Sommer, Sonne, Sonnenschein im Park

Sommer, Sonne, Sonnenschein im Park

IMG_20140605_151353021Geräusche drangen an ihr Ohr. Waren das Vögel? Nein, die Zirkaden zirpen ihr Lied. Sie sind nicht mehr in Kansas!!

In ihrem Kopf wummerte es. Die Zirkaden schienen in ihrem Kopf zu sein. Ja und eine Party scheinen sie da auch zu feiern. Sie wollte sich bewegen, es ging aber nicht. Leichte Panik kam über sie. Sie hatte keine Kontrolle über ihren Körper. Es war so, als wäre sie in der Tiefschlafphase von einem bösen Traum geweckt worden. Sie lag völlig gelähmt da und wusste nicht wo sie war. Sie konnte einen frischen Luftzug auf ihrer Haut spüren und sie konnte spüren, dass sie nur noch einen Schuh trug. Von dem fehlenden Schuh mal abgesehen, schien sie zumindest noch irgendwie bekleidet zu ein. Sie hatte nur den Eindruck, als wäre ihre Strumpfhose irgendwie kaputt gegangen… Verdammt, die war echt teuer!

Entweder war die Party letzte Nacht echt hart gewesen oder sie hatte einfach vergessen den zweiten Schuh auszuziehen. Oder beides! In ihrem Bett lag sie dennoch nicht und sie ärgerte sich immer noch über die kaputte Strumpfhose.

Aber wo sollte sonst der frische Luftzug um sie herum herkommen und die Zirkaden? Wenn nicht, weil sie draußen war? Und Warum? Wo war sie nur? Und was hat sie da nur geritten, bei der Kälte draußen zu pennen?

Zwei Krähen plärrten und sie konnte Flügelschlagen hören. Sie musste wirklich irgendwo draußen liegen. Das könnte auch den harten Untergrund erklären. Erst jetzt spürte sie die Steine in ihrem Gesicht, sie lag so halb auf der Seite und offensichtlich mit der Fresse im Dreck.

Als sie eines ihrer Augen öffnen wollte, schaffte sie es nicht, irgendwie war ihr Auge verklebt. Reflexartig versuchte sie ihre Hand zu bewegen. Sie wollte sich übers Gesicht wischen, doch sie konnte ihren Arm nicht bewegen. Sie konnte beide Arme nicht bewegen!! War sie gefesselt? Ja, verdammt!

Die Fesseln schnitten in ihre Handgelenke. Sie wollte schreien, vor Schmerz und um Hilfe! Doch ihr Mund war auch verklebt, so dass sie nur ein Wimmern von sich geben konnte. Bei jeder Bewegung ihrer Handgelenke schnitten die Fesseln noch mehr ins Fleisch. Sie hatte das Gefühl, als würden die Fesseln auf dem blanken Knochen scheuern. Sie konnte sich nur unter Schmerzen bewegen und sehen konnte sie auch nichts. Und schreien auch nicht!

Das war der Moment wo man in der Regel in Panik verfällt. Doch sie versuchte so ruhig wie möglich zu atmen. Sie bekam noch dazu kaum Luft, ihre Nase war irgendwie zu und ihr Mund, war das ein Knebel?

Wenn das ein schlechter Scherz sein soll, dann wäre jetzt der Punkt, wo alle lachen, bis auf eine. Aber es lachte keiner. Oder doch?

Sie hörte Stimmen und Geräusche, die schnell näher zu kommen schienen.

‘…wenn man sich dann immer rumärgern muss…!’

‚…hätt ich auch keinen Bock mehr…!‘

Die Geräusche entfernten sich wieder, wie die beiden Personen, die eben noch gesprochen hatten. Dann kam wieder ein Geräusch. Ein Fahrrad auf einem Kiesuntergrund. Sie musste unweit von einem Weg im Dreck liegen. Warum bemerkte sie keiner? Hilfe!

Sie versuchte noch einmal die Augen zu öffnen. Mit einem Ruck und unter Schmerzen sprang ihr Auge endlich auf und die grelle Fratze am Himmel stach ihr förmlich ins Auge, deshalb schloss sie das Auge wieder, auch auf die Gefahr hin, dass sie es nie wieder aufbekommen würde. Wahrscheinlich hatte sie sich eh ein paar Wimpern ausgerissen. Was war das für ein klebriger Scheißdreck in ihrem Gesicht?

