AlpenRoadMovie19

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Sonntag, 19.08.12 08.55 Uhr

Auf der Fähre vor Cagliari, Sardinien nach Trapani, Sizilien

naudersBlume saß mit Giovanni auf der umgeklappten Rückbank und sie verarztete ihn hastig. Er biss die Zähne zusammen.

‚Okay, das dürfte erstmal halten. Ich geb dir ein sauberes Shirt und Enzo hat seine Kappe da gelassen. Ich zieh mir was anderes an und wir lassen alles im Kofferraum verschwinden.‘ plapperte sie hastig.

‚Ich fasse es nicht, dass meine Großcousine versucht hat mich abzuknallen!‘meinte Giovanni.

Blume kramte in ihrer Tasche herum und zog ein pinkes Shirt hervor.‚Oh, das sieht ein bisschen schwul aus…!‘ meinte sie und warf ihm das Shirt hin.‚Die Frau auf dem Boot hab ich nur fast erwischt, aber dafür den Typen dafür zweimal.‘

‚Hey, Blume. Du bist ganz schön cool!‘ rief Giovanni.

‚Ach, wirklich. Dann schein ich eine gute Schauspielerin zu sein. Ich hätte mir vorhin beinahe in die Hose gemacht.‘ grinste sie ihn an und half ihm ins Shirt.

Dann putzte sie ihm das Blut aus dem Gesicht, setzte ihm die Kappe auf den Kopf und begann wieder zu plappern: ‚Schaffst du es allein auf den Vordersitz. Du musst viel trinken. Ich such dir noch was gegen die Schmerzen. Zum Glück ist deine Großcousine eine lausige Schützin!‘

‚Ja, ich schaffe das schon. Danke!‘ meinte Giovanni und kroch langsam aus dem Wagen und setzte sich stöhnend auf den Beifahrersitz.

‚Der Münchner wird nicht gerade beigeistert sein über die Entwicklung.‘ kicherte Giovanni.

Blume drückte ihm ein paar Tabletten in die Hand und meinte: ‚Zwei jetzt gleich mit viel Wasser!‘

Hastig kramte sie nach ihrer Tasche, zog sich rasch um und schob alle Sachen in den Kofferraum. Dann stieg sie aus und klappte die Rücksitzbank wieder zurück und schloss den doppelten Boden. Als sie sich auf den Fahrersitz setzte, war Giovanni bereits eingenickt. Sie nahm ihm die Wasserflasche aus der Hand und legte eine Jacke über seinen Oberkörper.

Zitternd klammerte sie sich ans Lenkrad und starrte gefühlte Stunden auf die Klappe der Fähre. Sie wollte einfach nur hier raus, sie wusste zwar nicht wohin, aber hier bleiben wollte sie auch nicht. Giovanni schlief neben ihr am Beifahrersitz. Irgendwann legte sie für einen Moment ihren Kopf aufs Lenkrad und im nächsten Augenblick war sie bereits eingeschlafen.

Das Nebelhorn der Fähre erschallte und schreckte sie beide aus dem komatösen Schlaf. Giovanni blickte sie ziemlich verstört an und dann konnte sie sehen, wie ihn der Schmerz langsam übermannte. Er krümmte sich und sie versuchte ihn zu beruhigen. Ein Rucken ging durch das ganze Schiff und wenig später ging endlich die Klappe der Fähre auf. Und nach einer Weile fuhren sie aus dem Bauch der Fähre und versuchten sich so schnell wie möglich vom Hafen wegzukommen, als sie am Straßenrand eine ältere schwarz gekleidete Dame entdeckten, die am helllichten Tag und bei Sonnenschein einen geöffneten Regenschirm in der Hand trug.

Aus Giovannis Mund kamen nur zwei Worte: ‚Die Nonna!‘ 

Es geht weiter in Manchmal kommt es anders…Killer 16! Es lohnt sich!

AlpenRoadMovie18

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Sonntag, 19.08.12, 08.25 Uhr

Auf der Fähre vor Cagliari, Sardinien

nauders‚Wenn die Turteltäubchen sich jetzt bitte trennen könnten. Die Barkasse wird von einer Yacht verfolgt.‘ meinte Farid gereizt, griff dabei über die Bordwand.

