Twisted Mind – Wicked Hope

Callingsanity

Sie sieht in ein Gesicht gleich dem ihren und dennoch furchtbar verzerrt. Die Züge hart und unerbittlich. Ein in schwärze getunktes Wesen, dessen zerlöcherte, zerfetzte Kleider sich an ihrem hageren, ausgezehrten Körper schmiegen. Eine kratzende, rauchige Stimme spricht aus einem Mund, der ihrem gleichen würde, wäre er nicht gespickt mit nadelfeinen Reisszähnen. Bei jedem Wort quillt dunkles Blut aus ihm: „Du bist nichts für sie. Du bist nur ihr Wächter. Bedeutungslos, solange sie dich nicht brauchen. Du bist eine Marionette der Götter, ein Spielball des Schicksals. Und sonst gar nichts.“

Große grüne Augen starren die vollkommen Schwarzen ihres pervertierten Selbst. Sie hält stand, während sich tief in ihr die erste Welle aufbäumt, um gegen die Feste ihrer Seele zu branden. Die Fratze verzieht sich zu einem Lächeln. „Du bist nichts, Menschenkind. Du hast keine Heimat. Du bist ein Relikt aus alter Zeit, in ihren Augen. Eine Mär. Ein Ding das man benutzen kann, wie man es will. Etwas das Nutzen hat, solange man es braucht. Und danach gerätst du wieder in Vergessenheit. Oh ja, sie vergessen dich und lassen dich liegen, wie ein ungeliebtes Spielzeug. Nicht mehr bist du, Kind.“

Kälte macht sich breit. Eiseskälte. Sie spürt wie es in ihren Fingerspitzen anfängt und langsam ihre Arme hochkriecht. Noch immer sieht sie das Wesen nur schweigend an. Die zweite Welle schlägt gegen ihr innerstes und bricht erste Risse in den mühsam aufrecht gehaltenen Schutz.

Das Wesen vor ihr stößt ein Lachen aus, geschwängert von Wahnsinn: „Du bildest dir ein, all das hätte einen Sinn. Du denkst irgendwann käme auch deine Zeit. Aber ich verrate dir ein Geheimnis… dein einziger Sinn ist es ihnen den Weg zu ihrem Glück zu ebnen. Du wirst ihnen alles geben, bis du völlig ausgeblutet bist. Bis nichts mehr von dir übrig ist. Du weißt, dass ich Wahrheit spreche.“

Die Kälte erreicht erst ihren Geist, dann bahnt sie sich unerbittlich einen Weg zu dem kleinen Herzen, in ihrem Innersten. Diesem kleinen Muskel, der kraftvoll schlägt. Ihre Augen verengen sich zu Schlitzen, während erste Splitter unter der Wucht dessen, was in ihr tobt, zu fallen beginnen.

Das Wesen vor ihr neigt leicht den Kopf und schenkt ihr ein groteskes Lächeln: „Kämpf nicht dagegen an, du weißt genau, dass ich Recht habe. Recht behalten werde. Deine innersten Wünsche, das wonach du dich am meisten sehnst… ist eine Illusion. Du wirst nichts davon erlangen. Du wirst dein ganzes Leben einem Traum hinterherlaufen, der dir immer wieder durch die Hände rinnen wird. Egal wie sehr du es versuchst. Das einzige was dich erwartet ist der Tod in Einsamkeit. Nichts wird so werden, wie du es hoffst. Du wurdest betrogen. Der Plan der Götter beinhaltet nicht deine eigene Erlösung. Du wirst kämpfen, immer wieder. Für alle anderen. Du wirst dich selbst verlieren, während du versuchst etwas zu werden, was du nie sein kannst. Kind, du bist verloren, seit dem Tag deiner Geburt. Nichts wird bleiben. Und am Ende bleibst du allein, gefangen in den Ketten deiner Bestimmung.“

