Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 40 – Stolzer Schütze

Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 40 – Stolzer Schütze

Wo wir graIMG_0197d bei Sternzeichen sind: loyal, stolz und ehrlich! So sind sie, die stolzen Schützen. Doch wer über die Maßen loyal ist, erwartet auch etwas Loyalität von seinen Mitmenschen! Und hab ich das dick, wenn man mir in den Rücken fällt, mich belügt und/ oder mir Dinge verheimlicht. Und meine Erwartungshaltung bezüglich meiner Freunde ist allen Anschein nach immer zu groß. Und der Fall ist dann immer besonders tief, wenn ich dann maßlos enttäuscht werde.

Oh Mann, ich kann halt nicht aus meiner Haut, wie auch? War sie doch teuer genug und Lampenschirme aus Menschenhaut sind bestimmt verboten.

(Das Schlimme ist, dass alle Menschen, egal wo ich hinkomme, so unglaublich untertätowiert sind. Es liegt auch nicht daran, dass ich eventuell übertätowiert sein könnte! Nein, selbst wenn ich in eine Gothicdisko komme oder in eine Bikerparty rein platze, bin ich immer noch abartig übertätowiert. Und es gibt durchaus Menschen, die mehr bebildert sind wie ich, nur wo sind die nur alle?

Menno, ich hasse es in einen Raum zu kommen und die stärksten Männer fangen an zu kanoneweinen, weil eine kleine, dicke Frau mehr Eier in der Hose zu haben scheint, als die richtig harten Männer.)

Aber allen Anschein außer Acht lassend, hat die stolze und harte Schale, einen ziemlich weichen Kern und ein verdammt großes Herz. Auch wenn es viele nicht wahr haben wollen, ich bin manchmal ein Mädchen, mit einem großen Herz, aber keinen blonden Zöpfen.

Auch wenn es zu Weilen am Bröckeln ist, was bringt dem Schützen ein viel zu großes, stolzes Herz. In seinem Glanz kann man sich nicht spiegeln. Aber mein Stolz ist das Einzige was mir noch geblieben ist…

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Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 39 – Fremdlampenfieber

Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 39 – Fremdlampenfieber

534993_4865069084381_1958308020_nDa waren sie wieder meine drei Probleme. Ich bin ein Schütze und manchmal ist es tatsächlich ziemlich unheimlich, verflucht und wie verhext, dabei hätte ich es besser wissen müssen: Schützen sind ein kleines aber emsig strebenes Völkchen, denen kein Job zu hart oder zu schmutzig ist, Hauptsache sie stehen im Mittelpunkt oder im Dreck, je nach dem. Das erklärt zwar nicht, wie ich gleichzeitig eine unglaubliche Rampensau sein kann und auf der anderen Seite auch gerne hinter den Kulissen stehe und mich freue wie ein Schnitzel wenn es s528270_4865013282986_2022599481_nchneit, wenn (m)ein Plan funktioniert!

Seit Neuesten bekomme ich sogar Lampenfieber, wenn ich andere für mich auftreten lassen. Das muss der Stolz sein. Wenn jemand eine meiner Rollen mit dem selben Herzblut spielt, wie ich sie geschrieben habe und damit nicht nur mich, sondern auch Andere berührt, das ist mir Bestätigung genug. Mehr brauch ich nicht… Danke!

Danke an Herrn Steiner für die Fotos. Leider konnte ich nicht von jedem Fotos veröffentlichen. Aber meine NSC-Crème de la Crème, Varieté In Progress und viele mehr dürfen sich ruhig angesprochen fühlen! Danke nochmal für alles!

Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 35 – Ehrlicher, kleiner Basterd

Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 35 – Ehrlicher, kleiner Basterd

970082_10200207019844835_627248111_nFür Liebe, Wahrheit und Gerechtigkeit. Ich bin ein Bisschen wie eine Mischung aus Robin Hood, Punisher und Sailor Moon. Ich versuche immer so ehrlich wie möglich zu sein, auch wenn ich da oft bei denen anecke, die es vielleicht grad nicht hören wollen. Manche Sachen kann man manchen Leuten eh nicht ins Gesicht sagen, ohne dass ihre heile Welt wie ein Kartenhaus zusammenbricht. Aber was soll ich machen, die Wahrheit sprudelt geradezu aus mir heraus. Es geht schon soweit, dass ich die Wahrheit aus Personen herauskitzle, wenn ich merke, dass mein Gegenüber mich anlügen will oder mir etwas verheimlichen will. Es ist ein Fluch und ich finde es mehr belastend, ich würde gerne lieber wie ein 12jähriges Mädchen mit blonden Zöpfen über eine wunderschöne Blumenwiese laufen, obszöne Pilzgewächse pflücken und mich dann vielleicht ein Bisschen von Orks durch den Wald jagen lassen, als mich um die Probleme von Anderen zu kümmern. Aber was soll ich machen, ich kann auch nicht aus meiner Haut, ich hab für alles und jeden eine Antwort, nur für mich selbst fällt mir nichts ein…

vom 4.12.2013

Mein Tod war erst der Anfang…

Mein Tod war erst der Anfang…

Ich weiß nicht wie viele Stunden oder gar Tage unsere sterblichen Überreste im Meer getrieben hatten, bis wir wieder an den Strand gespült wurden. Die beiden Gedankenschinder hatten sich wohl entschlossen, das Spiel von Neuen zu beginnen zu lassen und unsere Körper wieder zusammengefügt.

‚Es ist nicht tot, was ewig liegt, bis dass die Zeit den Tod besiegt.‘ – Die Bedeutung dieses Satzes werde ich wohl nie verstehen.

Immer wieder kommen mir Schemen in den Sinn. Momente, die ich unter Wasser erlebt haben muss, als mein Geist von meinem Körper getrennt war. Mein Geist, der seine Seele gefangen hielt. Ich konnte und wollte ihn nicht gehen lassen, er war der Einzige beständige Punkt in meinem abscheulichen Leben nach der Wahrheit, so konnte ich selbst im Tod uns beide nicht loslassen.

Die beiden Gedankenschinder hatten sich verspielt im Meer getummelt, während sie mit ihren Tentakelschlägen ganze Landstriche überfluten ließen. Inseln versanken im Meer und viele arme Unwissende fanden an diesem Tag ihr nasses Grab.
Diese beiden Überirdischen schienen für einen Moment irgendwie glücklich wieder vereint zu sein und ich konnte die Beiden verstehen. So ist es doch an jedem Lebewesen in diesem Universum seine eigene Art zu erhalten, auch wenn man damit andere Lebewesen vernichten muss.

Der Egoismus der Erhaltung der eigenen Art, fressen oder gefressen werden. Deutlicher kann man es einem gar nicht aufzeigen. Nur was sind wir dann, sind wir wieder die Ausgeburt dessen, was im Meer geboren wurde oder sind in uns wieder die beiden Gedankenschinder gefangen.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass der erste Schinder, den ich in der Winternacht erblicken musste, von meinem Lebensretter nur geistig Besitz ergriffen hatte, weil dieser Große Alte war ja bereits befreit. Und er wollte wohl verhindern, dass ich nicht zur falschen Zeit den zweiten Großen Alten freisetzen würde.

Meine Sinne schwanden wieder, als mir der Sand auf meiner Haut gewahr wurde. Ich wurde erst wieder wach, als mir eine starke Hand an die Schulter griff. Der Griff war so stark und brachte wieder Dinge in mir hervor, dass mir fast vor Schock das Herz stehen blieb. Aber diesmal waren da keine Krallen, die sich in mein Fleisch bohrten.

Ich blinzelte. Die Sonne strahlte mir ins Gesicht, so dass ich meine Augen gleich wieder schließen musste. Ich öffnete sie erst wieder, als sich ein Schatten über mein Gesicht legte. Der Sanitäter lächelte mich an, seine Augen waren nun türkisgrün. Dunkle Adern pochten auf seiner Stirn. Sein Lächeln erstarb auf seinem Gesicht. Er riss mich hoch und presste mich an seinen mächtigen, menschlichen Körper. Ich konnte seine Tränen spüren, wie sie über meinen Hals liefen. Ich atmete ruckartig ein und sogleich begann ich zu husten und zu würgen. Er ließ mich in den Sand zurück gleiten und hielt mir meine Haare zurück, als ich literweise Meerwasser auf den trockenen Sand spie. Völlig erschöpft blieb ich liegen, bis er mich aufnahm und in den Schatten trug.

