Call me maybe oder sitzt ne Frau an der Bar…

Call me maybe oder sitzt ne Frau an der Bar…

limospritzer

Es sitzt eine Frau an der Bar und weil nur irgendwelche Typen im Gastraum saßen, die ihr nur unnötig auf die Möpse glotzten, kramte sie in ihrer Handtasche nach etwas total Wichtigen. Dabei kann sich ein Weibchen schon mal ein Stündchen beschäftigen.

Aus der futuristischen Jukebox schallmeite es: ‘Call me maybe!’

Plötzlich stand ein Kerl in der Tür, den sie mit einem flüchtigen Blick musterte und sofort wusste, dass er ihr einfach nur gefährlich werden würde. Groß und von muskulöser Gewalt, verstrubbelte Haare und erschreckender Weise einen ziemlich gepflegten Bart. Ein flüchtiges Lächeln seinerseits flatterte wie ein wunderschöner Schmetterling durch den Gastraum zu ihr hinüber. Und in der Zeit wie das Lächeln den Raum durchquerte, zog vor ihrem inneren Auge ihr Leben an ihr vorbei und sie hatte es einfach nur satt. Sie hatte einfach alles satt. Und sie brauchte einfach nur ihre Ruhe.

Die Zeit schien stehengeblieben zu sein und das flatterhafte Lächeln des überaus gutaussehende Typen schwebte für einen Moment vor ihr in der Luft.

Das war ganz genau das, was sie gerade echt nicht gebrauchen konnte. Ein Kerl, der ihr mit seiner puren Anwesenheit schon den Kopf verdrehte. Grad heute, wo sie fest entschlossen allein in die Kneipe gegangen war, weil sie ihre Ruhe haben wollte. Weil sie es satt hatte, sich in Probleme Anderer verstricken zu lassen und dann langsam aber sicher daran zu ersticken drohte, sie bekam keine Luft mehr, weil ihr die ganze Scheiße um sie herum langsam aber sicher die Luft abschnürte.

Es ist unglaublich, dass ein Mensch allein so destruktiv sein kann, aber das war das Einzige was sie im Moment wirklich sehr gut konnte. Melancholisch in einer Ecke an der Bar sitzen und ein leeres Glas solange böse anzustarren bis es endlich zerspringen würde.

Herrgott im Himmel, was hat sie nur in dieser Welt verbrochen, dass sie das Universum so strafen muss. Es ist ja nichtmal so, dass immer die Anderen Schuld sind, um die Schuldfrage ging es ihr garnicht, weil sie eh immer schuld war, egal wie rum man den Spieß drehte, sie war immer der verdammte Fußabstreifer, der alleine und völlig verdreckt vor der Tür ins Ungewisse liegt und es will eigentlich keiner den Schritt wagen, also liegt sie da wahrscheinlich noch in ein paar Jahren herum, um nur darauf zu warten, dass ihr wieder jemand einen Arschtritt verpasst. Der Fußabstreifer in der verstaubten Welt, die sich selbst für so fortschrittlich hält, darauf kann man doch sch…?!

Der nervige Song bohrte sich immer noch durch alle Ohren und suggerierte allen Zuhörern, das der Traumprinz am Ende doch anrufen wird. Nein, er wird nicht anrufen. Das Leben ist kein Wunschkonzert und heute hat wohl einer seinen Finger auf der Repeat-Taste. Der Song fing wieder von vorne an…und die Welt drehte sich wieder in gewohnter Schnelligkeit.

Der Kerl, der eben noch wie ein Fels in der Brandung in der Tür gestanden hatte, bewegte sich durch den Raum. Sein Lächeln war mittlerweile an seinem Bestimmungsort angekommen und sein scharfer Blick setzte dem lachenden Schmetterling hinterher und im nächsten Augenblick stand er schon an der Bar.

‘Einen Absinth Sprite bitte!’ rief der Kerl dem Barkeeper zu. Und am anderen Ende der Bar lief ein Höschen voll.

‘Und ich dachte, die Irre da drüben mit der Handtasche wäre die Einzigste, die diese flüssiggewordene Blasphemie säuft.’ murmelte der Barkeeper und zapfte ein Bier und stellte es seinem neuen Gast hin.

