Schackeline jenseits der 17 ½ – Das Klassentreffen

Schackeline jenseits der 17 ½  –  Das Klassentreffen

(Nacherzählung vom Tagebuch)

Tagebuch_eines_armen_Fräuleins,_cover_10Ich könnte ja echt beleidigt sein, dass sie mich nicht mitgenommen hat, aber eigentlich war es auch mal ganz schön allein zu hause zu sein, wenn auch ein wenig langweilig.

Ich lag den ganzen Tag in der Sonne und hab mich vom Fernsehen berieseln lassen. Blöd ist nur ich konnte nicht umschalten. Manchmal ist es nicht leicht ein Tagebuch zu sein.

Also hat mich die halbe Nacht wahlweise eine Oma oder eine Lehrerin angeschrien, ich solle sie anrufen. Wie denn ohne Finger?

Nach gefühlten zwei Tagen kam Schackeline wieder, sie war ziemlich grimmig und legte sich ins Bett und schlief nochmal einen Tag.

Psst. Sie schläft übrigens jetzt schon wieder, aber als sie zwischendrinnen mal wach war, konnte ich ihr folgende Geschichte aus der Nase ziehen und nachdem ihre Laune gar so schlecht war, habe ich versucht, sie beim Schreiben kaum zu unterbrechen:

Ich war doch auf dem Klassentreffen, was schon schlimm genug war. Ich blöde Kuh habe gedacht, dass meine erste große Liebe auftauchen würde. Aber ehrlich, in einem gewissen Alter sollte man nicht mehr oder wieder auf Wunder hoffen. Falls es dir mal aufgefallen ist, ich bin keine 17 ½ mehr. Nein, liebste Schackline, dass wäre mir ja nie aufgefallen.

Auf jeden Fall waren die ganzen Leute von der Schule, bis auf ein paar wenige Ausnahmen, die selben Arschlöcher wie früher und verändert haben die sich auch alle nicht. Und wie sie alle versucht haben sich in die selben alten engen Jeans reingequetschen, wie früher, nur dass schon ein paar Jährchen ins Land gegangen sind. Wie Peinlich. Ich war natürlich völlig overdressed und mein Herzblatt war natürlich nicht da!  Nah, wer hätte das gedacht?

Als endlich alles vorbei war, durften wir netterweise in der Turnhalle unserer alten Schule übernachten. Genau so fangen Horrorfilme an.

Und es hätte so eine angenehmen Nachruhe werden können, wir haben die Schnarcher und Pärchen ausquartiert und als endlich alle die Schnauze gehalten haben, hörte ich ein Piepsen. Ein Feuermelder, der nach einer frischen Batterie schrie. Irgendjemand hatte sich tatsächlich die Mühe gemacht,  ihn abzunehmen und ihn in den Vorraum zu stellen, wo er dann munter in unregelmäßigen Abständen weiter plärrte.

Mal abgesehen davon, dass alle 5 Minuten jemand zum Pinkeln aufstand und die Tür zum Klo gotterbärmlich quietschte und beim Schließen, einen lauten Knall erzeugte, der sogar Tote aus dem Grab gerissen hätte.

Schlaf wird ja auch total überbewertet, also grübelte ich über das Klassentreffen nach. Das war echt die allerschlimmste Party, seit meiner Schulzeit. Die Musik war damals schon echt scheiße und die Klamotten bescheren mir heute noch echt Alpträume. Der einzige gutaussehende Mann auf der ganzen Party, der augenscheinlich kein völliger Idiot zu sein schien, war glaub ich gar nicht auf unserer Schule…

Was machst du denn jetzt? Ich suche die Jahrbücher! Wenn du sonst keine Probleme hast? Was für eine krasse Scheiße, es war der Karl-Heinz Rüdiger. Und irgendwo unter den ganzen Vornamen hat sich ein Nachname versteckt, was? Und wie der sich gemacht hat! Soso. Glatze, Nerdbrille und durchtrainiert. Aha! Obwohl, bis auf die fehlenden Haare, hat er sich tatsächlich kein bisschen verändert. Oooh…Nein? Warum ist es mir nur früher nicht aufgefallen, dass der so eine geile Drecksau ist? Könnte daran liegen, dass heutzutage Nerds im Allgemeinen als sexy eingestuft werden und früher waren sie einfach nur peinlich.

Egal, ich grübelte und grübelte und stellte irgendwann fest, ich hätte doch aufs Klo gehen sollen! Weil schlafen ging jetzt erst recht nicht mehr. Also ging ich so leise wie möglich zum Klo. Quiiiiiiietsch. Ich vergaß ja die Tür. Verdammt. Und Knall. Jetzt sind alle wieder wach. Hm. Nach dem ich vom Pinkeln wieder zurückkam. Quietsch. Knall. Hm.

Wieder in meinem Schlafsack eingemummelt, endlich bereit zu schlafen, ging das Piepen wieder los. Aber nein, es war nicht der Feuermelder, es war ein Wecker, der gefühlte 30 Minuten seine Melodie abdudelte.

In solchen Momenten beschließen Menschen auch Amok zu laufen, ich hab aber leider keine Knarre dabei und mit meinen High Heels wollte ich niemanden umbringen, die krieg ich doch nie wieder sauber. Boa, Schackeline, du bist echt n Mädchen, oder? Boa, Tagebuch, was meinst du wo die Titten herkommen? Du erdrückst mich! Geh runter von mir!

Wo war ich stehengeblieben? Ringeringedingdong! Der Todeswecker vom Klassentreffen. Irgendwann ist der Schlafkranke dann endlich aufgestanden und hat endlich seinen Scheißwecker ausgemacht. Endlich Stille. Ich dreh mich um und die grelle Fratze brennt mir schier die Augen durch die Lider aus. Es war schon erschreckend hell, für des dass ich noch keine 5 Minuten geschlafen hatte. Ich zog meine Mütze über meinen Kopf und wollte einfach nur noch sterben. Die ersten Leute stehen auf. Quietsch. Knall. Endlich Stille. Quietsch. Knall. Ich bin in einer Endlosschleife gefangen. Quietsch. Knall. Ein Königreich für WD 40, Hammer, Nagel und ein handelsübliches Meerschweinchen. Quietsch. Knall. Ein bepelzter Türstopper hätte die Welt heute so viel schöner machen können. Quietsch. Knall?

Die Ersten packen ihre Sachen und im Vorraum geht das Geklappere los und ein Anflug von Frühstück kriecht in meine Nase. Ich hatte auch mehrmals den Eindruck, dass jemand neben mir steht und mich beim Schlafen (oder nicht Schlafen) beobachtet. Ich wollte aber beim besten Willen nicht wissen, wer es war, weil die Chance 99 zu 1, dass es der geile Nerd sein könnte, war mir entschieden zu gering.  

