Die Woche bevor ich die Liebe entführt habe

Fliegen, Stillstand und Absturz eines Ballons namens Liebe – Die Woche bevor ich die Liebe entführt habe. (Herbst 2008)

Diese Woche fuhr ich in die Arbeit, mal wieder viel zu spät, es war ein bemerkenswert schöner Tag. Warum man an so einem Tag überhaupt in die Arbeit fährt, keine Ahnung. Eigentlich sollte ich blau machen, aber dazu bin ich ein zu treu liebender und ehrlicher Staatsdiener.

Es war wahrscheinlich der letzte schöne Tag dieses Jahr. Komisch für des das ich vor einem Monat den frühzeitigen Winter vorhergesagt habe, habe ich noch kein einziges Mal in diesem Herbst meine Scheiben kratzen müssen. Ich sollte es nicht verschreien.

Ich fuhr also auf dem Mittleren Ring, Landshuter Allee links und rechts sind kahle Bäume, also ziemlich öd, obwohl so ein schöner Tag war. Da sah ich im Heranfahren, wie in einem der Bäume, etwas Rotes hing. Nachdem wir einfach darauf programmiert sind auf rot zu reagieren, (Dies gilt übrigens nicht für Männer und rothaarige Frauen.) schaute ich also genauer hin. Es war ein roter Luftballon in Form eines Herzen. Und da soll man nicht am frühen Morgen schon sentimental werden. Wenn der Luftballon die Liebe ist, dann hängt sie gerade auf einer unerreichbaren Ebene fest. Und nach dem kein Mensch auf der Welt fliegen kann, sieht es echt ganz schön scheiße aus für die Liebe. Oder soll die Liebe nur für Vögel(n) sein?

Ob es nicht eher ein Mahnmal sein soll? Die Liebe ist noch da, sie schwebt nur über uns allen und wir müssen nur hoch genug springen oder klettern, um an sie ran zu kommen. Ein Mahnmal, dass es die Liebe wirklich gibt und dass wir uns nur um sie bemühen müssen. Und irgendwann fällt sie auch in unseren Schoß. Ich weiß aber nicht wie sehr ich mich noch um sie bemühen muss. Der Schein trügt immer nur bei mir. Ich weiß man soll die Hoffnung nicht aufgeben, aber langsam ist es soweit. Die Hoffnung ist nur solange gut, solange man sie hat.

Irgendwann war ich dann in der Arbeit und irgendwann hab ich den Ballon dann völlig vergessen. Als ich am Abend als ich wieder über die Landshuter Allee heimfuhr, war der Ballon aus meinem Gehirn gelöscht. Aber da stand ein Mann ganz versteinert an seinem Auto gelehnt. Die Woche zuvor stand an der selben Stelle ein Mann mit einem umgestürzten Fahrrad ganz versteinert da. Komisch, entweder warten die Herren da auch auf die Liebe. Oder die Zombies sind los.

Eine schöne Idee für einen Zombiefilm: Zombies am Mittleren Ring. Es wird leider ein sehr kurzer Zombiefilm, die Zombies kommen nie auf der anderen Seite an, dabei wollen sie doch nur zu dem Herzluftballon.

Das Thema Liebe ist doch allgegenwärtig und ist meist mit Leiden verbunden. So reimt sich auf Herz auch Schmerz. Und dies ich auch ein Reim, auf den ein Dichter niemals zurückgreifen sollte und wenn dieser Reim jemals auf einer Bühne ausgesprochen würde, würde der Künstler sofort tot umfallen. So sagt man. (Hab ich diesen Freitag erfahren, bei der Premiere von ‚Wo denken Sie hin?‘ ein Literarisches Kabarett von …viel Spaß beim Googeln.)

Jeder, der nicht mitgekommen ist, darf sich jetzt zu Tode ärgern und dass mit schönen Grüßen vom Künstler selbst. Es war echt der Hammer, Olga und ich haben uns quasi fast tot gelacht. Das Programm handelt von der Suche nach menschlicher Vernunft zwischen Koitus und Exitus. Dieser Leitfaden führte wie ein Roter Faden durchs Programm, den der Künstler am Beginn der Vorstellung quer über die Bühne spannte. Die jeweiligen Stichpunkte wurden mit einer Wäscheklammer an die Leine geheftet, damit wir das Ziel nicht aus dem Auge verlieren, nach dem Koitus kommt langsam aber sicher der Exitus. Die Pubertät wurde uns kurzerhand vom Künstler unterschlagen und Die Liebe riss er bei seinem Exitus von der Leine und dann ist er bei der verspäteten Pubertät in der Zugabe auch noch auf ihr herum getrampelt. Ich hab Die Liebe dann geborgen und in meine Handtasche gerettet und jetzt hängt sie am ‚Kilttragenden Boten‘ über meinem Sofa. Hab auch die Hälfte vom Programm geklaut und hoffe inständig, dass ich nicht wegen Programmdiebstahl und Entführung Der Liebe angezeigt werde. Aber ich denke als Groupie aus der ersten Reihe ist dieses Vergehen schon erlaubt.

