Sitzt ne Frau allein an der Bar – Klappe die Zweite

Sitzt ne Frau allein an der Bar – Klappe die Zweite

6797798903_a598259c11Sie trank wieder ihr obligatorisches Feierabendbier, wie jede Woche. Der Barkeeper sprang immer noch oder schon wieder mit einer Fliegenklatsche hinter der Theke herum.

‚Was sagt der Kammerjäger?‘ fragte sie über ihr Bier hinweg.

‚Einen Scheiß und ne saftige Rechnung!‘ rief der Barkeeper verärgert.

‚Kann ich doch so ein Grünzeug haben!‘ fragte sie und hielt ihm ihr Bier hin.

Er griff nach einem Limettenschnitz und schob ihn genüsslich in den Hals des Bieres in ihrer Hand. Kurzes betretenes Schweigen, dass sie abrupt unterbrach, als sie wieder ihr Antibrumm aus der Handtasche zog und sich selbst von oben bis unten damit ein sprühte, dann die Stühle neben sich, die Theke und den Barkeeper, der sie immer noch merkwürdig lächelnd anblickte.

‚Wo bleibt der Kleine heute?‘ versuchte sie so beiläufig wie möglich zu fragen.

Er zuckte nur mit den Achseln.

‚Ich hab ihn doch nicht unnötig verschreckt, oder?‘

‚Wahrscheinlich ist er seit dem am Wichsen!‘ grinste der Barkeeper, so dreckig es ihm möglich war.

Plötzlich stolperten 4 konservative Arbeitszombies in die Kneipe und schlichen durch den ganzen Gastraum bis in den Nebenraum. Dann waren sie nicht mehr zu sehen.

Die Frau und der Barkeeper blickten sich kopfschüttelnd an.

‚Was wollen die Anzugheinzen hier?‘ fragte der Barkeeper verwundert.

Nicht, dass ihr am Ende eine Juppiekneipe geworden seid?‘ erwiderte die Frau und nippte an ihrem Feierabendbier.

‚Nicht, dass ich am Ende noch kündigen muss.‘

Ihr Gespräch wurde von merkwürdigen Geräuschen von der Tür unterbrochen. Die Tür knallte ins Schloss und der Praktikant kam in den Gastraum gestolpert. Er schnappte sich einen Barhocker, zertrat ihn, schnappte sich zwei abgebrochene Stuhlbeine und rannte wieder zur Tür. Wenig später kam er wieder und ließ sich keuchend auf einen Barhocker fallen, der neben ihr stand. Völlig apathisch klammerte er immer noch eines der abgebrochenen Stuhlbeine an sich. Er war ziemlich blass um die Nase, er schwitzte und zitterte zu gleich.

‚Den Barhocker zieh ich dir vom Lohn ab!‘ meinte der Barkeeper und stellte ihm ein Bier hin. Der Bub schnappte sich das Bier und trank, als würde sein Leben davon abhängen.

‚Brauchst es nur zu sagen, wenn ich dich letzte Woche überfordert habe!‘ rief die Frau leicht eingeschnappt.

Er blickte sie völlig fassungslos und immer noch schwer atmend an.

‚Hey Alter, wie schaust du denn aus der Wäsche?‘ fragte der Barkeeper besorgt. Er machte sich doch tatsächlich Sorgen um seinen Schützling.

‚Ich hab tote Menschen gesehen!?!?!‘ flüsterte der Praktikant keuchend.

‚Mann, deine Mutter. Ich bin hier der Bestatter, wenn hier jemand tote Menschen gesehen hat…!‘ rief der Barkeeper aufgebracht.

Der junge Praktikant beugte sich über die Theke und flüsterte dem Barkeeper geheimnisvoll zu: ‚Zombies Mann, da draußen sind Zombies, Mann!‘

‚Ist schon klar, sag doch einfach, dass ich eine alte Kuh bin und dass du Angst davor hast, allein mit mir und einem Eimer Kunstblut in einem Raum zu sein!?!‘ rief die Frau. Sie schien mittlerweile fast schon ein Bisschen wütend zu sein.

Der Praktikant schien überhaupt nicht gehört zu haben, was sie ihm grad an den Kopf geworfen hatte. Er beugte sich zu ihr rüber und versuchte zuckersüß zu lächeln, was ihm nur bedingt gelang. ‚Würden Sie eventuell mit mir vögeln, bevor wir hier alle drauf gehen?‘

Der Barkeeper gab dem Praktikanten einen Klaps mit der Fliegenklatsche auf den Hinterkopf und rief wieder: ‚Ey, sag mal, wie redest du denn mit unserem einzigen Stammgast, heute?‘

‚Ja, der Pornostammtisch war auch schon mal besser besucht!‘ meinte sie fast beiläufig. ‚Und auf die 4 Arbeitszombies da hinten können wir auch verzichten.‘

Wie von der Tarantel gestochen, sprang der Praktikant auf, hob das abgebrochene Stuhlbein hoch über den Kopf und lief dann schreiend ins Nebenzimmer. Wenig später konnte man ein Geräusch langsam auf den Boden britscheln hören.

‚Der fängt ja wohl nicht ohne mich an?‘ rief sie, zog blaue Gummihandschuhe aus der Handtasche, um sie fast schon genüsslich überzuziehen. Dann schnappte sie sich ein Teil des zertretenen Barhockers und lief ihm nach. Als sie den Nebenraum betrat, stand der junge Bursche blutverschmiert auf dem Billardtisch und um ihn herum lagen ein paar zermatschte Arbeitszombies.

