Aufzucht und Pflege

Aufzucht und Pflege

Sie haben sich für einen 1EuroNazi entschieden. Wir gratulieren Ihnen ganz Herzlich zu Ihrer Neuerwerbung. Hans 88 ist nun Ihr bester Freund und wird alles machen was Sie gerne möchten. Ziehen Sie ihn zu erst aus und begutachten Sie ihn gründlich. Sie dürfen ihn ruhig ordentlich waschen. Sollte er nach dem Waschen immer noch nicht nach Ihrer Zufriedenheit sauber sein, können Sie ihn auch nach Belieben durchbürsteln. Wir empfehlen Ihnen eine handelsübliche Wurzelbürste. Weiter empfehlen wir Ihnen alle verbotenen Zeichen mit einem Schmirgelpapier oder mit einer Muskatreibe von der Tupperware zu entfernen. Wir wollen ja nicht, dass Sie wegen ihrem neuen Schützlings Ärger bekommen. Nach der Entnazifizierung der Haut Ihres Herrn 88 sagen Sie bitte möglichst kinskiesk: ‚Es reibt sich die Haut mit der Lotion ein… !‘ Wir empfehlen eine handelsübliche Wund und Heilsalbe.

Name und Anliegen

Name und Anliegen

Ich grüble schon seit letzten Freitag über die Begegnung des dritten Reichs im Saturn nach. Ja, ich bin voreingenommen und ich habe Vorurteile, vor allem gegenüber Nazi’s. Die Freiheit nehm ich mir. Ich war eigentlich fest davon ausgegangen, dass der Herr 88 mich verkloppen wollte. Hat er aber nicht. Vielleicht hatte er ja Angst vor mir. Genau. Er war ja nur fast 3 Köpfe größer, als wie ich. Das ist ja auch keine Kunst. Aber er hätte doch keine Angst vor mir haben müssen. Ich kann doch keiner Fliege was zu Leide tun. Wär ja auch überhaupt nicht fair gewesen, wenn ich ihn verprügelt hätte. Bin bestimmt viel schlauer als er. Hatte ja schließlich Geschichtsunterricht.

Und was erzählt er bloß seinen Kameraden, weil er mich nicht verprügelt hat? Hm.

‚Habe eine Punkbraut im Saturn gesehen! Sie hat sich als Hippimädchen getarnt.‘

‚Und hast du sie ordentlich vertrimmt, Kamerad?‘

‚Habe sie nicht vertrimmt. Hatte Angst vor ihr.‘

‚Warum Kamerad?‘

‚Weil sie so klein war!‘

Und selbst, wenn es eine halbwegs ernst gemeinte Anmache gewesen wäre, hätte ich schon ein Wenig mehr erwartet. Gerade bei denen, die die Zucht und Ordnung per se erfunden haben, hätte ich bei einem Ewiggestrigen echt erwarten können, dass er sich wenigstens vorstellt und sein Anliegen vorträgt. Meine Erwartungshaltung ist halt immer zu hoch. Nachdem ich das bei jedem Menschen erwarte und es noch nicht mal die mit mehr IQ schaffen, ihren Namen und ihr Anliegen vorzutragen… Ich kann es halt immer nicht glauben. Aber ist es denn so schwer.

‚Hans, Nazi, aufs Maul!‘ und/oder ‚Hans, Nazi, Ficken?‘

Nun in einem ganzen deutschen Satz:

‚Mein Name ist Hans, ich bin Nazi und ich würde dich gerne vertrimmen!‘

Oder: ‚Mein Name ist Hans, ich bin Nazi und hätte gerne Geschlechtsverkehr mit dir!‘

Oder eine Variation aus Beiden, hätte ich mir ja vielleicht noch eingehen lassen, aber krieg der Affe sein Maul nicht auf, kriegt er auch kein Zucker. Ich will auch immer viel und krieg es nicht.