Ich habe keine Ahnung wie ich es geschafft habe, bei dem Remmidemmi nochmal einzuschlafen, aber ich wurde von folgenden Satz geweckt: ‘Der Tee ist fertig!’

Eine weiblichen Quitschestimme, gefühlt 2 cm nebem meinem Ohr, so wurden schon Weltkriege angezettelt. Er ist wieder da? Jetzt lenkt nicht ab! Menno!

Jetzt ist es ja so, dass es ja eigentlich mein allergrößter Wunsch ist, morgens von einem männlichen Jemanden geweckt zu werden, der mir schwarzen Tee an Bett bringt, möglichst sanft! Soll dass jetzt eine stille Kritik sein, dass ich keine Arme und Beine habe? Jetzt spinn dich aus. Sei froh, dass dir überhaupt jemand Tee ans Bett gebracht hat! Aber nicht von Quietisch, Quietsch, Träller, warum bin ich so fröhlich und als ich endlich die Augen öffne, liege ich alleine in der riesigen Turnhalle und der Tee war gar nicht für mich!

Was hab ich eigentlich verbrochen, warum kann man nicht einfach die Schnauze halten und alle die vielleicht noch hätten schlafen wollen, einfach schlafen lassen. Und warum kann mir der geile Nerd nicht einfach einen schwarzen Tee an mein Bett bringen, des ist ja wirklich nicht zu viel verlangt, oder? Und wenn er mich dann mit seiner tiefen Stimme weckt und mir sanft aber reibeisig in mein Ohr haucht: ‘Dein Messmer Klassik ist fertig!’ Jetzt übertreibst du aber!?

Wollte gerade noch einfügen, wäre super gewesen, wenn er nackt gewesen wäre. Träum weiter! Bleibt mir wahrscheinlich nichts anderes übrig…. Gute Nacht!

(Ähnlichkeiten mit Personen aus dem realen Leben sind in einer fiktiven Geschichte gar unmöglich und somit reiner Zufall.)

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Liebes Tagebuch im Außeneinsatz

Liebes Tagebuch im Außeneinsatz

Zwiegespräch zwischen Schackeline, jenseits von 17 ½, und ihrem Tagebuch:

lackUnd … Und schaut er? Natürlich schaut er. Echt, wie seh ich aus? Er hat Augen, er muss schauen. Ich wollte wissen, ob er mich anschaut! Dann musst du deine Fragen besser formulieren. Du bist zu nichts zu gebrauchen. Ich bin nur dein Tagebuch. Du bist zu nichts zu gebrauchen. Warum bin ich jetzt wieder schuld? Ich hab nichts gemacht. Genau deswegen. Irgendjemand muss schuld sein. Dafür hast du ja mich, ich kann mich ja nicht wehren. Ja und du hast keine Arme und Beine… Weils halt war ist!

Ich seh bestimmt fett aus? Nein, du siehst nicht fett aus! Sicher? Um Himmels Willen, in Jogginghosen sieht jeder fett aus! Du magst mich nicht mehr! Heul! Ich muss dich nicht mögen, ich bin dein Eigentum. Es geht doch eigentlich um ihn, oder? Ja und wenn er denkt, ich seh fett aus? Vielleicht steht er auf verschwitzte Frauen in rosa Jogginshosen? Das ist doch pervers. Das hab ich dir auch gesagt, als du mich um 06.30 Uhr geweckt hast und mir zwischen die Seiten geträllert hast, dass du jetzt Joggen willst. Ich wollte doch, dass er mich bemerkt. Zu so einer unchristlichen Stunde? Ja, aber er kommt doch immer so früh. Dazu sag ich jetzt mal nichts. Du bist so versaut. Du etwa nicht? Du hast doch schon wieder kein Höschen an! Sieht man das etwa? Durch die Jogginghose nein, aber wenn du deine Lackschuhe anziehst, dann hast du immer kein Höschen drunter. Schau, schau, jetzt hat er mir etwas in den Briefkasten geworfen. Nein. So was. Wenn ich kotzen könnte, würde ich es tun. Nicht dass er mich stalkt? Das ist sein Beruf! Ist Stalker jetzt schon ein Beruf? Was soll der Scheiß, da ist man ja seines Lebens nicht mehr sicher! Mann Schackeline, er ist Postbote und es ist seine Arbeit dir Sachen in den Briefkasten zu werfen, dafür wird der Mann bezahlt. Ist ja schon gut! Nein, es ist nicht gut! Mir ist kalt und ich will in die warme Bude zurück. Außerdem könnte der Mann dein Vater sein, so alt wie der ist. Das hat mein Vater auch immer gesagt. Heul! Sag mal heulst du jetzt. Der Postbote kann nicht dein Vater sein, er ist schwarz. Ehrlich nimm deine Tabletten und komm wieder runter. Wenn du ihn ficken willst, dann geh hin und frag ihn… Schackeline? Schackeline! Mein Leben ist ein Alptraum und ich habe nicht mal Arme und Beine… Mir ist kalt. Ich könnt kotzen, wenn ich kotzen könnte. Jetzt sind sie in den Aufzug gegangen, dabei wohnen wir doch im Erdgeschoss…Schackeline… Ich will in die warme Bude zurück. Schackeline? Schackeline!

Deine Schackeline (nicht mehr 17 ½)

(Ähnlichkeiten mit Personen aus dem realen Leben sind in einer fiktiven Geschichte gar unmöglich und somit reiner Zufall.)

