Ewig verirrt und verdammt in alle Ewigkeit – Teil 2

Ewig verirrt und verdammt in alle Ewigkeit – Teil 2

Rom – 1500 bis 1626

CIMG0129So ging die Zeit ins Land und die Stadt wuchs immer mehr um ihre sieben Hügel herum und alles was die Römer hier hinterlassen hatten, bot mir immer Unterschlupf, auch wenn die Christen auch hier überall ihren Stempel aufdrückten, fand ich immer wieder ein Loch wo ich mich verkriechen konnte.

Auch auf die Gefahr hin jeden Morgen, jeden verdammten Morgen regelmäßig mit Weihwasser geweckt zu werden. Doch wo die Sterblichen noch um die Unsterblichkeit ihrer Seele jammerten, war ich für alle Zeit verdammt ihnen zuzuhören. Und meine Abneigung gegenüber ihrer Bigotterie in flüssiger oder fester Form nahm von Mal zu Mal immer mehr ab. Nur so hielt ich es hier aus. Auch wenn meine Haut mittlerweile vom Weihwasser verätzt war und von der Sonne zerfressen, kann ich mein Äußeres immer noch verändern. Ich glaub das mein untoter Körper mittlerweile Abwehrkräfte gegen Weihwasser entwickelt hat, oder vielleicht ist es einfach nur Hornhaut. Hornhaut gegen Katholiken. Herrlich.

Wenn die grelle Fratze da oben am Himmel nicht wäre. An der Spitze der Nahrungskette war sie mein einziger Feind. Die Sonne war die Einzige, die mir wirklich Schaden anrichten konnte.

Ja und der Pfahl durchs Herz hielt mich zumindest so lange auf, solange er in mir steckte. Nur ein handelsüblicher Palmarec 1) konnte mir wirklich gefährlich werden, aber nur wenn er aus Weißdorn geschnitzt und / oder aus edlen Metall geschmiedet ist, mit dem Blut eines Unschuldigen geweiht und / oder von einem Priester meiner Heimat gesegnet wurde.

Ich schweife ab, die Nummer mit den Silberkugeln funktioniert wirklich nur bei meinen haarigen Widersachern, aber von denen hab ich schon ewig nichts mehr gesehen. Die würden bei der Hitze hier in der ewigen Stadt wahrscheinlich einfach nur eingehen. Und vor Wernacktmullen oder Werschwänen hat ja wohl wirklich keiner Angst.

Nachdem man mich mit Weihwasser schon lang nicht mehr schrecken konnte und mir die Katholiken, mit all ihren kleinen Sünden langsam wirklich ans Herz gewachsen waren, zog ich schließlich in die Engelsburg ein. Der Tiber hatte mich gefangen und ich konnte seine Ungestümtheit einfach nicht verlassen. Die schwarzen Wogen lullten mich ein und auch hier brachte mir mein stiller Begleiter regelmäßig frisches Futter.

Die Tiefen der Engelsburg gaben mir tagsüber genug Schutz vor der grellen Fratze da draußen.

Die Sonne, meine ewige Feindin. Das ich dagegen mal immun werden könnte, hab ich schon fast aufgegeben.

Von der Engelsburg aus beobachtete ich den Bau von San Pietro und bis zur Vollendung zog er mich einerseits magisch an und anderseits würde es mein Ende sein auf diesen Hügel zu steigen. Deshalb hielt ich Abstand und richtete meinen Blick jeden Morgen auf ihn, kurz bevor die grelle Fratze aufging blickte ich nochmal sehnsüchtig zu ihm hinüber und dann legte ich mich zur Ruhe, bis die nächste Dämmerung mein Erwachen einläutete und die Nacht dann mir gehörte.

So saugte ich die Stadt langsam aus, die Päpste kamen und gingen und saugten auf die ein oder andere Weise ihre Gläubigen und Untergebenen aus.

Das der alte Pietro je fertig werden würde, glaubte ich ja erst als diese eifrig strebenden Christen 1626 damit fertig wurden. Die vielen Toten beim Bau meines alten Freundes, gingen zur Hälfte mehr oder weniger auf meine Kappe. Man tut was man kann, um nicht aufzufallen.
¹) Palmarec – bulgarischer Eigenname für einen Nagel zum Pfählen oder Durchstoßen von Vampiren, der bestenfalls aus Weißdorn oder Metall besteht.

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Ewig verirrt und verdammt in alle Ewigkeit – Teil 1

Ewig verirrt und verdammt in alle Ewigkeit.

Rom – Sommer 1477 bis 1499

CIMG0129Ich kam 1000 Jahre nach dem das römische Reich untergegangen war in die ewige Stadt und die Christen hatten die Stadt nun in ihren gefalteten Händen.

Was mich hier her verschlagen hat? Gerade mich! Naja, zu Hause wurde die Luft ein Wenig zu dünn und die Gerüchte über mich wurden mir zu eindeutig. Dass ich als der Schlächter und Pfähler in die Geschichte eingehen würde, damit konnte ich noch eine ganze Weile gut leben, weil mit dem Sterben hab ich es bis heute nicht so. Aber meinen eigenen Tod habe ich wunderbar vorgetäuscht. Den in Honig eingelegten Kopf der nach Konstantinopel verbracht wurde, sah mir fast zum Verwechseln ähnlich, aber eben nur fast. Bis das fremde Gesicht an seinem Bestimmungsort ankommen würde, würde kein Mensch mehr den Unterschied erkennen. Und jeder denkt ich wäre tatsächlich gestorben. Die Geisel des osmanischen Reiches wurde angeblich besiegt, nur dass ich mein Reich an meinen Bruder Radu weiter gab, der sich um die Geschicke meines Landes kümmert bis mein Sohn die Mihnea mein Erbe antreten würde. Währenddessen wurde ich weit fort gebracht.

Dass ich am Ende in Rom gelandet bin, war eher ein Zufall. Mein Schiff strandete nahe der Tibermündung und meine Mannschaft war, sagen wir mal leicht ausgelaugt, als wir dort ankamen. Das Schiffsfrack wurde mir schnell zu feucht und mich zog es am Ufer des Tibers entlang ins alte Ostia. Zu dem Zeitpunkt, als ich dort ankam, ragte gerademal die Giebelfront des Kapitols aus dem Dreck, den der Tiber in den letzten Jahrhunderten über das alte Ostia geschwemmt hatte.

Tagsüber schlief ich in einer alten Begräbnisstätte, die ich mir freigebuddelt hatte und sinnierte über das Römische Reich und wie schön es dort gewesen sein musste. Nachts wandelte ich übers antike Ostia und die Mauern die unter meinen Füßen begraben waren, gaben mir das Gefühl wirklich unsterblich zu sein.