Am Liebsten wäre mir allerdings gewesen: ‚Mein Name ist Hans, bin Nazi und Vergewaltiger und ich würde mich gerne resozialisieren lassen!‘

‚Ich hab auf dich gewartet!‘

Ich laufe gerade im Moment in die Küche und hole die kleine Muskatreibe von der Tupperware und lege sie in meine Handtasche, ich glaub ich gehe morgen wieder zum Saturn. Und da soll nochmal einer sagen, ich könnte keine Männer quälen.

Des Ohrenkneifer längste Reise

Des Ohrenkneifer längste Reise.

Es torkelte ein Unkeler Ohrenkneifer aus einem Schaffell und ihm war sehr schwindelig nach seiner langen, flauschigen Reise. Er war aus seiner Heimat eher unfreiwilliger Weise verschleppt worden und fand sich im tiefsten Bayern auf einem Häusler Hof wieder. Völlig allein muss er sich in dieser für ihn seltsamen Welt zurecht finden.

‚Kölle Allaf!‘ sprach der Ohrenkneifer, als er endlich einen Artgenossen fand, der auf einem Holzweg stand. ‚Tafeälll besetzeön!‘

‚Ja, was bist’n du für a g’spinnerter Vogl?‘ meinte der bayowarische Ohrenwutzler.

‚Ich bins, der Rutgeär, Schätzeöllllein!‘ schallmeite der Ohrenkneifer, ein seiner Scheren merkwürdig abspreitzend und beäugte das Hinterteil des bayowarischen Ohrenwutzler mit einem leicht glasigen Blick.

‚I bins da Wutzler Karle! Sog a moi, host du grod mein Arsch beaugäpfelt?‘

‚Da simmer dabei! Dat is prima! Viva Colonia!‘

‚Dir hams ja wohl auch ins Hirn g’schiss’n!?‘

‚Wir lieben das Leben, die Liebe und die Lust!‘

‚Ja, und wir glaum an den Herrn, der über uns wohnt und ham a g’scheit Bier, Prost!‘

‚Una paloma blanca…!‘

‚Ja, genau. Sag a mal, host du da Schminke im G’sicht?!‘

‚Kamelle gibt’s das ganze Jahr!‘

‚Ja, Prost, Neujahr!‘

‚Von der Mitte, zur Titte, zum Sack, Zack – Zack!‘

‚Sag a mal, host du mir grad aufm Arsch droschen‘

‚Wie sagt man bei euch, das war ein Liebesdaatscherrl, Schätzeölllein!

‚Liebesdatscherl, Liebesdatscherl, i geb da glei a Liebesdascherl, da foit glei da Watschnbaum um, wenn du net deine Finger bei dir b’hoitst!‘

‚Jetzt haben Sie sich nicht so, schönes Frölllein!‘ meint der Ohrenkneifer und zückt ein Buch ‚Die schönsten Apre Ski Hits – Lyriks!‘

‚I zeig dir glei a schen’s Weiberleit. Du bist du auf da Brennsuppn daher g’schwommen, Depp, damischer?‘

‚Mai Hosenträöga ist ma abgerissen!‘ salbadert der Ohrenkneifer, aus dem Buch zitierender Weise.

Der bayowarische Ohrenwutzler haut dem Ohrenkneifer das Buch aus der Hand und plärrt ihn an: ‚Jetzt ham ma’s aber wirklich g’nau beianander, ich verpass dir glei a Ladehämmung, du Hinterlader!‘

Eine Horde bayowarische Brüllhühner kreuzen ihren Weg. ‚Brüüüüöööööhllll!‘

Der Ohrenkneifer macht sich in die Büsche auf und davon und der bayowarische Ohrenwutzler steht, wie ein Fels in der Brandung, auf dem Weg und harrt der Dinge und lässt sie an sich vorüberziehen. ‚Lauter G’spinnerte, heit ‚z Dog! Ich geh a Bier dringa! Habe’d Ehre!‘

Fortsetzung folgt ‚Das bayowarische Brüllhuhn‘ und Nix fuar unguat!

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