Rätien – Winter 230 – Der Quell der Götter

Rätien – Winter 230

Der Quell der Götter

800PX-~1Der Optio brachte Valeria in die Höhle, wo ihm die beiden Späher aufgeregt entgegenliefen.

‚Wo ist dieser Quell?‘ schrie er sie fast an.

‚Folgt mir!‘ rief Ask, der bereits eine Fackel in Händen hielt und loslief. Der Optio folgte ihm durch einen langen Gang, der vom anderen Ende der Höhle in eine weitere Kammer führte. Die Beiden hatten überall Fackeln entzündet, so dass sich ein angenehm warmer Lichtschimmer in der ganzen Höhle ausgebreitet hatte und sich inmitten der Höhle in einem azurblauen Quell widerspiegelte. Während er mit offenem Mund diesen Naturtempel bestaunte, lag sie immer noch bewusstlos in seinen Armen.

‚Der Quell der Pferdeherrin Epona!‘ rief Ask ganz aufgeregt und verschwand gleich wieder. Ihm war es irgendwie unangenehm so nah bei den Göttern zu sein.

Vom Wasser stieg Dampf auf und es sprudelte, obwohl das Becken keinen sichtbaren Zulauf hatte. Das Wasser musste direkt aus den Tiefen des Berges kommen.

Huldvoll legte er sie am Rande der Quelle ab und half ihr aus den Schuhen und wickelte ihr die Beinwickel ab, die sie vor der Kälte hätten schützen sollen. Sie fühlte sich kalt an und er bekam es mit der Angst zu tun. Hastig wickelte er sie aus der Decke und bugsierte sie an den Rand des Wasserbeckens. Als ihre Zehenspitzen das Wasser berührten, erwachte sie wieder und zog die Beine an, um sie einen Moment später ins Wasser gleiten zu lassen. Dampf stieg auf und man konnte neben dem Knistern der Fackeln, nur ein paar Tropfen hören, die von der Höhlendecke prasselten.

Gedankenverloren hielt er sie immer noch fest, bis sie zu ihm nach oben blickte und ihn liebevoll, aber erschöpft anzulächeln. Es kam ihr kein Wort über die Lippen, aber er konnte ihre Stimme in seinem Kopf sprechen hören und einen Moment spürte er ihre Stimme von den Wänden widerhallen. ‚Du musst mich jetzt loslassen!‘

Und er ließ sie schweren Herzens los. Ihr Körper glitt wie eine Schlange ins Wasser und die Überreste ihres Kleides bauschten sich über den Luftblasen im Wasser auf und erlaubte ihm einen verschämten Blick auf viel nackte, weiße Haut.

Der Anstand erlaubte es ihm nicht eine, einem anderen Mann versprochene, Frau anzublicken, so wand er hastig seinen Kopf ab, noch bevor ihm gewahr wurde, dass ihm die Schamesröte ins Gesicht stieg.

Nach einem langen Moment spürte er eine nasse Hand an seinem Knie. Er erschrak, drehte sich aber nur langsam wieder in Richtung Becken. Ihm war gar nicht klar, dass er immer noch neben dem Quell gekniet hatte. Sie hielt ihm wortlos ihr Kleid hin. Ebenso wortlos nahm er das tropfende, zerrissene Etwas entgegen und versuchte ihr nicht wie ein Idiot auf die nackten Bürste zu starren. Er konnte sich nicht erinnern wann er das letzte Mal eine nackte Frau gesehen hatte. Und bevor ihm gewahr wurde, dass er sie doch angestarrt hatte, wand er sich schon ab, stand hastig auf und ging festen Schrittes aus der Höhle, durch den Gang zurück zu den beiden Spähern. Die Beiden striegelten fast schon andächtig vier Pferde, die sie bis auf seinen Gaul auch alle gestohlen haben mussten.

Kopfschüttelnd hielt er ihnen das Kleid hin und fragte: ‚Könnt ihr beiden diebischen Elstern da noch was retten?‘

Kjeld grinste ihn an und meinte: ‚Erstmal trocknen wir das Kleid und dann sehen wir weiter. Wir haben aber auch noch Stoffe gefunden, die Herrin der Quelle wird morgen angemessen gekleidet sein!‘

‚Und bis dahin kriegt sie meine andere Tunika!‘ meinte der Optio und starrte wie hypnotisiert auf einen Altar, den sie für die Pferdeherrin Epona errichtet hatten. ‚Ich wusste nicht, dass euch die Pferdeherrin so viel bedeutet.‘

‚Vergesst nicht, dass wir, wie Ihr aus Gallien stammen und Epona war immer an unserer Seite und selbst hier in Rätien wurde ihr dieses Quell geweiht.‘

Er griff nach seiner Tasche und holte die beiden Schriftstücke heraus. ‚Und was ich nie verstanden habe, warum die Götter mich zu einem freien Mann und euch zu Sklaven gemacht haben, wo wir doch alle aus dem selben Holz geschnitzt sind.‘

Feierlich drückte er Ask die beiden Schriftstücke in die Hand und rief: ‚Wenn wir morgen diesem geweihten Ort verlassen, werden wir alle freie Männer sein und euer Bruder Roar wird beim Centurio als freier Mann auf euch warten. Euch ist dann selbst überlassen, wo ihr hingehen wollt.‘

Dann griff er hastig sein Gepäck, wand sich ab und verschwand wieder im Gang. Das Schicksal der drei Brüder ging ihm sehr nahe und musste sich jetzt wirklich zusammen reißen. Die Entscheidung lag bei ihnen, was sie nun mit ihrer Freiheit anstellen würden.