Liebes Tagebuch Teil 8 – Lackschuhe

Liebes Tagebuch Teil 8 – Lackschuhe

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Bist du dir sicher, dass du so in die Kirche gehen willst. Wieso, ich bin doch augenscheinlich vollständig bekleidet? Heute ist die Beerdigung von Alfredo. Aber das ziemt sich nicht! Ach, Menno! Und woher krieg ich jetzt nur die Schnitzel zum Mitnehmen, wenn ich welche brauche. Meinst du nicht das der alte Mafiosi seinen Laden an Einen in der Familie vererbt hat. Deine Worte trösten mich nur ein Bisschen. Du trauerst echt um den alten Mann. Schluchz. Ich würde dich ja in den Arm nehmen, aber ich habe keine Arme und Beine. Ich weiß das echt zu schätzen. Und jetzt zieh dir wenigstens eins Höschen drunter. Woher…? Ich kann sehen, dass du kein Höschen anhast. Ich weiß was du letzten Sommer getan hast. Natürlich weiß ich was du letzten Sommer getan hast, es steht auf Seite 69! Woher weiß er nur immer, wenn ich ohne Höschen aus dem Haus gehe? Ich hasse es wenn du in der dritten Person von mir sprichst, wenn ich aufgeschlagen vor dir liege. Na gut, woher weißt du nur immer, wenn ich ohne Höschen aus dem Haus gehe? Schau mal nach unten! Idiot! Probieren wir es mal anders. Drück deine Hände an die Möpse und beuge dich etwas vor und blicke dann nach unten! Also für das, dass er keinen Schwanz hat, ist er eine ganz schöne Drecksau. Wird sie wohl gehorchen? Ist ja schon gut. Mache ich es so richtig? Ich liebe es wenn er so herrisch ist. Braves Mädchen, was sieht sie? Meine wunderschönen Lackschühchen. Und die haben nur 19.99 beim Deichmann gekostet und dem Verkäufer hab ich zum Dank Einen geblasen. Ja und weiter? Ich krieg jetzt immer Prozente wenn ich zum Deichmann gehe und ich werd immer ganz rallig, wenn mir der Geruch von Schuhgeschäft in die Nase schleicht. Was siehst du in deinen Lackschühchen? Huch! Ich zieh mir mal besser ein Höschen an, bevor ich in die Kirche gehe. Warum nicht gleich so? Ja, Mama.

(Ähnlichkeiten mit Personen aus dem realen Leben sind in einer fiktiven Geschichte gar unmöglich und somit reiner Zufall.)

Die romantische Auslegung einer Duftkerze

Liebes Tagebuch Teil 7 – Die romantische Auslegung einer Duftkerze

redroseIch bins, Schackeline, eigentlich gar nicht mehr 17 ½, ich bin schon voll lange Volljährig und habe nicht nur meinen Führerschein, sondern auch meine eigene Karre. Hurra. Nicht dass mich da einer gefragt hätte, jetzt schreibt sie fast gar nicht mehr in meine Seiten. Ich hasse es, wenn du in der 3.Person von mir schreibst, wenn ich vor dir sitze. Und ich trinke nicht mehr so viel, weil ich ja immer mit dem Auto unterwegs bin. Da bleiben uns ja so Erlebnisse wie mit Cap und Capper in Zukunft vielleicht erspart? Tom und Jerry. Tim und Struppi eben. Wie auch immer. Und was war das gestern für eine Aktion? Ich habe das ja nur am Rande mitbekommen, du hast mich ja wieder weggesperrt, aber zum Glück ist ein kleines Löchlein in der Schreibtischschublade. Ich bin dir einerseits im Übrigen total dankbar, dass du mich letzte Woche daran erinnert hast, dass ich eventuell zu wenig Duftkerzen im Haus haben hätte können, aber andererseits ging die Aktion irgendwie nach Hinten los. Ja, wie Manns nimmt, würde ich mal sagen. Nicht witzig. Dank deiner weitreichenden Bemerkung bin ich dann zum IKEA gefahren und als dann der IKEA mit meinem Gehalt fertig war… Es stinkt übrigens immer noch und mir ist kalt. Maul nicht rum, du kannst gar nicht frieren, du bist ein Tagebuch. Lieber Erfroren als Erstunken! Jetzt gib nur mir nicht die Schuld, die Duftkerzen waren eine super Idee. Was kann ich denn dafür, dass manche Menschen die pure Anwesenheit von Duftkerzen evtl. in den falschen Hals kriegen könnten. Ja, wer hätte das auch ahnen können. Weil rote Kerzen im Allgemeinen eher dem Romantischen zugesprochen werden, als irgendwas anderem. Hm. Hättest vielleicht Grabkerzen aufstellen sollen? Hätte vielleicht einen Flammenwerfer benutzen sollen, um die Fronten gleich mal klar zu stellen. Und außerdem hab ich dir auf den Einkaufszettel geschrieben, kaufe die grünen Duftkerzen, die riechen ein Bisschen nach Klospülung. Aber nein, Madam muss ja wieder die Roten kaufen. Die schreien ja geradezu nach Sex! Zum Glück hatte ich den 10er Pack Duftbäume gekauft. Die machen sich ja auch wirklich gut hier drinne. Ja, gääähhh! Ein Bisschen wie bei dem Film Sieben. Würg. Nicht schon wieder. Nein, alles gut. Ist ja eh nichts mehr drin was raus könnte. Wolltest du nicht noch einen Leserbrief an Febreze schreiben? War auch eine meiner weniger guten Idee, Febreze schniefen zu wollen. Aber zumindest rieche ich jetzt Aprildurft aus der Nase, was meine Mitmenschen erfreuen würde, wenn sie denn eine Nase hätten. Darf ich mal eine indiskrete Frage stellen? Du fragst doch sonst nicht. Ja, aber bei so einem delikaten Thema, entbietet es die Höflichkeit zu fragen. Leg los. Warum hast du denn den nasalen Betriebsunfall dann überhaupt mitgenommen? Der war eigentlich ganz nett. Du weißt was man über das Wort eigentlich sagt. Ja, Mama. Und ist dir der etwas strengere Geruch in der Bar etwa nicht aufgefallen? In der Bar hat man das nicht so gemerkt. Und dann im Auto? Das steht noch vor der Bar. Ach, haben wir etwa wieder getrunken? Anscheinend musste sich mein Unterbewusstsein irgendwas schön saufen. Lass dir sagen, höre mal mehr auf dein Unterbewusstsein, junge Dame! Ja, Mama. Es waren ja nur 3 oder 5 Absinth-Sprite. Ach, deshalb der kleine Ausrutscher gestern. Ich glaube meine Geruchsnerven waren nur vorübergehend betrunken. Ach, Absinth macht nicht nur blöd, sonder auch… Ich weiß immer noch nicht, wie das heißt wenn man seinen Geruchssinn verliert. Aber Himmel Herr. Wie gerne hätte ich gestern dieses Geschenk gehabt, einfach mal nichts riechen zu können. Bloß nicht, sonst wäre dieser widerhafte Gestanksmann immer noch hier. Und am Ende wäre dir noch eine Nase gewachsen. Verschrei es nicht, wenn ich kotzen könnte, würde ich nur deinen verbalen Durchfall von mir geben. Und am Ende will das keiner lesen. Arsch. Danke, sehr erfreut. Arsch, dein Tagebuch. Ich bin nur dass, was du aus mir gemacht hast. Können wir mal beim Thema bleiben, ich habe immer noch so einen seltsamen Geruch in der Nase. Du hast gestern Febreze als Nasenspray benutzt! Und ich kann den Kerl immer noch riechen, als ob der neben mir sitzen würde…. Und dich leidenschaftlich anhaucht. Würg. Nicht schon wieder! Warte, geht gleich wieder. Ich dachte es wäre nichts mehr drinne. Sag mal riechst du das nicht, vielleicht hat er was vergessen. Manchmal bin ich ganz froh, dass ich eigentlich nichts riechen kann. Es riecht so, als hätte er eine tote Katze unter dem Bett vergessen. Du hast doch Geruchshalluzinationen?! Echt jetzt!!! Dabei ist der doch schon vor Stunden aus meiner Wohnung geflohen. Ich finde ja, eine Argumentationskette mit: Echt jetzt!!! zu untermauern, immer ein wenig geistig unbewaffnet bis einfältig. Ja, danke! Was machst du jetzt unter dem Sofa? Ich such die tote Katze! Ach zünd doch nochmal ein paar Duftkerzen an, mir ist ist schon wieder so romantisch. Das ist nicht witzig. Woher sollte ich denn ahnen, dass der Kerl gedacht hatte, dass ich mit ihm poppen wollte, weil ich ca. 30 Duftkerzen angezündet habe. Du hättest ihm vielleicht einfach sagen sollen, dass er gotterbärmlich stinken tut. Hmm? Ehrlich wert am Längsten. Und du hättest nachher nicht aufwischen brauchen. Wer den Schaden hat, braucht für den Spot nicht zu sorgen. Hättest ihn ja nicht gleich ankotzen müssen, als er versucht hat dir die Zunge in den Hals zu stecken. Aber lieber so, als dass es ansteckend ist…würg. Kopfkino funktioniert auch mit dem Geruchssinn. Würg. Ich würd dir so gerne die Haare hochhalten, aber ich habe leider keine Arme und keine Beine. Hust. Hust. Aber putz dir bloß die Zähne. Ja, Mama! Also, was ist jetzt mit dem Kerl, trefft ihr euch wieder. Ich glaub es hackt. Du wolltest doch eh eine Diät machen… Würg…

