Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 14 – Schlaflos in Karlsfeld

Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 14 – Schlaflos in Karlsfeld

4Wenn ich zuhause mal nicht schlafen kann, was zum Glück nur noch manchmal bei Vollmond vorkommt, dann fange ich auch mal mitten in der Nacht an meine Wohnung zu putzen. Wenn ich nicht gerade einen Schreibflash habe, dann hilft oft nur: Sahara (Film 2005)
Sobald der Vorspann durch ist, schlafe ich ganz automatisch ein. Wenn alle Stricke reißen, dann hilft nur noch die Herr der Ringe Trilogie, spätestens wenn die Gefährten ihre Reise antreten und das ‚Concerning Hobbits‘ verstummt, schlafe ich ein.

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Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 13 – ???

Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 13 – ???

189158_1584369175780_7356340_nWenn ich nicht in meinem Bett schlafen kann, dann höre ich ‚Die Drei Fragezeichen‘, um einschlafen zu können. Wahlweise höre ich auch ‚Jonas der letzte Detektive‘, die Hörspiele von Michael Koser haben mich in meiner Jugend sehr geprägt und ich wäre nur ein halber Mensch, wenn ich meine Hörspiele und Hörbücher nicht hätte. Teilweise kann ich mich sogar besser konzentrieren, wenn ich Hörspiele höre, die ich auswendig kann, weil ich mich dann unabgelenkt auf die eigentliche Arbeit konzentrieren kann. Meine eigene Art Multitasking zu betreiben.

Ich suche einen Mann… Teil 30 – Meine Nachteule

Ich suche einen Mann… Teil 30 – Meine Nachteule

kanoneIch suche einen Mann, der genauso eine Nachteule ist wie ich. Einer neben dem ich einschlafen kann und nicht die restliche Nacht wachliege, weil ich mich unwohl fühle. Einer der meinen Tinnitus zum Verstummen bringt und zwar nicht durch noch mehr Lärm oder Schnarchen. Ich suche einen Mann, der mich morgens nicht aus dem Bett zerrt. Einer der mir morgens Tee ans Bett bringt und zwar nicht, um mich kurz darauf auf dem falschen Fuß zu erwischen. 2045330_1219613968199l

Anmerkung: Dies ist der 30. Teil einer völlig ernst gemeinten Bekanntschaftsanzeige von mir, Callabutterfly, und eine Ode an meinen Traummann, den ich mir grad versuche zu basteln.

Zuschriften bitte via Facebook/Callabutterfly per PM

Drei und eine Axt – Teil 11

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 11

Kejnen stieß Halef mit seinem Stock an, worauf der Junge seine Augen aufriss. ‚Der Tag bricht gleich an!‘ Lamina lag auf seiner Brust. Behutsam bettete er sie um und ließ sie weiter schlafen. Er stand auf, packte seinen Sattel und kam aus der Jurte. Mit den ersten Sonnenstrahlen, brach alles wieder auf ihn ein. Der gestrige Abend war kein böser Traum gewesen, es war die traurige Wahrheit. Sein Onkel Otar lag schnarchend auf dem Boden und sabberte in den Dreck. Einige der alten Damen waren wieder da, sie bereiteten ihnen Frühstück und sie legten dem Jungen wieder Geschenke vor die Füße und küssten seine Hände. Dessen ungeachtet ging Halef hinters Zelt, um sich zu erleichtern. Als er fertig war, stand plötzlich ein Mann hinter Halef und sprach: ‚Ich hab mich gestern Nacht nicht vorgestellt, ich bin Ainur, ein alter Freund von dem Krüppel da drüben.‘

‚Ich hab dich auch gern, Ainur!‘ rief Kejnen laut.

Halef blickte ihn an und die alten Damen waren wieder da und sie wuschen seine Hände. Halef schüttelte nur den Kopf und ging zu seinem Pferd, um es zu satteln. Sie packten alle leichten Sachen auf Halef’s Pferd. Die Damen weckten das Mädchen, versorgten sie und zogen sie an.

