253 nach X – Teil 3

253 nach X – Teil 3

smogMeine Sinne schwinden. Die Luft ist knapp. Obwohl alles gefroren ist, ist mir ganz schön warm. Meine Finger sind taub und ich kann meine Zehen nicht mehr spüren. Der Raumanzug macht mich völlig wahnsinnig. Nicht der richtige Ort um Platzangst zu kriegen.

Sobald die Sauerstoffanzeige meiner Raumkapsel auf einen kritischen Wert sinkt, werde ich den Helm wieder anziehen müssen. Dann dauert es eh nicht mehr lange, bis ich ersticke. Eine Warnleuchte brennt schon eine ganze Weile. Der Kohlendioxidgehalt ist irgendwie zu hoch. Ich fühl mich auch irgendwie gar nicht gut. Wir Übrigbleiber sind es halt nicht gewohnt, reinen Sauerstoff zu atmen.

Der Boardcomputer sendet automatisch ein Notsignal, was mir wahrscheinlich überhaupt nichts nützen wird, es wird mich keiner retten können, man hat ja die Raumfahrt verboten. Wie kamen die nur auf so einen Mist. Ich werde hier wahrscheinlich sterben. Völlig allein im All. In der Stille. Ich war nie so deprimiert, wie jetzt und mein Leben war vor meinem kleinen Ausflug schon beschissen genug. Ich hätte gerne einmal in meinem Leben einen richtigen Whisky getrunken, nicht von dem synthetischen Zeug, einen richtigen echten Whisky. Dann wollte ich schwimmen lernen, auch wenn ich es nie brauchen werde, die Meere sind so verseucht, dass keiner mehr Schwimmen gehen kann, ohne zu verrecken. Und Wasser haben wir nie genug, dass wir auch nur eine Badewanne voll kriegen würden. Zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Aber selbst jetzt, wo ich wahrscheinlich ziemlich bald verrecken werde, will ich irgendwie nicht aufgeben.

Nachdem ich mit meiner Ansprache alle Verbote aufgehoben habe, wollte ich mir eigentlich noch gepflegt den Kasper schnäuzen, bevor ich abtrete. Aber mein Raumanzug ist nicht gerade für Selbstbefriedigung konstruiert worden. Mein Leben ist wirklich ein Alptraum. Da scheiß ich doch auf die Meinungsfreiheit, ich hätte gerne mehr Bewegungsfreiheit. Ich will wenigstens noch einmal loslassen, bevor mich mein Leben los lässt.

Die Scheiben in der Raumkapsel sind vollständig zugefroren und ich habe entschieden, dass ich bis zu meinem Ende weiter die Sterne ansehen will. Ich schnalle mich also ab und ich schwebe an die Decke.

Ein Hochgefühl, mein Magen macht einen Hüpfer, als ich mich in der Luft drehe. Es strengt mich ziemlich an, als ich versuche die Scheiben freizukratzen. Die Frostbrösel rieseln mir ins Gesicht. Hm. Schnee! Schön.

Als ich endlich ein Stückchen freigekratzt hatte, damit ich hindurch linsen konnte, lies die nicht vorhandene Schwerkraft für einen Moment nach. Die Raumkapsel trudelte durchs Nichts. Ich klammerte mich fest, damit ich weiter durch die Scheibe sehen konnte. Der Mond taumelte alle paar Momente vorbei. Es sah aus, als hätte eine Maus ein riesiges Loch aus dem Käse gefressen. Boa, Käse. Ich hätte jetzt gerne Käse. Geschmolzen.

Ich muss einen Moment nicht aufgepasst haben, der Mond scheint verschwunden zu sein. Aber eben war er doch noch da. Gut, er war nicht mehr ganz vollständig, aber er war noch da! Verdammt, jetzt hab ich ein richtig schlechtes Gewissen. Ich bin der Mann, der den Mond auf den Gewissen hat. Ach, du Scheiße!