‘Einzige!’ meinte der Typ und schob dann ganz lässig das Bier von sich weg. ‘Ich hab einen Absinth Sprite bestellt und mach gleich zwei draus…!’

Beim Barte des Propheten und aller bayowarischer Großmütter, welche halbwegs intelligente Frau kann bei so was schon wiederstehen?

Sie kramte immer noch in ihrer Handtasche, die fadenscheinige Maskerade aufrecht erhaltend, also suchte sie weiter, fand es nicht, wurde langsam wütend und kippte den kompletten Inhalt ihrer Handtasche auf die Theke. Es schien so, als würde sich ihr halber Hausstand über den Tresen ergießen. Eine kleine Sintflut von Dingen die die Welt nicht braucht. Allen voran ihr Lippenbalsam, den sie angeblich wie verrückt gesucht hatte, der just in dem Moment als sie ihn erblickte, über die Kannte der Bar nach unten kullerte.

Sie tauchte hinter dem Lippenbalsam her, der bereits über den Boden rollte. Kurz bevor sie ihn erreichen konnte, tauchte erst wie in Zeitlupe eine enorme Pranke vor ihr auf und dann das Grinsen des Typen. Er hatte den Labello vor ihr zu fassen bekommen und beim Auftauchen stießen sie beide mit den Köpfen zusammen.

Sie kam ins Taumeln, denn sein Kopf war wohl wesentlich härter als der ihre. Um nicht wieder auf allen Vieren vor ihm zu landen, wollte sie sich an einem der leeren Barhocker festhalten, griff jedoch ins Leere. Bevor sie umstürzen konnte, griff er nach ihrer Hüfte, hielt sie fest und stellte sie gleichzeitig auf die Füße.

‘Alles in Ordnung, schöne Frau?’ fragte er und versuchte ihr in die Augen zu blicken, die sie in dem Moment wieder aufschlug, als er seinen Griff lockerte, um sie an der Schulter zu berühren.

‘Ja, ne. Glaub schon.’ stammelte sie und musste sich erst mal setzen.

Der Barkeeper stellte die beiden Drinks auf die Theke und murmelte etwas in sich hinein, dass sich nach: ‘Da ham sich ja zwei g’sucht und g’fundn!’ anhörte.

In dem Moment als sie sich setzte, sprang sie auch schon wieder auf und lief zum Inhalt ihrer Handtasche hinüber.

‘Sorry, mein halber Hausstand liegt auf dem Tresen!’ rief sie und machte sich daran, alles wieder in ihre Handtasche zu stopfen. Nur mit dem Unterschied, dass nicht mehr alles hineinzupassen schien, was vor wenigen Minuten noch genug Platz in der Handtasche hatte.

Der Kerl schnappte sich die beiden Drinks und folgte ihr: ‘Erstmal einen Schluck auf den Schreck?’

‘Sorry, ist nicht mein Tag heute!’ meinte sie und schüttelte die Handtasche, in der Hoffnung der Inhalt würde sich dadurch ein wenig komprimieren.

‘Meiner auch nicht, aber was soll’s!’ prostete er ihr zu und grinste sie dabei an, er bückte sich nochmal und hob noch etwas auf, was zu Boden gepurzelt war. Es war ihr Personalausweis.

Als er wieder auftauchte, grinste er noch breiter: ‘Wie kann man nur mit so einem schönen Namen, so schlechte Laune haben?’

‘Ist ne lange Geschichte, aber jetzt wissen sie eh schon fast alles über mich…!’ rief sie und machte Anstalten ihm den Ausweis wegzunehmen.

‘Ja, Bambi Müller, 170 groß, Augenfarbe blau-grau, Wohnhaft…!’ meinte er, bis sie ihm ihren Ausweis endlich abluxen konnte und ihn böse anfunkelte: ‘Wenn Sie nicht wollen, dass ich sie Blume nenne, verraten sie mir ihren Namen!’

‘Sie werden es nicht glauben, aber ich würde sie gerne duzen, bevor ich meinen Namen preisgebe!’

Sie nickte kurz und dann hielt er seinen Ausweis hoch.

‘Hans Klopfer, 195 groß, Augenfarbe grün und du wohnst hier gleich ums Eck!’ meinte sie und ein unmerkliches Lächeln stolperte über ihr Gesicht.