Die Römer haben sich nicht durch Sturm und Schnee aufhalten lassen und auch nicht vom steinigen Weg über die Alpen oder die Trockenheit der Wüste Ägyptens. Bis nach Britanien sind sie marschiert und das in ihren windigen Sandalen. Ihre Schiffe schwammen übers Meer und fast die ganze Welt blickte nach Rom. Nur dass die uns bekannte Welt in Wirklichkeit viel größer war, sollten wir erst viel später erfahren.

Und doch waren sie nun alle Tod und die Überreste ihrer Kultur lag nun unter Schlamm und Dreck vergraben und all die Geheimnisse, die mit ihnen begraben wurden, würden erst sehr viel später wieder ausgegraben werden.

Natürlich wurde mir die tote Stadt unter meinen Füßen schnell zu langweilig, mein Leben bestand bisher nur aus Krieg, Tod und Blut. Tod war hier, aber kein Blut.

Die Bauern und Sträflinge aus der Umgebung waren mir zu mager, also zog ich weiter durch die Olivenhaine und genoss die frische Brise vom Meer und den öligen Geruch der uralten Bäume. Manchmal huschte ein Hauch von Jasmin an meiner Nase vorbei und ich höre die Gesänge der Hafenhuren vom anderen Tiberufer her. Die Matrosen waren auf Landgang und die Zollbeamten waren des Nächtens in Feierlaune und die Beute würde heute Nacht wieder aus aller Herren Länder sein.

Im Schatten des alten Ostia lebte ich in Saus und Braus und nur der Tiber war mein stummer Zeuge, weil alles andere einfach nur vergänglich war.

Die Gerüchte ein Untoter würde in der Gegend vom alten Ostia sein Unwesen treiben, konnte nie bestätigt werden, da ich langsam weiter zog. Der ewigen Stadt entgegen. Die Gärten und vorallem die alten Friedhöfe und Katakomben waren mein Zufluchtsort. Auch wenn die Christen überall ihr heiliges Wasser verspritzten, hielt ich es doch lange im Umland von Rom aus, bis es mich immer weiter in die Stadt hineinzog. Den Duft der Lorbeerhecken und Pinienalleen hinter mir lassend…

Rätien – Winter 230 – Asyl im Burgus

Rätien – Winter 230

Asyl im Burgus

800PX-~1Als der Centurio am Abend in seine Kammer trat, lag nicht nur sein Hund auf dem Bett bei der weißen Frau, nein auch der Optio saß auf dem Bett und war wohl vor Erschöpfung eingeschlafen und lag mit dem Kopf so halb auf ihr. Seine Hand war mit der ihren verschlungen. Der Centurio musste zwangsläufig schmunzeln und beobachtete sie eine Weile.

Er trat erst ans Bett, als sie sich regte. Langsam öffnete sie eines ihrer Augen und versuchte zu lächeln, was ihr nicht wirklich gelang.

‚Die weiße Hexe nimmt mir meinen Hund und meine rechte Hand, doch wie kann ich Ihr böse sein.‘ meinte der Centurio feierlich.

‚Euren Hund kann ich Euch nicht nehmen, weil er keinem von uns beiden gehört, doch Euch liebt er.‘ flüsterte sie leise, so dass er sich vors Bett knien musste, um sie besser verstehen zu können.

‚Woher wisst Ihr das?‘ fragte er und lächelte sie freundlich an.

‚Das hat er mir erzählt.‘ meinte sie und löste ihre Hand von der des Optio und hielt sie dem Centurio hin.

‚Warum bin ich mir nicht so sicher, über wen wir gerade reden?‘ fragte der Centurio wieder und nahm ihre Hand in die seinen.

‚Da bin ich mir manchmal auch nicht so ganz sicher, sind uns doch beide treu ergeben und würden ihr Leben für uns opfern.‘

‚Dann brecht uns nicht unsere Herzen!‘ meinte der Centurio ernst, lächelte aber dann.

‚Epona ist nicht gerade als Herzensbrecherin bekannt, sie will nur allen Geschöpfen gerecht werden.‘

‚Wie kann ich Euch nur danken!‘ meinte der Centurio und küsste ihre Hand.

‚Liefert mich nicht dem Senator aus!‘

‚Macht Euch um den Senator keine Sorgen, der wird vor dem Frühling bestimmt nicht aus seinem warmen Loch kriechen! Und bis dahin haben wir jede Menge Zeit uns eine Lösung auszuwürfeln.‘

Der Optio regte sich und der Centurio stand auf und räusperte sich.

‚Optio, würde es dir etwas ausmachen die Eponageweihte in die Gästeräume zu bringen, ich würde gerne zu Bett gehen.‘

‚Jawohl, mein Centurio.‘ rief der Optio, der irgendwie versuchte Haltung anzunehmen und dabei nicht aus dem Bett zu fallen.

‚Ich hab alle Wachen im Gästetrakt abgezogen, ich möchte nicht dass unser Damenbesuch den Männern den Kopf verdreht.‘

‚Jawohl, mein Centurio!‘

‚Kümmer dich um sie, dass es ihr an nichts fehlt. Schlaf dich aus. Morgen früh ist Appell.‘ meinte der Centurio abschließend, wand sich dann aber nochmal zu Valeria. ‚Würdet Ihr mir einen Gefallen tun und unsere Pferde weihen, morgen früh? Die Männer sind ganz aufgeregt, eine waschechte Eponageweihte unter uns zu haben.‘

Der Optio trug Valeria in den Gästetrak, dort hatten die drei Späher bereits Feuer gemacht.

Der Centurio geht zu Bett.‘ meinte der Optio und Roar sprang sogleich auf und verließ den Raum. Die beiden Anderen grinsten ihm ziemlich dämlich nach und ließen sich vor einer Feuerschale nieder.

Als Roar die Räumlichkeiten des Centurio betrat, stand er nackt vor einer Schale mit Wasser und wusch sich. Roar bewegte sich fast geräuschlos durch den Raum zum Bett hinüber und zog die Decken gerade und schüttelte die Kissen auf. Dann ging er zum Centurio und reichte ihm ein sauberes Tuch.

Der Centurio hatte tatsächlich nicht gemerkt, dass Roar im Raum war und blickte ihn für einen Moment erschrocken an.

‚Herr, geht es Euch gut?‘ fragte Roar und wand beschämt den Blick ab, er war nicht sicher ob er zu weit gegangen war. Nicht dass der Centurio seine Frage in den falschen Hals bekommen hatte.

‚Ja, mir geht es gut, besser denn je!‘ meinte der Centurio ernst und beiläufig zu gleich, während er sich abtrocknete. Er hatte nicht bemerkt, dass sich Roar äußerst seltsam benahm.

Roar reichte ihm stumm eine leichte Tunika und blickte weiter in den Boden.

