Der schnellste Heber von Boandlkirch

Der schnellste Heber von Boandlkirch

nebel‘Ich heiße Emma!’ stammelte sie und hielt ihm vorsichtig die Hand hin. Er hatte den Rückwärtsgang eingelegt, streifte kurz ihre Hand und meinte kurz: ‘Samma beim Du?’

‘Ich denke schon!’ meinte abwesend und blickte aus dem Fenster. Im nächsten Moment stand das Auto wieder auf der Straße. Er stellte den Motor ab und sie blickte ihn fast schon einwenig beleidigt an, so wie ein Kind, dem man sein liebstes Spielzeug weggenommen hatte. Er drückte ihr den Schlüssel in die Hand. ‘Der Kühler ist auch hin!’

‘Der Kühler!? Scheiße!’ stammelte sie.

‘Kannst du mir leuchten?’ fragte Toni und hielt ihr die Taschenlampe hin.

‘Klar, hatte eh grad nichts vor!’ rief sie und versuchte zu lächeln, es gelang ihr aber nicht wirklich.

Er stieg aus, ging zu seinem Wagen und kam wenig später wieder und öffnete den Kofferraum. Sie schaltete die Taschenlampe an, öffnete die Beifahrertür und beobachtete ihn, wie er einen Wagenheber anlegte. Ganz aus Reflex sprang sie aus dem Wagen und leuchtete ihm, ohne jedoch die Decke dabei loszulassen.

Er strich sich den Ärmel seines Pullis hoch und bockte das Auto auf. Und sie starrte einfach nur auf seine muskulösen Unterarme. Ihr Verstand ging eine Weile auf Wanderschaft und während ihr nächtlicher Retter in Windeseile den Reifen wechselte, lief vor ihrem Auge die Szene in Slowmotion ab. Ihre Augen zogen ihn schier aus, weil es ihrem Verstand scheinbar nicht reichte, nur bei der Vorstellung von seiner körperlichen Gewalt unter seinem Pulli zu bleiben. Sie hatte mittlerweile den Kopf schief gelegt und ihre Gedanken wandelten in Gefilde, die ihr langsam aber sicher die Schamesröte ins Gesicht steigen lies. Erst als der Lichtkegel der Taschenlampe ebenfalls auf Wanderschaft ging, bemerkte er, dass sie nicht ganz bei der Sache war.

‘Emma, hier spielt die Musik!’ flüsterte er und riss sie aus ihren Gedanken.

Vor Schreck wäre ihr beinahe die Taschenlampe aus der Hand gefallen und sie stammelte ein: ‘Tschuldigung!’ Die Schamesröte die ihr blitzartig ins Gesicht geschossen war, wärmte sie zumindest, machte sie aber auch noch mehr verlegen, weil er sie für einen Moment musterte, bis er sich wieder dem platten Reifen widmete.

‘Ich glaub ich hab den Übeltäter gefunden, Emma!’ lenkte er sie ab und popelte mit seinem Multitool im Profil des kaputten Reifens herum.

‘Des ist aber ein Mordsoschi, den Sie sich da eingefahren haben!’ rief er aufgeregt und hielt ihr ein großes Stück Plastik in der Form eines verdammt großen Haifischzahnes hin.

‘Waren wir nicht beim Du?’ fragte sie kleinlaut.

‘Ja du, sei froh, dass es den Hinterreifen erwischt hatte, auf der Vorderachse hätte des auch echt ins Auge gehen können!’

Sie nahm den Plastiksplitter entgegen, schluckte schwer und fing wieder an zu stottern: ‘Ich verstehe nicht, wie…!’

Während sie weiter auf das schmutzige Ding in ihrer Hand starrte hatte er den Ersatzreifen schon fast wieder montiert. Sie schüttelte den Kopf und blickte wieder auf ihn, wie er mit einer Hand die Schrauben mit der Ratsche anzog. Seine enorme Pranke hatte das Werkzeug fest umschlossen, als wäre sie selber ein Schraubstock und obgleich es wohl eine Leichtigkeit war, den Reifen mit dem richtigen Werkzeug zu wechseln, machte er eine unglaublich gut Figur dabei. Ihre Knie zitterten, sie konnte ihren Atem sehen, während der Schnee wieder um sie herum tanzte, aber doch war da wieder die innere Hitze, die in ihr aufstieg. Sie musste sich am Türrahmen festhalten, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.

