Garden of Madness – MORETVM und die Weinraute des Todes

Garden of Madness  – MORETVM und die Weinraute des Todes

Das Erste was ich angebaut habe waren meine Hochbeete mit Kräutern. Mittlerweile haben die Kräuter den halben Garten übernommen. Und das ist gut so.

Nachdem die Kräuter mittlerweile zu unserem Essen dazugehören, wie das Essen selbst, habe ich während der frühjährlichen Bärlauchschwämme vorgeschlagen, wir könnten mal ein MORETVM machen. Mein Mann schaut mich entgeistert an. Er kannte MORETVM also nicht. Dafür gibt es aber auch das Internet. Ja, die Römer waren es, die hams erfunden. Und ich kann mir nichts Leckeres vorstellen, egal ob warm oder kalt. Lecker.

Moretum nach Wikipedia hört sich erstmal ein wenig langweilig an und wenn man Eppich nicht kennt oder Sellerieblätter oder Liebstöckel in Verbindung mit weißem Käse irgendwie komisch findet, kann sich da auch gerne mit Petersilie aushelfen.

Bei der Weinraute muss man dazu sagen, dass es für schwangere Frauen nichts ist, weil sie eine abtreibende Wirkung haben kann. In manchen Ländern wir die Weinraute nur getrocknet verwendet. Meine Mutter gab mir auf den Weg, dass die Weinraute frisch giftig wäre und man sie nur getrocknet essen dürfe, dies konnte ich bisher nicht belegen. Böse Zungen behaupten, dass man davon Magenschmerzen bekommt, meine böse Zunge behauptet, es könnte auch an der halben Knolle Knoblauch gelegen haben. Auf jeden Fall ist die Weinraute für ungeübte Kräuterliebhaber anfangs vielleicht mit Vorsicht zu genießen.

An den Lattich muss ich mich selbst noch heranwagen, ich bin dann mal auf der Wiese beim Grasen…

Streng nach der Übersetzung eines römischen Textes zur Folge:

‘Simulus, ein freigelassener Eigner oder Pächter von griechischer Herkunft, rüstet sich an einem Herbstmorgen zum Pflügen. Er macht Feuer, mahlt Getreide, ruft die afrikanische Magd, Wasser zu wärmen, knätet und formt den Teig; und nachdem er die Stülpe auf dem Heerde darüber gedeckt, holt er aus dem Garten Knoblauch, Eppich, Raute und Koriander: welches er im Mörser mit Salz, Käse, Oel und Essig zerreibt, und als Würze des Brotkuchens zu Felde nimt.’

Für Moretum in Anlehnung an das antike Originalrezepten benötigt man, nach dem Motto: Alles kann, nichts muss!

  • Weißen Käse (Schafs- und/oder Ziegenkäse nach Feta-Art und/oder Ricotta)
  • Einen guten Schuß Olivenöl
  • Sehr viel Knoblauch
  • Eppich
  • Essig
  • frische Kräuter (nach Saison und Geschmack): Weinraute, Eppich, Koriander, Bohnenkraut, Minze, Salbei, Petersilie, Schnittlauch, Lattich, Thymian, Oregano, Majoran, Kapuzinerkresse oder Bärlauch oder sogar Wasabiblätter
  • eine Prise Salz
  • Optional : Walnüsse, Sesamkörner, Haselnüsse, Mandelkerne und/ oder Pinienkerne

Alles in den Mörser, Mixer oder in den Turbochef, bis die Masse streichfähig ist.

Dazu frisches Brot, vor allem Gewürzbrot ist dazu sehr lecker. Also Mahlzeit und bis zur nächsten Folge, wenn es wieder heißt: Garden of Madness

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Rätien – Winter 230 – Priapus Fieber

Rätien – Winter 230  – Priapus Fieber

800PX-~1Der Centurio blieb den restlichen Tag und die ganze Nacht an der Seite seines Schützlings. Er hatte damit zu kämpfen, dass dem jungen Burschen genug Flüssigkeit eingetrichtert wurde, dass die Beinwickel immer wieder gewechselt wurden. Und all die Arbeiten, die Roar sonst nebenher erledigte. Dem Centurio wurde dass nur zu gut bewusst, nicht nur die große Leere die in seinem Herzen zurückbleiben würde, nein er war ohne diesen Jungen ernsthaft aufgeschmissen. Der Raum wollte einfach nicht warm werden, egal wieviel Kohle er in die Kohlefässer warf.

Ask und Kjeld kamen abwechslungsweise mit Tee und sahen nach dem Rechten. Und Ask kümmerte sich um die Feuer und es wurde endlich warm im Raum.

Insgeheim musste er zugeben, dass die Arbeit eines Heiler auch ganz schön anstrengend und nervenaufreibender war, als jede Schacht, die er bis jetzt erlebt hatte.

Im Großen und Ganzen hatte er viel gelernt in den letzten Stunden. Doch die Nacht war noch nicht vorüber und das Fieber stieg immer noch.

Roar murmelte wirres Zeug im Schlaf. Der Centurio war kurz davor ihn an Bett zu fesseln, weil dieser kleine Bastard im Fieber umsich schlug. Dass das Fieber endlich sankt, bekam der Centurio schon längst nicht mehr mit, er war in sich zusammengesunken neben Roar sitzend eingeschlafen, noch bevor die Sonne im Begriff war aufzugehen.

Roar wurde wach als das Gewicht des gewaltigen Körpers seines Herren auf seine Beine sank. Er war ziemlich benommen und konnte sich erst mal gar nicht bewegen. Seine Arme waren unter einer wollernen Decke neben seinem Körper und durch die plötzliche Last auf seinem Körper war er förmlich fixiert.

Sein Centurio hatte sich nicht damit aufgehalten sein Händchen zu halten, nein er hielt ihn mit der Wolldecke regelrecht gefangen. Er fühlte sich merkwürdig erregt und schob es erst auf den Schlafmohn. Aber das musste schon Stunden her sein, als die Herrin der Quelle ihm Mohnsaft gegen die Schmerzen gegeben hatte. Er regte sich und blickte den Centurio an, wie er so halb auf ihm lag.

Und das was ihm die Hitze in den Kopf steigen lies war nicht das Fieber, dass hatte er mehr oder weniger überwunden. Nein, sein Herr und Centurio lag mit dem Gesicht in seinem Schoss. Die Pferdeherrin wäre weniger begeistert als Priapus. Und genau zu ihm betete er inständig, dass der Centurio nicht in diesem Moment erwachen würde, weil nur noch die Wolldecke das trennte, was in seiner Körpermitte so sinnig loderte und freudig erregt dem Centurio gegen das Gesicht drückte.

Oh, wäre nur die Decke nicht, dachte Roar. Aber gut, dass die Decke dort war wo sie war, weil dass was er im Sinn hatte, würde der Centurio eher mit ihm machen wollen, als es selbst zu tun. Es musste eindeutig das Fieber sein. Von der Feuerstelle kam kaum noch ein Schimmer zu ihnen hinüber und die Öllampe flackerte nur noch gelegentlich.

Der Centurio begann zu zittern und Roar fasst sich ein Herz, wurschtelte sich frei und drehte sich auf die Seite. Der Schmerz der auf seine Bewegung folgte lies ihn seinen geschwollenen Schaft für einen Moment vergessen, doch stöhnte er wie ein alter geiler Bock. Er bekam eine Hand frei und presste sie gegen seine Wunde. Er atmete schwer. Der Centurio war von seinem Schoss gerutscht, wurde augenblicklich wach und schreckte hoch.