‚Warum bist du noch hier?‘ fragte der Centurio. ‚Du und deine Brüder seid freie Männer!‘

‚Ich würde gerne bei Euch bleiben, Herr!‘ rief Roar hastig. Seine Wangen glühten hochrot und er wand sie wieder ab.

‚Dann bleibt hier!‘ erwiderte der Centurio und schlüpfte in seine Tunika.

‚Ja, Herr!‘

Kopfschüttelnd ging der Centurio zu seinem Bett. Roar überholte ihn, zog die Decken zurück und war ihm dabei behilflich zu Bett zu gehen. Es hatte den Anschein, als würden sie seit Jahren jeden Abend das selbe Ritual abhalten. Roar hielt ihn einen Trank hin und der Centurio trank brav seine Medizin. Dann lies er den Centurio allein und löschte die Lichter. Legte noch ein paar Kohlestücke in eine Feuerschale und kam dann wieder zum Bett getreten.

‚Als freier Mann musst du nicht auf den Boden schlafen!‘

‚Wo soll ich denn sonst schlafen?‘ meinte Roar für seine Verhältnisse ziemlich schnippisch und setzte sich auf die Bettkante. ‚Geht es Euch wirklich gut, Herr!?‘

‚Heute ist der erste Tag seit Jahren, wo ich…!‘ Er brach ab und hielt ihm seine Hand hin. ‚Nicht zittere! Wo ich beim Pissen nicht zittere!‘

‚Es geht Euch also gut!‘

‚Mehr als gut!‘ grinste der Centurio und packte seine Hand.

‚Ich kann auch die ganze Nacht hier sitzen bleiben!‘ meinte Roar und flüsterte dann mehr in sich hinein als zum Centurio. ‚Wär ja nicht das erste Mal.‘

‚Das hab ich gehört!‘

‚Ich bin ein freier Mann!‘

‚Ja, dann bleib da sitzen, oder leg dich hin, aber du kannst nicht länger vor meinem Bett auf dem Fell von meinem Köter schlafen.‘ meinte der Centurio ernst.

‚Wenn es jemand mitkriegt, was werden die dann sagen?‘ frage Roar entsetzt.

‚Nichts, was nicht schon hinter unseren Rücken geredet wird.‘ gähnte der Centurio, drehte sich auf die Seite und schlief einfach ein. Und im Schlaf hielt er immer noch Roar’s Hand fest im Griff. Roar wagte es nicht sich zu bewegen, er wollte seinen Herren auf keinen Fall wecken. Er war sich unsicher, ob es dem Centurio wirklich gut ging, jetzt wo er die Fallsucht hinter sich hatte, hatte er wohl am Ende noch die Schafkrankheit bekommen. Also blieb er an der Bettkante sitzen, bis er schließlich doch im Sitzen einschlief.

Fortsetzung folgt…

Rätien – Winter 230 – Die Heilung des Centurio

Rätien – Winter 230

Die Heilung des Centurio

800PX-~1Sie ritten gemeinsam mit der Berittenen zurück zum Centenarium Benefiziarier. Als sie dort ankamen, hatte der Optio seine Decurio bereits mit der anderen Version der Geschehnisse versorgt und besprach den weiteren Dienst. Valeria tat so als würde sie mit offenen Augen in seinen Armen schlafen.

Als sie endlich in dem kleinen Burgus ankamen, saß Roar in der Fensteröffnung zur Amtsstube des Centurio und blickte dem Optio besorgt entgegen.

Der Optio sprang mit der Valeria im Arm vom Pferd und überließ es Kjeld sich um sein Pferd zu kümmern.

Als er die Tür passierte, schickte er die Wachen fort und trat ein. Im Raum lies er die Herrin der Quelle auf den Boden gleiten, die sobald sie wieder beide Beine auf den Boden hatte, wieder völlig normal war. Der Centurio saß auf seinem Stuhl und starrte an ihnen vorbei. Mit seinen riesigen Pranken hatte er die lederbesetzten Armlehnen seines Stuhles umschlossen. Seine Nägel krallten durch das Leder ins Holz. Ein merkwürdiges Zucken lief durch seinen Körper und ein Speichelfaden rann ihm ganz langsam aus dem Mund.

Roar bewegte sich ganz langsam durch den Raum und blickte dabei den Optio besorgt an: ‚Er sitzt schon den ganzen Vormittag so da.‘

Roar nahm ein Tuch und wischte dem Centurio sachte über den Mund. Ask kam hinter dem Optio in die Amtsstube getreten, er trug einige Wasserschläuche mit sich. Die beiden Brüder begrüßten sich wortlos. Valeria ging langsam auf den Centurio zu und flüsterte leise aber deutlich: ‚Ich bin Valeria Julia, Tochter des Decurio Primus Saturninus, ihr habt nach mir suchen lassen. Habt dank, Euer treuer Optio Marcus Lucius rettete mir mein Leben.‘

Bei dem Wort Optio reagierte der Centurio mit einem kurzen Zucken seines Gesichtes.

Sie fuhr fort, als sie neben seinem Stuhl stehen blieb. ‚Ich würde Euch gerne Euer Leben zurückgeben!‘ Mit beenden dieses Satzes berührte sie seine Hand, er zuckte leicht, als sie ihn berührte. ‚Aber dazu muss ich Euer Leiden erst mal verstehen!‘

Ask trat an ihre Seite und reichte ihr einen Wasserschlauch, während sie auf den Stuhl kroch und ihn dann langsam mit dem Quellwasser beträufelte. Sie hockte auf der Armlehne wie ein wildes Tier über ihrer Beute und roch am Hals des Centurio. Dann leckte sie über seine Wange und schnupperte an seinen Haaren. Roar machte eine Bewegung, doch Ask blickte ihn beschwichtigend an. Schließlich strich sie über seinen Hals und über sein Gesicht. Huldvoll nahm sie einen tiefen Schluck von ihrem Wasser und hielt Ask den Schlauch wieder hin. Ihr Gesicht näherte sich dem des Centurio. Das Wasser gluckerte in ihrem Mund, sie kam ihm noch näher, bis ihre Lippen auf die Seinen trafen und sie ihm das Quellwasser mit dem Mund in den seinen laufen lies. Diese Prozedur wiederholte sie ein paar Mal und Ask wich ihr nicht von der Seite, weil er ihr immer wieder von dem Wasser zu trinken geben musste. Schlussendlich küsste sie ihn hart und unnachgiebig, bis sich der Blick des Centurio senkte. Er reagierte auf den Kuss und seine Hände entkrampften sich langsam. Doch sie verdrehte jetzt die Augen, ihr Körper fing augenblicklich an zu beben und bevor sie vom Stuhl fallen konnte, wurde sie vom Ask und dem Optio aufgefangen.

