Too much Information….

Too much Information

endeIch bin total gehetzt und renne aus meinem Büro, die Tür aus der Abteilung schließt mit einem Klicken hinter mir. Ich steh am Aufzug, drücke den Knopf ‘nach unten’ und warte. Und warte. Und warte.

Boa, ich muss mein Scheißauto aus der Werkstatt holen und bin wie immer viel zu spät dran. Verdammt und jetzt muss ich auch noch mit den Öffentlichen fahren.

Endlich kommt der Aufzug und es steht eine Frau drinne. Sie drückt auf den Knöpfen herum und ich hüpfe ins Innere des Aufzuges und singe einen abendlichen Gruß. Die Frau drückt wie eine Wahnsinnige auf den Knöpfen herum und die Türen schließen sich. Sie wird Zusehens nervös und hämmert auf die Taste mit Erdgeschoss, bis wir, wer hätte es gedacht, im Erdgeschoss ankamen. Sie drängelte sich an mir vorbei und rannte nach draußen.

Nicht, dass ich nicht auch im Erdgeschoss aussteigen muss. Was für unentspannte Leute hier arbeiten, und da bin ich schon echt gestresst. Ich renne armewedelnd zum Ausstempeln und renne dann ebenfalls armewedelnd aus dem Haus. Scherz beiseite. Ich gehe schnellen Schrittes über der Hof und sehe die Frau, wie sie mit einer abgewichsten Grillzange in der Hand im Windschatten einer Glasfassade stand und rauchte, mit Zuhilfenahme der Grillzange?! Dieses surreale Bild muss sich in meiner Netzhaut eingebrannt haben.

Was geht in einer Frau vor, die wie eine Wahnsinnige mit bloßer nackter Hand im Aufzug randaliert, um dann die Zigarette nur mit der Kneifzange anzufassen, aber allen Anschein nach nicht ohne Zigarette leben können?! Herrgott, schmeiß Hirn vom Himmel!

Ich laufe zur Trambahn, ohne mit meinen Armen zu wedeln. Ich bin doch nicht wahnsinnig, zumindest nicht wahnsinniger als die Frau mit der Zigarettenzange.

Völlig außer Atem platze ich in die Privatsphäre so vieler unbedarfter Menschen, als ich die Tram betrete. Leider muss ich auch gleich wieder aussteigen. Ich laufe weiter die Donnersberger hinauf und wer hätte das gedacht, ich verpasse meine S-Bahn und es ist scheißkalt. Warum immer ich? Ich nehm die nächste S-Bahn Richtung Moosach und will mir ein Taxi nehmen, wenn ich da je ankomme.

Zum Glück bekomme ich einen Sitzplatz. Gegenüber von mir sitzt ein Kerl, mit einer Packung M&M’s in der Hand. Daneben sitzt ein älterer Mann mit einem Schild in der Hand auf dem steht: ‘Das Ende der Welt ist nahe!’

Irgendwo auf der Welt hat bestimmt ein reicher Mensch im Lotto gewonnen, wenn ich hier so in die Scheiße trete.

Der Weltuntergangspapst fängt an zu reden: ‘Wenn man heißes Wasser ausgießt, hört es sich anders an, als wenn das Wasser kalt wäre!’

Ich denke mir nur: ‘Das Ende der Welt ist nahe!’

Der Kerl mit den M&M’s meint: ‘Sie müssen immer von der gleichen Farbe sein, immer nur zwei auf einmal. Niemals einzeln.’ Dann lies er sich ein paar von den süßen Köstlichkeiten in die Hand purzeln und suchte dann immer zwei von der gleichen Farbe heraus, um sie zu essen. Die Restlichen bot er dem alten Mann an, der sie dankend annahm.

Sagt mal, ist heute der Tag an dem jeder seine geheimen Neurosen nach Außen trägt. Dinge die ich eigentlich nicht wissen wollte. Noch nicht mal wenn das Ende der Welt wirklich nahe wäre.

Die Welt könnte doch so einfach sein, wenn jemand die gelben und orangen Gummibärchen für mich essen würde… nachdem ich immer nur die Weißen, die Grünen und die Roten rauspicke. Und zwar genau in der Reihenfolge.

Bloß was passiert, wenn die verrückte Frau vom Aufzug ihre Zigarettenzange nicht findet, wenn die Nikotinsucht an ihrem paranoiden Verstand zerrt. Läuft sie dann Amok? Und wen erschießt sie zuerst?

Ich bete inständig darum, dass sie Lady ihre Zigarettenzange nie vergessen wird.


