Rätien – Winter 230 – Morgendlicher Ritt

Rätien – Winter 230

Morgendlicher Ritt

800PX-~1Am Morgen wurde der Optio von Ask geweckt. ‚Die Berittene hat gerade die Tore Biricianas passiert.‘

Erschrocken blickte er erst Ask an und dann an sich herunter. Die Herrin der Quelle lag halb auf ihm drauf und hatte ansonsten ihren Körper irgendwie um den seinen gewickelt.

‚Packt schon mal zusammen!‘ meinte er in seinem üblichen Befehlston.

Ask zog nur eine Augenbraue hoch und hielt ihm etwas zu Essen und einen Becher mit offensichtlich warmer Flüssigkeit hin. Der Optio versuchte sich aufzurichten, ohne jedoch die Eponageweihte wecken zu wollen, was ihm natürlich nicht gelang. Sie öffnete wieder nur ein Auge und beobachtete das Geschehen argwöhnisch.

‚Was würde ich nur ohne euch machen?‘ meinte der Optio und nahm mit beiden Händen sein morgendliches Mahl entgegen.

‚Verhungern, Herr!‘ meinte Ask, der sich kurz abwandte, um der Herrin der Quelle ihr Essen zu holen.

‚Du musst mich nicht mehr >Herr< nennen!‘ meinte der Optio zu Ask, während er Valeria höchst förmlich begrüßte: ‚Einen wunderschönen Guten Morgen, werte Herrin der Quelle!‘

‚Wenn wir jetzt frei sind, steht es uns frei Euch anzusprechen, wie es uns beliebt.‘ meinte Ask, hielt ihr ebenfalls ihr Essen und einen Becher Tee hin und fuhr fort: ‚Guten Morgen Herrin der Quelle!‘

Sie nickte nur und gab ein vermeintliches Geräusch der Unmut von sich, dass die beiden Männer zuerst falsch deuteten.

‚Ist etwas nicht in Ordnung?‘ fragte der Optio.

Sie gab wieder das Geräusch von sich und blickte abwesend in ihren Becher.

Kjeld kam herein: ‚Wir müssen uns dringend über eine Entlohnung unterhalten!‘

‚Der erste Tag als freier Mann und schon Forderungen stellen, das gefällt mir!‘ rief der Optio zwischen zwei Bissen.

Die Herrin der Quelle blickte immer noch in ihren Becher. Erst als der Optio sich erhob, meinte sie trocken: ‚Wenn Ihr allen weismachen wollt, dass ich von den Alemannen misshandelt worden bin, werdet ihr mir ins Gesicht schlagen müssen!‘

Alle drei blickten sie entgeistert an.

‚Bei Dis nein, ich werde Euch bestimmt nicht schlagen und ich werde jeden daran hindern, der versucht Euch zu schlagen.‘ meinte er wütend und blickte Kjeld finster an, weil er einen Schritt in ihre Richtung gemacht hatte.

Ask zückte sein Messer und schnitt sich in die Hand. ‚Es ist zwar eine Schande, aber dann sauen wir das Kleid eben wieder ein!‘ Auch Ask blickte Kjeld finster an, er wusste dass sein Bruder die Herrin der Quelle geschlagen hätte, hätte sie es von ihm verlangt.

Sie nickte nur und trank nun endlich von ihrem Tee, während Ask ihr Kleid in den Dreck warf und blutige Flecken auf dem weißen Stoff hinterließ.

Als sie endlich alles gepackt hatten und die Herrin der Quelle alle Wasserschläuche mit Quellwasser gefüllt hatte, konnten sie endlich aufbrechen. Sie mussten wieder durch das Dickicht zurück und den Berg hinab.

Als sie nach einer gefühlten Stunde endlich aus dem Wald auf die Straße brachen, sahen sie die Berittene in der Ferne. Der Hund saß auf halben Weg auf der steinernen Straße und wartete. Der Optio saß ab und überließ die Herrin der Quelle die Zügel, die sie aber nicht anzufassen wagte. Ask ritt neben sie und zuppelte an ihrem Gewand herum und überprüfte die blutige Maskerade, die er ihr ins Gesicht geschmiert hatte. Sein prüfender Blick entspannte sich ein Wenig und er nickte ihr mit einem leichten Lächeln auf den Lippen freundlich zu.

‚Oh, Ihr schenkt mir ein kleines Lächeln.‘ flüsterte sie ihm zu.

‚Herrin, ich würde Euch mein Leben schenken, wenn Ihr es verlangt.‘ sagte er recht forsch zu ihr.

‚Einen Tag frei und schon schenkt Ihr mir Euer wertvollstes Gut!?‘ meinte sie nun halblaut und fuhr nach einer kurzen Pause eindringlich fort. ‚Das würde ich nicht von Euch verlangen, die Pferdeherrin braucht Euch möglichst lange bei bester Gesundheit. Euer Lächeln reicht mir erstmal!’

Kjeld blickte beide an und schüttelte nur den Kopf.

Sie blickte ihn kurz an und lächelte dann wissend. Ihr war klar, das Kjeld sie geschlagen hätte, wenn sie ihn darum gebeten hätte. Es war erschreckend wie gleich sie sich waren, wenn man sie von außen betrachtete und wie unterschiedlich ihr Wesen doch war.

‚Habt dank für Eure Einsatzbereitschaft, aber die List Eures Bruder ist doch mit weniger Schmerzen meinerseits verbunden.‘ meinte sie abschließend zu Kjeld, obwohl er gar nichts zu ihr gesagt hatte und küsste Ask auf die Hand.

Ask wurde knallrot im Gesicht, entzog ihr seine Hand und lenkte sein Pferd auf die Seite, so dass er sein Gesicht von ihnen wegdrehen konnte, ohne sich selbst auf dem Rücken des Pferdes bewegen zu müssen, während Kjeld sie nur argwöhnisch anblickte: ‚Ihr könnt meine Gedanken lesen?‘

‚Wenn sie so offensichtlich auf Eurem Gesicht geschrieben stehen, ja!‘ meinte sie und lächelte ihn an. Er verzog sein Gesicht, lenkte sein Pferd neben sie und nahm die Zügel auf.

‚Ihr wollt die Zügel nicht nehmen?‘

‚Ich brauche keine Zügel um zu reiten!‘

Der Optio war wieder bei ihnen aufgetaucht und meinte. ‚Aber ich brauch die Zügel um aufzusteigen!‘ Er hatte nur eben den Hund gestreichelt.

Gesagt getan, er zog den Lederriemen aus Kjelds Hand legte den Zügel auf ihren Oberschenkel. Und ehe sie sich versah, saß er wieder auf dem Pferd.

‚Verehrter Optio, ihr braucht die Zügel nur, um einen Grund zu haben, mich befummeln zu können!‘

‚Werte Herrin des Götterquells, wenn ich Euch nicht mit meinen schwieligen Pfoten betatschen würde, würde Ihr Euch doch ebenfalls beschweren.‘

Sie musste tatsächlich lachen, als er ungeschickten Fingern nach dem Zügel griff und dabei noch näher an sie heran rückte. Sie konnte sein Gemächt an ihrem Hintern spüren.

‚Dann könnt Ihr mit Eurem Schauspiel beginnen, die Berittene ist gleich bei uns.‘ meinte er abschießend.

Sie klammerte sich an seinen Arm und lehnte ihren Kopf an seine Schulter, dabei starrte sie irgendwo in die Ferne. Eines musste man ihr lassen, man hatte wirklich den Eindruck, sie wäre von den Alemannen misshandelt worden.

Fortsetzung folgt… evtl.

Rätien – Winter 230 – Der doppelte Optio

Rätien – Winter 230

Der doppelte Optio

800PX-~1Als sie wieder in die Höhle zu den beiden gallischen Bastarde traten, hatten sie bereits eine Bettstatt aus Fellen für die Eponageweihte gerichtet. Die Beiden saßen an einem kleinen Feuer, das bereits die ganze Höhle erwärmte. Kjeld und Ask blickten auf und brachten der Herrin der Quelle ihr Gewand und einen warmen wollenen Überwurf. Sie mussten es in Windeseile getrocknet und geflickt haben.