Der Centurio war wieder ganz da und begriff ziemlich schnell, dass sie seine Krankheit übernommen hatte, um sie zu verstehen. Er hatte in seinem Dämmerzustand alles gehört was sie zu ihm gesagt hatte und nun hatte seine Krankheit sie im Griff. Er wies den Optio an, sie auf den Boden zu legen und Abstand zu halten. Ask flößte ihr etwas von dem Quellwasser ein und von seinen eigenen Tränken, während Roar darauf bestand, dass der Centurio seinen Trank endlich zu sich nahm. Nach einem viel zu langen Moment konnte sich die Herrin der Quelle erst wieder beruhigen.

‚Bringt sie in meine Räumlichkeiten und legt sie in mein Bett.‘ meinte der Centurio in seinem üblichen Befehlston. ‚Und irgendjemand wird mir einen ausführlichen Bericht abgeben müssen.‘

 Der Optio brachte die bewusstlose Valeria in die Privatgemächer des Centurio. Der Optio gab seinen Bericht ab und übergab ihm wieder seinen Hund. Der Centurio kündigte an, dem Senator einen Brief schreiben zu wollen.

 Fortsetzung folgt… evtl.

Rätien – Winter 230 – Morgendlicher Ritt

Rätien – Winter 230

Morgendlicher Ritt

800PX-~1Am Morgen wurde der Optio von Ask geweckt. ‚Die Berittene hat gerade die Tore Biricianas passiert.‘

Erschrocken blickte er erst Ask an und dann an sich herunter. Die Herrin der Quelle lag halb auf ihm drauf und hatte ansonsten ihren Körper irgendwie um den seinen gewickelt.

‚Packt schon mal zusammen!‘ meinte er in seinem üblichen Befehlston.

Ask zog nur eine Augenbraue hoch und hielt ihm etwas zu Essen und einen Becher mit offensichtlich warmer Flüssigkeit hin. Der Optio versuchte sich aufzurichten, ohne jedoch die Eponageweihte wecken zu wollen, was ihm natürlich nicht gelang. Sie öffnete wieder nur ein Auge und beobachtete das Geschehen argwöhnisch.

‚Was würde ich nur ohne euch machen?‘ meinte der Optio und nahm mit beiden Händen sein morgendliches Mahl entgegen.

‚Verhungern, Herr!‘ meinte Ask, der sich kurz abwandte, um der Herrin der Quelle ihr Essen zu holen.

‚Du musst mich nicht mehr >Herr< nennen!‘ meinte der Optio zu Ask, während er Valeria höchst förmlich begrüßte: ‚Einen wunderschönen Guten Morgen, werte Herrin der Quelle!‘

‚Wenn wir jetzt frei sind, steht es uns frei Euch anzusprechen, wie es uns beliebt.‘ meinte Ask, hielt ihr ebenfalls ihr Essen und einen Becher Tee hin und fuhr fort: ‚Guten Morgen Herrin der Quelle!‘

Sie nickte nur und gab ein vermeintliches Geräusch der Unmut von sich, dass die beiden Männer zuerst falsch deuteten.

‚Ist etwas nicht in Ordnung?‘ fragte der Optio.

Sie gab wieder das Geräusch von sich und blickte abwesend in ihren Becher.

Kjeld kam herein: ‚Wir müssen uns dringend über eine Entlohnung unterhalten!‘

‚Der erste Tag als freier Mann und schon Forderungen stellen, das gefällt mir!‘ rief der Optio zwischen zwei Bissen.

Die Herrin der Quelle blickte immer noch in ihren Becher. Erst als der Optio sich erhob, meinte sie trocken: ‚Wenn Ihr allen weismachen wollt, dass ich von den Alemannen misshandelt worden bin, werdet ihr mir ins Gesicht schlagen müssen!‘

Alle drei blickten sie entgeistert an.

‚Bei Dis nein, ich werde Euch bestimmt nicht schlagen und ich werde jeden daran hindern, der versucht Euch zu schlagen.‘ meinte er wütend und blickte Kjeld finster an, weil er einen Schritt in ihre Richtung gemacht hatte.

Ask zückte sein Messer und schnitt sich in die Hand. ‚Es ist zwar eine Schande, aber dann sauen wir das Kleid eben wieder ein!‘ Auch Ask blickte Kjeld finster an, er wusste dass sein Bruder die Herrin der Quelle geschlagen hätte, hätte sie es von ihm verlangt.

Sie nickte nur und trank nun endlich von ihrem Tee, während Ask ihr Kleid in den Dreck warf und blutige Flecken auf dem weißen Stoff hinterließ.

Als sie endlich alles gepackt hatten und die Herrin der Quelle alle Wasserschläuche mit Quellwasser gefüllt hatte, konnten sie endlich aufbrechen. Sie mussten wieder durch das Dickicht zurück und den Berg hinab.

Als sie nach einer gefühlten Stunde endlich aus dem Wald auf die Straße brachen, sahen sie die Berittene in der Ferne. Der Hund saß auf halben Weg auf der steinernen Straße und wartete. Der Optio saß ab und überließ die Herrin der Quelle die Zügel, die sie aber nicht anzufassen wagte. Ask ritt neben sie und zuppelte an ihrem Gewand herum und überprüfte die blutige Maskerade, die er ihr ins Gesicht geschmiert hatte. Sein prüfender Blick entspannte sich ein Wenig und er nickte ihr mit einem leichten Lächeln auf den Lippen freundlich zu.

‚Oh, Ihr schenkt mir ein kleines Lächeln.‘ flüsterte sie ihm zu.

‚Herrin, ich würde Euch mein Leben schenken, wenn Ihr es verlangt.‘ sagte er recht forsch zu ihr.

‚Einen Tag frei und schon schenkt Ihr mir Euer wertvollstes Gut!?‘ meinte sie nun halblaut und fuhr nach einer kurzen Pause eindringlich fort. ‚Das würde ich nicht von Euch verlangen, die Pferdeherrin braucht Euch möglichst lange bei bester Gesundheit. Euer Lächeln reicht mir erstmal!’

Kjeld blickte beide an und schüttelte nur den Kopf.

Sie blickte ihn kurz an und lächelte dann wissend. Ihr war klar, das Kjeld sie geschlagen hätte, wenn sie ihn darum gebeten hätte. Es war erschreckend wie gleich sie sich waren, wenn man sie von außen betrachtete und wie unterschiedlich ihr Wesen doch war.

‚Habt dank für Eure Einsatzbereitschaft, aber die List Eures Bruder ist doch mit weniger Schmerzen meinerseits verbunden.‘ meinte sie abschließend zu Kjeld, obwohl er gar nichts zu ihr gesagt hatte und küsste Ask auf die Hand.