Die hastige Bewegung seines Herren, brachte ihn fast zum Schreien, da er mit deinem Arm seine Wunde gestreift hatte.

Beruhigende Laute kamen dem Centurio über die Lippen, als er aufstand, um ein paar Brocken Kohle nachzulegen und die Lichter wieder zu entzünden.

Dann trat er ans Bett zurück und flüsterte, während er Roar hochhalf um ihm im selben Moment kalten Tee einzuflößen: ‘Du musst viel trinken.’ Dann fuhr er ihm über die Stirn und fuhr fort. ‘Dein Fieber scheint zu sinken.’

‘Doch fühle ich mich nicht so, als wäre ich übern Berg.’ flüsterte er und grinste angestrengt. Ihm fielen immer wieder die Augen zu. Doch er schaffte es noch nach der Hand seines Herren zu greifen, bevor kurz seine Sinne schwanden.

Als er wieder hochschreckte, saß der Centurio immer noch an Ort und Stelle und gähnte.

Kraftlos versuchte er seinen Herrn dazu zu bewegen, sich hinzulegen, was ihm nicht gelangt.

‘Herr, ihr schlaft ja schon im Sitzen ein, legt euch doch hin, es ist ja schließlich euer Bett.’

Nun schreckte der Centurio hoch und tat was ihm geheißen. Wie unter einem Bann stehend legte er sich neben Roar, jedoch ohne seine Hand aus der Umklammerung zu lösen. Der Junge musste die Zähne zusammenbeißen, um nicht vor Schmerz laut aufzuschreien, als der Centurio näher rückte. Statt zu schreien stöhnte er: ‘Herr!’

Kurzerhand stand der Centurio wieder auf, ging um das Bett herum, um sich auf der anderen Seite des Bettes wieder hinzulegen. Als er Roar nun in den Arm nahm, waren die Schmerzen halbwegs erträglich.

Rätien – Winter 230 – Im Fieber

Rätien – Winter 230

Im Fieber

800PX-~1Es dauerte einen Moment bis Roar halbwegs bei Sinnen war, er öffnete den Mund und nach einem ziemlich langen Moment krächzte er: ‚Herr, hab ich Euch Schade gemacht!‘

‚Nein Roar, du bist scheinbar nicht kaputt zu kriegen.‘ versicherte ihm sein Centurio lächelnd.

‘Ja, es ist nicht deine Bestimmung im Bett des Centurio zu sterben.’ flüsterte Valeria in dem Moment als sie mit dem Verband fertig wurde.

Sie bedeckte liebevoll seine Blöße und meinte dann: ‚Ich hab dir Mohnsaft gegeben, gegen die Schmerzen.‘

Es dauerte eine Weile, bis ihm klar wurde, das er, von dem Verband und der Decke mal abgesehen, splitterfasernackt war, was ihm ohne Umschweife die Schamesröte ins Gesicht trieb. Wie zu einer Salzsäule erstarrt blickte er sie an und sein Verstand driftete einen Moment in eine andere Welt ab.

Im nächsten Moment war er wieder völlig wach und er flüsterte dem Centurio zu, während er einerseits versuchte, sich die Decke bis zum Kinn hochzuziehen und anderseits den Kopf des Centurio näher zu seinem Mund zu ziehen. Dann begann er so leise zu flüstern, dass selbst der Centurio ihn kaum verstand, obwohl er die trockenen Lippen seines Gefährten an seinem Ohr spüren konnte. ’…würd gern was anziehen…doch nicht nackt sein… die Eponageweihte im Raum ist!’

‘Dein Bruder bringt dir bestimmt bald was zum Anziehen.’ meinte der Centurio sanft zu ihm und half ihm dabei, sich von der Herrin der Quelle wegzudrehen.

‘Er muss viel Trinken!’ meinte sie und goss einen Becher mit Tee ein und fuhr dann fort: ‘Ich geh mal Schnee holen, damit wir kalte Wickel machen können, bevor das Fieber ihn völlig im Griff hat!’ rief Valeria, drückte dem Centurio einen eiskalten nassen Lappen in die Hand und ging dann mit der Waschschüssel raus. Während der Centurio dem Jungen liebevoll mit dem kalten Lappen über die Stirn strich, half er ihm ein Bisschen hoch.

‘Ihr seid böse mit mir?’ stammelte Roar und lehnte sich kraftlos gegen den Oberschenkel seines Herren.

‘Nein, du hast uns nur ein Bisschen Angst gemacht.’

‘Ich werde nicht sterben!’ sagte Roar mit ruhiger und fester Stimme.

‘Was macht dich da so sicher?’ fragte der Centurio, hielt ihm den Becher hin und half ihm beim Trinken.

‘Die Pferdeherrin hat mit mir gesprochen!’ verkündete Roar zwischen zwei Schlucken.

‘Ich weiß, es ist nicht deine Bestimmung in meinem Bett zu sterben!’

Roar griff zitternd nach dem Becher, den der Centurio immer noch in Händen hielt, um ihm Schluck für Schluck beim Trinken zu helfen. Beim letzten Schluck sackte Roar weg und blieb für einen Moment regungslos auf dem Schoss seines Herren liegen. Bevor der letzte Schluck auf seiner Hose landete, wischte der Centurio über den Mund seines treuen Gefährten.

‘Ich werde nicht sterben, ich kann Euch doch nicht verlassen, Dominus!’

‘Ich werd dich nie fortschicken, wenn du bleiben willst!’

Roar öffnete wieder die Augen und flüsterte weiter: ‘Ich würde nicht von Euch fortgehen, selbst nicht wenn der Adler fällt.’

‘Und was ist mit deiner Bestimmung?’

‘Die ist verbunden, mit Eurer!

‘Langsam machst du mir Angst!’

‘Das muss es nicht!’

Die Herrin der Quelle stand schon eine Weile in der Tür und grinste breit: ‚Er fantasiert schon?‘

‚Nein, die Pferdeherrin hat zu mir gesprochen!‘

Während sie mit der Schüssel voll Schnee näher ans Bett trat, murmelte sie mehr ins hinein, als zu den beiden Anwesenden: ‚Ich hätte ihm nicht so viel von dem Mohnsaft geben dürfen, am Ende meint er noch er wäre Cäsar höchst persönlich.‘

Ohne Umschweife schlug sie die Decke zurück und machte ihm kalte Wickel. Ihre Technik kalte Wickel zu machen war so raffiniert, dass der Centurio wie gebannt auf sie starrte, während sie mit Hilfe zweier Tücher den Schnee in den Wadenwickel einrollte und nach Vollendung ihrer Arbeit die Decke wieder zurück schlug.

Roar war mittlerweile völlig weggetreten. Während sie seine Wangen tätschelte, redete sie auf ihn ein: ‚Das Gift wird dich heute Nacht in die Fänge der Unterwelt treiben lassen. Doch Dis wird dich nicht bekommen, hörst du?‘

Dann blickte sie den Centurio besorgt an. ‚Traut Ihr Euch zu, allein die Wickel zu wechseln, wenn der Schnee geschmolzen ist?‘

Der Centurio nickte und versuchte irgendwie zu lächeln. Nachdem es ihm nicht gelang, fuhr er sich mit einer fahrigen Handbewegung über den Mund und sie bemerkte wieder seine zitternden Finger.

