Durch Lauch Durchlaucht

Durch Lauch Durchlaucht

Oder vom Lauchen und gelaucht werden…

LeekEs gibt so Tage, da sollte Mann besser im Bett bleiben und sich einfach die Decke über den Kopf ziehen, weiter schlafen oder sonst was machen. An solchen Tagen, sollte Mann einfach nicht den Fehler machen aufzustehen.

Doch ist es meist die Arbeit, die einen aus dem Bette zwingt, auch wenn es bei diesem Beruf meist erst zur Mittagsstund ist.

Beruf kann man es nicht nennen, so ist es eher eine Berufung. Und die Berufung ist es, die mich immer wieder hinunterlaufen lässt in die große Halle und dort dann auf Gedeih und Verderb dem Jubel und dem Applaus des adeligen Pöbels ausgeliefert zu sein und der bösen Tritte meiner Durchlaucht und den weniger bösen Tritten seiner Gemahlin.

So bin ich es und so stehe ich hier, jeden Tag in der Mitte der Halle vor dem Throne meines Königs und gebe zum Besten was ich in der harten Schule des Lebens gelernt habe und später dann zieht meine Kunst mich von Seitensprung zu Seitensprung, auf dass es mir einmal das Kreuz brechen möge…

Und genau aus diesem Alptraum erwachte ich schreiend und wunderte mich gar seltsam wo ich denn lag, als mir die grelle Fratze schier die Äuglein ausbrannte. War es doch die Kammer der Königstochter und das Geschrei war nicht nur von mir und auch nicht von ihr, es war von der Königin selbst.

Sie rief gar laut und kreischte dabei, dass es mir dabei den Atem gefrieren ließ: ‘Was hat sie, was ich nicht habe?’

Ich verschluckte einen Kommentar und machte Anstalten mich so unauffällig wie möglich davonzustehlen zu wollen, während sie sich die wohlfrisierten Haare raufte.

Doch lag ich wahrlich nicht allein in dem Bette, die Königstochter lag auch drin, beziehungsweise auf mir drauf.

Splitterfasernackt und den Ausblick, den ihre Mutter zu haben schien, erfreute sie noch weniger als die Tatsache, das ich überhaupt hier war.

Im nächsten Moment wurde ich schon eher unschön und grob gepackt und zum Kerker geschleift, wo man mich im hohen Bogen in das tiefe Loch warf, wo sonst nur Strauchdiebe, Wilderer und Mörder landeten.

Ich sollte heute noch angeklagt werden. Das ging aber schnell.

Eine schwarz umhüllte Gestalt, die unschwer als Henker zu erkennen war, schleifte mich aus dem Verließ und brachte mich in einen Raum, den ich als den alten Vorratskeller kaum wiedererkannte. So hat man hier in Windeseile einen Gerichtssaal eingerichtet. Nur dass in diesem Raum kein Richter und auch keine Geschworene auf mich warteten. Kein Mann war hier, außer mir und auch der König wart nicht vor Ort oder wenigstens ein Priester.

Es waren nur Frauen in diesem Raum, sogar die Äbtissin vom Kloster unweit des Schlosses. Und als es mir gewahr wurde, dass ich mit all diesen Damen hier bereits ein Stelldichein gehabt hatte, von der Äbtissin mal ganz abgesehen, aber ein paar ihrer Schwestern haben mir schon den Peter poliert.

Dass ich für meine Taten höchstwahrscheinlich in der Hölle lande, war mir klar. Doch die Äbtissin habe ich nie angerührt, das schwöre ich bei Gott.

Bloß dass hier, war viel schlimmer, alles all das was der Pastor uns am Sonntag immer predigte.

Die Äbtissin erhob das Wort: ‘Bringt den Beschuldigten nach vorne!’

Erst jetzt erkannte ich, dass die starken Arme, die mich in den Raum zerrten auch von einer Frau waren. Unter der schwarzen Kapuze konnte ich die Rundungen ihrer enormen Brüste sehr gut erkennen. Das muss die Metzgerstochter sein. Sonst schleppt sie Schweinehälften hin und her und jetzt trägt sie mich fast auf den Sündenstuhl und den Kaibestrick, mit dem sie mich fesselte, den hab ich ihr auch schon mal angelegt.

