Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 5

Abschrift für die Akten

von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 5

 

Als ich bei Mondschein im Wald unterwegs war, hab ich die beiden Krähen wieder getroffen. Eine war verletzt. Sie haben mich mit zu ihrem Versteck genommen und ich päppelte sie wieder auf. Sie wird wohl schon bald wieder kräftig mit den Flügeln schlagen können. Als ich am Morgen zurück nach Grimgard kam, stand der Rauch schwer in der Luft. Die Bäckerei des Notker scheint abgebrannt zu sein. Aber was noch viel schlimmer ist. Jemand hat den alten Dankrad ums Leben gebracht.

Ich traf auf eine junge Hebamme, die wohl die Nachfolge von Helena in der Taverne war. Blitgard, so heißt die Dame, half mit bei den Ermittlungen. Das war wirklich spannend. Wir haben die Blutspuren untersucht. Und die Schnittspuren am Hals des Dankrad. Und dann haben wir ziemlich große Schuhabdrücke draußen vor einem der Fenster gefunden. Ich habe einen Gipsabdruck gefertigt und schaue mir seither die Füße und Schuhe unserer Bürger und Gäste in Grimgard noch genauer an als sonst. Weil einer von uns ist der Mörder. Einer der auf großen Fuße schreitet. Nur der Rutger ist es nicht, der hat zu kleine Füße. Und er hätte auch die Klinge nicht führen können, die seinen Vater tötete. Dazu hätte er sich einen Stuhl nehmen müssen. Manchmal ist Körpergröße ein besseres Alibi, als man denken mag. Er ist zu klein, um der Mörder zu sein. Und was sich reimt ist gut. Es denkt eh keiner hier, das der Ladenhüter seines Vaters, je die Hand gegen seinen geliebten Vater erhoben hätte.

Nun fügt sich der Junge in sein Erbe und hat den Posten seines Vaters übernommen, den er so gut es eben geht auszufüllen versucht.

Es war ein trauriges Totenfeuer. Das Klagelied der Eponapriesterin schallt mir immer noch im Ohr. Ein Jammer. Ich trink auf dich, alter Freund. Und ich verfluche dich, du Mörder, der ihn so kaltblütig danieder gemetzgert hat.

Mit der ganzen Aufregung in den letzten Tagen hatte ich die Schlonze völlig aus dem Auge verloren und als ich wieder in mein Zelt trat, hatte sich Schimmel auf der Schlonze gebildet. Gelblich weiße Glitschigkeit mit einem Hauch von Blau und Schwarz. Wunderschön.

Haha. Da fällt es mir wie Schuppen von den Haaren. Die Schlonze kann also doch was, nämlich schimmeln. Haha. Und was kannst du, du alte Zippe. Werde der Gelsa ihre blöde Taube zurückschicken.

Werte Gelsa,

Die Schlonze kann schimmeln. Was sagst du nun? Heute Morgen nickten mir die Pilzgewächse seltsam obszön entgegen und da ging mir ein Licht auf, so wie es einem trifft, wenn der Blitz in die Erde fährt. Wenn auf dem Bösen etwas wächst und mag es auch noch so klein sein. Ob uns nicht etwas Gutes widerfahren mag?

Lindrad
Salbaderer ähm ich sollte auf ein extra Papier schreiben…

Und dann versuche ich einen selbstzerstörenden Brief an Ferowin zu schreiben.

Aua. Werde Ferowin einen ganz normalen Brief schicken, den muss er halt dann selber selbstzerstören. Immer diese Geheimnistuerei. Ich bin ja gespannt, ob sich schon was getan hat, bei seinem gefrorenen Sohn. Weil ich hab die Geschichte von dem Widukin Jungen gelesen, den das Spinnengift dahin gerafft hat. Da hab ich auch so geweint. Die Geschichte ist so traurig. Und ich muss immer daran denken, was ist wenn man mir meine Tochter tot heimbringen würde.

Oh, ich schweife immer mehr ab, so scheint es mir. Nachdem ich die Geschichte des Widukinjungen gelesen hatte, habe ich nun jetzt ernsthafte Bedenken, dass der Sohn des Ferowin jetzt auch des Nächtens sein Unwesen treibt.

Draußen vor der Palisade heult ein Fuchs sein grausiges Lied. Mir ist es Angst und Bang und es läuft mir eiskalt den Rücken hinunter. Ich werd heute artig meine Suppe essen und meiner Tochter ein paar Blümlein pflücken. Ein paar Liebesblümerl für meine liebste Tochter.

Habe versucht das Insektenschutzmittel zu verändern, aber die Spinnen sind immer noch immun. Auch mit Schmalz wird es nicht besser. Ich brauch mehr Schmalz, wenn ich nur alles in Schmalz ertränke…

Trollpilz

Trollpilz Bleistift

Versteckter Hinweis: Berserker R

Fundort: an Schattigen Stellen (Feucht)

Merkmal: Froschgrün, gelbe Flecken

3 Pilze

3 Güldenschnecken

frisches Blut von einem Gefallenen

 Hätte Ferowin von meinem Problem erzählen sollen, jetzt ist es zu spät, ich hab vergessen, was ich nochmal machen wollte. Die Spinnen. Die Spinnen. (Anmerkung: Zeichnung einer Spinne in einem Glas! R)

Das Rosmertafest wurde abgesagt. So ein Mist. Ich hab mich schon gefreut, wenn sie die neue Schankmaid mit Schmalz einschmieren würden und anstatt der Rosmertastatue durchs Dorf tragen würden. Vielleicht würde sie es ja in der Taverne für uns tun. Der Ritus ist überaus wichtig fürs Gemüt.

(Anmerkung: Den Versuch eine nackte Frau zu malen, möchte ich nicht wiederholen. R)

Ich muss in den Wald die Krähen haben mich gerufen. Wir treffen uns beim Grab des alten Raurospriester. Muss schauen, dass meine Tochter nichts mitbekommt…Lindrad.

(Anmerkung: Ende der Aufzeichnungen. R)

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

 

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Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 4

Abschrift für die Akten

von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 4

Da kam ein Magier zu mir, der kam aus einem fernen Land. Der sah auch ganz seltsam aus. So bleich. Er kam am Abend zu mir und gab mir 3 Gold für alle meine Tränke, die seine Macht vergrößern würden. Ich machte ihm alle Tränke mit der Monddistel, die ich aufbringen konnte. Denn der Mond scheint nicht heut Nacht und brauch ich doch frisch geschöpftes Bachwasser für den Trank. So nahm er alles was ich hatte und am Morgen war er verschwunden. Und ich hab den seltsamen Kerl nie wieder in Grimgard gesehen.