Deine Schackeline (nicht mehr 17 ½)

(Ähnlichkeiten mit Personen aus dem realen Leben sind in einer fiktiven Geschichte gar unmöglich und somit reiner Zufall.)

Tanz in den Mai!

Tanz in den Mai!

Ging ein Mann (50) ganz ohne darüber nachzudenken in ein Tanzlokal. Es hieß ‚Tanz in den Mai‘.

Ja, wunderbar denkt er sich, es ist ja Frühling und da kann Mann ja mal schauen, was sich Heut zu Tage in so einem Tanzlokal so herum treibt. Er denk sich auch nichts Böses, denn er hat ja schließlich seine Ehefrau dabei.

Es wurde getanzt und getrunken und sich unterhalten. Es war grad so, wie man sich einen Tanz im Mai so vorstellen würde.

In einem unachtsamen Moment seiner Frau, stand er nur für einen gefühlten Bruchteil einer Sekunde an der Bar und spielte ganz verträumt an dem Fruchtspießchen in seinem leeren Cocktailglas herum und träumte wahrscheinlich an ergreifende Momente der (Film)geschichte, die er mit seiner Frau zusammen noch einmal in seinen Träumen durchlebte.

Und genau deswegen dachte er sich wieder nichts dabei, einen Moment allein an der Bar zu sitzen, weil er ist ja schließlich verheiratet und er hat seinen Ehering am Finger und er war schließlich gerade Julius Cäsar, der gerade seiner Cleopatra den Hof machte. Und schließlich war er ja kein 12jähriges Mädchen mit blonden Zöpfen. Aber genau so wird er sich bald fühlen…

‚Ich bin die Helga!‘ hörte er eine tiefe, tiefe Stimme hinter sich. Er kommt sich nicht nur so vor, wie ein kleines 12jähriges Mädchen mit blonden Zöpfen, sondern auch noch wie Rotkäppchen und dem Hörer in der ‚Rufmichan!-Telefonzentrale‘.

Dann spürt er eine kräftigte, kräftige Hand auf seiner Schulter. Am Liebsten wäre er in diesem Moment wieder ein kleiner Junge gewesen, der sich noch in die Hose bieseln hätte dürfen, um dann mit einer Watschen seiner Mutter sich sprichwörtlich hätte verpissen können.

Er wollte nicht, aber die Höflichkeit und der Anstand erwarteten von ihm, dass er sich genau jetzt umdrehen sollte. Verängstigt und sehr, sehr zögerlich drehte er sich also doch um und blickte auf ein tiefes, tiefes Dekolletee. Er selber war wahrlich nicht von großer Gestalt, aber dass das Weibchen namens Helga gleich drei Köpfe größer war wie er, hatte ihn dann doch sehr, sehr verwundert. Er musste seinen Kopf ganz nach hinten biegen, um ihr großes, großes Gesicht da oben auch nur erahnen zu können.

‚Ich bin der Mario!‘ stotterte er und blickte weiter widerwillig auf die Möpse vor seiner Nase. Und irgendwie kam er sich vor wie Luis de Funès in einem Bild von Picasso. Irgendwas an seiner Optik schien ganz schön verschoben zu sein. Normalerweise wäre er genau jetzt in seinem Ehebett aufgewacht und seine Frau würde neben ihm friedlich schlummern. Er trat sich selbst auf den Fuß. Er wachte nicht auf. Er versuchte es nochmal. Er wachte nicht auf. Verdammt es war kein Traum.

Sein Instinkt sagte zu ihm: ‚Lauf weg, da stimmt was nicht!‘ Aber der Anstand und die Hoffnung, dass seine Frau ihn retten würde, hielt ihn so fest, wie die Pranke, die ihn tatsächlich an Ort und Stelle hielt.

‚Dein Glas ist ja ganz leer, Süßer!‘ schrie sie ihn förmlich an, so dass sich seine Gesichtszüge, wie in einem schlechten Comic strafften. Verwirrt suchte er nach der Zigarre in ihrer Hand und dem Glas Whiskey, weil eine Frau mit so einer aussagekräftigen, tiefen, tiefen Stimme, musste ein starke, starke Zigarrenraucherin und Whiskeytrinkerin sein.

‚Oh ja, mein Glas ist ja so leer!‘ stammelte er und seine Blicke suchten panisch nach seiner Frau.

Diese Helga wedelte nun mit ihrer anderen Pranke nach dem Barkeeper und schrie wieder: ‚Dann sollten wir dein Glas aber ganz schnell wieder anfeuchten… Barkeeper, ein Glas Milch für den jungen Mann und ein Appletini für mich!‘ Dann riss sie sich den Fruchtspieß aus seinen zitternden Händen und zog ganz, ganz langsam die Cocktailkirsche vom Spieß und schob sie ganz furchtbar langsam zwischen ihre großen, roten Lippen. Zum Glück konnte er nur erahnen, was sich auf Kopfhöhe ihrerseits abspielte, so dass er nicht gleich dem Wahnsinn anheim fiel. Das passierte erst als sie den zu einem Herz geknoteten Stiel der Kirsche aus ihrem großen, großen Mund zog und aus seine Serviette legte. Am Liebsten wäre er einfach am Boden zerflossen und im Erdboden versunken. Und wo zum Teufel war sein Frau.

