Richtfest zu Raurikor

Richtfest zu Raurikor
Rauriker-Loewe_kleinDer letzte Balken wurde in den Dachstuhl eingefügt und ein paar junge Recken kletterten auf den obersten Balken umher und hämmerte die letzten Splinte fest ins Holz und dann zogen sie eine junge Tanne hinauf, die mit Mistelzweigen und Früchten geschmückt war. Unten saßen die Frauen und flochten die Bündel für das Dach und sangen dabei ihre Gebete und baten die Götter um Segen und Schutz für die neue Ratshalle. Das Schilf schnitt in unsere Finger und so ließen die Frauen an diesem Tag ihr Blut für das Dach, so wie die Männer ihren Schweiß und der Baumeister seine Seele für diese Halle ließ. Wir konnten auf die Schnelle nicht genug Schindeln fürs das Dach schnitzen lassen, so dass wir uns vorübergehend mit Winterschilf aus den Sümpfen der Nantwiga begnügen mussten. Nach und nach würde das Dach dann nachgebessert werden. Ich hoffe das wird dann bald geschehen, weil das kann ich unschwer alles alleine sauber halten, wenn das brüchige Winterschilf mir bei jedem Lufthauch die ganze Halle voll saut und vor allem, wie peinlich ist es denn, wenn den Ratsleuten der Dreck ins Essen fällt oder gar ins gute Bier.
So leistete jeder seinen Beitrag an diesem Tag und der Baumeister war mit dem ehrwürdigen Druiden Celteall am Tuscheln. Der Baumeister hatte große Bedenken des frischen Holzes wegen, dass verarbeitet worden war, da nicht genug Abgelagertes vorhanden war.
Da sprang der Druide schwungvoll auf, zog eine kleine Flöte aus seiner Gewandung und trällerte ein Liedchen und ging beschwingt davon. Ich konnte sehen wie er beim vorderen Tor heraus tänzelte und in seinem kleinen Götterhain verschwand. Seinen kleinen Garten, den er liebevoll seinen kleinen Götterhain nannte und wo man ihn oft beim Meditieren fand.
Die Arbeit ging weiter und wir stellten die fertigen Bündel rund ums Haus auf. Morgen wird das Dach eingedeckt werden. Und dann haben wir noch zwei Wochen Zeit für den Innenausbau. Das wird knapp, obwohl täglich neue Handwerker nach Raurikor kommen, um sich teilweise schon mit fertigen Prunkstücken einzubringen, oder um einfach ihre Arbeitskraft anzubieten.
Die Sonne ging schon unter und die Dämmerung zog rote Schlieren über den Himmel. Der Mond ging schon auf und entbot der Sonne einen letzten Gruß bevor sie verschwand.
Die Männer hatten ihr Tagwerk beendet und schlugen ihren Sold an. Ein paar Fass Bier für die Männer, nach jedem Bauabschnitt und die Sau, die schon den ganzen Tag am Grill ihre Runden drehte und der Junge, der für die Sau verantwortlich war, schwitzte mehr, als die Arbeiter an der Halle. Das Geräusch der kleinen Flöte drang wieder an mein Ohr und ich blickte mich um. Ich konnte in der Ferne Fackelschein erkennen. Die Wachen schlugen die Trommeln und die Frauen stoben auseinander. Einmal trommeln. Vorsicht. Zweimal trommeln. Gefahr. Dreimal Trommeln. Angriff. Viermal trommeln. Unangekündigter Hoher Besuch ist im Anmarsch. Als der vierte Trommelschlag verklang, blickten alle auf. Von allen vier Toren kamen die vier Trommelschläge. Von allen vier Teilen des Landes kam unangekündigter hoher Besuch. Das musste schon seit 100 Jahren nicht mehr vorgekommen sein. Und ich hatte nichts vorbereitet. Schnell rief ich nach den Frauen, sie sollten nach Hause laufen und sollten Essen herbei bringen und ich lief in den Keller und schlug eines der neuen Weinfässer an, die den Götter sei Dank bereits geliefert worden waren. Ich hatte das Ratshorn neu schleifen und wachsen lassen und es erstrahlte in neuem Glanz auf mich herab, als ich es aus seiner Halterung nahm. Zum Glück hatte ich es vor dem Brand in den Tempel getragen und meine Retter hatten es mit all den anderen Artefakten aus den Trümmern gezogen und dem Druiden gebracht. Als ich mit dem gefüllten Ratshorn in Händen wieder vor die Halle trat, knieten alle auf dem Boden. Die Männer, wie die Frauen. Rund um die Halle kamen Fackelträger auf die Halle zu geschritten. Meine Knie wurden weich, als ich sie erkannte. Es mussten nahezu alle Göttersprecher des ganzen Landes sein, die sich zusammengefunden hatten, um unserer Halle ihre Aufwartung zu machen.
Celteall ging auf den Jungen zu, der vor dem Grill kauerte. Er berührte den Kopf des Jungen und zischte ihm ein paar Worte zu. Wie im Traume stand der Junge auf und drehte weiter die Sau auf dem Grill. Dann schritt der Druide auf mich zu. Meine Knie gaben nach und ich sank auf die Knie. Der Wein schwappte über mein Kleid. Das Horn wurde mir aus der Hand genommen, doch das bekam ich schon nicht mehr mit. Ich war ohnmächtig zusammengebrochen, noch bevor die Druiden ihre Zeremonie begannen.
Gelsa, Hallgards Tochter. Hüterin der Halle. Der Alten und der Neuen.
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Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen vor Beltane (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.
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Morgens ein Grauen im Morgengrauen…