Enzo küsste Blume ein letztes Mal und trennte sich dann hastig von ihr, während Farid ihm eine Armmanschette mit einem Karabinerhaken reichte und sich selbst eine davon anlegte.

‚Giovanni, pass auf Blume auf! Wir sehen uns zu Weihnachten!‘ krächzte Enzo, während er sich die Manschette anlegte. Blume brachte keinen Ton hervor. Sie rang mit ihrer Fassung. Tränen kullerten unaufhaltsam über ihr Gesicht. Sie trug immer noch den Kaftan, in der Hektig hatten sie sich nicht mehr umgezogen und somit schwang sich Farid in ihren Klamotten über die Bordwand. Sie konnte noch das Klicken des Karabinerhaken hören und dann ein Surren. Und da flogen ihre Schuhe davon.

Enzo küsste noch mal Blume auf die Stirn und flüsterte ihr dabei ins Ohr: ‚Uns trennt nur das Meer, meine Blume!‘ Dann stieg er ebenfalls über die Bordwand. Schüsse waren zu hören.

Giovanni drängte Blume zur Seite und zerrte sie hinter einen Stahlträger. Dann zog er eine Waffe, warf sich auf den Boden, um durch ein Abflussloch in der Bordwand zu blicken. Dann feuerte er das ganze Magazin leer. Blitzschnell lud er nach, ging in die Knie, riskierte ein Blick über die Reling und ballerte wieder das ganze Magazin leer.

Blume kroch hervor uns riskierte einen Blick durch das Abflussloch.

‚Sie haben Enzo getroffen!‘ schrie sie.

Giovanni wand den Blick kurz von seinem Ziel ab, ging in Deckung lud nochmal nach und meinte:‚In meiner Seitentasche ist ein Fernglas, schau mal was die auf der Barkasse treiben! Ich schiesse nochmal auf die Yacht!‘

Sie griff zielsicher in die Seitentasche seiner Hose und zog ein Fernglas heraus. Dann blickte sie durch das Loch und sah wie Farid mit einem Maschinengewehr auf die Yacht ballerte, während Enzo in Deckung kroch und sich die Brust hielt. Einer der Männer an Bord riss ihm dass Hemd auf und Blume erkannte eine kugelsichere Weste. Giovanni erhob sich wieder und schoss weiter.

‚Gott sei Dank, er hatte eine kugelsichere Weste an!‘ rief sie. Ein Schuss traf den Stahlträger neben ihr und Giovanni stürzte zu Boden. Er verlor die Waffe und hielt sich gleichzeitig den Kopf und den Oberarm und krümmte sich am Boden. Er schrie nicht, aber sein Gesichtsausdruck verriet ihr seinen Schmerz.

Kurzerhand stürzte sie zu ihm auf den Boden. Er blickte sie nur an und zischte ihr zu: ‚Nimm, meine Waffe!‘ Dann kramte er seine restlichen Magazine aus seiner Hosentasche. Schieß alles was du hast auf die Yacht‘

Blume erhob sich, linste vorsichtig über die Reling und zielte auf die Yacht. Sie schoß bis das Magzin leer war und der Verschluss offen blieb. Völlig automatisch ging sie wieder in Deckung, drückte den runden Knopf und das Magazin fiel auf den Boden. Hastig griff sie nach den vollen Magazinen und legte ein Neues ein. Giovanni hatte seinen Gürtel um die Armwunde gewickelt und hielt sich ein Taschentuch gegen die Schläfe. Sie stellte sich nochmal hin und schoss, bis sie durch eine Alarmsirene unterbrochen wurde.

Hastig ging sie wieder in Deckung und kroch zu Giovanni hinüber. ‚Die Barkasse ist schon fast außer Sichtweite und ich glaub ich hab jemanden getroffen!‘ rief sie rasch und half Giovanni auf.

‚Wir müssen unsere Spuren verwischen und zurück zum Wagen!‘ rief er hastig.