Als ich wiederum erwachte, hörte ich ein Feuer prasseln. Er saß erschöpft am Feuer und blickte in die Flammen. Seine Kleidung hing ihm zerfetzt von seinem Körper. Ich erhob mich von einer provisorischen Bettstatt, kroch zu ihm hinüber und lehnte mich an seinen warmen Körper.

‚Wie heißt du eigentlich?‘ hörte ich meine eigene Stimme fragen. Ich hörte mich merkwürdig heiser an. Nach einer halben Ewigkeit löste er sich aus seiner Starre und blickte mich an. Ich sah in seinen Augen, dass ihn etwas unglaublich erschreckt haben musste, dabei hatte er doch genauso wie ich doch schon alles gesehen. Schlimmer kann es doch nicht mehr kommen, oder?

‚Schau mir in die Augen und sage mir, was du siehst.‘ flüsterte er. Seine Stimme brach nach diesem Satz abrupt ab und er schluckte schwer.

‚Deine Augen strahlen türkisgrün.‘ sagte ich, blickte aber sicherheitshalber noch einmal hinein. Ich konnte mein Spiegelbild in seinen Augen sehen. Äußerlich konnte ich nicht erkennen, was ihn so erschreckt haben musste. Bis er blinzelte. Seine Augenlider blinzelten erst auf die herkömmliche Weise und als er die Augen wieder aufschlug, schloss sich ein inneres Lied außen nach innen.

Mein Atem stockte, er wand den Kopf ab und stierte wieder ins Feuer. An seinem Hals erblickte ich etwas Merkwürdiges, aber als ich meine Hände nach ihm ausstreckte, erblickte ich zwischen meinen Fingern Schwimmhäute. Ich musste einen spitzen Schrei von mir gegeben haben, bevor ich wieder ohnmächtig wurde.

Er hatte mich wohl wieder aufgefangen, bevor ich kopfüber ins Feuer stürzen konnte. Als er mich wieder auf die Bettstatt zurück geschleppt hatte, erwachte ich wieder. Er lag bei mir und hielt mich, stierte aber weiter Löcher in die Luft.

‚Sind das Kiemen?‘ fragte ich und strich ihm über den Hals.

‚Ja, die haben uns wohl im Wasser das Leben gerettet.‘ Nach diesem Satz strich er mir, ohne mich dabei anzusehen, ebenfalls über den Hals und nun konnte ich auch zwischen seinen Fingern Schwimmhäute erkennen.

‚Und sonst?‘

‚Sonst ist alles noch relativ menschlich an uns.‘

‚Relativ?‘

‚Die Schwimmhäute sind auch an den Füßen!‘

Ich strich ihm über die Brust, über die Stelle an der das rote Stuhlbein eingedrungen war. Es war nur noch ein dunkler Fleck zu sehen. Sein Blick hypnotisierte mich, bevor er mir immer näher kam, um mich zu küssen. Er schob mir mit seiner Zunge den Mund auf und drang ohne Gegenwehr in meinen Mundraum. Unsere Zungen trafen aufeinander und ich spürte, wie mir Luft weg blieb und meine Sinne langsam wieder schwanden. Plötzlich schmerzte mein Hals und ich sah, wie sich seine Kiemen ruckartig öffneten. Meine Finger vergruben sich in seinem Fleisch, so wie Seine in das Meine.

Meine Kiemen pumpten wohl auch Luft in meine Lungen, weil ich nun keine Atemnot mehr verspürte. Er drängte mich auch den Rücken und riss mir die Überreste meiner Kleidung vom Leib. Ich sah, dass sich seine Finger zu Krallen verwandelt hatten und starrte auf seinen Rücken, dort hatten sich meine Krallen in sein Fleisch versenkt. Grünes Blut quoll aus seinen Wunden, die sich sofort wieder schlossen. Er entledigte sich auch seiner Kleidung und ich bemerkte noch das Fehlen sämtlicher Körperbehaarung, bevor er mit einem seiner tentakelartigen Schwänzen in mich eindrang. In diesem Moment schwanden mir wieder die Sinne.

Ich erwachte erst wieder, als eine starke Hand mir an die Schulter griff. Keine Krallen, die sich in mein Fleisch bohrten. Ich blinzelte. Die Sonne strahlte mir ins Gesicht, so dass ich meine Augen gleich wieder schließen musste. Ich öffnete sie erst wieder, als sich ein Schatten über mein Gesicht legte. Der Sanitäter lächelte mich an, seine Augen waren türkisgrün. Dunkle Adern pochten auf seiner Stirn. Er blinzelte. Einmal. Und nochmal von außen nach innen und wieder nach außen.

Täglich grüßt das Murmeltier. Bloß meines blinzelt komisch und hat Schwimmhäute, Kiemen und nicht nur einen phantasmagorischen tentakelartigen Schwanz…

Das Leben nach der Wahrheit…

Das Leben nach der Wahrheit…

Cthulhu Detail

Das Leben nach der Wahrheit, oder besser nach der Blumenwiese. Warum ich? Warum hat er mich auserwählt? Und warum hat er mich verschont? Warum muss ich weiterleben? Ich sehne mich an den Tag zurück, an dem ich noch unwissend war.

Lieber wäre ich wieder unwissend und nur halb verrückt, als mit diesem Wissen gebrandmarkt, vollends dem Wahnsinn anheim gefallen, durch diese unwissende Welt irren zu müssen. Denn auch nur die Vorahnung von all dem, hätte mir meinen Verstand vollends rauben müssen. Hätte ich gewusst, dass ich nun nicht mal mehr auf Erlösung hoffen durfte. Wäre ich nur zu hause geblieben und hätte weiter fern gesehen.

Warum hat er nur mich ausgewählt, warum ich? War ich nicht schon wahnsinnig genug? Ich habe diese schreckliche Winternacht zwar überleben dürfen, aber zu welchem Preis?

Heute wäre ich lieber damals mit den anderen in den kalten Tod gegangen, dann könnte ich nun endlich die Augen schließen und meinen wahnsinnigen Geist zur Ruhe bringen. Es wäre so schön, einfach die Augen schließen zu können, ohne seinen Griff auf meiner Schulter zu spüren. Seine Krallen, die sich in mein Fleisch bohrten und mein Blut langsam aber sicher vergiften würden.

In jeder Sekunde meines Lebens nach dem ich die Wahrheit erfahren hatte, ging mir genau diese Wahrheit nicht mehr aus meinen Kopf. Ich konnte seine tiefe Stimme immer noch in meinem Kopf hören. Und sie hörte einfach nicht auf meinen Verstand zu schinden. Er peinigte meine Seele und meine Gedanken. Jedes Mal wenn ich in den Spiegel sah, konnte ich ihn hinter mir erblicken.

Es war nur ein Bruchteil von dem was er eigentlich darstellt, aber dieser Ausschnitt reichte völlig aus, um mir die Eingeweide zu verdrehen. Selbst wenn ich vor dem Kotzen auf die Wasserfläche in meiner Toilette blickte, sah ich ihn hinter mir.

Keine Fensterscheibe war auch nur groß genug, um das ganze Ausmaß meines Gedankenschinders erblicken zu können.

So sieche ich vor mich hin und gehe kaum noch vor die Tür. Selbst als ich diese Zeilen tippe, kann ich seine Hand im Spiegelbild meines Bildschirmes erkennen. Hätte ich mich damals nur zurückgehalten nicht weiter zu forschen. Ich hätte nicht so tief graben dürfen. Ich hätte den Schlafenden nicht erwecken dürfen.

Warum ich nicht versuche meinem Leben ein Ende zu bereiten? Ja, das wäre eine einfache und schnelle Lösung gewesen. Zu Einfach. Aber er lässt mich nicht gehen. Ich blicke auf die Narben an meinen Handgelenken und streiche über die kleine Narbe an meinem Hals. Der Freitod bringt mich keinen Schritt näher an den Tod. Er bringt mich nur noch weiter von meiner Erlösung fort. Ich habe jegliche Möglichkeit versucht mich umzubringen, von ganz einfach und schnell, bis hin zu möglichst kompliziert und ausgeklügelt.

