klinge, wahrscheinlich eine Rasierklinge. Es sind keine Zögerungsschnitte vorhanden! Der Täter führte die Klinge mit der linken Hand mit aller Wahrscheinlichkeit von hinten und er muss größer sein, als der Tote. Von der Tatwaffe fehlt jede Spur.‘ rief der alte Mann, sprang auf und lief zu Rutger hinüber.

‚Die Tür war von innen verschlossen?‘

‚Ja!‘

‚Und es scheint nicht eingebrochen worden zu sein?‘

‚Ähm, Werter Lindrad, das Fenster hier drüben ist nur angelehnt, hier sind ein paar Blutstropfen und draußen sind Fußabdrücke.‘ rief Blitgard, die sich vorsichtig aus dem Fenster beugte.

Lindrad kam zu ihr rüber und blickte durchs Fenster nach draußen, dann blickte er wieder in den Raum. ‚Mord! Und nicht, dass ich Rutger je verdächtigt hätte, aber seine Füße sind zu klein, um für die Schuhdrücke da draußen verantwortlich zu sein.‘ meinte Lindrad, lief wieder zu Rutger hinüber und blickte auf seine Arme. ‚Außerdem ist er zu klein, um seinem Vater von hinten über die Schulter zu fassen und es befinden sich keine Blutspritzer auf seinen Händen und Armen. Die Blutspuren sind auf den Sturz zurückzuführen, als er gestern Nacht über den Leichnam seines Vaters stolperte.‘

Lindrad klappte das Buch zu und griff Rutger an die Schulter. ‚Du kannst dich waschen und wir waschen den Körper deines Vaters.‘

‚Ja, nein. Danke. Ich würde ihn gerne selbst…!‘ seine Stimme brach und er musste schwer schlucken, bevor er fortfahren konnte. ‚Die Ehre will ich ihm erweisen. Habt Dank!‘

‚Mein Beileid!‘ flüsterte Blitgard und ging langsam zur Tür. Lindrad nickte Asbirg zu und lief geduckt zur Tür. Draußen konnte man ihn laut mit Blitgard reden hören. ‚Wir müssen noch den Schuhabdruck genauer in Augenschein nehmen.‘

~*~

An diesem Abend konnte man wieder den Klagegesang der Eponapriesterin hören, wie sich die trauernden Klänge langsam durch die Gassen Grimgards ergossen. Der Körper des Dankrad wurde den Flammen übergeben. Und so zog der Rauch gen Himmel. Es begann zu regnen, selbst die Götter schienen über den Tod des Fellhändlers zu weinen.

~*~

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 4

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 4

tafelZur Mittagsstunde kamen die drei Mannen der Grimgarder Bürgerwehr wieder zurück in die große Stadt und brachten reichlich Fisch.
An der Taverne wurde sogleich ein Schild angebracht:
Heute frischer Fisch gebraten
und am Steckerl!

Aber vom Fischer weiter keine Spur.

~*~

Eines Morgens in aller Frühe kam Helena zum Dienst. Sie hatte sich eine Decke über die Schultern gezogen, es war heute Nacht richtig kalt gewesen. Die kleinen Pfützen auf der Straße waren gefroren und dabei war es ja schon fast Sommer. Das Beltanefest war schon eine halbe Ewigkeit vorbei und sie hatten schon wieder Bodenfrost. Irgendwas ist doch  faul in der Hag Raurik, langsam glaubte auch sie, dass ihnen ein großes Unheil bevorstehen würde. Alle Mann sprachen vom Krieg. Gänsehaut lief ihr über den Rücken und man konnte ihren Atmen sehen, wie er in der Luft gefror. Sie rieb sich die Nase, weil sie konnte es kaum fassen, sie konnte Schnee riechen.