‘Hierbrut Brunftbichlmeier, Hofnarr seines Zeichens, wird hier und heute angeklagt der Vielweiberei, des Ehebruchs und des Betrugs!’ rief die Äbtissin laut und donnerte mit dem Hammer auf ihren Tisch. Sie hat meinen vollen Namen gesagt. Jetzt kann ich mir eine neue Anstellung suchen, falls ich das hier überlebe, weil mit so einem Namen nimmt mich selbst als Narr keiner ernst.

Rufe wurden laut: ‘Mit so einem Namen muss er schuldig sein!’ Eine überreife Tomate traf mich am Hinterkopf. Der Hammer der Äbtissin schlug wieder auf den Tisch ein.

Die Klägerinnen betraten den Gerichtsaal und ein Raunen ging durch die Menge. Auch wenn ich sie nicht sehen konnte, es war die Königin und Ihre Tochter. Ich konnte es am Knistern ihrer Kleider hören und an der Menge wie sich leicht zurückwich.

Als sie nach vorne traten und sich dann links und rechts von mir auf einen erhöhten Stuhl setzten, wurde es mir Angst und Bang. Einen Verteidiger würde ich heute wohl nicht bekommen.

‘Schneidet ihm die Lunte ab!’ rief die Menge.

Mir wurde schlecht. Mein Peter machte Anstalten nach innen flüchten zu wollen und ich fühlte mich von mir selbst penetriert.

‘Eure königliche Hoheit hat nun das Wort!’ rief die Äbtissin.

Sie räusperte sich: ‘Als ich heute morgen, meine unschuldige Tochter wecken wollte, fand ich sie nackt in ihrem Bette liegen und darunter lag dieser hier!’ rief sie laut mit zitternder Stimme, dabei zeige sie auf mich.

‘Wäre es Euch lieber gewesen, ich hätte es mit dem Stallknecht gemacht, verehrte Mutter?’ rief die Prinzessin erbost, weil es ja auch wirklich niemanden anging, dass sie dabei nackend gewesen ist.

Die Königin kam in Erklärungsnot und da platzte es aus ihr hinaus: ‘Ja, liebe Tochter, dann hätte ich nicht die ganze Nacht in meiner Kammer gesessen und auf den Narren gewartet.’

‘Das ist ja allerhand, Mutter. Du treibst es hinterrücks mit dem Narren, wenn der Vater nicht am Hofe ist, zum Schachspielen wirst du dich ja kaum verabredet haben!?’

‘Was ist da schon dabei, es steht mir schließlich zu, als Herrin hier am Hofe!’

Die Äbtissin betete bereits lautstark zu Gott und schüttelte dabei apathisch den Kopf. Irgendwann wurde ihr die Streiterei der beiden Hoheiten zu wild und sie schlug wieder mit dem Hammer auf den Tisch.

‘Hat jemand etwas zu seiner Verteidigung hinzuzufügen?’

Als Antwort wurde ich mit Unmengen schalem Obstes beworfen. Nun werde ich von der Damenwelt befruchtet, für die Freuden, die ich Ihnen gebracht habe.

‘Hat noch jemand überhaupt etwas hinzuzufügen?’

Unter einem erneuten Hagels pelziggrünen Obstes versuchte ich meine gebundene Hand zu erheben. Die Äbtissin nickt mir zu.

‘Ich möchte meine Taten keineswegs abstreiten, noch leugnen, sie je begangen zu haben. Ich habe weder Versprechungen gemacht, noch habe ich Absprachen je gebrochen. Ich habe nie eine der Damen bevorzugt behandelt, oder sie gar verletzt oder beschädigt. Noch habe ich je eine Entlohnung verlangt für meine Dienste oder gar eine angenommen. Ich bin nur das Angebot und die Nachfrage war stets groß. Und Beschwerden gab es bis zum heutigen Tage nie.’

Die Menge tobte diesmal war es Gemüse, mit dem sie mich bewarfen. Das Obst schien schon alle zu sein. Etwas langes Hartes donnerte mir gegen den Hinterkopf und mir schwanden für einen Moment die Sinne. Der Geruch von Lauch drang in meine Nase.