Als er wenig später wieder zum Quell kam, lag Valeria mit ausgestreckten Armen völlig regungslos im Wasser und ihre Wunden schienen wie fortgespült worden zu sein. Er wickelte sein Bündel auf und legte ihr eine leichte Tunika neben den Quell.

Sie öffnete die Augen und lächelte ihn zufrieden an, während sie sich wieder in die Senkrechte begab.

‚Ich hab Euch meine Tunika gebracht, ich bin mir nicht sicher, ob die Jungs Euer Kleid retten können!‘ Seine Stimme hallte vom Höhlendach zurück und er zuckte deswegen zusammen. Hitze stieg in ihm auf und es lief ihm gleichzeitig ein kalter Schauer über den Rücken. Ihm wurde schwindlig und in seinem Kopf rauschte ein pfeifendes Summen.

Langsam schwamm sie zu ihm rüber und flüsterte ihm ein ‚Danke!‘ zu. Dieses eine Wort flatterte wie ein Schmetterling zu ihm rüber, die Schamesröte stieg wieder in ihm auf oder war es Fieber? Als er sich beschämt abwenden wollte, zuckte er schmerzverzerrt zusammen. Ihm blieb die Luft weg und er kam ins Straucheln. Er wäre beinahe in den Quell gestützt, wenn sie nicht aufgestanden wäre, um ihn festzuhalten. Er brach auf die Knie und griff nach seiner Rüstung, während er erstickt nach Luft schnappte. Doch sie hatte bereits nach seiner Tunika gegriffen, die sich unter seiner Rüstung bereits mit Blut vollgesogen hatte. Ein Geräusch des Unmutes kam ihr über die Lippen und sie fing ihn an zu schimpfen, während sie begann seine Rüstung aufzufädeln: ‚Ihr seid selbst verletzt und tragt mich auch noch in der Gegend rum?‘

‚Ich dachte es wäre nichts.‘ stotterte er, bevor er seitlich umstürzte.

‚Nichts… suppt gerade Eure Tunika voll. Ihr müsst mir helfen eure Rüstung auszuziehen…!‘ meinte sie, bis ihr die Stimme brach. Das sie völlig nackt war, schien ihr überhaupt nichts auszumachen und er bemerkte es erst gar nicht. Unter Schmerzen rappelte er sich wieder ein Stück weit auf und während er mit fahrigen Handgriffen versuchte, sich ab zurüsten, wurde ihm wieder schwarz vor Augen. Währenddessen zog sie seine Schuhe aus und wickelte seine Beinwickel ab. Als sie bemerkte, dass ihm wieder die Sinne schwanden, lies sie seine nackten Beine ins Wasser gleiten. Er kam wieder so weit zu sich, dass er nun doch bemerkte, dass sie nackt vor ihm im Wasser stand. Langsam bewegte sie sich zwischen seine Beinen und zog ihn an seinen Armen in eine aufrechte Postion, während sie ihn anschmunzelte: ‚Ich dachte immer, Legionäre tragen nichts außer sich selbst unter ihrer Tunika?‘

‚Nicht im Winter!‘ stöhnte der Optio vor Schmerz.

Langsam lehnte sie sich über seinen Schoß und nestelte weiter an seiner Rüstung. Er konnte das Gewicht ihrer Brüste auf seinem Gemächt spüren. Seine Sinne gingen wieder auf Wanderschaft und wenn er nun in den Händen der Eponageweihten sterben sollte, hatte er das erste Mal in seinem Leben das Gefühl erleben dürfen, dass die Götter sein Herz berührt hatten.