Sie betrat die Taverne und ihr Blick blieb auf dem Rahmen hängen, den Börte aufgehängt hatte. Sie hatte den Liebesbrief des irrsinnigen Fischer rahmen lassen und in der Taverne aufgehängt, darunter war ein ziemlich schlecht gemaltes Bild von ihm und mit einer krakeligen Kinderschrift stand drunter: ‚Wehr kehnt diisen Mahn? Wehr haht ihn gesähn?‘

Eigentlich sollte Einer ihr mal das Schreiben beibringen. Das ist ja wirklich peinlich!
Kurzerhand nahm sie einen Kohlestift und strich die Wörter durch und schrieb drunter: ‚Wer kennt diesen Mann? Wer hat ihn gesehen? Finderlohn bei Wiederbeschaffung des Fischers!‘

Dann verschönerte sie das Bild bis es ihm auch ähnlich sah. Als sie sich wieder abwenden wollte, blieb ihr Blick nochmal auf dem Brief hängen. Sie konnte ihn mittlerweile fast auswendig, weil Rinelda ständig daraus zitierte, um Börte das Lesen und Schreiben beizubringen. Was für eine faule Ausrede.

Sie lass die ersten Zeilen und plötzlich stieg die Schamesröte in ihr auf, obwohl man ihren Atmen hätte sehen können, wurde ihr ziemlich heiß.

Ob es nun das schlechte Gewissen war, oder die Leidenschaft, die in ihr aufstieg…

Sie schnappte sich eine Kreide und schrieb auf die große Tafel:

Ich kündige und suche den Fischer.

Drunter schrieb sie:

Der Frostbold ist mit der Spinnenfee im Bunde!

Helena

Dann verschwand sie, aber nachdem noch keiner wach war, sah niemand wie sie im Wald verschwand.

~*~

Etwas Später in Grimgard:
Börte war außer sich, als sie versuchte die Worte zu lesen, die auf der Tafel standen. Sie stürzte nach draußen und schrie. ‚Helena ist fort! Hilfe!‘
Die Leute auf der Straße blickten sie an, als wäre sie von Sinnen. Vor der Taverne brach sie allerdings zusammen und stürzte in den Matsch, der mittlerweile wieder aufgetaut war und fing schrecklich zu weinen an.
Asbirg kam gerade vom Eponaschrein und lief ihr entgegen, als Rinelda ebenfalls aus der Taverne lief. ‚Der Frostbold ist mit der Spinnenfee im Bunde?‘
Alle Leute schüttelten den Kopf und gingen weiter. Da schickte sich eine kleine Schneeflocke an aus dem Himmel zu purzeln, dann eine Zweite und eine Dritte. Es dauerte nicht lange, dann war ganz Grimgard mit einer feinen Schneeschicht überzogen.
Der Grimgarder Bürgermopp der auf den Schneefall folgte, war diesmal in Decken gehüllt und hatte Mützen, Schal und Handschuhe an.
‚Der Winter wird kommen!‘
‚Der Frostbold ist mit der Spinnenfee im Bunde!‘
‚Und wer sucht nun die Helena!‘
‚Nicht noch so einen Winter!‘
‚Ich brauch eine neue Schankmaid, wenn Helena von den Wölfen gefressen wird!‘

Aber irgendwie war allen zu kalt und der Grimgarder Bürgermopp löste sich genauso schnell auf, wie er gekommen war. Etwas später konnte man die Grimgarder Bürgerwehr beobachten, wie sie wieder in den Wald liefen.

~*~

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 3

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 3

tafelAm nächsten Morgen, fand man Asbirg vor ihrem Schrein schlafend vor, noch bevor die Grimgarder Bürgerwehr völlig abgekämpft wieder in Grimgard an kamen und berichteten, dass sie den Fischer, auch nach ausgiebigen suchen, nicht gefunden hätten.

Etwas später hätte man wieder ein Gespräch in der Taverne belauschen können, wenn man neugierig wäre.

‚Börte, kannst du mal aufhören zu heulen, man könnte ja glatt denken, dass du was mit dem Fischer hattest.‘ rief Rinelda und lachte laut.

‚So Einer kommt mir nicht ins Haus!‘ rief Asbirg im Halbschlaf. Sie lag mehr auf einer Bank, als dass sie saß und döste vor sich hin. Vor ihr lag Papier, Tinte und eine Feder.

Helena hatte zwar ihren freien Tag, hatte aber doch die Gesellschaft in der Taverne vorgezogen, weil sie dort von dem Gespött und den lästerlichen Blicken der Leute einigermaßen in Sicherheit war. Schlecht gelaunt war sie ohnehin, also saß sie in einer Ecke und schmollte.

‚Die ganze Affäre um den Liebes-Fischer ist fei ganz schön geschäftsschädigend!‘ meinte der Wirt.

