Nicht verwechseln…

Nicht verwechseln…

129547393_e4dadde815_oDie Sonne scheint, ich fahre mit offenen Fenster nach Hause, höre Radio Arabella und ich denk mir nichts Böses. Warum auch, es ist doch so schönes Wetter. An einer roten Ampel bleib ich stehen und beobachte die Typen da draußen mit ihren kurzen Hosen, ihren Sonnenbrillen und ihren Ohrenschützern???
What the fuck! Winter is coming? Und ich hab noch die Sommerreifen drauf. Warte, wir haben doch Juli und der Sommer fängt grad erst an, nach dem wir die letzten 3 Monate April hatten.
Es wird grün und ich muss weiterfahren. Im Augenwinkel kann ich jedoch erkennen, dass der Kerl womöglich doch keine Ohrenschützer trägt. Es sind Kopfhörer? Quietschbunt! Wer macht so was?
Ehrlich mal, haben wir alle unsere Eltern früher nicht dafür gehasst, wenn sie uns peinliche Klamotten und/oder Accessoires angezogen haben. Auch wenn manche Kleidungsstücke 15 bis 25 Jahre später ihr mehr oder weniger ruhmreiches Comeback gefeiert haben. Bestes Beispiel dafür sind Cordhosen und Rundschals. Ich habe mittlerweile gegen die gute alte Cordhose nichts mehr einzuwenden, solange sie nicht lila ist, komische Muster hat und diesen ganz dünnen Cord hat, der immer fuselt!
Aber Rundschals, ich bitte euch! Denkt doch mal drüber nach, damals in den 80ger und /oder den 90gern, als türkis, pink, lila und / oder Neonfarben ganz super chic waren. Als wir alle noch Kapuzenshirts getragen haben, (Ja, auch ich!) fliederfarben und neonfarbene Batikhosen dazu. Ich schäme mich heute noch dafür. Wie gut, dass wir damals noch kein Facebook hatten, die peinlichen Fotos hätte niemand je wieder aus dem Netz löschen können.
Zurück zu den Rundschals, damals waren die aus unmöglichen Farben gestrickten Polyesterwollrundschals und etwas Körperbetonter, als die heutigen Exemplare. Wahlweise mit einem gestrickten und geflochtenen Stirnband. Würg. Ein Bisschen wie ein Strick-Muff für den Kopf. Habe ich meine Mutter für jede Masche gehasst, die sie in diese, einer Kopfbedeckung nicht würdiger modischen Verfehlung, gestrickt hatte.
Und Ohrenschützer kommen definitiv gleich nach den meist gehassten Kleidungsstücken, neben dem absoluten Spitzenreiter nämlich der Pullunder, Handschuhe die miteinander verbunden sind und natürlich dem Strickrundschal für den Kopf.
Nachdem die meisten Kleidungsgeschädigten diversen Etablissementwohl nicht auch noch meine Tante hatten, werde ich mich zu weiteren modischen Fehltritten in meiner Familie keine weiteren Auskünfte erteilen, weil ich damit beschäftigt bin, alte Kinderfotos zu verbrennen, wo ich mit meiner Schwester zusammen im Partnerlook Blumenmädchen (mit blonden Zöpfen!) bei irgendwelchen Hochzeiten machen musste und wir lila bis weinrote Klamotten tragen mussten, die so Füllhornmuster hatten, wie man sie aus diversen Etablissement her kennt, die für ihre altrosa Tapeten bekannt sind. Und ratet mal, das Material war aus diesem mikroskopisch dünnen Cordstoff, der immer fuselt und zwar völlig egal wie oft meine Mutter mit der Fuselbürste hinter mir her war. Alpträume hab ich heute immer noch davon.
Ich schweife leicht ab, aber ich muss mich bei dem Thema immer leicht echauffieren, weil meine Nichte mittlerweile von meiner Tante Geld kriegt und nicht dieses schrecklichen Klamotten, mit der ich in meiner Kindheit immer gequält wurde. Und das Allerschlimmste ist ja, dass ich die schrecklichen Klamotten, die meine große Schwester von meiner Tante bekommen hatte, dann auch noch auftragen musste. Jetzt fragt ihr euch, warum ich heute so bin wie ich bin. Bedankt euch beim textilen Einverständnis meiner Eltern.
So nun zu euch: Warum zum Teufel trägt die Jugend heutzutage quietschbunte Kopfhörer, die beim flüchtigen Hinschauen, aussehen wie die Plüschohrenschützer? Für die wir alle unsere Eltern (und wahlweise auch Tanten oder Omas) so gehasst haben!
Aber mir kann ja auch keiner diese Sache mit den Hosen erklären, warum man die unter den Arsch schnallt… aber das ist eine andere Geschichte.