‘Passt, wackelt und hat Luft!’ meinte er und lies den Wagen wieder runter. Er überprüfte die Festigkeit der Schrauben erneut und packte den kaputten Reifen in den Kofferraum.

‘Du kannst schon mal deine Handtasche einpacken, ich fahr den Abschlepper näher ran.’ meinte er als es sich nach seinem Werkzeug bückte, um es im nächsten Moment unter seinen Arm zu klemmen.

Wenig später hatte er seinen Wagen näher heran gefahren und die Lichter seines Abschleppwagens, brannten in ihren Augen.

Er stieg aus, kam wieder zu ihr und hielt ihr die Hand hin. Sie zögerte einen Moment, gab sich aber dann einen Ruck und er führte sie zur Beifahrerseite seines Wagens. ‘Wenn ich bitten darf!’

Sie war immer noch ziemlich wackelig auf den Beinen und um so näher sie den rotierenden Lichtern des Abschleppwagens kam, um so schwindeliger wurde es ihr. Als hätte er es gerochen, dass sie gleich ins Straucheln geraten würde, fing er sie auf, als sie tatsächlich stürzte. Ein niedliches Quietschen stolperte aus ihrer Kehle, als er sie fest an seine Brust drückte. Sie blickte ihn nur erschrocken an und schnappte nach Luft, als wäre sie nach einem langen Tauchgang in diesem Moment erst wieder an die Oberfläche gekommen.

‚Vorsicht, junge Dame!‘ hauchte er ihr zu. Er strich ihr ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht und lächelte sie an. Als sein betörender Geruch in ihre Nase stieg, purzelte in kleiner Stöhner über ihre Lippen und ihre Sinne schwanden nun vollends als der Geruch von Moschus in ihrem Gehirn angekommen war. Mit Leichtigkeit hob er sie einfach hoch und bugsierte sie in den Wagen.

Als sie endlich im Wagen saß, tätschelte er ihre Wangen und sie kam wieder zu sich.

‘Du hast mir jetzt aber einen ganz schönen Schrecken eingejagt!’

‘Die Lichter, plötzlich ist mir schwindlig geworden.’ stammelte sie.

‘Ich hab dich ja aufgefangen! Und jetzt noch anschnallen, ich möchte nicht, dass du mir aus dem Wagen purzelst.’ witzelte er, beugte sich über sie, zog den Gurt fest über ihren Körper und als es Klick machte, kroch wieder sein anregender Geruch in ihre Nase. Und wieder kündigte ein winzigkleiner Stöhner eine nahende Ohnmacht an.

‘Schöne Frau, schön hier bleiben!’ flüsterte er, während er sich zurückzog und eine Stufe hinunterstieg. Durch die frische Luft die durch seinen Rückzug in den Wagen strömte, kamen auch ihre Sinne wieder zu ihr zurück.

‘Emma, einen Moment noch, dann fahren wir los! Wir nehmen nur noch deinen Wagen Huckepack!’

Sie nickte tapfer, er legte ihr seine Jacke auf die Knie und drückte ihr eine Dose Cola in die Hand. ‘Fühl dich ganz wie zu Hause!’

Als er die Türe geschlossen hatte, bemerkte sie erst, wie sehr ihr Kopf rauschte und wie durchgefroren sie war. Ihre Klamotten waren völlig durchnässt und ihr Gesicht tat ganz schön weh. Sie klappte die Sonnenblende runter und blickte in den Spiegel. Ihr Gesicht war schmutzig und sie hatte das Gefühl, als würde ihr morgen ein wunderschönes Veilchen im ganzen Gesicht wachsen. Resigniert klappte sie die Sonnenblende wieder zu und blickte sich im Auto herum, während dieses Toni hinter dem Wagen herumwirtschaftete.