‚Schätzelein, sollen wirs gleich auf dem Billardtisch machen?‘ rief sie und lies das Stuhlbein sinken.

‚Ich kündige!‘ meckerte der Barkeeper.

‚Sag mal, wenn die Zombieapokalypse in eurem Schuppen ausbricht, bleibt sie dann auch hier?‘

‚Wir sind nicht in Las Vegas, Lady!‘

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24

24

image002Ich wache auf… von einem Orgasmus! Man muss das ein Hammertraum gewesen sein. Ich dachte ich träume, aber nachdem ich von meinem eigenen Stöhnen aufgewacht bin, war er doch real genug. Ich kann mich an den Traum nicht erinnern, ich kann mich nur erinnern, dass jemand einen Schlüsselsatz zu mir gesagt hat, der dann die Körperreaktion ausgelöst zu haben scheint. Bäm! Ist ja fast wie Weihnachten und Neujahr…

Als ich dann mit einem Lächeln auf den Lippen meine Augen öffnete, beschlich mich das dumpfe Gefühl, dass irgendjemand die Adventskalendertür für den 24. bereits geöffnet hat.

Ding Dong, die Iluminaten. Nein. Ich nicke wieder ein und träume wohl wieder, weil ich in meinem Adventskalender einen riesigen Raum sehe, am Ende sehe ich einen Tempel, Flammen züngeln heraus. Ich komme mir gerade vor wie bei Ghostbusters und ich bin der Torwächter, und blicke in meinen Kühlschrank und warte ganz inbrünstig auf meinen Steuerberater, der Schlüsselmeister. Oder bin ich schon wieder in der Matrix? Und ehe ich mich versehe, ist es wirklich so als würde ich in einen Kühlschrank sehen und am Ende ist nicht Zuul und auch nicht der Schlüsselmeister, nein es ist ein obszönes Pilzgewächs und es spricht mit mir: ‚Sieh was du verloren hast ist zurückgekommen, nun hast du sie wieder alle beisammen..!‘

Ich wache schreiend auf und blicke auf meinen Adventskalender, den ich vom Büro mitgenommen habe, damit ich an diesem legendären Tag, mein 24. Adventskalendertürchen selber öffnen kann.

Alle Türchen stehen offen, bis auf Eines, dass steht nur halboffen. Wer hat von meinem Adventskalender gegessen? Ich ziehe den Adventskalender zu mir heran und blicke in das 24. Türchen und erblicke einen weiten Raum. Flammen züngeln heraus und am Ende über einem Art Altar hängt ein Plakat. Und eine Leuchtschrift kommt auf mich zu, nicht so wie bei Star Wars, aber so ähnlich. Éí ‚Aaníígóó ‚Áhoot’é … die Leuchtschrift verschwindet wie ein Grinsen, bevor sie das Türchen erreicht hat…auf dem Plakat steht ‚I want to believe‚!

Ja, ich würde auch gerne Glauben, dass ich noch träume oder dass ich endgültig den Verstand verloren habe. Ich werfe meinen Adventskalender weg, nicht dass noch mehr aus dem Adventskalender raus kommt. Heute ist Weihnachten und dann hat der Spuk ein Ende. Der Adventskalender purzelt über die Bettkante und ich höre, wie er auf etwas Weiches fällt.Vorsichtig blicke ich über die Bettkante. Muss von unten wie Kilroy aussehen. Kilroy was here… alles klar. Der Adventskalender wird gerade unter mein Bett gezogen. Die sockenfressende Spinne existiert doch noch! Ich höre noch einen schrecklichen Rülpser und ein alter Pizzakarton fliegt unter dem Bett hervor. Ist ja wie bei einem Sarlacc. Ich kann mich nämlich nicht erinnern, wann ich das letzte mal eine Pizza mit Karton bestellt habe. Die Pizzaschachtel wurde wahrscheinlich schon seit einer halben Ewigkeit unter qualvollen Schmerzen langsam verdaut. So sieht sie nämlich auch aus.

Ich kann meine Neugierigkeit kaum bremsen, mit einer Nagelfeile und einer Häkelnadel bewaffnet, versuche ich nach dem Pizzakarton zu hangeln und öffne ihn eher versehentlich.

Und was ist das? In dem fast verdauten Pizzakarton ist mein lange Zeit verschollenes, angebissenes Käseschinkentoast – Taufrisch, nicht bepelzt oder bepilzt und lächelt mich obszön nickend an…ich habe sie endlich wieder alle beieinander. Alles ist gut, auch wenn ich immer noch keine Weihnachtsgeschenke gekauft habe, es ist alles gut.
In 24 Jahren zur absoluten Nerdhaftigkeit und bis zur Unendlichkeit und immer weiter…

Last Day before X-Mas

Last Day before16367_1268489271088l X-Mas

(Aus dem Jahre 2009 vs. 2012)