Sie versuchte sich auf die Seite zu wälzen und blinzelte.

Wieder Stimmen. Diesmal kamen sie langsam auf sie zu.

‘Wenn ich abends alleine bin, muss ich immer an dich denken…!’

IMG_20140603_175445817Wie gut, dass sie die Antwort nicht mehr mitbekommen hatte. Ihr schwappte Erbrochenes in ihre Mundhöhle. Dort war allerdings ziemlich wenig Platz und der Knebel versperrte den Weg nach draußen, also schluckte sie schwer…War wohl nicht ihr Tag heute?! Und warum konnte sie sich an die Party nicht erinnern?! Sie versuchte sich erneut herumzudrehen, und unter unglaublichen Schmerzen gelang es ihr. Doch ihre Drehung wurde je von etwas Harten in ihrem Rücken aufgehalten. Mit ihren gefesselten Händen konnte sie den Stamm eines knorrigen Baumes ertasten. Sie öffnete wieder ihr Auge, dass andere wollte einfach nicht aufgehen. Sie blickte den Stamm einer buckligen Trauerbuche hinauf. Das passt ja. Irgend so ein armer Irrer hatte ein Herz auf den Stamm der Trauerbuche gemalt. C + R? Hat wohl nicht geklappt, was?

Dann blickte sie an ihrem Körper herab. Sie trug ihr Lieblingskleid, die Strumpfhose war tatsächlich kaputt und von dem zweiten Schuh fehlte tatsächlich jede Spur. Sie war mit Klebeband gefesselt worden, dass konnte sie zumindest an ihren Füßen sehen. Aufstehen wird ziemlich schwer werden. Aber sie musste es versuchen. Sie mühte sich einen Moment ab und blieb dann erschöpft an Ort und Stelle liegen. Luft bekam sie nun fast gar nicht mehr. Sie spürte warme Flüssigkeit, wie sie über ihr Gesicht kroch. War das Blut? War sie verletzt? Dem Ersticken nahe drehte sie sich wieder mit dem Kopf nach unten. Und dann sah sie das Blut. Es musst aus ihrer Nase kommen!

Die Angst gleich ersticken zu müssen, übermannte sie und sie wusste sich nicht mehr anders zu helfen, also versuchte sie mit ihren gefesselten Beinen gegen den Stamm zu schlagen. Sie musste Lärm erzeugen. Irgendwie.

Durch die Schläge gegen den Stamm wurde das Tape durchgewetzt und ihre Beine kamen frei. Endlich! Sie versuchte erst gar nicht aufzustehen, weil sie versuchte sich einfach umzudrehen und zumindest auf die Knie zu kommen. Und wenn sie aus der Scheiße kriechen musste!

Gedacht, getan! Bloß robbte sie mehr, als dass sie auf Knien über den Waldboden kroch. Durch die Anstrengung bekam sie zumindest wieder besser Luft und sie versuchte den Geräuschen entgegen zukriechen.

Irgendeiner dieser Jogger oder Biker muss sie doch sehen oder hören. Das Leben rannte in bunten Radlerhosen an ihr vorbei auf der Jagd nach verbrannten Kalorien. Und sie verhungerte an der ausgesteckten Hand mit der Fresse im Dreck. Sie wollte schreien, sie schaffte es aber nicht. Ihre Arme bekam sie auch nicht frei. Ihre Knie waren schon wund, aber sie musste weiter. Dornen rissen an ihren Klamotten. Die Schmerzen spürte sie schon lange nicht mehr, sie wollte nur weg hier. Nach da vorne in die Sonne, da wo die Leute sind, die arglos ihrem Sport nachgingen. Sie konnte vor sich schon den Weg sehen. Doch zwischen ihr und der Freiheit war noch eine Dornenhecke. Da musste sie jetzt durch.