Immer steht er da und rettet mich. Dieser Sanitäter von der Feuerwehr. Er ist mein Lebensretter. Ich habe schon aufgehört zu zählen. Es ist so als hätte er den Zwang mich retten zu müssen. Seine lilatürkisen Augen holten mich jedes Mal wieder zurück und meine Leiden fangen wieder von vorne an.

Täglich grüßt das Murmeltier, nur mein Murmeltier hat keine Haare, es ist schleimig grün und hat lilatürkise Augen und Tentakeln und es ist einfach riesig. Und es lebt tief unten in seinem Bau.

Und ich bin schuld, dass es für den Bruchteil einer Sekunde erwachte, um seine Kräfte freizugeben. Nur um mich zu schinden bis ans Ende der Zeit.

Ich hab ihn schon so oft angefleht mich gehen zu lassen, aber jedes mal wenn ich das tat, stand er wieder in der Tür. Der Feuerwehrsanitäter mit dem irren Blick. Er machte immer ein Geräusch der Missbilligung und zeigte mir seinen erhobenen Zeigefinger. Dann machte er, zu was er auserkoren war, er holte mich zurück, in den Scherbenhaufen meines Lebens.

Auch er erhörte mein Flehen nicht, er nahm mich in seine Arme und drückte mich fest an seine starke Brust. Ich konnte zwei gewaltige Herzen Schlagen in seiner Brust schlagen hören. Er sprach mit meinem Hirn: ‚Es ist nicht tot, was ewig liegt, bis dass die Zeit den Tod besiegt.

Warum ich ihn dann nicht umbringe? Meinen Lebensretter. Ja, das wäre eine Möglichkeit gewesen, aber ich weiß was in seinem Körper gefangen ist. Wenn ich das Wesen freisetze, werden viele unschuldige Seelen draufgehen.

Wobei diese Unwissenden könnten mir eigentlich auch egal sein, weil sie müssen ja nicht Tag ein, Tag aus dieses Leiden ertragen, so wie ich. Sie glauben an ihre eigene kleine Wahrheit oder an das was ihnen die Regierung oder ihre Religion vorgibt zu glauben. Aber es nichts gegen all das, was meinen Kopf jeden Moment zum Platzen bringt.

Also sitze ich nun hier an der Klippe, an der alles begonnen hat und warte darauf, dass das Geschwür in meinem Kopf endlich aufplatzt und hoffentlich dem Ganzen ein Ende macht.Ein Sturm zieht auf und triebt seine schweren Wolken ans Ende der Welt. Meine Haare wehen mir ins Gesicht. Ich habe einen roten Stuhl in der Hand und dresche ihn solange auf den Felsen bis er in seine Bestandteile zerbricht. Holzsplitter spritzen umher. Ich höre einen dumpfen Schlag und ein Geräusch. Ich blicke zurück, weg von der Klippe. Da steht mein Lebensretter. Ein Stuhlbein steckt in seiner Brust. Er röchelt erleichtert. Sein Hemd saugt sich mit Blut voll. Sein Blut ist rot.

Nein, ich habe seine Hülle verletzt und das freigesetzt, was ich für immer im Verborgenen halten wollte. Warum ist sein Blut rot?Wir stützten beide aufeinander zu. Als ich ihn erreicht hatte, fiel er schon auf die Knie. Er blickte mich traurig mit seinen lilatürkisen Augen an und röchelte mich an: ‚Nun, weißt du endlich, dass ich es nicht bin, der nicht sterben darf. Es bist du…!‘

Ein ersticktes Husten kam aus seinem Mund gestolpert, er würgte Blut hervor. Ich stürzte auf die Knie und schrie ihn an: ‚Nein, du darfst nicht gehen, wer rettet dann meine sterbliche Hülle? Wieder und wieder?‘

‚Es ist vorbei, nur kannst du es selbst nicht zu Ende bringen.‘ flüsterte, während Blut weiter aus seinem Mund ran.

‚Bitte hilf mir! Ich kann so nicht weiter machen.‘ schrie ich ihn an. Tränen liefen mir die Wangen hinab und ich schluckte schwer. Er brach mit einem Lächeln auf den Lippen über mir zusammen und in dem Moment, in dem der Stumpf des Stuhlbeins durch meine Eingeweide stieß, erlosch das Leuchten in seinen Augen. Seine Lippen waren auf die meinen gepresst und ich konnte das Leben spüren, wie es seinen Körper verließ. Ich küsste ihn und nahm seine Seele in mich auf. Auf eine skurrile Art und Weise vereint, sanken wir beide auf den Boden. Unser Blut vermischte sich und floss über den Felsen.

Er hatte im letzten Moment seines Lebens meine Seele geheilt und so konnte ich die Stille für einen Bruchteil eine Sekunde fast genießen. Es war vorbei. Endlich. Und es war mir fast egal, was nach mir kommen würde. Ich spürte, wie sich Tentakeln ihren Weg durch mein Gedärm bahnten und aus meinem Körper drangen. Sie umschlangen seinen Körper und rissen ihn in die Höhe, während mein Körper endgültig zerbracht.

Der Gedankenschinder ergoss sich über den Felsen, während der Sturm weiter die regengeschwängerten Wolken in die See hinaus treib. Der Felsen zerbrach unter der Last und so stürzte der Gedankenschinder mit samt unseren Überresten ins Meer. Das Letzte was ich wahrnahm war, dass der Gedankenschinder unzähligen Tentakeln entgegen fiel. Mein Tod wird erst der Anfang sein.

Fortsetzung folgt..

 

Die sockenfressende Riesenspinne, die unter meinem Sofa lebt….

Die sockenfressende Riesenspinne, die unter meinem Sofa lebt….
In dem besagten begehbaren 2-Zimmer-Kleiderschrank, in dem ich zu Leben pflege, lebt noch etwas, schon fast zwei Jahrelang und es ist wirklich etwas richtig Großes. Meine Ex-Mitbewohnerin hatte sie damals entdeckt und wollte sich dann tagelang nicht mehr aufs Sofa setzen, weil unter meinem Sofa eine verdammt große Riesenspinne wohnt. Sie hat ekelige Haare auf den Beinen und auf dem Beißwerkzeug. (Haben Spinnen Haare auf den Zähnen, ja!) Ich frage mich quasi schon seit Jahren, von was sie sich eigentlich ernährt, weil meine Mottenpopulation ist auf Grund der für Motten paradiesischen Zustände in meinem begehbaren 2-Zimmer-Kleiderschrank leider an Überfressung eingegangen. Liebe Motten, wie bescheuert kann man denn eigentlich sein und ein Lavendelsäckchen anfressen. Nur wenn Müffelsäckchen drauf steht, muss nicht unbedingt Müffel drin sein. An Großenwahn ausgestorben, könnte man auch dazu sagen. Ich wusste gar nicht, dass Insekten auch an Größenwahn leiden können. Zurück zu dem Ernährungsverhalten meiner Riesenspinne. Ich habe festgestellt, dass in letzter Zeit immer mehr Socken, Stulpen und Stringtangas in meiner Wohnung verschwinden. Manchmal tauchen, die Socken mit riesigen Löchern wieder auf. Die Tatverdächtigen sind neben den Aliens, den Taliban und dem Bundesnachrichtendienst, diese Riesenspinne.
Die Aliens, auch kleine grüne Männchen genannt. Wie wir seit ungefähr eine Jahr wissen, untersuchen sie mein angebissenes Käseschinkentoast und versuchen aus meinem Speichel und den Überresten der Schweine- und Milchkuhgene eine neue Rasse zu züchten. Also ich, noch versauter und mit einem größerem Kopf, damit meinem Klon noch mehr Unsinn einfällt. Die Alienpopulation wird dann leider auch aussterben, weil sie die Kombination aus total versauten Sexismus und furchtbar chaotischen Unsinn nicht überleben können. Ich hoffe doch, dass sie den Selbstzerstörungsmechanismus noch einstellen können, bevor sie aussterben, ich möchte dieses Klon von mir nicht kennen lernen.
Die Taliban, waren wohl nicht in meiner Wohnung, weil ich ihnen eine Auswahl von Pilgerschuhen vor die Tür gelegt habe. Außerdem würden sie die Socken nicht wieder zurück bringen, wenn sie nicht oder nicht mehr riechen, oder? Und wenn Fußfetischisten anfangen Socken anzuknabbern, dann kriege ich langsam wirklich Angst.
Wo wir beim Bundesnachrichtendienst wären, die immer noch versuchen über meinen kaputten W-Lan-Anschluss meinen Dachsschlächter auszuspionieren und wenn sie es mal geschafft haben, in meinem PC fündig zu werden, werden sie feststellen, dass bei mir eine Zensur nicht stattfindet und werden an der Wahrheit eingehen. Haha!
Kommen wir zu meiner neuen Riesenmitbewohnerin. Sie hat ein Motiv und die Möglichkeit dazu. Also ist sie schuldig meine Socken unters Sofa entführt zu haben und sie nun mit schmerzhaften Bissen so lange foltert, bis sie in dem Magen der Riesenspinne, die nächsten 100 Jahre unter großen Qualen lebendig verdaut werden. Muss mir die Starwars-Trilogie nochmal anschauen und morgen werde ich mir beim IKEA einen Padavan…äh… Paravent kaufen…. haha…