‚Ich schau nochmal vorbei und ich schick euch noch einen Trank, Centurio! Noch einen mehr zum Versorgen, brauch ich wirklich nicht.‘

‚Ja,  Domina!‘ grinste er sie an, wurde dann aber sofort wieder ernst, als er fortfuhr: ‚Ich bemühe mich, nicht noch zusätzliche Sorgen zu bereiten!‘

Sie zog nur eine Augenbraue hoch, als sie kopfschüttelnd aufstand und ging.

Fortsetzung folgt…

Rätien – Winter 230 – Ausgewaschen

Rätien – Winter 230

Ausgewaschen

800PX-~1Es vergingen Stunden ehe der Centurio wieder in seine Räumlichkeiten trat und die Herrin der Quelle schien immer noch summend die vergiftete Pfeilwunde auszuwaschen. Auf dem Boden hatte sich bereits eine blutige Pfütze um einen Berg mit blutigen Lumpen ausgebreitet. Sie blickte nur kurz auf und erblickte den Centurio, wie er blutüberströmt im Türbogen stand.

Kjeld tauchte hinter ihm auf. Er hatte eine Schüssel mit Wasser und frische Tücher dabei.

‘Herr, seid Ihr verletzt?’ fragte Kjeld.

‘Nein, Kjeld!’ flüsterte der Centurio, blickte kurz an sich herunter, als wolle er sich vergewissern, dass er wirklich nicht verletzt war. Zögernd schritt er doch in den Raum, um dem Jungen Platz zu machen. Kjeld stellte die Schüssel an die Stelle, wo sonst immer die Waschschüssel des Centurio stand. Erst dann ging er zum Bett und legte die sauberen Tücher ab. Er nahm die blutigen Lumpen und wand sie in der Waschschüssel aus, die noch am Boden stand. Vergebens versuchte er den Boden trocken zu wischen, gab es irgendwann auf, stand mit der mit blutigen Lumpen überfüllten Waschschüssel auf und verschwand wieder.

Der Centurio hatte seine Rüstung bereits alleine ausgezogen und stand nackt vor der Waschschüssel und wusch sich, als Kjeld mit noch mehr Lumpen bewaffnet und frischen Wasser erneut durch die Tür kam.

Er kniete sich vors Bett und wischte den Boden so sauber es ging, dann blickte er auf, sagte aber nichts.

‘Kjeld, mach dir keine Sorgen! Er kommt schon durch. Die Pferdeherrin lässt euch Drei erst aus ihrem Dienst, wenn eure Zeit gekommen ist und dass wird nicht jetzt sein und auch nicht morgen.’ flüsterte die Herrin der Quelle ihm zu. ‘Ich möchte ihm einen Kräuterumschlag machen und etwas von dem Mohnsaft, bevor er aufwacht.’

Kjeld nickte zufrieden und ging ihr zur Hand. Die Beiden arbeiteten stumm Hand in Hand, während der Centurio sich wieder ankleidete, allen Anschein war er nicht wirklich verletzt. Die üblichen Schrammen und blauen Flecken. Unruhe trieb ihn um, er wollte die Herrin der Quelle in Ruhe arbeiten lassen, aber er wollte auch nicht gehen. Wie ein ungeduldiger Bengel, von einem Bein zum Anderen tretend, drehte der Centurio sich fahrig zu ihnen um, er wusste nicht wohin mit seinen Händen. In seinem Kopf tobte noch die Schlacht, seine Finger zitterten und sein Verstand pochte ihm von Innen gegen die Stirn. Doch die Schwere seines Herzens lies ihn an Ort und Stelle verweilen und zu dem verletzten Roar hinüber blicken. Inständig schickte er das ein oder andere Stoßgebet zu den Göttern. Er hatte nie viel gebetet, eher im Namen der Götter geflucht, aber für diesen Burschen würde er seinen Schwertarm den Göttern geben.

Bei den Göttern, er war der Centurio, er könnte sein wo er wollte, er musste niemanden Rechenschaft abgeben, außer den Göttern vielleicht. Und doch stellte er sich grad an wie der letzte Narr.

‘Kann ich was helfen, im Lazarett bin ich nur im Weg!’ stammelte er kleinlaut.

Die Herrin der Quelle blickte auf und lächelte. Sie sagte aber nichts, da plötzlich der Optio in der Tür aufgetaucht war. Alle blickten gleichzeitig auf ihn, denn auch er stand blutüberströmt im Türbogen. Er hielt sich seinen Hals und röchelte. ‘Ist nur ein Kratzer! Ich wollt nur sehen wie es Roar geht!’

‘Kjeld, geh mit ihm und versorge seine Wunde. Holt mich wenn ihr mich braucht. Beim Verbinden kann mir auch der Centurio helfen.’

‘Ja, Herrin!’ rief Kjeld und sprang auf. Valeria blickte ihn finster hinterher und schüttelte unmerklich den Kopf. Dann wand sie sich an den Centurio. ‚Könnt Ihr hin ein Wenig aufheben, damit ich den Verband befestigen kann?‘

Er nickte nur, kniete sich vor sein Bett und hob den Oberkörper seines treuen Gefährten vorsichtig auf. Sie bemerkte, dass seine Hände zitierten und berührte kurz seinen Arm.

‘Es ist jetzt nicht an der Zeit dem bösen Geist Euer Krankheit wieder die Oberhand zu überlassen.’ flüsterte sie ihm eindringlich zu.

Er seufzte nur schwer und versucht inständig seine Hände wieder unter Kontrolle zu bekommen, was ihm nur bedingt gelang.

Mit einem honigsüßen Lächeln auf den Lippen küsste sie dem Centurio auf die Stirn und meinte dann mit einem schelmischen Schmunzeln: ‚Ich hätte nicht gedacht, dass Euch das Schicksal dieses jungen Mannes so bewegt, wo Ihr gerade noch, wie schon unzählige Male davor, in der blutigen Schlacht gekämpft habt.‘

‚Bei Junos Titten. Venus und Mars belieben mit mir armen Narren zu spielen. Jeden Tag, immer wieder aufs Neue!‘

Während die Herrin der Quelle begann den Verband anzulegen, grinste sie den Centurio wieder an und meinte dann trocken: ‚Ihr solltet vielleicht einfach weniger fluchen, werter Centurio!‘

‚Da habt Ihr wahrscheinlich sogar recht, werte Herrin der Quelle!‘ rief der Centurio lauter als er es wollte.

‘Aber eines muss ich Euch jetzt schon mal sagen, an Euch ist wirklich eine hervorragende…!’ witzelte Valeria, wurde dann aber mitten im Satz von Roar unterbrochen, dem plötzlich ein schmerzverzerrter Ton aus der Kehle stolperte und reflexartig versuchte sich aus dem Griff des Centurio zu entwinden.

‚Sch…sch…Roar… Lass die Herrin der Quelle arbeiten.‘ raunzte der Centurio Roar ins Ohr und der Junge reagierte auf die tiefe Stimme seines Herren, indem er ihm den Kopf zu drehte und langsam die Augen öffnete.

Fortsetzung folgt…

Rätien – Winter 230 – Alemannen Gift

Rätien – Winter 230

Alemannen Gift

800PX-~1Im nächsten Moment konnten sie die Tür zur Amtsstube hören. Jemand stürmte in die Amtsstube des Centurio.

‘Herrin!’ konnten sie Ask rufen hören.

Im nächsten Moment stolperte Ask bei der Tür herein: ‘Wir sind auf versprengte Alemannen gestoßen, Roar wurde getroffen.’

Kjeld schleppte Roar zur Tür herein und stöhnte: ‘Der Pfeil war vergiftet!’