Fortsetzung folgt…

Rätien – Winter 230 Hinterm Dickicht und noch viel weiter…

Rätien – Winter 230

Hinterm Dickicht und noch viel weiter…

800PX-~1Der Optio verschwand mit seinem Pferd im Wald und der Hund führte ihn wieder den Hügel hinauf. Das Alemannenlager war bereits geplündert worden. Der Hund führte ihn weiter in Wald hinein.
Irgendwann wurde der Wald so dicht, dass er absitzen musste und sich mit seinem Pferd durch das Unterholz zwängen musste. Es war kaum zu glauben, am Ende des Dickicht blickte er in die Pfeilspitzen von Ask und Kjeld. Ihm blieb fast das Herz stehen.
Die beiden waren völlig verdreckt, ein wenig verstört und sogar verletzt, dabei hatten sie  doch vorhin gar nicht gekämpft?
‚Wollt ihr mir die Augen ausstechen?‘ rief der Optio aufgebracht.
‚Nein, Herr!‘ riefen die Beiden.
‚Was ist geschehen?‘
‚Nichts!‘ kam es aus beiden Mündern gleichzeitig.
‚Warum glaub ich euch nicht? Wo ist das Mädchen?‘
‚Mädchen?! Sie kämpft wie ein ganzes Rudel Wölfe!‘ rief Ask schnippisch.
‚Was habt ihr mit ihr gemacht?‘
‚Wir mussten sie an den Baum binden, sie wollte nicht mal, das wir ihre Wunden versorgen!‘ erklärte Kjeld.
‚So wie ihr im Moment ausschaut, würd ich von euch auch nichts annehmen.‘ meinte der Optio und lies die Beiden einfach stehen.
Sie hatten die Frau tatsächlich an einen Baum gefesselt und geknebelt. Aber sie hatten sie auch sorgsam auf ein Fell gesetzt und zugedeckt. Der Optio blickte sich um. Es schien so, als hätten die beiden ganz allein das Alemannenlager ausgeräumt, während die Schlacht getobt hatte. Die Beiden schleppten nun einige Dinge hinter einen Felsvorsprung und verschwanden scheinbar in einer Höhle.
Er trat neben die Frau und flüsterte ihr mit ruhigen Ton zu: ‚Valeria Julia, Tochter des ehrenwerten Decurio Primus Saturninus? Ich bin Optio Marcus Lucius!‘
Sie öffnete ein Auge, nickte und blickte ihn finster an.
‚Ich muss mich für meine beiden Späher entschuldigen. Sie hatten eigentlich den Auftrag Euch in Sicherheit zu bringen und Euch zu versorgen. Ihr habt die beiden ganz schön verschreckt.‘ erklärte er, ohne sie jedoch für irgendwas zu beschuldigen.
‚Tee und was Warmes zu essen!‘ meinte Ask und schob ihm eine Schale und einen Becher hin. Und Kjeld brachte heißes Wasser und das Verbandszeug.
‚Ich nehm Euch den Knebel ab, wenn Ihr mir versprecht nicht zu schreien.‘
Sie nickte nur. Vorsichtig versuchte er ihr so behutsam wie möglich den Knebel abzunehmen. Er hatte Mitleid mit der Frau, er konnte in ihren Augen sehen, was sie durchgemacht haben musste, auch wenn sie versuchte ihn mit ihren Blicken töten zu wollen, wollte er sie nur beschützen.
Sie blickte ihn einfach nur verächtlich an und zischte ihm zu: ‚So klein und schon bei der Legion?‘
Er lächelte milde, kniete sich langsam hin und meinte, während er versuchte ihr die verfilzten und verdreckten Haare aus dem Gesicht zu streichen: ‚Die Größe eines Mannes misst sich nur nach seinen Taten!‘ Ganz beiläufig nahm er ihr die Fesseln ab, während sie ihn weiter argwöhnisch beobachtete.
‚Schickt Euch der Senator? Wollt Ihr mich nun auch verschleppen und zu seinem Bastard bringen?‘ zischte sie ihm wieder zu, während sie sich mit zitternden Fingern ihre Handgelenke rieb. Der Impuls ihm ins Gesicht zu spucken, blieb ihr im Halse stecken. Ihr Mund war so trocken, dass sie nur Husten konnte.
‚Mich schickt mein Centurio und ich werde nichts tun, was Ihr nicht wollt! Senator hin oder her.‘ meinte er bestimmt und seine herrische Art brachte sie völlig aus dem Konzept, weil er ihr gleichzeitig mit einem feuchten Tuch zaghaft übers Gesicht wischte. Als ihr Husten in ein ersticktes Keuchen überging, rieb er ihren Hals und ein paar beruhigende Laute huschten ihm über die Lippen, während er nach dem Becher hangelte. Er versuchte ihr den Becher in die Hand zu drücken. Doch sobald das Gewicht des vollen Bechers in ihren Händen lag, fingen ihre Hände an zu beben, so dass sie beinahe den warmen Tee verschüttet hätte, wenn er ihr nicht zur Hand gegangen wäre. Also flößte er ihr behutsam den Tee ein und wischte ihr liebevoll übers Gesicht, weil sie sich beim Trinken bekleckert hatte. Er stellte den Becher ab und nahm die Schüssel mit dem Essen. ‚So und jetzt noch ein paar Bissen…!‘

Während er sie fütterte, liefen ihr ununterbrochen die Tränen übers Gesicht. Beruhigende Laute huschten ihm wieder über die Lippen, doch sie schien nun völlig zusammenzubrechen. Hastig stellte er das Essen bei Seite und nahm sie in den Arme. Sie klammerte ihre Arme um ihren Körper und schluchzte herzzerreißend. Ihr Schluchzen ging ihm durch Mark und Bein und erschreckenderweise erregte es ihn.
Er rückte ein Wenig von ihr ab, hielt sie aber immer noch in seinen starken Armen und streichelte ihren Rücken. Dabei versuchte er ihr gut zu zureden: ‚Es wird alles wieder gut! Ihr seid jetzt in Sicherheit! Ich lass nicht zu, dass Euch was passiert!‘
Es schien so, als könne er sie gar nicht mehr beruhigen, also meinte er irgendwann mit fester Stimme: ‚Wollen wir uns nicht erst Eure Verletzungen anstehen?‘
‚Dafür könnte es schon zu spät sein.‘ schluchzte sie und schlug die Decke zurück. Ihr ehemals weißes Kleid, war nicht nur völlig zerrissen und dreckverschmiert, sondern auch blutüberströmt und sie hielt nun eine Hand auf eine Wunde gepresst.
‚Warum habt Ihr denn nichts gesagt? Die Beiden hätten euch versorgt!‘
‚Bringt mich zum Quell, nur die Götter können noch über mein Schicksal entscheiden!‘ keuchte sie über seine Schulter hinweg. Sie wirkte abwesend und ein schmerzverzerrtes Zucken entstellte ihr Gesicht für einen Moment, bis es sich wieder entspannte. Noch bevor sie bewusstlos zusammensinken konnte, wickelte er sie wieder in die Decke und hob sie auf.

Fortsetzung folgt…

Rätien – Winter 230 – Der steinige Weg nach Castra Biriciana

Rätien – Winter 230

Der steinige Weg nach Castra Biriciana

800PX-~1Die Berittenen stand bereits mit dem Pferd Beifuß im Hof und wartete darauf, dass der Optio sie anführen würde. Doch der Optio betrat leise die Gemächer des Centurio, der in seinem Bett lag und wohl gerade wieder erwacht war.

‚Hab ich mir Schande gemacht?‘ zischte der Centurio Roar zu, der vor seinem Bett kniete, während sein Hund zu seinen Füßen lag und den Optio interessiert anblickte.

‚Nein, Herr! Aber der Optio weiß…!flüsterte Roar ihm zu.