Träume schaffen große Verwirrung

Träume schaffen große Verwirrung

Ich lieg in meinem Bett auf unzähligen Kissen unter vielen Decken, einen Schal um meinen Kopf gewickelt und versuche zu schlafen. Es will mir nicht wirklich gelingen. Irgendwann habe ich dann wohl doch geschlafen. Der Fernseher schläft nicht, ich muss wieder mal mitten im Dschungel Camp eingeschlafen sein, aber jetzt bin ich wieder wach. Ich höre es kommen Nachrichten und schlafe wieder ein. Dann kommt folgender Traum durch mein Hirn geschossen. Nachtnachrichten mit einer Eilmeldung. Barack Obama ist nach seiner Amtseinführungsparty sturzbetrunken auf allen Vieren über eine stark befahrene Straße gekrochen. Ein armer völlig nüchterner Autofahrer hat ihn dann überfahren. Dabei ist Barack Obama an seinen schweren Verletzungen verstorben und der Todesfahrer wurde gleich festgenommen, zum Tode verurteilt und das Urteil wird live vollstreckt. Heute Nacht in allen Kanälen. Mit einem Schrei wachte ich auf. Wie Barack Obama ist tot. Nein, des kann nicht sein. Der hat doch gerade erst den fiesen Bush abgelöst. Hat der keine Security, die auf ihn aufpassen, wenn er betrunken ist. Da werden aber noch Köpfe rollen. Unglaublich! Die ganze Welt hat gehofft, dass er es besser machen würde. Gut, jeder könnte es besser machen, als der Bush. Der Barack Obama wär echt unser aller Hoffnung. Und dann so was. Völlig schockiert zappte ich von Sender zu Sender. Anscheinend hat es noch niemand mitbekommen, dass der Obama tot ist. Komisch. Am nächsten Morgen im Radio war auch noch nichts zu hören. Am Ende des Tages habe ich dann auch kapiert, dass ich wohl völligen Schwachsinn geträumt haben muss. Der Barack Obama ist gar nicht tot. Hurra. Die Welt kann also aufatmen. Es wär ja ganz schlimm gewesen, wenn der Bush nochmal hätte verlängern müssen. Krass ist halt, dass mir mein Unterbewusstsein so einen krassen Streich spielen konnte. Ich habe eine halbe Nacht und einen ganzen Tag ernsthaft gedacht der Herr Obama wäre tot. Und eine arme Sau wurde dafür zum Tode verurteilt wurde. Ich hätte es mir auch gleich denken können, weil auch in Amerika keine Todesstrafen live übertragen werden, oder?

Ganz verwirrt begann ich meine Woche und war mit auch am Mittwoch noch völlig durch den Wind. Dann hab ich der Olga meinen Traum erzählt und sie fängt an zu lachen und meint, dass Anfang der Woche tatsächlich ein Bericht in den Nachrichten war, dass jemand verurteilt wurde, der nüchtern einen Betrunkenen überfahren hatte. Natürlich war der Tote nicht Barack Obama und der Verurteilte wurde nicht zum Tode verurteilt, sondern auf Bewährung. Danke Olga!

In der nächsten Nacht hatte ich wieder einen Traum. Ich ziehe mit vielen Menschen in eine alte Jugendherberge. Wir wollen eine Eventsache aufziehen. Das Haus ist traumhaft. Nur die Leute. Zwei davon, die mich und ich sie nicht mehr mögen und wir nicht mehr miteinander sprechen. Wobei ich mir nichtmal sicher bin, ob die Beiden noch oder wieder miteinander sprechen. Und dann kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ich auf die Idee gekommen bin freiwillig mit den zwei Messies in eine alte Jungendherberge zu ziehen. Dann waren da noch ein paar andere, an die ich mich nicht mehr erinnere. Jeder sucht sich ein Fleckchen zum Schafen. Ich gehe unters Dach. Am Speicher ist ein himmlisches Zimmer. 3, 2, 1, Meins! Verträumtes Licht bricht sich unterm Dach. Ein Himmelbett. Viele Vorhänge als Raumtrenner. Ein riesiger Flokati. Ein Zimmer wie in einem schlechten Pornofilm. Wo wir gerade bei Pornofilmen sind. Da ist noch Mitbewohner in dieses ‚Traum-WG‘. Eigentlich ein alter Bekannter. Nur ein Bekannter. Ein Kumpel. Frau kann mit ihm Pferde stellen, einen Trinken gehen,…, was man halt so tut, mit einem alten Bekannten. Hm. Was macht der in dieser Messie-WG und vorallem, was macht er in meinem Traum? Gut, ich kann mir zwar schon vorstellen, wenn wir in der selben Stadt leben würden, mit ihm zusammenzuziehen, in eine WG mit mehreren Nichtmessie-Menschen, in getrennten Zimmern natürlich. Okay, ich gebe es ja zu, ich könnte mir auch Geschlechtsverkehr mit ihm vorstellen, obwohl ich immer ein bisschen vor ihm Angst hatte und teilweise immer noch habe. Ich habe immer noch die Worte im Ohr, die er auf meinem zweiten Con als Festrolle zu mir gesagt hatte…Ich kann mich ganz entfernt an eine Massage erinnern, die dann zum Glück von omniintelligenten Killerpollen-Erzählungen unterbrochen wurde. Die erste Begegnung hatte ich unter jugendlichen Leichtsinn beiderseits abgestempelt. Es ist ja auch außer einer halben Massage nichts passiert. Angst hab ich aber immer noch, komisch eigentlich.

Das folgende hat mich dann doch ein bisschen entsetzt und verwirrt. Er kommt in mein Zimmer hochgekraxelt und meint, es wären Gäste da, die schon letztes Jahr gebucht hatten und die hätten jetzt drauf bestanden einen Platz zu kriegen. Die sind so viele, dass er jetzt keinen Schlafplatz mehr hätte und fragt, ob er bei mir pennen kann. Ist ja kein Problem. Er holt seine Sachen. Die anderen sind einkaufen, weil wir morgen ja Frühstück zu servieren hätten. Die Gruppe würde in die nahe gelegene Pizzaria gehen, da hatten sie auch schon vor Jahren vorbestellt. In der Jugendherberge ist außer uns keiner mehr. Er kommt wieder die Leiter zum Speicher hoch. Er gibt der Bodenklappe einen Tritt und sie fällt mit einem Krachen zu. Ich schrecke auf. Er legt seinen Rucksack auf den Boden. Eine Isomatte rollt über die Bodenbretter, er wirft seinen Schlafsack daneben und schmeißt mir sein Kissen ins Gesicht. Ich nehme das Kissen in die Hand und ich kann seinen Geruch am Kissen riechen. (Träume mit Geruch machen mich immer ganz fertig, weil die dann immer noch realistischer sind!) Dann setzt er sich zu mir ans Bett und lächelt mich an. Wer jetzt denkt, dass jetzt Szenen aus einem billigen Pornofilm folgen, hat sich geschnitten. Es ist eher wie eine dramatisch-theatralisch Romantikszene aus Fackeln im Sturm der Leidenschaft. Wir schauen uns stundenlang (so scheint es) an. Wie romantisch. Dann halten wir Händchen, stundenlang. Wie romantisch. Dann liegen wir uns stundenlang in den Armen. Wie romantisch. Und wir kuscheln und streicheln uns stundenlang. Wie romantisch. Natürlich sind wir vollständig bekleiden. Was für eine Verschwendung wertvoller Sendezeit. Des ist ja wirklich nicht auszuhalten. Dann haben wir uns geküsst. Um Himmels Willen, des geht ja gar nicht. Er küsst wie ein kleines zwölfjähriges Mädchen mit blonden Zöpfen. Ich bin dann aus Langeweile wohl aufgewacht, reichlich verwirrt.