Vor Scham blickte er schließlich zu Boden, als der Barkeeper mit einem breiten Grinsen im Gesicht das Glas Milch gegen sein leeres Glas austauschte und die Serviette mit dem Kirschstielherz vor ihm liegen lies. Der Barkeeper schien mehr zu wissen, über diese Helga. Der genauso lautlos grinsend, wie er erschienen war, auch wieder verschwand. Jetzt wurde ihm erst gewahr, dass er schon einen langen Moment auf ihre Lackschuhe gestarrt hatte. Ja, Lackschuhe mit Schleife in Schuhgröße 44 müssen wirklich schwer zu kriegen sein…

Helga beugte sich nun zu ihm runter und versuchte in sein Ohr zu flüstern. ‚Kannst du meine Unterwäsche sehen, wie sie sich in meinen Lackschuhen spiegelt.‘

Er starrte sie fassungslos an und schüttelte verwirrt den Kopf, während er sich im Ohr bohrte und dabei hoffte, dass er nicht taub werden würde, wenn diese Helga ihm weiter ins Ohr ‚flüsterte‘.

‚Weißt du, ich hab immer Angst, dass mir die Jungs nur auf meine Lackschuhe starren, damit sie mein Höschen sehen können!‘

Sein Verstand war schon längst Gassi gegangen, seine Frau schien vom Erdboden verschluckt worden zu sein und diese Helga hatte Sorgen, dass irgendjemand ihr Höschen durch ihre Lackschuhe sehen könnte. Wo war Chuck Norris, wenn man ihn brauchte.

Sie kam noch näher und presste ihre großen, groben Lippen an sein Ohr: ‚Soll ich dir ein Geheimnis verraten?‘

Er versuchte den Kopf zu schütteln, aber sie hielt ihn an seinem Kinn fest. ‚Genau deswegen habe ich gar kein Höschen an!‘ Und das Lachen, dass nun erschall, erinnerte ihn an das fürchterliche Lachen des schrecklichen Sven aus Wickie und die starken Männer. Aber nachdem er ernsthaft versuchte an seiner nicht mehr vorhandenen Spucke zu ersticken und gleichzeitig nach irgendetwas langen, spitzen zu suchen, damit er sich die Augen ausstechen konnte. Bevorzugte sein Verstand und sein Instinkt in seinem Kopf einen kinskiesken Schreianfall zu bekommen: ‚Du hast auf die Lackschuhe geschaut. Du hast auf die Lackschuhe geschaut. Du hast auf die Lackschuhe geschaut!‘ Als er endlich erlöst wurde. ‚Schatz, da bist du ja!‘ hörte er seine Frau sagen. Und als sie endlich in sein Blickfeld trat und diese Helga endlich von ihm ab lies, sah er das breite Grinsen im Gesicht seiner Frau. Dann flüsterte sie wirklich leise in sein Ohr, während sie Lippenstiftreste von seinem Lauscher putzte. ‚Du weißt schon, dass Helga früher mal Herbert hieß, oder?‘

Sternchen tanzten um seinen Kopf und kleine 12jährige Feen mit blonden Zöpfen zauberten noch mehr Sterne, während der kleine, dicke, gelbe Luis de Funès in seinem Kopf laut: ‚Nein!‘ rief und sich mit der flachen Hand auf den spärlich, behaarten Kopf schlug. Seine Frau redete ungeachtet seiner geistig und körperlichen Verfassung weiter: ‚Da hätte dich nicht mal der Crocodil Dundee Gedächtnisgriff gerettet.‘

(Ähnlichkeiten mit Personen aus dem realen Leben sind in einer fiktiven Geschichte gar unmöglich und somit reiner Zufall. Ein Name wurde von der Redaktion geändert und ansonsten noch so einiges dazu gedichtet. Wer den Schaden hat, braucht für den Spot nicht zu sorgen.)

Eigentlich hätte es ein schöner Tag werden können

Tagebuch Teil 6 – Eigentlich hätte es ein schöner Tag werden können.