Während das Wesen sich daran ergötzt ihr die Worte entgegen zu schleudern, zeichnet sich ein Lächeln in ihrem eigenen Gesicht ab, kalt und regungslos. Dann beginnt sie selbst zu sprechen: „Meine Träume mögen nicht in Erfüllung gehen. Mein Herz mag nicht erlangen, zu was es bestimmt ist…“ Die schwarzen Augen ihres Gegenübers beginnen zu glimmen, als das Wesen gierig haucht: „Ja… Du wirst werden was ich bin. Ich bin deine Zukunft, Kind. Ich bin das was übrig bleibt. Nur ich allein. Akzeptiere dein Schicksal. Was bleibt ist Dunkelheit. Verzweiflung. Anhaltende Qual.“

Sie zuckt kurz. Etwas in ihr bricht vollständig. Ihr Kopf sinkt geschlagen auf ihre Brust, als sie mit schwacher Stimme entgegnet: „Ich weiss.“

Das Wesen breitet seine Arme aus: „Sieh was ich bin. Sieh was du werden wirst. Komm zu mir mein Kind. Ich bin dein Schicksal. Du musst es nur akzeptieren, dann hat deine Qual ein Ende. Umarme was du bist. Verstehe und akzeptiere dein unausweichliches Schicksal“

Langsam, wie mechanisch, schreitet sie auf ihr zerschmettertes Selbst zu. Ein kurzer Moment des Zögerns.

Das Wesen flüstert leise, fast zischend: „Komm.“, dann schließt es seine dürren Arme um den kleinen, weißen Körper. „Ja. Ja, so ist es gut.“ summt die Stimme des Wesens in einem wahnwitzigen Singsang.

Langsam hebt sich ihr Kopf. Ein bizarres Lächeln zeichnet sich nun auch in ihren Zügen ab, als sie dem Wesen ins Ohr flüstert: „Dennoch gibt es einen Unterschied zwischen uns…“ Mit einer schnellen Bewegung rammt sie der schwarzen Fey ihren Dolch in den Bauch und führt ihn mit einem entschlossenen Ruck hinauf zum Zentrum seines Lebens.

Die schwarzen Augen weiten sich ungläubig und das Wesen sinkt stumm auf die Knie. Ihre Züge bleiben kalt als sie sich, noch während das Wesen fällt, mit einer geschmeidigen Bewegung über es stellt. Dann greifen ihre  Hände in den Riss in der Brust und mit einem ekelhaft schmatzenden, reissenden Geräusch und ohne jegliche Gefühlsregung bricht sie, Rippe für Rippe, die Brust des Wesens auf.

Für einen kurzen Moment verharrt sie über der Szenerie und beobachtet den schleimigen, halb verkohlten Klumpen der panisch wie ein kleiner Vogel in der Brust ihres dunklen Ebenbilds schlägt. Dann. Langsam, fast genüsslich, schließen sich ihre Finger um das Herz.

Sie sieht mit einem mitleidigen Blick in die noch immer schreckgeweiteten, von Schwärze ausgefüllten Augen. Dann spannt sich ihr Körper und mit einem Ruck reisst sie das Herz aus dem Körper, der sich aufbäumt und den Rücken unnatürlich weit biegt, als ein schrecklich kreischender Schrei die unmenschliche Kehle verlässt. Mit einem Tritt befördert sie den Körper zurück in den Dreck. Das Herz fest von ihrer Faust verschlossen, während dunkle Rinnsale ihre Finger hinabtropfen, sieht sie kalt auf ihr Werk herab, als sie ihren Satz beendet: „… ich bin nicht wie du. Ich bin schlimmer.“

Dann dreht sie sich um, ohne auch nur ein einziges Mal zurück zu sehen. In dem schwarzen Herz zwischen ihren Fingern, beginnen sich glühende Linien abzuzeichnen, erst haarfein, dann immer stärker. Schließlich bildet sich dort, wo ihre Finger das Herz umfassten ein orange, hitzig glühender Klumpen… und noch während sie geht, wandelt sich das schwarze Herz erneut. Es wird zu Asche, die aus ihren Fingern rinnt, vergessen, verloren, unbedeutend…

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Blut ist dicker als Wasser – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 9

Blut ist dicker als Wasser – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 9

schweiniBranu humpelte Schweini hinterher, Richtung Waldrand. Er war auf der Suche nach Bruna, die war schon seit Stunden fort und langsam machte er sich wirklich Sorgen um sie. Auf seiner Wange leuchtete immer noch ihr Handabdruck und in seinem Kopf sang der Met manch rauschendes Lied.