Komisch, dass hätte ich ihm nicht zugetraut, das er so ein Softie ist geschweige denn ein zwölfjähriges Mädchen mit blonden Zöpfen. Und ich hätte auch nicht gedacht, dass ich so ein Softie bin. Zumindest glaube ich besser küssen zu können. Ich hatte anscheinend so viel Angst vor ihm, dass ich ihm ernsthaft nicht an die Wäsche gegangen bin. Seltsam.



Wie ein verschwundenes Käseschinkentoast…

Wie ein verschwundenes Käseschinkentoast….

den Beweis für die Existenz einer intelligenten außerirdischen Lebensform beweist.

Ich komme heute mit zwei Käseschinkentoasts ins Büro. Dann heißt es wir haben jetzt eine Besprechung. Ich beiße in eines meiner beiden Brote, lege es auf das andere Brot und mache die Alufolie wieder zu, damit es nicht vertrocknet und gehe mit meinem Bürostuhl zum Besprechungszimmer. Die Besprechung verschiebt sich um 15 Minuten und ich gehe mit dem Umweg übers Teekammerl in mein Büro zurück. Ich lasse meinen Bürostuhl stehen und nehme meine beiden Teetassen mit schwarzem Tee mit. Ich stelle sie am Ersatzschreibtisch ab und hole meinen Stuhl.

Danach gehe ich wieder zum Teekammerl und hole einen Kinderpingui aus dem Kühlschrank, weil mir die Brösel von dem einem Bissen Brot noch immer im Halse stecken und ich auf Grund meiner Halsschmerzen beschlossen habe, dass Brot erstmal nicht mehr zu essen. Ich nehme ein Telefongespräch an und dann ist auch schon die Besprechung. Ich nehme noch einen Schluck vom Tee und gehe ohne auf das Käseschinkenbrot zu achten mit meinem Stuhl wieder raus.

Als ich zurück komme, ist die Alufolie auseinander gepackt und das angebissene Brot ist weg. Nach Kontrolle sämtlicher Ablageflächen und Mülleimer konnte ich das angebissene Brot nicht wieder finden und nachdem ich einen krassen Hunger habe, kann ich es auch schlecht gegessen haben.

Entweder bin ich oder mein Brot, oder Beide in ein Riss des Raumzeitkontinuum geraten und mir und meinem Magen fehlt jetzt die Zeit, und somit auch die Erinnerung, dass ich jetzt tatsächlich dieses Brot gegessen habe. Die Schmerzen die ich dabei gehabt haben muss, mal ganz außer Acht gelassen. Ich bin ja schließlich krank….im Hals.

Oder mein Brot wurde von Aliens entführt, weil die eine Speichelprobe von mir haben wollten und deswegen genau das angebissene Brot weg ist und das Andere eben noch da ist. Um Himmels Willen, die wollen mich klonen.

Oder wir haben einen Fehler in der Matrix und mein Brot liegt jetzt irgendwo auf der Autobahn und verursacht einen schlimmen Autounfall.

Fürs Protokoll meine Handtasche inklusive meinem Geld, EC-Karte, Ausweis, Führerschein sind noch da und mein Laptop, Fotoapparat, Handy auch. Fremdpersonen kommen nicht in mein Büro bzw. nicht in die Verwaltung wegen dem Datenschutz, da hier niemand Zutritt hat und meine Kollegen sind nicht so arm dran, dass sie ein angebissenes Brot klauen müssen, außerdem waren die alle mit mir in der Besprechung. Die Putzfrauen kommen erst heute Abend und die hätten das zweite Brot gleich mit verschwinden lassen.

Fragen über Fragen. Ich habe ein mords umgedrehtes Deja-vu-Erlebnis und ich habe keine Drogen genommen oder Alkohol getrunken.