Ihre Augen blieben auf einem kleinen Pokal hängen, der am Armaturenbrett angebracht worden war. Dort stand: ‘Der schnellste Heber – ADAC Bezirksmeisterschaften’

Als sie den Pokal mit den Fingerspitzen berührte, ging die Tür auf und Toni hüpfte hinein: ‘Das ist mein ganzer Stolz. Das ist Quasi der Oskar für Abschleppunternehmer!’

 

Fortsetzung folgt in der schnelle Berger von Boandlkirch…

Regen im August – Teil 1

Regen im August – Teil 1

nebelGerade heute, wo ihr Wagen morgens nicht ansprang und sie einen wichtigen Termin in der Stadt hatte, regnete es unaufhörlich, obwohl es eigentlich Sommer sein sollte. Sie hatte ihren Wagen schweren Herzens zurückgelassen, um mit den Öffentlichen in die Stadt zu fahren. Das ihr treuer Gefährte sie gerade heute im Stich gelassen hatte, nagte schwer an ihrem Gemüt, war ihr Auto doch ihr bester Freund, der sie für gewöhnlich überall pünktlich auf die Minute hinbrachte. In der Eile pünktlich zu dem Termin zu kommen, hatte sie auch noch ihren Regenschirm in der Bahn vergessen. Dieser ach so wichtige Termin fiel dann auch noch ins Wasser. Dafür hatte sie sich extra rausgeputzt, um dann mit einen feuchten Händedruck abgespeist zu werden. Das war wohl nicht ihr Tag heute. Nicht ihr Tag, nicht ihre Woche, nicht ihr Monat, nicht ihr Jahr und anscheinend auch nicht ihr Leben. Mit dem Ofenrohr ins Gebirge zu schauen ist nicht gerade eine Arbeit für eine Frau um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Und genauso genervt und begossen wie ein Pudel trat sie ihre Heimreise an.

Das sie dann auch noch ihre Bahn verpasst hatte und sie daraufhin zu hause auch noch den letzten Bus verpassen würde, passte ja mal wieder wie die Faust aufs Auge.

Ihr Fußmarsch auf ihren Stöckelschuhen wurde von den Gewitterwolken schier verfolgt und ihre Laune war eh schon mehr als unterirdisch, als ob ihre Laune überhaupt in letzter Zeit irgendwie gut gewesen wäre. Sie schob es auf den Schnee im Oktober und nun stand sie im Regen, im Regen im August.

Mit den Gedanken an ihren Lebensretter, lief sie nahezu Barfuß nachhause. Sie hatte ihre Schuhe in der Hand und ihre Nylonstrümpfe hingen schon in Fetzen. Ihre Füße spürte sie schon gar nicht mehr vor Kälte und die Zeitung die sie sich über den Kopf hielt, war mehr oder weniger schon Pappmaché. Und trotz der äußeren Umstände bekam sie ihn einfach nicht aus dem Kopf. Diesen Hans Kupfer. Er hatte sie immer mal wieder besucht, seit Oktober. Nun war er schon länger nicht mehr da gewesen. Und wie Frauen halt so sind, machte sie sich unglaubliche Sorgen. Trotz dessen dass er immer sagte, wenn sie nichts von ihm höre, ging es ihm gut und sie brauchte sich keine Sorgen machen.

So blickte sie immer wenn sie in die Stadt fuhr sehnsüchtig zu der Autobahnausfahrt hinüber, wo sie ihn das letzte Mal ausgesetzt hatte, wie einen räudigen Köter.

Nur dass er ganz und gar nicht räudig war. Sie hatte nie einen angenehmeren Menschen kennenlernen dürfen. Aber so angenehm er auch war, genauso rastlos war er auch. Kaum hatte er sich niedergelassen, musste er auch schon wieder los.

Und wie der Regen durch ihre Finger lief, ran auch er immer wieder davon, um dann plötzlich wieder vor ihrer Tür zu stehen. Oder unverhofft an der Bushaltestelle. Genau die Bushaltestelle, auf die sie gerade zulief.

Sie fragte sich inständig, warum sie sich überhaupt die Mühe machten, ein Bushäuschen aufstellten, wenn doch eh nie ein Bus kam. Hier würde man bis zum Sankt Nimmerleins Tag stehen und das Einzige was definitiv nicht kommen würde, wäre ein Bus.