Der Centurio sprang auf und half ihm seinen Bruder aufs Bett zu legen. Die Herrin der Quelle hatte sich aufgerappelt und eines der Felle umgedreht, auf denen sie gerade noch gelegen hatte, blickte kurz auf den blutigen Fleck an der Tunika des Jungen und rief: ‘Ihr habt den Pfeil rausgezogen? Habt ihr den noch? Was habt ihr ihm gegeben?’

‘Alles was wir dabei hatten!’ meinte Ask, drückte ihr einige Wasserschläuche in die Hand und wickelte dann einen Pfeil aus einem Stück Leder. ‘Eibe und…!’ Er übergab ihr den Pfeil. Sie roch dran und bevor sie die Zunge ausstrecken konnte, nahm ihr der Centurio mit erhobener Augenbraue den Pfeil weg, um selber daran zu lecken.

‘Eibe und Eisenhut!’ meinte der Centurio.

‘Die Anis-Fenchel-Kümmel-Tinktur hab ich hier!’ rief Ask.

‘Bringt mir frisches Wasser, reinen Alkohol, Hirschweichsel, Arnikablüten und die Tinktur dazu, Mohnsaft, Verbandszeug, heißes Wasser, ein paar Tücher und Schnee! Und eine große Kanne Fencheltee! Außerdem soll der Hufschmied seine Schurhacken suchen!’ rief sie und begann den Jungen aus seiner Gewandung zu schälen.

‘Ihr wollt die Wunde ausbrennen?’ rief Ask aufgebracht, während Kjeld bereits aus der Tür war.

‘Wenn morgen oder übermorgen das Gift draußen ist, ja und jetzt tu‘ was ich dir aufgetragen habe!‘

‘Ich hol frisches Wasser und Schnee, Tücher sind hier!’ meinte der Centurio, der bereits frische Tücher aus seiner Truhe geholt hatte und sich nach der Waschschüssel bückte und dann Ask hinterher hechtete. ‘Ask, wo ist der Optio?’

‘Er verfolgt die versprengten Alemannen, die Berittene sattelt gerade auf!’

Draußen kippte der Centurio das Wasser aus und schippte Schnee hinein. Davon hatten sie ja mehr als genug.

‘Bring du das Wasser und macht was sie euch sagt.’ rief der Centurio und lief wieder hinein. Valeria hatte Roar bereits entkleidet wusch seine Wunde mit dem Wasser der Quelle aus. Blutiges Wasser floss über das Leder des Felles auf den Boden. Dort landeten auch die blutigen Lumpen. Der Centurio machte sich daran seine Rüstung anzuziehen, während die Herrin der Quelle zu summen begann. Er wagte nicht sie zu unterbrechen, bei dem was sie da tat. Doch musste er bald gehen und er wollte doch…

Seine Gedanken wurden von den beiden Jungen unterbrochen, die soeben wieder den Raum betreten hatten. Ask legte die Sachen auf das Tischchen neben dem Bett und wand sich dann zum Centurio, um ihm beim Schließen der Rüstung behilflich zu sein. ‘Euer Pferd steht draußen bereit, Herr!’  

‘Ja Ask! Danke!’ krächzte der Centurio.

Valeria hielt in ihrem Gesang inne und zischte den beiden Jungen zu: ‘Geht ins Lazarett und macht euch nützlich! Ich mach das hier schon!’

Der Centurio räusperte sich, als er im Begriff war gehen zu wollen.

‘Keine Sorge, Centurio! Er wird nicht sterben, die Pferdeherrin braucht ihn noch!’ versicherte sie ihm.

Der Centurio versuchte zu lächeln, was ihm aber nicht wirklich gelang und er ging mit einem beklemmenden Gefühl in seiner Brust.
Fortsetzung folgt…

Rätien – Winter 230 – Übel am Morgen

Rätien – Winter 230

Übel am Morgen

800PX-~1Wieder waren ein paar Wochen des Schneeschaufelns vergangen. Im Lazarett gab es fast kein leeres Bett mehr, weil viel zu viele Männer aufgrund der anhaltenden Kälte unter einer schweren Erkältung litten. Die drei Späher, der Hufschmied und die Herrin der Quelle kämpften täglich gegen Fieber und Husten, während die Legionäre draußen gegen die Schneemassen kämpften. Außerdem waren die Benefiziarier im Wald unterwegs und schlugen Holz, wenn sie nicht mit Schneeräumen auf der Straße beschäftigt waren. Während der Centurio und der Optio abwechslungsweise mit ein paar Männern auf die Jagd gingen. Manchmal trafen sie auch auf versprengte Alemannen, obwohl sie tatsächlich eher auf der Jagd nach etwas Essbaren waren.

Das Wasser der Quelle ging eines Nachmittags zur Neige und die drei Späher machten sich wie sooft allein auf den Weg zur Quelle. Der Optio ging am nächsten Morgen auf die Jagd, während der Centurio einen Rundgang durch sein Kastell machte und am Ende seines Rundganges das Lazerett betrat, um nach dem Rechten zu sehen.

Er kam gerade in dem Moment in die Räumlichkeiten des verstorbenen Feldschers, als die Herrin der Quelle würdevoll in einen Eimer spie. Der ganze Raum war gespickt voll mit Tongefäßen, Schalen und Säcken mit Ölen, Fetten und getrockneten Kräutern. Es hingen büschelweise getrocknete Kräuter an Schnüren überall im Raum und der betörende Geruch, der von dem Sammelsorium der Heilkunst ausging, machte ihm einem Moment vergessen, wie es im restlichen Lazarett stank.

‘Varius, wie lange geht das schon so?’ blökte er den Einarmigen an, der gerade mit etwas ganz Anderen beschäftigt war.

‘Mein Centurio, ich kenn mich mit so Frauengeschichten nicht aus, aber morgens war ihr schon mal übel.’

Der Centurio blickte seinen Hufschmied mit einem Gesichtsausdruck an, der keiner weiteren Worte bedarf, aber er sagte es trotzdem: ‘Muss ich denn alles alleine machen, Varius? Und wann wolltet ihr mir davon berichten?’

‘Herr, wir haben hier alle Hände voll zu tun, da hab ich nicht drüber nachgedacht!’ stammelte Varius. Valeria bekam das Gespräch nur sehr gedämpft mit, da sie immer noch mit dem Kopf im Eimer röhrte, wie ein Zwölfender im Frühling. Aber trotzdem dachte sie sich ihren Teil, aber zum Kopfschütteln fehlte ihr entschieden der Platz. Vom Würgen erschöpft legte sie ihren Kopf am Eimerrand ab und versuchte dem Geschehen zu folgen, war ihr aber nur bedingt gelang.

‘Verzeih, werter Varius. Ich weiß um deine wertvolle Arbeit hier im Lazarett und in den Ställen.’ meinte der Centurio fast schon väterlich zu Varius und fuhr fort: ‘Fencheltee und trockenes Gebäck oder Brot sollte helfen, lass es in meine Stube bringen, ich kümmere mich selbst um die Herrin der Quelle.’

Er zupfte einen getrockneten Lavendelstrauß von einer Leine, kniete sich zu ihr runter, nahm ein Tuch und wischte ihr über den Mund. Sie blickte ihn abwesend an, zog ihm aber das Tuch aus den Händen und schnäuzte sich, während er mit einer Hand ihre Haare aus ihrem Gesicht strich und mit der Anderen den Lavendelstrauß in ein frisches Tuch einschlug und ihn zerdrückte. Fast schon liebevoll hielt er das duftende Tuch unter ihre Nase. Sie atmete tief ein und er hob sie hoch und ging mit ihr nach draußen.