Das letzte Date – Drama in 3 Akten

Das letzte Date – Drama in 3 Akten

Frau läuft nackt, aber mit einer perfekten Frisur, vom Bad ins Schlafzimmer und reißt wahllos, so scheint es, Klamotten aus dem Schrank und zieht ein Shirt nach dem anderen an und wieder aus. Dann läuft sie wieder ins Bad um Klamotten auf der Heizung zu wenden. Dann schnappt sie sich einen Föhn und föhnt eine Hose trocken, die sie jetzt anscheinend anziehen will. Dabei kuckt sie in den Spiegel und sieht ein Haar ihrer Augenbraue, des da wohl nicht hingehört und zückt kurzerhand einen Nassrasierer und schneidet bei dem Versuch, dass eine Haar zu erwischen, aufgrund einer eintreffender SMS, die halbe Augenbraue weg. So eine Scheiße. Sie ist den Tränen nahe. Der Föhn ist wegen Überhitzung auch ausgegangen und riecht unangenehm nach verbrannten Plastik. Sie rennt hysterisch wieder ins Schlafzimmer um wieder nach dem perfekten Outfit zu suchen. Dann fällt ihr ein, dass sie ja gerade eine SMS bekommen hat und geht ins Wohnzimmer, um nach ihrem Handy zu suchen. Sie wühlt in ihrer Handtasche und findet anscheinend alles andere, nur nicht ihr Handy. Dann tutet es noch mal und sie lauscht auf wie ein Jagdhund auf der Pirsch. Schnüffelnd geht sie ins Bad, da kam auch das Geräusch her und ein komischer Geruch. Der Föhn läuft wieder. Die Hose ist auch trocken. Der verschmorte Geruch ist nicht zu orten. Sie schnüffelt an der Hose und sucht nach ihrem Handy und nach dem Gestank. Es ist der BH, der jetzt auch schon durch ist. Sie schnuppert dann auch am BH, rümpft die Nase. Aber nach dem dies ihr einziger Ausgeh-BH ist, muss sie ihn anziehen, auch wenn er stinkt. Sie schnappt sich ein Deospray aus dem Schrank und sprüht den BH großzügig ein. Dann zieht sie ihn an. Gänsehaut umzieht ihre Schultern, ihren Rücken und ihre Brüste. Ihre Nippel stellen sich auf. Ganz schön kalt. Scheiß Deo! Sie schnappt sich den durchsichtigen Stringtanga von der Heizung und zieht ihn an. Der ist ganz schön heiß. Aua! Sie dreht die Heizung ab und geht wieder ins Schlafzimmer. Das perfekte Outfit?! Wenig später kommt sie mit einem Shirt in der Hand und wieder ins Bad. Da macht sich nochmal die SMS bemerkbar. Das Handy liegt zwischen zwei Handtuchstapel gerutscht auf der Waschemaschine. Sie klappt es auf und schaut auf den Display. ‚Bis um 20 Uhr dann. Freu mich.‘ Dann klappt sie das Handy wieder zu und steckt es in den BH. Wenig später zieht sie es wieder heraus, weil sie vorhin die Uhrzeit nicht beachtet hatte, klappt es wieder auf und schaut nochmals aufs Display. Oh, sie muss sich jetzt aber ganz schön beeilen, wenn sie noch halbwegs pünktlich hinkommen will. Sie hängt das Handy an den Stringtanga und zieht das Shirt an. Etwas aufreizendes, aber doch relativ hochgeschlossen, für meine Verhältnisse, denkt sie. Auf dem Weg ins Wohnzimmer schaut sie wehleidig auf den Stapel mit ihren Korsetts. Nicht gleich beim ersten Date, denkt sie weiter. Genau deswegen hat sie sich keine Kondome in die Handtasche gesteckt. Und sie wird auch aus dem Grund kein Korsett anziehen. Des bringt Mann nur dazu den ganzen Abend mit ihren Brüsten zu sprechen und endet dann höchstwahrscheinlich in seinem Bett. Und das wollen wir doch nicht beim ersten Date. Oder doch, dann muss sie aber auch Kondome einstecken. ‚Und warum ist keiner da, der mir auf die Finger klopft.‘ Sie nimmt pinkgeringelte Strümpfe von der Wäscheleine und zieht sie hüpfend an. Das Handy fällt auf den Boden. Sie hebt es auf und steckt es wieder in den BH. Sie zieht die Strümpfe bis über die Knie. Dann schaut sie wieder auf die Korsetts. Dann haut sie sich auf die Finger. Böses Mädchen, bloß keine versauten Gedanken! Aus dem Grund ist Selbstbefriedigung von dem ersten Date auch für eine Frau sehr wichtig. Dann alles viel entspannter. Aber dazu ist sie nicht gekommen. Sie schaut auf das Display des Videorekorders. Es wird höchste Zeit. Sie rennt ins Bad und zieht die Hose an. Auf dem Weg ins Wohnzimmer zieht sie den Gürtel durch die Schlaufen und geht zielstrebig auf ihre Handtasche zu und zieht einen Deoroller hervor. Sie schiebt den Deoroller unters Shirt und macht einige komische Bewegungen. Dann steckt sie das Deo wieder in die Handtasche. Sie spielt an ihrem Hundehalsband herum und entschließt sich es an der Handtasche zu lassen, da wo es immer hängt, wenn sie es nicht anhat. Sie wirft nochmal einen Blick in die Handtasche, nickt und geht in den Gang. Die Schuhe, die sie jetzt wählt, sind definitiv nicht zum Laufen gemacht worden. Die Pfennigabsätze sind an die 10cm lang. Die Schuhe sind nur fürs Sitzen entworfen worden, vielleicht noch zum Liegen, sie haut sich wieder auf die Finger. Sie zieht sie an und strauchelt einwenig, als sie wieder auf beiden Beinen steht. Diese Schuhe sind definitiv nicht zum Laufen da, aber sie sind einfach geil. Dann zieht sie ihre Designerjacke Marke Eigenbau über. Sie sperrt ihre Haustüre auf und schaut nochmal auf den Wandspiegel um ihr Gesamtbild zu überprüfen. Nein, was ist das? Ein Pickel? Nein! Mitten auf der Nase. Wie kommt der denn da hin? Aus der Pubertät ist sie doch schon lange raus! Oder? Was nun? Ausdrücken? Nein, dann sieht es nur noch schlimmer aus. Sie kratzt aber dann doch dran rum, kurz und schmerzlos wird der Pickel mit einem gezielten Kratzer geköpft und gut ist! Ohne einen weiteren Blick in den Spiegel ist sie wieder den Tränen nahe und verlässt dann aber zügig die Wohnung. Sie überlegt noch kurz doch Kondome mitzunehmen, sicherheitshalber. Sie schließt aber doch die Türe und sperrt von außer ab. Sie will einmal was richtig machen. Sie tippelt die Treppen runter und denkt panisch dran, was passieren würde, wenn sie jetzt die Treppe runter fallen würde und sich dabei der Inhalt ihrer Handtasche dann über das ganze Treppenhaus verteilt. Das würde ihre Hausbesorger auf den Plan rufen, die dann über den, aus der Handtasche gepurzelten, Stringtanga stolpern würden. Für alle Fälle hat sie eine Reisezahnbürste und den Wechseltanga dabei. Frau kann ja nie wissen, was passiert. Aber keine Kondome dabei haben, weil sie ja alles richtig machen will. Sie ist dann doch unbeschadet bis zum Auto gekommen und fährt los. Während der Fahrt kramt sie in der Handtasche. An der nächsten Ampel schüttet sie den ganzen Inhalt auf den Beifahrersitz. Sie klappt die Sonnenblende runter, ein Spiegel kommt zum Vorschein. Ein Frauenauto eben. Am Beifahrersitz ist nämlich kein Spiegel in der Sonnenblende. Der Pickel ist jetzt nur noch ein angetrockneter Schorf. Sie kratzt noch einmal drüber und wie durch ein Wunder ist der Pickel nun kaum mehr zu sehen. Ein Stoßgebet ans Universum schickend, zieht sie eine Nagelfeile aus dem Verhau am Beifahrersitz. Und macht sich die Fingernägel sauber und feilt ein bisschen, bis sie an der Ortsgrenze an der ersten Ampel stehen bleibt. Sie zieht sich schnell mit einem aus dem Verhau geborgenen Kajal einen Unterlidstrich. Dann wird es grün. Sie fährt weiter mit einem halbgeschminkten Auge. An der nächsten Ampel kommt das zweite Auge dran. An der Dritten der Feinschliff. Unterwegs zu vierten Ampel sucht sie nach einem anderen Kajal für den Oberlidstrich und nach dem Lidschatten. Die vierte Ampel ist grün, so ein Scheiß. Es geht jetzt Überland und es sind am Samstag Abend nur Sonntagsfahrer unterwegs. War ja klar. Sie entschließt sich während des hinter Sonntagsfahrern hinterherschleichen die Nägel zu lackieren. Und des ist ein Kunst für sich, während der Fahrt sich die Nägel klarlacken, ohne einen Unfall zu bauen und ohne von der Polizei angehalten zu werden. In der großen Stadt angekommen, mit perfekten Nägeln, die noch an der Lüftung etwas trocknen müssen. An der ersten Ampel ist nun das Oberlid dran. Der Kajal ist abgebrochen. So ein Mist. Sie fischt einen Kajalspitzer von der Ablage vorm Beifahrersitz und spitzt den Kajal an. Der Dreck wird in den Fußraum des Beifahrers gebröselt. (Da wo der ganze andere Müll vor sich hin lebt!) Die nächsten Ampeln sind rot und die Schminke ist fast perfekt. Jetzt geht es an die Augenbrauenrestaurierung. Im Halbdunkel würde es kaum auffallen, wenn Mann nicht weiß, dass die eine Augenbraue nur halb anwesend ist. Hoffentlich ist in der Bar kein grelles Licht, des wäre ihr Todesurteil. Sie versucht sich zu beruhigen. Wir treffen uns ja schließlich nicht im Schlachthaus, oder? An der nächsten roten Ampel werden die Wimpern sexy aufgetuscht. Neben ihr hält ein Wagen und der Fahrer starrt ungläubig zu ihr herüber. Beide verpennen das Grün und werden kollektiv abgehupt. Vor Schreck kommt sie mit der Wimperntusche an ihr Haupthaar. So ein Mist, jetzt hat sie auch noch eine schwarze Strähne. Den restlichen Weg beschäftigt sie sich mit ihren Lippen und mit dem Gesamtbild. Endlich angekommen und gleich einen Parkplatz gefunden. Ein Wunder. Das ist ein gutes Omen. Das Date muss perfekt werden, da ist sie sich ganz sicher. Der Mister Right wartet sicher schon in der Bar nur auf sie und kann es bestimmt kaum erwarten ihr spontan einen Antrag zu machen.

Der zweite Akt des letzten Date(s)