Irgendwas blendete mich. Was ist das. Doch nicht die Sonne. Altes Mädchen, dass ich dich noch mal sehen darf. Danke. Jetzt kann ich sterben. Ich lies den Haltegriff los und die fehlende Schwerkraft lies mich nur langsam auf den Sitz sinken. Aus Reflex schnallte ich mich wieder an. Aber eigentlich schloss ich grad mit allem ab. Ade, du grausame Welt. Fick dich.

Irgendwas Blaues rauschte am Fenster vorbei. Ich blickte auf, die Erde. Der Frost an der Scheibe war teilweise verschwunden und ich sah ein merkwürdiges Glühen. Die Erde huschte wieder vorbei, blau, grün. Wie hypnotisiert starrte ich auf die Scheibe. Blau, Grün, Blau!

Warum Grün. Grün. Was Grünes hab ich schon lange nicht mehr gesehen. Als die Raumkapsel in die Erdatmosphäre eintrat, wurde mein Verstand von einer Ohnmacht erlöst.

Den Aufprall bekam ich schon nicht mehr mit.

Ich wurde erst wieder wach, als mir die Sonne ins Gesicht schien…

Fortsetzung folgt….vielleicht irgendwann!

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Live in the Moskutar Abteilung Ulm mal ganz privat…

Live in the Moskutar Abteilung Ulm mal ganz privat…

oder wie in 24 Stunden, der Alkohol in Strömen fließen kann, Eine gar nicht betrunken war, Jemand ein Jahr älter wurde, ein Anderer um Jahre gealtert ist, dabei ein Eimer verlustig gehen konnte, dafür eine phantasmagorische Zahnbürstenerkenntnis die Damenwelt revolutionieren wird und das warme Flüssigkeiten auf der Hose zwar eine riesen Sauerei sind, aber nicht unbedingt total versaut sein müssen…. oh und es war ein paar mal richtig romantisch…aber, don’t fuck the Mostkutar.

Ich fange mal von vorne an, nach einer unleidigen Schreibblockade und anderen unaussprechlichen Querelen, die leider schon viel zu lange andauern, entschließe ich mich eine Woche Urlaub zu nehmen. Entspannen und Schreiben. Kaum habe ich Urlaub, eskaliert das Unausprechliche in mir und mir fällt auch schon die Decke auf den Kopf. Ich entschließe mich mehr oder weniger spontan von zuhause über Augsburg ans eine Ende von Bayern zu fahren, um einerseits einen orkischen Geburtstag auf einem Mittelaltermarkt zu feiern, meinen ‚Ex-Verlobten‘ (Das ist eine andere Geschichte….) zu besuchen und anderseits mich definitiv in die Gefahr begebe, dass mir der Himmel auf den Kopf fallen könnte.