Erlebnisbericht einer S(M)L *) auf Conquest of Mythodea 2009 Teil 6

Morgens ein Grauen im Morgengrauen – oder warum habe ich immer einen so unverzeihlichen Rausch, wenn ich mit dem Conquest-Team unterwegs bin.

Unsere SL-Koordination ist total pisst, weil er den Schwallkörper wecken sollte, der Schwallkörper liegt aber gar nicht in seinem Bett. Kein Wunder, der war ja auch vorhin noch im Gobbo an der Stange. Schwellkörper hat mich ans Bett gebracht, wo ich dann nur noch umgeplumpst bin. Ich gehe mal davon aus, dass danach nichts mehr passiert ist. Der Gott des Rausches hat mich mit seinem riesigen Holzhammer voll von Hinten erwischt… Und genau so bin ich eine Stunde später aufgewacht, habe dann wohl meine Schuhe ausgezogen und bin wieder ins Koma gefallen. Irgendwann bin ich aufgewacht, weil ich gefroren habe wie ein Schneider. Der Schwellkörper hat mich anscheinend nicht mal zugedeckt. So ein Arsch. Als ich das Nächste mal aufwache, stelle ich fest, dass ich nicht nur alle meine Klamotten anhabe, sondern auch meine Kappe. Mit dem Schirm der Kappe stecke ich in meinem Kissen. Ich arbeite mich langsam aus allem raus, was störend ist. Mein SL-Leuchtstäbchen blinkt vor sich hin und ich höre ein Grillen. Ich finde in meinem BH das künstliche Grillengeräusch. Ich hole es raus. Auf meiner Brust ist ein Abdruck und da steht: ‚Made in Taiwan‘ Ich falle vor Entsetzen wieder ins Koma. Irgendwann schrecke ich wieder auf und schaue in mein Dekolleté, alles so wie sonst auch. Ich drehe mich um, ich höre wieder ein Grillen. Das Grillengeräusch liegt neben meinem Ohr. Lästiges kleines Biest. Ich entschließe mich aufzustehen. Der Schwellkörper ist schon wieder fit, wie ein Turnschuh und grinst mich dreckig an. Ich habe keine Ahnung wieso. Im Lager ist der Dungeon schon abgebaut und die halbe Palisade auch. Wir rekonstruieren den gestrigen Abend. Die Männer können mir auf die Minute genau sagen, wann ich meine Schuhe ausgezogen habe, nur ob und wann und wie ich zugedeckt war, kann mir keiner sagen. Ich versuche festzustellen, mit wem ich gestern alles rumgeknutscht habe. Nach meiner Rechnung waren es mehr Frauen als Männer. Hm. Warum habe ich immer nur so unverzeihliche Räusche, wenn ich mit dem Conquest-Team unterwegs bin?