Eine Durchsage schall:Da qui parla la Guardia Costiera. Sei in acque europee…Con reati siamo autorizzati a sparare subito forte…Da qui parla la Guardia Costiera. Sei in acque europee…!‘

Blume sammelte alle Magazine ein, zog ihren Pali vom Hals und wickelte ihn um Giovannis Kopf und dann stolperten sie hastig davon.

Weiter geht es in Manchmal kommt es anders… Killer 15! Es lohnt sich!

AlpenRoadMovie17

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Sonntag, 19.08.12, 07.10 Uhr

Zufahrt Fährhafen, Cagliari, Sardinien

naudersGiovanni grinste Farid an und flüsterte: ‚Geht das immer so einfach?‘

Farid schüttelte fassungslos den Kopf. ‚Die Münchner sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.‘ Er faselte Gebete gegen das Schiebedach.

‚Das ist ja eigentlich leicht verdientes Geld, oder!‘ fragte Giovanni.

‚Wieso frägst du mir Löcher in mein Bauch, Junge!‘rief Farid laut.

‚Bin nur neugierig!‘

‚Sagen wir mal so, ich bin es eigentlich gewohnt mit Profis zu arbeiten! Aber dafür sollte ich eigentlich noch einen Zuschlag verlangen. Ihr verschwendet meine kostbare Zeit!‘

‚Ist heut nicht der Tag des Fastenbrechens?‘ fragte Giovanni weiter.

‚Junge, es gibt Momente im Leben, da ist es besser den Mund zu halten.‘ grummelte Farid und fuhr ein paar Meter weiter auf den Schlund der Fähre zu.

Es geht weiter in Manchmal kommt es anders… Killer 14! Es lohnt sich!

Alpenroadmovie 16

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Cagliari, Sardinien

Sonntag, 19.08.12, 06.40 Uhr (Sonnenaufgang)
naudersSie fuhren in einem Affenzahn zum Fährhafen. Farid saß auf dem Rücksitz und blickte nervös nach hinten. Nach der spektakulären Flucht, hatten sie Enzo aus dem Kofferraum gelassen und er bestand drauf zu fahren. Farid war deswegen ganz schön eingeschnappt, hatte sich aber dann mürrisch auf der Rückbank gesetzt, seinen Kaftan und seinen Pali unterm Shirt hervorgezogen und ihn drüber gezogen. Er hatte den gehörnten Ehemann wirklich sehr überzeugend gespielt, nur sein italienisch war grausam.

Ein Junge mit einer Sonnenbrille auf der Nase und einer Zigarette im Mundwinkel stand am Straßenrand, streckte den Daumen raus und blickte sie an. Enzo fuhr ihn fast über den Haufen, als er eine Vollbremsung machte.

‚Giovanni? Mama Mia!‘ rief er aus dem offenen Fenster. ‚Steig ein, du Taugenichts!‘

‚Wer ist das? Und bist du von allen guten Geistern verlassen?‘ schrie Farid, zog die Waffe und blickte wieder nach hinten‚Dir ist schon klar, dass wir verfolgt werden?‘

‚Soll ich meinen Neffen überfahren?‘ schrie Enzo und gestikulierte wild.

Giovanni warf die Zigarette weg und sprang in den Wagen und blickte in zwei erschrockene Gesichter. Enzo fuhr weiter.

‚Ihr nehmt es mit der Familie viel ernster als wir, Sahib.‘ schimpfte Farid.

‚Die Nonna schickt mich die Blumen abzuholen, oder so!‘ rief Giovanni blickte Farid an, der immer noch mit seiner Waffe herum fuchtelte.

‚Und da schickt sie dich?‘ schrie Enzo, der gerade um eine Kurve fuhr.

‚Wieso, ich bin unauffällig, jeder der mich sieht, unterschätzt mich und ich schieße besser als die Nonna.‘

‚Du hast ne Knarre dabei?‘ schrie Enzo und verzog das Lenkrad so, dass sie beinahe gegen den Randstein gefahren wären.

‚Ich hab die Luger vom Eisernen bekommen!‘ meinte Giovanni stolz.