‘Und nun befruchtet ihr mich, weil ihr eure Finger nicht von mir lassen konntet. So steckte mir die Kämmerin erst gestern einen Zettel zu, ich solle sie so bald als möglich dazwischenquetschen. Und half ich nicht der Müllerin schwanger zu werden, weil ihr Mann ihr kein Kind mehr schenken konnte. Und hab ich der Hofvorsteherin nicht einen blonden Jüngling zugeführt, um genau das selbe zu tun. Und das ist nun der Dank dafür, das ich stehts ehrlich das getan habe, was die Weiber von mir verlangten. Das Einzige was Eure Durchlaucht mir vorzuwerfen hat, dass ich alle Frauen gleich behandelte.’

‘Das wird ja hint höher wie vorn!’ rief die Äbtissin. ‘Wer hat denn nicht mit dem Narren gepudert?’

Ein paar Hände gingen zögernd in die Luft und ein Tuscheln ging durch den Raum.

‘Was gibt es da noch zu tuscheln, muss ich mich klarer ausdrücken. Wer hat mit dem Narren Unzucht getrieben, egal auf welche Art und Weise!’

Ausnahmslos alle Damen hoben die Hand. Auch die als Henkerin verkleidete Metzgerstochter. Die Äbtissin blickte auf eine paar Ihrer Schwestern, die am Rande des Kellergewölbes saßen und zögernd die Hand in die Höhe streckten. Völlig fassungslos schüttelte die Äbtissin einfach nur den Kopf und umklammerte krampfhaft den Stiel des Hammers.

‘Schämt ihr Euch überhaupt nicht, Ihr ausgeschamtes Weibsvolk.’ Ein Lauch klatschte in voller Länge der Äbtissin mitten ins Gesicht und Stille machte sich breit. Keiner traute sich etwas zu sagen oder gar zu lachen.

‘Wenn ich hier die Einzige bin, die noch nie die Hand nach der Hose des Narren ausgestreckt hat, dann soll es an Gott sein, ein Urteil zu fällen.’ rief die Äbtissin und schwang dabei den Lauch. ‘Und dieser Lauch wird mein Werkzeug sein!’

‘Ja, laucht hin!’ rief eine der Damen mit einer glockenhellen Stimme.

‘Nein, erlaucht ihn!’ rief eine Andere.

Die Äbtissin winkte der Metzgerstochter zu. Mir wurde mein Hemd vom Körper gerissen und man legte mich über die Bank und dann ging sie mir an die Hose und zog sie mir bis zu den Knien. Mein Arsch schien in die Menge wie der Mond in der Vollmondnacht und die Menge war ein zweites Mal völlig still. Meinem Hintern kann einfach keine widerstehen.

‘Eure Durchlaucht kriegt den ersten Schlag!’ meinte die Äbtissin. ‘Wehe ich höre es nicht angemessen klatschen.’ Sie stand auf und ging um ihren Tisch herum, um dann direkt vor mir fortzufahren: ‘Wenn der Lauch brechen sollte, dann hat Gott sein Urteil gefällt und die Jenige egal welchen Standes, wird den Narren ehelichen.’

Aus der Menge tobte es wieder: ‘Ich bin schon verheiratet!’ –  ‘Ich auch!’

‘Ich wäre nun ganz still, weil Ihr wart es die Ehebruch begangen habt, nicht er! Gott wird sein Urteil fällen ohne dabei seine Gebote zu brechen!’ rief wieder die Äbtissin und drückte den Lauch der Königin in die Hand.

Eure Hoheit blickte die Äbtissin mit hochgezogener Augenbraue an und lachte dann. Die Äbtissin stemmte die Hände in die Hüfte und machte eine ungeduldige Geste zum Kreuz an der Wand, bevor sie sich anschickte noch etwas zu sagen: ‘Ihr lacht, ich meine das ernst. Gottes Sohn am Kreuze ist mein Zeuge! Und dieser eine Schlag soll Euch genauso weh tun, wie ihm.’

Der erste Schlag ist der Schlimmste, heißt es immer. Es kommt nur auf die Menge an, sag ich. Die Äbtissin ließ sich einen Schemel bringen und blickte abwechselnd mir und der jeweiligen Dame ins Gesicht und nannte sie beim Namen. Sie fragte jede einzelne was sie genau mit mir getrieben hatte und für jede gab es eine weitere Buße, die sie noch zu tun hatten, nachdem sie den Lauch an die andere weitergegeben hatte.

Ich schüttelte manchmal unmerklich den Kopf, wenn die Damen nicht die ganze Wahrheit erzählten. Und dann gab es noch ein paar Vaterunser oben drauf.