Das unleidige Abbauen beginnt. Wir sammeln die zerstörten Ytongsteine aus der Wiese. Ich beginne nun wieder alle Spieler zu hassen, da ich den ganzen Vormittag auf allen Vieren in der prallen Sonne rumgerutscht bin, nicht dass sich ein Pferd einen Ytongstein eintritt und daran stirbt. Die Müllsäcke mit Ytongbrocken stapeln sich schon. Irgendwann komme ich auf die glorreiche Idee die Überreste der Ytongsteine in die Löcher zu füllen, die nach dem Abbau der Palisade in der Wiese auf teure Pferde warten, damit sie sich ein Bein brechen. Der Conquest-Versicherung zu Liebe rutschen wir den ganzen restlichen Tag auch auf allen Vieren herum und füllen alles was nicht niet- und nagelfest ist in die Löcher. Der Schwallkörper macht irgendwann schlapp und legt sich ins SL-Zelt. Der Schwellkörper beginnt ihn zu dekorieren. Wir lachen uns halbtot. Ich hoffe dieses Bild findet den Weg in meine Hände. Auf dem Schwallkörper liegen nun viele Einzelteile unseres Skeletts, der Bloodball, unsere Ratte und vieles mehr. Er wacht davon nicht auf. Dann wird noch ein offizielles Conquest-Fotoshooting mit ihm gemacht und er schläft wie ein Baby. Als ihm der Schwellkörper aber den Conquest-Stempel auf die Stirn drückt, schreckt er hoch. Was für ein Spaß.