Fortsetzung folgt…

Schnee im Oktober – Teil 7

Schnee im Oktober – Teil 7

4408698Wieder konnte er diesen kleinen Stöhner nicht überhören und drückte seinen Körper noch näher an den ihren. Dieses kleine Stöhnen hatte mehr in Gang gesetzt, als sie je damit beabsichtigt hätte und doch konnte sie sein Gemächt spüren. Sie konnte sich lebhaft vorstellen was er in seiner Superman-Shorts noch so alles versteckt hat und Snoopy hatte ganz und gar nichts dagegen, dass er seinen immer härter werdenden Superman weiter an ihr rieb. Ein langer, tiefer Stöhner kam aus seiner Kehle, als er ihren Hals küsste und seinen Bart an ihrem Hals rieb. Sie drehte sich in seiner Umarmung und streckte ihm den Hintern hin. Sie konnte seinen harten Penis an ihrem Hintern spüren, während seine Hand unter ihr Shirt fuhr und unterhalb ihrer Brüste liegen blieb.

‚Ist dir jetzt warm genug?‘ hauchte er in ihr Ohr.

Ihre Nackenhaare stellten sich auf. Er schob nun ihren Körper näher an den seinen und rieb seinen prallen Schwanz an ihrem Arsch.

‚Weißt du, wenn du magst kannst du meine missliche Lage gerne ausnutzen!‘ meinte sie nun völlig unverblümt und drückte ihren Hintern stärker gegen sein Gemächt.

Er atmete ihr schwer ins Ohr und raunte dabei: ‚Das ist nicht so meine Art!‘

Aber doch schob er seine Hüfte ihr entgegen und küsste dabei ihren Nacken.

Sie drehte sich wieder zu ihm und meinte: ‚Ehrlich, ist kein Problem.‘

Er war erstaunt von ihrer Ungezwungenheit und deshalb bleib er regungslos liegen, als sie ihn auf die Wange küsste und ihre Hand zu seinem Schwanz wanderte.

Endlich regte er sich, er wollte den Kuss erwidern, doch sie bewegte sich nicht mehr. Ihre Hand hatte seinen Penis immer noch im Griff, doch sie schien eingeschlafen zu sein.

Ihr Atem ging regelmäßig und ruhig. Vielleicht leidet sie ja an Narkolepsie oder sie hat sich beim Unfall doch etwas Schlimmeres zugezogen. Im Schlaf bewegte sie sich, hielt aber seinen Schwanz weiter fest im Griff. Toll jetzt liegt er mit einem riesigen Ständer da, schlafen konnte er erst recht nicht und Mathilda hatte seinen Schwanz als Kuscheltier und knuddelte und wuddelte ihn, obwohl sie tief und fest zu schlafen schien, fast wie eine Tote.

Fast wie eine Tote, sie murmelte im Schlaf: ‚Deck mich zu wenn du fertig bist!‘

Das war doch nicht ihr ernst, wenn sie nun doch eine schwere Gehirnerschütterung hatte, wollte er sie jetzt nicht noch mehr durch rütteln. Das war nicht, was Mathilda für ihn vorgesehen hatte. Auch wenn sie im Schlaf danach bettelte, das hatte noch Zeit.

 

In dieser Nacht tat er kein Auge zu und als er in der Ferne den Schneepflug hörte, entzog er ihr seinen Schwanz, stand auf und zog sich an.

Kurz bevor er ging, wecke er sie und meinte: ‚Der Schneepflug kommt. Zieh dich an und komm zum Wagen, wenn du fertig bist.‘

Sie faselte nur: ‚Guten Morgen Supermann!‘

‚Ja, ähm. Guten Morgen, ich muss los. Bringst du meinen Schlafsack und den Proviant mit?‘ rief er ihr zu, bevor er die Leiter hinunter stieg.

‚Ja, bis gleich, ich versuche den ADAC zu erreichen!‘

 

Als sie wenig später angezogen vor die Scheune trat, sah sie wie der Zimmermann an der Straße stand. Er hatte den Schneepflug aufgehalten, der nun auf der Straße kehrt machte.