Der Lauch hielt erschreckend gut durch und die Schlange der Damen wurde immer kürzer, bis nur noch die Metzgerstochter und die Königstochter übrig waren.

Das war der Punkt, an dem ich inständig zu beten begann. Der Schlag der Metzgerstochter würde nicht angenehm sein und der Schmerz würde auch nicht schnell vorbeigehen, doch der Lauch hielt. Ich konnte bereits meinen Hintern laut pochen hören, als die Königstochter zum Schlag ausholte. Das Klatschen übertönte das Getuschel von hastig gesprochenen ‘Vaterunser’ und ‘Maria voll der Gnaden’ Litaneien. Und das Knacken des Lauches überschalte selbst die gottesfürchtigesten Gesänge.

‘Der Herr hat uns durch den Lauch ein Zeichen der wahren Liebe gesandt, Halleluija!’ rief die Äbtissin. ‘Und die Buße Eurer Durchlaucht ist es, es Eurem Gemahl schonend beizubringen und den Narren als Schwiegersohn in Eurer Familie stets willkommen zu heißen.’

‘Durch Lauch Durchlaucht!’ rief ich und jemand küsste mich auf den Hintern und ich rief lauthals: ‘Ein Wunder ist geschehen, ich kann meinen Hintern wieder spüren.’

‘Übertreibt es nicht, Hierbrut!’ mahnte die Äbtissin. ‘Auch wenn Euch heute die Sonne aus dem Hintern scheinen möget. Der Herr gibt es, doch der Herr nimmt es auch wieder!’
Amen

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Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 4

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 4

tafelZur Mittagsstunde kamen die drei Mannen der Grimgarder Bürgerwehr wieder zurück in die große Stadt und brachten reichlich Fisch.
An der Taverne wurde sogleich ein Schild angebracht:
Heute frischer Fisch gebraten
und am Steckerl!

Aber vom Fischer weiter keine Spur.

~*~

Eines Morgens in aller Frühe kam Helena zum Dienst. Sie hatte sich eine Decke über die Schultern gezogen, es war heute Nacht richtig kalt gewesen. Die kleinen Pfützen auf der Straße waren gefroren und dabei war es ja schon fast Sommer. Das Beltanefest war schon eine halbe Ewigkeit vorbei und sie hatten schon wieder Bodenfrost. Irgendwas ist doch  faul in der Hag Raurik, langsam glaubte auch sie, dass ihnen ein großes Unheil bevorstehen würde. Alle Mann sprachen vom Krieg. Gänsehaut lief ihr über den Rücken und man konnte ihren Atmen sehen, wie er in der Luft gefror. Sie rieb sich die Nase, weil sie konnte es kaum fassen, sie konnte Schnee riechen.

Sie betrat die Taverne und ihr Blick blieb auf dem Rahmen hängen, den Börte aufgehängt hatte. Sie hatte den Liebesbrief des irrsinnigen Fischer rahmen lassen und in der Taverne aufgehängt, darunter war ein ziemlich schlecht gemaltes Bild von ihm und mit einer krakeligen Kinderschrift stand drunter: ‚Wehr kehnt diisen Mahn? Wehr haht ihn gesähn?‘

Eigentlich sollte Einer ihr mal das Schreiben beibringen. Das ist ja wirklich peinlich!
Kurzerhand nahm sie einen Kohlestift und strich die Wörter durch und schrieb drunter: ‚Wer kennt diesen Mann? Wer hat ihn gesehen? Finderlohn bei Wiederbeschaffung des Fischers!‘

Dann verschönerte sie das Bild bis es ihm auch ähnlich sah. Als sie sich wieder abwenden wollte, blieb ihr Blick nochmal auf dem Brief hängen. Sie konnte ihn mittlerweile fast auswendig, weil Rinelda ständig daraus zitierte, um Börte das Lesen und Schreiben beizubringen. Was für eine faule Ausrede.

Sie lass die ersten Zeilen und plötzlich stieg die Schamesröte in ihr auf, obwohl man ihren Atmen hätte sehen können, wurde ihr ziemlich heiß.

Ob es nun das schlechte Gewissen war, oder die Leidenschaft, die in ihr aufstieg…

Sie schnappte sich eine Kreide und schrieb auf die große Tafel:

Ich kündige und suche den Fischer.

Drunter schrieb sie:

Der Frostbold ist mit der Spinnenfee im Bunde!