Wenig später betritt Frau die besagte Bar. Er ist nicht da. Sie fragt den eigentlich schnuckeligen Barkeeper, ob jemand einen Tisch für Zwei vorbestellt hätte, auf seinen oder ihren Namen? Der Barkeeper verneinte und verwies sie an die Bar. Er schaute auf die Uhr. Es wäre ja erst acht, meinte er noch. Frau sitzt nun gelangweilt an der Bar rum. Den Kopf in die Hand gestützt betrachtet sie sich verträumt an der Spiegelverkleidung hinter der Bar. Zwischen einer Flasche Glen Grant und einer Flasche Tullamore Dew war so viel Platz, dass sie ihre Frisur und ihre Schminke überprüfen konnte. Der Barkeeper stellte sich mit einem ‚Bestell was‘-Blick vor ihr Spiegelbild. ‚Ich nehm ein kleines Wasser!‘ sagte sie kleinlaut, in der Hoffnung er würde ihr Spiegelbild wieder freimachen. Mit wenigen Handgriffen und einem enttäuschten Blick, war ein kleines Wasser mit Eis und Zitronenscheibe vor ihrer Nase und der Barkeeper immer noch im Weg. Er musterte sie. Sie kramte in ihrer Handtasche nach ihrem Handy. Nichts. Sie kramt weiter. Immer noch nichts. Sie kratzt sich am Kopf. Dabei kam sie an ihren Busen und bemerkte, dass ihr Handy ja immer noch im BH steckte. Sie wühlte in ihrem Ausschnitt und zog mit zwei Fingern das Handy zum Vorschein. Der Barkeeper schaute ihr fasziniert dabei zu. In dem Moment als das Handy wieder ans nächtliche Tageslicht kommt, vibriert es und rutscht ihr aus den Fingern. Mit einem Platsch fällt es ins kleine Wasser. So schnell konnte sie gar nicht kucken, da rettete der Barkeeper ihr Handy, indem er das Glas schnappte und über sein Schwammtuch kippte. Das Handy schlitterte heraus und er nahm es mit einem Handtuch und trocknete es behutsam ab. Mit einer eleganten Handbewegung reichte er das Handy über die Theke und öffnete es, als wäre es die Weinkarte. Eine SMS blinkte vor sich hin. Das Handy hatte anscheinend keinen Schaden davon getragen. Er war es. Bestimmt. Sie nahm das Handy an sich und schaute die SMS an. ‚Hab nen Einsatz, komme später!‘ Ihre Miene versteinerte sich. Toll, jetzt sitzt sie da wie bestellt und nicht abgeholt. Ein weiteres kleines Wasser wurde vor sie hingestellt. ‚Ist es kaputt?‘ Sie schüttelte den Kopf und tippte eine Antwort. ‚Bin schon da und warte auf dich!‘ Dann tippte sie wieder zurück zu der SMS von ihm. Er hatte sie schon vor einer halben Stunde geschickt. Komisch. In ihrem BH gibt es wohl kein Netz. Sie klappt das Handy wieder zu und legt es mit einem Sicherheitsabstand neben ihr Glas und trank. Kaltes klares Wasser. Sie kratzte sich wieder am Kopf. Der Barkeeper schaute sie immer noch an. Sie seufzt. Jetzt schaute er sie mitleidig an und stellte ihr einen Glen Grant hin. ‚Der geht aufs Haus!‘ und das ‚der‘ betonte er so, als ob dies nicht der Letzte werden würde. Dann vibrierte das Handy wieder. Sie schnappte es und klappte es mit einer geschickten Bewegung mit einem Daumen auf. Er. ‚Steck mitten in ner Ringfahndung. Dauert noch.‘ Ohne zu antworten klappte sie es wieder zu und nahm den Whiskey, setzte ihn an und stürzte ihn hinab. Ihr Magen krampfte sich zusammen und dann spürte sie erst, wie es in ihrer Kehle brannte. Sie zog die Luft zwischen die Zähne ein und schaute zum Barkeeper. Er grinste sie an und zückte ein weiteres Glas und den Glen Grant. Sie nickte. Er tauschte die Gläser. ‚Nostromo‘ sagte sie und genoss diesen Whiskey. Mist, warum habe ich mein Strickzeug nicht dabei, dann würde ich mich jetzt nicht aus Langweile besaufen müssen, dachte sie. Sie nippte nochmal an dem Whiskey und jetzt sprudelten viel zu viele Gedanken durch ihren Kopf:

Warum bloß wollte ich alles richtig machen und bin nicht gleich nach dem ersten Zusammentreffen mit dem Arsch ins Bett gestiegen. Weil du es richtig machen wolltest! Ach. Im Bett wart ihr bereits. Ohne Geschlechtsverkehr. Ist ja eigentlich nicht meine Art, aber ich wollte ja alles richtig machen. Und jetzt sitzt ich hier ungefickt und vor lauter perfekte Frisur, perfekte Klamotte und perfektes Date, hab ichs mir vorher nicht selber besorgt und jetzt bin ich rattig ohne Ende und er steckt in einer Ringfahndung. Ein Glugglugg unterbracht ihren inneren Monolog und ein weiterer Whiskey wurde vor sie hingestellt. Der Barkeeper schaute auf die Uhr. Es war schon nach neun. Er schaute sie besorgt an. Sie konnte schier sein Gedanken lesen. Schon nach neun. Und es sprudelte wieder: Normalerweise gehe ich nie vor Mitternacht aus dem Haus und dann vorallem nicht mit so einer biederen Schleckfrisur. Scheiße. Dabei hat er letzten Mittwoch noch zu mir gesagt, dass er früher so in mich verknallt war, aber ich hätte angeblich immer einen Freund gehabt. Fürs Protokoll: Ich hatte in den seltensten Fällen einen Freund. Ich habe früher immer für ihn geschwärmt und dabei war immer meine beste Freundin hinter ihm her und er hatte immer eine Freundin. Hm. Warum hatte des eigentlich damals mit ihr nicht geklappt? Hm. Er ist bestimmt nie gekommen. Haha. Wegen Ringfahndungen!‘ Sie erschrak vor ihrer eigenen Stimme. Sie hatte wohl laut gedacht und wurde in ihrem nicht mehr so ganz so inneren Monolog immer lauter. Ist das peinlich! Wie gut, dass außer ihr und dem Barkeeper keiner in der Bar ist. ‚Er ist n Bulle?‘ kam es von hinter der Theke. Sie nickte und trank wieder. Er schaute wieder auf die Uhr. Schon kurz vor zehn. Sie stürzte den restlichen Whiskey runter. ‚Noch einen!‘ schon leicht lallend.

Sie verspürt ein komisches Jucken. Im BH?! Sie kuckt vorsichtig in den Ausschnitt. Kann aber im Dunkeln nichts erkennen. Sie hätte ein helleres Shirt anziehen sollen.

Sie zieht das Shirt ein bisschen vor, um mehr Licht ins Dunkle zu bringen. Der Barkeeper zündet ein Feuerzeug neben ihrem Ohr an. ‚Hast du da noch was drin versteckt?‘ Sie kuckt ihn entsetzt an. Eigentlich hätte sie sagen sollen, dass ihn das einen Scheißdreck angeht. Aber weil sie schon ein wenig angesäuselt war, wurde sie nur hochrot im Gesicht und zog sie Schultern hoch. ‚Nö!?‘ Er steckte das Feuerzeug wieder ein, irgendwo unter der Schürze, schätzungsweise in die kleine Feuerzeugtasche seiner Jeans. Sie wankte aufs Klo. Auf der Toilette wurde ihr erst richtig bewusst, wie betrunken sie war. Auf der Schüssel sitzend untersuchte sie ihre Brüste. Um Himmels Willen! Sie hat einen Ausschlag auf den Brüsten. Vom Deo? So eine Scheiße! Und er ist Schuld. Am Waschbecken haut sie sich Wasser ins Gesicht und betrachtet ihr Spießerfrisur. Sie kommt kopfschüttelnd aus der Toilette und wurschtelt sich kurzerhand durchs Haupthaar. Jetzt kann man mehr von ihren Haaren oder beziehungsweise deren nichtvorhandenensein erkennen. Wieder an der Bar angekommen, schaut sie sicherheitshalber aufs Handy. Nichts. Aber schon viertel nach zehn! Neben ihrem Wasser stand wieder ein Whiskey. ‚Das ist aber der Letzte!‘ und sie stürzte ihn runter, setzte das Glas wieder ab. Sie starrte ein wenig vor sich hin und spielte an ihrem Wasserglas. Die Hand wieder ins Gesicht gestürzt oder umgekehrt. Die Haare stehen ihr irgendwie wirr vom Kopf weg. Sie schloss die Augen. Eine SMS schreckt sie auf. Sie war wohl kurz eingenickt. Sie nahm ihr Handy, machte es auf und schaute nach der SMS: ‚Bin total fertig. Muss jetzt schlafen.‘ Von dem Gesichtsausdruck, der ihr jetzt übers Gesicht huschte, wird es zum Glück nie ein Bild geben, weil es auch kein Wort für dieses Gefühl geben kann, dass in ihr gerade hoch kocht. Sie schrieb zurück: ‚Wie bitte? Des ist nicht dein Ernst?‘ Um Fassung ringend schaut sie auf und sagt trocken und gefühllos: ‚Zahlen!‘ Der Barkeeper legte ihr die Rechnung auf einem Silbertablett, mit den Worten, die keine Frau (egal in welcher Lebenslage) von einem Mann hören will, hin: ‚Wenn ich nicht schwul wär, würd ich dich mit nach Hause nehmen.‘ Die Rechnung übersiegt ihr Wochenbudget um einiges und dafür hasste sie ihn noch mehr. Er hatte diese Schickimickikneipe ausgesucht und sie dort hinbestellt. Und nachdem diese Bar anscheinend davon lebt, arme versetzte Singlefrauen erst abzufüllen und dann mittellos zu machen, sucht sie schnell das Weite. Vor der Türe versuchte sie ihn anzurufen. Er hatte sein Handy ausgeschaltet. Sie ging zu ihrem Auto. Da wo sie es abgesellt hatte, war es nicht mehr. Haben die Scheißbullen jetzt auch noch mein Auto abgeschleppt. Sie ist eh so betrunken, dass sie auf keinen Fall mehr fahren könnte, selbst wenn ihr Auto noch da wäre, wo sie es abgestellt hatte.