Sie telefonierte gerade mit dem ADAC: ‚Ja… ich war gestern zwischen Ascholding und Dietramszell unterwegs. Ich hatte einen Unfall und dann hat mich der Wintereinbruch überrascht…ja…ja…der Schneepflug räumt grad die Straße frei…ja…ja…vielen Dank!‘

Als sie bei ihrem Auto ankam, stand der Zimmermann mit dem Schneepflugfahrer beim Wagen und sie unterhielten sich.

‚Des Auto hat ja ganz schön erwischt.‘ meinte der Zimmermann und schaufelte gerade den Wagen frei.

‚Des wird teuer!‘ meinte der Schneepflugfahrer und drehte sich eine Zigarette.

‚Ich denk mal, dass die Versicherung das schon richten wird.‘

‚Jaja. Ich muss dann auch weiter!‘ rief der Mann. ‚Soll ich sie irgendwo mit hin nehmen?‘

‚Ähm, nein. Der ADAC wird gleich kommen.‘ meinte Mathilda.

‚Ist des ihr Wagen?‘ fragte der Schneepflugfahrer.

‚Ja, danke für die Räumarbeit!‘

‚Des Einparken müssens aber noch üben.‘ rief der Mann und klopfte dem Zimmermann auf die Schulter. ‚Ja, dann pass mal auf die Lady auf. Und wenn du mal wieder durchkommst. I wohn da in Humbach, bei uns aufm Hof gibt’s immer was zu tun.‘

 

Nach gefühlten Stunden stand Mathilda vor einem Leihwagen, kramte in ihrer Handtasche und blickte zu ihrem kaputten Auto hinüber, dass gerade in der Werkstatt aufgebockt wurde. Die Sonne stand hoch am Himmel und schmolz den Schnee von letzter Nacht.

Hans Kupfer kam auf sie zu. Sie konnte den Schlag seiner Hose bei jedem schnalzen hören. Er hatte seine Sachen ordentlich gepackt. Sie hatte den Eindruck, dass er weiter wollte und doch blieb er vor ihr stehen und machte Anstalten seinen Hut ziehen zu wollen.

‘Ich muss wieder auf die Straße, Mathilda!’ meinte er kurz und blickte sie an.

Er hatte den Hut wieder losgelassen und blickte ihr flüchtig in die Augen, um dann ihrem Blick auszuweichen.

‘Sag bloß, du hast nen Termin!’ rief Mathilda schnippisch.

‘Ähm ja, ich muss weiter. Hab Arbeit in Ulm.’  stammelte er verlegen und blickte in den Boden.

‘Ich hab gehofft, ich könnte dich wenigstens aufn Frühstück einladen.’ meinte sie und machte einen Schritt auf ihn zu. Er wollte ihr ausweichen, doch sie hielt ihn am Hut fest und zwang ihn in ihre Augen zu blicken. Er küsste sie ohne Umschweife auf den Mund und sie erwiderte den Kuss, lies aber verdutzt den Hut los. Als sich ihre Lippen wieder trennten, flüsterte er ihr ins Ohr: ‘Ich muss erst morgen in Ulm sein.’


Ende

 

Fortsetzung folgt: Regen im August

Schnee im Oktober – Teil 6

Schnee im Oktober – Teil 6

nebel‚Danke Herr Dr. Kupfer!‘ flüsterte sie verschmitzt.

Er lachte, zog gespielt den Hut und meinte dann. ‚War wohl alles ein Bisschen viel heute! Willst du dich nicht hinlegen und ein Bisschen schlafen? Morgen sieht die Welt wieder ganz anders aus.‘

Sie nickte nur, während er das Stroh zurecht richtete. Als sie sich dann hinlegte, schob er ihr noch eines seiner Bündel unter, bevor ihr Kopf das Stroh berühren konnte. Liebevoll deckte er sie mit seinem Schlafsack zu und hangelte nach ihrer Decke, um sie ihr irgendwie unter den Schlafsack zu legen.

Dabei bemerkte er: ‚Deine Hose ist ja auch nass!‘

‚Ja!‘ gähnte sie nur.

‚Willst du sie nicht ausziehen?‘

‚Hm!‘ murmelte sie und drehte sich von ihm weg auf die Seite.