Helena

Dann verschwand sie, aber nachdem noch keiner wach war, sah niemand wie sie im Wald verschwand.

~*~

Etwas Später in Grimgard:
Börte war außer sich, als sie versuchte die Worte zu lesen, die auf der Tafel standen. Sie stürzte nach draußen und schrie. ‚Helena ist fort! Hilfe!‘
Die Leute auf der Straße blickten sie an, als wäre sie von Sinnen. Vor der Taverne brach sie allerdings zusammen und stürzte in den Matsch, der mittlerweile wieder aufgetaut war und fing schrecklich zu weinen an.
Asbirg kam gerade vom Eponaschrein und lief ihr entgegen, als Rinelda ebenfalls aus der Taverne lief. ‚Der Frostbold ist mit der Spinnenfee im Bunde?‘
Alle Leute schüttelten den Kopf und gingen weiter. Da schickte sich eine kleine Schneeflocke an aus dem Himmel zu purzeln, dann eine Zweite und eine Dritte. Es dauerte nicht lange, dann war ganz Grimgard mit einer feinen Schneeschicht überzogen.
Der Grimgarder Bürgermopp der auf den Schneefall folgte, war diesmal in Decken gehüllt und hatte Mützen, Schal und Handschuhe an.
‚Der Winter wird kommen!‘
‚Der Frostbold ist mit der Spinnenfee im Bunde!‘
‚Und wer sucht nun die Helena!‘
‚Nicht noch so einen Winter!‘
‚Ich brauch eine neue Schankmaid, wenn Helena von den Wölfen gefressen wird!‘

Aber irgendwie war allen zu kalt und der Grimgarder Bürgermopp löste sich genauso schnell auf, wie er gekommen war. Etwas später konnte man die Grimgarder Bürgerwehr beobachten, wie sie wieder in den Wald liefen.

~*~

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 3

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 3

tafelAm nächsten Morgen, fand man Asbirg vor ihrem Schrein schlafend vor, noch bevor die Grimgarder Bürgerwehr völlig abgekämpft wieder in Grimgard an kamen und berichteten, dass sie den Fischer, auch nach ausgiebigen suchen, nicht gefunden hätten.

Etwas später hätte man wieder ein Gespräch in der Taverne belauschen können, wenn man neugierig wäre.

‚Börte, kannst du mal aufhören zu heulen, man könnte ja glatt denken, dass du was mit dem Fischer hattest.‘ rief Rinelda und lachte laut.

‚So Einer kommt mir nicht ins Haus!‘ rief Asbirg im Halbschlaf. Sie lag mehr auf einer Bank, als dass sie saß und döste vor sich hin. Vor ihr lag Papier, Tinte und eine Feder.

Helena hatte zwar ihren freien Tag, hatte aber doch die Gesellschaft in der Taverne vorgezogen, weil sie dort von dem Gespött und den lästerlichen Blicken der Leute einigermaßen in Sicherheit war. Schlecht gelaunt war sie ohnehin, also saß sie in einer Ecke und schmollte.

‚Die ganze Affäre um den Liebes-Fischer ist fei ganz schön geschäftsschädigend!‘ meinte der Wirt.

‚Wie meinst jetzt des?‘ fragte Rinelda.

‚Börte heult seither Tag ein Tag aus. Da wird einem ja das Bier schal!‘ meckerte Nurmi.

‚Aber sie zahlen alle sofort, weil sie niemanden mehr anschreiben lässt!‘ bemerkte Rinelda.

‚Man kann ja nicht sagen, ob sie am nächsten Tag noch leben!‘ heulte Börte und schnäuzte lauthals in ihr Taschentuch.

‚Und die Helena pöbelt den ganzen Tag die Gäste an, selbst wenn sie ihren freien Tag hat!‘ motzte der Wirt weiter.

‚Ham ma net!‘ rief Helena ganz automatisch.

‚Da hörst es ja, ich bin ruiniert.‘ jammerte der Wirt.

Plötzlich hörte man das Kratzen einer Feder über schlechtes Papier. ‚Die Einzige, die hier ruiniert ist, bin ja wohl ich, zwangsverlobt, entehrt, verleumdet, gekündigt, arbeitslos und dann wurde auch noch mein Allerheiligstes geschändet.‘ meckerte Asbirg.