Kaum hatte er seine Amtsstube durchschritten, wurde er von einem der Sklaven aus der Küche überholt. Er stellte ein Tablett auf dem Tischchen neben dem Bett ab und blickte den Centurio kurz an.

‘Das ist alles! Es soll jeder, der in der Küche oder in den Ställen gerade nicht gebraucht wird, im Lazarett aushelfen.’

‘Ja, Herr!’ sagte der Sklave, blieb aber doch stehen.

Der Centurio legte die Herrin der Quelle am Bett ab und sie begann wieder zu würgen.

‘Wenn du immer noch rum stehst, bring mir die leere Schüssel da!’ rief der Centurio hektisch und zeigte auf eine leere Schüssel, die neben seiner Waschschüssel stand.

Der Sklave bewegte sich schnell und hielt im nächsten Moment dem Centurio die leere Schüssel hin und begann zu stottern: ‘Verzeiht Herr, die…die… die Herrin… der…der…der…Quäh…!’

Der Centurio hielt ihr die Schüssel unters Kinn und unterbrach das Gestottere des Sklaven. ‘Die Herrin der Quelle wird bald wieder auf den Beinen sein. Es braucht sich keiner Sorgen machen, die Pferdeherrin ist ihr mehr als hold. Aber die Kranken im Lazarett brauchen wirklich jede Hilfe!’

‘Ja Herr, verzeiht Herr!’ rief der Sklave und verschwand sofort.

‘Sogar mit dem Kopf in der Schüssel, bewegt ihr noch die Herzen der Männer.’ faselte der Centurio während er die Schüssel so aufs Bett stellte, dass er einen Moment aufstehen konnte, um auch die Waschschüssel zu holen. Als Antwort bekam er eh nur ein weiteres Würgen ihrerseits zu hören. Er stellte die Waschschüssel auf den Boden, setzte sich auf die Bettkante und hangelte nach einer kleinen Flasche, die nehmen seinem Bett stand. ‘Ich weiß, dass der Hufschmied die trächtigen Stuten immer mit Lavendelöl einreibt, da soll er noch einmal sagen, er würde sich mit Frauengeschichten nicht auskennen.’

Er hatte ihre Stirn und ihren Nacken mit dem Öl eingerieben und hielt dann weiter ihr Haare hoch, bis sie sich wieder einigermaßen gefangen hatte.

‘Der Senator wird euch verstoßen!’ meinte der Centurio, während sie sich an seinem Knie fest klammerte und wieder zu würgen begann. Nachdem nur noch Schleim aus ihrem Mund lief, tauchte er ein sauberes Tusch ins Wasser und wischte über ihr Gesicht. Sie versuchte zu lächeln, was ihr nicht wirklich gelang.

‘Ihr müsst unbedingt versuchen, jeden Morgen etwas zu essen, bevor Euch schlecht wird.’ meinte er wieder und hielt ihr einen Becher mit Tee hin. ‘Fencheltee ist gut für Mutter und Kind!’

Nachdem er ihr den halben Becherinhalt eingeflößt hatte, krächzte sie: ‘Ihr habt mir nicht erzählt, dass Ihr Hebamme wart, bevor Ihr zur Legion gegangen seid!’

‘Ich habe vier ältere Schwestern, die waren irgendwie immer schwanger, bis ich groß genug war, zur Legion zu gehen!’ meinte er und reichte ihr etwas von dem Gewürzbrot.

‘Warum habt Ihr den Optio zu mir geschickt, um mich zu schwängern?’

‘Ich will nicht, dass der Senator Euch bekommt und ich hab gesehen, wie der Optio Euch ansieht!’

‘Das hätte Euch doch egal sein können, Ihr seid der Centurio!’ meinte sie.

‘Wie meint Ihr das?’

‘Ihr hättet es doch selbst tun können!’

‘Es liegt mir nicht viel an Frauen, deshalb musste es der Optio tun.’

‘Weiß er davon?’

‘Der Optio, keine Ahnung, ich denke es ist ihm egal! Aber ich hab gehört, wie es die Spatzen von den Dächern schreien!’

‘Das hab ich noch nicht gehört, obwohl ich die Einzige hier bin, die die Spatzen wirklich verstehen kann.’

Er lächelte sie an und hielt ihr wieder den Becher hin. Sie nahm den Becher und trank, während er die Schüssel mit ihrem Erbrochenen beiseite stellte.

‘Ich will nicht unverschämt sein, aber ich sehe wie Roar Euch ansieht…!’

‘Ja, ich weiß. Ich hab ihn aber nie wirklich angerührt.’

‘Obwohl Ihr es könntet!’

‘Jetzt nicht mehr, er ist ein freier Mann.’

‘Und doch ist er noch an Eurer Seite!’

‘Ich würde ihm nie etwas aufzwingen, außerdem hinderte mich meine Krankheit in den letzten Jahren an dererleih sexueller Eskapaden!’

‘Habt Ihr es seither versucht?’

‘Langsam werdet Ihr wirklich unverschämt!’

Sie lächelte ihn nur an und biss vom Gewürzbrot ab.

‘Ich hab ein wenig Bammel, dass ich wieder einen Anfall bekomme, wenn ich selbst Hand… ähm… außerdem kann ich ihn nicht davon abhalten, vor meinem Bett auf dem Fell von meinem Köter zu schlafen.’ stammelte der Centurio und blickte dabei betreten zu Boden.

‘Wo sind die drei eigentlich, sie sollten doch mit dem Quellwasser schön längst wieder hier sein!’ meinte sie, um das Thema zu wechseln und setzte sich etwas auf.

‘Sie wollten beim Rückweg auf die Patrouille des Optio stoßen, die gerade auf der Jagd sind!’ meinte er besorgt und spitzte die Ohren, er hatte Rufe am Tor gehört.

Fortsetzung folgt…

Rätien – Winter 230 – Brief vom Senator

Rätien – Winter 230

Brief vom Senator

800PX-~1Nach einigen Wochen Winterkälte und Schneegestöber, kam wieder ein Reiter beim Tor herein. Der Optio war mit einigen Benefiziarier draußen unterwegs, um die Straße von den größten Schneeverwehungen zu befreien, während die Legionäre den Graben um den Burgus freischaufelten. Es wäre ein gefundenes Fressen für die Alemannen in das kleine Kastell zu gelangen, wenn die Schneeverwehungen bis über den Rand der Mauer reichen würden.

Es war bereits dunkel geworden als der Optio wieder im Burgus ankam und er wurde gleich zum Centurio gerufen. Sein Mantel war steifgefroren und er könnte weder seine Finger noch seine Zehen spüren, als er die Amtsstube des Centurio betrat.

‘Komm rein und setz dich!’ meinte der Centurio und blickte Roar an, der ihm gerade einen heißen Tee eingegossen hatte.

Roar stellte dem Optio einen Becher hin und goss ihm auch heißen Tee ein, bevor er den Raum verließ.

‘Ein Reiter hat uns einen Brief vom Senator gebracht!’ berichtete der Centurio. ‘Ich will die Worte des Senators gar nicht vorlesen, weil ich es mir weder mit der Pferdeherrin, noch mit allen anderen Göttern verscheißen will, aber ich habe ein Anliegen an dich:’

‘Ja, mein Centurio!’

‘Sorge dafür, dass die Herrin der Quelle ein Kind empfängt.’