‚Habt dankt, ihr beiden. Ihr könnt euch im Quell waschen und wenn ihr die Pferde mit dem heiligen Wasser tränkt, dann werden sie morgen gute Dienste tun.‘ meinte die Herrin der Quelle zu den beiden.

‚Ja, Domina!‘ kam es schier gleichzeitig aus beiden Mündern.

‚Ich bin nicht eure Herrin! Eure Herrin wacht über euch! Aber ich bin nicht eure Herrin!‘

‚Ja, Herrin der Quelle!‘ meinten die beiden und ließen sich wohl auch nicht davon abbringen, sie wenigstens Herrin der Quelle nennen zu dürfen.

Der Optio steckte die Herrin der Quelle ins Bett und die beiden Jungs brachten ihr noch zu essen und zu trinken, während der Optio sich abwandte und Anstalten machte, nach draußen gehen zu wollen.

Ihr stolperte ein ‚Marcus Lucius!‘ über die Lippen und im selben Moment stand der Hund des Centurio neben ihr und hechelte sie freudig mit dem Schwanz wedelnd an. Ein spitzer Schrei kam aus ihrer Kehle und sie kroch panisch über die Felle, fort von dem Hund.

‚Optio, sei ein braver Hund und erschrecke nicht die Herrin der Quelle, sonst kannst du draußen im Schnee schlafen.‘ rief der Optio und funkelte den Hund merkwürdig an.

Valeria blickte von Optio zu Optio und schnappte nach Luft, als der Hund sich auf den Fellen auf den Rücken drehte und sie mit gefletschten Zähnen angrinste.

Erst viel später begriff sie, dass der Hund sie gar nicht angefletscht hatte, sondern dass die Lefzen durch die Rückenlage ganz von alleine die Zähne des Hundes freigelegt hatten.

Der zweibeinige Optio machte wieder ein paar Schritte in die Höhle, kniete sich zu ihr hin und flüsterte ihr sachte ins Ohr: ‚Der dumme Köter wird sich nicht trauen Euch was zu tun, er will nur spielen.‘ Dann wand er sich an den Hund: ‚Gell Optio!‘

Der Hund sprang auf, hechelte wieder, setzte sich und hielt ihr seine Pfote hin.

‚Er ist ziemlich groß!‘ stammelte sie reichlich verwirrt.

‚Ja, aber der feigste Köter, den ich je erblickt habe.‘ lachte der richtige Optio, während der Hund sie treudoof anblickte.

‚Du tust ihm Unrecht!‘ meinte sie mehr zum Hund, als ihrem eigentlichen Gesprächspartner und nahm die riesige Pfote des Hundes in die Hand. Redet sie nun mit dem Hund oder mit ihm. Sicher war sich der richtige Optio nicht, er hatte irgendwie das Gefühl als würde sie mit dem Hund nicht nur reden, sondern auf eine andere Art und Weise kommunizieren.

‚Versucht ein Bisschen zu schlafen, morgen wird ein anstrengender Tag. Ich halt draußen Wache, damit die Jungs auch noch etwas schlafen können.‘ meinte er noch und half ihr, sich wieder hinzulegen. Er wartete so lange bis sie eingeschlafen war und der Hund wich ihr nicht von der Seite. Die Jungs kamen gerade wieder vom Quell zurück und tränkten noch die Pferde, bevor sie sich ebenfalls zum Schlafen hin legten.

Mitten in der Nacht weckte der Optio einen der beiden Jungs wieder und er ging selbst schlafen. Die Jungs hatten sein Bündel neben der Bettstatt der Eponageweihten ausgebreitet und hatten ihm ebenfalls einige Felle bereit gelegt. Lächelnd legte er sich neben die Herrin der Quelle, die den blöden Hund im Arm hielt und zufrieden lächelnd mit ihm kuschelte.

Als er ihre Felle und Decken zurecht rückte, regte sie sich im Schlaf und öffnete ein Auge im Halbschlaf und lächelte ihn dann schlaftrunken an.

‚Kaum dreh ich Euch den Rücken zu, kuschelt Ihr mit einem anderen Optio.‘

Der Hund fühlte sich zurecht angesprochen und wedelte mit dem Schwanz, tat aber ansonsten so als würde er schlafen.

‚Werter Optio, Ihr wart nicht da und der Hund ist so kuschelig und warm.‘ flüsterte sie.

‚Ja, der kuschelige Bettvorleger muss aber jetzt Wache halten!‘

Der Hund stellte die Ohren auf und wedelte weiter mit dem Schwanz.

‚Los, oder brauchst du eine extra Einladung!‘ rief der Optio etwas ungehalten.

Der Hund sprang auf und lief freudig aus der Höhle.

‚Wollt Ihr mich dann weiter warmhalten?‘ flüsterte sie und drehte sich zu ihm um.

‚Oh, ich bin so durchgefroren, dass ich euch die restliche Nacht kaum als Heizung dienen kann!‘ meinte der Optio und versuchte sich hinzulegen und zu gleich zuzudecken.

Als er endlich zur Ruhe gekommen war, blickte sie ihn immer noch an. Er zitterte unter seiner Decke und seinem Umhang. Sie schnappte kurzerhand seine Hand und zog ihn unter ihre Decken und Felle. Ohne Widerrede lies er ihre Geste zu und nahm sie in seine Arme, wo sie dann mit den Fingern in seinem Brusthaar vergraben sofort wieder einschlief, während er noch eine ganze Weile wach da lag.

Fortsetzung folgt… ganz bestimmt!

Rätien – Winter 230 – Gallische Bastarde

Rätien – Winter 230

Gallische Bastarde

800PX-~1‚Was macht Euch da so sicher?‘ fragte der Optio unsicher und als sie nicht reagierte, nahm er ihr Kinn sanft in die Hand und wiederholte seine Frage: ‚Was macht Euch da so sicher, dass keiner den Adler wieder aufzurichten vermag!?‘

‚Die Pferdeherrin sprach gerade noch zu mir!‘

‚Langsam macht Ihr mir wirklich Angst!‘

‚Ihr müsst keine Angst haben, ich bin ja bei Euch!‘ flüsterte sie, küsste ihn sanft auf die Stirn und fuhr dann leise fort: ‚Ihr müsst keine Angst haben, so wie ich keine Angst mehr habe, weil Ihr bei mir seid!‘

Er lächelte verschmitzt und verstört zugleich und wollte gerade ansetzen etwas zu erwidern, als sie ihn einfach unterbrach: ‚Ihr kamt als redlicher Soldat zu mir und geht doch als der Vater der Zukunft wieder zurück zu Eurer Legion.‘

‚Ich verstehe nicht ganz?‘

‚Was glaubt Ihr passiert, wenn Ihr eine Eponageweihte im Quell der Götter defloriert?

‚Wenn das was wir taten der Pferdeherrin zum Gefallen gereichte, dann schenkt sie uns vielleicht drei hübsche kleine Bengel!‘

‚Es wird nur einer werden!‘ meinte sie bestimmt

‚Und wo wollt Ihr dann hin, mit einem Bastard von einem römischen Soldaten.‘

‚Ist es denn ein Bastard, wenn der Vater wohl bekannt ist?‘

‚Und wenn der Vater bereits ein gallischer Bastard ist?‘

‚Und doch seid ihr schon Vater zweier gottesfürchtiger gallischer Bastarde!‘

‚Ja, das mag ich wohl sein und der Dritte im Bunde wacht über meinen Centurio!‘

‚Es gibt drei von ihnen?‘ fragte sie neugierig und murmelte dann etwas in sich hinein, dass er kaum verstand. ‚Sie schienen mir immer ein Wenig unvollständig zu sein, die Beiden. Als würde ihnen etwas fehlen, oder jemand! Ha, jetzt begreife ich es erst, es sind Drillinge!‘

Er lächelte sie an, hob sie zur Seite und machte Anstalten aus dem Quell steigen zu wollen. ‚Bevor ich noch Schwimmhäute und Kiemen bekomme…!‘ meinte er, stand vor ihr auf, drehte sich um und kletterte aus dem Quell. Sie ertappte sich dabei, wie sie seinen Hintern anstarrte, bis er sich abgetrocknet hatte.