Nur für den Fall, dass jemand an der Herausgabe Der Liebe interessiert ist, hier meine Forderungen. Ich möchte natürlich einen Koffer aus Fledermaushodenleder gefüllt mit 3 Millionen Euro in kleinen nicht nummerierten Scheinen, einen vollaufgetankten BMW M3 als Fluchtwagen und der Überbringer (möglichst ungebunden, abenteuerlustig und mit Frisur egal und Sinn für Bemaltes!) soll am 6. 12 um 19.30 Uhr in einem rosa Osterhasenkostüm mit Fluchtwagen und Geldkoffer vor dem Vereinsheim stehen.

(Übergabedatum noch aktuell!)

 

Habe den alten Text ausgegraben, weil mich jemand gefragt hat, warum ich Liebe über dem Sofa hängen habe….



Der Untergang des römischen Reiches

Jakobsweg Zeitreise – Der Untergang des römischen Reiches

Der Weg war weit und es gab fast keinen Schatten, die Sonne brannte auf uns nieder…Wir liefen den langen steinigen Weg nach Neuhaus und jetzt wurde es richtig anstrengend. Die Hitze machte uns ganz schön zu schaffen, Hannas Füße und meine Waden hielten uns oft auf und wir dachten, wir kämen nie in Neuhaus an. Wir kamen an einem Ziegengatter vorbei und die Ziegen liefen uns entgegen und uns dann hinterher, als wir am Gatter vorbeiliefen. Vor uns kam ein Wasserschloss in Sicht und wir waren endlich in Neuhaus angekommen. Jetzt mussten wir einen richtig ätzenden Berg hinauf um zur Kirche zu kommen und wehe dem, der uns keinen Stempel gibt. Oben am Berg war keine Kirche, aber dafür ein Rathaus. Den jungen Standesbeamten störten wir in der Mittagspause, aber gab uns lächelnd einen Stempel, der erste Richtige übrigens. Der junge Mann mit dem Emo-Ohrring wünschte uns alles Gute und wir latschten den Berg wieder runter. Und jetzt bereute ich endgültig die Römersandalen angezogen zu haben. Runter ist nämlich viel schlimmer als rauf.
Ich machte mir ernsthaft Gedanken, wie die Römer mit diesem Schuhwerk über die Alpen kamen und dann noch ganz Europa unterjochen konnten, mit diesen Schuhen, selbst wenn sie nadelgebundene Socken gehabt hätten, hätten sie sich spätestens in Neuhaus die Waden rausgeschnitten. Bestimmt hatten die römischen Soldaten alle Plattfüße. Und ich denke nicht, dass die so schwere Kraxen hatten wie wir. Die hatten bestimmt Esel oder Sklaven, die ihr Zeug schleppten, weil so aufgepackt wie wir, wären die nie bis nach England gekommen.

Wir machten am Inn, in der Nähe vom Wasserschloss, Mittagspause. Ich war so im Arsch, dass ich nach dem Essen gleich eingeschlafen bin.
Da war so ein älterer Mann, der am Inn seine Gartenlaube hatte und er hatte uns schon beim Essen gestört und als ich dann später zu dem Schloss rüber ging, weil ich dort eine Nonne beobachtet hatte, hupte er mich an, als er mit seinem Moped an mir vorbeifuhr. Im Schloss war kein Kloster, sondern eine Maria-Ward-Realschule. Die Nonnen waren sehr nett und ließen mich meinen Wasserschlauch auffüllen, aber eine Unterkunft konnten sie uns leider nicht geben. Aber der alte Mann, bot uns gleich an, wir könnten ja in seinem Garten zelten. Wir lehnten dankend und verschwanden schneller als wir angekrochen kamen.