 Monddistel

Monddistel Bleistift

Fundort an Bachläufen

Merkmale weiße kleine Blüten

Zutaten: frisches Bachwasser im Mondschein geschöpft.

Teilweise versteckter Hinweis: Nur in Trankform, keine Salbe, so ein Scheiß! R

(Anmerkung von R: Neben einer obszönen Zeichnung eines ziemlich behaarten, männlichen Fortpflanzungsorgans im urinierenden Zustand.)

Da muss ich doch gleich in der nächsten Nacht, einen Mondspaziergang machen, wenn es klar ist. Sonst muss ich bis zum Vollmond warten.

Die Gelsa hat mir den Brief von Ferowin geschickt, in dem nichts Neues drinne steht, aber die Methoden des alten Ferowin sind wirklich einzigartig. Aber ich weiß viel mehr wie die alte Zippe in Raurikor.

Haha!

Lindrad

Werte Gelsa,

es ist nicht zu empfehlen das Böse mit noch Böserem zu bekämpfen. Ähnlich wie beim Vermischen mit Wasser, assimiliert die Schlonze, jede andere Flüssigkeit mit dem man sie in Berührung bringt, übernimmt vor allem ihre negativen Eigenschaften und macht alles noch viel schlimmer. Habe die Versuchsreihe mit Säure abgebrochen. Muss mir einen neuen Tisch kaufen. Die Schlonze frisst sogar durch Stein. Ich bin erschüttert! Habe die restliche Schlonze in einem gläsernen Behälter verschlossen und im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis gelegt.

Die Schlonze ist gefroren, genauso hart, wie gefrorenes Wasser, also können wir zumindest auf den Winter warten. Dann können wir die verschlonzten Quellen ausheben und die gefrorene Schlonze in die Berge bringen, in der Hoffnung, dass die Lichtfee nicht auch noch das letzte Eis zum Schmelzen bringt. Ich berichte weiter, habe mir überlegt, den Zustand von fest in flüssig hin zu gasförmig zu verändern, dann müssen wir vielleicht nicht auf den Winter warten.

Ergebenste Grüße

Ferowin, Erzkundiger der Sturmhüter

Der Erzkundige der Sturmhüter hat seinen Sohn verloren. Weil der dumme Bub die Schlonze wohl mit Minzpuddig verwechselt hat. Irgendwie vergeht einem der Appetit an grünen Essen, seit dem wir die Schlonze im Land haben. Aber was die alte Zippe nicht weiß, ist dass er den Körper des Jungen zum Gletscher hat bringen lassen, bis Ferowin ein Gegenmittel für das Schlonzenproblem gefunden hat. Woher ich das weiß. Ich habe Felsensalz und all so Zeuch bei ihm bestellt und er hat mir eine Nachricht geschickt, die sich nach Erhalt selbst zerstört.

Ein verrückter Hund ist er schon der Ferowin, aber leid tut er mir, weil er wahrscheinlich seinen Sohn verloren hat. Während die Nantwigen sich mit den Echsen im Mondquell vergnügen, sollten sie lieber mal ihre Quellen untersuchen, wenn sie sich schon mit den Triefenden einlassen. Sie suchen mal an der falschen Stelle, wobei sie wohl auch irgendwas gefunden haben im Mondquell, aber das Schlonzenproblem ist deswegen auch nicht gelöst. Verdammt, mir fällt auch nichts dazu ein.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 3

Abschrift für die Akten

von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 3

Der dumme Dietbert, der Grimgarder Fischer ist verschwunden. Dabei wollte ich ihn doch fragen, ob er meine Tochter heiraten will.

Die heldenhafte Grimgarder Bürgerwehr hat all ihren Mut zusammen genommen und ist zur Wolfseiche marschiert, um ihn zu suchen. Leider ohne Erfolg. Da wird er uns die Fische schuldig bleiben und Grimgard muss ohne Steckerlfisch auskommen.

Schlaflose Nächte habe ich gehabt, nicht wegen dem Fischer, wegen dem ganzen ungereimten Zeuch und vor allem eigentlich wegen der Spinnen. Aber die Schlonze lies mich auch kaum ruhen. Wochenlang beschäftigte ich mich damit, bis ich es aufgab. Außerdem musste ich in den Wald, nach meinen Feldern sehen. Und ich musste meine Spinnen auslagern, meine Tochter reagiert zusehends panischer auf die kleinen Biester.

Sie hat in meiner Abwesenheit schon wieder geputzt und kippt dann immer die abgelaufenen Tränke in ihren Putzeimer. Wenn einer die Plörre trinken würde, verreckt er wahrscheinlich gleich oder er bekommt Heilung mit Steinhaut und Masern und ganz üble Nebenwirkungen.

Steinhautsalbe, tolles Zeuch. Hab eine nette Versuchsreihe mit Silberrose angefangen.

Die Tränke halten nicht so lange an. Und die Salbe ist auch nur gut, wenn man nicht schwitzt. Sonst wäscht sich das Zeuch ab. Hm und im Winter nur mit einer Steinhaut bekleidet ist halt schon eine frostige Angelegenheit. Obwohl es für die Damen bestimmt ein Aufschlussreicher Anblick sein wird. Muss Ferowin schreiben, mein Felsensalz ist fast alle. Und er hatte mir von dem Kristall erzählt, der den Schweiß unterdrückt. Hm.

Silberrose

Silberrose Bleistift

Fundort bei großen Bäumen

Merkmale offensichtlich silberne Blütenblätter

Verwendung Rindenhaut oder Steinhaut

Zutaten: Tannenzapfen oder Steinsalz/Felsensalz

Hinweise: Güldenschnecken suchen

Versteckter Hinweis: Felsensalz bei Ferowin bestellen.R

Mein Schmalz ist alle, ich muss in die Taverne. Jetzt ist auch die Helena verschwunden. Ist jetzt der Wahnsinn ausgebrochen, man geht nicht zur Wolfsbuche, das ist doch viel zu gefährlich. Auch wenn da die besten Kräuter wachsen würden, bringen mich da keine zehn Pferde hin. Was hat sich der Dietbert nur dabei gedacht auf allen Vieren zum großen Baum an der Wolfsschlucht zu rutschen, die Helena wollt ihn doch erst nicht. Aber der Wahnsinnspoet erweicht sogar das Eis des Drachenkamms. Ich hab ja auch so geweint, als ich den Brief gelesen hab, wenn einer was von der Liebe verstanden hat, dann der Liebesfischer von Grimgard. Schade, dass er wahrscheinlich schon von den Wölfen verspeist wurde. Und die Helena zum Nachtisch. Die hätte mir schon auch geschmeckt.