‚Was wollt Ihr nun tun, der Winter hat gerade erst begonnen und der Senator…!‘ fragte er, als er sich eine frische Hose angezogen hatte und wieder zum Quell trat.

Sie hielt ihm seine nasse Hose hin und lächelte: ‚Nachdem die Alemannen meine Hütte niedergebrannt haben, werd ich wohl hier bleiben! Und der Senator wird mich nicht mehr wollen, wenn ich einen Bastard unter meinen Herzen trage.‘

Er wrang seine Hose aus, hängte sie sich lässig über die Schulter und hielt ihr dann seine frische Tunika hin. Sie stand auf und schritt ihm lächelnd entgegen. Wie gebannt konnte er nichts anderes tun, als auf ihre Brüste zu starren, bis er sie in die Tunika wickelte, anstatt ihr beim Anziehen zu helfen. Bevor er sie küssen konnte, unterbrach sie ihm wieder:Erzählt mir von Eurem dritten Bastard!‘

‚Roar ist beim Centurio!‘ begann er zu erzählen und schon wieder unterbrach sie ihn einfach.

‚Ihr habt immer so einen traurigen Unterton, wenn Ihr von Eurem Centurio sprecht.‘

‚Habe ich das?‘

‚Was fehlt ihm denn?‘

‚Fehlen? Er hat Morbus Comitialis!‘

‚Dann werde ich morgen gerne mit Euch gehen und nach Eurem Centurio sehen, auch wenn ich dann vielleicht in die Fänge des Senators gerate.‘

‚Ihr habt recht, der Senator wird Euch nicht mehr haben wollen, nachdem die Alemannen die Herrin vom Quell so übel zugerichtet und geschändet haben.‘

‚Discordia wird deine Worte hoch erfreuen. Doch Concordia ich bitt dich!‘ sprach sie ehrerbietig zu den Göttern.

Rätien – Winter 230 – Unter Wasser im göttlichen Nass

Rätien – Winter 230

Unter Wasser im göttlichen Nass

800PX-~1‚Jetzt beschäm ich Euch doch?‘ stöhnte der Optio ihr erschöpft ins Ohr, während er sie immer noch fest in seinen Armen hielt.
‚Nein, tut Ihr nicht!‘ flüsterte sie leise, löste sich aus seiner Umklammerung und tauchte lautlos zwischen seinen Beinen ab. Seine Hose schwamm irgendwo einsam im Wasser und er konnte ihren nackten Körper im Wasser nur erahnen.
Ihm stolperte ein kleines Stöhnen aus der Kehle, als sie unter Wasser seinen Schwanz in den Mund nahm und langsam begann daran zu saugen. Ein paar Bläschen ihrer Atemluft entfleuchten aus ihrem Mund und blubberten an ihrem Gesicht vorbei und stiegen in die Höhe, um an der Wasseroberfläche zu zerplatzen. Der Moment schien ihm ewig zu dauern und irgendwie ganz tief in seinem Kopf hatte er ein Bisschen Angst, sie könne einfach ersticken. Aber eigentlich wollte er dass sie nie wieder mit dem aufhören würde, was sie gerade tat.
Doch in dem Moment, wo er genüsslich die Augen schloss, um sich ganz fallen zu lassen, lies sie abrupt von ihm ab und tauchte auf, um schwer atmend Luft in ihre Lungen zu ziehen. Er atmete genauso schwer wie sie, obwohl er eigentlich nichts getan hatte.
Das Wasser lief ihr aus den Haaren übers Gesicht und sie grinste ihn breit an, bevor sie sich wieder auf seinen Schoß setzte. Sein Schwanz glitt wie von selbst in sie hinein und sie stöhnte auf, als er ihr sie am Hintern packte und ihr seine Hüfte energisch entgegen schob. Trotz dem Gefühl im Wasser völlig schwerelos zu sein spürte er ihre Enge.

Als würde ihr Leben davon abhängen, klammerte sie sich an ihn und küsste ihn energisch. Wie eine Ertrinkende saugte sie ihm die Luft aus den Lungen, während ihre Bewegungen immer schneller wurden.
Kurz bevor er sich wieder in sie ergossen hätte, lies sie sich nach hinten fallen und ihr Schoß trennte sich von seinem Schwanz. Sie drehte sich im Wasser, tauchte wieder ab und nahm erneut seinen zum Bersten gespannte Schaft in den Mund und lies ihn dabei tief in ihrem Rachen gleiten.
Ihm war so, als würde er dem Wahnsinn anheim fallen, als sie wieder kurz vor seinem Höhepunkt ihren Mund von seinem Penis trennte. Diesmal konnte er nicht an sich halten, bis sie wieder zu ihm kam. Er folgte ihr, wie ein hungriges Tier, dass seine Beute gewittert hatte, in die Mitte des Quells und packte sie, als sie wieder aufgetaucht war.
Mit einer liebevollen Handbewegung strich er ihr das Wasser aus dem Gesicht und küsste sie dann hart und unnachgiebig, während er sie an die andere Seite des Quells trieb.
Als sie mit dem Rücken gegen die kalte Felswand stieß, drängte er seinen geschwollen Speer wieder in ihr Allerheiligstes.
Die nächsten Momente verschwammen im Nebeldunst des Wasserdampfes um sie herum und alles was nun folgte schien endlos zu dauern, wie als würden sie beide den selben Traum träumen. Vor ihrem inneren Auge kamen wieder andere Bilder und sie riss die Augen weit auf, als sie in eine Vision ihrer Herrin hinein glitt, während der Optio immer und immer wieder seinen harten Schwanz in sie hineintrieb. Sie hörte ihre Göttin in ihrem Kopf und schloss die Augen: ‚Dein Schoß ist zwischen den Flüssen, dieses Kind käme so sicher! Ihm ist Großes vorbestimmt, wenn der Adler fällt, steigt der weiße Hengst aus dem Blut der Feinde und triebt seinen silbernen Speer tief in die Kehlen der Ungläubigen. Doch der Adler wird fallen, und keiner wird es je vermögen, ihn wieder aufzurichten.‘

Als er sich stöhnend in sie ergoss, riss sie die Augen erneut auf und stöhnte unter der Qual der Erkenntnis, das dies nun der Scheideweg in ihrem Leben war. Ihr Körper zuckte noch, als er sie liebevoll in seine Arme nahm und mit ihr ans andere Ende des Quells schwamm. Erschöpft lies er sich auf den Stufen nieder und zog sie auf seinen Schoß. Sie legte einen Arm um seinen Hals und lehnte ihre errötete Wange an seine behaarte Brust. Wasserperlen spiegelten das Licht der Fackeln auf seinem Brusthaar und sie schmiegte sich an ihn, während er ihren Rücken streichelte. Er spürte wie ihr Körper immer noch von einem immer wieder kehrenden Zucken durchfahren wurde. Und sie brauchte eine ganze Weile, bis sie ihren Körper wieder unter Kontrolle hatte.
‚Der Adler wird fallen und keiner wird es je vermögen, ihn wieder aufzurichten.‘ sprach sie langsam und schleppend, als würde sie unter einem Bann stehen.

Fortsetzung folgt… bald!