Ein Stück weiter war der Zulauf von der Rott in den Inn und in den Auen dieses Deltas (grins) beschlossen wir in einer Sandsenke unser Zelt aufzustellen. Liebes Dschungelcamp, wir haben extra im Dreck geschlafen, weil wir nicht im Dschungelcamp schlafen wollten, weil es uns zu unauthentisch war. Außerdem hätte es was gekostet, es war zwar keiner da, aber erwischt werden wollten wir auch nicht.
Also versuchten wir mitten am Strand von der Rott eine Dackelgarage aufzubauen, was uns nicht wirklich gelang. Könnte auch daran liegen, dass wir von den nur 4 Heringen, bereits einen in Passau in meinem Auto verloren hatten und selbst, wenn wir den 4. noch gehabt hätten, dann wäre es auf dem Sandplatz nicht besser gegangen.
Zum Glück bin ich bei der Bundeswehr, wegen meiner Konservierungsmittelallergie nicht genommen worden, die hätten mich spätestens nach dem ersten Dackelgaragenaufbau unehrenhaft entlassen….
Auch wenn ihr es nicht wissen wollt, ich muss es schreiben. Ich hatte meinen ersten Freiluftschiss meines Lebens zwischen zwei Sanddünen am Zulauf von der Rott zum Inn. Ich mache seit 9 Jahren Liverollenspiel und bin seit 3 Jahren jedes verdammte Wochenende in der Saison auf einem Mittelaltermarkt, aber ich habe echt noch nie im Freien geschissen. Ja, gut ich bin ein Heimscheißer, jetzt ist es raus.
Natürlich habe ich meine Hände gewaschen, bevor ich ein wunderbares MORETVM zubereitete, das MORETVM ist auch die einzige Erklärung, warum die Römer es bis England schaffen hätten können. Es war auch ohne der Zutat X aus dem Vereinsheim und ohne Öl ein Hochgenuß. Da ist so viel Knoblauch drin, dass sie auf ihren Sandalen bis England geflogen sein müssen. (Habe im Übrigen vergessen zu erzählen, dass wir im Vereinsheim bei der Volksküche eines der perfektesten MORETVMe im Dies- und Jenseits gefertigt hatten, mit dem wir dann beinahe den Moses umgebracht hätten. Als Knoblauchallergiker wäre er im Römischen Reich nicht besonders weit gekommen.)
Bis wir beide endlich in der Dackelgarage zum Schlafen eingeparkt hatten, ist auch einmal das Zelt über uns zusammengebrochen, aber ansonsten hielt es stand.
Nachdem wir so fertig waren, von der anstrengenden Etappe, waren wir echt froh, endlich im Deckenschlafsack zu liegen und sich einfach mal nicht bewegen zu müssen.
Die Reifenspuren oben auf der Düne hatte ich bei der Anreise kaum beachtet und hab sie auch ehrlich gesagt völlig vergessen. Ich schlief schnell ein. Ich hatte beim Bettenbau auch extra die Felle weiter auseinander gelegt, damit ich nicht wieder im Dreck liegen muss, weil heute Nacht braucht mein Kreuz eine warme, weiche Unterlage.
Ich schlief tatsächlich gleich ein, bis ich mitten in der Nacht zwischen den zwei Fellen aufwachte. Wie mans macht, macht mans falsch. Ich gab es schließlich irgendwann auf warm und weich zu liegen, weil ich mich im Deckenschlafsack verklemmt hatte.