‚Du bist erst 16 und er war immerhin dein Urgroßvater, also nenn ihn nicht den Eisernen!‘ rief Enzo. Seine Stimme wirkte leicht hysterisch.

‚Menno, ich bin 17, Onkel Enzo, du hast mir ein IPhone geschenkt.‘

Enzo räusperte sich und stotterte dann: ‚Du bist zu jung!‘

‚Ihr seids damals auch net zu jung gewesen!‘ meinte Giovanni und verschränkte die Arme vor der Brust.

‚Der Don und dein Vater wollen uns genauso aus dem Weg haben, wie die Münchner!‘ rief Enzo verzweifelt. ‚Ich weiß nicht, ob ich dir vertrauen kann!‘

‚Schau ich so aus, als würde ich wert drauf legen, was mein Vater denkt. Willst du mich beleidigen? Seit 17 Jahren schaue ich in das traurige Gesicht meiner Mutter und wenn er alle Jubeljahre mal wieder heim gekommen ist, dann hatten wir neun Monate später einen neuen Bastard mehr zum Durchfüttern.‘ schrie Giovanni und funkelte Enzo wütend an, der allerdings immer noch nach vorne blickte.

‚Ich bin Blume!‘ meinte Blume, streckte Giovanni die Hand nach Hinten und lächelte.

‚Ich will eure Familienzusammenkunft nur ungern unterbrechen. Wir treffen die Barkasse 20 Minuten nach dem Auslaufen. Enzo fahr irgendwo ran, wo wir dich und die Ayana in den Kofferraum stecken können.‘

Er fuhr in eine Einfahrt und parkte den Wagen hinter einen Busch. Farid und Enzo sprangen aus dem Wagen und zogen mit einem Ruck den Lack vom Wagen. Jetzt war der Wagen, bis auf ein Paar Einschusslöcher strahlend weiß.

Pepe ist ein Genie!‘ meinte Enzo zu Farid, beide fummelten noch die restlichen roten Fetzen vom Lack.

‚Die Nonna hat mir auf Anraten von Onkel Pepe französische Pässe mitgegeben!‘ meinte Giovanni und gab dem Einen Blume und Anderen behielt er und fuhr fort: ‚Wir sind jetzt Fleur und Pascal Pagnot, Geschwister!‘

‚Jetzt versteh ich auch das hier!‘ meinte Enzo und klappte die Nummernschilder um.

‚Ist ja wie bei James Bond!‘ meinte Blume ganz aufgeregt.

‚Wie kann man sich als Franzose nur ein italienisches Auto kaufen?‘ meinte Giovanni mit einem französischen Dialekt.

‚Damit man die ganze Zeit drüber herziehen kann.‘ lächelte Blume.

‚Memsahib, ich brauch Ihr Kleid, die Sonnenbrille und den Schal.‘ meinte Farid.

‚Bitte was?‘

Er zog sich aus, steckte seine Knarre in seine Unterhose und hielt ihr den Kaftan und seinen Pali hin. ‚Ich hab mir extra die Beine und die Brust rasiert. Das juckt schlimmer, als von einer Horde Sandflöhe gebissen zu werden.‘

Sie schüttelte nur den Kopf und zog ihr Kleid aus. Farid drehte sich anstandshalber um und blickte in den Himmel.

‚Raihaanah, ich habe seit 8 Jahren keine nackte Frau mehr gesehen, Allah! Und dann schickst du mir eine wunderschöne Blume mit alabasterweißer Haut. Bestraf nur deinen treuesten Diener, bin ich nicht oft genug in der Moschee gewesen? Allah, was hab ich nur verbrochen…!‘ während er lamentierte, kniete er sich ehrfürchtig auf den Boden und begann zu beten. Enzo schüttelte nur den Kopf und half ihr beim Anziehen. Farid war bereits wieder aufgestanden und schlüpfte in ihr Kleid und hielt ihr seine Sonnenbrille hin. Alle blickten auf die Schuhe.

‚Nein nicht meine Schuhe, die habe ich erst seit 5 Tagen!‘ rief sie empört.

‚Wir kaufen dir Neue!‘ meinte Giovanni.

‚Aber die sind perfekt!‘ jammerte Blume.