Danke für die Aufmerksamkeit.

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Kommt eine Frau in eine Schwulenbar

Kommt eine Frau in eine Schwulenbar

WeissbierNachdem sie sich nur nach einem Feierabendabsacker sehnte, bemerkte sie nichts Ungewöhnliches.

Zwei Herren saßen an der Bar und tranken Weißbier. Der Barkeeper machte das was Barkeeper eben so tun, wenn sie so tun, als wären sie beschäftigt.

Sie setzte sich an die Bar und las die Tageskarte. ‚Krieg ich so einen Bruna?‘

‚La Bruna!‘ meinte der Barkeeper.

‚Krieg ich so einen La Bruna, bitte!‘ sagte sie und dachte sich: ‚Gott, ist der zickig!‘

‚Kommt sofort.‘

Der Koch kam aus der Küche und servierte den beiden Herren einen griechischen Salat und zweimal Besteck. Und bei dem Anblick dieses Salates kam bei ihr enormer Futterneid auf, obwohl sie bereits gegessen hatte.

Erst als sie ihren Drink serviert bekam, fiel es ihr wie Schuppen von den Haaren, dass die beiden Männer sich tatsächlich einen Salat teilten. Wenn die Beiden jetzt auch noch zusammen aufs Klo gingen, war sie wohl definitiv in der falschen Bar gelandet.

Sie zuzelte an ihrem Strohhalm und der Drink war wirklich lecker, wenn es jetzt noch richtig Sommer wäre, dann wäre der ‚La Bruna‘ perfekt zum Dunstlöschen und zum Betrunken werden.

Die beiden Herren bestellten noch 2 Weißbier. Und der Barkeeper zapfte das Weißbier von der Schankanlage zu zwei Drittel voll, dann richtete er das Glas langsam in eine aufrechte Position und entließ mit einer geschickten Handbewegung am Zapfhahn noch ein Schwall des Schaumes in das Weißbierglas. Das Weißbier war fast perfekt eingeschenkt und er tippte den Zapfhahn noch einmal an und ein letzter Spritzer ergoss sich in das Glas. Perfekt.

Er wiederholte die Prozedur beim zweiten Weißbier und erst als der Barkeeper die beiden Biere servierte, wurde ihr Gewahr, dass ihr ein leichtes Stöhnen entwichen sein musste, weil die beiden Herren sie pikiert anblickten. Sie war wohl nicht die Einzige, der bei dem Anblick des erotischen Einschenkens eines perfekten Weißbieres beinahe einer Abgegangen war.

An diesem Abend wurden noch viele Weißbiere getrunken, dabei mochte sie gar kein Weißbier. Als die beiden Herren zusammen aufs Klo gingen, legte sie 30 Euro auf den Tresen und meinte: ‚Den Rest kannste behalten!‘

Ich suche einen Mann… Teil 36 – Mein Festival Hopper

Ich suche einen Mann… Teil 36 – Mein Festival Hopper

burnIch suche einen Mann, der mit mir meine größten Träume erfüllt. Ich wollte schon immer mal am Faschingdienstag in New Orleans den Mardi Gras erleben, zu Pfingsten zum Off Road und Matsch Festival nach Ungarn und im Sommer von Wacken nach Kazantip zum Burning Man. Und im Winter mit einem Eisbrecher nach Grönland, nur um die Nordlichter zu sehen.

Vielleicht sollte ich doch mal anfangen Lotto zu spielen.

Anmerkung: Dies ist der 36. Teil einer völlig ernst gemeinten Bekanntschaftsanzeige von mir, Callabutterfly, und eine Ode an meinen Traummann, den ich mir grad versuche zu basteln.