Beherzt warf sie sich seitlich in die Hecke und versuchte sich mit den Beinen durch das Gestrüpp zu drücken. Die Dornen rissen an ihren Haaren und stachen in ihre Kopfhaut. Sie konnte kurz den weißen Kiesweg sehen, als sie plötzlich an beiden Beinen gepackt wurde und mit einem Ruck nach hinten gezogen worden. Sie kam gar nicht auf die Idee sich zu wehren, sie war von der plötzlichen Bewegung so schockiert, dass sie wieder wie gelähmt schien. War sie doch beinahe am Ziel angekommen. Die weißen Kiesel hatte sie doch schon im Blickfeld gehabt. Und da vorne müssen doch Leute sein.

Sie konnte ein fröhliches Pfeifen hören, während ihr Körper über den unebenen Waldboden gezogen wurde.

Irgendwann wurde von ihr abgelassen und sie versuchte im selben Moment zu flüchten, als ihre Beine freigegeben wurden. Besonders weit kam sie diesmal nicht, weil sie erneut gepackt wurde. Eine schleppenden, krächzende, männliche Stimme drang an ihr Ohr.

‘Mein Täubchen, du willst mich verlassen, ohne Aufwiedersehen zu sagen. Das macht mich wirklich sehr, sehr traurig.’

Während der Mann sprach, packt er ihren Kopf und zog ihn nach Hinten, so dass sie gezwungen war, ihm ins Gesicht zu sehen.

Dann fiel es ihr wie Schuppen aus den Haaren. Gestern Nacht war sie allein in der Stadt unterwegs und jemand hatte ihr einen Drink ausgegeben. Dieser Jemand! Dieser Grobian! Er packte sie an den Haaren und schlug sie hart ins Gesicht.

‘Ich hab gedacht, dass du mich liebst und dass du für immer bei mir bleibst!’ zischte er ihr zu, machte dann ein abfälliges Geräusch, riss ihr Kleid mit einem Ruck auf, bevor er fortfuhr: ‘Aber wenn du mein Vertrauen so mit Füßen trittst…!’

Er begann sie grob zu befummeln und schlug sie immer wieder ins Gesicht.

Mehr bekam sie gar nicht mehr mit, eine erlösende Ohnmacht ersparte ihr zumindest kurzzeitig die Schmerzen. Aber genau die Schmerzen waren es, die sie wieder zurück brachten.

Ihre Beine waren wieder gefesselt und sie hatte unglaubliche Schmerzen am Kopf. Ihr war kalt. Ziemlich kalt. Bevor ihr klar wurde, dass sie kaum mehr was anhaben musste, versuchte sie erneut die Augen zu öffnen. Es gelang ihr kaum, ihr Gesicht war wohl von den Schlägen ziemlich angeschwollen. Und genauso fühlte es sich auch an. Sie lag in einer klebrigen Pfütze und es roch nach Blut. Ihr Blut!

Von weit entfernt konnte sie wieder Geräusche hören. Sie röchelte vor sich hin, trotz des Knebels konnte sie Blut schmecken. Die Geräusche wurden lauter.

‘Was ist denn mit dir los? Du willst doch jetzt nicht schon wieder fahren?’ hörte sie eine hysterische Frauenstimme in der Ferne. Die Schritte kamen näher. ‘Wir sind andernhalb Stunden hier hergefahren und jetzt willst du sofort wieder heim? Was ist denn mit dir los, Herbert? So kenn ich dich ja gar nicht!’

‘Schau mal da liegt ein Schuh!’ meinte Herbert.

‘Diese Jugend heutzutage, keine Werte mehr. Lassen einfach ihre Schuhe hier liegen!’

‘Es ist nur ein Schuh, Edeltraut!’

‘Ein Schuh, ein Schuh! Trotzdem verantwortungslos! Wenn hier jemand stolpert. An dem spitzen Ding könnte man sich ja die Augen ausstechen.’

‘Sag mal ist das Blut, da am Schuh!’

‘Schau, hab ichs dir nicht gesagt, wie gefährlich so ein Schuhwerk sein kann!’

‘Da wird doch nichts passiert sein?’

‘Spinn dich aus Herbert, lass uns wieder heimfahren!’