Das ist ja wohl das allerletzte Date!

Sie torkelte Richtung U-Bahn auf ihren Highheels durch die große Stadt. Sie war so aufgewühlt, dass sie an der nächsten U-Bahn-Station vorbeilief und noch bis zur Nächsten laufen würde. Sie irrte durch ein Wohngebiet und als sie wieder einigermaßen klar im Kopf war, fand sie sich vor einem Haus wieder, in dem jemand gewohnt hatte, der ihr zu seinen Lebzeiten sehr nahe gestanden hatte. Jetzt war alles vorbei. Heulend schleppte sie sich weiter. Das Universum hat einfach kein Einsehen heute. Irgendwann kam sie dann bei der nächsten U-Bahn-Station an und versuchte möglichst unauffällig und möglichst schnell nachhause zu kommen. Sie zog sich eine Kurzstrecke, mehr Geld hatte sie nicht mehr. Unauffällig, war sie schon in normaler Verfassung nicht, aber nun liefen ihr die Tränen wie Sturzbäche übers Gesicht. Sie rotzte alle paar Minuten in ihr letztes Taschentuch. Alles hatte sie dabei, nur nicht genug Taschentücher. Sie wechselte zur S-Bahn und musste erstmal 40 Minuten warten, bis ihre nächste Bahn kommen würde. Die Welt ist einfach Scheiße. Ihre S-Bahn kam. Sie setzte sich und nickte ein. Durch ein: ‚Die Fahrkarten! Bitte!!‘ wurde sie unsanft geweckt und mit der Kurzstrecke bekam sie dann schließlich ein 40 Euro Ticket als Strafe. Dafür, dass sie ja bei diesem Date mal alles richtig machen wollte. Jetzt war sie nicht nur sauer und angepisst, sondern stinkwütend. Sie betet inständig ans Universum, dass jetzt eine Gruppe egal welcher Idioten sie blöd anmachen würden. In ihr brodelt es richtig. Nicht nur vor Wut, nein auch der Whiskey brodelte in ihr. Kurz vor dem Aussteigen an ihrem Heimatort kotzte sie noch den Mülleimer voll. Dann wankte sie aus der Bahn. Zumindest hat sie der Bahn noch ein Paar Naturalien dagelassen. Vielleicht muss sie ja deswegen die 40 Euro nicht voll zahlen. Hm. Das sie ja keinen Cent mehr in der Tasche hat, muss sie nun nach Hause laufen, bis zu ihrer Wohnung sind es schlappe 5 km. Nach dem ersten Kilometer, entschloss sie sich entgültig ihre Schuhe auszuziehen und ohne weiter zulaufen. Bei der Hälfte fuhr ein Bus an ihr vorbei. So eine Scheiße, wo kommt der denn her? Sie lief los. Vielleicht erwischt sie den Bus an der nächsten Haltestelle. Vielleicht wartet er ja auf sie? Sie kann gerade noch die Rücklichter des Busses am Ende der Straße erkennen. Dann biegt er ab und ist aus ihren Augen verschwunden. So eine Scheiße. Schlimmer kann es ja wohl nicht mehr kommen. Es zuckt ein Blitz über den Himmel und dann erschrak sie von dem Donner, der gleichzeitig einen Platzregen mit sich brachte. Das Universum kann jetzt mit ihr oder ohne sie untergehen. Jetzt ist alles egal. Ein begossener Pudel ohne Schuhe sitzt am Straßenrand und heult. Schlimmer kann es wirklich nicht mehr werden.

Ein Wagen hält. ‚Hey, du krasse Gotikfrau. Du kommen mit ficken auf Friedhof?‘ sie schaut auf und ihr kommt nur ein: ‚Wie bitte?‚ heraus. ‚Kommst du mit, ficken auf Grabstein!‘

Sie fasst sich ein Herz und entgegnete den Männern in dem Wagen: ‚Euch geht’s ja wohl nimma ganz gut, oder? Von was träumt ihr eigentlich Nachts? Natürlich komme ich mit, mit euch Vollhupen. Auf den Friedhof! Für Geschlechtsverkehr auf einem Grabstein! Alles klar? Und die Erde ist eine Scheibe. Ihr macht mir meinen Tag heute wirklich perfekt. Das hat mir gerade noch gefehlt, dass mir ein paar Gangster Geschlechtsverkehr anbieten. Das muss mein Glückstag sein. Was glaubt ich eigentlich was euch dazu privilegiert, dass ich krasse Gothicfrau mit euch ficken möchte? Geschlechtsverkehr auf einem Grabstein mit euch wollte ich ja auch schon immer mal haben. Das ist ja wirklich der Traum meiner schlaflosen Nächte. Ihr habt euch wohl ein bisschen zu viel Haargel auf die Birne geschmiert. Und jetzt kommt mir bloß net damit, dass ich irgendwelche Vorurteile gegenüber meinen ausländischen Mitbürgern hätte. Nein, ihr hab Vorurteile gegenüber krasser Gothicfrauen. Verpisst euch bloß. Ich krasse Gothicfrau will nämlich allein sein. Allein! Allein! Verdammt noch mal! Gefickt wird hier keiner! Höchstens ihr. Wenn ich euch meine Highheels bis zum Anschlag in den Arsch schiebe. Ja. Auf dem Grabstein. Das hättet ihr wohl nicht gedacht, dass ich dabei den aktiven Part und ihr dabei den passiven Part habt. Wie gut dass ich zufällig einen Umschnalldildo in meiner Handtasche mit mir rum schleppe. Na, hab ihr noch Lust. Ihr könnt euch schon mal frei machen. Lasst es uns gleich hier machen. Auf eurem abgewichsten Schlampenschlepper!‘ Quietschende Reifen unterbrachen ihren Monolog. Die Typen waren einfach weitergefahren. Sie stand auf der Straße, in einer Hand Schuhe schwingend und in der anderen Hand einen echt gefährlichen Deoroller aus Plastik. Es hatte wieder zu Regnen aufgehört. Das war heute wirklich der einzige Moment, der ein bisschen Unterhaltungswert hatte. Der restliche Weg war zwar noch weit, aber nicht mehr ganz so hart, wie es vorher den Anschein hatte.

Am nächsten Morgen wachte sie auf, in ihrem Bett. Allein. Ihre Highheels lagen vor dem Bett auf ihrer Jacke. Neben den Schuhen lag ihr Deoroller. Sie lächelte. Jetzt bemerkte sie, dass sie tierische Kopfschmerzen hatte. Sie versuchte aufzustehen. Ein Blick auf ihre Füße, trieben ihr wieder Tränen in die Augen. Ihre pinkgeringelten Strümpfe waren völlig zerstört. Sie zog sie von ihren dreckigen Füßen. Aua. Sie hatte mehrere ziemlich fiese Blasen an den Füßen. Und die Ballen waren wundgelaufen. Dann zog sie ihr Handy aus der Tasche. Sie schrieb eine bitterböse SMS an ihn. Dann schwor sie sich, nie wieder zu einen Date zu gehen, mit Schuhen, die nur zum Sitzen entworfen wurden.

Ein paar Wochen später, sie hatte das Date schon fast wieder vergessen, traf sie ihn. Er schlenderte mit einer anderen Frau Hand in Hand an ihr vorbei. Sie überlegte ernsthaft einen Polizistenmord zu begehen. Auch wenn sie dann auf der Flucht von seinen Kollegen erschossen werden würde. Nein, das was er eigentlich nicht wert. Sie musste sich ja nicht noch unglücklicher machen als sie eh schon ist. Sie entschied sich dann, es mit einer Beamtenbeleidigung bewenden zu lassen.

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