Nacherzählung. Ja, ich bin ja auch immer der Letzte, der alles erfährt. Ich nehm dich auch nicht überall mit hin, geliebtes Tagebuch. Manchmal will ich auch nicht dabei sein. Außerdem kriegst du am Ende doch eh alles in deine Eingeweide gekritzelt. Eigentlich hätte es ein schöner Tag werden können. Jetzt redet sie wieder nicht mit mir. Halt deine Klappe, ich versuche gerade die Geschichte zu resümieren. Eigentlich hätte es ein schöner Tag werden können, nach dem gestrigen Abend hatte alles so gut angefangen. Ja, du hast mich mal wieder verlassen, um mal wieder ein Doppeldate zu haben, ohne mich! Jetzt hör auf zu schmollen und lass mich erzählen. Nach den beiden Dates, bin ich noch zu Alfredo gegangen, mir einen Absacker zu genehmigen und ich hatte schon mächtig einen Sitzen, als meine beiden Dates hereinkamen. Selber schuld, würde ich mal sagen. Jetzt halt die Klappe. Irgendwie hatten beide auch schon ganz schön getankt, also machten sie mir seltsamer Weise keine Szene und wir tranken weiter. Ja und was ist jetzt daran so dramatisch, dass du es in dein Tagebuch schreiben musst und damit meine reinen, weißen Seiten befleckst. Immerhin habe ich dich gekauft, das kann ich dich beschmutzen so viel ich will. Das dramatische war der Morgen danach. Was heißt hier Morgen danach, du kamst erst am Nachmittag und hast erst mal unsere Wasserrechnung in die Höhe getrieben. Ich zünd dich an, wenn du mich nicht fertig erzählen lässt. Also, ich wache auf, weil mir die grelle Fratze in die Fresse scheint. Bitte was? Die Sonne, die grelle unerbittliche Fratze, muss ich eigentlich alles erklären? Ich drehe mein Gesicht von dem grellen Schein weg und öffne sicherheitshalber lieber mal nicht meine Augen, ich wollte ja nicht erblinden. Dann wurde mir der beißende Geruch gewahr. Ist ja nicht das erste Mal, dass du in deiner eigenen Kotze aufwachst. Jetzt halt die Fresse. Ich mache also ein Auge auf und sehe einen nackten Typen neben mir liegen. Tom? Nein, Jerry! Tom’s Hand lag auf meinem Arsch. Er lag hinter mir. Eigentlich hätte es ein schöner Tag werden können? Während ich krampfhaft versuchte, mich an die letzte Nacht zu erinnern, schwappte wieder dieser beißende Geruch in meine Nase. Jetzt nochmal langsam zum Mitschreiben, deine beiden Dates Tom und Jerry, lagen nackt mit dir im Bett? Ja, Mann. Und was ist daran so schlimm? Es ist doch der Traum deiner schlaflosen Nächte, einmal mit Fix und Foxi eine Nacht zu verbringen. Und es war gleich so geil, dass mein Unterbewusstsein die Nacht der Nächte gelöscht hat und ich mich an nichts mehr erinnern kann. Und warum nochmal bekritzelst du dann meine Seiten? Der beißende Geruch. Der beißende Geruch verhieß nichts Gutes! Ich hätte mit allem umgehen können, aber in dem Moment als meine Geruchsnerven mir ein Bild in den Kopf setzte, schnürte sich bereits meine Kehle zu. Um Luft ringend kam ich drauf, es war Katzenpisse. Und wo es nach Katzenpisse riecht, sind für gewöhnlich auch Katzen. Ja, du Klugscheißer. Bist du nicht gegen Katzen allergisch? Deswegen auch der Erstickungsanfall. Ich meditierte die Asthmalektion in meinen Kopf. Einatmen. Ausatmen. Einatmen. Ausatmen. Dein Astmaspray liegt übrigens gleich neben mir. Das fiel mir dann auch ein. Ich bin zum Glück nicht ohnmächtig geworden und konnte mich wenig später aufrichten und katzengleich aus dem Bett flüchtend. Und wie ich mir das bildlich vorstellen kann. Verarschen kann ich mich selber. Darin bist du ein wahrer Meister. Ich ignoriere dich jetzt einfach. Ich stand schweratmend vor dem Bett und versuchte mich zu orientieren. Am anderen Ende des Zimmers war eine Tür mit der Aufschrift ‚Nasszelle‘. Die Götter haben doch ein Einsehen mit mir. Als ich mich in Bewegung setzen wollte, bemerkte ich, dass meine Socken am Boden festklebten. Du hast die von Paxi und Fixi ficken lassen und du hattest deine Socken noch an? Das hat mich wahrscheinlich auch von ansteckenden Krankheiten bewahrt. Ich versuche einen Fuß zu heben und zog es dann doch lieber vor, die Socke aus zuziehen und zurückzulassen. So stand ich da, ich Armer Tor, wie das Männlein im Walde. Mit einem roten Mäntelein an? Nein, auf einem Bein, du Penner! Und am Ende des Zimmers konnte ich meine Schuhe sehen. Manchmal frage ich mich, was du in einem früheren Leben verbrochen hast, dass dich die Götter so strafen tun. Glaube mir, dass habe ich in dem Moment auch gefragt. Zum Glück lagen überall Klamotten herum, ich sammelte also meine Hose und mein T-Shirt auf und tänzelte auf anderen Klamotten tretend Richtung Nasszelle. Und was ist mit deinen anderen Klamotten? Die werden wohl für immer und ewig auf dem Boden kleben bleiben. Vor der Nasszellentür, erkannte ich auch die Ursache für den klebenden Boden. Katzenfutter. Naheliegend. Irgendwie schon. Unzählige leere Näpfe und verklebte Reste von Nasskatzenfutter waren auf dem Boden verstreut. Würg. Du sagst es. Der Katzenpissegeruch war übertüncht. Aber Nasskatzenfutter ist nicht viel besser. Ich ziehe also meine Schuhe an und gehe weiter ins Bad. Lass mich raten? Katzeklo, Katzeklo… Eben nicht! Der Geruch von Katzenfäkalien war wieder da, aber kein Katzenklo war zu sehen. Und dein Astmaspray liegt immer noch neben mir. Ich gebs auf, dir das nicht vorhandene Maul zu verbieten. Warum ich dann doch in die Dusche gestiegen bin, kann ich mir bis jetzt eigentlich nicht erklären. Ich hatte schon Probleme, meine Klamotten irgendwo abzulegen. Überall lagen leere Katzenfutterdosen herum und verklebte Löffel und wieder leere Näpfe. Aber kein Katzenklo und seltsamerweise auch keine Katze. Warum auch ein Katzenklo, wenn sie eh überall hin pinkeln? Ich drehte den Hahn auf und es kam ein Rinnsal heraus, mit dem man sich kaum genug befeuchten konnte, um sich zu waschen. Ich seifte mich gründlich ein und versuchte die Seife von meinem Körper zu spülen. Der Duschvorhang kam in Bewegung und blieb an meinem Körper kleben. Böser Wind. Plötzlicher Ekel überkam mich, ich musste mich nochmal und nochmal waschen. Ich versuchte wahrlich meinen ganzen Körper einzuziehen, nur dass der Duschvorhang sich nicht wieder an mir festsaugen würde. Netter Versuch auch dein Arsch einziehen zu wollen. Ein sinnloses Unterfangen. Nass, wie ich war zog ich mich an und stieg in meine Schuhe. Wie, du warst nicht mit deinen Schuhen duschen? Ich war kurz davor! Den einen Socken überließ ich auch den Bazillen auf dem Boden. Bis Cap und Capper wach werden würden, haben sie sich bestimmt schon aufgelöst. Da werden Tick, Trick und Track aber ganz…. Verdammt es waren nur zwei! Ich schnappte meine Handtasche und schmierte noch schnell eine Telefonnummer auf den Badezimmerspiegel. Eine Telefonnummer? Ja, 0163-1737743, wieso? Das ist nicht deine Telefonnummer! Das ist mir klar. Wessen Telefonnummer ist das? Frank seine! Wer ist Frank? Frank ruft an! Bitte was? Zück, düdüdüdü. Hör zu. Guten Tag lieber Anruferin, lieber Anrufer, ich bin Frank und nehme im Auftrag ihres ersten Gesprächspartners diesen Anruf entgegen. Ich darf ihnen ausrichten das eine telefonische Kommunikation nicht gewünscht ist. Daher bedauere ich sehr die Verbindung nun trennen zu müssen. Dies ist ein Service von Frank. http://www.frank-geht-ran.de. Pause. Auf der von Ihnen angewählten Mailbox können Sie zur Zeit keine Nachricht hinterlassen. Vielen Dank für Ihren Anruf. Auf Wiederhören.‘ Ja, und jetzt? Lösche ich meinen Account bei den Lokalisten und gehe meine Schuhsohlen schrubben. Und was ist, wenn Paxi und Fixi nun schwul werden, weil du abgehauen bist? Wieso? Sie sind nackt und wachen auf und denken bestimmt, dass sie jetzt schwul sind. Wenn ihnen der Arsch genauso weh tut wie mir, dann werden sie schon schwul sein.