Die Schritte entfernten sich wieder von ihr und sie blieb völlig fassungslos im Dreck und ihrem eigenen Blut liegend zurück. Diese ignorante Menschheit heutzutage. Ihr war so kalt und versuchte sich nochmal umzudrehen, damit sie die Sonne sehen konnte, wie sie durch die Trauerbuche schien. Die letzten Sonnenstrahlen des Tages streichelten über ihr zerschundenes Gesicht und ein Tropfen Blut fiel vom Baum herab und landete direkt in ihrem Auge.

C steht für Charlotte. Die nächsten Radfahrer und Jogger hörte Charlotte schon gar nicht mehr…

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Und R ist der Grobian. Am nächsten Tag würde man es in der Zeitung lesen können…

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Der frühe Vogel kann mich mal…

Der frühe Vogel kann mich mal…

amselSeit Wochen sitzt ein kleiner Piepmatz vor meinem Fenster und plärrt als gäb es keinen Morgen, was mich ja eigentlich nicht stören würde, wenn er es nicht immer um 5 Uhr morgens täte.

Bei geschlossenen Fenster kann ich halt gar nicht schlafen und bei offenen Fenster ab 5 Uhr in der Früh irgendwie auch nicht mehr so wirklich.

Nachmittags haben sich jetzt zwei Krähen in der Arbeit eingenistet, die nun die beiden Innenhöfe meines Arbeitsgebäudes terrorisieren. Jetzt könnten böse Zunge behaupten die Frau Rösner hätte einen oder gleich mehrere Vögel, ja einen körpereigenen der mich Nachts nicht schlafen lässt, weil mir so viel Unsinn im Kopf herum geht und einen Externen draußen auf dem Dach, der mich morgens nicht ausschlafen lässt. Und nachmittags die beiden Terroristen, die mich von der Arbeit abhalten, weil sie sich einen Spaß machen von einem Innenhof zum Anderen zu ziehen und sich die nicht vorhandene Seele aus dem Leib zu plärren.

Ich bin also seit Wochen reichlich unausgeschlafen, völlig überarbeitet, kann mich kaum konzentrieren und bin äußerst schlecht gelaunt und leicht kinskiesk in Bezug auf alle nervigen Geräusche. weil wenn man mit 1 bis 2 Tinnitus (Mehrzahl von Tinnitus ist Tinnitus – bei mir wird die Mehrzahl von Tinnitus als Modern Talking zusammengefasst, nachdem meine Tinnitus Dieter Bohlen und Thomas Anders heißen!) wird man leicht aggressiv auf Töne, die die körpereigenen Töne übertönen. Dabei wünsche ich mir nur Ruhe, damit ich mal einen klaren Gedanken fassen kann. Nachdem das mit dem Schnee schon nicht geklappt hat, brauche ich einfach nur Ruhe, um wenigstens ein Bisschen schreiben zu können, oder lernen. Aber nein, erst gibt es keinen Winter und dann kommt der Frühling gleich in lautstarker geballter Ladung und voller Dröhnung voll auf die Ohren.

Ich habe also einen perfiden Plan gemacht, den Störenfried kurz und schmerzlos in die ewigen Jagdgründe zu befördern, ohne jedoch zu viel Aufsehen zu erregen. Was sollen denn die Nachbarn von mir halten, wenn ich wie wild auf dem Dach herum ballere. Und wenn ich es mit der Nerfgun mache, könnte der Vogel ja vielleicht keinen Schaden nehmen. Hm. Also, wollte ich es lieber so machen, wie es die Menschheit schon immer gemacht hat. Auf Vogeljagd mit der Steinschleuder und Netz und ohne doppelten Boden. Ja, liebe Vogelschützer, im Fall von innerer und äußerer Unruhe und akuter Schlaflosigkeit bin ich nicht gut zu vögeln! Ich lande noch in der Irrenanstalt wegen dem schreienden Drecksvieh da draußen.Vor allem wenn ich wie ein Neandertaler mit einer Steinschleuder bewaffnet halbnackt auf dem Dach rumspringe und versuche einen kleinen Singvogel mit Kieselsteinen abzuschießen. Natürlich habe ich meinen Plan nicht in die Tat umgesetzt. Aber die Zwille hab ich schon gefunden…

Prompt hat der Vogel sich auf wundersame Weise heute morgen nicht zu Wort gemeldet und ich hab gleich rabemal gehörig verschlafen, weil mich der Kreischvogel heute morgen nicht geweckt hat. Danke mal dafür.