Ask wurde knallrot im Gesicht, entzog ihr seine Hand und lenkte sein Pferd auf die Seite, so dass er sein Gesicht von ihnen wegdrehen konnte, ohne sich selbst auf dem Rücken des Pferdes bewegen zu müssen, während Kjeld sie nur argwöhnisch anblickte: ‚Ihr könnt meine Gedanken lesen?‘

‚Wenn sie so offensichtlich auf Eurem Gesicht geschrieben stehen, ja!‘ meinte sie und lächelte ihn an. Er verzog sein Gesicht, lenkte sein Pferd neben sie und nahm die Zügel auf.

‚Ihr wollt die Zügel nicht nehmen?‘

‚Ich brauche keine Zügel um zu reiten!‘

Der Optio war wieder bei ihnen aufgetaucht und meinte. ‚Aber ich brauch die Zügel um aufzusteigen!‘ Er hatte nur eben den Hund gestreichelt.

Gesagt getan, er zog den Lederriemen aus Kjelds Hand legte den Zügel auf ihren Oberschenkel. Und ehe sie sich versah, saß er wieder auf dem Pferd.

‚Verehrter Optio, ihr braucht die Zügel nur, um einen Grund zu haben, mich befummeln zu können!‘

‚Werte Herrin des Götterquells, wenn ich Euch nicht mit meinen schwieligen Pfoten betatschen würde, würde Ihr Euch doch ebenfalls beschweren.‘

Sie musste tatsächlich lachen, als er ungeschickten Fingern nach dem Zügel griff und dabei noch näher an sie heran rückte. Sie konnte sein Gemächt an ihrem Hintern spüren.

‚Dann könnt Ihr mit Eurem Schauspiel beginnen, die Berittene ist gleich bei uns.‘ meinte er abschießend.

Sie klammerte sich an seinen Arm und lehnte ihren Kopf an seine Schulter, dabei starrte sie irgendwo in die Ferne. Eines musste man ihr lassen, man hatte wirklich den Eindruck, sie wäre von den Alemannen misshandelt worden.

Fortsetzung folgt… evtl.

Rätien – Winter 230 – Der doppelte Optio

Rätien – Winter 230

Der doppelte Optio

800PX-~1Als sie wieder in die Höhle zu den beiden gallischen Bastarde traten, hatten sie bereits eine Bettstatt aus Fellen für die Eponageweihte gerichtet. Die Beiden saßen an einem kleinen Feuer, das bereits die ganze Höhle erwärmte. Kjeld und Ask blickten auf und brachten der Herrin der Quelle ihr Gewand und einen warmen wollenen Überwurf. Sie mussten es in Windeseile getrocknet und geflickt haben.

‚Habt dankt, ihr beiden. Ihr könnt euch im Quell waschen und wenn ihr die Pferde mit dem heiligen Wasser tränkt, dann werden sie morgen gute Dienste tun.‘ meinte die Herrin der Quelle zu den beiden.

‚Ja, Domina!‘ kam es schier gleichzeitig aus beiden Mündern.

‚Ich bin nicht eure Herrin! Eure Herrin wacht über euch! Aber ich bin nicht eure Herrin!‘

‚Ja, Herrin der Quelle!‘ meinten die beiden und ließen sich wohl auch nicht davon abbringen, sie wenigstens Herrin der Quelle nennen zu dürfen.

Der Optio steckte die Herrin der Quelle ins Bett und die beiden Jungs brachten ihr noch zu essen und zu trinken, während der Optio sich abwandte und Anstalten machte, nach draußen gehen zu wollen.

Ihr stolperte ein ‚Marcus Lucius!‘ über die Lippen und im selben Moment stand der Hund des Centurio neben ihr und hechelte sie freudig mit dem Schwanz wedelnd an. Ein spitzer Schrei kam aus ihrer Kehle und sie kroch panisch über die Felle, fort von dem Hund.

‚Optio, sei ein braver Hund und erschrecke nicht die Herrin der Quelle, sonst kannst du draußen im Schnee schlafen.‘ rief der Optio und funkelte den Hund merkwürdig an.

Valeria blickte von Optio zu Optio und schnappte nach Luft, als der Hund sich auf den Fellen auf den Rücken drehte und sie mit gefletschten Zähnen angrinste.

Erst viel später begriff sie, dass der Hund sie gar nicht angefletscht hatte, sondern dass die Lefzen durch die Rückenlage ganz von alleine die Zähne des Hundes freigelegt hatten.

Der zweibeinige Optio machte wieder ein paar Schritte in die Höhle, kniete sich zu ihr hin und flüsterte ihr sachte ins Ohr: ‚Der dumme Köter wird sich nicht trauen Euch was zu tun, er will nur spielen.‘ Dann wand er sich an den Hund: ‚Gell Optio!‘

Der Hund sprang auf, hechelte wieder, setzte sich und hielt ihr seine Pfote hin.

‚Er ist ziemlich groß!‘ stammelte sie reichlich verwirrt.

‚Ja, aber der feigste Köter, den ich je erblickt habe.‘ lachte der richtige Optio, während der Hund sie treudoof anblickte.

‚Du tust ihm Unrecht!‘ meinte sie mehr zum Hund, als ihrem eigentlichen Gesprächspartner und nahm die riesige Pfote des Hundes in die Hand. Redet sie nun mit dem Hund oder mit ihm. Sicher war sich der richtige Optio nicht, er hatte irgendwie das Gefühl als würde sie mit dem Hund nicht nur reden, sondern auf eine andere Art und Weise kommunizieren.

‚Versucht ein Bisschen zu schlafen, morgen wird ein anstrengender Tag. Ich halt draußen Wache, damit die Jungs auch noch etwas schlafen können.‘ meinte er noch und half ihr, sich wieder hinzulegen. Er wartete so lange bis sie eingeschlafen war und der Hund wich ihr nicht von der Seite. Die Jungs kamen gerade wieder vom Quell zurück und tränkten noch die Pferde, bevor sie sich ebenfalls zum Schlafen hin legten.

Mitten in der Nacht weckte der Optio einen der beiden Jungs wieder und er ging selbst schlafen. Die Jungs hatten sein Bündel neben der Bettstatt der Eponageweihten ausgebreitet und hatten ihm ebenfalls einige Felle bereit gelegt. Lächelnd legte er sich neben die Herrin der Quelle, die den blöden Hund im Arm hielt und zufrieden lächelnd mit ihm kuschelte.

Als er ihre Felle und Decken zurecht rückte, regte sie sich im Schlaf und öffnete ein Auge im Halbschlaf und lächelte ihn dann schlaftrunken an.

‚Kaum dreh ich Euch den Rücken zu, kuschelt Ihr mit einem anderen Optio.‘

Der Hund fühlte sich zurecht angesprochen und wedelte mit dem Schwanz, tat aber ansonsten so als würde er schlafen.