Er hatte nicht nur die eine Flasche Met zusammen mit dem Meister Ulgur vernichtet und deswegen spürte er jetzt auch keinen Schmerz. Der Heiler hatte ihm eigentlich verboten, den Hof zu verlassen und er würde es morgen bitter bereuen, dass er so weit gelaufen war. Aber wenn die Götter ihm nun endlich eine richtige Familie geschenkt haben, dann musste er sich auch darum kümmern. Und sein Vater, also der Meister Ulgur, war zu betrunken um sie zu suchen.

Er hatte ihn vorhin ins Bett bringen müssen, weil er so besoffen gewesen war, dass er nicht mehr laufen konnte und das am helllichten Tag. Aber es war ja auch durchaus ein Grund zu feiern. Mann wurde ja nicht jeden Tag, zum zweiten Mal Vater und Mann bekam auch nicht jeden Tag seinen richtigen Vater zu Gesicht. Das Schwein verschwand im Dickicht und das riss ihn aus seinen betrunkenen Gedanken.

Als er zum Bachlauf kam, sah er schon den Rauch aufsteigen. Und wenig später stieg ihm der Geruch verbrannten Haares in die Nase. Bruna lag im Bach, blickte ohne auch nur einmal zu blinzelnd nach oben und das Wasser dampfte um sie herum. Der Wasserdampf ergoss sich schon über das ganze Tal.

Er versuchte möglichst unbeschadet die Böschung runter zu rutschen. Sein Bein tobte jetzt auch noch oder schon, aber er würde nicht ohne Bruna wieder zurück gehen, nach Hause. Er humpelte weiter auf den Bach zu und kniete sich umständlich ans Ufer in den Schlamm und flüstere: ‚Bruna, für ein Bad ist es entschieden zu kalt!‘ Dann griff er nach ihrer Hand und kam fast aus dem Gleichgewicht. Das Bachwasser schien tatsächlich erwärmt zu sein. ‚Komm da raus. Ich würd mich gerne bei dir entschuldigen.‘

Mit einer ruckartigen Bewegung wand sie ihren Kopf in seine Richtung und Tränen liefen unentwegt aus ihren Augen und verdampften in nächsten Moment auf ihrer Haut. Ihre Hand schien in Flammen aufzugehen und er ließ sie schlagartig wieder los.

‚Komm bitte da raus, du musst mir helfen. Ohne dich komme ich die Böschung nie wieder rauf.‘

Ihre Hand brannte tatsächlich, obwohl sie halb im Wasser lag. Er musste den Kopf schütteln, das musste am Met liegen. Die Hand brannte immer noch. Er kniff die Augen zu und sie brannte immer noch, als er seine Augen wieder geöffnet hatte.

‚Ich glaub, du brennst Bruna?!‘ stotterte er.

Plötzlich schloss sie die Hand und das Feuer erlosch. Er konnte sie atmen hören und er dachte er hätte so was wie ein Seufzer gehört. Sie blinzelte und hielt einen schrecklich langen Moment ihre Augen geschlossen und als sie endlich ihre Augen wieder öffnete, stand das Blau ihrer Augen voll Tränen. Ihr Kinn zitterte und ihre Maske zerbrach, so wie die Tränen über ihr Gesicht flossen.

Beherzt griff er wieder nach ihrer Hand und zog sie zu sich heran.

‚Du heulst doch nicht wegen mir?‘ fragte er unverblümt.

Ein feuriger Schlag in seine Nieren, war ihm Antwort genug. Ihm blieb für einen Moment die Luft weg, hielt sie aber eine Weile im Arm und während ihm beruhigende Laute über die Lippen huschten. Endlich regte sie sich und blickte ihn mit verheulten Augen an.

‚Verzeihst du mir den kleinen Ausrutscher? Ich war irgendwie verwirrt!‘ fragte Branu.