Deine immer und ewige Schackeline (17 ½)

(Ähnlichkeiten mit Personen aus dem realen Leben sind in einer fiktiven Geschichte gar unmöglich und somit reiner Zufall.)

Liebes Tagebuch Teil 4 – Ein perfekter Tag

Liebes Tagebuch Teil 4 – Ein perfekter Tag
Düdüdüdüh düdüdüdüh, Düdüdüdüh düdüdüdüh, Ouoo, ouoo, Düdüdüdüh düdüdüdüh, Ouoo, ouoo! Sag mal, du bist ja heute bemerkenswert gut drauf. Düdüdüdüh düdüdüdüh! Wo warst du denn den ganzen Tag? Das geht dich mal gar nichts an. Was für ein perfekter Tag. Düdüdüh düdüdüh! Du lenkst ab! Lass mich halt mal gut drauf sein. Düdüdüdüh düdüdüdüh, the heat is on! Ach, daher weht der Wind. Ich weiß nicht von was du redest? Düdüdüdüh düdüdüdüh, the heat is on! Ouoo, ouoo, The heat is….. on! War gestern nicht der Heizungsableser da? Ja, wieso? Ja, der Heizungsableser, was für eine geile Drecksau! Danke, das wollte ich nur wissen. Düdüdüdüh düdüdüdüh, the heat is on! Ouoo, ouoo, The heat is….. on! Und wie war er so? Düdüdüdüh düdüdüdüh, the heat is on! (Uhugeruch macht sich breit) Ouoo, ouoo, The heat is….. on! Verdammt, was hast du mir gerade ins Buch geklebt? Düdüdüdüh düdüdüdüh, the heat is on! Ouoo, ouoo, The heat is….. on! Ist das ein Foto? Von ihm? Düdüdüdüh düdüdüdüh, the heat is on! Ouoo, ouoo, The heat is….. on! Und klebst du mir da gerade Glitzerherzen auf meine Seiten? Düdüdüdüh düdüdüdüh, the heat is on! Ouoo, ouoo, The heat is….. on! Ich kündige! Du kannst nicht kündigen! Ein Foto von einem perfekten Tag. Komm du mir heim! Ich bin doch schon zu hause. Düdüdüdüh düdüdüdüh, the heat is on! Ouoo, ouoo, The heat is….. on!

(Ähnlichkeiten mit Personen aus dem realen Leben sind in einer fiktiven Geschichte gar unmöglich und somit reiner Zufall.)

Liebes Tagebuch Teil 3.1

Liebes Tagebuch Teil 3.1 (eine moralische Fortsetzung)

Wo warst du denn die letzten 2 Tage? Das geht dich mal gar nichts an! Ich bin auf meiner Blumenwiese gesessen und habe gewartet. Hey, wer ist hier dein Tagebuch? Hm! Ich habe gewartet, aber es kam niemand. Was hm? Wie war dein Date…ähm…deine Dates? Ich hasse Fußball. Das Rehkitz war auch nicht mehr da. Du lenkst ab! Ich lenk überhaupt nicht ab! Als hätte er es nicht schon vorher gewusst, dass Fußball ist. Wie er is nich gekommen? Beide! Kann Mann eigentlich nicht in den Terminkalender schauen, bevor Mann ein Date ausmacht. Wie beide? Alle! Und das dritte Date habe ich abgesagt, weil es ja auch wirklich moralisch völlig verwerflich gewesen wäre, drei Dates mit drei verschiedenen Männern in einer Woche gehabt zu haben. Sag mal, heulst du jetzt? Nein, ich bin sauer darüber, dass ich auch nur ein Bisschen daran geglaubt hatte, dass mal irgendwas klappen könnte. Ich geh jetzt was Schönes kaputt machen…

Hey, was machst du denn mit dem Benzinkanister…Hallo…Hallo… Das ist nicht lustig…. Komm schon… da kann doch jetzt die wunderschöne Blumenwiese nichts dafür! (Türknallen!)

Ende

(Ähnlichkeiten mit Personen aus dem realen Leben sind in einer fiktiven Geschichte gar unmöglich und somit reiner Zufall.)

Liebes Tagebuch Teil 3

Liebes Tagebuch Teil 3

(Alle guten Dinge sind drei – Der völlig fiktive 3.Teil)
Rate Mal! Was? Rate einfach! Ich bin hier um zu mahnen und zu warnen! Ach, komm schon! Hab ich Löcher in den Händen? Bin ich Jesus? Kann ich Hellsehen? Gut, wenn du nicht willst!

Ich war neulich im Wald und bin so rumgelaufen. Und gelaufen. Und gelaufen. Und gelaufen. Sag mal, willst du mich jetzt langweilen? Und da waren Bäume und Bäume und Bäume und Büsche! Okay, ist ja schon gut. Und dann bin ich plötzlich auf eine Lichtung gekommen. Und was war auf der Lichtung? Eine wunderschöne Blumenwiese! Ja, und was ist daran so besonders? Da war eine riesengroße wunderschöne Blumenwiese. Du willst mich doch verarschen! Und dann bin ich über die wunderschöne Blumenwiese gelaufen. Okay, ich rate! Und da waren ganz viele wunderschöne Schmetterlinge…

Jetzt langt’s mir, ich kündige! Gut, ich geb dir nen Tipp, rate mal wen ich getroffen habe? Das war wirklich eine wunderschöne Blumenwiese. Lass mich raten! Dein Ex-Versicherungsvertreter! Ja, supigeil, oder? Und rate weiter! Und die Schmetterlinge! Einfach schön. Ihr habt ein Date. Ja, noch supitoller. Vielleicht ist er ja doch nicht schwul. Träum weiter! Und auf der Blumenwiese wäre ich beinahe über ein Rehkitz gestolpert. Und wann habt ihr euer Date? Am Mittwoch! So ein süßes Rehkitz! Das ist ja schon morgen! Jaaaahaaaa! Und er hatte es besonders eilig mit mir ein Date auszumachen, er liebt mich doch. Und nach dem Date, werde ich ihn mit verbunden Augen auf die wunderschöne Blumenwiese führen… Wolltest du dich diese Woche nicht mit dem Ananastypen treffen? Ja und! Und dann werde ich ihn nackt ausziehen und ihn von oben bis unten abschnuppern, damit ich nie wieder seinen Geruch vergesse. Das sind ja 2 Dates in einer Woche! Es sind drei. Vielleicht ist das Rehkitz noch da und sieht uns zu. Wie drei? Ja, drei halt. Und dann werde ich ihm über den ganzen Körper lecken… Und wer ist der dritte im Bunde? Ja, so n Typ mit ner Glatze! …damit ich nie wieder seinen Geschmack vergesse. Da wär ich ja nie drauf gekommen. Hattest du jemals einen mit Haaren? Ich nehme nicht jeden Typen, der eine Glatze hat. Ach, das wäre mir neu! Aber wenn ich mal Einen nehme, dann hat er meistens eine Glatze. Hm. Ansichtssache! Siehste! Und dann werde ich ihm einen Blasen, bis es mir bei den Ohren heraus kommt. Findest du drei Dates in einer Woche nicht ein Wenig moralisch verwerflich? Wieso? Und dann ist er irgendwann so geil auf mich, dass… Vergiss es? Sag mal, du gönnst mir wirklich gar nichts? ….dass er mich über die wunderschöne Blumenwiese vögelt bis der Morgen graut… Wenn du mal aufhören würdest ständig das Thema zu wechseln, da kommt doch keiner mehr mit. Wer wechselt denn ständig das Thema, Herr Moralapostel? Was ist denn so schwierig daran zu verstehen. Ich habe am Mittwoch ein Date. Ich habe am Donnerstag ein Date und ich habe am Freitag ein Date. Der Erste darf mich ficken bis der Arzt kommt, der Zweite darf mich dann verarzten und der Dritte kriegt einen Einlauf, wenn er nicht schön brav seinen Ananassaft getrunken hat. Na, dann bin ich aber mal gespannt. Du musst auch immer das letzte Wort haben.