‚Werter Optio, Ihr wart nicht da und der Hund ist so kuschelig und warm.‘ flüsterte sie.

‚Ja, der kuschelige Bettvorleger muss aber jetzt Wache halten!‘

Der Hund stellte die Ohren auf und wedelte weiter mit dem Schwanz.

‚Los, oder brauchst du eine extra Einladung!‘ rief der Optio etwas ungehalten.

Der Hund sprang auf und lief freudig aus der Höhle.

‚Wollt Ihr mich dann weiter warmhalten?‘ flüsterte sie und drehte sich zu ihm um.

‚Oh, ich bin so durchgefroren, dass ich euch die restliche Nacht kaum als Heizung dienen kann!‘ meinte der Optio und versuchte sich hinzulegen und zu gleich zuzudecken.

Als er endlich zur Ruhe gekommen war, blickte sie ihn immer noch an. Er zitterte unter seiner Decke und seinem Umhang. Sie schnappte kurzerhand seine Hand und zog ihn unter ihre Decken und Felle. Ohne Widerrede lies er ihre Geste zu und nahm sie in seine Arme, wo sie dann mit den Fingern in seinem Brusthaar vergraben sofort wieder einschlief, während er noch eine ganze Weile wach da lag.

Fortsetzung folgt… ganz bestimmt!

Rätien – Winter 230 – Gallische Bastarde

Rätien – Winter 230

Gallische Bastarde

800PX-~1‚Was macht Euch da so sicher?‘ fragte der Optio unsicher und als sie nicht reagierte, nahm er ihr Kinn sanft in die Hand und wiederholte seine Frage: ‚Was macht Euch da so sicher, dass keiner den Adler wieder aufzurichten vermag!?‘

‚Die Pferdeherrin sprach gerade noch zu mir!‘

‚Langsam macht Ihr mir wirklich Angst!‘

‚Ihr müsst keine Angst haben, ich bin ja bei Euch!‘ flüsterte sie, küsste ihn sanft auf die Stirn und fuhr dann leise fort: ‚Ihr müsst keine Angst haben, so wie ich keine Angst mehr habe, weil Ihr bei mir seid!‘

Er lächelte verschmitzt und verstört zugleich und wollte gerade ansetzen etwas zu erwidern, als sie ihn einfach unterbrach: ‚Ihr kamt als redlicher Soldat zu mir und geht doch als der Vater der Zukunft wieder zurück zu Eurer Legion.‘

‚Ich verstehe nicht ganz?‘

‚Was glaubt Ihr passiert, wenn Ihr eine Eponageweihte im Quell der Götter defloriert?

‚Wenn das was wir taten der Pferdeherrin zum Gefallen gereichte, dann schenkt sie uns vielleicht drei hübsche kleine Bengel!‘

‚Es wird nur einer werden!‘ meinte sie bestimmt

‚Und wo wollt Ihr dann hin, mit einem Bastard von einem römischen Soldaten.‘

‚Ist es denn ein Bastard, wenn der Vater wohl bekannt ist?‘

‚Und wenn der Vater bereits ein gallischer Bastard ist?‘

‚Und doch seid ihr schon Vater zweier gottesfürchtiger gallischer Bastarde!‘

‚Ja, das mag ich wohl sein und der Dritte im Bunde wacht über meinen Centurio!‘

‚Es gibt drei von ihnen?‘ fragte sie neugierig und murmelte dann etwas in sich hinein, dass er kaum verstand. ‚Sie schienen mir immer ein Wenig unvollständig zu sein, die Beiden. Als würde ihnen etwas fehlen, oder jemand! Ha, jetzt begreife ich es erst, es sind Drillinge!‘

Er lächelte sie an, hob sie zur Seite und machte Anstalten aus dem Quell steigen zu wollen. ‚Bevor ich noch Schwimmhäute und Kiemen bekomme…!‘ meinte er, stand vor ihr auf, drehte sich um und kletterte aus dem Quell. Sie ertappte sich dabei, wie sie seinen Hintern anstarrte, bis er sich abgetrocknet hatte.

‚Was wollt Ihr nun tun, der Winter hat gerade erst begonnen und der Senator…!‘ fragte er, als er sich eine frische Hose angezogen hatte und wieder zum Quell trat.

Sie hielt ihm seine nasse Hose hin und lächelte: ‚Nachdem die Alemannen meine Hütte niedergebrannt haben, werd ich wohl hier bleiben! Und der Senator wird mich nicht mehr wollen, wenn ich einen Bastard unter meinen Herzen trage.‘

Er wrang seine Hose aus, hängte sie sich lässig über die Schulter und hielt ihr dann seine frische Tunika hin. Sie stand auf und schritt ihm lächelnd entgegen. Wie gebannt konnte er nichts anderes tun, als auf ihre Brüste zu starren, bis er sie in die Tunika wickelte, anstatt ihr beim Anziehen zu helfen. Bevor er sie küssen konnte, unterbrach sie ihm wieder:Erzählt mir von Eurem dritten Bastard!‘

‚Roar ist beim Centurio!‘ begann er zu erzählen und schon wieder unterbrach sie ihn einfach.

‚Ihr habt immer so einen traurigen Unterton, wenn Ihr von Eurem Centurio sprecht.‘

‚Habe ich das?‘

‚Was fehlt ihm denn?‘

‚Fehlen? Er hat Morbus Comitialis!‘

‚Dann werde ich morgen gerne mit Euch gehen und nach Eurem Centurio sehen, auch wenn ich dann vielleicht in die Fänge des Senators gerate.‘

‚Ihr habt recht, der Senator wird Euch nicht mehr haben wollen, nachdem die Alemannen die Herrin vom Quell so übel zugerichtet und geschändet haben.‘

‚Discordia wird deine Worte hoch erfreuen. Doch Concordia ich bitt dich!‘ sprach sie ehrerbietig zu den Göttern.