‚Memsahib Ayana, ich werde sie in Ehren tragen.‘

Missmutig zog sie die Schuhe aus und übergab sie Farid. ‚Das Einzige was ich nie vergessen werde, ist der Geruch von Frauenfüßen, Zaahirah!‘

Er roch daran, verdrehte stöhnend die Augen und zog sie liebevoll an. Mit einem angewiderten Gesichtsausdruck zog sie seine Schuhe an.

Enzo machte sich am Kofferraum zu schaffen, packte seinen neuen wasserdichten Ortlieb- Sack, in dem er schon seine ganzen Sachen verstaut hatte, in den Kofferraum und kletterte dazu. Er hielt Blume seine Hand hin.

‚Was machen wir, wenn wir den Kofferraum aufmachen müssen?‘ fragte Giovanni.

‚Der hat eine doppelte Kofferraumklappe, Pepe ist der Hammer!‘ meinte Enzo und winkte ihn zu sich.

‚Ah, ich versteh schon!‘ meinte Giovanni und Blume musste unweigerlich an Alfons denken. Sie waren sich doch erschreckender Weise sehr ähnlich.

Etwas ängstlich stieg sie zu Enzo in den Kofferraum und legte sich zu ihm. Unter ihnen war ein dichtes Netz in den Kofferraumboden gehängt worden und über ihnen schloss Giovanni lächelnd die Klappe. Dann legten sie noch ein paar Dinge in den Kofferraum.

‚Du brauchst keine Angst zu haben, kleine Blume!‘ wisperte er ihr zu.

‚Wenn ich aber doch Angst habe?‘ wimmerte sie in sein Ohr.

‚Hier ist der sicherste Ort im Moment. Pepe hat das hier…!‘ Er klopft an die Verkleidung vom Kofferraum. ‚…aus einem alten Panzer ausgebaut. Die ist quasi kugelsicher.‘

Im Auto redeten währenddessen Giovanni und Farid miteinander.

‚Mit 17 hatte ich schon meine 3. Frau geheiratet.‘

‚Hey Farid, kommen Sie mir nicht auch noch damit!‘

‚Allah, warum treffe ich immer ins Schwarze und die Menschen sind dann immer sauer wie Ziegenurin.‘

‚Farid, ich soll Ihnen von der Nonna ausrichten, dass Sie Ihren Sohn wohlbehalten wieder haben möchte. Zu Weihnachten, aller spätestens zu Ostern!‘

‚Dummes Kind, ich kenne mich mit Euren Feiertagen nicht aus.‘ rief Farid aufgebracht.

‚Sie sagt, ich zitiere: Wenn Enzo nächstes Jahr nicht wieder wohlbehalten in unserer Mitte weilt, schicke ich diesem stinkenden Bock einer räudigen Ziege pünktlich zum Ramadan eine Cruise Missile in sein Camp.‘

‚Hat deine Großmutter denn eine Cruise Missile?‘

‚Ja die, die Ihr uns letztes Jahr verkauft habt!‘

Ein ersticktes ‚Allah!‘ kam aus seinem Mund.

‚Richte deiner Großmutter aus, dass ich mich persönlich dafür verbürge, dass mein Freund Enzo, lebend und vollständig, nächstes Jahr wieder zu Ihr zurück kommt.‘

‚Danke!‘ meinte Giovanni. ‚Bitte lächeln!‘ Er hatte das Gespräch mit seinem Telefon aufgenommen und machte nun eine Foto von Farid.

‚Wenn dieses Foto in falsche Hände kommt, dann bin ich ein 8 fach geschiedener Mann!‘

‚Das hättet Ihr Euch vorher überlegen müssen, bevor Ihr die Frauenklamotten anzieht und euch die Beine rasiert.‘

‚So spricht man nicht mit einer Dame, Kind!‘ unterbrach ihn Farid unwirsch. 

Fortsetzung folgt in Manchmal kommt es anders…Killer 13! Es lohnt sich!