‘Bitte was?’

‘Du hast mich schon verstanden!’

‘Der Senator würde sie nicht als Schwiegertochter wollen, wenn sie von den Alemannen geschwängert worden wäre!’

Der Optio blickte seinen Centurio fassungslos an.

‘Nicht dass du nicht jede Nacht bei ihr liegen würdest, dann könntest du sie ja auch vögeln!’

‘Wenn der Centurio es erlaubt, würde ich jetzt gerne gehen!’

Der Centurio nickte unmerklich und fuhr fort: ‘Ich erwarte einen ausführlichen Bericht!’

Der Optio stand wortlos auf, drehte sich um und ging festen Schrittes aus der Amtstube.

Der Centurio blickte auf den Brief des Senators und las nochmal die Stelle, die seinen Entschluss gefestigt hatte, ‘…Es wäre ja nicht tragbar, wenn sie einen alemannischen Bastard in mein Haus bringen würde. Auf so eine Mitgift kann ein Mann meines Standes gerne verzichten. Tut das Nötigste dies abzustellen, ohne jedoch ihre Kraft zu gefährden. Kein normal denkender Römer würde die Pferdeherrin gegen sich aufbringen wollen, nur wegen der Tochter eines einfachen Soldaten…’  dass ihn der Senator mal kreuzweise an seinem haarigen Hintern lecken könne. Mit einer lässigen Bewegung hielt er den Brief des Senator über die Flamme einer Öllampe, stand dann auf und trug den brennenden Brief zu einer der Kohleschalen hinüber. Er behielt den Brief solange in der Hand, bis man keine der gotteslästerlichen Worte des Senators mehr lesen konnte, dann lies er den Brief in die Glut fallen. Kurz stand er noch da und blickte in die Flammen, bevor er wieder zu seinem Tisch ging und sich in seinen Stuhl fallen lies. Seufzend nahm er sich ein Stück Pergament und fing an einen Brief an den Senator zu schreiben.

Als der Optio die Räume des Gästetrakts betrat, saß Valeria mit den drei Spähern vor einer Kohleschale und sie unterhielten sich, bis sich der Optio räusperte. Roar verschwand augenblicklich und die beiden anderen gingen erst, als der Optio sie eindringlich anblickte.

‘Was betrübt dich denn?’ fragte Valeria, als sie seinen Gesichtsausdruck gedeutet hatte.

‘Der Centurio möchte gerne, dass ich dir ein Kind mache!’

Sie lächelte ihn wissend an und strich sich dabei über den Bauch.

‘Weil dich der Senator dich nicht mehr haben wollen würde, wenn du einen Bastard unter dem Herzen tragen würdest.’

‘Ach, das stand in dem Brief!’

‘Du weißt davon?’

‘Ich weiß nur, dass heute ein Botenreiter gekommen ist.’

‘Der Centurio möchte, dass ich mit dir Liebe mache!’

‘Nicht dass wir es nicht fast jede Nacht täten…!’ grinste Valeria und stand auf, um sich vom Centurio zum Bett begleiten zu lassen.

 

Fortsetzung folgt…

Rätien – Winter 230 – Gesegnet seinen die Pferde

Rätien – Winter 230

Gesegnet seinen die Pferde

800PX-~1Der Hochnebel verdeckte die Sonne, so dass man ihr Vorhandensein nur erahnen konnte.

Und der Nebel, der den Burgus in den trüben Fängen hielt, gefror in der kalten Morgenluft, so dass die kleinen Wassertröpfchen gefroren auf die Erde purzelten und erneut das Leben mit Raureif überzog.

Der Centurio trat vor die Tür und seine Berittene stand bereits parat. Roar stahl sich hinter ihm aus der Tür und lief zum Gästetrakt hinüber. Dort bekam er von seinen Brüdern eine Schüssel mit Wasser in die Hand gedrückt.

Als die Herrin der Quelle ins Freie trat, stach die Sonne durch den Hochnebel und beleuchtete ihren Weg über den Innenhof mit sanften Strahlen. Sie war in helle Gewänder gehüllt, so dass man kaum ihr Gesicht sehen konnte, geschweige denn ihre Haare. Dennoch konnte man ihren Atem in der kalten Luft sehen.

Der Centurio trat vor und rief: ‚Begrüßt unseren Gast.‘

Die Männer schrien wieder ihren Ruf: ‚Ahu!‘

‚Der Optio hat sie aus den Fängen der Alemannen befreit.‘

Es kam wieder dieses: ‚Ahu!‘

Der Optio fragte sich, ob sie wenigstens einmal ‚Ave!‘ schreien würden.

Die Herrin der Quelle ging mit gesenkten Haupt bis zum ersten Pferd in der Reihe und hob eine Hand. Ask wich ihr nicht von der Seite und Roar lief ihr mit der Schüssel in der Hand hinterher, während Kjeld einfach nur neben ihm lief und ihn dabei scheel beäugte.

Sie segnete das erste Pferd, in dem sie ihre Hand in die Schüssel tauchte und dann über die Schnauze des Tieres rieb. Sie lehnte sich gegen den Kopf des Pferdes und schöpfte einen Schluck von dem Wasser aus der Schüssel und gab es dem Tier zu trinken. Diese Prozedur wiederholte sie bei jedem Tier, bis sie bei einem der Reiter, die jeweils neben jedem Pferd standen und das Geschehen neugierig beobachteten, stehenblieb. Keiner von ihnen hatte in den letzten Monaten eine Frau gesehen, geschweige denn eine Eponageweihte. Nur dieser eine schien abwesend in die Ferne zu blicken. Sie tat vor ihn und blickte ihn überprüfend an. Dann streckte sie die Hand nach ihm aus und berührte seine Stirn. Er schwitzte trotz der winterlichen Kälte. Sie gab dem Legionär etwas aus einem Trinkschlauch zu trinken, der ihr von Ask gereicht worden war und strich ihm liebevoll über die fiebrige Stirn.

Der Optio war hinter ihr aufgetaucht und als sie sich von dem Legionär abwandte, meinte sie streng: ‚Dieser Mann ist krank, er hat starkes Fieber. Er sollte das Bett hüten! Ihr habt hier doch ein Lazarett? Kümmert sich keiner darum, wenn ein Legionär krank wird…?’

‘Ein Lazarett haben wir, aber unser Feldscher ist im Sommer an der Ruhr gestorben, der Hufschmied macht seine Arbeit, bis Ersatz geschickt wird.’ berichtete der Optio hastig.

‘Seht Ihr meine Augenbraue? Höher kann ich sie nicht ziehen! Ihr wartet seit dem Sommer auf einen Ersatz, warum seid Ihr nicht früher zu mir gekommen? Jeder Viehhirte hier in der Gegend weiß, wo meine Hütte mal gestanden hat.’ zischte sie ihm zu.

‘Es gab in letzter Zeit nichts was drei gallischen Bastarde und der einarmige Hufschmied nicht wieder hinbekommen hätten.’ meinte er beschwichtigend und ging weiter.

Ein ersticktes ‘Der Einarmige??’ kam aus ihrem Mund gestolpert.

‘Einarmig ist er erst seit dem Herbst!’ verteidigte sich der Optio, obwohl er nicht für die Gesamtsituation konnte, noch nicht mal der Centurio konnte etwas dafür, dass so gut wie nichts mehr aus Rom kam, nichtmal ein einfacher Feldscher.