P.S. Für die Leute, die sich immer fragen woher ich den Scheiß habe, über den ich schreibe: Dies ist eine fiktive Geschichte und es ist immer das ein oder andere Fünklein Wahrheit dran, mal mehr oder weniger. Erschreckenderweise meist mehr als weniger. Alles andere ist erstunken und erlogen, bunt aneinander gereiht, verdreht und vermengt so wie mir es passt. Das nennt man dann künstlerische Freiheit.

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Kam ein Nerd in eine Bar….

Kam ein Nerd in eine Bar…. 

peanutsKam ein Nerd in eine Bar, er trug ein Nerdshirt mit der Police Box aus Dr. Who, setzte sich an den Tresen und bestellte ein Bier.

Hinterm Tresen stand heute eine Frau, sie trug ein viel zu enges Blue Sun Shirt und grinste ihn lächelnd an und stellte ihm ein Augustiner hin.

An der Bar saß ein junges Pärchen und die junge Frau meinte schnippisch: ‘Kriegt man hier auch ein Bier…?’

Die Barkeeperin meinte nur gelangweilt: ‘Augustiner, Tegernseer, Franziskaner, Schneider Weisse, Aventinus, KDL, Astra, Despo, Radler, Becks, Becks Lemon oder Blue?’

Die junge Frau meinte kleinlaut und zickig zu gleich: ‘2 Becks Lemon, Bittäh!’

Die Barkeeperin stellte die beiden Biere hin, nachdem sie diese geöffnet hatte und nuschelte: ‘5,80!’

‘Schatz, kannst du zahlen, ich hab kein Geld dabei!’ trällerte die junge Frau.

Der Typ kramte mürrisch in seinen Hosentaschen herum und legte 6 Euro in Münzen hin und murmelte: ‘Stimmt so!’

Die beiden dackelten in den hinteren Teil der Bar und der Tresen war wieder leer, nur noch der Nerd und die Barkeeperin standen sich vom Tresen getrennt gegenüber.

‘’N Schnaps!’ murmelte der Nerd und trank von seinem Bier. ‘Den Billigen!’

Die Barkeeperin zog eine Flasche mit grüner Flüssigkeit aus dem Regal und drehte sich mit einer erhobenen Augenbraue zum Nerd. ‘Trink nie allein!’ meinte sie kühl und stellte zwei Schnapsgläser auf den Tresen. ‘In deiner Welt ist alles in Ordnung?’ fragte sie, goss die beiden Gläser voll. ‘Prost, Kleiner!’

Er stürzte den Schnaps runter und stellte das leere Stamperl wieder hin. Sie hatte noch gar nicht getrunken. Während er sie erwartungsvoll anblickte, ließ sie sich verdammt viel Zeit, um dann ganz genüsslich die kühle Flüssigkeit die Kehle runterlaufen zu lassen. Dann verzog sie das Gesicht und würgte fast.

Über sein Gesicht zuckte ein kleines Lächeln, er hielt ihr aber dennoch das leere Schnapsglas hin.

‘Boa, wie kannst du die Ekelplörre nur saufen?!’ meinte sie und goss ihm noch ein Stamperl ein.

‘Das Pfefferminzzeuch ist billig und macht schnell blöd.’ meinte er und schüttete sich den Schnaps in den Mund, gurgelte und schluckte. ‘Ist super gegen Zahnschmerzen und macht nen frischen Atem!’

‘Nun zu dir, du hast das selbe Shirt an wie gestern!’ meinte die Barkeeperin und pochte dabei mit den Fingernägeln auf dem Tresen.

‘Ja Mama! Gib mir noch nen Schnaps!’

Sie nahm ihm das leere Glas weg und stellte ihm wenig später ein Größeres hin, dass sie wieder füllte, während sie auf ihn einredete: ‘Ich nehme an, du brauchst erst einen gewissen Pegel, bevor du mir erzählst was du gestern noch mit der Ische getrieben hast, du böser Junge, du.’

‘Ach, die Ische von gestern Nacht! Das kann ich dir auch jetzt erzählen!’ meinte er ziemlich laut, kippte das Stamperl auf Ex, um dann keuchend fortzufahren. ‘Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das Letzte mal nüchtern Sex hatte!’

‘Könnte evtl. daran liegen, dass du dich immer zuschüttest wie ein Seemann auf Landgang und dich dann von minderjährigen Ischen abschleppen lässt.’

‘Ja und so geil sind die meistens gar nicht…!’ säuselte er.