‚Wenn hier Einer verwirrt ist, dann bin ich das wohl und was fällt dir überhaupt ein, deine Zunge in meinen Hals stecken zu wollen. Ich glaub es hackt.‘ plapperte sie los, bis der Rauch wieder von ihr aufstieg. Dann fing sie wieder an zu weinen und krächzte. ‚Der Einzige, der mich je berührt hat, war das wandelnde Feuer…! Und das ist schon schlimm genug und der Nächste ist dann mein Bruder…‘ Den Rest des Satzes konnte er nicht mehr verstehen, aber er glaubte, dass sie ihn zwischen den ganzen Schluchzern ganz schön beleidigt hatte. Sie heulte, wie sie es als 12 jähriges Mädchen nicht getan hätte und dann fing sie sich wieder. ‚Wenn du das irgendjemanden erzählt, schleife ich dich an deinen … Ohren… in den Wald und leg dich wieder unter den Baum!‘

Sie zog den Rotz hoch und lächelte ihn an. Mit einer zarten, ja einer erschreckend zarten Bewegung berührte sie seine Wange, an der Stelle wo ihr Handabdruck immer noch feuerrot leuchtete und tierisch brannte.

‚Das gibt, ich brenn dir Eine, eine ganz neue Bedeutung!‘ meinte sie. Beide mussten Lachen.

‚Der Phönix aus der Asche, Schwesterlein! Der Phönix aus der Asche.‘ meinte er und versuchte zu grinsen, doch sein Gesicht tat ihm fast mehr weh als sein Bein.

ENDE

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach dem Imbolcfest (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Erwischt – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 8

Erwischt – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 8

schweiniNach einer Woche war der Holzfäller mehr oder weniger wieder auf den Beinen. Er versuchte sich zumindest nützlich zu machen. Nachdem Meister Ulgur die Heiler bezahlt hatte, würde er seine Schuld in den nächsten Monaten abarbeiten müssen. Das Gehen fiel ihm noch schwer und irgendwie hatte er immer das Gefühl er würde dem Metzger und seiner Tochter nur im Weg umgehen. Er musste wirklich noch viel über das Metzgerhandwerk lernen.

Im Großen und Ganzen ging es ihm einen Tag gut und am nächsten Tag wieder schlecht. An schlechten Tagen hatte er wieder Fieber und Bruna wachte an seinem Bett und es schien ihm so, als würde sie seine Hitze anziehen und in sich aufsaugen. Und am nächsten Tag ging es ihm wieder gut.

Heute war so ein Tag, es ging ihm mehr als gut und er wurde leicht übermütig. Er hatte sich in der Küche nützlich gemacht, der Meister hat seine Blutwürste gemacht und der Holzfäller hatte ihm dabei über die Schulter gesehen und versucht zu helfen.

Nun waren sie fertig und der Holzfäller trat in die Metzgerstube und erblickte Bruna, die gerade den Boden wischte. Sie kniete neben einem grintigen Eimer auf den blutigen Dielen und er konnte den Blick nicht von ihr wenden. Einen Moment musste er auf ihren Hinter gestarrt haben, bis es ihm Gewahr wurde. Hastig begann er zu faseln. ‚Bruna? Ich wollt mich noch bei dir bedanken.‘

‚Für was denn? Bedank dich lieber bei Schweini!‘ meinte sie mehr zum Putzeimer, als zu ihm.

‚Ich hab die Nächte sehr genossen, in denen du an meiner Seite wachtest!‘

‚Zeit wann redest du so geschwollen daher?‘ fragte Bruna, die den blutigen Lumpen ins Putzwasser warf und den Holzfäller entsetzt anstarrte.

‚Ich wollte…!‘ stotterte der Holzfäller und ging einen Schritt auf sie zu. Bruna nahm den blutigen Lappen, wand ihn aus und stand dann aber auf, weil Branu ihr irgendwie zu Nahe gekommen war.

‚Sag mal hast du wieder Fieber, soll ich dir nen Tee und kalte Wickel machen.‘ meinte sie fast beiläufig.