Rätien – Winter 230 – Unter Wasser im göttlichen Nass

Rätien – Winter 230

Unter Wasser im göttlichen Nass

800PX-~1‚Jetzt beschäm ich Euch doch?‘ stöhnte der Optio ihr erschöpft ins Ohr, während er sie immer noch fest in seinen Armen hielt.
‚Nein, tut Ihr nicht!‘ flüsterte sie leise, löste sich aus seiner Umklammerung und tauchte lautlos zwischen seinen Beinen ab. Seine Hose schwamm irgendwo einsam im Wasser und er konnte ihren nackten Körper im Wasser nur erahnen.
Ihm stolperte ein kleines Stöhnen aus der Kehle, als sie unter Wasser seinen Schwanz in den Mund nahm und langsam begann daran zu saugen. Ein paar Bläschen ihrer Atemluft entfleuchten aus ihrem Mund und blubberten an ihrem Gesicht vorbei und stiegen in die Höhe, um an der Wasseroberfläche zu zerplatzen. Der Moment schien ihm ewig zu dauern und irgendwie ganz tief in seinem Kopf hatte er ein Bisschen Angst, sie könne einfach ersticken. Aber eigentlich wollte er dass sie nie wieder mit dem aufhören würde, was sie gerade tat.
Doch in dem Moment, wo er genüsslich die Augen schloss, um sich ganz fallen zu lassen, lies sie abrupt von ihm ab und tauchte auf, um schwer atmend Luft in ihre Lungen zu ziehen. Er atmete genauso schwer wie sie, obwohl er eigentlich nichts getan hatte.
Das Wasser lief ihr aus den Haaren übers Gesicht und sie grinste ihn breit an, bevor sie sich wieder auf seinen Schoß setzte. Sein Schwanz glitt wie von selbst in sie hinein und sie stöhnte auf, als er ihr sie am Hintern packte und ihr seine Hüfte energisch entgegen schob. Trotz dem Gefühl im Wasser völlig schwerelos zu sein spürte er ihre Enge.

Als würde ihr Leben davon abhängen, klammerte sie sich an ihn und küsste ihn energisch. Wie eine Ertrinkende saugte sie ihm die Luft aus den Lungen, während ihre Bewegungen immer schneller wurden.
Kurz bevor er sich wieder in sie ergossen hätte, lies sie sich nach hinten fallen und ihr Schoß trennte sich von seinem Schwanz. Sie drehte sich im Wasser, tauchte wieder ab und nahm erneut seinen zum Bersten gespannte Schaft in den Mund und lies ihn dabei tief in ihrem Rachen gleiten.
Ihm war so, als würde er dem Wahnsinn anheim fallen, als sie wieder kurz vor seinem Höhepunkt ihren Mund von seinem Penis trennte. Diesmal konnte er nicht an sich halten, bis sie wieder zu ihm kam. Er folgte ihr, wie ein hungriges Tier, dass seine Beute gewittert hatte, in die Mitte des Quells und packte sie, als sie wieder aufgetaucht war.
Mit einer liebevollen Handbewegung strich er ihr das Wasser aus dem Gesicht und küsste sie dann hart und unnachgiebig, während er sie an die andere Seite des Quells trieb.
Als sie mit dem Rücken gegen die kalte Felswand stieß, drängte er seinen geschwollen Speer wieder in ihr Allerheiligstes.
Die nächsten Momente verschwammen im Nebeldunst des Wasserdampfes um sie herum und alles was nun folgte schien endlos zu dauern, wie als würden sie beide den selben Traum träumen. Vor ihrem inneren Auge kamen wieder andere Bilder und sie riss die Augen weit auf, als sie in eine Vision ihrer Herrin hinein glitt, während der Optio immer und immer wieder seinen harten Schwanz in sie hineintrieb. Sie hörte ihre Göttin in ihrem Kopf und schloss die Augen: ‚Dein Schoß ist zwischen den Flüssen, dieses Kind käme so sicher! Ihm ist Großes vorbestimmt, wenn der Adler fällt, steigt der weiße Hengst aus dem Blut der Feinde und triebt seinen silbernen Speer tief in die Kehlen der Ungläubigen. Doch der Adler wird fallen, und keiner wird es je vermögen, ihn wieder aufzurichten.‘

Als er sich stöhnend in sie ergoss, riss sie die Augen erneut auf und stöhnte unter der Qual der Erkenntnis, das dies nun der Scheideweg in ihrem Leben war. Ihr Körper zuckte noch, als er sie liebevoll in seine Arme nahm und mit ihr ans andere Ende des Quells schwamm. Erschöpft lies er sich auf den Stufen nieder und zog sie auf seinen Schoß. Sie legte einen Arm um seinen Hals und lehnte ihre errötete Wange an seine behaarte Brust. Wasserperlen spiegelten das Licht der Fackeln auf seinem Brusthaar und sie schmiegte sich an ihn, während er ihren Rücken streichelte. Er spürte wie ihr Körper immer noch von einem immer wieder kehrenden Zucken durchfahren wurde. Und sie brauchte eine ganze Weile, bis sie ihren Körper wieder unter Kontrolle hatte.
‚Der Adler wird fallen und keiner wird es je vermögen, ihn wieder aufzurichten.‘ sprach sie langsam und schleppend, als würde sie unter einem Bann stehen.

Fortsetzung folgt… bald!

Rätien – Winter 230 – In der Hitze der Quelle

Rätien – Winter 230

In der Hitze der Quelle

800PX-~1Heißer Wasserdampf stieg vom Quell auf und wenn es einen stummen Beobachter gegeben hätte, hätte er rein gar nichts erblicken können, außer der Feuerschein der Fackeln, der vom Wasserdampf gedämpft wurde. Aber er hätte den Quell munter plätschern hören können und das Knistern der Fackeln, dieser stumme Beobachter wäre einzig zum Zuhören verdammt. Und er hätte nur erahnen können, was sich da im Wasser abspielte. Nachdem aber niemand in der Höhle war, außer den zwei nackten Körpern, die sich im heißen Quellwasser rekelten und sich eng umschlungen an ihrem Leben erfreuten, taten sie es ungezwungen. Nur Epona die Pferdeherrin würde bestimmt einen Blick erhaschen wollen, immerhin war es ja, die von ihr auserwählte Eponageweihte und ihr Lebensretter, die im Quell zu Gange waren. Und das was sie taten, war durchaus im Sinne der Göttin.
Man hätte eigentlich denken können, wenn man sich es anmaßen würde, über die Götter so schändliche Gedanken zu denken, dass es den Göttern langsam überdrüssig werden würde, ihren Menschenkindern dabei zuzusehen, wie sie in ihrer Demut den Liebesakt vollziehen und dann verschwitzt Reuegebete gen Himmel sandten, während sie ihren Samen in eine beliebige Körperöffnung entließen.
Nur in diesem besonderen Fall blickten die Götter wohl alle vom Himmel herab, denn der Moment war so unschuldig und rein, wie sie es wohl selten zu Gesicht bekamen. Und eben ganz vorne an die Pferdeherrin Epona, die, auch wenn ihre beiden Schützlinge sie nicht sehen konnten, lächelnd ihre Rosenblätter ins Wasser streute und sich erfreute, dass  in dieser kalten Winternacht ein neuer Krieger gezeugt wurde.
Dieser Kriegersohn würde, wenn der Adler fällt, auf einem weißen Hengst zu Felde ziehen und würde mit seinem silbernen Speer den ungläubigen Alemannen ihre Mordlust in ihren stinkenden Rachen zurück stopfen.
Aber wer konnte schon so genau sagen, was die Götter denken oder tun, während sie nackten Menschenkindern beim Kopulieren zuschauten. Nur eines war gewiss, sie lachten bestimmt über die merkwürdigen Gesichter derer, die ihren Höhepunkt erlebten.
Keiner konnte es ahnen und niemand wird es je erfahren, außer die Herrin der Quelle, die genau in diesem Moment einen Augenblick erhaschen konnte, denn sie sah vor ihrem inneren Auge, was die Götter gerade in dem Moment trieben, als sie ihnen genau dabei zuschauten. Und eines konnte sie sicher sagen, dass die Pferdeherrin ebenso lächelte und ihr ein verträumten Seufzer aus dem Mund purzelte, der bei ihnen als eine kühle Brise ankam, als er sich stöhnend ergoss, während die Herrin der Quelle sich wimmernd mit weit aufgerissenen Augen an seinen nackten Körper klammerte.