Dann hab ich mir gedacht, gehst mal in die Arbeit und die beiden tumben Gesellen waren heute auch relativ leise, bis ich heute Nachmittag das Fenster geöffnet habe.

Das war er wiedder der verfickte Kreischvogel-Drecksbastard sitzt jetzt in der Arbeit vor dem Fenster und schreit sich die Seele aus der Kehle. Grr.

Kann ja jetzt schlecht in der Arbeit mit der Steinschleuder auf den Drecksvogel schießen, außerdem liegt die Zwille auch zuhause vor dem Fenster, dass er sie gut sehen kann.

Ich werde ihn zu einem bayrischen Brathuhn verarbeiten, wenn ich ihn erwische oder noch richtig wahnsinnig wenn ich ihn nicht erwische…

As long as it lasts

Die Worte fließen aus den Fingern, den Tränen aus meinen Augen gleich. Du bist Quell meiner Inspiration und Quell meines Leids. Du bist was ich bin und doch bist du fremd.  Du schenkst mir die Lust zu fliegen und doch hältst du mich am Boden fest.

Callingsanity

Du hast mich gefangen, hast mich gezähmt und aus meinen Ketten befreit. Durch dich habe ich die Worte wieder gefunden, die mir so lange fehlten, die ich schmerzlichst vermisste, dachte sie kämen nie zu mir zurück… und dennoch kann ich nicht fliegen, kann nicht frei sein. Noch nicht.

Du hast mich gleich durchschaut und entdeckt was ich zu verstecken versuchte. Das sanfte, das liebevolle, das naive Ich. Das unablässig glauben möchte, dass alles gut wird. Du hast mich verletzlich gemacht und baust doch auf meine Stärke. Und nun sitze ich hier und bin gebrochen aber stärker als je zuvor.

Die Quellen meiner Kraft, die du beinahe zum versiegen bringst, füllst du unbedacht wieder auf, wenn du mir, ohne davon zu wissen, die Hand reichst. Immer im richtigen Moment, immer wenn es am schlimmsten ist und immer wenn ich zu brechen drohe. Dann berührst du etwas in meiner Seele, das die Quelle sprudeln lässt – stärker als je zuvor.  Dann raubst du mir den Atem, erstickst mich fast, doch mit jedem Mal in dem ich beinahe falle – wachse ich. Mit jedem Mal schwächst du mich, bevor du mich erstarken lässt. Stärker denn je.

Ich liebe es wenn du es tust, genauso inniglich wie ich die Zeit hasse, bis es passiert.

Du bist der Sonnenstrahl der durch die Wolken bricht und mein Jammertal erleuchtet. Ich bin der Vogel mit gebrochenen Flügeln, der an deinem Fenster sitzt und dich beobachtet und dabei vom Fliegen träumt und dennoch nicht weiss, ob es irgendwann wieder möglich sein wird.

Und über allem schwebt der Zweifel, in seinem verräterischen, finsteren Gewand und beobachtet wie meine Hoffnung ihre Streiter sammelt. Er flüstert unablässig in meinem Kopf und kämpft gegen mich und rechnet doch nie mit dir. Immer wieder fällst du ihm plötzlich und unerwartet in den Rücken, während ich gerade fast unterliege. Schwächst ihn und stärkst mich. Gibst mir Zuversicht.

Doch auch du entreißt sie mir. Du selbst stehst nicht so fest, wie es scheinen mag. Ich sehe wie schwach du bist. Ich sehe wie du leidest. Und meine Hilflosigkeit brodelt in mir, immer knapp hinter der Fassade.

Ich sehe, dass du dir wünscht das ich stark bleibe, nicht an dir zerbreche – und nur das ist es was ich tun kann. Einen verrückten, aussichtslosen Plan verfolgen. Dich zu stärken, indem ich nicht verliere.