Rätien – Winter 230 – In der Hitze der Quelle

Rätien – Winter 230

In der Hitze der Quelle

800PX-~1Heißer Wasserdampf stieg vom Quell auf und wenn es einen stummen Beobachter gegeben hätte, hätte er rein gar nichts erblicken können, außer der Feuerschein der Fackeln, der vom Wasserdampf gedämpft wurde. Aber er hätte den Quell munter plätschern hören können und das Knistern der Fackeln, dieser stumme Beobachter wäre einzig zum Zuhören verdammt. Und er hätte nur erahnen können, was sich da im Wasser abspielte. Nachdem aber niemand in der Höhle war, außer den zwei nackten Körpern, die sich im heißen Quellwasser rekelten und sich eng umschlungen an ihrem Leben erfreuten, taten sie es ungezwungen. Nur Epona die Pferdeherrin würde bestimmt einen Blick erhaschen wollen, immerhin war es ja, die von ihr auserwählte Eponageweihte und ihr Lebensretter, die im Quell zu Gange waren. Und das was sie taten, war durchaus im Sinne der Göttin.
Man hätte eigentlich denken können, wenn man sich es anmaßen würde, über die Götter so schändliche Gedanken zu denken, dass es den Göttern langsam überdrüssig werden würde, ihren Menschenkindern dabei zuzusehen, wie sie in ihrer Demut den Liebesakt vollziehen und dann verschwitzt Reuegebete gen Himmel sandten, während sie ihren Samen in eine beliebige Körperöffnung entließen.
Nur in diesem besonderen Fall blickten die Götter wohl alle vom Himmel herab, denn der Moment war so unschuldig und rein, wie sie es wohl selten zu Gesicht bekamen. Und eben ganz vorne an die Pferdeherrin Epona, die, auch wenn ihre beiden Schützlinge sie nicht sehen konnten, lächelnd ihre Rosenblätter ins Wasser streute und sich erfreute, dass  in dieser kalten Winternacht ein neuer Krieger gezeugt wurde.
Dieser Kriegersohn würde, wenn der Adler fällt, auf einem weißen Hengst zu Felde ziehen und würde mit seinem silbernen Speer den ungläubigen Alemannen ihre Mordlust in ihren stinkenden Rachen zurück stopfen.
Aber wer konnte schon so genau sagen, was die Götter denken oder tun, während sie nackten Menschenkindern beim Kopulieren zuschauten. Nur eines war gewiss, sie lachten bestimmt über die merkwürdigen Gesichter derer, die ihren Höhepunkt erlebten.
Keiner konnte es ahnen und niemand wird es je erfahren, außer die Herrin der Quelle, die genau in diesem Moment einen Augenblick erhaschen konnte, denn sie sah vor ihrem inneren Auge, was die Götter gerade in dem Moment trieben, als sie ihnen genau dabei zuschauten. Und eines konnte sie sicher sagen, dass die Pferdeherrin ebenso lächelte und ihr ein verträumten Seufzer aus dem Mund purzelte, der bei ihnen als eine kühle Brise ankam, als er sich stöhnend ergoss, während die Herrin der Quelle sich wimmernd mit weit aufgerissenen Augen an seinen nackten Körper klammerte.

Fortsetzung folgt… ganz bestimmt!

Rätien – Winter 230 – Im Quell der Götter

Rätien – Winter 230

Im Quell der Götter

800PX-~1Wütend schlug Valeria dem Optio ins Gesicht und schrie ihn an: ‚So lange du Schmerzen hast, lebst du noch und jetzt hilft mir deine Rüstung auszuziehen!‘

Er schüttelte erschrocken den Kopf und blickte sie entsetzt an. Sie rückte näher an den Optio heran und zog an der Rüstung, es gab ein widerlich saugendes Geräusch, als sie die Brustplatte von der Wunde gezogen hatte. Mit seiner Hilfe schaffte sie es schließlich ihn von seiner Rüstung zu befreien. Er musste sich auf die Zunge beißen, um nicht vor Schmerz zu schreien.

Noch bevor die Rüstung auf den Steinboden krachte, griff sie schon unter seine Tunika und presste ihre Hand auf die Wunde. Mit der anderen Hand schöpfte sie das warme Wasser der Quelle auf seine Verletzung. Sein ganzer Körper bebte unter ihren Berührungen.

Fast besinnungslos rutschte er an ihr vorbei über den Rand ins Wasserbecken. Sie konnte ihn gerade noch an der Tunika festhalten, doch er rutschte wie ein nasser Sack aus seiner blutigen Tunika und tauchte sofort mit dem Kopf unter Wasser. Hastig warf sie die Tunika fort, griff ihm unter die Arme und bugsierte ihn schwerfällig auf eine der, in den Stein gehauenen, Stufen, die in den Quell führten. Zumindest war der Kopf wieder aus dem Wasser und sie konnte sich seine Verletzung genauer ansehen, auch wenn sie unter der Wasseroberfläche war. Aber noch eine Stufe würde sie ihn nicht hoch hieven können, dafür war er zu schwer.

Das Wasser färbte sich rot von seinem Blut. Leicht panisch tauchte sie ab, um ihren Mund auf seine Wunde zu legen. Der Schmerz lies ihn fast wahnsinnig werden, doch er schrie nicht. Sein Kopf wurde schwer und er kippte nach hinten, bis die nächste Stufe seine eher unfreiwillige Bewegung aufhielt. Der Segen einer Ohnmacht nahm nicht lange von ihm Besitz. Der Schmerz riss ihn wieder ins Licht. Schwer atmend starrte er aufs Wasser. Die Herrin der Quelle lag in seinem Schoß. Im nächsten Moment war sie verschwunden und er dachte schon, dass er träumen würde. Es musste ein Traum sein…

Ihm blieb fast das Herz stehen, als sie zwischen seinen Beinen wieder auftauchte. Sein Blut ran aus ihrem Mund, dennoch lächelte sie. Zwischen ihren Zähnen hatte sie etwas, was er im Schimmer der Fackeln blitzen sehen konnte. Langsam führte sie ihre Hand zum Mund und förderte die abgebrochene Spitze eines Speers zu Tage.

‚Die hätte Euch fast das Leben gekostet. Wie konntet Ihr damit nur laufen, geschweige denn reiten?‘ fragte sie und drückte weiter die andere Hand auf seine Wunde.

‚Ich hatte einen Auftrag und dann hab Ihr mich verzaubert.‘

Sie lächelte ihn an und fragte: ‚Wie kann ich mich nur erkenntlich zeigen?‘

‚Das wollte ich Euch auch gerade fragen!‘ erwiderte er schlagfertig. ‚Oder werde ich doch sterben?‘

Sie stand einfach auf, beugte sich vor, legte die Speerspitze an der obersten Stufe ab und küsste lächelnd seine Nase, als sie sich wieder ins Wasser setzte und abtauchte. Er blickte sie mit offen stehenden Mund verträumt an. Langsam schwamm sie wieder in seine Richtung und hielt sich an seinen Oberschenkeln fest, dabei streifte sie sein Gemächt und flüsterte dann geheimnistuerisch: ‚Und solange der kleine Optio da unten sich noch so freut mich zu sehen, werdet Ihr bestimmt nicht sterben!‘

‚Ihr beschämt mich, Herrin der Quelle!‘

‚Es hat aufgehört zu bluten!‘ meinte sie, setzte sich auf seinen Schoß und küsste ihn auf den Mund. ‚Darf ich Euch um einen Gefallen bitten!‘

‚Alles was Ihr wollt!‘ stöhnte er.

‚Nehmt mich, bitte!‘

‚Bitte was?‘ rief er entsetzt und sie verschloss ihm mit ihrem Mund den Seinen, um ihm am reden zu hindern und fuhr dann selbst fort, bevor er auch nur Luft holen konnte.

‚Die Alemannen haben mich nicht angerührt, sie haben sich nicht getraut die Herrin der Quelle zu schänden!‘

‚Bei allem gebührenden Respekt, ich werde Euch nicht schänden!‘

‚Wenn ich nicht mehr unberührt bin, wird der Senator mich nicht mehr mit seinem schwindsüchtigen Sohn verheiraten wollen.‘

‚Und wenn Ihr Eure Gabe verliert?‘

‚Ich werde in meiner Quelle nichts verlieren außer meine Unschuld!‘

‚Gut, verehrte Valeria. Ich bin Euch überaus dankbar, dass Ihr mein Leben gerettet habt, Ihr hättet es nicht tun müssen, obgleich ich Eures gerettet habe. Wenn es nun Euer Wunsch ist, werde ich mit Euch Liebe machen. So nennt man das nämlich. Ich hab heute schon genug Gewalt gesehen und ich habe es satt, dass sich jeder einfach nur das nimmt was er will.‘

‚Mein lieber Optio, jetzt beschämt Ihr mich!‘ flüsterte sie und küsste ihn wieder. Ihre Hände wanderten zu seiner Hose und nestelte sie behutsam auf.