3 Strudel für ein Halleluja

Jakobsweg Zeitreise – 3 Strudel für ein Halleluja

Ich werde von Tag zu Tag immer panischer. Das Wetter wird irgendwie auch nicht besser und die Volksküche rückt immer näher. Ich hab noch nichts gepackt und ich muss noch irgendwo eine Weinraute auftreiben. Die Kohlrabifrage ist zwar geklärt, aber dazu kam die Karottenproblematik. Dann ärgert mich die Hanna schon den ganzen Tag. Also streiten wir schon den ganzen Tag und ich soll nebenbei auch noch arbeiten und nach Möglichkeit alles wegarbeiten und auf den Stammtisch soll ich auch noch gehen. Ich muss irgendwas schönes kaputtmachen. Das ist auch schon wieder so ne Sache an der ich arbeiten muss.

Im Übrigen sind meine Ärmel noch nicht fertig und meine Schürze und ich wollte noch ein weiteres Häubchen machen und ich habe natürlich noch keine einzige Ledertasche gemacht. Aaaaaahhhhh!

Warum machen wir des eigentlich mittelalterlich? Und hoffentlich hält alles was ich in den letzten Tagen zusammengeschustert habe. Alle Männer sind mir mittlerweile scheißegal und ich hoffe, dass mich noch heute der Schlag trifft, dann muss ich mir die Blöße nicht geben, dass man im Leben nicht alles mit Blasen, einer Flasche Rotwein, Vaseline und einer Wund und Heilsalbe lösen kann.
Ich hatte mir mit der Volksküche so viel Mühe gegeben, und jetzt alles hinschmeißen, kommt nicht in Frage. Ich muss da jetzt durch.
Meine Streiterei mit der Hanna ist im Sande verlaufen, jeder macht des was er will und wir treffen uns halt irgendwann im Basic und kaufen für die Wanderschaft und die Volksküche ein. Wo Hanna jetzt plötzlich doch mitkommt und sie will auch mitkochen, hat sich das Streiten doch nicht etwa gelohnt, oder haben wir beide irgendwann erkannt, dass wir langsam mal damit anfangen sollten an einem Strang zu ziehen. Im Nachhinein hab ich fast ein schlechtes Gewissen, dass mir das Streiten immer so viel Spaß macht. Und das ist gar nicht gut, wenn ich auch noch Recht behalte und noch dazu meinen Willen bekomme. Ich sollte mich nicht daran gewöhnen, dass alles so gut klappt. Irgendwie muss ich wohl auch noch bei Hanna entschuldigen und mich bei ihr bedanken, weil sie mir doch viel geholfen hat, beim Nähen und jetzt auch noch beim Kochen. Schmunzel.
Meine Befürchtung, das bei der Volksküche keiner kommen könnte, traf nicht zu, auch wenn es mehr hätten werden können. Und mehr Met hätte sie auch trinken können. Aber nochmal ein herzliches Dankeschön an alle, die da waren. Aber selbst wenn drei Chaoten in einer viel zu kleinen Küche arbeiten, kommt doch tatsächlich was heraus, was man anscheinend essen kann. Ich hab mir sagen lassen, das alles so gut abgeschmeckt war und ich muss zugeben, ich hab eigentlich gar nichts abgeschmeckt. Keine Zeit! Besagt das jetzt, dass ich doch irgendwie kochen kann oder war alles nur Glück. Na ja, egal auch dem Vereinsheim hat es wohl auch getaugt und wir dürfen wiederkommen und nochmal kochkünsteln. Und des nächste Mal gibt es nur Kartoffeln und wenn jemand meckert, kriegt eine Pastinaken-Sellerie-Petersilienwurzelsuppe und wenn ich damit ein Bio-Viagra erfinde und es gleich am lebenden Objekt teste, soll es mir recht sein. (Und ich habe festgestellt, dass Meerrettich echt zum Heulen ist!)
Das Einzige was nicht geklappt hat, war der Nachtisch, der Birnenstrudel ist nicht rechtzeitig fertiggeworden, obwohl ohne einem Nudelholz einen Strudel hinzukriegen ist eine reife Leistung. Aber er ist halt nicht fertiggeworden.
Meinen Einstand als Kochkünstler hatte ich überstanden und einen Tag später hatte ich meinen Ausstand und meinen Hausstand, mit 3 Strudel und dem Anderl im Auto auf dem Weg in den Bayrischen Wald. Auf der Vorderachse zwei Sommerreifen, einen davon hatte ich am Vormittag noch gewechselt und auf der Hinterachse zwei Winterreifen, über die Funktionalität möchte ich mir gar keine Gedanken machen und nachdem meine Gebete wohl erhört worden sind, schneit es wohl nicht mehr, hoffe ich.
Dann ist es Ende März absolut unmöglich Lederhandschuhe und Isomatten zu kaufen. Wer geht auch im März zum Wandern und zum Campen? Beim Packen ist mir dann aufgefallen, dass ich viel zu viele Handschuhe besitze, ist nur die Frage warum ich einen Tag zuvor das Gefühl hatte, ich müsste mir welche kaufen.
Jetzt bin ich irgendwo im Bayrischen Wald auf einem Conplatz mit mehr Schnee und Matsch, als man sich vorstellen kann und die Panik überfällt mich schon wieder. Meine Ärmel sind nicht fertig, ich hab die Kraxe noch nicht gepackt und ich hab nur meine Holzschuhe dabei, weil ich beim Packen nur an die Wanderung gedacht hatte, aber nicht daran, dass ich ja noch auf dem Con bin. Aaaaaahhhhh! Und wir werden alle erfrieren…Dann habe ich natürlich keine neues Häubchen gemacht und mein Zweithäubchen „Die Müllerin“ habe ich auch noch vergessen und die 3 Strudel müssen auch noch gegessen werden…
Das Wetter wird mir langsam echt egal und die Männer, die hier reihenweise herumhüpfen, versuche ich weitestgehend zu ignorieren. Ich habe zwar ein bisschen auf dem Con mitgeholfen, aber die meiste Zeit bin ich auf einer Bank auf der Sonne gesessen und habe meine Ärmel genäht und hab auf den Hund Ida aufgepasst, danke Vroni für die Mußestunden, die habe ich echt gebraucht.

Jakobsweg Zeitreise – Im Vorfeld

Jakobsweg Zeitreise – Im Vorfeld

Das Vorhaben den Jakobsweg zu gehen, das kann ja jeder, machen tun es nur wenige und durchziehen tut es kaum einer, aber in mittelalterlichen Klamotten zu gehen, ist schon ganz schön außergewöhnlich. Und dann noch mit Holzschuhen und mit einer Kraxe auf dem Rücken, des ist wirklich schon ganz schön einzigartig bescheuert. Dann haben wir uns in den Kopf gesetzt von Passau bis Santiago zu laufen. Ein fast wahnwitziges Vorhaben. Ich habe mir gedacht, bevor ich in der Weltgeschichte rum raufe, sollte ich vielleicht erstmal meine Heimat kennenlernen.