Ich bleibe auf dem Boden, nah bei dir. Und ich leide. Und ich lache. Und frage mich leise bei mir selbst: Wie lange?

Ich werde schwach, will aufgeben und du weißt nichts davon… doch in jedem Moment in dem ich aufschlagen will, mich fallen lassen will in dieses riesige schwarze Loch, dass Aufgeben heisst, nimmst du mich wieder an die Hand. Und du weißt dabei von nichts. Zeigst mir kurz den Sonnenstrahl, den Lichtblick der du für mich bist. Du zeigst mir was sein könnte und ich will es. Ich will es schaffen. Ich will stark sein. Die Quellen meiner Kraft die ich versiegt geglaubt habe, nur noch eine kleine erbärmliche Pfütze im Becken meines selbst, fangen plötzlich stärker zu sprudeln an als zuvor.

Und ich sage leise zu mir selbst: So lange es dauert.

Das Bayowarische Brüllhuhn

Das Bayowarische Brüllhuhn

Guten Abend liebe Leser, wir nehmen uns heute wieder ein bisschen Zeit für die Wunderwelt der Tiere.

Heute ist wieder Tierzeit und ich berichte von meiner Expedition in den tiefen Süden Deutschlands. Also begleiten Sie mich und erfahren Sie mehr über das fast vom Aussterben bedrohte Bayowarische Brüllhuhn.

Mein Name ist Dr. Willfried Bürgel und mein wunderbarer Beruf als Ornithologe (Vögelforscher) verdanke ich meiner Vorliebe, die mich schon als kleiner Junge in die Wälder meiner Heimat trieb, wo ich dann mit dem Feldstecher meines Großvaters bewaffnet, die heimischen Vögel bei ihrem Brunft- und Balzverhalten beobachtete.

Heute nun, bin ich ein Wenig älter, habe aber doch meine Vorliebe zum Beruf gemacht. Also lassen Sie sich von mir nach Süddeutschland entführen, wo ich ihnen das interessante Leben des Bayowarischen Brüllhuhnes näher bringen möchte.

Das Bayowarische Brüllhuhn (Gallus clamat bavarie) tritt oft auf Festivitäten in der Nähe von Bierzelten oder im Umkreis von historischen Bierschänken auf. Meist mit dem Schnabel einem Krug mit Hopfenkaltschale getaucht, vernimmt man dann den Brumpftlaut, der meist weiblichen Brüllhühner, wenn sie kurz den Hals strecken, um zu schlucken. Dann muss man sich schon zu Weilen die Lauscher zu halten, das kann dann schon mal ohrenbetäubend werden. Wenn ich das mal vorführen darf: ‚Brüüüüöööööhllll!‘

Wenn man diese Brüllhuhner dann in ihrer natürlichen Umgebung beobachten will, muss man eigentlich nur auf einer Festivität in landestypische Tracht gekleidet im stillen Gedenken verharren und auf die typischen Laute warten, die dann auch gleich über den ganzen Platz schallen.

Ich bin einer der ersten Ornithologen, der die Brüllhühner bei ihrem Balztanz beobachten durfte und ich habe sogar den ein oder anderen Brüllhahn beobachten dürfen, wie er sich an ein Weibchen heranpirscht.

Diese kleinen possierlichen Tierchen sind nahezu vom Aussterben bedroht und sind nur noch in Bayern zu finden. Durch die immer größere Verbreitung von 24-Stunden-Tankstellen, werden die Bayowarischen Brüllhühner immer mehr ins Voralpengebiet zurück gedrängt. Das grelle Licht verschreckt diese scheuen Gesellen, so dass sie sich nur noch zum Oktoberfest in die Große Stadt trauen, wo man sie dann früh Morgens noch aufgeregt Bröllen hören kann, wenn sie die Norgerl aus den Masskrügen zuzeln.

Ich hoffe diese kleine Exkursion hat ihnen Spaß gemacht. Bis zum nächsten Mal. Wir sehen uns wieder, wenn im Frühjahr die kleinen Brüllkücken schlüpfen.

Vielen Dank und auf Wiedersehen und sein sie immer gut zu Vögeln.

Ihr Dr. Willfried Bürgel

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