‘Jupp!’ meinte er und prostete ihr wieder zu und flüsterte mehr in sich hinein, als zu ihr: ‘Danke für das erste Lächeln des Tages!’

Sie hatte es jedoch gehört und lächelte nochmal, er lächelte auch und er schien das erste Mal ein wenig unsicher zu sein. Betretenes Schweigen und Strohhalmgeschlürfe, bis sie die Stille unterbrach. ‘Und warum hab ich dich hier noch nie gesehen?’

‘Bist du öfter hier?’ antwortete er die Frage mit einer Gegenfrage.

‘Jupp!’ meine sie kurz, sie hasste es, wenn ihre Fragen mit einer Gegenfrage nicht beantwortet wurden. Wieder betretenes Schweigen und Strohhalmgeschlürfe, das nun er brach. ‘Ich war beruflich viel unterwegs.’

Er kramte in seiner Hosentasche und hielt ihr den Labello hin, sie nahm ihn ansich, aber nicht ohne ihn zu öffnen und sich die Lippen einzuschmieren. Nebenbei stolperte ein: ‘Soso!’ aus ihrem Mund.

‘In Grönland!’ meinte er.

‘Lassen sie mich raten, sie haben nach Öl gebohrt?’ fragte sie mit leicht ironischem Unterton und trank von ihrem Drink.

‘Waren wir nicht beim Du?’

‘Ja Du!’ meinte sie fast schon schnippisch. War das seine Masche, eine Frage immer mit einer Gegenfrage zu beantworten?

‘Es war Erdgas!’ antwortete er, wenn auch verspätet.

‘Und jetzt?’

‘Hab ich erstmal Homeoffice!’

Der Barkeeper kam wieder vorbei, bückte sich, hob etwas auf und legte etwas auf den Tresen. Es war ein Kondom. Dann grinste er: ‘Nehmt euch ein Zimmer!’

Sie wurde augenblicklich knallrot im Gesicht, schnappte sich das Kondom und flüsterte: ‘Muss mir wohl aus der Tasche geputzelt sein!’

Er grinste sie an und meinte nur: ‘Zahlen!’  

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Sitzt ne Frau allein an der Bar – Klappe die Zweite

Sitzt ne Frau allein an der Bar – Klappe die Zweite

6797798903_a598259c11Sie trank wieder ihr obligatorisches Feierabendbier, wie jede Woche. Der Barkeeper sprang immer noch oder schon wieder mit einer Fliegenklatsche hinter der Theke herum.

‚Was sagt der Kammerjäger?‘ fragte sie über ihr Bier hinweg.

‚Einen Scheiß und ne saftige Rechnung!‘ rief der Barkeeper verärgert.

‚Kann ich doch so ein Grünzeug haben!‘ fragte sie und hielt ihm ihr Bier hin.

Er griff nach einem Limettenschnitz und schob ihn genüsslich in den Hals des Bieres in ihrer Hand. Kurzes betretenes Schweigen, dass sie abrupt unterbrach, als sie wieder ihr Antibrumm aus der Handtasche zog und sich selbst von oben bis unten damit ein sprühte, dann die Stühle neben sich, die Theke und den Barkeeper, der sie immer noch merkwürdig lächelnd anblickte.

‚Wo bleibt der Kleine heute?‘ versuchte sie so beiläufig wie möglich zu fragen.

Er zuckte nur mit den Achseln.

‚Ich hab ihn doch nicht unnötig verschreckt, oder?‘

‚Wahrscheinlich ist er seit dem am Wichsen!‘ grinste der Barkeeper, so dreckig es ihm möglich war.

Plötzlich stolperten 4 konservative Arbeitszombies in die Kneipe und schlichen durch den ganzen Gastraum bis in den Nebenraum. Dann waren sie nicht mehr zu sehen.

Die Frau und der Barkeeper blickten sich kopfschüttelnd an.

‚Was wollen die Anzugheinzen hier?‘ fragte der Barkeeper verwundert.

Nicht, dass ihr am Ende eine Juppiekneipe geworden seid?‘ erwiderte die Frau und nippte an ihrem Feierabendbier.