Hätte sie doch gleich gesagt, dass sie ein Auge auf den Fischer geworfen hat. Jetzt muss ich nicht nur für meine Tochter einen anderen Mann suchen, sondern auch mir eine andere Augenweide suchen, die meinen Ausblick versüßt, wenn sie den Tisch wischt. Als Tattergreis hat man auch schöne Momente, wenn man so zittert, dass man seine Suppe nicht mehr unfallfrei essen kann. Und der Steckerlfisch, ich werde ihn vermissen, der war wirklich gut. Möge die Nächtige den Dietbert sicher zu den Ahnen geleiten. Ich trinke auf dich alter Schwerenöter. Und möge die Helena dir die Ewigkeit versüßen. Uns bleibt die Hoffnung auf den Steckerlfisch. Die Frage ist nur, ob es wirklich an dem Fisch vom LiebesFischer lag oder an den Kochkünsten vom Nurmi.

Asbirg arbeitet jetzt auch in der Taverne mit. Pscht. Brot zum Eigenbedarf.

Die Wirkung des Giftes wird immer stärker und die Menge Sonnentau zu Smaragdspinne beim Brauen eines Gegengiftes wird immer mehr.

Da habe ich mir überlegt, dass ich die neuen düsteren Smaragdspinnen einfach mit Sonnentau füttere.

Und seit dem ich sie ausschließlich mit Sonnentau füttere, konnte ich die Wirkung des Giftes der neuen wilderen Art fast umkehren. Während die Smaragdspinne in freier Wildbahn immer giftiger und aggressiver werden, sind die in meiner Zucht friedlich und mittlerweile fast ungiftig. Deswegen bin ich auch so viel im Wald unterwegs, weil ich Unmengen an Sonnentau brauche. Die kleinen widerlichen Biester fressen mir noch die Haare vom Kopf. Meine Felder geben nicht genug her. Hab die zwei Krähen wieder getroffen, ich bat sie mir zu helfen. Eine Hand wäscht die andere. Sonnentau ist unser Gruß!

Insektenschutzmittel: Versuche:

Rosmarin, Lavendel und Smaragsspinnengift. Was gegen Spinnen nicht hilft, weil Spinnen keine Insekten sind! Schmalz bleibt haften.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 2

Abschrift für die Akten

von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 2

Ich war wieder im Wald unterwegs und anstatt der Smaragdspinnen fand ich zwei Krähen am Wegesrand sitzen, sie währen mir fast nicht aufgefallen, erst als sie sich langsam von mir fort bewegten, sprangen sie mir schier ins Auge. Wie behände sie sich durch das Unterholz bewegen können, wenn sie nicht gesehen werden wollen.

Meine Tochter hält mich mittlerweile für völlig wahnsinnig, ich hätte ihr nicht von den beiden Krähen erzählen sollen. Was solls, ich muss jetzt meine Suppe essen…

Lindrad

Im selben Atemzug, wie der Krieg gegen die Spinnen seinen Anfang nahm, kam eine weiße Taube aus Raurikor. Gelsa, die Hüterin der Ratshalle schickte mir einen Brief und eine Probe von der zähen, wabernden, grünen Masse, namens Schlonze, damit ich sie untersuchen sollte. Die alte Zippe denkt wohl ich hab nichts besseres zu tun, als ihren Dreck fortzuschaffen. Ich muss mich schon um die kleinen Spinnen sorgen. Die Spinnen. Und die spinnt auch mit ihrer Schlonze.

Mal sehen, ob sie alles richtig gemacht hat (Ziemlich unleserlich geschrieben! R)

(Brief von Gelsa, Abschrift aus den Akten: R)

An die Twalibi:

Analyse der festen grünen Masse aus dem Grenzgebiet der Nantwiga

Die grüne Masse, die mir die echte Singa Natternbiss zur Untersuchung überließ, fand noch am Tag der Ratssitzung statt. Die Zeit blieb mir leider nicht, es sofort auf Papier zu bringen. Ich war tagelang damit beschäftigt Schutzrunen in die Türbalken, Fensterrahmen und Wände rund um die Ratshalle einzuritzen und die Fensterbretter und die Böden zu putzen! Außerdem hatte ich ein paar Proben gezogen und hatte die Untersuchungen fortgeführt und mehrmals wiederholt.

Nachdem meine alchemistischen Fähigkeiten nicht ganz so ausgeprägt sind und wir in der Küche der Ratshalle eigentlich auch nicht für solche Untersuchungen ausgestattet sind, haben wir versucht auf magischen Weg eine schnelle Untersuchung zu machen. Mit der Hilfe des Göttersprechers habe ich Folgendes herausgefunden:

Die feste grüne, in den tieferen Lagen ins bläulich übergehende Masse, die namentlich als Schlonze bezeichnete, ist leicht giftig. Sie streckte eine Ratte sofort nieder und als ich es später bei einem von den kranken Streunern versuchte, dauerte es schon ein Wenig länger, bis der räudige Hund zu seinen Ahnen geschickt wurde.

Die Schlonze ist kein Nährboden für irgendwas. Es wächst nichts darauf, auch wenn man versucht die Schlonze dazu zu zwingen.

Die Schlonze brennt nicht, auch wenn alles um sie herum brennt.

Die Schlonze schwimmt auf Wasser, löst sich aber mit der Zeit auf und infiziert das Wasser, so dass man von einer rasend schnellen Vermehrung der Schlonze reden kann, was auch
die Versiegung der Quellen erklärt. Nicht infizierte Quellen müssen vor der Schlonze auf jeden Fall geschützt werden. Eine kleine Menge, die von außen in eine Quelle gebracht werden würde, würde ausreichen, um sie versiegen zu lassen!

Die Schlonze darf auf keinen Fall erhitzt werden, weil sie sonst ein giftiges Gas freisetzt. Einige Tauben haben ihr Leben dabei gelassen, bis ich dies herausfand.

Wenn man mit der Schlonze arbeiten will, ist es auf jeden Fall unumgänglich, dass man geeignete Handschuhe und einen Mundschutz trägt. Die Schlonze sollte nicht ins Auge geraten und sollte auf jeden Fall nur von geeigneten Personen weiter untersucht werden.

Wichtig ist herauszufinden, wie und mit was man der Schlonze entgegenwirken kann und/oder wie man sie zerstören kann.

Deshalb schicke ich einige mit Runen versiegelte Proben mit der Abschrift dieses Briefes an die besten Alchemisten und Tilrun des Landes.