Alpenroadmovie 15

Alpenroadmovie 15

Sonntag, 19.08.12, 04.30 Uhr

Im Zimmer 187 des Garni-Motel, Cagliari, Sardinien

naudersEnzo bekam mitten in der Nacht eine SMS: ‚Euch ist schon klar, wer im Nebenzimmer eingezogen ist? Farid‘

‚Sadomasochistische Katholiken? Enzo!‘

‚Mit Münchner Kennzeichen!‘

‚Fuck!‘

‚Ich überleg mir was! Packt schon mal alles ins Auto, aber lass den Kofferaum frei, der ist für dich, mein Freund!‘

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Alpenroadmovie 14

Alpenroadmovie 14

Freitag, 18.08.12, 09.30 Uhr

Im Zimmer 187 des Garni-Motel, Cagliari, Sardinien

nauders‚Was meinst du, haben wir die Katholiken nebenan ordentlich aufgeweckt?‘ fragte Blume und trottete nackig zur Dusche.

Wenig später kam Enzo ins Bad und grinste: ‚Hör dir das mal an!‘

Von nebenan konnte man Folgendes erlauschen:

‚Findest du das gut?‘ schrie eine Frau.

‚Nein…ähm…Oh ja!‘ kam es vom Mann.

‚Und jetzt tanz!‘ schrie sie noch lauter.

Er stöhnte laut.

‚Wage es nicht abzuspritzen, bevor ich…!‘

Man hörte ein Klatschen und ein Rumpeln.

‚Bevor was? Hübsches Täubchen!‘ meinte er.

Sie stöhnte laut auf.

‚Findest du das gut?‘ fragte nun er.

Sie schrie nur noch.

Blume und Enzo standen mittlerweile an der Wand und lauschten. Beide waren immer noch nackt. Sie blickte nach unten auf seinen Schwanz, der schon wieder stand.

‚Schon wieder?‘

‚Sorry, es ist wie ein Fluch! Ich kann nichts dagegen tun!‘

‚Aber ich!‘ grinste sie. 

Weiter geht es in Manchmal kommt es anders…Killer 11! Es lohnt sich!

Alpenroadmovie 13

Alpenroadmovie 13

Freitag, 17.08.12, 23.05 Uhr

Im Zimmer 187 des Garni-Motel, Cagliari, Sardinien

naudersBlume blickte gähnend auf die Uhr, während Enzo im Zimmer umher tigerte.

‚Setz dich bitte, Bambi, du machst mich ganz verrückt!‘

Er blieb stehen und blickte sie entsetzt an. ‚Ach Fiore, meine wunderschöne Blume…!‘

Es klopfte an der Tür und jemand rief: ‚Servizio!‘

‚Un momento per favore!‘ rief Enzo und zog seine Waffe aus der Hose, bevor er die Tür öffnete. Eine typisch italienische Witwe stand gebückt vor der Tür, mit Kopftuch und Staubsauger.

Sie murmelte etwas Unverständliches, kam ohne Umschweife herein, steckte den Stecker in die Streckdose und legte los. Der Lärm war ohrenbetäubend. Enzo schloss die Tür, starrte auf ihre hässlichen, behaarten Füße, die in ziemlich männlichen Sandalen steckten und grinste breit. Blume saß mit angezogenen Beinen auf dem Bett und blickte die Putze leicht verärgert an.

‚Sag mal ist des hier so üblich mitten in der Nacht zu putzen?‘ rief sie.

Enzo nahm die Hand an sein Ohr und tat so, als würde er nichts verstehen. Langsam ging er in die Hocke und zog mit einer Hand den Stecker aus der Steckdose. Das nervige Geräusch verstummte. Die Putze drehte sich um und war im Begriff den Stecker wieder anschließen zu wollen. Enzo hatte seine Hand mit seiner Pistole in den Schoss gelegt und lächelte die alte Dame von unten aus zuckersüß an. Dann machte er eine kleine Bewegung mit der Pistole und die Alte richtete sich zur vollen Größe auf. Sie war viel größer, als man es im ersten Augenschein gedacht hätte.