Der Khan stand plötzlich mitten im Lager. ‚Es ist tatsächlich Otar.‘ meinte der Khan. Er war sichtlich bestürzt darüber, wie runtergekommen sein Schwiegersohn aussah. ‚Tut mir einen Gefallen und werft ihn in den Fluss, bevor ihr ihn zu meiner Tochter bringt. Er stinkt erbärmlich.‘

‚So was in der Art war mein Plan.‘ meinte Kejnen.

‚Wie habt ihr ihn gefunden? Meine Männer hatten das ganze Zeltlager nach ihm durchkämmt.‘

‚Ainur hat ihn gefunden!‘ meinte Kejnen und wies auf Ainur.

‚Ah, der Schmied. Ainur, mein Dank ist Euer.‘ rief der Khan.

‚Es war mir eine Ehre helfen zu können.‘ meinte Ainur und verbeugte sich kurz.

Halef trat in die Runde, um sich zu verabschieden.

‚Halef, Junge. Gib auf das Mädchen acht, du hast mehr zu tragen, als nur schlechte Nachrichten. Und gib dass meiner Tochter.‘ sprach der Khan und drückte ihm ein dünnes Päckchen in die Hand und dabei steckte der Khan ihm seinen Dolch in den Gürtel. ‚Ich habe gehört, des es bei euch mit scharfen Messern nicht so gut bestellt ist.‘

‚Habt Dank, ehrenwerter Khan.‘ meinte Halef und ging rückwärts zu seinem Pferd, steckte das Paket in seine Satteltasche und stieg auf. Ainur nahm den alten Damen das Mädchen ab und hob es vor ihn in den Sattel. ‚Róka, bleibt bei euch, Kejnen.‘

‚Kann ich nicht den Angsthasen haben? Du weißt doch, deine Hunde mögen mich nicht.‘

‚Nyúl findet den Weg aber nicht ohne mich!‘

‚Gut, Junge. Dann sieh zu, dass du los kommst und bring es ihnen schonend bei.‘

Halef ritt los. Als er außer Reichweite war, meinte der Khan: ‚Wann wird er mich endlich Großvater nennen?‘

‚Wer weiß?‘ meinte Kejnen und zuckte mit den Achseln.

Einer der Söhne des Khan kam und blickte verdrießlich in die Runde.

‚Die Geschäfte rufen, Meister Kejnen. Wir werden uns wieder sehen, so oder so. Ihr seid ein außergewöhnlicher Mann und die Götter scheinen es gut mit Euch zu meinen.‘

‚Wir sehen uns, wenn sich unsere Wege wieder kreuzen!‘

‚Wir sehen uns, wenn ich den kleinen Hügel am Ende der Steppe erblicke und den Rauch rieche.‘ sprach der Khan und fuhr dann fort. ‚Bringt ihn gut heim und passt mir auf meine Mädchen auf, mein Freund!‘

Halef ritt wie der Wind über die Ebene. Lamina saß in eine Decke gewickelt vor ihm im Sattel. Er hielt sie so behutsam, wie möglich, aber doch bestimmt in seinen Armen, während er das Pferd im schnellen Lauf über die unwegsame Ebene hetzte. Völlig verkrampft klammerte sie sich an einen seiner Arme. An ihrem Gesichtsausdruck konnte er erkennen, dass sie sehr große Schmerzen haben musste. Sie hielt sich aber Tapfer im Sattel.

Um die Mittagsstunden bekam sie Fieber, das von Stunde zu Stunde immer stärker wurde. Zu dem beutelte sie heftiger Schüttelfrost, so dass er sie kaum halten konnte, ohne ihr noch mehr Schmerzen zu bereiten. Es half alles nicht, er drückte ihren schweißnassen Körper fest an sich und ritt so schnell, dass selbst sein Hund ihm kaum folgen konnte.

Am späten Nachmittag war sie vom unruhigen Schlaf in eine tiefe Bewusstlosigkeit gefallen. Panisch trieb er sein Pferd noch unerbittlicher in Richtung Heimat.