‚Nicht, dass ich am Ende noch kündigen muss.‘

Ihr Gespräch wurde von merkwürdigen Geräuschen von der Tür unterbrochen. Die Tür knallte ins Schloss und der Praktikant kam in den Gastraum gestolpert. Er schnappte sich einen Barhocker, zertrat ihn, schnappte sich zwei abgebrochene Stuhlbeine und rannte wieder zur Tür. Wenig später kam er wieder und ließ sich keuchend auf einen Barhocker fallen, der neben ihr stand. Völlig apathisch klammerte er immer noch eines der abgebrochenen Stuhlbeine an sich. Er war ziemlich blass um die Nase, er schwitzte und zitterte zu gleich.

‚Den Barhocker zieh ich dir vom Lohn ab!‘ meinte der Barkeeper und stellte ihm ein Bier hin. Der Bub schnappte sich das Bier und trank, als würde sein Leben davon abhängen.

‚Brauchst es nur zu sagen, wenn ich dich letzte Woche überfordert habe!‘ rief die Frau leicht eingeschnappt.

Er blickte sie völlig fassungslos und immer noch schwer atmend an.

‚Hey Alter, wie schaust du denn aus der Wäsche?‘ fragte der Barkeeper besorgt. Er machte sich doch tatsächlich Sorgen um seinen Schützling.

‚Ich hab tote Menschen gesehen!?!?!‘ flüsterte der Praktikant keuchend.

‚Mann, deine Mutter. Ich bin hier der Bestatter, wenn hier jemand tote Menschen gesehen hat…!‘ rief der Barkeeper aufgebracht.

Der junge Praktikant beugte sich über die Theke und flüsterte dem Barkeeper geheimnisvoll zu: ‚Zombies Mann, da draußen sind Zombies, Mann!‘

‚Ist schon klar, sag doch einfach, dass ich eine alte Kuh bin und dass du Angst davor hast, allein mit mir und einem Eimer Kunstblut in einem Raum zu sein!?!‘ rief die Frau. Sie schien mittlerweile fast schon ein Bisschen wütend zu sein.

Der Praktikant schien überhaupt nicht gehört zu haben, was sie ihm grad an den Kopf geworfen hatte. Er beugte sich zu ihr rüber und versuchte zuckersüß zu lächeln, was ihm nur bedingt gelang. ‚Würden Sie eventuell mit mir vögeln, bevor wir hier alle drauf gehen?‘

Der Barkeeper gab dem Praktikanten einen Klaps mit der Fliegenklatsche auf den Hinterkopf und rief wieder: ‚Ey, sag mal, wie redest du denn mit unserem einzigen Stammgast, heute?‘

‚Ja, der Pornostammtisch war auch schon mal besser besucht!‘ meinte sie fast beiläufig. ‚Und auf die 4 Arbeitszombies da hinten können wir auch verzichten.‘

Wie von der Tarantel gestochen, sprang der Praktikant auf, hob das abgebrochene Stuhlbein hoch über den Kopf und lief dann schreiend ins Nebenzimmer. Wenig später konnte man ein Geräusch langsam auf den Boden britscheln hören.

‚Der fängt ja wohl nicht ohne mich an?‘ rief sie, zog blaue Gummihandschuhe aus der Handtasche, um sie fast schon genüsslich überzuziehen. Dann schnappte sie sich ein Teil des zertretenen Barhockers und lief ihm nach. Als sie den Nebenraum betrat, stand der junge Bursche blutverschmiert auf dem Billardtisch und um ihn herum lagen ein paar zermatschte Arbeitszombies.

‚Schätzelein, sollen wirs gleich auf dem Billardtisch machen?‘ rief sie und lies das Stuhlbein sinken.

‚Ich kündige!‘ meckerte der Barkeeper.

‚Sag mal, wenn die Zombieapokalypse in eurem Schuppen ausbricht, bleibt sie dann auch hier?‘

‚Wir sind nicht in Las Vegas, Lady!‘

Sitzt ne Frau allein an der Bar…

Sitzt ne Frau allein an der Bar…

6797798903_a598259c11Sitzt ne Frau allein an der Bar und trinkt ihr obligatorisches Feierabendbier.

Der Barkeeper hatte eine Fliegenklatsche in der Hand und schien gerade auf der Jagd zu sein.

Die Tür ging auf und der junge Bursche kam rein, der immer hinter der Bar saß und so was wie ein Praktikant zu sein scheint.