Fortsetzung folgt… vielleicht… bald!

Rätien – Winter 230 – Der Quell der Götter

Rätien – Winter 230

Der Quell der Götter

800PX-~1Der Optio brachte Valeria in die Höhle, wo ihm die beiden Späher aufgeregt entgegenliefen.

‚Wo ist dieser Quell?‘ schrie er sie fast an.

‚Folgt mir!‘ rief Ask, der bereits eine Fackel in Händen hielt und loslief. Der Optio folgte ihm durch einen langen Gang, der vom anderen Ende der Höhle in eine weitere Kammer führte. Die Beiden hatten überall Fackeln entzündet, so dass sich ein angenehm warmer Lichtschimmer in der ganzen Höhle ausgebreitet hatte und sich inmitten der Höhle in einem azurblauen Quell widerspiegelte. Während er mit offenem Mund diesen Naturtempel bestaunte, lag sie immer noch bewusstlos in seinen Armen.

‚Der Quell der Pferdeherrin Epona!‘ rief Ask ganz aufgeregt und verschwand gleich wieder. Ihm war es irgendwie unangenehm so nah bei den Göttern zu sein.

Vom Wasser stieg Dampf auf und es sprudelte, obwohl das Becken keinen sichtbaren Zulauf hatte. Das Wasser musste direkt aus den Tiefen des Berges kommen.

Huldvoll legte er sie am Rande der Quelle ab und half ihr aus den Schuhen und wickelte ihr die Beinwickel ab, die sie vor der Kälte hätten schützen sollen. Sie fühlte sich kalt an und er bekam es mit der Angst zu tun. Hastig wickelte er sie aus der Decke und bugsierte sie an den Rand des Wasserbeckens. Als ihre Zehenspitzen das Wasser berührten, erwachte sie wieder und zog die Beine an, um sie einen Moment später ins Wasser gleiten zu lassen. Dampf stieg auf und man konnte neben dem Knistern der Fackeln, nur ein paar Tropfen hören, die von der Höhlendecke prasselten.

Gedankenverloren hielt er sie immer noch fest, bis sie zu ihm nach oben blickte und ihn liebevoll, aber erschöpft anzulächeln. Es kam ihr kein Wort über die Lippen, aber er konnte ihre Stimme in seinem Kopf sprechen hören und einen Moment spürte er ihre Stimme von den Wänden widerhallen. ‚Du musst mich jetzt loslassen!‘

Und er ließ sie schweren Herzens los. Ihr Körper glitt wie eine Schlange ins Wasser und die Überreste ihres Kleides bauschten sich über den Luftblasen im Wasser auf und erlaubte ihm einen verschämten Blick auf viel nackte, weiße Haut.

Der Anstand erlaubte es ihm nicht eine, einem anderen Mann versprochene, Frau anzublicken, so wand er hastig seinen Kopf ab, noch bevor ihm gewahr wurde, dass ihm die Schamesröte ins Gesicht stieg.

Nach einem langen Moment spürte er eine nasse Hand an seinem Knie. Er erschrak, drehte sich aber nur langsam wieder in Richtung Becken. Ihm war gar nicht klar, dass er immer noch neben dem Quell gekniet hatte. Sie hielt ihm wortlos ihr Kleid hin. Ebenso wortlos nahm er das tropfende, zerrissene Etwas entgegen und versuchte ihr nicht wie ein Idiot auf die nackten Bürste zu starren. Er konnte sich nicht erinnern wann er das letzte Mal eine nackte Frau gesehen hatte. Und bevor ihm gewahr wurde, dass er sie doch angestarrt hatte, wand er sich schon ab, stand hastig auf und ging festen Schrittes aus der Höhle, durch den Gang zurück zu den beiden Spähern. Die Beiden striegelten fast schon andächtig vier Pferde, die sie bis auf seinen Gaul auch alle gestohlen haben mussten.

Kopfschüttelnd hielt er ihnen das Kleid hin und fragte: ‚Könnt ihr beiden diebischen Elstern da noch was retten?‘

Kjeld grinste ihn an und meinte: ‚Erstmal trocknen wir das Kleid und dann sehen wir weiter. Wir haben aber auch noch Stoffe gefunden, die Herrin der Quelle wird morgen angemessen gekleidet sein!‘

‚Und bis dahin kriegt sie meine andere Tunika!‘ meinte der Optio und starrte wie hypnotisiert auf einen Altar, den sie für die Pferdeherrin Epona errichtet hatten. ‚Ich wusste nicht, dass euch die Pferdeherrin so viel bedeutet.‘

‚Vergesst nicht, dass wir, wie Ihr aus Gallien stammen und Epona war immer an unserer Seite und selbst hier in Rätien wurde ihr dieses Quell geweiht.‘

Er griff nach seiner Tasche und holte die beiden Schriftstücke heraus. ‚Und was ich nie verstanden habe, warum die Götter mich zu einem freien Mann und euch zu Sklaven gemacht haben, wo wir doch alle aus dem selben Holz geschnitzt sind.‘

Feierlich drückte er Ask die beiden Schriftstücke in die Hand und rief: ‚Wenn wir morgen diesem geweihten Ort verlassen, werden wir alle freie Männer sein und euer Bruder Roar wird beim Centurio als freier Mann auf euch warten. Euch ist dann selbst überlassen, wo ihr hingehen wollt.‘

Dann griff er hastig sein Gepäck, wand sich ab und verschwand wieder im Gang. Das Schicksal der drei Brüder ging ihm sehr nahe und musste sich jetzt wirklich zusammen reißen. Die Entscheidung lag bei ihnen, was sie nun mit ihrer Freiheit anstellen würden.

Als er wenig später wieder zum Quell kam, lag Valeria mit ausgestreckten Armen völlig regungslos im Wasser und ihre Wunden schienen wie fortgespült worden zu sein. Er wickelte sein Bündel auf und legte ihr eine leichte Tunika neben den Quell.

Sie öffnete die Augen und lächelte ihn zufrieden an, während sie sich wieder in die Senkrechte begab.

‚Ich hab Euch meine Tunika gebracht, ich bin mir nicht sicher, ob die Jungs Euer Kleid retten können!‘ Seine Stimme hallte vom Höhlendach zurück und er zuckte deswegen zusammen. Hitze stieg in ihm auf und es lief ihm gleichzeitig ein kalter Schauer über den Rücken. Ihm wurde schwindlig und in seinem Kopf rauschte ein pfeifendes Summen.

Langsam schwamm sie zu ihm rüber und flüsterte ihm ein ‚Danke!‘ zu. Dieses eine Wort flatterte wie ein Schmetterling zu ihm rüber, die Schamesröte stieg wieder in ihm auf oder war es Fieber? Als er sich beschämt abwenden wollte, zuckte er schmerzverzerrt zusammen. Ihm blieb die Luft weg und er kam ins Straucheln. Er wäre beinahe in den Quell gestützt, wenn sie nicht aufgestanden wäre, um ihn festzuhalten. Er brach auf die Knie und griff nach seiner Rüstung, während er erstickt nach Luft schnappte. Doch sie hatte bereits nach seiner Tunika gegriffen, die sich unter seiner Rüstung bereits mit Blut vollgesogen hatte. Ein Geräusch des Unmutes kam ihr über die Lippen und sie fing ihn an zu schimpfen, während sie begann seine Rüstung aufzufädeln: ‚Ihr seid selbst verletzt und tragt mich auch noch in der Gegend rum?‘

‚Ich dachte es wäre nichts.‘ stotterte er, bevor er seitlich umstürzte.