Wir reden schon lange davon und planen tun wir auch schon lange, aber endlich soll es soweit sein….vom 30.03.08 bis 04.04.08 waren wir unterwegs….Ein erster Materialtest, eine Woche, wie weit man kommt, mit der Ausrüstung, mit dem eigenen Körper usw.
Wir haben in einer Woche ca. 60 km geschafft und ich habe ca. 80 Tagebuchseiten geschrieben, die ich nun versuche aufzuarbeiten…
Ich hab mir im Vorfeld eigentlich keine großen Gedanken gemacht, warum ich den Jakobsweg eigentlich gehen will. Die Idee an sich war es, die mich davon überzeugt hat, damit anzufangen. Die Suche nach der Authentizität, nach dem Leben wie es früher war… als die Menschen nur das besaßen, was sie tragen konnten und nur so weit laufen konnten, wie ihr Körper es ihnen erlaubte, dem Wetter und der Landschaft hilflos ausgeliefert. Damals kam dann auch noch die heimische Tierwelt hinzu, die durchaus gefährlich sein konnte und die Räuber und Wegelagerer und der Neid und die Mißgunst der anderen Menschen.
Was die Wanderung aus mir machen wird und welche Menschen wir begegnen werden, darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Oder ob wir die Menschen verändern, denen wir begegnen, daran wagte ich gar nicht zu denken. Ich war der Meinung, dass wir wahrscheinlich schon in Passau festgenommen werden und unsere Pilgerschaft im Irrenhaus endet. Oder dass wir ausgeraubt, vergewaltigt oder vom LKW überrollt werden. Dann bezweifelte ich, dass meine Holzschuhe halten würden, geschweige denn die Kraxen, meine Knie oder meine Knöchel. Dann dachte ich im Vorfeld an den Muskelkater und dass wir einfach aufgeben würden und aus Bequemlichkeit nicht weitermachen würden. Als es dann zu Ostern auch noch zu schneien anfing, wurde die Angst immer größer, dass wir einfach erfrieren würden und uns keiner findet, weil wir irgendwo authentisch im Wald übernachten wollten.
Die Vorbereitungszeit war wie immer zu kurz. Ich hab längst nicht alles fertig genäht was ich gerne mitgenommen hätte haben wollen, dann wollte ich noch für alles eine Ledertasche machen, damit unterwegs wirklich nichts nass wird. Die Überlegung alles ganz authentisch zu machen, macht mich ganz Wahnsinnig. Hält auch alles was ich da näh? Wir hatten kein Deo und keine Schminke dabei, nur eine Rosmarinkernseife. Einfach verrückt!
Der Plan war am Donnertag vor der Wanderung Volksküche im Vereinsheim, am Freitag Nachmittag auf ein Wikingerspiel der Falkenklinge und am Sonntag sollte uns der Anderl nach Passau fahren, und dann würde es losgehen.
Die Woche vor Ostern war eh schon so turbulent, da ich eh schon so verwirrt war, zum Thema Bine und die Männer hab ich ja schon viel geschrieben. Meine Verwirrung stieg von Tag zu Tag, mir liefen viele Männer über den Weg, alte Freunde, alte Liebhaber, neue Bekannte, was meine Verwirrung nicht wirklich entwirrte. Aber nachdem mein Terminkalender eh schon ziemlich voll war, hab ich alles, also auch die Männer, auf nach der Wanderung verschoben, wo ich sie oder die Männer mich, dann eh vergessen hätten.
Aber was bringt es mir eine alte Liebe wieder aufzuwärmen, um dann erstmal eine Woche pilgern zu gehen. Außerdem hatte ich ja noch so viel zu machen, ich würde ja nie fertig werden, wenn ich mir jetzt noch den Kopf verdrehen lassen würde.
Zu allem Überfluss fing es auch noch an zu schneien, und ich wünsche mir es würde damit aufhören. Ich als Winterkind, bin den ganzen Winter mangels Schnee nicht zu meiner Winterwanderung gekommen. Wünsche mir jetzt, dass es jetzt sofort zu schneien aufhört und umgehend Frühling wird. Versteh das wer will, ich nicht.
Mein Terminplan macht mich auch völlig wahnsinnig, ich muss tatsächlich zugeben, dass ich mir mit der Volksküche und dem Con (LARP-Veranstaltung) am Wochenende zu viel aufgehalst habe und es gab keinen Tag, an dem ich nicht alles hinschmeißen wollte. An einem Tag war ich sogar kurz davor meine Mitbewohnerin rauszuschmeißen, die noch dazu meine Pilgerschwester ist. Wir haben in der Woche vor der Wanderung verdammt viel gestritten. Es war eigentlich auch immer begründet und ich hatte oft recht und gerade deswegen hätte ich vielleicht einfach mal des Maul halten sollen. Aber dann wäre mir ja der Genuss des Streitens entgangen. Das ist auch so eine schlechte Charaktereigenschaft an der ich während meiner Wanderschaft arbeiten muss.

Aus gegebenen Anlass einfach mal die Schnauze halten.

Aus gegebenen Anlass einfach mal die Schnauze halten.

Aus gegebenen Anlass, wie ich das hasse, wenn mein Chef eine Bereichsbesprechung mit diesen Worten beginnt. Er sagt das immer, wenn einer von uns etwas ausgefressen hat, oder wenn gar jemand verpetzt wurde, etwas ausgefressen zu haben. Meistens bin ich dran beteiligt, auf die einen oder anderen Weise. Obwohl die für mich bestimmten Anschisse mit der Zeit auch immer weniger werden. Ich komme mir meistens vor, wie bei CSI Berufsgenossenschaft, wenn wir (meistens ich) was echt wichtiges herausgefunden haben, dann ist ein Anschiss schon okay, aber angesprochen fühlt man sich irgendwie immer, wenn er diesen Satz sagt. Und ein schlechtes Gewissen hab ich eigentlich auch immer, auch wenn ich mal keinen verpetzt habe und/ oder ausnahmsweise mal nicht an allem Schuld bin. Nicht das ich eine Petze bin, aber wenn etwas schief läuft, dann muss man auch mal zum Chef gehen und was sagen und zwar bevor das Kind in den Brunnen fällt, weil ausbaden muss es eh meistens ich, also mach ich es lieber, bevor die Kacke am dampfen ist. Manchmal komme ich mir wirklich vor wie bei der Feuerwehr, wegen dem ständigen Eisen aus dem Feuer holen und so.