‚Ach, ist mein Angebot nicht gut genug? 400 Kupfer im Jahr sind eine hübsche Stange Geld und die Trinkgelder dürft ihr alle behalten! Ihr bekommt an jedem Arbeitstag ein Kupfer und an guten Tagen auch mal zwei, mehr kann ich mir beim besten Willen nicht leisten, wenn ihr weiter meine Gäste vergrault.‘ rief der Wirt aufgebracht und blickte Asbirg wütend an. ‚Und ich dulde deine Bäckerei zum Eigenbedarf und verlange noch nicht mal Untermiete!‘

‚Ist ja nicht so, als ob es nicht von nutzen wäre, dass wir unser Brot jetzt wieder selber backen!‘ meinte Asbirg unwirsch, stand auf und ging mit einem beschriebenen Zettel nach draußen.

‚Bei den Preisen heut zu Tage, werden wir irgendwann anfangen müssen unsere Körper zu verkaufen!‘ bemerkte Rinelda fast beiläufig und folgte Asbirg nach draußen.

Ab dem Zeitpunkt hing an der Tafel vor der Taverne etwas Neues zu lesen:

Der Eponaschrein zu Grimgard nimmt großzügig Spenden entgegen
zur Wiederherstellung der alten Pracht.
Geld und Sachspenden bitte in der Taverne abgeben.
Asbirg

Ergebene Eponas

~*~
Der Wirt vom Roten Keiler wischte den gebratenen Fisch von der Tafel und schon tat sich der Grimgarder Bürgermopp auf.
‚Wir wollen Fisch!‘
‚Gebraten soll er sein!‘
‚Am Steckerl!‘
‚Steckerlfisch! Steckerlfisch! Wir wolln Steckerlfisch!‘
‚Wir wollen unsere Fischer wieder haben!‘
‚Ich will auch so einen Liebesbrief!‘
Als der Grimgader Bürgermopp mit Haken und Forken vor der Ratshalle angelangt war, trat Dankrad vor die Tür. ‚Der Handelsrat hat sich entschieden die Grimgarder Bürgerwehr nochmals auszuschicken, um bei der Fischerhütte nach dem Rechten zu sehen! Oder will Einer hier unsere Bürgerwehr begleiten, wenn sie den Umweg über die Wolfsbuche gehen, um nach dem Rechten zu sehen. Oder sehe ich das Anders?‘

Der Bürgermopp löste sich blitzschnell auf, nur die drei Mannen der Grimgarder Bürgerwehr blieben vor der Halle stehen und taten so, als wären sie beim Bürgermopp nicht dabei gewesen. Andas, erste der ungleichen Zwillinge, tippte den großen Oda an und meinte: ‚Da fühlt sich Ainar immer angesprochen!‘ Alle drei lachten etwas dümmlich.
‚Ainar, Oda, Andas, habt ihr mich nicht gehört, auf zur Fischerhütte und holt auch gleich die Netze ein und bringt die Fische zu Nurmi. Und vorher lauft ihr nochmal zur Wolfsbuche und findet dieses Fischer!‘ rief Dankrad reichlich ungehalten und verschwand wieder in der Halle.

~*~

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 2

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 2
tafelDie Tavernentür war geschlossen und drinnen wurde laut geredet.‚Wenn einer von euch Weibern meint, zur Wolfseiche laufen zu müssen, dann braucht ihr nicht wieder zum Arbeiten in meine Taverne kommen.‘ rief der Wirt aufgebracht.‚Ja, aber irgendjemand muss den Fischer doch zur Vernunft bringen.‘ rief Börte schluchzend.

‚Aber keiner geht zur Wolfseiche, dass ist viel zu gefährlich!‘ schrie der Wirt wieder und haute mit der Faust auf den Tisch.

‚Dann lass uns zum Handelsrat gehen und die Bürgerwehr soll nach ihm suchen. Nicht, dass mir sein stinkender Fisch abgehen würde…!‘ meinte Rinelda beschwichtigend.

Helena kam auf die Taverne zugelaufen und wollte gerade hineingehen, als sie das Wachspapier erspähte, dass neu an der Tafel, die vor der Taverne stand, angenagelt war. Sie hielt also im Lauf inne, ging einen Schritt zurück und las den Brief. Das Blut stieg ihr in den Kopf und man konnte eine Ader auf ihrer Stirn pulsieren sehen. Kurzerhand riss sie den Brief vom Brett und stürmte in die Taverne.