‚Wie meinst jetzt des?‘ fragte Rinelda.

‚Börte heult seither Tag ein Tag aus. Da wird einem ja das Bier schal!‘ meckerte Nurmi.

‚Aber sie zahlen alle sofort, weil sie niemanden mehr anschreiben lässt!‘ bemerkte Rinelda.

‚Man kann ja nicht sagen, ob sie am nächsten Tag noch leben!‘ heulte Börte und schnäuzte lauthals in ihr Taschentuch.

‚Und die Helena pöbelt den ganzen Tag die Gäste an, selbst wenn sie ihren freien Tag hat!‘ motzte der Wirt weiter.

‚Ham ma net!‘ rief Helena ganz automatisch.

‚Da hörst es ja, ich bin ruiniert.‘ jammerte der Wirt.

Plötzlich hörte man das Kratzen einer Feder über schlechtes Papier. ‚Die Einzige, die hier ruiniert ist, bin ja wohl ich, zwangsverlobt, entehrt, verleumdet, gekündigt, arbeitslos und dann wurde auch noch mein Allerheiligstes geschändet.‘ meckerte Asbirg.

‚Ach, ist mein Angebot nicht gut genug? 400 Kupfer im Jahr sind eine hübsche Stange Geld und die Trinkgelder dürft ihr alle behalten! Ihr bekommt an jedem Arbeitstag ein Kupfer und an guten Tagen auch mal zwei, mehr kann ich mir beim besten Willen nicht leisten, wenn ihr weiter meine Gäste vergrault.‘ rief der Wirt aufgebracht und blickte Asbirg wütend an. ‚Und ich dulde deine Bäckerei zum Eigenbedarf und verlange noch nicht mal Untermiete!‘

‚Ist ja nicht so, als ob es nicht von nutzen wäre, dass wir unser Brot jetzt wieder selber backen!‘ meinte Asbirg unwirsch, stand auf und ging mit einem beschriebenen Zettel nach draußen.

‚Bei den Preisen heut zu Tage, werden wir irgendwann anfangen müssen unsere Körper zu verkaufen!‘ bemerkte Rinelda fast beiläufig und folgte Asbirg nach draußen.

Ab dem Zeitpunkt hing an der Tafel vor der Taverne etwas Neues zu lesen:

Der Eponaschrein zu Grimgard nimmt großzügig Spenden entgegen
zur Wiederherstellung der alten Pracht.
Geld und Sachspenden bitte in der Taverne abgeben.
Asbirg

Ergebene Eponas

~*~
Der Wirt vom Roten Keiler wischte den gebratenen Fisch von der Tafel und schon tat sich der Grimgarder Bürgermopp auf.
‚Wir wollen Fisch!‘
‚Gebraten soll er sein!‘
‚Am Steckerl!‘
‚Steckerlfisch! Steckerlfisch! Wir wolln Steckerlfisch!‘
‚Wir wollen unsere Fischer wieder haben!‘
‚Ich will auch so einen Liebesbrief!‘
Als der Grimgader Bürgermopp mit Haken und Forken vor der Ratshalle angelangt war, trat Dankrad vor die Tür. ‚Der Handelsrat hat sich entschieden die Grimgarder Bürgerwehr nochmals auszuschicken, um bei der Fischerhütte nach dem Rechten zu sehen! Oder will Einer hier unsere Bürgerwehr begleiten, wenn sie den Umweg über die Wolfsbuche gehen, um nach dem Rechten zu sehen. Oder sehe ich das Anders?‘

Der Bürgermopp löste sich blitzschnell auf, nur die drei Mannen der Grimgarder Bürgerwehr blieben vor der Halle stehen und taten so, als wären sie beim Bürgermopp nicht dabei gewesen. Andas, erste der ungleichen Zwillinge, tippte den großen Oda an und meinte: ‚Da fühlt sich Ainar immer angesprochen!‘ Alle drei lachten etwas dümmlich.
‚Ainar, Oda, Andas, habt ihr mich nicht gehört, auf zur Fischerhütte und holt auch gleich die Netze ein und bringt die Fische zu Nurmi. Und vorher lauft ihr nochmal zur Wolfsbuche und findet dieses Fischer!‘ rief Dankrad reichlich ungehalten und verschwand wieder in der Halle.

~*~

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.
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