‚Ich schau auch bestimmt nicht!‘ flüsterte er nun verlegen, wand sich ab und packte den restlichen Proviant wieder in das Tuch und formte ein handliches Bündel mit nur wenigen Handgriffen.

Hinter sich hörte er nur, wie sie unter dem Schlafsack herumwirtschaftete und als er sich wieder zu ihr umdrehte, beförderte sie ihre schlammverschmierte Hose gerade aus dem Schlafsack und drehte sich wieder in seine Richtung.

Er nahm die Hose an sich, schüttelte sie aus und hängte sie über einen freien Balken. Dann trank er das restliche Bier leer, rülpste leise und ging wieder zu ihr rüber. Sie wurschtelte immer noch im Schlafsack herum.

‚Kann ich dir irgendwie helfen?‘ fragte er ganz unverblümt.

Ohne ihn zu beachten, kroch sie aus dem Schlafsack und legte ihre Decke auf das Stroh. Er beobachtete sie dabei und schmunzelte über ihre Snoopy-Unterwäsche.

‚Sag bescheid, wenn ich dir zur Hand gehen soll!‘ meinte er, während er seine Weste aufknöpfte.

Sie hatte sich wieder hingelegt, als er seine Hose auszog, die ebenfalls ziemlich nass war. Langsam gingen ihm die freien Balken aus, also legte er seine Hose ins Stroh und hoffte inständig, dass sie in der Früh wie durch ein Wunder trocken sein würde. Er bemerkte nicht, dass sie ihn dabei beobachtete, wie er auch sein Hemd auszog.

Irgendwie wurde es ihm erst gewahr, als er sich wieder zu ihr umdrehte und sie ihn heiter angrinste.

Ahnungslos grinste er sie an und folgte ihrem Blick, an sich hinunter.

‚Also Superman-Shorts und ein Batman-Shirt passen ja zusammen, wie die Faust aufs Auge.‘ meinte sie schnippisch und lachte dann aber herzlich.

Er musste auch lachen, kniete sich zu ihr runter und legte seine Jacke ins Stroh.

‚Wenn Snoopy nichts dagegen hat…!‘ meinte er fast beiläufig und legte sich neben sie. Sie lüpfte den Schlafsack etwas und machte eine einladende Handbewegung.

Mit einem sicheren Handgriff, rollte er sie in ihre Decke und kroch unter den Schlafsack. Seine Füße trafen auf die ihren, als er näher rückte. Sie zitterte immer noch. Ohne darüber nachzudenken packte er sie einfach, zog sie an sich heran und nahm sie in den Arm. Ehe sie sich versah klebte ihr Gesicht bereits am Batman-Aufdruck auf seiner Brust.

Sein betörender Geruch stieg ihr wieder in die Nase und der Hauch von Moschus lies sie wie Butter in seinen Händen zerschmelzen, und so ergab sie sich seufzend in seiner Umarmung.

Er rieb ihren Rücken und hauchte ihr ins Haar: ‚Du wirst mir doch nicht erfrieren?‘

Sie wusste nicht, ob die Hitze die nun in ihr aufstieg, von dem Blut kam, dass wieder ihre Wangen erröten lies, oder ob sie nur vom Zimmermann auf sie übergangen war. In beiden Fällen lag es wohl an ihm. Er drehte seinen Kopf, so dass sie seinen Atem hören konnte und küsste ihr Haar, als sie ihre Augen geschlossen hatte. Sie konnte seinen Körper spüren, wie er sich an sie schmiegte und ihr stolperte wieder ein kleiner Stöhner aus ihrem Mund.

Schnee im Oktober – Teil 5

Schnee im Oktober – Teil 5

nebelImmer noch verstohlen beobachtete sie ihn, wie er seine Schuhe auszog und Stroh hinein stopfte. Dann kniete er sich neben seine Jacke und kramte darin herum. Nach einer Weile förderte er allerlei zu Tage und meinte dann: ‚Also wir haben 1 Flasche Bier, 1 Flasche Wasser, den Flachmann, ein angebissenes Käseschinkentoast, ein Snickers und eine halbe Packung Gummibärchen.‘

Sie hob den Finger und blickte in ihre Handtasche. ‚Also ich kann noch eine Packung Kaugummis, eine Packung TicTac und Em Eukal für Kinder beisteuern.‘ sagte sie mehr zu ihrer Handtasche als zu ihm. Mit der Taschenlampe leuchtend, kramte sie noch weiter in ihrer Handtasche herum und rief dann: ‚Oh, da ist noch ein angebissener Müsliriegel und so was wie ein Duplo!‘

‚In der Not darf man nicht wählerisch sein.‘ rief er und legte ihr die in ein Tuch gewickelten Köstlichkeiten vor die Füße.