‘Der Centurio hat bestimmt nichts dagegen, wenn Ihr auch unser Lazarett besichtigt.’ meinte Optio abschließend und blickte hilfesuchend zum Centurio hinüber. Sie ging kopfschüttelnd weiter zum nächsten Pferd, währenddessen der Optio zum Centurio hinüber ging. Bei manchen Tieren rieb sie über den Bauch und meinte immer, wenn sie an dem Reiter des Pferdes vorging: ‚Epona ist euch hold!‘

Sie hatte sich wieder einigermaßen beruhigt, bis sie vor einem Reiter stehen blieb, der eine Weidenrute in seinen Händen trug. Mit einem wütenden Gesichtsausdruck riss sie die Gerte aus seinen Händen, zerbrach sie und warf sie ihm vor die Füße.

Dann zog sie den Mann, der zwei Köpfe größer war als sie, zu sich runter und zischte ihm zu: ‚Wenn du dein Pferd noch ein Mal schlägst, wird die Pferdeherrin dir gewaltig in den Arsch treten.‘

Dann spuckte sie auf den Boden und meinte ablässig: ‚Du hast es gar nicht verdient, dass auch deine Stute trächtig ist.’

Sie segnete die restlichen Pferde und lies sich nicht nehmen das Lazarett zu besuchen. Der einarmige Hufschmid Varius war heilfroh, dass ihm jemand unter die Arme greifen würde, der offensichtlich geschickter war, als er es je wieder sein könnte. Er war mehr als überfordert, seit dem er sich nicht nur um das Wohlergehen der Pferde kümmern musste. Von der Sache mit seinem Arm mal ganz zu schweigen.

Rätien – Winter 230 – Was pfeifen die Spatzen…

Rätien – Winter 230

Was pfeifen die Spatzen…

800PX-~1Mitten in der Nacht wurde der Centurio wach, Roar saß in sich zusammengesunken neben ihm. Seine Hand war genauso kalt, wie die des jungen Dieners. Warum saß er da noch, er musste doch halb erfroren sein. Dummer Junge. Kurzerhand zog er Roar in eine liegende Position und deckte ihn mit großen Fell liebevoll zu. Er hob auch die Beine seines treuen Gefährten aufs Bett, die trotz des auf Hochtouren beheizten Hypokaustum, ziemlich kalt waren. Erst als der Centurio ihn in den Arm nahm und ihn unter seine eigenen Decken zog, regte sich Roar.

‚Dummer Junge, du holst dir noch den Tod!‘ raunzte der Centurio ihm ins Ohr.

‚Was sagen die hinter Eurem Rücken?‘ fragte Roar unverblümt und streckte sich kurz.

‚Dass ich es mit dir treibe, wie die alten Griechen.‘ meinte der Centurio noch direkter, als Roar mit seiner unverblümten Frage beabsichtigt hatte.

Roar verschluckte sich und hüstelte leicht, fragte aber dennoch weiter: ‚Werden die das nicht erst recht denken, wenn ich bei Euch liege?‘

‚Wir sollten den Gerüchten wenigstens ein bisschen Gerecht werden!‘ flüsterte der Centurio ihm ins Ohr und rieb den Bart an dem Hals des jungen Spähers. Roar konnte das Gemächt seines Herren an seinem Oberschenkel spüren und ergab sich schließlich der Umarmung seines Herren, nicht zuletzt, weil er ein wenig Angst hatte, vor der enormen Größe seines Herren.

Der wiederum mittlerweile wieder einschlafen war, obwohl sein geschwollener Schaft immer härter zu werden schien. Das leichte Schnarchen seines Herren lies den Jungen Gallier allein im Dunkeln. Und doch lag er in den starken Armen seines Centurio, aber er konnte nicht schlafen, weil er nur daran denken konnte, dass sein Herr wirklich die Schlafkrankheit bekommen hatte.

Am nächsten Morgen wurde Roar wach, er lag auf dem Arm seines Centurio und lag mit seinem Gesicht auf der Brust seines Herren. Er versuchte sich irgendwie aus der Umarmung zu winden, er wollte nicht, dass irgendjemand mitbekam, dass er beim Centurio im Bett gelegen hatte, aber wecken wollte er ihn auch nicht, außerdem hatte er gestern kein frisches Wasser geholt. Sein Bruder Kjeld würden ihn tot prügeln, wenn er raus fand, das er irgendwie anders gestrickt war, wie seine beiden anderen Brüder.

Der Centurio wurde wach, bemerkte das sich sein junger Diener aus dem Bett stehlen wollte und blickte ihn dementsprechend gereizt an und doch lies Roar schlagartig los. Roar blieb erschrocken auf der Bettkante sitzen und senkte beschämt den Kopf.

‚Hau ruhig ab, die Spatzen könnten es von den Dächern pfeifen.‘ meinte der Centurio und blickte Roar dabei wütend an.

‚Jetzt beschämt ihr mich!‘ stammelte Roar und wand sein Gesicht ab.

‚Nein, Roar! Ich bin der Letzte, der dich beschämen würde.‘ sagte der Centurio erschreckend ruhig, in einem sanften, fast väterlichen Ton und griff nach dem Kinn und schob das Gesicht des jungen Späher wieder in seine Blickrichtung und fuhr fort: ‚Aber du…!‘ Doch als er den Gesichtsausdruck von Roar erblickte, sprach er nicht weiter.

‚Ich wollt Euch doch nur Tee machen und frisches Wasser bringen, dass hatte ich gestern vergessen!‘ krächzte Roar aufgebracht, mit einem noch nie gehörten Unterton in der Stimme. Sein Kinn zitterte in der Hand des Centurio und bevor die Tränen aus seinen Augen kullern konnten, schloss er seine Augen und versuchte sich wieder abzuwenden.

Der Centurio zog ihn näher zu sich und öffnete seinen Mund, eigentlich wollte er noch was sagen, überlegte es sich dann aber anders, als Roar seine Augen wieder öffnete.

Ein Zucken lief über das Gesicht des Jungen, als sie beide die Tür zu seiner Amtsstube hörten. Er lies Roar blitzartig los und ehe er sich versah, war der Junge aus seinem Bett gestolpert, schnappte sich die Waschschüssel. Es klopfte an der Tür und der Optio räusperte sich: ‚Die Männer machen sich gerade bereit für den Morgenappell! Ich wollt Euch nur wecken, bevor ich die Herrin der Quelle zu den Pferden bringe.‘
Die Tür öffnete sich einen Spalt, doch der Centurio meinte hastig. ‚War der räudige Köter die ganze Nacht bei der weißen Hexe?‘

‚Ja, und den Hund hab ich heute morgen bei Ask und Kjeld gefunden.‘

‚Ich bin gleich draußen!‘ meinte der Centurio.

Der Optio ging wieder und als sie die Tür zum zweiten Mal hörten, stand der Centurio auf und ging zu Roar rüber, der immer noch mit dem Rücken zu ihm mit der Waschschüssel in Händen da stand und allen Anschein nach immer noch mit seiner Fassung rang.

‚Stell die Schüssel hin und hilf mir mit der Rüstung!‘ flüsterte er dem Jungen von oben herab, auf Grund seiner Größe, aber doch freundlich zu.

Der Junge stellte die Waschschüssel ab. Der Centurio packt ihn bei den Schultern und beugte sich zu ihm runter, um sich mit seinen Bartstoppeln genüsslich an der Wange des Jungen zu reiben. Roar atmete durch die Nase aus, so dass der Centurio seinem Atem spüren konnte.