Zuschriften bitte via Facebook/Callabutterfly per PM

Ruf der Hörner

Ruf der Hörner

Ein laues Lüftchen wabert um meine Ohren. Der erste heiße Tag dieses Sommers, so scheint mir. Mich fröstelt es trotzdem. Meine Gedanken sind noch beim Regen der letzten Tage. Mein Gemüt kann sich noch nicht richtig an die Sonne gewöhnen. Mein Herz erwartet den Regen zurück. Ich wundere mich nicht, dass niemand auf der Straße zu sein scheint und laufe zu meinem Wagen und steige ein. Mit einem merkwürdigen Gefühl im Magen fahre ich nach Hause. Die Straßen sind leer, wie ausgestorben. Keine Menschenseele ist unterwegs. Hm. Ist vielleicht doch schon ganz schön spät geworden. Ich halte an einer roten Ampel. Eine Trambahn fährt vorbei. Es sitzt keiner in dieser Tram. Kein einziger Gast. Keiner bis auf den Fahrer. Ich schüttle den Kopf, es wird grün und ich fahre weiter. Ich will nach hause in mein Bett und mir die Decke über den Kopf ziehen. Der Wind wird stärker und es wehen Blätter über die Straße. Hm. Von weiten kann ich das Geräusch von Rufhörnern hören. Ich denke mir nichts dabei. Es wird diesig und die Sicht wird immer schlechter. Hm. Eben war das Wetter doch noch auf Sommer eingestellt. Als dichter Nebel aufzieht und ich über die Landstraße brettere, wird es mir richtig mulmig. Die Rufe der Hörner begleiten mich. Sag mal, bin ich im falschen Film. Mittlerweile sehe ich fast nichts mehr von der Straße. Nur der Mittelstreifen weist mir den Weg nach Hause. Und die singenden Seitenstreifen ermahnen mich langsamer zu fahren und darauf zu achten, nicht vom Weg abzukommen. Weit entfernt kann ich nur ein paar weiße Lichter erkennen. Ich fahre weiter und plötzlich kommen rote Lichter auf mich zu. Eine Ampel. Ich bleibe mitten in der Prärie an einer roten Ampel stehen und warte. Ich warte ziemlich lange. Mit meinem Knie löse ich meine Zentralverriegelung aus. Ich fühle mich keineswegs sicherer. Die Lichter in der Ferne bewegen sich auf mich zu. Es sieht so aus, wie ein Fackelzug. Hm. Und die Hörner. Ich bin wirklich im falschen Film…Hm…

Ich kneife mir ins Ohr, weil ich steif und fest der Meinung bin, dass ich bereits zu hause sein muss und beim 13. Krieger gucken eingeschlafen bin und mal wieder den Film weiter träume. So wie es mir sehr häufig passiert, bei Filmen, die ich schon so oft gesehen habe, dass ich sie fast auswendig träumen könnte. Ohrkneifen hilft nicht wirklich. Ich beiße mir deshalb in die Hand, zwischen Daumen und Zeigefinger. So fest, dass ich die Abdrücke meiner Zähne erkennen kann, als ich nach dem Beißen auf meinen Handrücken starre. Hm. Ich wache eben nicht davon auf, weil ich bereits wach bin und die Lichter kommen immer näher und die Hörner werden immer lauter…

Gleich kommen die Wendolhorden auf mich zu und ich bin hier in meinem Auto, völlig alleine. Und, ich habe nicht mal eine Axt dabei. So ein Mist. Ich greife nach unten in den Fußraum und fingere nach dem ‚Ungehobelten‘. Ich ziehe einen kleinen Holzknüppel hervor und erwarte das Schlimmste. Ziemlich blutig, male ich mir das Szenario aus, wie eine Horde blutrünstiger Kultistenzombies die Autoscheiben meines Nemo einschlagen, um mich aus dem Auto zu zerren und mich… zensiert…und wie ich mich dann irgendwie losreißen kann und mit Zuhilfenahme einer Wodkaflasche, dem ‚Ungehobelten‘ und verdammt viel Lampenöl sie alle abfackle und später ihre brennenden Überreste auspinkle…

Ich höre jetzt wieder die Hörner. Hinter mir. Häh. Die wollen mich gar nicht…. ich schrecke hoch. Die Ampel wechselt gerade wieder von grün auf orange. Ein blaues Cabriolet überholt mich hupend. Im Auto sitzen….Fußballfans bewaffnet mit Vuvuzelas.

Da war er wieder mein Tinitus namens Dieter Bohlen und mein Gedächtnis, dass anscheinend gerade ein Päuschen eingelegt hatte.

Wir haben gerade Fußball-WM, Frau Rösner. Das Tröten sind Vuvuzelas. Die Tram war leer, weil sich alle Menschen außer dir selber, das Deutschlandspiel angeschaut haben, liebe Bine. Hm, schade eigentlich, oder nicht?

Und ich bin wohl kurz vor Ludwigsfeld an der Ampel mitten in der Prärie eingeschlafen, weil es wirklich schon spät geworden ist. Jetzt ist es wieder rot und ich warte, für meinen Geschmack ein Wenig zu lang. Vor mir sind die Lichter eines enormen Parkhauses. Hm.

Das war letzten Mittwoch….

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