‚Der Optio ist ein Freund.‘ flüsterte der Centurio und zeigte auf ein Tischchen neben seinem Bett. ‚Bring mir die Kiste, dort auf dem Tisch!‘

‚Ja, Herr!‘

‚Ich möchte, dass ihr wisst, dass ihr frei seid, wenn der Adler fällt.‘

‚Nein Herr! Wir bleiben an eurer Seite.‘

‚Ihr seid mir nichts schuldig.‘

‚Aber den Göttern sind wir es schuldig.‘

‚Ask und Kjeld gehen mit dem Optio.‘

‚Und du Roar achtest auf den Großen. Er hat mir versprochen mit mir Wein zu trinken, wenn ich wieder da bin.‘ meinte der Optio ernst.

Der Centurio nahm zwei gesiegelte Schriftstücke aus der Kiste und gab sie dem Optio. ‚Gib sie den Beiden und lass sie frei. Wir sehen uns oder auf der anderen Seite.‘

‚Wir trinken Wein miteinander, so oder so!‘

Der Centurio machte ein schnalzendes Geräusch und blickte seinen Hund an. ‚Bring mir den zähen Hund heil zurück, Marcus Lucius!‘

‚Manchmal weiß ich nicht, ob du mit mir sprichst oder mit dem Hund.‘

‚Es könnte daran liegen, dass der Hund des Herren Marcus Lucius heißt!‘ meinte Roar und half dem Centurio auf.

Der Optio nahm die beiden Schreiben, packte sie in seine Tasche und ging nach draußen, der Hund folgte ihm. Als er auf seinem Pferd saß, trat der Centurio in den Hof und sofort verstummten alle. Roar hatte ihm in Windeseile seine Rüstung angezogen und ihm das Fell eines Wolfes über die Schultern gelegt. Es roch nach Schnee. Der Centurio atmete tief ein und sprach mit lauter und fester Stimme: ‚Die Alemannen haben den Limes überschritten, um uns nach dem Leben zu trachten. Doch heute ist aber kein guter Tag zu sterben. Wir werden nicht zu lassen, dass der Adler fällt!‘

Ein lautes ‚Ahu!‘ erschallte über den Hof und die Berittene zog durchs Tor aus.

Die beiden Sklaven Ask und Kjeld liefen zu Fuß neben den Pferden her und der Hund war schon nicht mehr zu sehen, als sie die steinerne Straße in den Wald führte.

Der Bote ritt neben dem Optio und fragte ‚Warum die beiden Wilden?‘

‚Ich traue den beiden ‚Wilden‘ mehr als euch!‘

‚Sag der Hund des Herrn über die Benefiziarier!‘

‚Die Berittene sind keine Benefiziarier und jetzt zurück auf deinen Platz, Legionär!‘ meinte der Optio ernst. Die beiden Späher liefen links und rechts in den Wald und waren nicht mehr gesehen, bis sie am Nachmittag wieder auf den Weg brachen, um mit dem Optio zu flüstern.

Er gab das Zeichen zum Absitzen, alle seine Decurio kamen zu ihm und er besprach sich mit ihnen. Er hatte einen Plan.

Die Truppe teilte sich auf, der größte Teil ritt ohne Pause weiter nach Biriciana und sie nahmen den Boten mit sich. Eine gut ausgewählte Decurie machte mit dem Optio und den Spähern einen kleinen Abstecher in den Wald. Die beiden Späher hatten nicht nur die Alemannen im Wald entdeckt. Allen Anschein nach, hatten die Alemannen auch einige Gefangene gemacht.

Die Pferde versteckten sie in einer Schlucht und krochen einen Berghang hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter, um sich lautlos dem Lager der Feinde zu nähern. 

Ihre List ging auf, als die Alemannen die Berittenen auf der Straße entdeckten, nahmen sie sofort die Verfolgung auf. Sie ließen die Gefangenen und Verwundeten zurück und die paar Mann, die sie zur Bewachung im Lager gelassen hatten, waren schon bald tot.

Die Gefangenen waren Männer von Centurio Titus Antonius. Also waren doch nicht alle tot. Der Optio hatte dem Boten eh nicht über den Weg getraut.

Die Gefangenen erzählten, dass die Alemannen eine Frau gefangen genommen hatten, die sie als die weiße Hexe bezeichnet hatten. Sie war in der Gegend allerdings als die weiße Frau bekannt, die sich um die Armen und Kranken aus der Umgebung kümmerte. Nachdem sie das ganze Alemannenlager auf den Kopf gestellt hatten, fanden sie die Frau gefesselt und geknebelt im Zelt des Anführers. Sie war wohl gefoltert worden und lag in ihrem eigenen Blut bewusstlos neben der Feuerstelle. Die beiden Späher brachten die Frau und die verletzten Legionäre zu den Pferden. Der Hund folgte ihnen. Während der Optio mit den restlichen Legionären die Alemannen verfolgte.

Es kam zu einer Schlacht und die Alemannen wurden von zwei Seiten eingekesselt. In Biriciana war die Ala I Hispanorum Auriana stationiert und gegen die Übermacht der spanischen Reiterkompanie konnten die Alemannen nicht ankämpfen.

Nach der Schlacht wurden die Legionäre des Optio in Biricianaaufgenommen und versorgt. Der Optio machte Meldung und verabschiedete sich so bald er abkömmlich war, da er sein Pferd im Wald gelassen hatte.

Als er vor die Tore Biricianas trat, kam ihm einer der Legionäre von Titus Antonius entgegen und übergab ihm sein Pferd. Auch die letzten Verwundeten wurden nun herein gebracht.

Der Optio konnte am Waldrand den Hund aufgeregt auf und ablaufen sehen. Er saß auf und preschte mit seinem Pferd los. Die Sonne war schon fast untergegangen und die Kälte umfing ihn. Vereinzelte Schneeflocken tanzten vom Himmel, er konnte seinen Atem sehen, als er in den Wald ritt. Er würde sich an das Wetter in Rätien nie gewöhnen können.