Aber ich bin schon wieder völlig am Abschweifen, was vielleicht auch ganz gut so ist, weil ich vorhin so grantig war und jetzt hab ich mich schon ein bisschen beruhigt. Dann kann ich hoffentlich, dass folgende etwas Objektiver schildern.

Also ich bin heute mit Olga bei den Schaumschlägern gewesen, um meinen Tag mit ein wenig Kunst am Wort ausklingen zu lassen, in der staden Zeit. Ein bisschen krank bin ich eh grad und völlig fertig sitze ich also mal wieder in der ersten Reihe und lausche den Künstlern. Ich nehme jedes Wort auf, was ihnen von den Lippen fliegt, es ist wiedermal sehr geistreich und schön, hätte beinahe mal wieder fast geweint, weil es grad a so schön war.

So und vor der Pause kommen 3 Damen, wohl Bekannte von einem Künstler. Die Damen sind schon leicht angedüdelt und werden in der Pause auf die Plätze hinter uns gesetzt. Ich habe mir nichts weiter dabei gedacht, obwohl ich es schon echt nervig fand, dass die zuspät gekommen sind und dabei waren wir heute auch schon ganz schön spät.

Eine vor den Damen hatte ein echt lautes Organ. Eigentlich sollte ich ganz ruhig sein, weil ich auch ein echt lautes Organ habe. Dann ging die Vorstellung weiter und hinter mir war immer noch eine leichte Unruhe. Die Künstler waren brillant, geistreich und sau gut drauf, es sind ja alles alte Hasen gewesen. Und die Dame hinter meinem Ohr gab zu jedem Satz der Künstler ihren geistig minderbemittelten Senf dazu.

Gut, ich sag auch oft was, auch laut, wenn mir von der Bühne so zusagen der Ball zugeworfen wird. Und ich bin auch oft laut und schreie immer öfter viel Beifall und bin ein Groupie und führ mich bestimmt auch noch öfter auf, (Aber ich halte auch oft genug die Schnauze, weil ich immer der Meinung bin, dass die Künstler ihre Ruhe haben wollen, wenn sie ihre Performance machen!) aber ich hoffe inständig ich bin wenigstens ab und zu ein bisschen geistreich und lustig. Und nicht so peinlich wie die Dame da hinter mir. Ich finde es schon nicht mehr lustig und ich verstehe schon kaum mehr einen Satz der Künstler, weil die Alte da hinter mir die Schnauze nicht halten kann. Des was die Frau als verstümmelte Wortfetzen aus dem Mund quellen lässt, hat echt keinerlei Unterhaltungswert und ich bin schon sichtlich genervt. Wie gut, dass ich meine Olga, den Ruhepol dabei habe, die mich hoffentlich vor dem bevorstehenden Amoklaufen zurückhält. Ein Künstler macht sich schon Notizen und ich bete inständig bis inbrünstig dafür, dass dieser Abend demnächst noch in einer anderen Geschichte (vielleicht etwas geistreicher als ich es gerade hier tue) den Weg in die Öffentlichkeit findet.

Eigentlich hätte ich mich umdrehen sollen und zu der Frau sagen sollen: „Das eine Frau in ihrem Alter sich von mir Jungspund eigentlich nicht sagen lassen müsste, dass man bei einer Leseshow während der Lesung eigentlich die Schnauze zu halten hat!“

Gut das ich mich nicht umgedreht habe, weil mir so ein Satz in der Hektik bestimmt nicht eingefallen wäre und ich wahrscheinlich ernsthaft aggressiv und unfreundlich rübergekommen wäre.

Also habe ich dann doch die Schnauze gehalten, weil ich wollte ja die Vorstellung nicht stören.

So, jetzt frage ich mich, warum immer ich (die vor denen euch eure Eltern immer gewarnt haben) das Gefühl habe den Moralapostel spielen zu müssen, wenn es noch nicht mal Damen wissen, wie man sich aufzuführen haben, die wahrscheinlich unter der ganzen Schminke meine Mutter hätte sein können.

Die Gesellschaft ist es, die uns alle in solche Formen pressen will, aber wenn dann diese Form nur unter Alkoholeinfluss zu ertragen ist, dann bleibe ich doch lieber außerhalb der Norm und nüchtern und halte ab und zu mal meine Schnauze.