Endlich konnte er am Horizont den kleinen Hügel erkennen und Rauch, der gekräuselt gen Himmel stieg. Er holte die letzten Kräfte aus seinem Pferd und klammerte Lamina noch fester an sich. Sein Hund verlor endgültig den Anschluss und blieb nun weit zurück. Im vollen Lauf ritt er durch die Furt, am Gatter vorbei bis fast vor den Jurteneingang. Er schrie nach seiner Tante, noch bevor er das Pferd stoppen konnte.

Tante Ziska kam aufgeregt aus der Jurte gelaufen und blickte ungläubig auf den triefenden Gaul und ihren Neffen, dem das Spritzwasser vom Fluss ebenfalls von der Reisekleidung ran.

Hastig sprang er mit dem Mädchen im Arm vom Pferd und eilte ihr entgegen.

‚Sie hat Fieber und und…!‘ seine Stimme brach. Ziska blickte ihn verstört an und sah die Tränen in seinen Augen. ‚Bring sie erst mal rein.‘ meinte sie beschwichtigend und schob ihn zur Jurte.

Er stolperte vor Ziska in die große Jurte und sah sein Bett. Ziska hatte ihre Drohung also wahr gemacht, dass sie ihn nun nicht mehr draußen schlafen lassen würde.

‚Leg sie hin und setz dich bitte!‘ sagte sie ruhig, während er vor Aufregung nach Luft schnappte. ‚Und beruhige dich bitte, bevor du mir erzählst was überhaupt los ist.‘

Er atmete tief durch und schluckte schwer.

‚Lamina ist ähm… Meister Kejnen hat sie einem Sklavenhändler abgenommen. Sie haben sie ausgepeitscht und und…‘ Seine Stimme brach wieder. ‚Ver… Ver…!‘ Ziska unterbrach sein Stottern. ‚Ist schon gut! Lass mich allein, ich kümmere mich schon um sie.‘

In dem Moment als er aufstand und zurück taumelte, stand seine Mutter schon in der Jurtentür.

‚Halef, was ist hier los und wo ist Kejnen?‘

Halef stürzte seiner Mutter in die Arme und schluchzte: ‚Er kommt später.‘

‚Was soll das heißen, er kommt später?‘ Nachdem aber außer stottern und schluchzen nichts aus ihrem Sohn herauszubekommen war, lies sie ihn einfach vor der Jurte stehen und fing erst mal sein Pferd ein, dass sich gerade über Ziska’s Kräutergarten hermachen wollte.

Erst als sie versuchte das voll bepackte Pferd von dem Gewicht der vielen Taschen und Beuteln zu befreien, stand er plötzlich neben ihr und packte lautlos mit an.

‚Kejnen hat Otar gefunden!‘ flüsterte er fast beiläufig.

Vira lies fast den Sattel fallen und starrte ihn ungläubig an, dann stotterte sie: ‚Und…und…Ulgur… und dein…dein…Va…!‘

Halef schüttelte nur den Kopf, dabei rannen ihm wieder Tränen die Wangen hinunter. Nun krachte der Sattel auf den Boden und Vira stolperte rücklings zum Gatter. Dort musste sie sich fest klammern, um nicht auf die Knie sinken zu müssen. Halef nahm seinen Sattel auf und versuchte ihn auf die Schulter zu heben, dabei bebten seine Arme so, dass er ihn nicht halten konnte. Völlig geschwächt sank er mit samt dem Sattel zu Boden und begann mit einem entsetzlichen Seufzer zu weinen. Seine Tränen tropften auf den Sattel, doch sein Gesicht war von seinen zerzausten Haaren verdeckt. Nun sank auch Vira zu Boden und stürzte in seine Arme. Beide schluchzten und hielten sich fest. Ihre Körper bebten. Es dämmerte bereits, als sie sich nach einem viel zu langen Moment wieder regten und sich aufrappelten, um die Arbeit zu vollenden, die sie beide so kläglich begonnen hatten. Irgendwann fand Vira ihre Stimme wieder.

‚Und das Mädchen? Was ist mit dem Mädchen?‘

‚Lamina?‘ fragte er.

‚Hast du etwa noch ein zweites Mädchen mitgebracht?‘ nörgelte sie weiter.