Fortsetzung folgt… ganz bestimmt!

Rätien – Winter 230 – Im Quell der Götter

Rätien – Winter 230

Im Quell der Götter

800PX-~1Wütend schlug Valeria dem Optio ins Gesicht und schrie ihn an: ‚So lange du Schmerzen hast, lebst du noch und jetzt hilft mir deine Rüstung auszuziehen!‘

Er schüttelte erschrocken den Kopf und blickte sie entsetzt an. Sie rückte näher an den Optio heran und zog an der Rüstung, es gab ein widerlich saugendes Geräusch, als sie die Brustplatte von der Wunde gezogen hatte. Mit seiner Hilfe schaffte sie es schließlich ihn von seiner Rüstung zu befreien. Er musste sich auf die Zunge beißen, um nicht vor Schmerz zu schreien.

Noch bevor die Rüstung auf den Steinboden krachte, griff sie schon unter seine Tunika und presste ihre Hand auf die Wunde. Mit der anderen Hand schöpfte sie das warme Wasser der Quelle auf seine Verletzung. Sein ganzer Körper bebte unter ihren Berührungen.

Fast besinnungslos rutschte er an ihr vorbei über den Rand ins Wasserbecken. Sie konnte ihn gerade noch an der Tunika festhalten, doch er rutschte wie ein nasser Sack aus seiner blutigen Tunika und tauchte sofort mit dem Kopf unter Wasser. Hastig warf sie die Tunika fort, griff ihm unter die Arme und bugsierte ihn schwerfällig auf eine der, in den Stein gehauenen, Stufen, die in den Quell führten. Zumindest war der Kopf wieder aus dem Wasser und sie konnte sich seine Verletzung genauer ansehen, auch wenn sie unter der Wasseroberfläche war. Aber noch eine Stufe würde sie ihn nicht hoch hieven können, dafür war er zu schwer.

Das Wasser färbte sich rot von seinem Blut. Leicht panisch tauchte sie ab, um ihren Mund auf seine Wunde zu legen. Der Schmerz lies ihn fast wahnsinnig werden, doch er schrie nicht. Sein Kopf wurde schwer und er kippte nach hinten, bis die nächste Stufe seine eher unfreiwillige Bewegung aufhielt. Der Segen einer Ohnmacht nahm nicht lange von ihm Besitz. Der Schmerz riss ihn wieder ins Licht. Schwer atmend starrte er aufs Wasser. Die Herrin der Quelle lag in seinem Schoß. Im nächsten Moment war sie verschwunden und er dachte schon, dass er träumen würde. Es musste ein Traum sein…

Ihm blieb fast das Herz stehen, als sie zwischen seinen Beinen wieder auftauchte. Sein Blut ran aus ihrem Mund, dennoch lächelte sie. Zwischen ihren Zähnen hatte sie etwas, was er im Schimmer der Fackeln blitzen sehen konnte. Langsam führte sie ihre Hand zum Mund und förderte die abgebrochene Spitze eines Speers zu Tage.

‚Die hätte Euch fast das Leben gekostet. Wie konntet Ihr damit nur laufen, geschweige denn reiten?‘ fragte sie und drückte weiter die andere Hand auf seine Wunde.

‚Ich hatte einen Auftrag und dann hab Ihr mich verzaubert.‘

Sie lächelte ihn an und fragte: ‚Wie kann ich mich nur erkenntlich zeigen?‘

‚Das wollte ich Euch auch gerade fragen!‘ erwiderte er schlagfertig. ‚Oder werde ich doch sterben?‘

Sie stand einfach auf, beugte sich vor, legte die Speerspitze an der obersten Stufe ab und küsste lächelnd seine Nase, als sie sich wieder ins Wasser setzte und abtauchte. Er blickte sie mit offen stehenden Mund verträumt an. Langsam schwamm sie wieder in seine Richtung und hielt sich an seinen Oberschenkeln fest, dabei streifte sie sein Gemächt und flüsterte dann geheimnistuerisch: ‚Und solange der kleine Optio da unten sich noch so freut mich zu sehen, werdet Ihr bestimmt nicht sterben!‘

‚Ihr beschämt mich, Herrin der Quelle!‘

‚Es hat aufgehört zu bluten!‘ meinte sie, setzte sich auf seinen Schoß und küsste ihn auf den Mund. ‚Darf ich Euch um einen Gefallen bitten!‘

‚Alles was Ihr wollt!‘ stöhnte er.

‚Nehmt mich, bitte!‘

‚Bitte was?‘ rief er entsetzt und sie verschloss ihm mit ihrem Mund den Seinen, um ihm am reden zu hindern und fuhr dann selbst fort, bevor er auch nur Luft holen konnte.

‚Die Alemannen haben mich nicht angerührt, sie haben sich nicht getraut die Herrin der Quelle zu schänden!‘

‚Bei allem gebührenden Respekt, ich werde Euch nicht schänden!‘

‚Wenn ich nicht mehr unberührt bin, wird der Senator mich nicht mehr mit seinem schwindsüchtigen Sohn verheiraten wollen.‘

‚Und wenn Ihr Eure Gabe verliert?‘

‚Ich werde in meiner Quelle nichts verlieren außer meine Unschuld!‘

‚Gut, verehrte Valeria. Ich bin Euch überaus dankbar, dass Ihr mein Leben gerettet habt, Ihr hättet es nicht tun müssen, obgleich ich Eures gerettet habe. Wenn es nun Euer Wunsch ist, werde ich mit Euch Liebe machen. So nennt man das nämlich. Ich hab heute schon genug Gewalt gesehen und ich habe es satt, dass sich jeder einfach nur das nimmt was er will.‘

‚Mein lieber Optio, jetzt beschämt Ihr mich!‘ flüsterte sie und küsste ihn wieder. Ihre Hände wanderten zu seiner Hose und nestelte sie behutsam auf.

Fortsetzung folgt… vielleicht… bald!

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