‚Nichts… suppt gerade Eure Tunika voll. Ihr müsst mir helfen eure Rüstung auszuziehen…!‘ meinte sie, bis ihr die Stimme brach. Das sie völlig nackt war, schien ihr überhaupt nichts auszumachen und er bemerkte es erst gar nicht. Unter Schmerzen rappelte er sich wieder ein Stück weit auf und während er mit fahrigen Handgriffen versuchte, sich ab zurüsten, wurde ihm wieder schwarz vor Augen. Währenddessen zog sie seine Schuhe aus und wickelte seine Beinwickel ab. Als sie bemerkte, dass ihm wieder die Sinne schwanden, lies sie seine nackten Beine ins Wasser gleiten. Er kam wieder so weit zu sich, dass er nun doch bemerkte, dass sie nackt vor ihm im Wasser stand. Langsam bewegte sie sich zwischen seine Beinen und zog ihn an seinen Armen in eine aufrechte Postion, während sie ihn anschmunzelte: ‚Ich dachte immer, Legionäre tragen nichts außer sich selbst unter ihrer Tunika?‘

‚Nicht im Winter!‘ stöhnte der Optio vor Schmerz.

Langsam lehnte sie sich über seinen Schoß und nestelte weiter an seiner Rüstung. Er konnte das Gewicht ihrer Brüste auf seinem Gemächt spüren. Seine Sinne gingen wieder auf Wanderschaft und wenn er nun in den Händen der Eponageweihten sterben sollte, hatte er das erste Mal in seinem Leben das Gefühl erleben dürfen, dass die Götter sein Herz berührt hatten.

Fortsetzung folgt…

Rätien – Winter 230 Hinterm Dickicht und noch viel weiter…

Rätien – Winter 230

Hinterm Dickicht und noch viel weiter…

800PX-~1Der Optio verschwand mit seinem Pferd im Wald und der Hund führte ihn wieder den Hügel hinauf. Das Alemannenlager war bereits geplündert worden. Der Hund führte ihn weiter in Wald hinein.
Irgendwann wurde der Wald so dicht, dass er absitzen musste und sich mit seinem Pferd durch das Unterholz zwängen musste. Es war kaum zu glauben, am Ende des Dickicht blickte er in die Pfeilspitzen von Ask und Kjeld. Ihm blieb fast das Herz stehen.
Die beiden waren völlig verdreckt, ein wenig verstört und sogar verletzt, dabei hatten sie  doch vorhin gar nicht gekämpft?
‚Wollt ihr mir die Augen ausstechen?‘ rief der Optio aufgebracht.
‚Nein, Herr!‘ riefen die Beiden.
‚Was ist geschehen?‘
‚Nichts!‘ kam es aus beiden Mündern gleichzeitig.
‚Warum glaub ich euch nicht? Wo ist das Mädchen?‘
‚Mädchen?! Sie kämpft wie ein ganzes Rudel Wölfe!‘ rief Ask schnippisch.
‚Was habt ihr mit ihr gemacht?‘
‚Wir mussten sie an den Baum binden, sie wollte nicht mal, das wir ihre Wunden versorgen!‘ erklärte Kjeld.
‚So wie ihr im Moment ausschaut, würd ich von euch auch nichts annehmen.‘ meinte der Optio und lies die Beiden einfach stehen.
Sie hatten die Frau tatsächlich an einen Baum gefesselt und geknebelt. Aber sie hatten sie auch sorgsam auf ein Fell gesetzt und zugedeckt. Der Optio blickte sich um. Es schien so, als hätten die beiden ganz allein das Alemannenlager ausgeräumt, während die Schlacht getobt hatte. Die Beiden schleppten nun einige Dinge hinter einen Felsvorsprung und verschwanden scheinbar in einer Höhle.
Er trat neben die Frau und flüsterte ihr mit ruhigen Ton zu: ‚Valeria Julia, Tochter des ehrenwerten Decurio Primus Saturninus? Ich bin Optio Marcus Lucius!‘
Sie öffnete ein Auge, nickte und blickte ihn finster an.
‚Ich muss mich für meine beiden Späher entschuldigen. Sie hatten eigentlich den Auftrag Euch in Sicherheit zu bringen und Euch zu versorgen. Ihr habt die beiden ganz schön verschreckt.‘ erklärte er, ohne sie jedoch für irgendwas zu beschuldigen.
‚Tee und was Warmes zu essen!‘ meinte Ask und schob ihm eine Schale und einen Becher hin. Und Kjeld brachte heißes Wasser und das Verbandszeug.
‚Ich nehm Euch den Knebel ab, wenn Ihr mir versprecht nicht zu schreien.‘
Sie nickte nur. Vorsichtig versuchte er ihr so behutsam wie möglich den Knebel abzunehmen. Er hatte Mitleid mit der Frau, er konnte in ihren Augen sehen, was sie durchgemacht haben musste, auch wenn sie versuchte ihn mit ihren Blicken töten zu wollen, wollte er sie nur beschützen.
Sie blickte ihn einfach nur verächtlich an und zischte ihm zu: ‚So klein und schon bei der Legion?‘
Er lächelte milde, kniete sich langsam hin und meinte, während er versuchte ihr die verfilzten und verdreckten Haare aus dem Gesicht zu streichen: ‚Die Größe eines Mannes misst sich nur nach seinen Taten!‘ Ganz beiläufig nahm er ihr die Fesseln ab, während sie ihn weiter argwöhnisch beobachtete.
‚Schickt Euch der Senator? Wollt Ihr mich nun auch verschleppen und zu seinem Bastard bringen?‘ zischte sie ihm wieder zu, während sie sich mit zitternden Fingern ihre Handgelenke rieb. Der Impuls ihm ins Gesicht zu spucken, blieb ihr im Halse stecken. Ihr Mund war so trocken, dass sie nur Husten konnte.
‚Mich schickt mein Centurio und ich werde nichts tun, was Ihr nicht wollt! Senator hin oder her.‘ meinte er bestimmt und seine herrische Art brachte sie völlig aus dem Konzept, weil er ihr gleichzeitig mit einem feuchten Tuch zaghaft übers Gesicht wischte. Als ihr Husten in ein ersticktes Keuchen überging, rieb er ihren Hals und ein paar beruhigende Laute huschten ihm über die Lippen, während er nach dem Becher hangelte. Er versuchte ihr den Becher in die Hand zu drücken. Doch sobald das Gewicht des vollen Bechers in ihren Händen lag, fingen ihre Hände an zu beben, so dass sie beinahe den warmen Tee verschüttet hätte, wenn er ihr nicht zur Hand gegangen wäre. Also flößte er ihr behutsam den Tee ein und wischte ihr liebevoll übers Gesicht, weil sie sich beim Trinken bekleckert hatte. Er stellte den Becher ab und nahm die Schüssel mit dem Essen. ‚So und jetzt noch ein paar Bissen…!‘

Während er sie fütterte, liefen ihr ununterbrochen die Tränen übers Gesicht. Beruhigende Laute huschten ihm wieder über die Lippen, doch sie schien nun völlig zusammenzubrechen. Hastig stellte er das Essen bei Seite und nahm sie in den Arme. Sie klammerte ihre Arme um ihren Körper und schluchzte herzzerreißend. Ihr Schluchzen ging ihm durch Mark und Bein und erschreckenderweise erregte es ihn.
Er rückte ein Wenig von ihr ab, hielt sie aber immer noch in seinen starken Armen und streichelte ihren Rücken. Dabei versuchte er ihr gut zu zureden: ‚Es wird alles wieder gut! Ihr seid jetzt in Sicherheit! Ich lass nicht zu, dass Euch was passiert!‘
Es schien so, als könne er sie gar nicht mehr beruhigen, also meinte er irgendwann mit fester Stimme: ‚Wollen wir uns nicht erst Eure Verletzungen anstehen?‘
‚Dafür könnte es schon zu spät sein.‘ schluchzte sie und schlug die Decke zurück. Ihr ehemals weißes Kleid, war nicht nur völlig zerrissen und dreckverschmiert, sondern auch blutüberströmt und sie hielt nun eine Hand auf eine Wunde gepresst.
‚Warum habt Ihr denn nichts gesagt? Die Beiden hätten euch versorgt!‘
‚Bringt mich zum Quell, nur die Götter können noch über mein Schicksal entscheiden!‘ keuchte sie über seine Schulter hinweg. Sie wirkte abwesend und ein schmerzverzerrtes Zucken entstellte ihr Gesicht für einen Moment, bis es sich wieder entspannte. Noch bevor sie bewusstlos zusammensinken konnte, wickelte er sie wieder in die Decke und hob sie auf.