Ich habe noch keine Geschenke gekauft, so eine scheiße. Ich schrecke im Büro hoch, die Uhr schlägt von 19.59 auf 20.00 Uhr um und ein Alarm ertönt. Ich habe mich wohl bewegt, weil um 19.30 wird unsere Alarmanlage scharf gemacht und ich hoffe, es kommt jemand um mich zu retten. Der Ton des Alarms ist schlimmer, als meine zwei Dieter Bohlen zusammen. Da könnt ich echt Amok laufen, aber es ist niemand hier, sonst wäre der Alarm schon viel früher los gegangen. Ich mache meine Schublade auf und hole einen Tampon hervor. Ich zerfiesel es fast panisch und mache mir zwei Watteohrpfropfen daraus und stecke sie in meine Ohren….macht es nicht besser, aber doofe Ohren. Und aus einem Ohr hängt mir der Faden… Hm. Dann renne ich zum Klo, ich habe vor mit den Handtüchern aus den Handtuchrollenhalter ein Seil zu basteln und mich aus dem 4. Stock abzuseilen, dann klettere ich über den Zaun zum ADAC und verpiss mich. Hört sich so an, als hätte ich mir da schon oft Gedanken drüber gemacht, im Büro eingesperrt zu werden. Blöd ist nur, dass wir mittlerweile mit dem Amt umgezogen sind, ich sitze jetzt im 3. Stock und den ADAC kann ich von hier aus sehr gut sehen. Und am aller Blödsten ist, dass wir keine Handtuchhalter mehr haben. Und mit den Papiertüchern könnte ich höchstens eine hübsches Feuerchen machen. Ich könnte auch den Feuerwehrschlauch nehmen, oder gleich den Feueralarm drücken, dann werde ich von einer Horde steiler Feuerwehrmännern gerettet, wie geil. Ich renne nicht aufs Klo sondern zurück zu meiner Handtasche, ich habe doch immer ein Feuerzeug dabei. Und damit ab in den Druckerraum, da ist ein Rauchmelder. Ich schiebe die Papiertonne unter den Feuermelder und bin gerade dabei einige Faxprotokolle anzuzünden, als ich die Glastüre aufschwingen höre. Da stimmt doch was nicht, wir sind doch in ein neues Gebäude gezogen. Ich höre ein merkwürdiges Klingeln. Es ist aber nicht das Geräusch der neuen Türöffner und habe auch kein Klacken gehört.

Frau Rösner, das ist wieder die Matrix. Das alte Amt und das Neue verschwimmen in meinem Kopf und vor meinen Augen zu einem selbständigen Ganzen. Ich schreie drei Mal Grönland. Das Klingeln kommt stetig näher. Ich schreie drei Mal Dakota. Ein Mann steht vor dem Druckerraum und dreht sich langsam in meine Richtung. Schuldbewusst wedele ich mit den brennenden Faxprotokollen und verstecke das Feuerzeug hinter meinem Rücken. Mein jugendlicher Charme kann nicht punkten. Es ist der Klemmbrettfetischist und Empfangsroboter aus alten Stasibeständen. Er hat einen Rindertreiber in der Hand und einen Hund am Start, auf seiner Hundemarke steht ‚Herr Honecker‘.

‚Alles klar, mein alter, längst zwangspensionierter Freund?‘ frage ich. Er komplimentiert mich wieder auf den Boden der Tatsachen und zerrt mich aus dem Druckerraum. Die Gänge sind nicht gerade, sondern rund. Wir sind wieder im alten Gebäude. Da müsste doch eigentlich jetzt die Kriminalpolizei sein. Schemen ziehen an mir vorbei. Ein Riss im Raumzeitkontinuum. Woher man dass immer weiß, war doch noch keiner in einem Loch im Raumzeitkontinuum gefangen oder ist gar durch Raum und Zeit gereist, aber wir wissen es immer ganz genau, wenn mal was seltsames passiert, dass muss ein Riss im Raumzeitkontinuum sein!
Er schleift mich wortlos aus dem Quadranten. Hinter der Glastür am Ende des Ganges kann ich gerade noch den alten Wachmann erkennen, wie er mit einer alten Dieselkanne vom Speicher herunter kommt und Richtung Aufzug schleicht. Wie hat er es nur geschafft, die Leiter runter zu klettern, ohne dabei den Elektroschocker und die Dieselkanne aus der Hand zu legen. Der Köter vom Klemmbrettfetischtisen lenkt mich ab, weil er sich vor meinen Füßen auf den Boden wirft, auf den Rücken dreht und wohl gestreichelt werden will.

‚Honecker, böser Hund. Los Fass, da ist sie die Übeltäterin.‘

Der Hund winselt nur.

‚Um 19. Uhr wird hier zugeschlossen und dann wird zurückgeschossen.‘

Warum hört er sich nun an, wie ein kleiner Österreicher. Himmel, was für Drogen mixen die hier ins trübe Wasser. Hitlerhorrorvisionen verheißen ja wohl nie was Gutes. Ihm befällt jetzt bestimmt gleich der Größenwahn. Er richtet die rechte Hand zum Gruß auf und kommt mit dem Rindertreiber auf mich zu. Ich ducke mich weg und laufe, trotz dessen dass es mir eigentlich bewusst sein hätte müssen, dass ich mich immer noch in einem matrixähnlichem Alptraum befinde, davon. Drei mal ‚Bazinga!‘ schreiend laufe ich durch die Gänge und schlage im Vorbeilaufen den Feueralarmknopf ein und die Sicherheitstür schließt sich hinter mir.