Er sieht heute aus, wie ein Schluck Wasser in der Kurven! Die Annahme warum er ein Praktikant sein könnte, war mehr so ein Gefühl. Er durfte immer hinter der Bar sitzen, obwohl er offensichtlich nichts arbeitete, bekam aber vom Barkeeper erklärt, was er tun sollte, wenn er arbeiten täte.

Irgendwie ist er ja nett anzuschauen und ist immer so herrlich pikiert, wenn jemand einen versauten Witz macht. Meine Güte, ist der niedlich, wenn ihm was peinlich ist.

Mal ganz davon abgesehen, dass der junge Praktikant ernsthaft was fürs Auge war, schwirrten wirklich ziemlich viele kleine Fliegen herum. Aua! Es sind Mücken! Im Oktober?

‚Ja sorry! Der Kammerjäger kommt morgen!‘ meinte der Barkeeper, der gerade hinter der Theke aufgetaucht war und die Fliegenklatsche bedrohlich umher schwang.

Die Frau dachte sich ihren Teil. Aber jetzt wusste sie auch warum man eigentlich immer einen Limettenschnitz in das Desperados steckt. Damit die abartigen kleinen Drecksbastarde nicht ins Bier fliegen. Boa, da wird man ja echt aggro, bei dem Flugverkehr in der Bar.

Die Frau fing an, wie eine Wahnsinnige in ihrer Handtasche zu kramen und zog nach einer gefühlten Stunde und 1000 Mückenstichen später ein kleines rotes Pumpfläschchen hervor. Sie sprühte erst sich selbst und dann den Sitz neben ihr ein, dann die Theke und am Ende den Iro des Barkeepers, als er wieder in ihrer Nähe stand.

‚Sagen Sie mal junger Mann, würden Sie mir gerne mal Modell stehen?‘ meinte die Frau eher beiläufig.

Der junge Mann blickte interessiert auf. Er hatte versuchte ein Geldstück über die Arbeitsfläche zu schnipsen. Hach, ist der niedlich, wenn er sich dumm anstellt.

‚Öhm!?‘ meinte der junge Praktikant.

‚Ich würde Sie gerne mit einem Eimer Kunstblut beschütten und Sie dann nackt über eine Leinwand wälzen, wenn das Okay für Sie wäre?‘ meinte die Frau cool und verzog keine Miene. ‚Nur wenn es Ihnen nichts ausmacht. Es ist jetzt keine blöde Anmache, das ist Kunst mit Kunstblut.‘ Sie machte eine ziemlich lange Pause: ‚Und es ist nichts Sexuelles!‘

‚Wenn du den Kleinen mit Kunstblut einsaust, um ihn dann nackt über eine Leinwand zu wälzen, dann kannste auch die Bilder hier bei uns ausstellen.‘ lachte der Barkeeper und verschwand grinsend im Hinterzimmer.

Der junge Praktikant sagte tatsächlich ja zu dem doch eher etwas gewagten Vorhaben, verschwand dann aber doch im Hinterzimmer und traute sich den ganzen Abend nicht mehr in die Nähe der Theke zu kommen.

Ob es nun an den Mücken oder an dem Angebot lag, dass er in seinem jugendlichen Leichtsinn nicht ablehnen konnte…

Fortsetzung folgt… vielleicht?

Kommt eine Frau in eine Schwulenbar

Kommt eine Frau in eine Schwulenbar

WeissbierNachdem sie sich nur nach einem Feierabendabsacker sehnte, bemerkte sie nichts Ungewöhnliches.

Zwei Herren saßen an der Bar und tranken Weißbier. Der Barkeeper machte das was Barkeeper eben so tun, wenn sie so tun, als wären sie beschäftigt.

Sie setzte sich an die Bar und las die Tageskarte. ‚Krieg ich so einen Bruna?‘

‚La Bruna!‘ meinte der Barkeeper.

‚Krieg ich so einen La Bruna, bitte!‘ sagte sie und dachte sich: ‚Gott, ist der zickig!‘

‚Kommt sofort.‘

Der Koch kam aus der Küche und servierte den beiden Herren einen griechischen Salat und zweimal Besteck. Und bei dem Anblick dieses Salates kam bei ihr enormer Futterneid auf, obwohl sie bereits gegessen hatte.