Fortsetzung folgt…

Rätien – Winter 230 – Der steinige Weg nach Castra Biriciana

Rätien – Winter 230

Der steinige Weg nach Castra Biriciana

800PX-~1Die Berittenen stand bereits mit dem Pferd Beifuß im Hof und wartete darauf, dass der Optio sie anführen würde. Doch der Optio betrat leise die Gemächer des Centurio, der in seinem Bett lag und wohl gerade wieder erwacht war.

‚Hab ich mir Schande gemacht?‘ zischte der Centurio Roar zu, der vor seinem Bett kniete, während sein Hund zu seinen Füßen lag und den Optio interessiert anblickte.

‚Nein, Herr! Aber der Optio weiß…!flüsterte Roar ihm zu.

‚Der Optio ist ein Freund.‘ flüsterte der Centurio und zeigte auf ein Tischchen neben seinem Bett. ‚Bring mir die Kiste, dort auf dem Tisch!‘

‚Ja, Herr!‘

‚Ich möchte, dass ihr wisst, dass ihr frei seid, wenn der Adler fällt.‘

‚Nein Herr! Wir bleiben an eurer Seite.‘

‚Ihr seid mir nichts schuldig.‘

‚Aber den Göttern sind wir es schuldig.‘

‚Ask und Kjeld gehen mit dem Optio.‘

‚Und du Roar achtest auf den Großen. Er hat mir versprochen mit mir Wein zu trinken, wenn ich wieder da bin.‘ meinte der Optio ernst.

Der Centurio nahm zwei gesiegelte Schriftstücke aus der Kiste und gab sie dem Optio. ‚Gib sie den Beiden und lass sie frei. Wir sehen uns oder auf der anderen Seite.‘

‚Wir trinken Wein miteinander, so oder so!‘

Der Centurio machte ein schnalzendes Geräusch und blickte seinen Hund an. ‚Bring mir den zähen Hund heil zurück, Marcus Lucius!‘

‚Manchmal weiß ich nicht, ob du mit mir sprichst oder mit dem Hund.‘

‚Es könnte daran liegen, dass der Hund des Herren Marcus Lucius heißt!‘ meinte Roar und half dem Centurio auf.

Der Optio nahm die beiden Schreiben, packte sie in seine Tasche und ging nach draußen, der Hund folgte ihm. Als er auf seinem Pferd saß, trat der Centurio in den Hof und sofort verstummten alle. Roar hatte ihm in Windeseile seine Rüstung angezogen und ihm das Fell eines Wolfes über die Schultern gelegt. Es roch nach Schnee. Der Centurio atmete tief ein und sprach mit lauter und fester Stimme: ‚Die Alemannen haben den Limes überschritten, um uns nach dem Leben zu trachten. Doch heute ist aber kein guter Tag zu sterben. Wir werden nicht zu lassen, dass der Adler fällt!‘

Ein lautes ‚Ahu!‘ erschallte über den Hof und die Berittene zog durchs Tor aus.

Die beiden Sklaven Ask und Kjeld liefen zu Fuß neben den Pferden her und der Hund war schon nicht mehr zu sehen, als sie die steinerne Straße in den Wald führte.

Der Bote ritt neben dem Optio und fragte ‚Warum die beiden Wilden?‘

‚Ich traue den beiden ‚Wilden‘ mehr als euch!‘

‚Sag der Hund des Herrn über die Benefiziarier!‘

‚Die Berittene sind keine Benefiziarier und jetzt zurück auf deinen Platz, Legionär!‘ meinte der Optio ernst. Die beiden Späher liefen links und rechts in den Wald und waren nicht mehr gesehen, bis sie am Nachmittag wieder auf den Weg brachen, um mit dem Optio zu flüstern.

Er gab das Zeichen zum Absitzen, alle seine Decurio kamen zu ihm und er besprach sich mit ihnen. Er hatte einen Plan.

Die Truppe teilte sich auf, der größte Teil ritt ohne Pause weiter nach Biriciana und sie nahmen den Boten mit sich. Eine gut ausgewählte Decurie machte mit dem Optio und den Spähern einen kleinen Abstecher in den Wald. Die beiden Späher hatten nicht nur die Alemannen im Wald entdeckt. Allen Anschein nach, hatten die Alemannen auch einige Gefangene gemacht.

Die Pferde versteckten sie in einer Schlucht und krochen einen Berghang hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter, um sich lautlos dem Lager der Feinde zu nähern. 

Ihre List ging auf, als die Alemannen die Berittenen auf der Straße entdeckten, nahmen sie sofort die Verfolgung auf. Sie ließen die Gefangenen und Verwundeten zurück und die paar Mann, die sie zur Bewachung im Lager gelassen hatten, waren schon bald tot.

Die Gefangenen waren Männer von Centurio Titus Antonius. Also waren doch nicht alle tot. Der Optio hatte dem Boten eh nicht über den Weg getraut.

Die Gefangenen erzählten, dass die Alemannen eine Frau gefangen genommen hatten, die sie als die weiße Hexe bezeichnet hatten. Sie war in der Gegend allerdings als die weiße Frau bekannt, die sich um die Armen und Kranken aus der Umgebung kümmerte. Nachdem sie das ganze Alemannenlager auf den Kopf gestellt hatten, fanden sie die Frau gefesselt und geknebelt im Zelt des Anführers. Sie war wohl gefoltert worden und lag in ihrem eigenen Blut bewusstlos neben der Feuerstelle. Die beiden Späher brachten die Frau und die verletzten Legionäre zu den Pferden. Der Hund folgte ihnen. Während der Optio mit den restlichen Legionären die Alemannen verfolgte.

Es kam zu einer Schlacht und die Alemannen wurden von zwei Seiten eingekesselt. In Biriciana war die Ala I Hispanorum Auriana stationiert und gegen die Übermacht der spanischen Reiterkompanie konnten die Alemannen nicht ankämpfen.

Nach der Schlacht wurden die Legionäre des Optio in Biricianaaufgenommen und versorgt. Der Optio machte Meldung und verabschiedete sich so bald er abkömmlich war, da er sein Pferd im Wald gelassen hatte.

Als er vor die Tore Biricianas trat, kam ihm einer der Legionäre von Titus Antonius entgegen und übergab ihm sein Pferd. Auch die letzten Verwundeten wurden nun herein gebracht.

Der Optio konnte am Waldrand den Hund aufgeregt auf und ablaufen sehen. Er saß auf und preschte mit seinem Pferd los. Die Sonne war schon fast untergegangen und die Kälte umfing ihn. Vereinzelte Schneeflocken tanzten vom Himmel, er konnte seinen Atem sehen, als er in den Wald ritt. Er würde sich an das Wetter in Rätien nie gewöhnen können.

Fortsetzung folgt…

Rätien – Winter 230 – Centenarium Benefiziarier

Rätien – Winter 230

Centenarium Benefiziarier

800PX-~1‚Die Alemannen haben den Limes überquert!‘ konnte man einen Meldereiter rufen hören, der hastig von seinem Pferd sprang. Er hastete ihm entgegen, hielt einigermaßen ehrerbietig inne und lief dann weiter zur Wache des Centurio, die ihn ohne Fragen zu stellen in die Amtsstube des Centurio einließen. Er war dem Boten gefolgt und lief kopfschüttelnd an den Wachen vorbei und zischte ihnen hastig seinen Unmut darüber zu. Sie hatten den Fremden nicht mal untersucht. Wenn es nun ein Attentäter war. Es war nicht das erste Mal, dass die Alemannen versucht hatten in ihr kleines Kastell einzudringen, um den ‚Kleinen Centurio‘ zur Strecke zu bringen. So nannten sie ihn. Nur war sein Centurio alles andere als klein. Er war ein Hüne von einem Mann und er war sein Centurio! Er hatte eine teils berittene Zenturie unter sich und die Benefiziarier, die sich um die Sicherheit auf der Straße kümmerten, die vom Limes ins Landesinnere führte. Er war ein angesehener Mann und Kriegsherr gewesen. Was ihn diesen unsäglichen Posten bei den Benefiziarier eingebracht hatte, hatte er sich nie getraut zu fragen, obwohl er schon seit Jahren an seiner Seite war. Er war als einfacher Legionär zu ihm gekommen und nun war er sein Optio, seine rechte Hand. Doch war er mehr als ein einfacher Adlatus, sie verband das gegenseitige Vertrauen alter Kriegsgefährten, die gemeinsam schon knöcheltief im Blut ihrer Feinde gestanden waren.