Gelsa

Hallgards Tochter

Hüterin der Halle

(Darunter und daneben geschrieben! R) Die Nantwigen wieder, haben auf ihre Quelle nicht aufgepasst und jetzt darf ich mich mit der giftigen Scheiße hier auseinandersetzen, jetzt wo mir die Smaragdspinnen für Gegengifte ausgehen. Werde alle Versuche wiederholen müssen…

Die Kräuter im Wald gedeihen prächtig, außerdem habe ich ein paar Smaragdspinnen gefangen. Mein Vorrat war fast alle, deshalb hab ich auch aufgehört an der Schlonze herumzuspielen. Ich habe ein trächtiges Weibchen gefunden und werde sie solange behalten, bis sie den Eiersack auf ihrem Rücken ausgebrütet hat und mir Epona zu Hilf, ganz viele kleine Smaragdspinnchen schenken wird.

Der Runfried war mal wieder da, wegen seinem Rücken, hat die Rune von der alten Zippe wohl nicht all zu lang gehalten. Was für ein Narr, jetzt sucht er nach einem, der ihm die Rune auf den Rücken sticht. Mit einer angespitzten Feder einer Krähe und ein bisschen Tinte kann ich das auch, und wenn er das Rauseitern überlebt, dann tut ihm sein Rücken bestimmt auch schon nicht mehr weh. Ich könnte ihm auch den kleinen Zeh amputierten, dass würde den Schmerz auch vom Rücken in den Zeh verlagern. Bloß am Ende fällt er wegen Gleichgewichtsstörungen noch vom Turm seiner Bretterwand. Aber das Amputat könnte ich halt hervorragend für meine Sammlung gebrauchen.

Rinelda hat mir beim Putzen meine Smaragdspinnenzucht durcheinander gebracht. Was hab ich nur verbrochen, dass das Kind mich so plagen muss. Heiraten tut sie auch nicht, stattdessen vergnügt sie sich mit den Männern in der Taverne und stellt mir Tagsüber mit Suppe hinterher. Wann schläft sie eigentlich und hoffentlich allein. Rosmerta was soll ich nur tun, mit dem Kind. Vielleicht will der Sohn von Dankrad sie ja ehelichen. Hm. Muss ihn mal fragen, wenn ich ihm die Rechnungen für die Heilkräuter bringe, die ich aus Südandryll bekommen habe. Keine Ahnung was ich mit dem Weihrauch anfangen soll. Nicht dass ich mir am Ende noch eine Wasserpfeife dazukaufen muss, damit das wirkt. Hm. Wäre zu überlegen, oder ich mische es mit dem Schnupfrupfen. Wo ist eigentlich mein Schnupfrupfen. Halt wer da. Diebstahl. Haltet den Dieb. Und dass er es nicht übertreibt mit dem Schnupfrupfen. Schnupfrupfen kann tödlich sein, wollte schon lange meinen Warnhinweis zum Thema: Die Gefahren durch übermäßigen Schnupfrupfkonsum.

Hab im Schatten meiner Lieblingsbirke Unmengen an Feenstern gefunden. Heute ist ein guter Tag.

Der Grimgarder Bürgermopp war auch ganz schön anstrengend, aber am Ende ist mein Schnupfrupfen mit samt Rupfen wieder aufgetaucht. Und Rinelda hat mich geschimpft, weil ich mein Zeug immer in der Taverne liegen lasse.

Ratet mal, musste 2 Napf voll Suppe essen. Asche auf mein Haupt. Und hab ich sie heute morgen so furchterbar ausgeschimpft, dabei ist sie mit ihrem Putzfimmel ein wahres Goldstück. Durch die Vermischung der alten Spinnen aus dem letzten Jahr und der neuen Spinnen aus diesem Jahr, habe ich herausgefunden, dass sich die Farbe der Spinnen verändert hatte. Ich untersuchte beide Spinnen. Die Alten und die Neuen. Die Düsteren von diesem Jahr und die Hellen aus dem letzten Jahr und bewahrte sie auch getrennt voneinander auf, weil die Neuen versucht haben die Alten zu fressen. Ich beobachtete sie in jedem freien Moment. Die Smaragdspinnen verhalten sich ganz anderes. Die neuen Düsteren scheinen aggressiver zu sein und auch ihr Gift ist aggressiver, fast wie Säure. Nicht so wie früher! Immerhin war das Gift der alten Smaragdspinne die Grundlage für viele Gegengifte.

Dazu braucht man auch noch Sonnentau.

Sonnentau

 Sonnentau Bleistift

Merkmale kleine gelbe Blüten,

Fundort am Rand von Lichtungen

Verwendung Bestandteil von Gegengiften

mit Kamille als Einlauf gegen Flotto

(Anmerkung von R: was auch immer Flotto ist!)

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard – Teil 1

 Abschrift für die Akten

von R für XXXXXR

Tagebuch des Salbaderers von Grimgard -Teil 1

In einer Zeit in der das Leben immer schwerer zu werden scheint, und meine Gedanken immer weiter von meinem Geist driften, habe ich beschlossen alles aufzuschreiben, was ich weiß. Allen voran mein Wissen, um die Kräuter und meine Abneigung gegen Tränke. Wenn man die Wirkung doch auch in Schmalz rühren kann, warum dann einen übel schmeckenden Trank zubereiten, wenn man sich die Wirkung auch auf die Haut schmieren kann. Ich scheine auch irgendwie der Einzige zu sein, der so denkt oder so arbeite, aber meine Wundsalbe ist halt schon fast ein Bisschen berühmt.

Man nehme ein gute Grimgarder Schmalz und rühre Arnikablüten hinein. Das ist nicht nur die Grundlage für meine Wund- sondern auch für meine Wundbrandsalbe. Auf jeden Fall müssen die Blüten erst mal richtig gut durchziehen. Ich hab schon wieder rasende Kopfschmerzen. Ich werde mir ein Lavendelöl über den Schnupfrupfen träufeln, bevor ich ein kleines Nickerchen auf meinem Lavendelkissen mache.

Aber vom Schnupfrupfen muss ich noch erzählen. Ein Stück glühende Kohle so wie die Südandryller es auf ihre Wasserpfeife legen, dann legt man geharzten Kampfer drauf und wirft sich einen alten Rupfen über den Schädel. Tief einatmen! Dann läuft der Rotz! Und man schläft wie ein Säugling.

Gute Nacht, euer Lindrad

P.S. Mit wem Rede ich eigentlich.

Neuer Tag neues Glück! Ich muss heute nach meinen Smaragdspinnen sehen. Meine Hände zittern auch ganz schön, ein Spaziergang wird mir gut tun.

Schönen Tag auch, Lindrad.