‚Ich glaub es hackt. Das ist ja pure Erpressung!‘ rief sie und schlug die Tavernentür hinter sich zu.

‚Ich dachte du hast gekündigt?‘ fragte Rinelda.

‚Spinn dich aus, ich kündige doch nicht!‘ konterte Helena.

‚Ach, gut dass du auch mal wieder erscheinst, ich wollte gerade zum Rat und darum bitten, dass die Bürgerwehr nach dem Fischer suchen geht.‘ meinte der Wirt fast beiläufig.

‚Wenn der Fischer meint, so bescheuert sein zu müssen, am Wolfsbaum auf ein Stelldichein mit mir zu warten, dann werden die Götter ihm hoffentlich gehörig den Kopf waschen. Wartet nur, der wird in ein paar Tagen wieder angekrochen kommen, um seinen stinkenden Fisch zu verkaufen und dann sein Geld in der Taverne versaufen.‘ meinte Helena, ging hinter die Theke und wollte gerade den Brief in den Ofen schmeißen, als Börte dazwischen ging. Sie hatte schon wieder Tränen in den Augen, schnappte sich den Brief und fing fürchterlich zu schluchzen und gleichzeitig zu schreien an. ‚Das du dich nicht schämst! Der arme Dietbert ist wahrscheinlich schon von den Wölfen zerfetzt worden und du bist schuld. Hast du den Brief überhaupt richtig gelesen? Ich wär froh, wenn mich Einer so lieben würde…!‘ Börte brach nun völlig zusammen, sie weinte herzzerreißend und presste dabei den Brief an ihre Brust.

‚Dann sind wir uns ja einig, dass ich jetzt zum Rat gehe.‘ meinte der Wirt und ging hastig aus der Taverne, um von dem Geschrei der Weiber fortzukommen.

Asbirg stürmte bei der Tür herein und war ziemlich übel gelaunt. ‚Dein Liebes-Fischer hat meinen Eponaschrein geschändet und alle Rosen geklaut!‘
Helena tat so, als würde sie nicht hören und pfiff völlig unbeteiligt, während sie auf der Theke herum wischte.
‚Hörst du schlecht, dass waren meine letzten getrockneten Rosen, so kann ich nicht arbeiten!‘ schrie sie. Sie drehte sich auf dem Absatz um und verschwand wieder. Draußen konnte man sie laut zetern Hören: ‚Die Pferdeherrin wird euch gewaltig in den Arsch treten, wo soll ich denn um die Jahreszeit Rosen auftreiben. Wenn ich den Fischer erwische…!‘

Börte blickte aus dem Fenster der Taverne und beobachtete ihre Schwester dabei, wie sie mit ihrer Armbrust bewaffnet wutentbrannt in den Wald lief.
~*~
Der Wirt kam wieder und berichtete, dass der Handelsrat die Grimgarder Bürgerwehr ausgesandt hatte, um den Fischer zu suchen.
~*~
In der Dämmerung konnte man Asbirg beobachten, wie sie aus dem Wald kam und immer noch lauthals schimpfte. ‚Die Grimgarder Bürgerwehr nimmt sich ja auch alles raus, als ob die drei Bengel irgendwas ausrichten könnten. Da werden sich die Wölfe da draußen, nen Ast lachen…wie sie sich halt zu Dritt einen Helm teilen!‘
Sie verschwand Richtung Eponaschrein und von wo man die halbe Nacht ihr Klagelied hören konnte.
Es zog schwerer Rauch durch Grimgard und die ganze Nacht hatte man den Duft herber Kräuter in der Nase.
~*~
Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Ich suche einen Mann… Teil 26 – Mein Römer

Ich suche einen Mann… Teil 26 – Mein Römer

IMG_1782Ich suche einen Mann aus Ingolstadt. Einen einfachen Legionär einer kleinen Kohorte, die 2010 in Ungarn/Szombathely zum Karneval stationiert war, der ein nächtliches Stelldichein an einem Nationaldenkmal hatte und zwar mit meiner Wenigkeit. Bitte melde Dich!

P.S. Wäre auch mit einem anderen Römer vollends zufrieden.

Anmerkung: Dies ist der 26. Teil einer völlig ernst gemeinten Bekanntschaftsanzeige von mir, Callabutterfly, und eine Ode an meinen Traummann, den ich mir grad versuche zu basteln.

Zuschriften bitte via Facebook/Callabutterfly per PM

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