‚Nein, natürlich nicht.‘ Er stockte, setzte dann wieder an. ‚Auf dem Markt, hat ein Sklavenhändler sie an einem Strick vorbei geschleift, ich wollte hinterher, aber Kejnen hat mich daran gehindert, ich weiß nicht wie er sie befreit hat…‘

‚Und wer hat sie so zugerichtet?‘

‚Der Sklavenhändler, wahrscheinlich!‘

‚Und jetzt?‘

‚Kann sie bitte bei uns bleiben?‘

‚Du wirst für zwei Arbeiten müssen!‘ meinte sie ernst, dann erzwang sie sich ein Lächeln, als sie seine Miene sah. ‚Natürlich kann sie bei uns bleiben, wir kriegen dass alles schon hin, irgendwie.‘

Der Hund kam vom Fluss herauf geschlichen, blieb mitten im Hof stehen und brach einfach nur zusammen. Halef lies die Luft durch seine Zähne pfeifen, sein Hund reagierte erst nicht. Nach einem langen Moment hob er den Kopf, grunzte und lies seinen Kopf nun wieder sinken.

Wena kam aus der Jurte. Sie gähnte verschlafen: ‚Was ist denn los, ich hab vorhin was gehört. Ich muss wohl eingeknickt sein.‘

‚Wo sind die Kinder grad? Es ist so ruhig.‘ fragte Vira.

‚Die Großen sind Kleinholz und Beeren sammeln und die Kleinen kämmen Wolle.‘

‚Klappt des mit dem Spindeln?‘

‚Mutter!‘ nörgelte Halef und drängte Wena auf einen Stein. ‚Setz dich besser!‘

Er räusperte sich. ‚Ainur, ein alter Kriegskamerad von Kejnen hat Otar gefunden…!‘ Er stockte wieder, setzte dann aber nochmal an: ‚Aber…!‘

Wena unterbrach ihn mit einer stürmischen Umarmung. ‚Wo ist er und was ist mit….‘ Ihre Stimme brach. ‚Ulgur und… und…deinem…!‘

Sie blickte über die Schulter des Jungen Vira ins Gesicht. Doch Vira schüttelte fast unmerklich den Kopf.

‚Wie kann ich mich freuen, wenn ihr alle trauern müsst?‘ heulte Wena los.

‚Halef was ist mit dem Aber!?‘ fragte Vira ungeduldig.

Halef versuchte Wena zu beruhigen und sprach dann langsam und stockend weiter. ‚Wena, er hat beim Versuch Vater und Onkel Ulgur zu retten einen üblen Schlag auf den Kopf bekommen…‘ Er machte wieder eine Pause, um nach den richtigen Worten zu suchen, während ihn Wena nur fragend anblickte. Er würde die richtigen Worte eh nicht finden, also platze es aus ihm heraus. ‚Er ist nicht mehr ganz richtig im Kopf und…und…!‘ Seine Stimme brach erneut. Wena schrie in fast an: ‚Was?‘ Von ihrem Gefühlsausbruch ziemlich irritiert, spie er die nächsten Worte förmlich aus: ‚Er war so verwirrt, dass er die Leichen seiner Brüder verloren hat und… und… und!‘

‚Jetzt lass dir nicht jedes Wort aus der Nase ziehen!‘ unterbrach ihn Vira.

‚Er ist ein Säufer!‘ schrie er, während ihm Rotz und Wasser aus Mund und Nase ran. ‚Er ist ein verrückter Säufer!‘ Dann sprang er auf und lief zum Fluss hinunter. Wena blieb fassungslos auf dem Stein sitzen.

Vira setzte sich neben sie und sprach ganz ruhig: ‚Wena, du bist der verständnisvollste Mensch den ich kenne, du wirst auch damit zurecht kommen.‘

Wena blickte sie nur an und meinte trocken: ‚Wir sollten den Schnaps und den Wein verstecken, bevor sie kommen!‘

‚Ich red mit Ziska, sie soll ihre Kräfte schonen, vielleicht kann sie ja was tun.‘ meinte Vira im Aufstehen und lief langsam zur Jurte hinüber.