‚Ich will dir aber nichts weg essen.‘

‚Wir bleiben hier ja nicht ewig, oder?‘

‚Keine Ahnung!?‘ meinte sie und zuckte ratlos mit den Schultern.

Er teilte das angebissene Käseschinkentoast in zwei Teile und reichte ihr die nicht angebissene Hälfte. Dann öffnete er das Bier mit seinem Flachmann, trank schnell den Schaum ab und reichte ihr die Flasche. ‚Prost!‘

‚Danke!‘ meinte sie verlegen und nahm die Flasche an den Mund.

‚Hör auf dich zu bedanken, das ist doch selbstverständlich.‘ rief er ernst.

‚Ich bin das nicht so gewohnt.‘
‚Dann gewöhn dich dran, so lange Hans Kupfer an deiner Seite ist, wird alles geteilt.‘

Sie nickte nur verlegen, biss in das Brot und drückte ihm das Bier wieder in die Hand. Er lehnte sich nach vorne, um an die Flasche zu gelangen, dabei hatte er sich neben ihren Schuhen abgestützt. Als er sich wieder aufrichtete streifte er ihre Schuhe und bemerkte, dass sie auch nass waren.

‚Deine Schuhe sind ja auch nass!‘ meinte er und trank von dem Bier, bevor er die Flasche wegstellte.

‚Und meine Socken auch!‘ flüsterte sie.

‚Los zieh sie aus!‘ rief er, zog dabei eine Augenbraue hoch. Er wand sich ab, um in einem seiner Bündel zu kramen.

‚Die werden dir viel zu groß sein, aber trocken und warm.‘ murmelte er.

Zögernd zog sie ihre Schuhe aus und er warf ihr seine Socken hin und schnappte sich gleich ihre Schuhe, um ebenfalls Stroh hinein zu stopfen. Als er sich wieder zu ihr drehte, hatte sie ihre Socken ausgezogen und versteckte ihr nackten Füße im Stroh.

‚Gibst du mir deine nassen Socken, dann häng ich sie auf.‘ rief er und erst als er ihr seine Pranke hinhielt, übergab sie ihm ihre Socken.

Er hängte sie auf einem Querbalken auf und kam wieder zu ihr, um sich vor sie zu knien, während sie seine Socken immer noch ihn Händen hielt und gedankenverloren am Bündchen herum spielte.

‚Mathilda ist alles in Ordnung mit dir?‘

‚Ähm ja, glaub ich!‘

Kurzerhand nahm er ihr die Socken ab, hob ihre Füße aus dem Stroh und zog ihr so behutsam es ihm möglich war, die Socken an. Dann blickte er ihr besorgt ins Gesicht.

‚Wirklich alles in Ordnung?‘

Sie wirkte immer noch ziemlich abwesend, so dass er sich seine Taschenlampe schnappte und Anstalten machten ihr in die Augen leuchten zu wollen.

‚Schau mich mal an!‘ rief er und sie tat wie ihr geheißen. Er leuchtete ihr mit der Taschenlampe in die Augen und blickte ihr angestrengt in die Augen.

‚Also die Reaktionsfähigkeit ist ganz gut!‘ meinte er und hängte die Taschenlampe wieder auf.

 

Fortsetzung folgt… vielleicht!?

Schnee im Oktober – Teil 4

Schnee im Oktober – Teil 4

nebelEr zog einen Flachmann aus seiner Jacke und drückte ihn ihr in die Hand. Sie packte ihre Taschenlampe weg, die sie bis jetzt in Händen gehalten hatte und nahm den Flachmann. Als sie daran nippte, hüstelte erstickt und gab den Flachmann seinem Besitzer zurück.