Die Sicherheitstür, die wir in der neuen Verwaltung gar nicht haben hätte dürfen und wo eigentlich dieses Wachmannsgespann gar keinen Zutritt hätte haben sollen. Aber nach dem wir nun endgültig in der alten Verwaltung angekommen sind, klappt der Trick mit dem Feueralarm. Der Feueralarm ertönt zu der Alarmanlage. Meine beiden Dieter Bohlen geben sich heute die Hand. Ich drehe mich ihm lauf um und stolpere über meine eigenen Beine. Ich lauf halt auch im Traum, wie ein 12jähriges Mädchen mit blonden Zöpfen. Der Hund kam gerade noch durch den Spalt der Tür, doch der Klemmbrettdiktator prallt gegen die verschlossene Metalltür und mit einem lauten Rumsen schließt sich die Tür vollends. Bazinga. Jetzt muss ich mit Herr Honecker nur noch warten, bis mich die Feuerwehr rettet…

‚Frau Rösner, wollen sie nicht nach Hause, morgen ist schon Weihnachten.‘ meinte der neue Wachmann leicht näselnd. ‚Aber vorher hab ich noch ein Gespräch für Sie!‘
Ich bin wach, an meiner Backe klebt ein Stück Papier, ich hab den Telefonhörer in der Hand und der neue Wachmann redet mit mir. Mir ist erschreckender Weise bewusst, dass mir ein Faden aus dem Ohr hängt. Das Gespräch wird durchgestellt. Frau Anita Lackleder vom Bund bayrischer Landfrauen wünscht mir schöne Weihnachten. Ich zieh den Zettel von meiner Backe. Nun ist es wirklich zu spät, um Weihnachtseinkäufe zu machen. Dann gibt’s diesmal halt nichts.

Schönes Fest, was auch immer ihr da feiert.

22-12-12 – The day after yesterday

22-12-12 – The day after yesterday

axtIch wache zitternd auf. Alter, ist des kalt. Ich kann es nicht fassen, gefrorenes Kondenswasser auf meiner Stirn. Ich schaue auf mein Handy, die Uhrzeit steht da, aber das Netz ist aus. Hm. Ich muss wirklich irgendwann umziehen, dass ist ja wirklich eine Zumutung hier. Am Arsch der Welt gibt’s kein Netz. Muss meine Miete kürzen, wegen irgendwas.

Habe vergessen, wie spät es eigentlich ist. Ich suche die Fernbedienung, finde sie und drücke auf den Knopf. Nichts passiert. Ich drücke wie eine Verrückte auf den Knopf, nichts passiert. Ich blicke nach vorne, da leuchtet auch kein Standby-Licht. Hm. Mein Blick schweift durchs Zimmer. Internetkastel aus. DVD-Player Licht aus. Das Ladekabel meines Laptops flimmert nur noch schwach und geht dann auch aus. Ich wollte mir doch noch einen neuen Akku kaufen. Verdammt. Ich stehe widerwillig auf und tappe ins Bad. Gegen den Arsch abfrieren hätte ich gar nichts, wenn es nicht so kalt wäre. Das Licht geht nicht und es ist im Bad noch kälter. Ich geh pinkeln und putze mir die Zähne mit eiskaltem Wasser. Zu mehr fehlt mir der Mut. Eiskalt Duschen ist nicht so mein Ding. Der Wasserkasten meiner Klospülung gibt seltsame Geräusche von sich. Kalt Duschen ist wohl auch nicht so sein Ding. Verwöhntes, teures Dreckstück. Nur weil meine bescheuerte Vermieterin die Klospülung ans Warmwasser angeschlossen hat, macht der Spülkasten jetzt Stress. Fick dich! Mir ist scheiß kalt und du machst Zicken!

Wollte doch meine Miete kürzen.

Ich zieh mich, den Temperaturen angemessen, an. Dann mache ich mein Dachfenster auf, stelle meinen Fußhocker auf meinen Lesesessel und klettere aufs Dach. Es hat gefühlte -4 °C! Irgendwie hat es immer -4°C, wenn ich auf ein Thermometer blicke. Deswegen habe ich Keines. Ich blicke in alle Fenster meiner Nachbarn und die Straße entlang. Keine Zombies. Es brennt aber auch kein Lichtlein und das zwei Tage vor Weihnachten. Da hat wohl jemand seine Stromrechnung nicht bezahlt. Haha! Das ist die Rache für die übertriebene Weihnachtsbeleuchtung. Ich reibe mir die Hände, nicht nur vor Kälte, sondern auch vor lauter Schadenfreude. Ich muss für unliebsame Beobachter aussehen, wie ein blau gefrorener Grinch! Aber wer bespannt die Spanner. Keiner?

Warum auch immer, beschließe ich in die Arbeit zu fahren. Und ich beschließe mich nicht unbewaffnet auf den Weg zu machen. Es ist immer absolut unabdinglich seine Axt mit sich zu führen. Laufe mit meiner Axt in einem Stoffbeutel, einem Handtuch über der Schulter und blauen Gummihandschuhen zum Auto. Warum der Stoffbeutel, weil ich Angst habe, es könnte einer sehen, dass ich eine Axt dabei habe. Muss mich erst dran gewöhnen, dass hier keiner ist. Ich stecke die Axt hinter meine Feuerkiste. Hehe. Mit genug brennbaren Material kann ich zumindest noch ein hübsches Feuerchen machen. Hab gehört, dass Zombies ganz gut brennen sollen. Die rechnen ja auch nicht damit, dass sie auf einen Feuerkünstler treffen, wenn sie so durch die Gegend schlurfen. Ich nehme die Axt wieder aus dem Kofferraum und steige ein.

