Hetzjagd

Hetzjagd

nebelEin junge Frau lief durch den nächtlichen Wald. Ihr Atem ging schwer. Sie blickte gehetzt nach hinten, es schien als würde sie jemand zu verfolgen. Der Waldboden war nass und rutschig, es hatte kurz vorher geregnet und es tropften immer noch schwere Tropfen von den Blättern und Ästen auf sie herab. Einige Zweige schlugen ihr hart ins Gesicht, als sie wieder nach vorne blickte. Sie keuchte vor Schmerz laut auf und hielt sich schützend die Arme vors Gesicht. Ihre Füße rutschten immer wieder über Wurzeln und herabgefallene Äste.

Aus ihrem Mund kam bei jedem Atemzug ein angsterfülltes Wimmern, hastig blickte sie wieder nach hinten. Sie konnte einen Schatten hinter sich erkennen. Augenblicklich schien sie schneller zu laufen, dabei stolperte sie unachtsam über einen Baumstumpf und kam ins Straucheln, sie fiel zu Boden, konnte sich aber gleich wieder aufraffen und lief weiter im Zickzack durch den Wald.

Die Bäume standen nun viel dichter aneinander, so dass sie sich durch das Dickicht der Äste kämpfen musste. Sie keuchte laut und kämpfte sich weiter, sie konnte ihren Atem dabei sehen. Kälte umhüllte sie und brachte Nebel mit, der sich über den moosigen Waldboden, wie eine Schlange bewegte.

Ihr ganzer Körper zitterte, ihre Kleidung war schmutzig und völlig durchnässt. In ihrem Gesicht und an den Armen waren mehrere blutige Kratzer zu sehen. Doch sie kämpfe sich weiter.

Sie kroch durch das Gestrüpp eines Busches, der ihren Weg versperrte. Das Erdreich unter ihr gab plötzlich nach und ehe sie sich versah, rutschte sie einen Abhang hinunter.

Als ihr Körper zum Stillstand gekommen war, versuchte sie sich wieder aufzuraffen. Doch ihre Muskeln waren wie gelähmt vor Kälte und Anstrengung. Doch der Schatten, den sie oben am Hang für einen kurzen Moment erblickte, beflügelte ihr Handeln. Sie musste weiter. Sie musste hier weg. Also rannte sie.

Nach wenigen Minuten kam sie auf eine Lichtung. Sie blieb einen Moment stehen, um zu verschnaufen und sich umzublicken. Weit entfernt konnte sie Lichter durch den Wald schimmern sehen. Hoffnung keimte ihn ihr auf und sie lief weiter auf die Lichter zu.

Plötzlich packte sie jemand und riss sie fast von den Füßen. Starke Arme drückten ihr die Luft aus den Lungen. Ein Schaudern lief ihr über den Rücken, als kalte, glitschige Finger die nackte Haut ihrer Arme berührten. Sie versuchte zu Schreien, doch ihr Angreifer hielt ihr den Mund zu. Ein seltsamer Geruch kroch in ihre Nase und sie konnte noch schwarze Finger sehen, bevor ihre Sinne für einen kurzen Moment schwanden.

Der Angreifer lockerte seinen Griff, als ihr Körper in seinen Armen erschlaffte. In diesem Moment war sie wieder voll da, riss sich los und kam aber ins Straucheln. Er konnte sie gerade noch an den Haaren packen, ihr Kopf machte einen Ruck nach hinten. Sie schrie laut auf, fiel hart auf den Boden und er stützte ihr hinter her.

Benommen versucht sie sich unter seinen Gewicht herauszuwinden, doch seine Finger waren immer noch in ihren Haaren vergraben. Er stand stumm auf und schleifte sie an den Haare hinter sich her. Sie schrie erstickt, weil ihr eigenes Schluchzen sie daran hinderte.

Irgendwann lies er von ihr ab. So halb gegen einen Baum gelehnt lies er sie einfach liegen. Sie hörte Schritte, die sich von ihr entfernten. Vom Schmerz war sie so benommen, dass sie kaum fort kriechen konnte. Sie versuchte es trotzdem. Der Versuch wurde je gestoppt. Eine schwarze Faust verfehlte sie nur knapp, doch der zweite Schlag sitzte und die wurde endgültig bewusstlos.

Sie erwachte erst wieder, als ein reißenden Geräusch neben ihrem Ohr ertönte. Geschockt riss sie die Augen auf und bemerkte, dass sie gefesselt war. Wieder dieses Geräusch. Und irgendwas wurde ihr über den Mund gelegt und fest gedrückt. Als sie ihren Mund versuchte zu bewegen, erkannte sie, es war Klebeband. Wieder dieses Geräusch. Ihre Nackenhaare stellten sich auf, sie versuchte sich zu bewegen, doch er hatte nicht nur ihren Mund zugeklebt sondern ihren Kopf leicht nach oben gestreckt an den Baum geklebt. Sie hatte das Gefühl gleich ersticken zu müssen.

Plötzlich stand er über ihr und sie musste ihn direkt anblicken, sie erkannte aber nur schwarze Schemen und sie sah eine Klinge vor ihrem Gesicht aufblitzen. Aus Angst kniff sie die Augen zu und hoffte, dass es schnell vorbei sein würde. Aber weit gefehlt. Wieder ertönte dieses Geräusch. Er klebte ihr fast schon liebevoll ihre Augenlider mit dem Klebeband an der Stirn fest.