Ich bin in der Früh an der Tankstelle immer noch so unaussprechlich verwirrt, dass ich anstatt Super Benzin nur Benzin tanke, nachdem ich am Tag zuvor aus ähnlichen verspulten Verwirrungen den Tank bis auf den letzten Tropfen leer gefahren hatte. Ich bin schon viel zu spät, Kopf rasieren, Duschen, Selbstbefriedigung, dass dauert alles halt so seine Zeit und ich komme also leicht verspätet an dem Treffpunkt in Augsburg, zur Aufnahme eines auf dem Auto sitzenden Uglathar. Wir sind unterwegs. Haben schon im Auto eine Menge Spaß und fahren auf zum Markt. Wir kommen an und werden von schneidigen Feuerwehrlern zum Parkplatz geleitet. Am Parkplatz angekommen, schneidige Rettungsdienstler und noch schneidiger Sicherheitskräfte. Die Blaulichthölle hier und ich treffe mich mit Orks auf einem Markt, wo lauter noch geilere Drecksäue rumspringen, in noch viel mehr geileren Uniformen. Was? Oh Universum, was habe ich denn bitte jetzt schon wieder verbrochen? Oder bin ich schon tot und dass ist hier die Belohnung und die Uniformierten sind meine 666 Jungfrauen für meine hervorragenden Bußfertigkeiten rund ums Pilgern und im talibanesischen Fußfetischisten verpetzen. Ich treffe auf meinen ‚Ex-Verlobten‘ (wie gesagt, das ist eine andere Geschichte…), der sichtlich überrascht ist, dass ich da bin, mit einem Uglathar und dass ich tatsächlich kochen kann. (Hm, dass ich auch immer unterschätzt werde, Frauen die ohne Männerhilfe Geld verdienen können, Blasen und Kochen können, sind aber auch echt selten. Hm.) Egal, wir suchen unser Geburtstagskind, das auch nicht ans Telefon geht. Wir drehen eine Runde und finden niemanden, der am nächsten Tag Geburtstag haben könnte, aber dafür finden uns alle anderen furchtbar interessant. Unglaublich. Jetzt habe ich heute mal völlig normale Klamotten (also nicht schwarz, sondern für meine Verhältnisse erschreckend bunt!) zu meinen Brüsten an und die Leute gucken mich an, als wäre ich der Teufel und alle seine Huren in einer Person. Vielleicht liegt es auch an meinem Begleiter, der aussieht, als hätte ich ihn von einem Golftunier entführt. Hm. An mir kann es doch echt nicht liegen, ich habe doch einen Hut auf und hier laufen übrigens auch noch total viele Tätowierte rum…die werden alle nicht angestarrt, komisch. Vielleicht habe ich ja Dreck auf der Nase.

Irgendwann finden wir tatsächlich unser Geburtstagskind und setzen uns in mitten von den ganzen Schaulustigen. Hm. Irgendwann wollen wir alle eine seltsame Kopfbedeckung kaufen und dann sind mir die beiden Uglathar entlaufen. Ich spiele ein bisschen Poi und deprimiere ein paar Kinder. Dann werde ich von einer Horde Damen angegraben, aber sie bieten mir einen Feuerjob an, also habe ich erst mal nichts dagegen, aber es ist toll dass meine Männer mich nicht retten, noch nicht mal mein ‚Ex-Verlobter‘. Irgendwann kommen beiden Orks besoffen wie die Hexen angetorkelt. Beide mit gar fürchterlichen Kopfbedeckungen. Sie haben sich den Sonnenuntergang angeschaut auf einem Strohaufen, alles klar. Das sind keine Uglathar, es sind Schwuglathar. Wenn dass dem Lûgburz zu Ohren kommt. Aber die beiden werden sich damit rausreden, dass sie nur sichergehen wollten, dass das ekelhafte grelle Fratze auch wirklich verschwunden ist. Unglaublich. Traue mich ja schon gar nicht zu fragen, was das nun wieder mit dem Lûgburz zu tun hat. Ich gehe mit dem Nichtgeburtstagskind zum Strohhaufen und warten mit den Restbeständen vom Met auf den Rest der Geburtstagsgesellschaft. Der Mond geht auf, die Pferde wiehern und es ist erschreckend romantisch. Aber, dont Fuck the Moskutar, auch wenn ich nicht wirklich in der Moskutar bin, bin ich doch irgendwie auch posthum die alte Vettl und ich kann mich doch nicht an diesem madigen Wurm vergehen. Ich könnte dem Lûgburz ja nie wieder in die Augen schauen, wenn er das zu Ohren bekäme. Wir beschließen unser Gebutstagskind zu suchen, mal wieder. Gesucht, gefunden. Gemeinsam feiern wir noch ein bisschen und ich spiele noch ein bisschen Leuchtpoi, jetzt dürfen alle gucken. Meine neuen Leuchtpoi rocken voll. All Schaulustigen klatschen. Ich muss hier weg. Es ist Mitternacht, wie singen: ‚Happy Birthday!‘ Ich krabble auf den Tisch, um unserem Geburtstagskind zu gratulieren, diese Made hat mir unbemerkt die Schleife von meiner Bluse aufgebissen. Diese dreckige Plage. Unbemerkt, ich werde alt. Ich parke meine Orks bei einem bekannten Barden und gehen meinen ‚Ex-Verlobten‘ abholen. Ich komme zurück und die beiden Maden haben ohne mich mit dem Sambuca-Feuerspiel angefangen. Diese dreckigen Mistratten. Unglaublich. Wir führen meinen Ex-Verlobten in die orkische Trinkkultur ein und haben alle voll den Spaß, die Jungs am Saufen und ich an den regelmäßigen Besuchen der Sicherheitskräften. Himmel, ich habe mich mal wieder verliebt. Bis über beide Ohren. Dieser überaus zuvorkommende Securitymann (mit übersichtlicher Frisur) möchte mich zwar leider nicht zum Ausgang tragen und mich von oben bis unten durchsuchen und und und…aber ich stelle es mir vor. Plötzlich fließt mir eine warme, zähe Flüssigkeit über den Oberschenkel. Mein Kopfkino geht mit mir durch… ich fasse mir an die Hose und ich denke…kann es dabei nicht glauben, aber es ist nur das Wachs der Kerze, die vor mir auf dem Tisch steht. Geil, meine neue Jeans und schon versaut. Langsam werde ich ein bisschen zickig, es hat noch nicht mal jemand den Anstand, gescheit Rabatz zu machen, damit ich endlich von dem geilen Securitymann rausgetragen werde. Es nimmt einfach keiner Rücksicht auf mich.