Ich bin zu alt, um ein Groupie zu sein

Ich bin zu alt, um ein Groupie zu sein

Es ist Winter und ich treibe mich zur Zeit wieder als Gast in der Kleinkunstszene herum und am Ende eines Abends lande ich meistens im Vereinsheim. Dort fühl ich mich wohl, wie ein zweites Zuhause, da kann der Volksmund gerne mal draußen bleiben. Mittlerweile gehe ich nicht nur zum Kunstkonsum hin, immer öfter bleibe ich da, auf ein geistreiches Gespräch, einen Drink oder keiner heißen Schokolade. Ich beende mein Wochenende im Vereinsheim und beginne meine Woche im Vereinsheim. Ich freue mich immer wieder, erschreckenderweise, wenn es Montag wird, dann ist wieder ein Vereinsheimtag. Ich gehe sogar freiwillig Montags in die Arbeit und der Montag ist längst nicht mehr so verhasst wie früher. Ich werd wirklich alt. Und spießig! Mittlerweile ist mir geistige Inspiration wichtiger als alles andere, was das Leben lebenswert macht. Jahrelang war ich immer die Geliebte und Muse zahlreicher weniger bekannter Künstler. Vor lauter bemusen meiner Männer, blieb für mich nichts mehr übrig. Hilfe, war ein Groupie. Und ich hab es verdammt viel und verdammt oft derb krachen lassen. Trotz des vielen Spaß, war ich doch immer nur die Geliebte und war eigentlich immer allein. Allein bin ich jetzt zwar immer noch, aber ich bin von meinem eigenen Groupietum schon lange runter und es geht mir eigentlich nicht einmal ab.

Ein selbstzerstörerischeres Hobby kann ein Mädchen wirklich nicht haben. Erst gibt Mädchen ihr sämtliches Taschengeld für die Bravo und damals noch Platten aus, später waren es CD..s und Konzertkarten. Das Leben in der ersten Reihe bestimmt ihr Leben. Dann versucht die junge Frau sich zuerst mit den Merchandisern und den Securities anzufreunden, um irgendwie in den Backstagebereich zu kommen und dann landet sie doch bei dem ein oder anderen Techniker. Über den Techniker kommt Frau dann früher oder später auch zum Ziel. Am Ende muss Frau feststellen, dass es sich nicht richtig anfühlt. Und irgendwann wacht Frau auf und stellt fest, dass Mann es nicht mehr toppen kann. Und Frau kann nicht ohne geistige Ansprache leben. Dann doch lieber allein. Mittlerweile allein mit meinem Laptop. Es ist doch viel angenehmer, am Morgen nicht irgendwo aufzuwachen, sondern zuhause, in eigenen Bett und der Laptop schnurrt vertraut im Standby-Betrieb. Des Öfteren auch mit dem Laptop auf dem Bauch und der Maus in der Hand….

Irgendwann werde ich entweder im Schlaf meinen geliebten Laptop kaputt machen, oder mir mit meinen Stricknadeln ein Auge ausstechen. Ich werde wirklich alt. Heutzutage lasse mich nur noch fremdbemusen, immer noch in der ersten Reihe, nicht immer, aber oft genug. Hm. Ich bin im Herzen aber immer noch ein Groupie, nur ohne Geschlechtsverkehr. Ich versuche den Künstlern nach Möglichkeit nicht auf den Keks zu gehen, wobei mir es immer öfter echt schwer fällt. Wo sonst kann Frau freilaufende Künstler ungestört beobachten, als im Vereinsheim. Ich bin schon wieder auf Entzug. Aber, keine Sorge, es ist bald wieder Sonntag oder Montag.

So, jetzt langt..s langsam mit dem Schreiben, ich werde jetzt aufhören zu schreiben und heute Abend noch ein bisschen stricken oder lesen…der Laptop wird runtergefahren…Plötzlich ist es dunkel und ich höre ein lautes Rauschen, des sich immer mehr nach einem Kreischen tausender 17jähriger Mädchen anhört. Licht blitzt am Himmel. Moment, es ist gar kein Himmel. Ich komme mir vor wie eine kleine Bine in einem Bienenhaus. Das Licht wird stärker und ich kann die Decke des Bienenkorbes erkennen. Ich stehe in der Olympiahalle. Häh. Plötzlich werde ich fast zu Boden beschallt und dann strahlen helle Scheinwerfer mir entgegen und ich drehe mich ganz intuitiv um. Hinter mir stehen Tausende 17jährige Mädchen und Kreischen. Am Mischpult steht der Lichtl, nur dass er viel jünger und schlanker aussieht, als ich ihn vor Jahren kennengelernt habe. In was für einer Zeitschleife bin ich nun gelandet. Ich sehe entsetzt an mir runter. Ich bin bemerkenswert schlank und ich habe mein altes Toten Hosen Shirt an und meine Röhrenjeans. In die habe ich schon seit 15 Jahren nicht mehr gepasst. Ich fasse an meine Schläfen, um Himmels Willen, wo ist mein Iro. Ich habe zwei bescheuerte Zöpfchen, die mir vom Kopf wegstehen. Ich ziehe an meinen Zöpfe, so dass ich die Farbe erkennen kann. Scheiße, es ist Curryketchup! Ich hasse die 90ger und meine Eltern. Und wo sind meine Brüste. Himmel, ich bin wirklich 17. Dabei bin ich so stolz auf meine Brüste. So eine Scheiße. Ich wollte nie wieder 17 sein, des war ein furchtbares Alter, da wusste ich doch noch nicht, was ich will. So eine Scheiße. Ich beiße auf meine Lippen und drücke auf den Stresspunkt zwischen meinen Augenbrauen. Ich sehe wieder an mir runter und ich habe gar nicht mein geliebtes Tote Hosen T-Shirt an, sondern ein……was……New Kids on the B-Block-Girlieshirt an. Mir wird schlecht. Ein Security tippt mir auf die Schulter und schreit mich an, ob es mir gut geht. Dann streichelt er über meine Schulter und grinst mich dreckig an. Entsetzt reiße ich mich von ihm los und torkele nach hinten. Nun kommt die Band auf die Bühne und ein Sprecher schreit in die Menge….
‚New Kids on the Bavarian-Block!‘