Fortsetzung folgt…

Rätien – Winter 230 – Centenarium Benefiziarier

Rätien – Winter 230

Centenarium Benefiziarier

800PX-~1‚Die Alemannen haben den Limes überquert!‘ konnte man einen Meldereiter rufen hören, der hastig von seinem Pferd sprang. Er hastete ihm entgegen, hielt einigermaßen ehrerbietig inne und lief dann weiter zur Wache des Centurio, die ihn ohne Fragen zu stellen in die Amtsstube des Centurio einließen. Er war dem Boten gefolgt und lief kopfschüttelnd an den Wachen vorbei und zischte ihnen hastig seinen Unmut darüber zu. Sie hatten den Fremden nicht mal untersucht. Wenn es nun ein Attentäter war. Es war nicht das erste Mal, dass die Alemannen versucht hatten in ihr kleines Kastell einzudringen, um den ‚Kleinen Centurio‘ zur Strecke zu bringen. So nannten sie ihn. Nur war sein Centurio alles andere als klein. Er war ein Hüne von einem Mann und er war sein Centurio! Er hatte eine teils berittene Zenturie unter sich und die Benefiziarier, die sich um die Sicherheit auf der Straße kümmerten, die vom Limes ins Landesinnere führte. Er war ein angesehener Mann und Kriegsherr gewesen. Was ihn diesen unsäglichen Posten bei den Benefiziarier eingebracht hatte, hatte er sich nie getraut zu fragen, obwohl er schon seit Jahren an seiner Seite war. Er war als einfacher Legionär zu ihm gekommen und nun war er sein Optio, seine rechte Hand. Doch war er mehr als ein einfacher Adlatus, sie verband das gegenseitige Vertrauen alter Kriegsgefährten, die gemeinsam schon knöcheltief im Blut ihrer Feinde gestanden waren.

Drinnen konnte er den Boten hastig reden hören und trat mit hochgezogenen Augenbraue in die Amtstube seines Centurio.

‚Wir kamen von Castra Vetoniana und sollten nach Biriciana, um die Tochter des ehrenwerten Decurio Primus Saturninus nach Celeusum zu bringen. Auf dem Weg unweit von hier wurden wir von den Alemannen überfallen und völlig aufgerieben. Centurio Titus Antonius schickte mich… er ist gefallen.‘ Der Bote kam ins Stocken und blickte erst den Centurio und dann den Optio an. ‚Sie sind alle tot.‘

‚Bei Dis, eine ganze Zenturie wegen der Tochter eines längst verstorbenen Rittmeisters?‘

‚Ja, sie soll dem Sohn eines Senators zugeführt werden.‘

‚Bei Junos Titten. Es ist Krieg, wir sind hier nicht auf dem Viehmarkt.‘

‚Es schien mir, als wolle sie ihm nicht zugeführt werden.‘ flüsterte der Bote, zog eine Nachricht aus einer Lederrolle und gab sie dem Centurio. ‚Das Siegel ist schon gebrochen…!‘

‚Ist schon gut.‘ meinte der Centurio. ‚Wache! Er soll sich waschen, versorgt seine Wunden und gebt ihm zu essen! Schickt einen Reiter nach Vetoniana.‘

Der Bote verbeugte sich ehrerbietig und verließ die Amtsstube des Centurio.

‚Optio Marcus Lucius!‘ meinte der Centurio zu ihm, ohne von der Nachricht aufzublicken, die er gerade überflog.

‚Mein Centurio!‘ antwortete der Optio und trat an den großen Tisch, hinter dem sein Centurio stand.

‚Nimm dir die Berittenen, den Boten und deine Späher und reite nach Biriciana, um nach dem Rechten zu sehen, wenn du diese…!‘ meinte der Centurio, blickte nochmal auf das Schreiben des Senator und fuhr dann fort: ‚Valeria Julia, Tochter des Decurio Primus Saturninus findest, gut. Riskiere nicht meine halbe Zenturie für das Leben einer Frau!‘

‚Ja, mein Centurio!‘

‚Und jetzt nimm den Stock aus dem Arsch und trink mit mir, bevor du aufbrichst!‘ meinte der Centurio, er trank aus einem Trinkschlauch und hielt ihn seinem Optio hin.

‚Ja, mein…!‘ setzte der Optio an, nahm den Trinkschlauch an sich und fuhr dann fort, ohne jedoch zu trinken. ‚Aurelius Primus, auf dein Wohl!‘

Der Centurio war zur Tür gegangen und versicherte sich, dass seine Wachen fort waren.

‚Marcus Lucius, auf mein Wohl brauchst du nicht mehr trinken, ich war bereits ein Todgeweihter, als ich den Dienst hier antrat. Nur den Heilkünsten deiner drei wilden Späher ist es zu verdanken, dass ich mein Schwert noch halten kann und nicht von Pferd falle, wenn es mich überkommt.‘

‚Aurelius red keinen Unsinn, wir kämpfen seit Jahren Seite an Seite!‘

‚Und nur weil du mir nicht von der Seite weichst, mein Freund, bin ich noch nicht tot.‘

‚Nur weil der Hüne nicht auf seine Deckung achtet.‘

‚Warum hast du mir so oft das Leben gerettet, wo ich doch nur in Frieden sterben will.‘

‚Mein Freund, rufe nicht nach Dis, er könnte bereits hinter dir stehen und dir deinen letzten Atemzug rauben. Doch soweit ist es noch lange nicht!‘

‚Ich leide an Morbus Comitialis und nur meiner Verdienste für Rom ist es zu verdanken, dass ich meine Zeit in diesem Drecksloch absitzen darf, fern ab von jeder Schlacht.‘