Der gute alte Handhebefluch. Wenn man diesen Fluch hat, dann muss Mann oder Frau immer dann die Hand heben (Aber nicht so wie früher!), wenn Mann oder Frau etwas Versautes sagt oder denkt. Den Fluch gab es letztes Jahr schon auf dem Richtfest (= Teamparty am Sonntag nach dem CoM, da richten sich die Erfüllungsgehilfen mit den restlichen Alkoholbeständen aus der Black Pearl so richtig zu, deswegen Richtfest.) und ich kann mich daran erinnern, dass ich beim Händchenhalten mit einem SL-Kollegen, mit erhobener Hand eingeschlafen bin. Zu mehr als Händchenhalten ist es auf Grund unseres gemeinsamen Erschöpfungszustandes dann auch nicht gekommen. Schade eigentlich. Davon gibt es leider kein Foto. Egal. Dieser Fluch ist dieses Jahr völlig an mir vorbeigegangen. Ich hab mich schon immer gewundert, warum manche Spieler immer die Hand heben. Nachdem ich den Fluch nun auch so richtig registriert habe, werden die restlichen Abbauarbeiten wesentlich lustiger, wenn man ständig jemanden, wegen irgendwas die Hand heben sieht, während sich der restliche Hofstaat den Arsch ablacht. Der Schwellkörper trägt riesige Baumstämme, die andere zu zweit tragen müssen, über den Platz und alle Frauen heben unabhängig von einander die Hand. Das könnte Mann schon als sexuelle Belästigung werten. Es sind schon fast alle Orks weg, ein Teil der Palisade steht aber noch, die Lagerorkanisation ist kurz vor dem Durchdrehen. Und wer ist schuld, natürlich das blöde SL-Team. Nachdem sie sich mal wieder dazu anschicken wollte, voll über meinen bösen MitSLer abzulästern, falle ich ihr ins Wort und sage ihr zum letzten Mal für dieses Jahr meine Meinung. Trotzdem packen wir alle nochmal an und schaffen es mit Hängen und Würgen bis zur Dämmerung die Palisade und das Holz vom Platz zu schaffen und alle Löcher zu stopfen. Ich bin am Ende meiner Kräfte. Der Schwellkörper überzeugt uns von seinen körperlichen Fähigkeiten, jetzt macht er mir wieder Angst, dabei hatte ich gehofft, meine Angst vor großen Männern wäre jetzt endlich vorbei. Ich hätte nicht gedacht, dass ich auch Panik kriege, wenn er in der Brücke aufsteht und verkehrt herum auf allen Vieren auf mich zu läuft. Da hilft mir meine äußerst plastische Erzählung über die mittelalterliche Tripperbehandlung (Glühender Draht!) nicht mehr aus der Patsche. Die Lagerorkanisation bedankt sich doch tatsächlich bei uns allen für die Hilfe beim Abbau. Und das geht übrigens runter wie Öl. Nachdem wir alle voll für den Arsch sind und nur zum Ficken und zum Feiern da sind. Ich gehe zurück ins SL-Dorf, packe meine Sachen und ziehe in die Stadt. Morgen in der früh werde ich heimgefahren. Als ich damit fertig bin, ist es dunkel und als ich in die Dusche komme, gibt es nur noch kaltes Wasser. Haarwaschen mit kalten Wasser ist ein Traum und genauso schaue ich jetzt aus. Ich schminke mich im Dunkeln, da kann Frau nach einer Woche Conquest nicht mehr viel falsch machen. Das HQ ist natürlich schon zu, ich kann den Conquest-Stempel quasi gerade noch abgeben, aber zum Spritgeld abholen hat es grade nicht mehr gelangt. Egal. Das Richtfest hat schon angefangen, es ist aber keine richtige Stimmung. Es sind wahrscheinlich alle ähnlich fertig wie wir. Das Dungeonteam steht zusammen und wir ratschen, obwohl ungefähr noch 100 andere Personen aus dem Team um uns rum sind, können wir uns kaum trennen. Unsere SL-Azubine bemerkte dies mit einen: ‚Super ganz toll ja!‘ und ich mit einen: ‚Ja, ernsthaft!‘ Alle lachen, zumindest die vom Dungeonteam. (Ich habe unsere SL-Azubine am Samstag völlig eigenmächtig mitten in der Schlacht zu einer vollwertigen SL befördert, weil sie einfach der Hammer ist. Wir könnten ihr außer Unsinn nichts mehr beibringen. Danke und super ganz toll ja,ja ernsthaft!) Der Abend geht zur Neige und ich knutsche mal wieder mit der Ein oder dem Anderen. Ich bin nicht so betrunken, wie gestern und dass ist gut so, nicht dass ich noch Unsinn mache. Ich weiß nur so viel, dass ich irgendwann auf einem riesigen Heuhaufen auf dem Platz vom Großen Heer saß und einen weißstrahelnden Komet ganz dicht an meinem Kopf vorbeischießen sehen habe. Ein sehr ambitionierter Versuch das Magielager zu treffen. Ich wecke meinen Fahrer und habe ein wenig Galgenhumor. Die Heimfahrt habe ich zum größten Teil verschlafen. Wieder zu hause quäle ich meine Waschmaschine und finde wirklich überall Stroh. Ich bin ein bisschen deprimiert, aber das ist nach so einer Großveranstaltung eigentlich normal. Es gibt dieses Jahr mal wieder von mir und wenn es welche gibt, werde ich sie wohl nie sehen, aber dass ist halt so, wenn man SL macht. Ich hebe zuweilen die Hand und keiner versteht es. Nach dem CoM ist vor dem CoM. Ich freu mich schon auf 2010.

Bis denne und nix füar unguat…

Die Bine aka Der Hofnarr, die Schackeline und ihr igorianischer Freund

*)SML ? Meine Händler sagen immer liebevoll SML zu mir, ist eine Kombination zwischen SM und SL, ich glaube dazu muss ich noch einen Aufklärungsblog schreiben.

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