Sie streckte den Kopf bei der Tür herein. Ziska schaute besorgt auf. Viras Blick schweifte über den Körper des Mädchens.

‚Sie ist noch nicht übern Berg, aber das wird schon wieder.‘ flüsterte Ziska.

Vira zog nur eine Augenbraue hoch. Ziska stand schwankend auf und ging zu Vira hinüber. Beide gingen aus der Jurte, Ziska lehnte die Tür nur an und ging weiter.

‚Sie ist auf grausamste Art und Weise vergewaltigt worden und ausgepeitscht und…‘ Sie stockte und blickte Vira besorgt an. ‚Die Wunden werden wieder heilen und alles Körperliche habe ich repariert…!‘ Vira packte sie an der Schulter und drückte sie in eine Umarmung.

‚Manchen Wunden heilen nie!‘ meinte Ziska trocken.

‚Kejnen hat Otar gefunden!‘ meinte Vira ebenso belanglos, wie Halef vorher. Ziska blickte Vira in die Augen und sie sah, dass Vira Tränen in den Augen hatte.

‚Mein Herz hat es schon seit langem gewusst!‘ flüsterte Ziska.

‚Wir wollten es nur nicht wahr haben!‘ flüsterten sie beide.

‚Otar hat einen Schlag auf den Kopf bekommen, Halef sagt er sei verrückt und ein Säufer und er hat die Leichen unserer Männer verloren.‘

Ziska nickte nur: ‚Wo ist Halef? Ich möchte mit ihm über das Mädchen reden!‘

Vira blickte zum Fluss hinunter und ging dann in die Jurte. Das Mädchen lag bewegungslos im Bett, ihr Brustkorb hob und senkte sich ganz leicht auf und ab. Vira griff in eine Kiste, zog ein paar Kleidungstücke heraus und nahm ein Tuch von einer Leine. Als sie wieder aus der Jurte trat, stand Ziska immer noch davor. Sie drückte ihr die Sachen in die Hand und ein Stück Seife.

Halef saß am Ufer, er hatte sich die Schuhe ausgezogen, weiter war er nicht gekommen. Ziska setzte sich neben ihn ins Wasser. Die Wäsche legte sie hinter sich, an einer trockenen Stelle ab. Blitzartig schnellte sein Kopf herum. Seine Tränen waren getrocknet und hatten in seinem staubigen Gesicht seltsame Streifen hinterlassen. Er wischte sich den Rotz mit dem Ärmel aus dem Gesicht und blickte sie fragend an.

‚Das Fieber steigt nicht mehr, das was ich heilen konnte, habe ich geheilt.‘ Er wollte schon aufspringen, doch sie hielt ihn zurück. ‚Sie schläft erst mal eine ganze Zeit lang und deine Mutter ist bei ihr.‘

‚Tante Ziska?‘ Er fiel ihr um den Hals. ‚Danke!‘

Sie löste sich aus der Umarmung und blickte ihn ernst an. ‚Dir liegt sehr viel an der Kleinen?‘ Nach einem langen Zögern nickte er nur. ‚Das wird sie jetzt auch brauchen.‘

Er drehte seinen Kopf wieder zum Fluss und starrte in die Ferne. ‚Sie hatten sie geknebelt, damit sie nicht schreit, ich habe den Knebel gefunden, er hatte sich in ihrem Haar verfangen…‘ Er stockte. ‚Das Holz war zerbissen und blutig… ich habe ihn verbrannt… ich kriege aber die Bilder nicht mehr aus dem Kopf, die ich vor meinem inneren Auge gesehen habe, als ich den Knebel berührte…‘ Sie strich ihm über die schmutzige Wange. ‚Sie wird schon wieder und sie kann froh darüber sein, dass es dich gibt.‘ Sie stand auf und warf ihm die Seife zu. ‚Beeil dich, ich mach dir was zum Essen.‘