‚Bei Dis, die Fallsucht.‘ rief der Optio erschrocken und fuhr dann fort: ‚Drecksloch hin oder her. Die Alemannen trachten nach unser aller Leben und das nennst du fern ab von der Schlacht?‘

‚Darum habe ich jeden Tag gebetet, dass die Götter mir noch eine Schlacht schenken, bevor ich zu Dis gehe.‘

‚Und noch eine und noch ein…Dis wird noch eine Weile auf dich warten müssen!‘

‚Ich will dass du meinen Posten übernimmst, wenn es soweit ist.‘

‚Ich will aber nicht einen guten Freund verlieren, für diese Ehre!‘

‚Mein Empfehlungsschreiben ging letzte Woche an die Kommandantur!‘

‚Wenn ich wieder da bin, reden wir nochmal drüber und wage es nicht ins Gras zu beißen, ehe ich wieder da bin.‘ meinte der Optio und trank endlich von dem Wein. ‚Ich möchte dir Roar da lassen und nehme nur Ask und Kjeld mit.‘

‚Dann nimm wenigstens meinen Hund mit, dann weiß ich, dass du wieder kommst.‘

Der Optio trat ihm gegenüber und hielt seinem Centurio die Hand hin. Der Centurio packte ihn am Handgelenk und zog ihn in eine kurze Umarmung. Lies dann aber schlagartig los und taumelte nach hinten. Seine Hände tasteten über den Tisch und stieß dabei ein kleines Fläschchen um.

Der Optio trat erschrocken zum Tisch und schob seinem Centurio das Fläschchen in die Hand. Dann lief er hinter den Tisch, um ihm seinen Stuhl zu bringen. Noch bevor der Bär von einem Mann umstürzen konnte, hatte ihm sein Optio schon seinen Stuhl untergeschoben. Er schaffte es gerade noch seinen Trank selbstständig zu trinken, bevor er sich verkrampft an die Stuhllehnen klammerte und die Augen verdrehte. Selbst während ihn seine Krankheit im Griff hatte, hatte er sich selbst doch soweit ihm Griff, dass man es ihm kaum ansah.

Es muss ihm große Überwindung gekostet haben und allen Anschein nach auch seine letzte Kraft, ihm sein Leiden zu beichten. Er fühlte sich geehrt und beschämt zu gleich, weil er ihm in seiner Not nicht helfen konnte. Die Fallsucht war ein Fluch der Götter und in der Legion wurde man eigentlich sofort entlassen oder gar nicht erst aufgenommen. Doch die Alemannen glaubten daran, dass die Fallsucht ein Segen der Götter sei.

Kurzerhand öffnete der Optio das Fenster nach draußen und pfiff dreimal. Wenig später kamen drei einheimische Sklaven in den Raum. Alle drei hatten einen anderen Weg gewählt in die Amtsstube des Centurio zu gelangen. Durch den Türspalt, das Fenster und aus den Privatgemächern des Centurio. Die Drei sahen sich völlig gleich, nur an ihrer unterschiedlicher Haartracht, einigen Narben und die Zahlen an ihrem Hals konnte man sie unterscheiden.

Ohne den Optio auch nur eines Blickes zu würdigen, machten sie sich daran, dem Centurio einen weiteren Trank einzuflößen und ihn in sein Bett zu bringen. Der Optio ging erst, als sie die Tür zu den Gemächern geschlossen hatten.

Fortsetzung folgt…

Filmeouting 2.0

Filmeouting 2.0

DSC04417Vielleicht ist es euch schon aufgefallen, aber manchmal komme ich mir wie ein wandelndes Filmzitatelexikon vor. Woher wird das wohl kommen? Ich blicke auf mein Regal, das bis unter die Hutkrempe mit DVDs und Videos vollgestopft ist. (Ja, ich besitze noch Videos und ich habe sogar noch einen Videorekorder!) Ihr merkt also, ich war eines dieser Kinder, das mehr Hausarrest statt Fernsehverbot bekommen hat. Und obwohl wir früher nur 3-5 Sender hatten, ist so ein harter FilmNerd aus mir geworden. Dann legen wir mal los…

Wenn ich nicht schlafen kann, schaue ich mir Sahara oder Miss Undercover an, weil ich dann sofort einschlafe, sobald der Vorspann durch ist.

Wenn ich mal heulen will, schaue ich mir nicht nur Der Schakal (wenn Bruce Willis stirbt, auch wenn er der Bösewicht ist.), 300 (‚Komm mit deinem Schild zurück oder darauf!‘), Star Wars III (Wenn Anakin stirbt und er dann zu Darth Vader gemacht wird. Das Einzige was mich von einem mittleren Nervenzusammenbruch abhält ist, die Padme-Sterbeszene, weil das ja zu erwarten war, sonst gäbe es die Teile IV bis VI nicht! Gut das mit Anakin war auch zu erwarten, aber das wie, macht mich echt fertig!) oder The Amazing Spider-Man (Auch wenn man die Dialoge alle schon kennt, ich muss da heulen wie Tobey Maguire, als er erfahren hat, dass er die Rolle nicht gekriegt hat.)

Bei Avatar krieg ich einen mittelschweren Nervenzusammenbruch, den kann ich mir leider nicht mehr anschauen. Bei Braveheart muss ich immer heulen, wenn das Liebesthema höre, auch wenn es in anderen Filmen vorkommt, was wirklich erschreckend oft der Fall ist. Einzige Ausnahme bei der Coverversion mit Gesang in Das Vermächtnis der Wanderhure, da musste ich meinen Brechreiz unterdrücken.