‚Bei Allah, wie hast du mich nur erkannt, Enzo mein Freund. Ich hab mir so große Mühe gemacht!‘ rief die Alte und zog dabei ihr Kopftuch vom Kopf. Ein paar Locken fielen in ihr Gesicht und als Blume die Koteletten sah, war ihr immer noch nicht klar, dass es sich um einen Mann handelte.

Enzo fuchtelte mit der Pistole Richtung seiner Füße und meinte: ‚Die Schuhe passen nicht zu einer Dame, Farid.‘

‚Es ist nicht leicht für ein altes Mädchen schöne Schuhe zu finden. Wenn meine Frauen erfahren, dass ich… bin ich ein geschiedener Mann!‘ meinte Farid und blickte dabei entschuldigend auf seine Schuhe.

‚Und wie geht es jetzt weiter?‘ fragte Enzo ungeduldig.

‚Du gibst mir eine hübsche Stange Geld und ich werde mir wunderschöne Schuhe kaufen!‘ meinte Farid, drückte auf den Kabeleinzug des Staubsaugers.

‚Wenn ich dir jetzt das Geld gebe, lässt du uns hier verrotten!‘ meinte Enzo.

Bei dem Wort ‚uns‘ blickte Farid auf Blume, die nun an der Bettkante saß und ihn misstrauisch beäugte.

‚Wie konnte ich die strahlende Alpenblume nur übersehen, Zaahirah!‘ salbaderte Farid und hielt ihr unterwürfig die Hand hin. Er kroch förmlich vor ihr. Sie hielt ihm die Hand hin und er tat so als würde er sie küssen.

‚Oh, Raihaanah, darf ich Euren Namen erfahren?‘ fragte Farid.

‚Fräulein Blume!‘ meinte sie trocken und entzog ihm die Hand, weil er tatsächlich daran gerochen hatte.

‚Memsahib, Ihr beschämt einen einsamen Mann!‘ jammerte Farid und wurde tatsächlich rot im Gesicht.

‚Meine Eltern waren Hippies und ich heiße tatsächlich Blume!‘

‚Mit Eurer Erlaubnis werde ich euch Ayana nennen, was in meiner Heimat wunderschöne Blume bedeutete!‘ grinste er und wandte sich dann wieder Enzo zu, ohne eine Antwort oder ein Nicken ihrerseits abzuwarten.

‚Nun zu dir Sahib, mein Freund! Am Sonntag werden wir direkt von der Sizilienfähre aus abgeholt. Eine Barkasse bringt uns übers Meer. Ich hole euch Sonntag bei Morgengrauen ab.‘ meinte Farid und zog das Kopftuch wieder auf.

‚Das ist alles?‘ fragte Enzo fast schon enttäuscht.

‚Nicht ganz!‘ Farid lief mit dem Staubsauger zur Tür, machte sie auf und ging raus, wenig später kam er mit drei Einkaufstüten wieder. ‚Ihr müsst nur einen Tag hier nicht weiter auffallen. Gut, dass dieses Zimmer eine Garage und eine Küche hat! Und die Nonna hat mir eine Einkaufsliste gefaxt.‘

Enzo und Blume schauten ihn neugierig an.

‚Und ich habe keine Kosten und Mühen gescheut, alles zu kaufen, was die Nonna aufgeschrieben hat!‘ erklärte Farid und stellte die Tüten auf die Anrichte in die Küche.

‚Nun, gib mir schon die Rechnung, Farid!‘ meinte Enzo ungeduldig.

‚Ich bräuchte auch einen winzig kleinen Vorschuss!‘

‚Wie viel?‘

‚Ein Drittel!‘

‚Ein Drittel!?‘ rief Enzo ärgerlich. ‚Für ein Drittel kriege ich drei Auftragskiller!‘

‚Ja, aber dieser Killer erhält dich am Leben, Sahib!‘

‚Ein Viertel, jetzt! Ein Viertel Sonntag früh! Ein Viertel, wenn Blume in Sicherheit ist und den Rest wenn ich in Sicherheit bin!‘ schlug Enzo vor und hielt ihm seine Hand hin.

‚Allah, warum strafst du mich so!‘ jammerte Farid und schlug aber doch ein. ‚Ein Viertel und die Spesen jetzt und so wie du sagst!‘

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