Ich fahre los. Die Axt, angeschnallt, am Beifahrersitz. Safty First! Kein Radiosignal. Ich lasse den Sendersuchlauf suchen, nichts. Die Straßen sind menschenleer, leider auch keine Zombies!

Ich schau nochmal aufs Handy, kein Netz, auch nicht als ich am O² Gebäude vorbeifahre.

Ich blicke an den Himmel und suche nach den Großen Alten. Ist ja nicht so, als hätte ich mich nicht auf Cthulhu und Co. vorbereitet. Außer dem typischen Hochnebel kann ich aber nichts erkennen. Für den Weltuntergang ist es mir entschieden zu ruhig. Mann, ich wollte doch mit einem lauten Knall abtreten. Mit einer riesigen Party. In einem Shortbus, bei Sodom und Gomorrha…Und nun, Stille, soweit das Auge reicht.

Als ich begonnen habe die Adventskalendergeschichten zu schreiben, hätte ich nicht gedacht, dass ich einen Zeitsprung über 3 Jahre machen würde. Drei Jahre auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und dann so was. Keiner da. Nur ich und Mikroben. Der Sinn ist es wohl, dass ich am 22.12.12 in die Arbeit fahre. Frau Rösner, im Jahr 2009 wäre es Dienstag gewesen, aber heute ist Samstag. Wir lernen es wohl nie!

Da brauche ich mich nicht wundern, dass keiner hier ist, die machen alle noch Weihnachtseinkäufe. Aber auch in der Innenstadt ist nichts los. Ist vielleicht schon Heilig Abend und ich habe es nicht mitbekommen? Oder haben die Großen Alten zu viel Julfest gefeiert. Oder die Aliens waren da und haben die ganzen Idioten mitgenommen, aber warum haben die mich vergessen. Und wen haben die noch vergessen? Ich will nicht der letzte Mensch auf Erden sein. Wer bumst mich dann. Mann, es ist Winter und es hat -4 ° Grad. Für eine Rettichzucht ist es entschieden zu kalt und ohne Strom kann ich auch kein Treibhaus aufmachen.

So geht die Welt zu Grunde, einsam, allein, ohne Schwanz! Und Rettiche züchten und Dildos schnitzen bis ans Ende aller Tage fällt auch aus. Verdammt. So macht der Weltuntergang einfach gar keinen Spaß. Menno.

Ich fahre zum Saturn, der Hort meiner Inspiration im letzten Jahr. Die Theresienwiese ist leer gefegt. Sogar das Tollwood ist verschwunden.

Aber was ist dass, da sind Menschen, ganz viele und sie marschieren in Reih und Glied. Zwar nicht nackt, aber das kann ja noch kommen. Ich fahre verbotener Weise durch die Absperrung auf die Theresienwiese und halte auf die Herde strammer Gesellen zu. Eine ganze Herde 1Euronazis nur für mich. Das wäre doch nicht nötig gewesen. Aber ist denn jetzt schon Weihnachten? Endlich hab ich sie gefunden meine Lebensaufgabe. Ich halte an und krame gleichzeitig nach meiner Muskatreibe von der Tupperware. Dann steige ich aus und gebe mich als die uneheliche Enkeltochter von Adolf Hitler aus. Entnazifizierung 2.0. mit blauen Gummihandschuhen. Das wird ein Spaß. Danke, Großer Alter, ich habe verstanden, du willst auch nicht, dass die Zucht und Ordnung die Weltherrschaft an sich reißt. Ich auch nicht. Aber eine Familienpackung Wund und Heilsalbe wäre schon sachdienlich gewesen. Wie gut, dass ich wenigstens mein Handtuch dabei habe. Das wird euch mehr weh tun wie mir.

Die Woche bevor ich die Liebe entführt habe

Fliegen, Stillstand und Absturz eines Ballons namens Liebe – Die Woche bevor ich die Liebe entführt habe. (Herbst 2008)

Diese Woche fuhr ich in die Arbeit, mal wieder viel zu spät, es war ein bemerkenswert schöner Tag. Warum man an so einem Tag überhaupt in die Arbeit fährt, keine Ahnung. Eigentlich sollte ich blau machen, aber dazu bin ich ein zu treu liebender und ehrlicher Staatsdiener.

Es war wahrscheinlich der letzte schöne Tag dieses Jahr. Komisch für des das ich vor einem Monat den frühzeitigen Winter vorhergesagt habe, habe ich noch kein einziges Mal in diesem Herbst meine Scheiben kratzen müssen. Ich sollte es nicht verschreien.

Ich fuhr also auf dem Mittleren Ring, Landshuter Allee links und rechts sind kahle Bäume, also ziemlich öd, obwohl so ein schöner Tag war. Da sah ich im Heranfahren, wie in einem der Bäume, etwas Rotes hing. Nachdem wir einfach darauf programmiert sind auf rot zu reagieren, (Dies gilt übrigens nicht für Männer und rothaarige Frauen.) schaute ich also genauer hin. Es war ein roter Luftballon in Form eines Herzen. Und da soll man nicht am frühen Morgen schon sentimental werden. Wenn der Luftballon die Liebe ist, dann hängt sie gerade auf einer unerreichbaren Ebene fest. Und nach dem kein Mensch auf der Welt fliegen kann, sieht es echt ganz schön scheiße aus für die Liebe. Oder soll die Liebe nur für Vögel(n) sein?