Ich habe aus Prinzip nie Titanic gesehen, würde aber Titanic II – Die Rückkehr anschauen, aber nicht kaufen. Obwohl ich Leonardo DiCaprio nicht ausstehen kann, habe ich mir eher unfreiwillig Inception (Wirklich bildgewaltig, der Film ist auch ein Grund warum ich mir irgendwann einen neuen Fernseher kaufen muss, aber dadurch, dass der Plot vorher durchgekaut wird, finde ich, bietet er für mich keine storymäßigen Überraschungen mehr.) und Shutter Island (Auch wenn die Hintergrundgeschichte schön recherchiert ist, wusste ich von Anfang an, dass da irgendwas nicht stimmt, weil ich ihm die Rolle des US-Marshals und Ex-Soldaten einfach nicht abgenommen hatte. Das könnte man als schauspielerisches Talent werten oder es ist purer Zufall!) angeschaut. Den einzigen Film in dem ich Leonardo DiCaprio das erste Mal als Schauspieler akzeptiert habe, war Blood Diamand. (Den werde ich mir irgendwann auch mal kaufen!)

Einer meiner Lieblingsfilme ist nicht nur Starship Troopers, Alien(s) und/oder/vs Predator sondern auch Im Land der Raketenwürmer, Demolition Man, Dark Angel (1990) oder Alone in the Dark. Meine Sammlung besteht größtenteils aus einzelnen Perlen der Filmkunst. (Dänische Delikatessen, Fargo – Blutiger Schnee, Fido, Shortbus, Very Bad Things, American Psycho usw.) Und langsam kann ich da echt stolz drauf sein. Auch wenn manche Filme ganz schön trashig sind. Ich sag nur Orcs oder Chicken Park.

Als 14jähriges Mädchen (mit roten Zöpfen) habe ich meine Liebe zum klassischen Actionfilm entdeckt. Bin quasi mit Clint Eastwood, Arnold Schwarzenegger und Charles Bronson aufgewachsen und hab mich dann unsterblich in Bruce Willis, Dolph Lundgren und Jean-Claude van Damme verliebt. (Ja, Jean-Claude van Damme! Und dafür schäme ich mich nicht!) Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass meine Mutter mir mit 14 verboten hat Tango & Cash zu schauen, weil der ab 16 war und das verziehe ich ihr bis heute nicht. Mal ganz davon abgesehen, dass mich meine Eltern immer alles haben schauen lassen, solange sie dabei waren und Kurt Russell in Frauenklamotten hätte mich bestimmt nicht noch negativer beeinflussen können. Natürlich sind die Expendables Filme ein wahrer Hochgenuss für mich, nur dass mir fast die Tränen kommen, weil manche der alten Helden echt schon ziemlich verbraucht und alt aussehen. (Außer Bruce Willis natürlich!)

Wenn ich lachen will, schaue ich mir Wer früher stirbt ist länger tot, Mash (der Film) oder Star Trek (Ja der Neue! Ich mag den Film, auch wenn er es mit der Continuity nicht so hat. Hab es ja eigentlich immer ziemlich dick, wenn man mit der Vergangenheit, der Zukunft und mehreren Dimensionen herum pfuscht, weil das die beste Möglichkeit ist, ganz grobe Fehler zu machen, weil einem nichts besseres eingefallen ist oder nicht ausreichend über die Konsequenz von Zeitreisen nachgedacht hat.) an.

Faröhlich machen mich Serie wie Das Boot, Akte X, Walking Dead, Justified, Sons of Anarchie, Rom, Games of Thrones, Space 2063, Special Unit Two, Firefly oder Supernatural. Ich singe zum Fernsehfilm von 1966 – Die Schatzinsel oder zu Lexx gerne die Titelmelodie und das nicht nur in der Badewanne. Meine Nachbarn müssen mich nicht nur für ziemlich bescheuert halten, weil ich oft bis spät in die Nacht beim Schreiben mich von der Glotze berieseln lasse und oft einfach nur laut lachen muss. Wenn man sonst keinen Spaß im Leben hat. Was meine Nachbarn nur von mir halten. Die Frau Rösner sitzt bestimmt wieder nackt in ihrer Wohnung und lacht. So was!

Ich mag gewaltverherrlichende Filme wie Boondock Saints (1+2), Fight Club, Death Sentence oder The Punisher (1989) / Punisher Warzone. Obwohl ich einen unglaublichen Gerechtigkeitssinn habe, kann ich selber keiner Fliege etwas zu leide tun.

Ich bin ein unglaublicher Fan von Vampirfilmen, außer allen Filmen, die was mit Sparklefools und sonstigen Glitzerbeißdingern zu tun haben. (Nicht dass ich es nicht versucht hätte, aber da spiele ich lieber mit dem Glitzerbeißding [Entklammerer] in der Arbeit!)

Ich kann mich durchaus auch für Werwolf- und Zombiefilme begeistern. Wobei ich eigentlich immer für den Jäger bin. Nicht wie viele andere ‚Mädchen‘, habe ich keine Fantasien mit Vampiren (und/oder Werwölfen) Sex zu haben, außer bei Blade oder dem WerwolfVampirHybriden oder wenn ich sie dadurch besser umlegen kann. Für Sex mit oder gegen Zombies kann ich mich irgendwie noch nicht so wirklich erwärmen, aber mal sehen was die Zeit noch so bringt.

Ansonsten bin ich kein wirklicher Horror oder Splatterfan. Bin irgendwie bei Armee der Finsternis und Das Ding aus einer anderen Welt hängen geblieben. Nur so kleine Blüten wie Jeepers Creepers können mich erheitern. Da bin ich auch ausnahmsweise für den Dämon, der will ja nur seinen Job machen.