Der Salbaderer ist wieder heimgekehrt mit vielen neuen und frischen Sachen im Gepäck. Ich habe zwei Krähen, zwei schwarze Krähen gesehen. Hm. Ob es ein Gutes oder ein schlechtes Omen ist, vermag ich noch nicht zu sagen. Schon wieder ein Grimgarder Bürgermopp, wegen nichts und wieder nichts. Wenn sie noch eine Runde durchs Dorf machen, werde ich wohl auch mitgehen.

Lindrad der Salbaderer von Grimgard.

Ich muss schon sagen, so ein Grimgarder Bürgermopp erhellt das Gemüt und macht frisch, fromm, fröhlich und frei. Rosmerta zur Ehre! Es ist an der Zeit, dass ich meine Kräuter trockne, die ich aus dem Wald mitgebracht habe.

Außerdem wollte ich aus Moos noch eine Salbe machen gegen Falten. Da sind die Weiber ganz scharf drauf. Als ob es irgendwas bringen würde, sich grüne Pampe ins Gesicht zu schmieren.

Zumindest bekommt man keinen Sonnenbrand davon. Natürlich nur wenn man Frau es sich traut, mit der Paste im Gesicht vor die Tür zu gehen.

Ein Bisschen ein Geschäftsmann bin ich ja auch. Und Selbstheilung ist ein wichtiger Aspekt in der Salbaderei. Aber nicht, dass ich je vorgehabt hätte in diesen bescheuerten Handelsrat einzusteigen. Als Salbaderer nehm ich mir die Freiheit mich nicht an fette Pfeffersäcke zu binden. Kaufen sie doch alle bei mir ein. Ich muss schon aufpassen, dass man mir nicht ansieht, was für eine Freude mir meine Berufung macht.

Der Runfried war schon wieder da, mit seinem Rücken. Ohne kann er ja schlecht kommen. Kleiner Scherz am Rande. Er hat sich bei dem Untotenangriff schon ganz schön verletzt, als er über seine eigene Arbeit gestolpert ist. So ein Depp. Er ist schon ein hervorragender Handwerker, nur mit Stress und Druck kommt er halt nicht klar.

Naja, die Salbe will er nicht haben, weil er nicht an die Stelle kommt um sich einzuschmieren. Wird echt Zeit, dass er sich mal eine Frau zulegt. Jetzt muss ich ihm doch tatsächlich einen Trank machen.

Und ich sagte ihm noch, so nimmt dich keine Frau, wenn du die halbe Nacht auf der Palisade verbringst. Er sagt immer er wäre mit der Bretterwand verheiratet.

Der Frühling ist ganz schön seltsam, erst will der Winter nicht gehen und dann ist es ziemlich warm für den Frühling.

Der Runfried war in Raurikor und hat uns viel Geschichten mitgebracht. Er hat mitgeholfen die Ratshalle wieder aufzubauen. Er meinte noch, dass sie Gelsa, die alte Zippe von der Ratshalle, ihm eine Rune auf den Rücken gemalt hat. Jetzt würde er sich nicht mehr waschen, weil es ihm echt prächtig geht. Angeblich sind alle Druiden des Landes gekommen, um die neue Halle zu weihen, auf dass sie so schnell keiner mehr abfackelt. Sollen die Götter uns gnädig sein, dass das auch wirklich nicht mehr passiert.

Meine Tochter Rinelda zwingt mich täglich meine Suppe zu essen. Ich glaub sie will mich ernsthaft bemuttern, irgendwas hab ich wohl wieder falsch verstanden.

Nun will ich aber zu dem zurück kehren, warum ich anfing meine Gedanken aufzuschreiben. Ich sehe die Zeichen, bevor manch andere sie deuten mögen. Und ich muss mich sputen, denn meine Gedanken sind so durcheinander, ich kann kaum einen klaren Gedanken fassen.

Es begann damit, in den Sümpfen der Nantwigen, wo eine von den Weibern bemerkte, dass die Heilkräuter an Wirkung verloren. Was mehr oder weniger damit abgetan wurde, dass man Frau ja die doppelte Menge an Heilkräutern verwenden musste, damit die gewollte Wirkung eintrat. Damit gab ich mich nicht zufrieden. Im Winter, der jetzt doch ein wenig länger gedauert hat, als vermutete, habe ich all meine Kräuter untersucht und katalogisiert.

 Eichen sollst du weichen. Birken sollen wirken.

 Feenstern

Feenstern Bleistift

Merkmale Weiße Blüte,

Fundort (Versteckter Hinweis: Bei Birken! R) an schattigen Stellen

Verwendung für Heiltränke und Salben

(Versteckter Hinweis: + Moos! R)

Ich will euch nicht weiter mit Kleinigkeiten aufhalten, es gibt noch viel zu tun.

Ich konnte den Frühling kaum erwarten, der wie gesagt auf sich warten lies. Ich trug alle Samen in den Wald und legte versteckte Beete an besonderen Orten an, um dann sehnsüchtig drauf zu warten, dass die Knospen sprossen. Währenddessen ich wartete lies ich mir aus allen Herren Länder Kräuter kommen, die eine heilende Wirkung versprachen. Die Rechnungen jubelte ich Dankrad unter. Ich bin schon ein schlauer Fuchs.

Lange genug musste ich warten bis die Lichtfee auf den Händen des Frostbolds befreit wurde, aber der Frühling kam dann aber wie mit einem Donnerschlag. Die Sprossen knospen wie auf Befehl und ich konnte keine Unregelmäßigkeiten feststellen, die Kräuter um Grimgard sind sicher.

Nur muss ich sagen, sind die Smaragdspinnen dieses Jahr nicht so triebsam wie sonst, während alle anderen Spinnen sich über die Maßen vermehrten, scheint es so, als würden die kleinen Smaragspinnen auf der Strecke bleiben. Wo wir doch ihr Gift für alle Arten von Gegengiften so dringend benötigen. Ich muss mir überlegen, was nun zu tun ist.

Der Lindrad

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Morgengrauen nach durchzechter Nacht

brunaMorgengrauen nach durchzechter Nacht

Als Bruna ihren Gaul wieder Richtung Hoimarshold hetzte, bemerkte sie, dass sie ein Falke schon eine Weile verfolgt hatte. Es dauerte noch eine Weile, bis sie endlich den Arm nach ihm ausstreckte und ihren Gaul stoppte. Sie las die Zeilen und blickte in den Himmel.