Ob es nicht eher ein Mahnmal sein soll? Die Liebe ist noch da, sie schwebt nur über uns allen und wir müssen nur hoch genug springen oder klettern, um an sie ran zu kommen. Ein Mahnmal, dass es die Liebe wirklich gibt und dass wir uns nur um sie bemühen müssen. Und irgendwann fällt sie auch in unseren Schoß. Ich weiß aber nicht wie sehr ich mich noch um sie bemühen muss. Der Schein trügt immer nur bei mir. Ich weiß man soll die Hoffnung nicht aufgeben, aber langsam ist es soweit. Die Hoffnung ist nur solange gut, solange man sie hat.

Irgendwann war ich dann in der Arbeit und irgendwann hab ich den Ballon dann völlig vergessen. Als ich am Abend als ich wieder über die Landshuter Allee heimfuhr, war der Ballon aus meinem Gehirn gelöscht. Aber da stand ein Mann ganz versteinert an seinem Auto gelehnt. Die Woche zuvor stand an der selben Stelle ein Mann mit einem umgestürzten Fahrrad ganz versteinert da. Komisch, entweder warten die Herren da auch auf die Liebe. Oder die Zombies sind los.

Eine schöne Idee für einen Zombiefilm: Zombies am Mittleren Ring. Es wird leider ein sehr kurzer Zombiefilm, die Zombies kommen nie auf der anderen Seite an, dabei wollen sie doch nur zu dem Herzluftballon.

Das Thema Liebe ist doch allgegenwärtig und ist meist mit Leiden verbunden. So reimt sich auf Herz auch Schmerz. Und dies ich auch ein Reim, auf den ein Dichter niemals zurückgreifen sollte und wenn dieser Reim jemals auf einer Bühne ausgesprochen würde, würde der Künstler sofort tot umfallen. So sagt man. (Hab ich diesen Freitag erfahren, bei der Premiere von ‚Wo denken Sie hin?‘ ein Literarisches Kabarett von …viel Spaß beim Googeln.)

Jeder, der nicht mitgekommen ist, darf sich jetzt zu Tode ärgern und dass mit schönen Grüßen vom Künstler selbst. Es war echt der Hammer, Olga und ich haben uns quasi fast tot gelacht. Das Programm handelt von der Suche nach menschlicher Vernunft zwischen Koitus und Exitus. Dieser Leitfaden führte wie ein Roter Faden durchs Programm, den der Künstler am Beginn der Vorstellung quer über die Bühne spannte. Die jeweiligen Stichpunkte wurden mit einer Wäscheklammer an die Leine geheftet, damit wir das Ziel nicht aus dem Auge verlieren, nach dem Koitus kommt langsam aber sicher der Exitus. Die Pubertät wurde uns kurzerhand vom Künstler unterschlagen und Die Liebe riss er bei seinem Exitus von der Leine und dann ist er bei der verspäteten Pubertät in der Zugabe auch noch auf ihr herum getrampelt. Ich hab Die Liebe dann geborgen und in meine Handtasche gerettet und jetzt hängt sie am ‚Kilttragenden Boten‘ über meinem Sofa. Hab auch die Hälfte vom Programm geklaut und hoffe inständig, dass ich nicht wegen Programmdiebstahl und Entführung Der Liebe angezeigt werde. Aber ich denke als Groupie aus der ersten Reihe ist dieses Vergehen schon erlaubt.

Nur für den Fall, dass jemand an der Herausgabe Der Liebe interessiert ist, hier meine Forderungen. Ich möchte natürlich einen Koffer aus Fledermaushodenleder gefüllt mit 3 Millionen Euro in kleinen nicht nummerierten Scheinen, einen vollaufgetankten BMW M3 als Fluchtwagen und der Überbringer (möglichst ungebunden, abenteuerlustig und mit Frisur egal und Sinn für Bemaltes!) soll am 6. 12 um 19.30 Uhr in einem rosa Osterhasenkostüm mit Fluchtwagen und Geldkoffer vor dem Vereinsheim stehen.

(Übergabedatum noch aktuell!)

 

Habe den alten Text ausgegraben, weil mich jemand gefragt hat, warum ich Liebe über dem Sofa hängen habe….