‘Könnte an der verschobenen Wahrnehmung deiner betrunkenen Seele liegen!’

‘Ich kann ja nicht immer das ganze Wochenende nur Pornos schauen und…’ flüsterte er mehr zu sich, als zu ihr.

‘Du kriegt noch einen lahmen Arm, wenn du dir den ganzen Tag einen wedelst.’ lachte sie.

‘Ja, aber nüchtern nimmt mich doch keine mit!’ heulte er los.

‘Ich würd dir auch einen Blasen, wenn du stocknüchtern wärst!’ grinste sie und goss ihm noch Einen ein.

‘Aber du könntest meine Mutter sein!’ rief er entsetzt und grinste dann ziemlich dreckig, kippte das Stamperl runter und winkte dann mit seinem Stamperl, noch bevor er runtergeschluckt hatte.

‘Aber nur in einer echt zerrütteten Familie!’ lachte sie und goss das Stamperl wieder voll. Sie hob den Finger, drehte sich um und wirtschaftete hinter der Theke herum.

Sie kam mit einem Schälchen mit Erdnüssen zurück und stellte es vor den Nerd. Er friemelte an dem Schälchen herum und meinte: ‘Weißt du, dass ich immer erst die halben Erdnüsse esse und wenn keine mehr übrig sind, dann zerteile ich die Ganzen bevor ich sie esse!’

‘Und da wunderst du dich noch, warum du immer nur Sex hast, wenn du besoffen bist? Trink noch einen, schöner Mann!’ meinte die Barkeeperin und goss ihm noch Einen ein.

Er kippte erneut einen Doppelten runter und winselte dann wieder: ‘Als ich heute aufwachte, war ich allein und nackt!’

‘Und lass mich raten, die Ische hat dir eine deiner Actionfiguren auf den Schwanz geklebt?’

‘Woher weißt du das?’ rief er bierernst. Musste dann aber gleich schallend lachen, dann brach er ab und meinte er wieder weinerlich und ernst zu gleich: ‘Dabei hab ich mir doch so Mühe gegeben…’

‘Okay, ich komm nicht ganz mit! Du bist dir sicher, dass du nicht der uneheliche Sohn von Klaus Kinski bist!’

Er kramte sein Handy raus und meinte: ‘Schau mal, was sie heute morgen getwittert hat: U3Min.Sex! Da steht es!’

‘Du hast kein Netz hier unten, Schätzchen!’

‘Ich hab die ganze Zeit nur daran gedacht…!’

‘Ich glaub ich mach dir nen Kaffee!’

‘Bleib oben, Tiger! Bleib oben!’

Sie fing an zu singen: ‘Dinge, die ich gar nicht wissen will…!’

‘Egal. Dann hab ich den ganzen Tag Pornos geschaut…!’

‘Tut mir ja auch leid, dass wir erst um Acht aufmachen!’

‘Dann hab ich mir eine Pizza bestellt!’ heulte er wieder.

‘Sag mal flennst du jetzt?’ fragte sie irritiert.

Plötzlich packte er sie am Shirt, zog sie über den Tresen zu sich heran und flüsterte wieder. ‘Die  Pizza kam zu früh… ähm… Also vor mir!’

‘Oh mein Gott, du bist nicht mit dem Ständer an die Tür gegangen?’

‘Ja…nein. Ich hab ihn im Hosenbund eingeklemmt!’

‘Dir ist klar, dass ich mir das bildlich vorstellen muss!’

‘Und weißt du, er ist halt einfach zu mächtig, als dass er von einem Hosenbund zurückgehalten werden könnte.’

‘Warte trink lieber noch einen, bevor es zu peinlich wird!’ rief sie belustigt und stellte ihm gleich die Flasche hin. Dann hustete sie in ihr Fäustchen etwas was sich so anhörte wie: ‘Too much information!’

‘Und als ich die Tür auf gemacht hatte, steht eine blonde Pizzabotin vor mir. Mein Schwanz muss sich in der Hose irgendwie selbst befreit haben und stand quasi zwischen mir und ihr. Sie blickte auf meinen Schwanz und dann wieder in mein Gesicht!’

‘Ringeringedingdong! Und was hat sie dann gesagt?’

‘24,50!’

‘Nicht dein Ernst! Was hast du gemacht?’’

‘Ich hab ihr 30 Euro gegeben und gesagt: Stimmt so!’


(Ähnlichkeiten mit Personen aus dem realen Leben sind in einer fiktiven Geschichte gar unmöglich und somit reiner Zufall.)


P.S. Bleib oben, Tiger! Bleib oben!

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