Erst als sie ihren Drink serviert bekam, fiel es ihr wie Schuppen von den Haaren, dass die beiden Männer sich tatsächlich einen Salat teilten. Wenn die Beiden jetzt auch noch zusammen aufs Klo gingen, war sie wohl definitiv in der falschen Bar gelandet.

Sie zuzelte an ihrem Strohhalm und der Drink war wirklich lecker, wenn es jetzt noch richtig Sommer wäre, dann wäre der ‚La Bruna‘ perfekt zum Dunstlöschen und zum Betrunken werden.

Die beiden Herren bestellten noch 2 Weißbier. Und der Barkeeper zapfte das Weißbier von der Schankanlage zu zwei Drittel voll, dann richtete er das Glas langsam in eine aufrechte Position und entließ mit einer geschickten Handbewegung am Zapfhahn noch ein Schwall des Schaumes in das Weißbierglas. Das Weißbier war fast perfekt eingeschenkt und er tippte den Zapfhahn noch einmal an und ein letzter Spritzer ergoss sich in das Glas. Perfekt.

Er wiederholte die Prozedur beim zweiten Weißbier und erst als der Barkeeper die beiden Biere servierte, wurde ihr Gewahr, dass ihr ein leichtes Stöhnen entwichen sein musste, weil die beiden Herren sie pikiert anblickten. Sie war wohl nicht die Einzige, der bei dem Anblick des erotischen Einschenkens eines perfekten Weißbieres beinahe einer Abgegangen war.

An diesem Abend wurden noch viele Weißbiere getrunken, dabei mochte sie gar kein Weißbier. Als die beiden Herren zusammen aufs Klo gingen, legte sie 30 Euro auf den Tresen und meinte: ‚Den Rest kannste behalten!‘

Sitzt ne Frau an der Bar und neben ihr steht ein pinker Regenschirm…

Sitzt ne Frau an der Bar und neben ihr steht ein pinker Regenschirm…

Milk_001Außer ihr saß niemand in dem Lokal. Der Barkeeper spielte Sudoku auf seinem Handy. Ein Lied von Nina Simon säuselte vor sich hin. Da kam ein Mann klitschnass in die Bar gestolpert und rutschte beinahe auf seiner eigenen Pfütze aus. Er trug einen durchnässten Trenchcoat und einen Hut. Als er den Hut abnahm, tropfte er die Bodenfliesen voll. Etwas zerstreut stolperte er an die Bar und legte seinen nassen Hut an den Tresen. Sie konnte nasse Schurwolle riechen, während er ohne weitere Unfälle versuchte seinen Mantel auszuziehen.

Sie nippte an ihrem Absinth Sprite.

‚Krieg ich hier auch was zu trinken, nicht dass es draußen nicht schon nass genug wäre.‘ rief der Mann und lachte über seinen eigenen Witz.

‚Was für ein Witzbold!‘ dachte sich die Frau.

Der Barkeeper konnte sich kaum von seinem Handy trennen.

‚Bemühen Sie sich nicht unnötig, ich nehm das Selbe wie die nette Dame!‘

‚Sie wissen ja jarnich ob ich ne Nette bin, wa!‘ berlinerte sie ihn garstig an.

‚Ja und die Plörre würd ich nicht freiwillig saufen.‘ flüsterte der Barkeeper fast unmerklich ins Glas als zum Kunden.

Sie schob ihm ihren Drink rüber und nickte ihm auffordernd zu.

‚Ich bin so frei!‘ meinte er und roch an dem Glas, zog dann etwas Flüssigkeit zwischen den Zähnen hindurch und tat so als wäre er bei einer Weinprobe. Daraufhin verschluckte er sich, verzog das Gesicht und räusperte sich mehrmals.

‚Ich nehm dann doch ein Bier!‘ meinte er kleinlaut und setzte sich endlich auf einen freien Barhocker.

‚Und was hat Sie hier her getrieben?‘ fragte er die Frau.

Sie blickte nur auf ihren tropfnassen Regenschirm und versuchte ihn so freundlich wie möglich anzulächeln.

‚Scheiß Wetter da draußen, gell!‘ meinte er aufdringlich.

Sie dachte sich nur, was er für ein Penner sei.