‚Nun Bruna,

auch wenn Teutates es mehr als gut mit dir meint, wirst du uns auf diesem Kriegszug noch nicht begleiten. Zum Einen ist es ein zu großes Risiko für unsere eigenen Krieger solange du deine Macht nicht kontrollieren kannst und zum Anderen wäre es Taktisch unklug wenn der Gegner von deinen Fähigkeiten erführe bevor es unvermeidlich ist. Also bleib hier und erwarte meine Nachricht. Bis ich dich rufe übe dich in Selbstkontrolle und meditiere wie ich es dir gezeigt habe. Und zur Sicherheit, bleib großen Ritualen fern…..du weißt was sie in dir auslösen können.‘

 Der Falke kreiste über ihr und sie kam sich merkwürdig beobachtet vor. Vielleicht sollte sie zuerst damit beginnen etwas weniger zu trinken, obwohl sie während des Umtrunkes mit Asbirg und diesem Rutger, Sohn des Fellhändlers zu Grimgard, keine größeren Brandrodungen oder Hitzewallungen hatte. Was der olle Tankred in Hoimarshold zu suchen hatte, wollte sie sich gar nicht ausmalen. Aber ein Wenig seltsam kam es ihr schon vor, dass sie nicht einmal eine einfach Wurstlieferung tätigen konnte, ohne dass sie unter Beobachtung stand. Aber den alten Esel von dem Heiler hatte sie ja eh gehörig abgehängt. Und doch dachte sie über die Worte nach, die dieser Rutger gesprochen hatte, als sie ihre Geschichte erzählt hatte. ‚Nichts gegen die ehrenwerten Kriegspriestes des Teutates. Aber das ist ja die dümmste Anmache die ich je gehört habe.‘ ‚Ja, aber es ist nichts Sexuelles!‘ hatte sich Bruna verteidigt. ‚Ja, aber ihr macht was ein Mann zu euch sagt, obwohl ihr keine guten Erfahrungen mit dem Mannsvolk bisher gemacht hattet.‘ Sie wurde je aus ihren Gedanken gerissen, da der Falke ihr auf den Kopf geschissen hatte. Also schrieb sie doch einen Brief und schickte den Falken damit fort.

‚Mein werter Kriegspriester,

so ist mir nicht mal klar, wie ich euch anzureden habe, wenn ich einen Brief schicke, aber der Sturmfalke ließ mir keine Wahl und dem Vogel sein großes Glück war es, dass ich es noch nicht schaffe das Feuer durch die Luft schleudern, als er mir mehrmals auf den Kopf gekackt hat. Verzeiht meine harten Worte, ich bin etwas in Rage. Seit dem ich wieder auf der Heimreise bin und die Tage immer wärmer werden, fällt es mir schwer, Ruhe zu bewahren und Schnaps scheint mir auch keine Lösung zu sein. Mir brennt da Einiges auf den Nägeln, was mich ziemlich nachdenklich stimmt. Einmal habe ich Tankred in Grimgard getroffen, was für ein Zufall?! Was sucht er denn so weit ab vom Swajut? Ich hoffe doch nicht, dass ich der Grund war, weil das würde mich doch sehr verwundern, weil eine einfach Wurstlieferung bekomme ich schon noch alleine ausgeliefert, ohne das mir der Quacksalber hinterher dackelt. Und sein Esel ist ja nicht gerade der Allerschnellste. Aber so wie die Falken ihren Weg immer wieder nach Hause finden, wird er schon wieder zurück finden und feststellen müssen, dass der Swajut des ehrenwerten Falken ausgeflogen ist. Hm.

Dann stimmt es mich im Moment ein Wenig traurig, dass ich scheinbar unbedacht mein Blut mit, im Grunde genommen völlig Fremden, aber ehrenwerten Persönlichkeiten vermischt habe, aber trotzdem unwissend in meinem Geburtshaus festsitze und auf Gedeih und Verderb der schlechten Laune meiner Verwandtschaft ausgeliefert bin. So ist die Stimmung im Hause Ulgur seit meinem Beitritt beim Swajut dermaßen frostig, dass ich mich da eigentlich echt wohl fühlen müsste. Tut es aber nicht! Das Haus, das mir immer mein Heim war und mir immer Unterschlupf bot, wird mir langsam zu eng und ich fühle mich nicht mehr wohl. So treibe ich mich meist im Wald herum und nehme jede Möglichkeit an, von Hoimarshold wegzukommen, nur um meinem Vater nicht mehr unter die Augen treten zu müssen.

Und doch reite ich wieder zurück, weil wo soll ich sonst hin, wenn die Meinen mich nicht haben wollen und ihr aber auch irgendwie nicht. Und dass ich in Abwesenheit von Grimmar die Post des Swajut erledige, ist nicht gerade die Arbeit einer angeblichen Feuertänzerin. Ist ja nicht so, als würde ich nicht schon mein ganzes Leben die Briefe lesen, die mir Andere unter die Nase halten.

Ach, da ist ein eiliger Brief mit einer Probe von dieser Schlonze, mit der Bitte sie anzuzünden. Ihr braucht euch die Mühe nicht machen, es zu versuchen. Hab ein Loch in den Tisch gebrannt, bei dem Versuch.

Die Schlonze brennt nicht, noch nicht mal wenn ich sie mit dem Unaussprechlichen Schnaps übergieße, der meinen Großvater ins Grab brachte, als seine Destille in die Luft flog. Ich schweife ab, ich werde des Meditierens langsam Müde und ruhiger werde ich davon auch nicht. Also habe ich beschlossen, mich an den Ort zu begeben, wo alles angefangen hat. An den Ort, an dem ich meine erste Vision hatte. Euer Falke wird mich schon finden, am Gipfel des Hügels unweit von Hoimarshold.

Werde wohl ein Feuer machen und mal sehen was passiert, wenn die Nacht hereinbricht…

In aufrichtiger Ergebenheit, eure Bruna, was auch immer die Götter mit mir vor hatten, als sie meine Seele in Brand gesteckt haben.‘

Einige Tage später: Dieser, in den Augen einer Blankarderin, kleine, gefiederte Störenfried riss Bruna aus der Konzentration, als er seinen Schrei über das Tal schallen lies. Da wäre ihr doch beinahe der Ball aus Feuer ausgekommen, den sie von einer Hand zur Anderen warf. Sie hielt inne und blickte nach oben, atmete tief durch, bis sie den Schnee riechen konnte und wie in Trance lies sie den Feuerball in die Glut gleiten, wo er die Asche und die verbrannte Erde noch ein Mal anzufachen schien. Sie rieb sich die verkohlten Hände und streckte dann langsam die Hand aus, damit ihr ganz spezieller Freund darauf Platz nehmen konnte. Wieder ein Brief von ihrem Herrn und Meister. Hastig rollte sie das kleine Pergament auf, und wusste gar nicht, wo sie zu lesen beginnen sollte, er hatte es auf beiden Seiten beschreiben.