Irgendwann müssen wir dann doch gehen und ich muss mich von meinem Traummann trennen. Wir gehen und ich spiele mal wieder Taxiunternehmen. Was dann passiert ist auf Grund eines Filmrisses einer der drei Beteiligten und der allgemeinen Schweigepflicht der restlichen Beteiligten soweit zensiert. Ich kann nur soviel sagen, dass mein Mülleimer, den ich seit der Gauklernacht letztes Jahr in meinem Auto mitführe, dabei verlustig ging. Und gut dass wir einen (angehenden) Arzt dabei hatten, der dann auch ganz schnell wieder halbwegs nüchtern war und ich gar nichts getrunken hatte. Am Ende des Filmrisses war die Sonne (die hässliche Fratze) bereits wieder aufgegangen und alle wieder soweit auf den Beinen. Und Ehrenwort, ich habe keinen Unsinn gemacht, nicht mit dem Edding und auch nicht mit dem geilen Pfleger. Egal. Ich habe dann die Nacht, oder beziehungsweise den Vormittag auf einer ziemlich geilen Ledercouch verbracht und habe von phantasmagorischen Überpenissen und obszönen Pilzgewächsen und/oder nackten Securitymännern mit übersichtlichen Frisuren und tätowierten Pflegern geträumt. Unglaublich, was so eine Ledercouch alles mit meiner Phantasie anstellt.

Gegen Mittag werden wir wach, die Einen mehr, die Anderen weniger. Nachdem duschen bekomme ich eine Zahnbürste geschenkt. Ein ganz besondere Zahnbürste. Mir eingebauter Batterie zum besseren Wegvibrieren von Zahnbelag. Jaja. Die Fantasie geht mit mir durch und ich darf die Zahnbürste behalten. Hehe. Sobald ich zuhause bin werde ich sie wohl einem eingehenden Belastungstest unterziehen….

P.S. Mir ist vor 6 Jahren eine ähnliche Geschichte passiert und ich bin heilfroh, dass es auf Mittelaltermärkten keine Klosteine gibt. Aber das ist eine andere Geschichte.

P.P.S. Wer braucht geile Securitymänner, wenn es Zahnbürste mit Batteriebetrieb gibt.

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