Deine Schackeline (17 ½)

(Ähnlichkeiten mit Personen aus dem realen Leben sind in einer fiktiven Geschichte gar unmöglich und somit reiner Zufall.)

Ruf der Hörner

Ruf der Hörner

Ein laues Lüftchen wabert um meine Ohren. Der erste heiße Tag dieses Sommers, so scheint mir. Mich fröstelt es trotzdem. Meine Gedanken sind noch beim Regen der letzten Tage. Mein Gemüt kann sich noch nicht richtig an die Sonne gewöhnen. Mein Herz erwartet den Regen zurück. Ich wundere mich nicht, dass niemand auf der Straße zu sein scheint und laufe zu meinem Wagen und steige ein. Mit einem merkwürdigen Gefühl im Magen fahre ich nach Hause. Die Straßen sind leer, wie ausgestorben. Keine Menschenseele ist unterwegs. Hm. Ist vielleicht doch schon ganz schön spät geworden. Ich halte an einer roten Ampel. Eine Trambahn fährt vorbei. Es sitzt keiner in dieser Tram. Kein einziger Gast. Keiner bis auf den Fahrer. Ich schüttle den Kopf, es wird grün und ich fahre weiter. Ich will nach hause in mein Bett und mir die Decke über den Kopf ziehen. Der Wind wird stärker und es wehen Blätter über die Straße. Hm. Von weiten kann ich das Geräusch von Rufhörnern hören. Ich denke mir nichts dabei. Es wird diesig und die Sicht wird immer schlechter. Hm. Eben war das Wetter doch noch auf Sommer eingestellt. Als dichter Nebel aufzieht und ich über die Landstraße brettere, wird es mir richtig mulmig. Die Rufe der Hörner begleiten mich. Sag mal, bin ich im falschen Film. Mittlerweile sehe ich fast nichts mehr von der Straße. Nur der Mittelstreifen weist mir den Weg nach Hause. Und die singenden Seitenstreifen ermahnen mich langsamer zu fahren und darauf zu achten, nicht vom Weg abzukommen. Weit entfernt kann ich nur ein paar weiße Lichter erkennen. Ich fahre weiter und plötzlich kommen rote Lichter auf mich zu. Eine Ampel. Ich bleibe mitten in der Prärie an einer roten Ampel stehen und warte. Ich warte ziemlich lange. Mit meinem Knie löse ich meine Zentralverriegelung aus. Ich fühle mich keineswegs sicherer. Die Lichter in der Ferne bewegen sich auf mich zu. Es sieht so aus, wie ein Fackelzug. Hm. Und die Hörner. Ich bin wirklich im falschen Film…Hm…

Ich kneife mir ins Ohr, weil ich steif und fest der Meinung bin, dass ich bereits zu hause sein muss und beim 13. Krieger gucken eingeschlafen bin und mal wieder den Film weiter träume. So wie es mir sehr häufig passiert, bei Filmen, die ich schon so oft gesehen habe, dass ich sie fast auswendig träumen könnte. Ohrkneifen hilft nicht wirklich. Ich beiße mir deshalb in die Hand, zwischen Daumen und Zeigefinger. So fest, dass ich die Abdrücke meiner Zähne erkennen kann, als ich nach dem Beißen auf meinen Handrücken starre. Hm. Ich wache eben nicht davon auf, weil ich bereits wach bin und die Lichter kommen immer näher und die Hörner werden immer lauter…

Gleich kommen die Wendolhorden auf mich zu und ich bin hier in meinem Auto, völlig alleine. Und, ich habe nicht mal eine Axt dabei. So ein Mist. Ich greife nach unten in den Fußraum und fingere nach dem ‚Ungehobelten‘. Ich ziehe einen kleinen Holzknüppel hervor und erwarte das Schlimmste. Ziemlich blutig, male ich mir das Szenario aus, wie eine Horde blutrünstiger Kultistenzombies die Autoscheiben meines Nemo einschlagen, um mich aus dem Auto zu zerren und mich… zensiert…und wie ich mich dann irgendwie losreißen kann und mit Zuhilfenahme einer Wodkaflasche, dem ‚Ungehobelten‘ und verdammt viel Lampenöl sie alle abfackle und später ihre brennenden Überreste auspinkle…

Ich höre jetzt wieder die Hörner. Hinter mir. Häh. Die wollen mich gar nicht…. ich schrecke hoch. Die Ampel wechselt gerade wieder von grün auf orange. Ein blaues Cabriolet überholt mich hupend. Im Auto sitzen….Fußballfans bewaffnet mit Vuvuzelas.

Da war er wieder mein Tinitus namens Dieter Bohlen und mein Gedächtnis, dass anscheinend gerade ein Päuschen eingelegt hatte.

Wir haben gerade Fußball-WM, Frau Rösner. Das Tröten sind Vuvuzelas. Die Tram war leer, weil sich alle Menschen außer dir selber, das Deutschlandspiel angeschaut haben, liebe Bine. Hm, schade eigentlich, oder nicht?

Und ich bin wohl kurz vor Ludwigsfeld an der Ampel mitten in der Prärie eingeschlafen, weil es wirklich schon spät geworden ist. Jetzt ist es wieder rot und ich warte, für meinen Geschmack ein Wenig zu lang. Vor mir sind die Lichter eines enormen Parkhauses. Hm.

Das war letzten Mittwoch….

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