Zombies sind die besseren Menschen

Zombies sind die besseren Menschen (Damien Fright Back)
Ich bin besonders gut drauf, bin weniger deprimieret und heule nicht mehr bei jeder Telekom-Werbung. Ich habe die schleichende Mutation zum totalen Mauerblümchen zum Glück aufgehalten. (Habe in dieser Woche auch schließlich einen Schmetterling aus der Tiefgarage gerettet!) Ich bin zwar immer noch erschreckenderweise ganz schön konservativ und halte immer noch ständig Moralpredigten. Ich glaube langsam ich bin die Einzige die eine gesunde moralische Einstellung hat. Außer Sex vor der Ehe natürlich, des ist ja auch wirklich überholt. Ansonsten bin ich halt ein Spießer, aber irgendwie muss ich auch mal ein bisschen komisch sein. Ich werd auch nur noch bei Betrunkenen und bei Nazis so richtig aggressiv, aber ansonsten geht’s mir eigentlich erschreckend gut.
Es ist schon schon 14 Tage her und ich hab schon voll des schlechte Gewissen, dass ich nicht gleich immer alles niederschreiben kann, weil ich mit dem Conbericht von Darkland solange gebraucht habe. Aber eigentlich ist es auch gut so, weil es zeugt dann doch noch davon, dass ich irgendwie zwischendrin auch mal Privatleben habe. Also Mittwoch vor 2 Wochen hab ich mitten in der Nacht ne SMS bekommen, gut ich war noch in Schwabing unterwegs, Privatleben eben!
Text der SMS: ‚Hey bine! Am we schon was vor? Könnt hilfe brauchen für n musikvideo hier in paf im bunker ein paar zombies zu schminken. Meld dich wenn du lust hast*‘
Die Handynummer war meinem Handy nicht bekannt, also mir zwangsläufig auch nicht. Also, die Person muss mich kennen, weil Bine richtig geschrieben war, wenn sich da wiedermal ein ‚ie‘ sich eingeschlichen hätte, hätte ich bestimmt auch nicht zurückgeschrieben. Dann hab ich überlegt, wer zum Teufel dreht in PAF (Pfaffenhofen) Zombie-Musik-Videos. Das Argument, dass derjenige ja schließlich meine Nummer hat, ist auch nicht wirklich kein Argument, weil meine Nummer hat eh irgendwie jeder, anrufen tut mich natürlich keiner, aber hauptsach ich bin in jedem LarperHandy gespeichert. (Unter: Die rothaarige vom letzten Con, Anrufen wenn ich 18 bin, Con-Notdienst, Schminke, Ork-SL und natürlich Callabutterfly und Bine mit und ohne ie)
Ich antworte also: ‚Moe?‘
‚Genau. Hätt ich dazu schreiben sollen…‘
Nun gut, ich fahr also am Freitag meine neue historische Kopfbedeckung in Neuburg abholen und beim Rückweg gurke dann mit meinem letzten Sprit im Tank und Barschaffen von einem Euro in Kleingeld und 50 Cent in Pfandflaschen nach PAF, was auch ganz gut war, vorallem für den Dreh, ich konnte ja nicht einfach wieder fahren, bis ich den 10er (des ist ein absoluter Freundschaftspreis) für die verbrauchte Schminke gekriegt habe.
Und für des, dass des Wochenende bestimmt ganz schön öd geworden wäre, wenn ich zuhause geblieben wäre und mir wieder zwangsweise Liebesfilme und Telekomwerbungen reingezogen hätte, war die Option ‚Zomie-Videodreh im Bunker‘ echt die beste Entscheidung in der Situation. Jeden Tag eine gute Tat, völlig uneigennützig natürlich. Ob ich bei dem Dreh den Mann meines Lebens finde?
Mit den Zombies hatte ich echt eine riesen Gaudi, wir haben literweise Kunstblut verbritschelt, ausnahmsweise nicht nur auf mir, sondern auf allen und überall, diesmal muss ich ja nicht putzen.
(Nicht so wie damals beim Videodreh von Echolyne, wo ich die Nasszelle vom Kitty putzen musste. Da hab ich vor dem Dreh geputzt, damit wir auch unser Model in die Wanne setzen konnten und nach dem Dreh nochmal, weil wir alles mit Kunstblut eingesaut hatten. Wie gut dass ich immer jede Menge Gummihandschuhe dabei habe. Und die Nasszelle vom Kitty, war bestimmt noch nie so sauber, wie nach dem Echolyne-Dreh…war auch seit dem nie wieder im Keller vom Kitty, wenn Betrieb ist, dann trau ich mich da nämlich nicht runter. Schade, eigentlich, da unten ist auch die kleine Gefängniszelle [Ich nenne sie liebevoll U-Boot-Zelle!] und dieser Barkeeper [Schade eigentlich, ich zensiere meine eigenen Gedanken])
Ich war bei den Zombies stehengeblieben, ich bin auch gar nicht überrascht, dass meine Zombies total geil drauf sind und sich Kunstblut übers Haupthaar kippen und und sich Laub ins Haar zu stecken. Einige haben sich im Dreck wälzen, um authentischer auszusehen. (Solche NSC..s hätte ich gerne mal wieder auf Con!) Dann ist mir aufgefallen, dass meine Gehirnaktivität nach steigender Zahl der fertig geschminkten Zombies immer mehr abnimmt. Es ist auch keine Wunder, wenn ständig 5 bis 10 völlig überdrehte Zombies um einen rum springen, wir eine Schminkerin mit einer Latexallergie haben und einen Applausmacher, der mich die ganze Zeit nervt und meine Zombies interviewt, während ich sie versuche zu schminken. Des ist Schminken unter erschwerten Bedingungen, mit dem Mikro der Kamera im Ohr und einem Applausmacher, der einem noch in den Schminkschwamm kriecht, währenddessen man schminkt. Dann hat er die ganze Zeit behauptet, die Zombies wären Dämonen, da mussten wie ihn erstmal aufklären, was der Unterschied zwischen Zombies und Dämonen ist. Also steuerte irgendwann das ganze Schminkteam auch schon total bescheuert durch die Gegend.