‚Bruna, unruhig und unberechenbar, wie das Feuer eben ist. Du gibst dir selbst schon die richtigen Antworten, nichts Anderes habe ich erwartet. Ich verstehe, dass du dich verloren fühlst, mir selbst ist es nicht anders ergangen, als ich die Ausbildung zum Priester begann. Es war mein Lehrer, Ramfior kun Isanbara, der mir sagte: ‚Ich kann dir eine kleine Hilfe geben, aber die Macht in deiner Seele kannst nur du kontrollieren. Also geh in die Hügel und lerne warum die Dinge so sind, wie sie sind!‘ Auch ich dachte mir, was ich lernen soll, ohne einen Lehrer, dem ich meine Fragen stellen kann. Doch habe ich es getan. Ich habe in diesen Tagen ein Wenig mit meinen Fähigkeiten experimentiert und glaub mir, ich habe durchaus für Aufsehen gesorgt …wenn auch ungewollt…! Doch der Sinn dahinter, allein durch die Hügel zu streifen, war wie ich jetzt weiß, zum Einen, dass ich niemanden mit meinen Experimenten gefährde und zum Anderen, dass ich meine eigenen Antworten finde. Also kam ich nach ein paar Wochen zu meinem Lehrer zurück und erzählte ihm von meinen Erlebnissen. Dabei stellte ich fest, dass ich fast keine Fragen mehr hatte… und plötzlich verstand ich seine Worte, die bis dahin immer rätselhaft für mich waren. Also geh und mach was du für das richtige hältst… aber tu es allein. Beim nächsten Vollmond werde ich, so die Götter es wollen, in Hoimarshold sein. Dort werden wir uns wieder sehen. Und dann wirst du einiges verstehen… so hoffe ich.

Mein Name ist Modorok kun Ramfior, Kriegshetzer, Teutatespriester, Schlachtenrufer und Feuerseele …. aber nenn mich Modorok, wir sind aus einem Clan und seit Beltane vom selben Blut. Deinem Vater habe ich ein paar meiner schnellsten Falken zukommen lassen. Damit können wir in Kontakt bleiben! Vergiss bei allem nicht, es ist Teutates, der dich beobachtet… hadere nicht mit deinem Schicksal, nimm die Gabe an und verstehe sie als einen Teil von dir. Du bist eine Erwählte, und als solche gehört dein Leben Teutates selbst. Er hat dein Schicksal in der Hand, ob du willst oder nicht. Als ich das damals eingesehen habe, ging mir vieles leichter von der Hand. Von Feuerseele zu Feuertänzerin….sichere Wege.‘

 Im Lesen liefen ihr Tränen übers Gesicht, die langsam auf ihrem Gesicht verdampften. Sie brauchte eine Weile, bis sie sich wieder fing. Sie kritztelte ein paar hastige Worte auf dem Zettel:

 ‚Modorok Feuerseele,

ich hoffe, ich vergesse nicht die Zeit bis zum Vollmond, ist es doch recht einsam hier oben und doch merke ich, wie sich meine Seele zu beruhigen scheint. Mir kommt es vor, als wäre es erst gestern gewesen, als ihr euch schrieb. Und doch muss es einige Tage her sein, da ich bereits wieder in Hoimarshold war und mich dann zu Fuß aufgemacht habe in die Hügel zu ziehen… und ich saß bestimmt schon einen Tag hier, bis ich es schaffte einen Ball aus Feuer in meiner Hand zu formen und bis der Vogel mich eben aus meiner Konzentration riss, brauchte ich auch mindestens einen Tag, um mich von dem Feuerball lösen zu können. Von werfen kann da aber keine Rede sein. Wir werden es sehen, wenn wir uns wieder sehen.

Die Bruna

P.S. Es ist wahrscheinlich nicht der richtige Zeitpunkt, aber ich kann doch gar nicht tanzen.‘

Der Brief riecht nach Feuer und Rauch und ist an einigen Stellen verkohlt. Es scheint so, als wären verbrannte Fingerabdrücke auf dem Papier.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker, der freundlichen Unterstützung von Modorok kun Ramfior, Kriegshetzer, Teutatespriester, Schlachtenrufer und Feuerseele und den Ereignissen nach Beltane (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Das Tagebuch einer Metzgerstochter Teil 6

Das Tagebuch einer Metzgerstochter Teil 6 – Grimgard hin und wieder zurück

brunaNachdem ich die letzten Tage und Wochen damit verbracht habe, das Heimchen am Herd für meine zwei Herren zu spielen, kam kurz vor Beltane ein gelungene Abwechslung ins Haus geflattert. Eine graue Taube, mit einem Zettel und einem kleinen Goldstück am Bein. Die Taube war so zerzaust und verhungert, dass sie in meiner Hand verreckte, war ausnahmsweise mal nicht meine Schuld. Ein Wunder, dass des ausgemergelte Ding es überhaupt bis zu uns geschafft hatte.

Eine Bestellung eines Bolkheimer Händlers aus Grimgard, er wollte 30 von der groben fetten Räucherwürsten. Mein Vater schickte mich also mit den Würsten los und ich machte einen heißen Ritt gen Grimgard.

Als ich dort ankam, stand ich vor der leeren Ladentheke des Bolkheimer Allerlei und sah nur Spinnweben und einen verwitterten Zettel: ‚Bin gleich wieder da!‘

Ich stellte meinen Gaul unter und nachdem alle anderen Läden auch geschlossen waren, ging ich in die Taverne ‚Zum roten Keiler‘, in der Hoffnung sie hätten einen Fransen gebratenen Fleisches für mich.

Dort trat ähm traf ich auf Fafnir und Darion. Wie gut, dass ich eine Flasche von Vaters besten Met dabei hatte, die hatte ich Fafnir doch versprochen, weil ich doch seinen Bart angezündet hatte.

Ich setzte mich hinzu und wir kamen ins Gespräch mit zwei Grimgarder Damen, die am anderen Ende unserem Tisch saßen. Rinelda, eine Schankmaid vom roten Keiler, die ihren freien Tag feierte und eine werte Asbirg.

Wir erfuhren, dass an dem Abend der Handelsrat zu Grimgard tagte und deswegen waren auch alle Geschäfte geschlossen, außer der Laden des Bolkheimers, der Laden war schön länger nicht mehr geöffnet worden.

Ich genoss meinen Fransen gebratenen Fleisch und versuchte meine Würste unter der Hand zu verkaufen. Zum Nachtisch gab es einen Kuchen mit einem flüssigen Kern aus geschmolzenen, braunen Süsszeug aus Neuandorien. Bei den Göttern, die Neuandorier wissen aber, was eine Sünde wert ist.