‚Zuerst wärmen wir uns auf. Dann sehen wir, was wir noch zu essen haben. Und dann werden wir uns es so gemütlich wie möglich machen, bis morgen in der Früh der Schneepflug kommt.‘ meinte er.

‚Das klingt doch nach einem Plan!‘ keuchte sie, zog ihr Handy aus der Handtasche und blickte kopfschüttelnd drauf. ‚Wenn man mal einen Notfall hat, dann bringen einen die Dinger hier auch nicht weiter.‘

‚Seit dem ich auf Wanderschaft bin, hab ich mein Handy kein einziges Mal vermisst.‘

‚Ich bin ziemlich beeindruckt von dem was Sie tun.‘

‚Du!‘

‚Ja, du!‘

‚Wollen wir mal sehen was der Heuboden zu bieten hat.‘ meinte er und kletterte behände die Leiter hinauf zum Heuboden.

Sie blieb etwas bedröppelt unten stehen und beobachtete ihn dabei, wie er mit seiner Taschenlampe im Mund auf dem Heuboden irgendwas zu suchen schien.

‚Mathilda, willst du nicht raufkommen?‘

‚Ja, ähm.‘ stammelte sie und kam näher an die Leiter heran. ‚Ich glaub ich bin noch ein Bisschen wackelig auf den Beinen.‘ Sie hatte immer noch ihre Handtasche an sich gedrückt. Sein Kopf tauchte an der Kante vom Heuboden auf und er blickte sie freundlich an. Es war das erste Mal, dass sie ihn länger als 5 Sekunden ohne Hut betrachten konnte. Er hatte lange Haare, die zu einem zerzausten Zopf gebunden waren. Die Farbe seiner Haare konnte sie bei dem schummrigen Licht gar nicht richtig erkennen. Während sie ihn verträumt anblickte, schwang er sich über die Kante auf die Leiter zurück und hielt ihr seine Pranke hin. Sie kam noch einen Schritt näher, klemmte mit zittrigen Fingern ihre Handtasche unter einen Arm, griff mit beiden Händen an die Leiter und stieg eine Sprosse nach der Anderen hinauf, bis sie ängstlich seine Hand ergreifen konnte.

In dem Moment als er ihre Hand packte, hatte sie auch keine Angst mehr zu fallen. Seine Hände waren immer noch warm. Ihre Gedanken waren just in dem Moment mal wieder auf Wanderschaft gegangen, als ihr auf dem Weg weiter nach oben schwindlig wurde und sie fast von der Leiter gestürzt wäre. Doch er hielt sie fest. Geschickt zog er sie die Leiter hoch und oben glitt sie fast besinnungslos in seine Arme.

‚War doch gar nicht so schwer, oder?‘ flüsterte er ihr zu und strich ihr wieder die Haare aus dem Gesicht. Sie blickte sich verlegen um und er löste sich von ihr, weil er ihre Befangenheit irgendwie spürte.

‚Willkommen in meinem Wohnzimmer. Ich hatte es mir hier schon fast gemütlich gemacht…aber die Sucht!‘

Auf dem Stroh lagen mehrere Bündel, ein Schlafsack und sein Wanderstab. Er hatte seine Taschenlampe über seinen Sachen aufgehängt und das Licht wackelte immer noch hin und her.

‚Setz dich doch!‘ rief er und machte eine einladende Handbewegung.

Sie setzte sich und blickte ihn verstohlen an, als er seine Jacke auszog. Nur in Hemd und Weste machte er noch eine bessere Figur, so dass sie ihre Augen überhaupt nicht mehr von ihm trennen konnte. Er packte den Schlafsack und legte ihn über ihre Schultern.

‚Ey, die Jacke ist ja pitschnass. Willst du sie nicht ausziehen.‘ meinte er ruhig.

‚Ja schon!‘ flüsterte sie. Endlich lies sie die Tasche sinken und zog langsam die Jacke aus. Er wickelte erneut den Schlafsack um ihre Schultern und nahm die Jacke an sich, um sie mit der nassen Seite ins Stroh zu legen.

Fortsetzung folgt… vielleicht!

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