Comicverfilmungen haben mich schon seit Punisher (1989) sehr begeistert. Den habe ich auch so mit + – 15 gesehen und der hat mich doch auch nachhaltig geprägt. Was wir seit dem alles mitmachen mussten, bis uns DC und Marvel endlich unsere Vorstellungen so halbwegs erfüllen würden. (Ich würde auch nicht zwischen DC oder Marvel wählen wollen, haben sie doch beide ihre Perlen und einen Platz in meinem Regal!) Wir kommen dem, was in meinem Kopf beim Lesen der Comics vorgegangen ist, immer näher! Danke mal dafür! Und danke für The Amazing Spider-Man.

Filme mit historischen Hintergrund haben einen Platz in meinem Herzen, genauso wie der gute alte Fantasyfilm Willow, Die Legende, Reise ins Labyrinth oder der Dunkle Kristall.

Pathfinder und Outlander sind neben Erik der Wikinger und Der 13. Krieger meine liebsten Wikingerfilme, obwohl sie richtig unauthentisch sind. Es ist mir meistens auch völlig egal, ob die Filme nun authentisch sind oder nicht. Weil wer kann schon sagen, was damals wirklich passiert wäre.* Auch wenn mir bei Römerfilmen (Adler der neunten Legion) halb einer abgeht (Sofern das Mädchen überhaupt möglich ist!), wenn eine originalgetreue Nachbildung einer Damendorfhose ins Bild stolpert! (Römerfilme-Outing coming soon!)

*Wo wir wieder bei SiFi wären. Es gibt nur einen Teil von Starship Troopers (und Highlander), weil es kann nur Einen geben. Bin natürlich von Raumschiff Enterprise, Next Generation und Babylon 5 sehr geprägt worden. Auch da kann ich mich nicht recht entscheiden, also werde ich es auch nicht tun. Die Alien(s) und/oder/vs Predator-Filme werde ich wahrscheinlich mit in mein Grab nehmen, wobei ich noch einen Tipp abgeben möchte: Pandorum sag ich nur, ein absolutes Muss! Ihr habt den Film bestimmt schon mal in der Hand gehabt und nicht gekauft. Den werd ich auch mit in mein Grab nehmen. Hm. Muss mir überlegen was so ein Mausoleum kostet, damit ich alle meine DVDs mit ins Grab nehmen kann.

Ich habe mir bei Event Horizon fast in die Hose gemacht vor Angst und nach The Cell, bin ich mit 180 (eher 140) nach Hause gefahren und hab mich unter meiner Bettdecke versteckt. Nach Eden Lake kann ich glaub ich nie mehr ohne Waffengewalt zelten. Manche Szene von Matrix (1) und From Dusk Till Dawn und Pathfinder habe ich mir in Zeitlupe angesehen. Ich habe eher unabsichtlich die Schwänze in beiden Staffeln Rom gezählt und man sieht tatsächlich nur 4 unerigierte Schwänze, wobei Einer vom jungen Cäsarion ist, Einer vom Brutus, als er ins Wasser ging und sich doch nicht umbrachte, Einer vom Marcus Antonius, als er sich im Hof waschen lies und von dem Liebessklaven mit den hässlichen Fußnägeln. Wo ich doch alles dafür tun würde, den Penis von Titus Pullo zu sehen. (Wo mich doch die Männerfreundschaft von Titus Pullo und Lucius Vorenus wirklich zu Tränen gerührt hat.) Als Penisforscherin habe ich natürlich auch Hollowman in meiner Sammlung und in Color of Night sieht man den Penis von Bruce Willis. Ich glaube nicht nur, ein Exemplar von Bernhard & Bianca zu besitzen, in dem Bilder von Schwänzen rein geschnitten worden sind, sondern auch, dass ich als kleines Kind genau diese Version einmal gesehen zu haben scheine und dass mich dieses Ereignis für mein Leben gezeichnet hat. (Zumindest wäre es eine halbwegs glaubwürdige Erklärung!)

Ich kaufe meine Filme, weil ich sie besitzen möchte und ich halte nichts davon die Filmwirtschaft in irgendeiner Art und Weise zu schaden, weil die versorgen mich mit mehr Input. Auch wenn ich dann oft lange auf die deutsche Übersetzungen warten muss, das warten lohnt sich. Mal ganz davon abgesehen bin ich technisch nicht ausgerüstet irgendwelche Filme zu brennen oder sie gar aus dem Netz zu ziehen. Es gibt einfach Dinge, bei denen ich mich zu Recht anstelle wie der letzte Depp.

Nachdem ich bekannterweise kein Englisch kann, ertappe ich mich doch immer öfter dabei, wie ich manche Filme auf Englisch ansehe und siehe da, ich werde doch nicht auf meine alten Tage noch englisch lernen. Hm.

Ich schaue mir aber jeden Film bis zum Ende an, auch wenn ich ihn ganz furchtbar finde. (Außer er ist ganz furchtbar geschnitten oder mein DVD Player macht dem Grauen vorzeitig ein Ende oder Metalman!) Ich will im Kino immer den Abspann anschauen (außer ich muss ganz dringend zum Pinkeln!) und krieg nen Anfall, wenn man mich das nicht lässt.

Und einen Marvel-Film muss man immer bis zum Ende anschauen! Ich liebe Out-Takes und Jackie Chan. Ich habe früher meine Video nach Alphabet sortiert. Mittlerweile sind meine Filme nach Lieblingsdarsteller, Quentin Tarantino und/oder Genre sortiert und die Filme mit historischen Hintergrund habe ich nach Zeiten sortiert.

Quentin ist Gott und Elvis in einer Person. Und ich bin einfach ein Nerd. Bis zur Nerdhaftigkeit und immer weiter….

Published in: on 1. Dezember 2012 at 23:51  Comments (2)  
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