Hrothar und Grimmar stolperten bei der Tür herein. Grimmar bestellte sich ein Schmalzbrot, was in Grimgard quasi die Leibspeise ist und er war gleichsam so fasziniert von seinem Schmalzbrot, wie ich von meinem Fransen Fleisch und von dem sündigen Kuchen. Ich glaube, er wird uns eine Ode an das Schmalzbrot dichten.

Die Grimgarder Damen erklärten uns warum das Schmalz in Grimgard so wichtig war. Weil sie im Sommer zu Ehren der Rosmerta ein Schmalzfest abhielten. Und ich traute meinen Ohren kaum, sie schmieren dort die Statue der Rosmerta mit Schmalz ein, wahlweise auch die Geldbeutel. Und vor ein paar Jahren haben sie sogar eine Jungfrau mit Schmalz eingeschmiert.

Nachdem der Halbzwerg ja eigentlich in Grimgard war, um Zwerge zu suchen, erzählte ich eine Geschichte von meiner Großmutter, die sie mir immer erzählte, wenn sie sich an ihre Jugendtage erinnerte. Was in den letzten Jahren vor ihrem Tod immer öfter der Fall war und deshalb ist mir die Geschichte auch so in Erinnerung geblieben. Auch wenn sie mir keiner der Anwesenden glaubte, glaube ich fest daran. Meine Oma war einst auf Wanderschaft und ist auf der Suche nach ihrem Krafttier ziemlich vom Weg abgekommen. Sie ist schnurstraks bis nach Halvor gelaufen und weil es anscheinend noch nicht genug war, ist sie auch noch um den Drachenkamm herumgelaufen. Irgendwo auf den Weg ist ihr der Proviant zu schwer geworden und sie Trank alle Flaschen Met auf einmal aus, damit sie nicht mehr so schwer zu schleppen hatte. Darauf konnte sie wohl nicht mehr gut gerade aus laufen und sie kroch auf allen Vieren weiter.

Und als unter einem querstehenden Ast eines Baumes hindurch kroch, erblickte sie auf der Rückseite des Drachenkamms ein phantasmagorisches Übertor, das von gigantischen Säulen eingefasst war. Eine steinerner Steig führte dort hin und im Berg konnte man es hämmern und rumoren hören. Sie war so überwältigt von dem Anblick, das sie an Ort und Stelle einschlief.

Am nächsten Morgen stand sie auf und blickte auf den Drachenkamm und das Tor, die Säulen und der Steig war verschwunden. Auch wenn sie das Tor nie wieder erblicken durfte, glaubte sie daran. Bis zu ihrem letzten Atemzug erzählte sie mir von dem großen Tor hinter dem Drachenkamm und sie lies sich von nichts und niemanden davon abbringen. Und ich auch nicht.

Asbirg taute langsam auf und erzählte mir, dass sie bei einem Bäcker im Ort arbeitete. Und im Laufe des Abends stellte sich heraus, dass der hiesiger Bäcker niemand anderes war, als mein Onkel Notker und dass mein Vetter Trudbert nicht gerade ein ehrenwerter Mensch geworden war. Sie erzählten mir, dass während alle Bürger Grimgards, auch die Frauen, vor den Toren der Stadt gegen die Untoten kämpften, versteckte sich Trudbert unter den Mehlsäcken in der Vorratskammer der Bäckerei, wo Asbirg ihn dann fand. Naja, früher hat er sich immer im Schweinetrog vor mir und dem Branu versteckt. Er war schon immer ein kränkliches, weinerliches Kind und sein Kraftier muss der Grottenolm sein. Ich überlege mir ihm morgen einen Besuch abzustatten und ihm einen gehörigen Schrecken einzujagen. Schade dass ich Schweini nicht mitgenommen habe, aber das dumme Schwein wollte unbedingt beim Holzfäller bleiben.

Wir redeten allerlei Blödsinn daher und vor allem der Schiffbau hat es uns besonders angetan. Nachdem Hrothar fast schon davon besessen war ein Schiff zu bauen, um damit den Lorsak runter zu fahren, standen wir ihm mit Rat bei Seite.

Die Grimmgarder Damen brachten ihn auf die Idee, dass er das Boot außen doch mit Schmalz einschmieren sollte, dann würde es bestimmt nicht wieder sinken.

Und ich bot an, den Schmalz mit meinen eigenen nackten Händen einzubrennen, nicht dass jeder Reisende mit seinem Brot in der Hand, Hand an den Bootsrumpf legt, um an das gute Schmalz zu gelangen. Und wenn man ein frisch geschmalztes Boot über den Sand ans Ufer zog, dann würde es Riebenschmalz ergeben. Hrothar, du bist schon ein Hund und ich glaube ganz fest daran, dass unser Schmalzschiff fährt. So wie man mit den Kekse von meiner Oma eine Familie einen ganzen Winter ernähren kann, Hauptsache man hat genug Milch um die Kekse ordentlich aufzuschwemmen.

Wir witzelten umher, wie man denn am Besten das Schmalz aufs Boot bekäme und wenn dass Schiff dann fertig ist, würde Grinelda eine Taverne darauf errichten.

Der feucht fröhliche Abend ging zu Ende und ich torkelte Richtung Stallungen und schlief einen unruhigen Schlaf und träumte von barbusigen Damen, die das Schmalz mit ihren bloßen Körpern am Bootsrumpf auftrugen. Ich träumte von einem Boot aus den Keksen meiner Oma und Dampfmaschinen und von einem Schiff dass Lady Captain hieß. Ein Matrose schuppte nackt das Deck und eine Frau schrie: ‚Erlebnisurlaub auf der Lady Captain!‘

Verwirrt von meinen Träumen erwachte ich. Nach einer Katzenwäsche im Pferdetrog ging ich wieder in die Taverne und brachte Rinelda die Würste, die ich noch zu verkaufen hatte. 28 an der Zahl wechselten seinen Besitzer. Eine hatte ich gestern noch an Hrothar als Wegzehrung verkauft und eine wollte ich meiner schwindligen Verwandschaft bringen. Weil ich so ein netter Mensch bin. Das Gesicht von Trudbert werd ich nie vergessen. Allein das war die Reise nach Grimgard wert. Ich spuckte noch vor den Stand des Bolkheimers bevor ich mich auf machte.

Jeden Tag eine Gute tat, sagen die Grimgarder Damen immer und diese Gute Tag lies ich hinter mir und zog wieder zurück nach Grimgard. Nur lies ich mir bei der Heimreise wesentlich mehr Zeit.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach dem Imbolcfest (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Published in: on 26. März 2013 at 22:32  Comments (1)  
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