Trotz dessen dass sie halb am Ersticken war und ihr Kopf nach oben gestreckt war, bemerkte sie, dass ihr warmes Blut und/oder Rotz aus der Nase rann und über ihr Gesicht und Hals nach unten lief. Auch in ihrem Mund sammelte sich Blut und von dem eisernen Geschmack in ihrem Mund musste sie würgen. Sie versuchte irgendwie zu atmen, doch das Tape vor ihrem Mund und die Schlonze in ihrer Nase hinderten sie daran.

Das Messer tauchte wieder vor ihrer Nase auf und er ritzte ihr einen kleinen Schlitz in das Klebeband. Sie bekam besser Luft, aber das war nicht das was er damit beabsichtigt hatte.

Nur eine Sekunde, nachdem er das Messer aus ihrem Blickfeld genommen hatte, beugte er sich ganz nah über ihr Gesicht und stieß ihr seine Zunge in Mund. Das Tape riss weiter ein, aber sie konnte ihren Mund kaum bewegen, da auch ihr Kiefer mit dem Tape so fixiert war, dass sie sich nicht mal mit den Zähnen hätte wehren können. Irgendwann lies er von ihr ab und sie nutzte die Zeit einfach nur um zu atmen. Seine Hand strich über ihr Gesicht und endlich bemerkte sie, dass er schwarze Gummihandschuhe trug. Dann glitt er mit den kalten Fingern über ihren Hals und mit einem Ruck riss er ihr Shirt vom Leib. Mit dem Fetzen Stoff wischte er über ihr Gesicht.

Sie blickte ihn gezwungenermaßen weiter an und ihr Atmen stockte, als sie den Reißverschluss hörte…

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Schal-los ausgenutzt!

Schal-los ausgenutzt!

axtIch hab mir eigentlich gedacht, wenn ich mal einen Stalker kriege, dann macht der sich bemerkbar, aber nein. So wie es aussieht habe ich tatsächlich schon länger Einen. Und hab es nicht mal gemerkt. Was bin ich auch unaufmerksam, sorry unerkannter Verfolger! Hättest du dich bei mir vorgestellt, so mit Name und Anliegen, hätten wir über dein Problem reden können und je nach dem wie pervers dein Problem ist, hättest du vielleicht auch nicht gleich Bekanntschaft mit meiner Axt ‚Sven 2.0‘ gemacht, du Penner! Aber nein, mein Stalker klaut anscheinend nur meine Schals und entkommt jedes Mal unerkannt. Hätte mich ja gefreut, wenn er mir was da gelassen hätte, so von sich oder irgendeinen Hinweis, einen klitzekleinen Hinweis. Aber Nein! Der 4. schwarze Schal innerhalb eines halben Jahres ist weg. Weg, weg und kommt nicht mehr zurück! Und ich habe wirklich gesucht, überall: Sie sind nicht in meinem Auto, nicht in meiner Wohnung und nicht im Fundus. Nicht hinter der Waschmaschine, nicht unterm Sofa oder an sonst irgendeinem unmöglichen Ort.

Mögliche Aufenthaltsorte: Der Raum der Wünsche. Ähm…Nein! Nachdem ich auch keinen Patronus habe und wenn ich einen hätte, wäre er ein Steak! Und weil Harry Potter einen gestreiften Schal hat, ist meiner da wohl nicht.

An dem seltsamen anderen Ort im RaumZeitKontinuum, wo bereits meine Unschuld, meine Jugend, mein angebissenes Käseschinkentoast, einige meiner Texte und sämtliche Kugelschreiber und Feuerzeuge sind, die auf nimmer wieder sehen verschwunden sind. Ja, wenn ich den Ort erwische, dann setzt es aber was!

Dann bleibt nur noch die Möglichkeit, ich hab echt nen Stalker und selbst der ist mir nicht pervers genug, wenn er nur meine Schals klaut. Wie scheiße ist dass denn?

Und ehrlich, wenn ich ein perverser Stalker wäre, würde ich keine Schals stehlen, da würde ich alles Andere mitnehmen, nur nicht die Schals. Verdammt nochmal. Nachdem ich quasi schallos ausgenutzt wurde, ist der Winter nun doch gekommen und ich bin seit Silvester krank. Danke du Arschloch! Und nachdem ich grad ne Sehnenscheidenentzündung vom Nadelbinden habe, kann ich nicht mal meinen Schal fertig stricken.

Zitternd kralle ich mich eisern an meinem Pali fest und warte auf die eitrige Angina, die mich bestimmt bald auch noch befällt und warum? Weil irgend so ein Arsch jetzt an meinen 4 schwarzen Schals schnüffelnd in seiner Behausung sitzt und mich durch meine mit Tape verklebte Webcam beobachtet. Und das hat er nun davon. Ich sitze eingemummelt bis oben hin in meiner Wohnung und versuche mit zur Hilfenahme von Klosterfrau und Co. wieder gesund zu werden. Hüstel! Hättest du mich nicht von meinen Schals befreit, dann wäre ich jetzt Kerngesund und mir wäre Pudelwohl und ich wäre jetzt Splitterfasernackt, so wie sonst auch immer. Das haste jetzt davon, wenn dein eigenes minderperverses Verlangen nach Hinten los geht. Und ich klebe jetzt noch einen Streifen Tape auf meine Webcam, Wichser! Fick dich selbst!

Hätte er nur meine Nylons oder meine benützte Unterwäsche geklaut, das würde ich ja noch verstehen und es wäre ja auch pervers. Und von fehlender Unterwäsche wird man wenigstens nicht gleich krank. Mit Perversen kann ich ja umgehen, da kann man ja noch dran arbeiten, aber Schalfetischisten. Nö. So kann ich nicht arbeiten!

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