Das seltsame Verhalten geschlechtsreifer Neandertalern in der Paarungszeit

Das seltsame Verhalten geschlechtsreifer Neandertalern in der Paarungszeit

VenusWillendorfAn dem heutigen Tag schrauben wir die Zeit mal ein Wenig zurück, in eine Zeit in der in Deutschland noch Mammuts und Riesenhirsche durch den Wald liefen. Wir befinden uns im Neandertal. Damals allerdings wussten die Bewohner noch nicht, dass sie einmal nach diesem Tal benannt werden würden. Die Neandertaler waren tatsächlich auch außerhalb des Neandertals unterwegs und machten so ihr Ding. Was man halt als Neandertaler so macht: Jagen, Fressen, Schlafen, eigene Art erhalten und über den Winter kommen. Da könnte man ja denken, dass das Leben damals ziemlich einfach gewesen wäre, aber weit gefehlt. Die Verantwortung war damals auf jeden Fall größer und mit mehr Arbeit verbunden, als in der heutigen Zeit. Essen und Brennholz waren wichtig. Und nachdem das Essen auch noch in wunderschöne Kleidung gehüllt war, musste man sich darum wenigstens keine Sorgen machen. Heute muss sich im Neandertal wahrscheinlich keiner mehr Sorgen machen, dass seine Sippschaft auch heil durch den Winter kommt.

Das Leben hätte wirklich so schön sein können, wenn da nicht die eigene Triebhaftigkeit gewesen wäre. Es muss um alles in der Welt die eigene Art erhalten werden, komme was wolle. Wenn dem auch so gewesen wäre, dann wäre das ja auch einfach gewesen.
Aber damals spielte der Geruchssinn beim Weibchen eine große Rolle in der Partnerwahl. Sie konnte quasi riechen, ob das Männchen gesund und potent genug für sie war. War das Männchen nicht Manns genug um sie und ihre Brut durch den Winter zu kriegen, dann stand er ihr eben nicht zur Nase. Pech gehabt. Er hätte dann zwar noch die Möglichkeit gehabt, sich seine Keule zu schnappen und ihr über den Schädel zu ziehen. Sie dann bewusstlos abzuschleppen und sie dann ungeachtet ihrer Bewusstlosigkeit zu begatten. Wobei er dann eine zwiderne Alte den ganzen Winter in seiner Höhle ertragen hätte müssen. Weil dumm waren sie damals bestimmt nicht, sie wussten schon um was es sich im Leben dreht. Die Winter waren lang und in der Eiszeit noch viel länger. Kein Stress mit der Alten heißt im Winter nicht frieren zu müssen und immer ein warmes Weibchen im Bett zu haben, die das Feuer am Brennen hält, während er auf der Jagd ist. Und fürs Weibchen hieß es, immer schön lächeln und nicken, schön das Feuer am Laufen halten, dann bringt der Alte auch genug Essen und Felle nachhause.
Ja, ja. Immer schön lächeln und nicken, auch wenn es weh tut. Wissenschaftler haben nämlich festgestellt, dass das Geschlechtsteil des durchschnittlichen Neandertalers ungefähr die Ausmaße einer handelsübliche Coladose gehabt haben soll. Also keine 12 cm lang, aber dafür so breit, das Frau ihn mit der Hand nicht mehr umschließen kann. Ich wäre damals nicht nur ausgestorben, sondern bei meiner Entjungferung gleich verstorben, weil wer nicht mal eine Red Bulldose in den Mund, geschweige denn wo anders… verdammt ich sollte öfter einfach mal die Schnauze halten… der braucht es auch nicht mit Größenwahn probieren. (Ich bleibe bei meinem Wahlspruch, was nicht in den Mund geht, geht auch nirgendwo anders rein!)
Ja, auf jeden Fall war das wohl kein Zuckerschlecken. Jetzt weiß ich auch warum die Neandertaler Weibchen immer so gebückt gegangen sind und ausgestorben sind sie, weil es wahrscheinlich an der Fortpflanzung gehapert hat.
Da bin ich ja mal ganz froh, dass wir uns nicht alles aus der Eiszeit erhalten haben, wobei an der Sache mit dem guten Riecher, ist bestimmt was dran.

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