Die Idee Kunstblut mit Gelantine zu mischen, ist immer noch eine ziemlich geile Idee, obwohl sich das Kunstblutgelantinegemisch bei Körperwärme langsam auflöst und es läuft und läuft und läuft. (Vorallem, wenn die fertig geschminkten sich an Feuer setzen um sich zu wärmen!)
Ich muss unbedingt meine Mutter fragen, ob es einen Hausfrauentipp gibt, für wenn man einen Erdbeerkuchen mit Gelantine in die Sonne stellen will, so dass die Erdbeeren nicht mit samt der Gelantine über den Tisch schwimmen. (Und genauso sehen meine Zombies jetzt aus!)
Merke: Erstmal Zombiefilme nur im Winter (Im Winter gibt es auch keine Wepsen, die stehen nämlich total auf Kunstblut!) drehen und scheiß auf die Gesundheit der Darsteller, wenn sie des nicht aushalten, wären sie keine Zombies geworden. Und für die Authentizität der Zombiedarstellung, ein Zombie muss halbnackt sein und ein Zombie kennt keine Kälte, er zittert nur, weil er seine Gliedmaßen nicht mehr unter Kontrolle hat. Und stelle deinen Zombie NIE ans Feuer, damit er nicht friert. Böser Fehler!
Aber Haarspray drauf und kurz anföhnen, des hat komischerweise eigentlich ganz gut gehalten. Erdbeerkuchen mit Haarspray, hm blöde Idee!
Nach Stunden des Rumsandelns wurden dann auch endlich mal Zombieszenen gedreht. Wir konnten auch endlich in den Bunker, wie geil!
Ich muss mich jetzt beim Schwärmen zurückhalten, weil wir kriegen den Bunker eh nicht für irgendeinen Rollenspielunsinn. Also genieße ich die Zeit, die ich im Bunker verbringen darf. Irgendwann ist dann auch mir aufgefallen, dass da so ein Zombie hinter mir her ist und irgendwoher kenne ich den auch. Aber nachdem ich denjenigen nicht selber geschminkt habe, fällt es mir einfach nicht ein woher. Der Zombie ist auch schon ein bisschen angetrunken und ein wenig nervig. Aber nachdem wir uns ja anscheinend kennen, bin ich mal ganz nett und lass mich nerven, es könnte ja sein, dass unter der Schminke und dem Kunstblut mein Traummann steckt. Er hat mir auch irgendwann eindeutig Angebote gemacht, die eigentlich auch echt verlockend waren. Aber nachdem ich gerade meine Pille abgesetzt habe, komme ich mir vor wie eine 16jährige, die nicht weiß wo Papa seine Kondome versteckt hat. Gut, ne echt untervögelte 16jährige! Die Fantasie überkommt mich wieder und ich überlege, ob ich den Partyboy einfach irgendwo in einen entlegenen Raum im Bunker entführe und ihn einfach vergewaltige. Aber nachdem die Kinder von der Vroni zu diesem Zeitpunkt den Bunker unsicher gemacht haben, hätte die uns bestimmt erwischt und die Vroni hätte mich bestimmt alle gemacht. Der Partyboy ist dann aber wegen überhöhtem Alkoholgenuss leider durchgefallen. Bin dann mit Zombieresten an den Fingern allein ins Bett, war eigentlich auch ganz gut so, weil mir am nächsten Tag auch eingefallen ist, woher ich den Typen kenne. Ab und zu ist meine Alkoholallergie schon von Vorteil.
Am nächsten Tag, war mein Hirnstatus auf Zombie, nach langen hin und her, waren wir wieder am Drehort, mit dem ganzen Schminkzeug. Es wurden noch einige
Szenen gedreht und natürlich auch mit Zombies. Nachdem nur noch 3 Zombies gebraucht wurden, schminkte ich mich kurzerhand auch als Zombie, wir waren dann zwar 4 Zombies, aber ein absolutes Dreamteam. Bis wir dann endlich dran waren, haben wir uns literweise Kunstblut drübergebechert. Und von Becher zu Becher haben wir mehr nach richtigen Zombies ausgeschaut. Kunstblut macht anscheinend auch total bescheuert. Wie man an den Fotos (bei meinen Fotoalben) unschwer erkennen kann. Irgendwann kam der Partyboy um sein Auto abzuholen, er gab uns leider keine Zeit, ihm mal die Meinung zu geigen. Er hat irgendwie so ausgesehen als hätte er tierische Kopfschmerzen. Schade dass der Dreh schon fast vorbei ist, aber zumindest hätten wir ihn gar nicht schminken müssen. Des wars mal wieder mit, verficken will muss freundlich sein, warum schreibt man nicht auf Postkarten, wer ficken will, muss nüchtern sein? Und dann wundert ihr euch noch, warum ich so oft garstig bin. Mir geht es einfach auf den Keks, was sie die meisten Männer rausnehmen. Aus den Augen aus dem Sinn, ich mach es jetzt so wie die Männer, der Partyboy ist weg und die Zombieparty beginnt. Oh, mein Gott, so gut war ich schon seit langen nicht mehr drauf. Wir sind quasi nicht mehr zu stoppen, auch wenn schon gar nicht mehr gedreht wird. Und die meisten Fotos wurden nach dem Dreh gemacht, so ein Zombieshooting gibt’s nicht alle Tage. Habe die Idee einen Zombieporno zu drehen nicht vergessen, aber vorerst hintenangestellt. Es ist noch viel zu tun…
Danke an Vroni (+Familie) und Moe (+Familie) für das schöne Wochenende.
Bine
P.S. Ob ich der Pharma-Industrie mal vorschlagen soll, dass Zombies gut gegen Depressionen sind.
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