‚So ein Glas Milch für den jungen Mann!‘ meinte der Barkeeper und servierte ihm tatsächlich ein Glas Milch. Dann ging er zu der Frau und meinte: ‚Hey, Baby wie geht dein Rock auf? Den Rest kannst du mir erzählen, wenn wir verheiratet sind!‘

Sie grinste ihn dreckig an, legte 20 Euro auf den Tresen und meinte: ‚Stimmt so!‘

Der Barkeeper warf sein Handtuch auf die Theke und meinte: ‚Ich kündige!‘ Dann sprang er über die Bar und hielt ihr seinen Arm hin. Sie nahm ihren pinken Regenschirm und hakte sich bei ihm ein. Als sie durch die Tür verschwunden waren, kam der Koch aus der Küche gestürmt und blickte verwirrt auf den Tresen. Er nahm sich die 20 Euro, schüttelte den Kopf und verschwand wieder in seiner Küche.

Glas voll Schlonze

Glas voll Schlonze

schlonzeSitzt eine Frau an der Bar und neben ihr steht ein Glas voll Schlonze. Vielmehr eine Flasche voll grüner Schlonze. Der Barkeeper wundert sich gehörig über seinen neuen Gast und über die Flasche. Bei näherer Betrachtung waberte die Schlonze in der Flasche schon bei kleinsten Erschütterung und schillerte in allen unerdenklichen Farben. Während er wie wahnsinnig auf die Schlonze starrte, hatte er das Gefühl, dass diese farbenfrohe Masse ihm obszön zunickte. Sofern Schlonze des Nickens überhaupt fähig war, aber diese Schlonze tat es tatsächlich.

Wie ferngesteuert packt er sein Handy und googelt Schlonze. 5580 Treffer aber keine nennenswerte Erklärung dafür, dass eine Frau mit einem Glas voll Schlonze in eine Bar kommt. Er googelt Glas voll Schlonze und stößt unweigerlich auf ein Remix von: ‚Ich hab ein Glas voll Dreck!‘, dass aber nur halb so gut ist, wie: ‚Take the Hobbits to Isengard!‘

Mit einem gewaltigen Ohrwurm bewaffnet geht er weiter seiner Arbeit nach.

Als ihr Getränk leer war, beschloss er sie einfach danach zu fragen:

‚Schöne Frau, wollen Sie mir nicht ihren Freund vorstellen?‘

Die Frau machte eine vorstellende Geste vom Glas voll Schlonze zum Barkeeper und wieder zurück zur Schlonze und meinte fast beiläufig: ‚Schlonze – Barkeeper, Barkeeper – Schlonze!‘

Er zog einen imaginären Hut und meinte: ‚Sie können mich Rutger nennen, wenn Sie wollen!‘ Er machte eine abschätzende Pause und fragte dann ganz unverblühmt: ‚Hr. Schlonze, macht es Ihnen etwas aus, wenn ich der Dame an Ihrer Seite einen Drink ausgebe?‘

Die Frau meinte lässig: ‚Die Schlonze ist taubstumm!‘

Er gestikulierte in einer ihm eigenen Gebärdensprache, die man wahrscheinlich auf der Barkeeperschule lernt, um mit Betrunkenen besser kommunizieren zu können.

Die Frau meinte abschließen: ‚Die Schlonze hat keine Arme und Beine, um antworten zu können!‘

Er massierte seine Schläfe, konzentrierte sich auf die Schlonze und tat so als ob er telepathischen Kontakt mit der Schlonze aufnehmen könnte. Dann lief er los und wenig später stellte er ihr einen Absinth Sprite hin und sprach mit fester Stimme: ‚Die Schlonze möchte, dass der Drink farblich zur Schlonze passt.‘

Ihr huschte fast ein Lächeln über ihre Lippen. Der Barkeeper lächelte sie zuckersüß an und ging dann wieder seiner Arbeit nach. Später ertappte sie ihn dabei, wie er wieder versuchte telepathischen Kontakt mit der Schlonze aufzunehmen.

Später legte er ihr einen Block und einen Kugelschreiber hin und meinte: ‚Die Schlonze möchte, dass Sie mir Ihre Telefonnummer geben!‘

Sie nahm den Kugelschreiber in die Hand und meinte: ‚Ja, wenn die Schlonze das will!‘

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