Drinnen konnte er den Boten hastig reden hören und trat mit hochgezogenen Augenbraue in die Amtstube seines Centurio.

‚Wir kamen von Castra Vetoniana und sollten nach Biriciana, um die Tochter des ehrenwerten Decurio Primus Saturninus nach Celeusum zu bringen. Auf dem Weg unweit von hier wurden wir von den Alemannen überfallen und völlig aufgerieben. Centurio Titus Antonius schickte mich… er ist gefallen.‘ Der Bote kam ins Stocken und blickte erst den Centurio und dann den Optio an. ‚Sie sind alle tot.‘

‚Bei Dis, eine ganze Zenturie wegen der Tochter eines längst verstorbenen Rittmeisters?‘

‚Ja, sie soll dem Sohn eines Senators zugeführt werden.‘

‚Bei Junos Titten. Es ist Krieg, wir sind hier nicht auf dem Viehmarkt.‘

‚Es schien mir, als wolle sie ihm nicht zugeführt werden.‘ flüsterte der Bote, zog eine Nachricht aus einer Lederrolle und gab sie dem Centurio. ‚Das Siegel ist schon gebrochen…!‘

‚Ist schon gut.‘ meinte der Centurio. ‚Wache! Er soll sich waschen, versorgt seine Wunden und gebt ihm zu essen! Schickt einen Reiter nach Vetoniana.‘

Der Bote verbeugte sich ehrerbietig und verließ die Amtsstube des Centurio.

‚Optio Marcus Lucius!‘ meinte der Centurio zu ihm, ohne von der Nachricht aufzublicken, die er gerade überflog.

‚Mein Centurio!‘ antwortete der Optio und trat an den großen Tisch, hinter dem sein Centurio stand.

‚Nimm dir die Berittenen, den Boten und deine Späher und reite nach Biriciana, um nach dem Rechten zu sehen, wenn du diese…!‘ meinte der Centurio, blickte nochmal auf das Schreiben des Senator und fuhr dann fort: ‚Valeria Julia, Tochter des Decurio Primus Saturninus findest, gut. Riskiere nicht meine halbe Zenturie für das Leben einer Frau!‘

‚Ja, mein Centurio!‘

‚Und jetzt nimm den Stock aus dem Arsch und trink mit mir, bevor du aufbrichst!‘ meinte der Centurio, er trank aus einem Trinkschlauch und hielt ihn seinem Optio hin.

‚Ja, mein…!‘ setzte der Optio an, nahm den Trinkschlauch an sich und fuhr dann fort, ohne jedoch zu trinken. ‚Aurelius Primus, auf dein Wohl!‘

Der Centurio war zur Tür gegangen und versicherte sich, dass seine Wachen fort waren.

‚Marcus Lucius, auf mein Wohl brauchst du nicht mehr trinken, ich war bereits ein Todgeweihter, als ich den Dienst hier antrat. Nur den Heilkünsten deiner drei wilden Späher ist es zu verdanken, dass ich mein Schwert noch halten kann und nicht von Pferd falle, wenn es mich überkommt.‘

‚Aurelius red keinen Unsinn, wir kämpfen seit Jahren Seite an Seite!‘

‚Und nur weil du mir nicht von der Seite weichst, mein Freund, bin ich noch nicht tot.‘

‚Nur weil der Hüne nicht auf seine Deckung achtet.‘

‚Warum hast du mir so oft das Leben gerettet, wo ich doch nur in Frieden sterben will.‘

‚Mein Freund, rufe nicht nach Dis, er könnte bereits hinter dir stehen und dir deinen letzten Atemzug rauben. Doch soweit ist es noch lange nicht!‘

‚Ich leide an Morbus Comitialis und nur meiner Verdienste für Rom ist es zu verdanken, dass ich meine Zeit in diesem Drecksloch absitzen darf, fern ab von jeder Schlacht.‘

‚Bei Dis, die Fallsucht.‘ rief der Optio erschrocken und fuhr dann fort: ‚Drecksloch hin oder her. Die Alemannen trachten nach unser aller Leben und das nennst du fern ab von der Schlacht?‘

‚Darum habe ich jeden Tag gebetet, dass die Götter mir noch eine Schlacht schenken, bevor ich zu Dis gehe.‘

‚Und noch eine und noch ein…Dis wird noch eine Weile auf dich warten müssen!‘

‚Ich will dass du meinen Posten übernimmst, wenn es soweit ist.‘

‚Ich will aber nicht einen guten Freund verlieren, für diese Ehre!‘

‚Mein Empfehlungsschreiben ging letzte Woche an die Kommandantur!‘

‚Wenn ich wieder da bin, reden wir nochmal drüber und wage es nicht ins Gras zu beißen, ehe ich wieder da bin.‘ meinte der Optio und trank endlich von dem Wein. ‚Ich möchte dir Roar da lassen und nehme nur Ask und Kjeld mit.‘

‚Dann nimm wenigstens meinen Hund mit, dann weiß ich, dass du wieder kommst.‘

Der Optio trat ihm gegenüber und hielt seinem Centurio die Hand hin. Der Centurio packte ihn am Handgelenk und zog ihn in eine kurze Umarmung. Lies dann aber schlagartig los und taumelte nach hinten. Seine Hände tasteten über den Tisch und stieß dabei ein kleines Fläschchen um.

Der Optio trat erschrocken zum Tisch und schob seinem Centurio das Fläschchen in die Hand. Dann lief er hinter den Tisch, um ihm seinen Stuhl zu bringen. Noch bevor der Bär von einem Mann umstürzen konnte, hatte ihm sein Optio schon seinen Stuhl untergeschoben. Er schaffte es gerade noch seinen Trank selbstständig zu trinken, bevor er sich verkrampft an die Stuhllehnen klammerte und die Augen verdrehte. Selbst während ihn seine Krankheit im Griff hatte, hatte er sich selbst doch soweit ihm Griff, dass man es ihm kaum ansah.

Es muss ihm große Überwindung gekostet haben und allen Anschein nach auch seine letzte Kraft, ihm sein Leiden zu beichten. Er fühlte sich geehrt und beschämt zu gleich, weil er ihm in seiner Not nicht helfen konnte. Die Fallsucht war ein Fluch der Götter und in der Legion wurde man eigentlich sofort entlassen oder gar nicht erst aufgenommen. Doch die Alemannen glaubten daran, dass die Fallsucht ein Segen der Götter sei.

Kurzerhand öffnete der Optio das Fenster nach draußen und pfiff dreimal. Wenig später kamen drei einheimische Sklaven in den Raum. Alle drei hatten einen anderen Weg gewählt in die Amtsstube des Centurio zu gelangen. Durch den Türspalt, das Fenster und aus den Privatgemächern des Centurio. Die Drei sahen sich völlig gleich, nur an ihrer unterschiedlicher Haartracht, einigen Narben und die Zahlen an ihrem Hals konnte man sie unterscheiden.

Ohne den Optio auch nur eines Blickes zu würdigen, machten sie sich daran, dem Centurio einen weiteren Trank einzuflößen und ihn in sein Bett zu bringen. Der Optio ging erst, als sie die Tür zu den Gemächern geschlossen hatten.

Fortsetzung folgt…

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