‚Was die Spatzen pfeifen ist mir egal!‘ flüsterte der Centurio. ‚Ich hof inständig dir auch!‘

Fortsetzung folgt, garantiert!

Rätien – Winter 230 – Asyl im Burgus

Rätien – Winter 230

Asyl im Burgus

800PX-~1Als der Centurio am Abend in seine Kammer trat, lag nicht nur sein Hund auf dem Bett bei der weißen Frau, nein auch der Optio saß auf dem Bett und war wohl vor Erschöpfung eingeschlafen und lag mit dem Kopf so halb auf ihr. Seine Hand war mit der ihren verschlungen. Der Centurio musste zwangsläufig schmunzeln und beobachtete sie eine Weile.

Er trat erst ans Bett, als sie sich regte. Langsam öffnete sie eines ihrer Augen und versuchte zu lächeln, was ihr nicht wirklich gelang.

‚Die weiße Hexe nimmt mir meinen Hund und meine rechte Hand, doch wie kann ich Ihr böse sein.‘ meinte der Centurio feierlich.

‚Euren Hund kann ich Euch nicht nehmen, weil er keinem von uns beiden gehört, doch Euch liebt er.‘ flüsterte sie leise, so dass er sich vors Bett knien musste, um sie besser verstehen zu können.

‚Woher wisst Ihr das?‘ fragte er und lächelte sie freundlich an.

‚Das hat er mir erzählt.‘ meinte sie und löste ihre Hand von der des Optio und hielt sie dem Centurio hin.

‚Warum bin ich mir nicht so sicher, über wen wir gerade reden?‘ fragte der Centurio wieder und nahm ihre Hand in die seinen.

‚Da bin ich mir manchmal auch nicht so ganz sicher, sind uns doch beide treu ergeben und würden ihr Leben für uns opfern.‘

‚Dann brecht uns nicht unsere Herzen!‘ meinte der Centurio ernst, lächelte aber dann.

‚Epona ist nicht gerade als Herzensbrecherin bekannt, sie will nur allen Geschöpfen gerecht werden.‘

‚Wie kann ich Euch nur danken!‘ meinte der Centurio und küsste ihre Hand.

‚Liefert mich nicht dem Senator aus!‘

‚Macht Euch um den Senator keine Sorgen, der wird vor dem Frühling bestimmt nicht aus seinem warmen Loch kriechen! Und bis dahin haben wir jede Menge Zeit uns eine Lösung auszuwürfeln.‘

Der Optio regte sich und der Centurio stand auf und räusperte sich.

‚Optio, würde es dir etwas ausmachen die Eponageweihte in die Gästeräume zu bringen, ich würde gerne zu Bett gehen.‘

‚Jawohl, mein Centurio.‘ rief der Optio, der irgendwie versuchte Haltung anzunehmen und dabei nicht aus dem Bett zu fallen.

‚Ich hab alle Wachen im Gästetrakt abgezogen, ich möchte nicht dass unser Damenbesuch den Männern den Kopf verdreht.‘

‚Jawohl, mein Centurio!‘

‚Kümmer dich um sie, dass es ihr an nichts fehlt. Schlaf dich aus. Morgen früh ist Appell.‘ meinte der Centurio abschließend, wand sich dann aber nochmal zu Valeria. ‚Würdet Ihr mir einen Gefallen tun und unsere Pferde weihen, morgen früh? Die Männer sind ganz aufgeregt, eine waschechte Eponageweihte unter uns zu haben.‘

Der Optio trug Valeria in den Gästetrak, dort hatten die drei Späher bereits Feuer gemacht.

Der Centurio geht zu Bett.‘ meinte der Optio und Roar sprang sogleich auf und verließ den Raum. Die beiden Anderen grinsten ihm ziemlich dämlich nach und ließen sich vor einer Feuerschale nieder.

Als Roar die Räumlichkeiten des Centurio betrat, stand er nackt vor einer Schale mit Wasser und wusch sich. Roar bewegte sich fast geräuschlos durch den Raum zum Bett hinüber und zog die Decken gerade und schüttelte die Kissen auf. Dann ging er zum Centurio und reichte ihm ein sauberes Tuch.

Der Centurio hatte tatsächlich nicht gemerkt, dass Roar im Raum war und blickte ihn für einen Moment erschrocken an.

‚Herr, geht es Euch gut?‘ fragte Roar und wand beschämt den Blick ab, er war nicht sicher ob er zu weit gegangen war. Nicht dass der Centurio seine Frage in den falschen Hals bekommen hatte.

‚Ja, mir geht es gut, besser denn je!‘ meinte der Centurio ernst und beiläufig zu gleich, während er sich abtrocknete. Er hatte nicht bemerkt, dass sich Roar äußerst seltsam benahm.

Roar reichte ihm stumm eine leichte Tunika und blickte weiter in den Boden.

‚Warum bist du noch hier?‘ fragte der Centurio. ‚Du und deine Brüder seid freie Männer!‘

‚Ich würde gerne bei Euch bleiben, Herr!‘ rief Roar hastig. Seine Wangen glühten hochrot und er wand sie wieder ab.

‚Dann bleibt hier!‘ erwiderte der Centurio und schlüpfte in seine Tunika.

‚Ja, Herr!‘

Kopfschüttelnd ging der Centurio zu seinem Bett. Roar überholte ihn, zog die Decken zurück und war ihm dabei behilflich zu Bett zu gehen. Es hatte den Anschein, als würden sie seit Jahren jeden Abend das selbe Ritual abhalten. Roar hielt ihn einen Trank hin und der Centurio trank brav seine Medizin. Dann lies er den Centurio allein und löschte die Lichter. Legte noch ein paar Kohlestücke in eine Feuerschale und kam dann wieder zum Bett getreten.

‚Als freier Mann musst du nicht auf den Boden schlafen!‘

‚Wo soll ich denn sonst schlafen?‘ meinte Roar für seine Verhältnisse ziemlich schnippisch und setzte sich auf die Bettkante. ‚Geht es Euch wirklich gut, Herr!?‘

‚Heute ist der erste Tag seit Jahren, wo ich…!‘ Er brach ab und hielt ihm seine Hand hin. ‚Nicht zittere! Wo ich beim Pissen nicht zittere!‘

‚Es geht Euch also gut!‘

‚Mehr als gut!‘ grinste der Centurio und packte seine Hand.

‚Ich kann auch die ganze Nacht hier sitzen bleiben!‘ meinte Roar und flüsterte dann mehr in sich hinein als zum Centurio. ‚Wär ja nicht das erste Mal.‘

‚Das hab ich gehört!‘

‚Ich bin ein freier Mann!‘

‚Ja, dann bleib da sitzen, oder leg dich hin, aber du kannst nicht länger vor meinem Bett auf dem Fell von meinem Köter schlafen.‘ meinte der Centurio ernst.

‚Wenn es jemand mitkriegt, was werden die dann sagen?‘ frage Roar entsetzt.

‚Nichts, was nicht schon hinter unseren Rücken geredet wird.‘ gähnte der Centurio, drehte sich auf die Seite und schlief einfach ein. Und im Schlaf hielt er immer noch Roar’s Hand fest im Griff. Roar wagte es nicht sich zu bewegen, er wollte seinen Herren auf keinen Fall wecken. Er war sich unsicher, ob es dem Centurio wirklich gut ging, jetzt wo er die Fallsucht hinter sich hatte, hatte er wohl am Ende noch die Schafkrankheit bekommen. Also blieb er an der Bettkante sitzen, bis er schließlich doch im Sitzen einschlief.

Fortsetzung folgt…

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