‚Ja, es muss das Fieber sein, es verbrennt mich.‘ meinte er ziemlich ernst und griff nach ihrer Schultern. ‚Es ist Etwas in mir entbrannt und ich vermag es nicht zu löschen!‘ säuselte er ihr ins Gesicht und kam ihr immer näher.

‚Und da kommst du zu mir?‘ fragte sie ihn ungläubig und versuchte sich aus seinem Griff zu winden. Er kam ihr noch näher und machte Anstalten sie küssen zu wollen. Als sich ihre Lippen sich flüchtig berührten, scheuerte sie ihm Eine und zwar so heftig, dass er nach hinten taumelte. Beinahe wäre er über den Putzeimer gestolpert. Er hielt sich die Wange, die nicht nur wie Feuer brannte, sondern auch so aussah. Aber der Schmerz war es wohl nicht, was ihn so erschreckte. Es war irgendwas anderes. Bruna blickte ihn wutschnaubend an, eine Ader pulsierte auf ihrer Stirn und ihre Finger fingen an zu rauchen.

‚Es tut mir leid, ich konnte nicht anders, ich musste es dir sagen!‘ meinte er und humpelte wieder auf sie zu.

‚Was sagen? Dass du den Verstand verloren hast!‘ rief sie aufgebracht und ging rückwärts durch die Stube, bis ihr Rücken an der Wand anstieß. Er versperrte ihr den Weg, packte sie unsanft und zog sie in eine Umarmung.

‚Nein Bruna, ich habe mein Herz verloren!‘ meinte er und versuchte sie erneut zu küssen, dabei glitten seine groben Finger an ihrem Rücken entlang und vergruben sich in den Stoff ihrer Tunika, die ihren mächtigen Hintern verdeckte. Er presste sie gegen die Wand und küsste sie hart und unnachgiebig, bis ein Räuspern ihn unterbrach.

‚Nimm deine Drecksbatschen von deiner Schwester.‘ stolperte dem Metzger Ulgur aus dem Mund.

Bruna und Branu stoben auseinander und sie blickten erst den Metzgermeister und dann sich gegenseitig verwirrt an.

‚Was zu Beltane passiert, weiß nur der Zwölfender!‘ meinte Ulgur und machte Anstalten nach draußen gehen zu wollen.

‚Ich glaub es hackt. Ich komme seit dem ich laufen kann in dein Haus, Bruna und ich haben unsere halbe Kindheit miteinander verbracht und dann so was und du siehst mir nicht mal ins Gesicht…‚ rief Branu völlig außer sich, bis seine Stimme brach.

Ulgur drehte sich noch mal um, legte den Finger an den Mund und sprach leise aber eindringlich genug: ‚Scht. Deine schwindlige Verwandtschaft darf davon nie etwas erfahren und jetzt beruhige dich, ich geh eine gute Flasche Met holen und dann werde ich dir ins Gesicht sehen, mein Sohn.‘

Bruna konnte nicht fassen, was sie da hörte. Ihr ganzer Körper bebte vor Wut, ihre Finger fingen wieder an zu qualmen und zu rauchen und sie stürzte hastig nach draußen. Ihr Vater kam ihr entgegen, als sie über den Hof lief. Wutentbrannt knallte sie ihm Eine. Und die hatte er sich wohl verdient. Bruna strafte ihn mit einem wütenden Blick und verließ den Hof Richtung Wald.

Als Meister Ulgur mit der Flasche Met in Händen in sein Haus zurück ging, stand Branu immer noch an der selben Stelle mitten in der Metzgerstube und rieb sich die Wange.

‚Die haben wir wohl beide verdient!‘ meinte Ulgur und rieb sich ebenfalls die Wange. ‚Deine Schwester hat nen ziemlichen Schwinger drauf!‘

Branu musste grinsen und blickte Ulgur in die Augen. Ulgur erwiderte den Blick. Sie umarmten sich kurz. Ulgur klopfte Branu auf die Schulter und flüsterte ihm ins Ohr: ‚Ich hätte es dir schon viel früher sagen müssen, mein Sohn!‘

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach dem Imbolcfest (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

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