Es regnet Blätter…und hagelt Fischstäbchen!

Es regnet Blätter…und hagelt Fischstäbchen!

Nach der Arbeit hetze ich zum Einkaufen. Es pisst, als gäb es kein Morgen. Nach dem es aber kurz vor Ladenschluss ist, steige widerwillig aus dem Auto und renne in den Laden. Der übliche Einkauf geht ganz schnell. Salat, 3 Packungen Fischstäbchen, eine Flasche Ketchup und einen Camembert. Da soll nochmal einer sagen, ich würde mich einseitig ernähren. Als ich nach dem Zahlen zum Ausgang gehe, kehren sie mich förmlich aus dem Laden und schließen hinter mir die Tür. Ich kann das Rollgitter hören, wie es hinter mir langsam die Eingangsfront von Außen verschließt. Der Regen hat aufgehört, dafür weht der Wind wieder ganz schön heftig. Blätter wehen auf Kopfhöhe an mir vorbei und es fröstelt mich. Ich zieh die Kapuze über meinen Kopf und werde vom Wind schier zum Auto getrieben. Kurz bevor ich an meinem Auto ankomme, bin ich trotz des nachgelassenen Regens völlig nass, weil die herabfallenden Blätter ungefähr den selben Effekt haben, wie Regen.

Ein rollender Busch purzelt vor mir über den Asphalt. Ich schüttele den Kopf und denke mir: ‚Nicht schon wieder!‘

Ich blicke mich hastig um und erwarte das Schlimmste. Mit einem Mords Adrenalinschub stürze ich zum Auto und lasse meinen Blick gehetzt über den Parkplatz schweifen.

Da ist ja gar nichts, verdammt! Am Himmel schiebt der Sturm die Wolken auf die Seite und ich kann den Mond sehen. Ein Vollmond. Hm. Ich erwarte jeden Moment das Wolfsgeheul. Nichts. Etwas enttäuscht, krame ich nach meinem Schlüssel und öffne den Wagen aus der Entfernung. Ich kann das Klacken der Zentralverriegelung hören.

Plötzlich höre ich ein triefendes Grunzen hinter mir. Fast Panisch drehe ich mich um. Da schlürft etwas auf mich zu, das ein Mensch zu sein scheint. Es schleift ein Bein nach und hat eine Schulter gesenkt. Ich kann den Sabber sehen, wie er aus der offenen Kinnlade läuft. Blitzschnell mache ich einen Schritt auf das Dings zu und hole mit einer Einkaufstasche aus. Es erdreistet sich doch tatsächlich die Arme gegen mich zu erheben und ich schlage zurück. Unter Röcheln geht das Dings nach dem ersten Schlag zu Boden. Ich betrachte es näher und es ist ein er und er ist wohl schon ein Wenig länger tot. Geil, ein Zombie!

Nachdem ich in meinem Auto leider keinen Spiderman habe und leider auf keine Axt, Schrotflinte oder Motorsäge, beschließe ich nach Hause zu brettern und mich für die Zombieapokalypse aufzumunitionieren.

Neben meinem Auto springt mich ein weiterer Zombie an und bringt mich zu Fall. Er hat zum Glück nur in meine Einkaufstasche gebissen und reißt nun ein Stück heraus und fängt an zu Röcheln. Der Zombie hustet, wälzt sich von mir runter und spuckt mir ein angebissenes Fischstäbchen ins Gesicht. Ich packe die Tasche und haue solange auf den Zombie ein, bis die Einkaufstasche auf seinem Kopf explodiert und die Packung Fischstäbchen mit ihr. Die gefrorenen Fischstäbchen fliegen mir um die Ohren, ich stürze schockiert nach hinten und kann gerade noch sehen, wie ein weiterer Zombie von einem meiner Fischstäbchen ins Auge getroffen. Es bleibt vibrierend in der Augenhöhle stecken, der Zombie fällt auf die Knie und als er nach vorne fällt, rammt er sich das Fischstäbchen ganz in den Kopf, wo es wahrscheinlich langsam auftauen wird. Gehirnfrost a la Captain Iglo würd ich mal sagen.

Ich sammle den Ketchup, den Camembert, die übrigen Fischstäbchen und meinen Salat auf, die restlichen Einkäufe haben es komischer Weise heil überstanden und haue ab. Mit 140 fahre ich nach Hause und suche panisch nach meinem Schlüssel für meinen Waffenschrank, rufe gleichzeitig meine Mutter und meine beste Freundin an. Dann verrammel ich die Tür, baue eine Schleuder aus einem Klappstuhl und meinen Strapsen.

Im Morgengrauen können mich die Nachbarn auf dem Dach sitzen sehen. Mit zwei Baustrahlern, einer Schleuder, einem Sektkühler mit einer Packung gefrorener Fischstäbchen darin und meinem Karabiner auf dem Schoß, zwei Revolver im Holster und einem Whiskey in der Hand. Im Hintergrund läuft Fido.

Zufrieden nippe ich von meinem Glas und feile meine Munition an und warte darauf, dass sie die Straße hochkommen und meine spießigen Nachbarn zuerst fressen wollen.

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