Häh? Ich starre wie hypnotisiert auf die Bühne. Die Vereinsheimkünstlercrew steht in hippen 90ger Jahre Klamotten auf der Bühne und fängt eine schwule Performance an zu tanzen. Die Musik ist schrecklich, ganz ohne E-Gitarre. Die Vereinsheimkünstlercrew ist auch wesentlich jünger und teilweise schlanker. Scheiße, welche Drogen hab ich denn abbekommen. Sie haben alle kinnlange, wasserstoffblondierte Haare und ein viel zu großes Head-Sets auf dem Kopf. Damals war des so. Die Musik ist wirklich furchtbar. Es kann nur ein Alptraum sein. Eigentlich müssten da ganz viel E-Gitarren sein. So schlechte Musik haben nicht mal die echten New Kids on the Block gemacht. Und wo zum Teufel ist mein Iro. Dann schwant mir etwas arg böses, wenn mein Iro weg ist, dann bin ich ja wohl auch nicht tätowiert. Ich ziehe meinen Ärmel hoch, wo ist mein Starshiptroopershelm. Scheiße, wenn ich erst 17 bin, dann gibt es Starship Troopers erst in ein paar Jahren. Und wenn ich mich recht entsinne, dann bin ich in einem waschechten Alptraum. Ich verbiege mich und linse auf meinen verlängerten Rücken. Ich habe gar nicht meine Rohrenjeans an. Ich habe eine Hüfthose an. In welcher Dimension hat man in den 90gern Hüfthosen getragen. Was ist das, ich hab ein Strichmanschgerl am Arsch. Ein Arschgeweih für arme Teenies. Wenn ich rubble, dann löst es sich bestimmt und es nur ein Bravo-Abziehbildchen. Nein, es ist kein Abziehbildchen. Mist. Als ich mal wieder nach vorne sehe, habe ich eine ‚Hello Kitty‘ Kindergartentasche um meinen Hals. Sag mal ‚Hello Kitty‘ gab es doch bestimmt in den 90gern bestimmt noch nicht. Ich beschließe mich auf den Boden zu setzen und in meinem Traum von 17jährigen Mädchen zertrampelt zu sterben. Dann ist es entgültig vorbei. Auch mit mir, aber das ist mir egal. Ich werde auch nicht meinen Namen tanzen, auch wenn ich dann endlich völlig schockiert aufwachen kann. Ich kriege ein schreckliches Pfeifen im Ohr. Ein schönes Pfeifen. Es ist doch eine E-Gitarre im Spiel, ich darf die Hoffnung nicht aufgeben. Ich hab auch bestimmt wieder meine alte Röhrenjeans an. Ein starker Ruck bringt mich auf die Beine und ein Securitymann hat mich auf seine Schulter geladen und schleppt mich raus. In dem Moment springt ein Künstler, dessen Name hier nicht genannt wird, mit seiner E-Gitarre von der Bühne. Der Securitymann setzt mich hinter der Absperrung ab und ein Sanitäter nimmt mich in Empfang. Als der Künstler ohne seine E-Gitarre er wieder über die Abgrenzung gekraxelt kommt, schaut er mich grinsend an. Dann kommt er zu mir rüber. Er nimmt mein Kinn in die Hand und dann schaut er nach unten. Mist, da ist noch die Hello Kitty Kindergartentasche. Er macht sie auf und zieht ein angebissenes Käseschinkentoast heraus, beisst nochmal ab und geht damit wieder auf die Bühne. Ich schreie….. und wache schreiend auf. Mein Backe klebt an einer Seite eines Buches. Als ich aufschrecke, reiße dabei die Seite, die mit Zuhilfenahme meines Sabbers festgeklebt war, ab. Mein Laptop liegt unbeschadet neben mir, das Strickzeug liegt auf dem Boden. Ich höre ein leichtes Summen und dann kommt der restlich Ton wieder zurück zu mir. Im Fernseher läuft Jungle Camp. Mein Laptop läuft mit seinem Summen im Standbybetrieb. Ich ziehe die Seite von meiner Backe ab und lege sie ins Buch zurück. Ich habe im Schlaf die Seite mit der Widmung abgerissen. Mist. Ich kratze mir am Kopf. Da ist mein Iro. Ich fasse mir mit einer Hand an meine Brüste. Meine Brüste sind wieder da. Hurra! Mit der Anderen ziehe ich den Ärmel meines alten Toten Hosen Shirt hoch, da ist mein Starshiptroopershelm. Alles wird gut.

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